Sag mir, was ich bin
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Book Information
Author Description
Una Mannion wuchs mit sieben Geschwistern in Philadelphia, Pennsylvania auf. Viele Sommer ihrer Kindheit verbrachte sie in Irland, dem Heimatland ihres Vaters. In den 1990er Jahren siedelte Una Mannion ins County Sligo über. Sie lehrt am Institute of Technology in Sligo und gibt gemeinsam mit Louise Kennedy und Eoin McNamee die Literaturzeitschrift The Cormorant heraus. Für ihre Gedichte und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. 2021 erschien bei Steidl ihr erster Roman Licht zwischen den Bäumen.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein leiser, zutiefst beklemmender Kriminalroman über Kontrolle, emotionale Gewalt und verlorene Kindheit
"Sag mir, was ich bin" von Una Mannion ist ein Kriminalroman, der weniger von einem klassischen Verbrechen lebt als von der beklemmenden Frage, wie sehr ein Mensch das Leben anderer kontrollieren und zerstören kann. Über einen Zeitraum von vierzehn Jahren begleitet die Geschichte die junge Ruby (ein Mädchen, das fernab eines normalen Lebens aufwächst) und gleichzeitig ihre Tante Nessa, die nie aufhört, nach ihrer Schwester und ihrer Nichte zu suchen. Schon der Klappentext deutet an, dass hier ein Familiendrama voller psychologischer Spannung wartet, doch wie tief dieses Buch tatsächlich unter die Haut geht, hätte ich nicht erwartet. Ruby wächst ohne echte Liebe, ohne Nähe und ohne Geborgenheit auf. Stattdessen lernt sie früh, dass Wissen wichtiger ist als Gefühle. Ihr Vater Lucas bestimmt jeden Aspekt ihres Lebens und verkauft seine Kontrolle als besondere Form der Erziehung. Anfangs konnte ich sogar verstehen, warum Ruby dieses Leben stellenweise faszinierend findet. Lucas bringt ihr Dinge bei, die viele Kinder nie lernen: Wissen über die Natur, über Tiere, Pflanzen, Nahrung und darüber, wie man mit der Umgebung lebt, in der man aufwächst. Die gemeinsamen Ausflüge und dieses scheinbar freie Leben fernab gesellschaftlicher Zwänge wirkten zunächst beinahe bewundernswert. Doch genau darin liegt die perfide Stärke dieses Buches. Denn nach und nach wird klar, dass all das nur unter dem Deckmantel der Isolation geschieht. Ruby darf niemals einfach Kind sein. Sie muss außergewöhnlich sein, perfekt, kontrolliert, angepasst an das Bild, das ihr Vater von ihr erschaffen will. Jeder kleine Fehler wird korrigiert, jede Eigenständigkeit unterdrückt. Lucas’ ausgeprägter Narzissmus, sein Kontrollzwang und dieses ständige Niedermachen waren beim Lesen kaum auszuhalten. Selbst in die kleinsten Details ihres Lebens mischt er sich ein und versucht Schritt für Schritt, aus Ruby eine beinahe seelenlose Hülle zu machen. Gerade deshalb hat mich dieses Buch emotional so getroffen. Die Gewalt in dieser Geschichte ist oft keine offene körperliche Gewalt, sondern emotionale Gewalt und genau das macht vieles noch erschreckender. Ruby wächst mit dem Gefühl auf, niemals genug zu sein und eigentlich gar nicht zu wissen, wer sie selbst ist. Einer der berührendsten Sätze des Buches beschreibt das perfekt: 》 „Ich komme mir vor wie ein Nichts. Irgendwann werden alle herausfinden, dass ich eigentlich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das, was mir erzählt wurde.“ Dieser Satz hat mir wirklich das Herz gebrochen, weil er so deutlich zeigt, was jahrelange Manipulation mit einem Menschen macht. Ebenso schmerzhaft war die Erkenntnis ihrer Mutter: 》„Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin.“ Und genau diese zerstörerische Abhängigkeit zieht sich durch das gesamte Buch. Besonders bewegend fand ich außerdem die Perspektive der Tante Nessa. Ihre Verzweiflung war beim Lesen fast greifbar. Diese ständige Suche nach ihrer Schwester, die Sehnsucht nach ihrer Nichte und gleichzeitig das Wissen, ihr vielleicht nie helfen zu können, dass war unglaublich schmerzhaft mitzuerleben. Man sieht regelrecht dabei zu, wie ihr eigenes Leben daran zerbricht, dass sie nicht aufgeben kann und nicht aufgeben will. Diese emotionale Ebene hat mich oft sogar noch stärker getroffen als die eigentliche Spannung der Handlung. Was mich zusätzlich wütend gemacht hat, war die Darstellung des amerikanischen Rechtssystems. Das Buch zeigt auf erschreckende Weise, wie viel Macht Männer in Sorgerechtsstreitigkeiten teilweise haben und wie sehr Gewalt innerhalb einer Ehe verharmlost werden kann. Immer wieder hatte ich beim Lesen das Gefühl, nur noch den Kopf schütteln zu können. Besonders frustrierend ist, wie sehr auf Außendarstellung geachtet wird und wie wenig emotionale oder häusliche Gewalt ernst genommen wird, solange sie nicht sichtbar genug erscheint. Dabei macht das Buch eines ganz klar: Wer gewalttätig ist, trägt diese Gewalt in sich und darunter leiden IMMER und AUSNAHMSLOS alle Menschen in seinem Umfeld. Trotz der bedrückenden Themen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Sag mir, was ich bin ist leise erzählt und entwickelt gerade dadurch eine enorme Kraft. Die Spannung entsteht nicht durch schnelle Wendungen, sondern durch das konstante Gefühl von Beklemmung und Hilflosigkeit. Gleichzeitig gab es zwischendurch Passagen, die sich etwas gezogen haben. Nicht, weil nichts passiert wäre, sondern weil das Buch stellenweise fast zu still wurde. Außerdem hatte ich manchmal Schwierigkeiten, gesprochene Sätze von Gedanken zu unterscheiden, da auf Anführungszeichen verzichtet wurde. Das hat meinen Lesefluss gelegentlich gebremst und ich musste manche Abschnitte doppelt lesen. Trotzdem ist dieses Buch für mich ein unglaublich lesenswerter Roman gewesen. Es erzählt nicht nur eine Geschichte über Kontrolle und Gewalt, sondern auch darüber, was es bedeutet, sich selbst überhaupt erst finden zu müssen, wenn einem die eigene Persönlichkeit jahrelang abgesprochen wurde.

Wow, wow, wow!!! Ich hab mein zweites Jahreshighlight. Ich war erst unsicher, da es heißt „Dagger Award 2024 (Shortlist) in der Kategorie bester Kriminalroman des Jahres“ und Krimi und ich, na ja, sagen wir es mal so, wir sind nicht gerade best friends. Erzählt wird die Geschichte von Deena, Nessa und Ruby. Deena lernt auf einer Halloweenparty, zu der sie mit ihrer Schwester Nessa und ihrer besten Freundin Molly geht, den viel älteren Lucas kennen. Sie werden ein Paar und schnell wird klar, dass Lucas sehr einvernehmend und manipulativ ist und Deena von ihren Freundinnen und Familie abschotten. Als Deena schwanger wird und Ruby auf die Welt kommt, versucht Nessa wieder näher an Deena ranzukommen. Sie schafft es, dass Deena sich von Lucas trennt und mit Ruby zu ihr zieht. Doch eines Tages verschwindet Deena und Nessa glaubt, dass Lucas dahinter steckt. Lucas bekommt das Sorgerecht für Ruby, untersagt Nessa den Kontakt zu ihr und zieht mit Ruby nach Vermont zu seiner Mutter. Dieses Buch ist einfach unglaublich gut aufgebaut! Erst mal war ich orientierungslos, weil ich gleich ins Geschehen geschmissen wurde, laufe mit Ruby durch den Garten, sammeln Eier auf, lese Namen, die ich noch nicht kennen und will einfach mehr wissen. Dann wechselt die Perspektive und ich darf einen Teil aus Nessas Sicht lesen. So wechseln sich die Perspektiven und Zeitebene Kapitel für Kapitel ab. Ganz langsam wird Schicht für Schicht freigelegt, ich bekomme immer mehr mit, warum Ruby ihre Tante Nessa nicht mehr kennt, spüre den Schmerz einer Schwester, die vergeblich nach Gerechtigkeit für ihre verschwundene Schwester kämpft und verzweifle mit ihr aus Sorge um das Wohl ihrer Nichte. Ich war so gefangen in dieser besonderen Atmosphäre, dass ich sie gar nicht mehr verlassen wollte. So sanft und ruhig wurde hier eine so unglaublich harte Geschichte erzählt und so zart und liebevoll wurden hier alle Figuren gezeichnet. Bis auf Lucas, der wirkte von Anfang an bedrohlich. Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte zum Schluss am liebsten das Lesen hinauszögern, aber da es bis zum Schluss so spannend aufgebaut ist, konnte ich mein Lesetempo nicht verringern. Ich will definitiv mehr von Una Mannion lesen. Ich hab einen Hang zu irischen Autor*innen und ihre irischen Wurzeln hab ich in ihrem Schreibstil gespürt. Ich weiß jetzt literarisch Krimi und ich - passt auf jeden Fall! Absolute Leseempfehlung. S.84 „So ist leider das System. Wir hatten auch schon Fälle, bei denen die Mutter vor Gericht überhaupt nicht aussagen durfte, weil der Richter eine Abneigung gegen sie gefasst hatte. So was ist die absolute Ausnahme, aber es ist wichtig, dass wir den Richter zu nehmen wissen.“ S.121 „Es gab nie Hinweise darauf, dass er seine Tochter gegenüber gewalttätig geworden ist. Nur darauf wird geschaut. Auf seine Eignung als Elternteil, nicht als Ehemann oder als Mensch.“ S.200 „Und ich komme mir vor wie ein Nichts. Irgendwann werden alle rausfinden, dass ich eigentlich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das, was mir erzählt wurde.“
"Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin. Wie kaputt ist das denn bitte." Auf einer Halloween-Party verliebt sich Deena in den charismatischen, gutaussehenden Lucas. Ihrer Schwester Nessa war Lucas schon während der Party aufgefallen, wie Lucas ihre Schwester beobachtet hatte. Schon nach kurzer Zeit ziehen Deena und Lucas zusammen. Immer mehr entfernt sich Deena von ihrer Familie mit der sie eigentlich eine sehr innige Beziehung geführt hatte. Nessa und auch Deenas beste Freundin kommt das merkwürdig vor. Doch dann ist Deena auch noch schwanger. Ruby ist schon als Baby der Sonnenschein der Familie, doch Lucas lässt kaum Kontakt zu. Die Situation eskaliert und die Geschwister schaffen es Deena aus der toxischen Beziehung zu holen. Eines Tages verschwindet Deena spurlos und Lucas bekommt das alleinige Sorgerecht, erwirkt ein Kontaktverbot und zieht mit Ruby weg. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven und Zeitebenen von Ruby und Nessa erzählt. Gleich zu Beginn werden wir in die Welt von der 18-jährigen Ruby katapultiert. Erfahren wie sie, fern von der restlichen Gesellschaft im Ländlichen aufwächst. Doch immer spürt Ruby das da etwas nicht passt. Ihr Vater und auch die Großmutter, blocken Fragen nach ihrer Mutter ab. Jähzorn und ständige Kontrolle durch den Vater bestimmen ihr Leben. "Es ist, als dürfte ich gar nicht wissen, wer er ist, oder wer ich bin." Aber immer wieder finden kleine Informationen den Weg zu Ruby und lassen sie wachsam werden. Und die ganze Zeit spürt man als LeserIn diese Zerrissenheit. Spürt, was dieses nicht Wissen was mit der Mutter passiert ist und ob diese einen wirklich im Stich gelassen hat, mit einem Kind macht. Dieses Vorenthalten bekommen, wo man herkommt und ob man geliebt wurde. "Und ich komme mir vor ein Nichts. Irgendwann werden alle herausfinden, dass ich eigentlich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das was mir erzählt wurde." Aber auch Nessa lässt das Geschehen nicht los. Nie gibt sie die Suche nach ihrer Schwester und ihrer Nichte auf! Große Leseempfehlung für diesen Roman, welcher sich wie ein Krimi liest und dessen Cover großartig zum Buch passt.
"Sag mir, was ich bin" ist ein packender und emotional tiefgründiger Spannungsroman, der viele verschieden Themen, wie z.B. häusliche Gewalt, toxische Beziehung und Verlust behandelt. Die Familiengeschichte wird unsortiert und zeitlich versetzt aus zwei Perspektiven erzählt: aus der Sicht von Ruby und ihrer Tante Nessa. Durch die Zeitsprünge wird eine ungemeine Spannung erzeugt und jeder neue Wendung und Verdächtigung ausgeleuchtet. Ein großartiges Buch und von mir eine klare Leseempfehlung.
Wenn Angst ein Zuhause bekommt.
„Sag mir, was ich bin“ von hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Ein Roman, der sich gleichzeitig wie ein psychologischer Thriller, ein Familiendrama und eine düstere Charakterstudie liest. Schon nach wenigen Seiten lag über allem dieses diffuse Gefühl von Gefahr – als würde jederzeit etwas Schreckliches passieren können. Im Mittelpunkt stehen Nessa, die verzweifelt nach ihrer verschwundenen Schwester sucht, und Ruby, die bei ihrem aggressiven Vater Lucas aufwächst. Gerade diese Dynamik fand ich unglaublich intensiv geschrieben. Lucas ist eine dieser Figuren, die einen beim Lesen permanent nervös machen. Seine Wut, seine Kontrollsucht, seine unberechenbare Art – all das zieht sich wie ein dunkler Schatten durch den gesamten Roman. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Una Mannion schreibt dicht, fast hypnotisch, und manche Beschreibungen treffen einen wirklich mitten ins Herz. Dieses Gefühl von Angst, Unsicherheit und Sprachlosigkeit war beim Lesen fast körperlich spürbar. Gleichzeitig steckt in dem Buch auch unglaublich viel Gesellschaftskritik: toxische Männlichkeit, Gewalt, Macht, Schweigen innerhalb von Familien. Etwas verwirrt hat mich zwischendurch, dass komplett auf Anführungszeichen verzichtet wurde. Gerade am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen und manchmal genau hinschauen, wer gerade spricht oder denkt. Trotzdem hat das der Wirkung des Romans für mich letztlich keinen Abbruch getan – eher im Gegenteil: Es macht alles noch unmittelbarer und intensiver.

"Der Mensch der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin. Wie kaputt ist das denn bitte?" 💔🖤
📖 „Sag mir, was ich bin“ von Ana Mannion war für mich ein absolutes Lesevergnügen und ein literarischer Spannungsroman der Oberklasse. Tiefgründig, ernst, packend und zugleich sehr fein ausgearbeitet. 🖤✨ 🕰️ Die Geschichte erstreckt sich über 14 Jahre und springt immer wieder zwischen den Zeitebenen hin und her. Genau das liebe ich an solchen Romanen 💫. Stück für Stück setzt sich das Gesamtbild zusammen, und man kommt gemeinsam mit Ruby und Nessa der Wahrheit näher – der Wahrheit darüber, was mit Denna vor 14 Jahren wirklich passiert ist, als sie plötzlich spurlos verschwand 🔍🕊️ 💭 Doch es geht um so viel mehr als nur ein Verschwinden. Im Mittelpunkt steht auch Ruby, ihre damals vierjährige Tochter, und die tiefgehende Suche nach der eigenen Identität. Wo komme ich her? 🌱 Wo sind meine Wurzeln? 🌳 Wer ist meine Familie? Diese Fragen verleihen der Geschichte eine enorme emotionale Tiefe und machen sie besonders berührend ❤️ 😡 Ein Charakter hat mich beim Lesen regelrecht zur Weißglut gebracht. Lucas, Rubys Vater und damaliger Freund von Deena. Selten hat mich eine Figur so abgrundtief wütend gemacht. Ein widerlicher, manipulativer Mann, eines der größten literarischen Arschlöcher, denen ich je begegnet bin. Genau daran merkt man aber auch, wie stark und glaubwürdig die Figuren geschrieben sind 🎭 ✅ Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung 📚💙 📝 Einziger kleiner Kritikpunkt. Die gesprochenen Sätze sind nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, was es stellenweise etwas schwieriger macht zu erkennen, was gedacht und was gesprochen wird. ✨ Trotzdem ein großartiger, intensiver Roman, der Spannung und Tiefgang perfekt verbindet und mich vollkommen überzeugt hat.

Nie hätte ich so viel Tiefe in diesem Plot vermutet - enorm gutes Buch (und für mich kein Krimi)
Ja, eine Person verschwindet, aber weder die Ermittlung noch sonst irgendwelche Elemente, die zu Krimis gehören, stehen hier im Vordergrund. Die Story wird aus zwei Erzählperspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten erzähl, sodass ich anfangs ein bisschen brauchte, um mich einzufinden. Dann aber gab es kein Halten mehr, denn das Verschwinden von Ruby’s Mutter und ihrem Leben danach haben mich völlig in Beschlag genommen. Ich habe sehr mit Nessa, ihrer Tante, gelitten. Es ist eine ruhige und teils detaillierte Erzählweise. Aber genau darin liegt die Kraft dieses Romans! Sehr gut gemacht, sehr kraftvoll, schmerzhaft und wichtig, denn das Thema Narzissmus ist stark unterrepräsentiert in unserer Gesellschaft. Große Empfehlung, wenn ihr euch den Themen gewachsen fühlt!
Literarischer Kriminalroman! 👏🤩
Vorab möchte ich Euch sagen: „Sag mir, was ich bin“ ist einer der bestkonstruiertesten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe! Aufmerksam bin ich auf das Buch geworden durch das wunderschöne Cover und ich danke dem Steidl Verlag für diesen Augenschmaus, denn sonst hätte ich womöglich diese großartige Story verpasst (alle, die gerne mal einen Coverkauf tätigen, werden mich verstehen - outet Euch gerne mal in den Kommentaren). Beworben wird das Buch der amerikanischen Autorin Una Mannion als Kriminalroman - ich würde dem Ganzen gerne ein „literarisch“ vorwegsetzen, denn es ist eher nicht die klassische Ermittlungsstory, die man vielleicht erwarten würde. Sogar den Gold Dagger Preis für den besten Kriminalroman 2024 hat sie für Ihr Werk verliehen bekommen, wie erfreulich! „Ich sehe mich selbst als Schatten, wie ich mich durch alles bewege, was in meinem Leben vor diesem Abend passiert ist, aber ich sehe auch, wie das alles zerläuft, wie mich ein andres Element verschluckt, mich quasi chemisch zersetzt, mich verbrennt.“ „Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin. Wie kaputt ist das denn bitte.“ Eine toxische Familienkonstruktion bildet das Grundgerüst für diesen Roman - die psychisch Erkrankte Mutter Deena verschwindet spurlos, als ihre Tochter Ruby 4 Jahre alt ist. Doch was ist der Grund dafür?! Ist es wirklich eine Folge ihrer belasteten Psyche und hat sie sich folglich selbst dazu entschlossen zu verschwinden oder gar Suizid zu begehen? Oder steckt vielleicht eher Lucas dahinter, ihr Ex-Mann, für den häusliche Gewalt kein Fremdwort ist?! Nessa, Deenas Schwester, zweifelt jedenfalls stark an ihrem freiwilligen Verschwinden, denn die beiden haben eine enge Verbindung und sie fühlt, dass da etwas gewaltig nicht stimmt. Lucas nutzt die Situation, um das alleinige Sorgerecht für seine Tochter Ruby an sich zu reißen und unterbindet ab diesem Zeitpunkt jegliche Kontakte mit dem Rest der Familie, auch Briefe und Pakete, die an Ruby gerichtet sind, fängt er ab. Er zieht mit ihr nach Vermont in eine einsame Gegend und erzieht sie mit seiner Mutter Clover in einem Haus am See. Klingt eigentlich idyllisch, oder?! Leider für Ruby alles andere als das - gut, dass Ihre Tante Nessa nicht locker lässt und Nachforschungen anstellt, denn Ruby hadert aufgrund mangelnder Informationen bezüglich ihrer Vergangenheit sehr mit ihrer Identität. „Es ist, als dürfte ich gar nicht wissen, wer er ist oder wer ich bin. Als wäre ich einfach in der Middle Lake angespült worden und hätte mein Gedächtnis verloren oder so was, wie im Kino. Und ich komme mir vor wie ein Nichts. Irgendwann werden alle rausfinden, dass ich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das, was mir erzählt wurde.“ Durch den ständigen Perspektivwechsel und die verschiedenen Zeitebenen hält Una Mannion die Spannung bis zum Schluss aufrecht (auch wenn man ahnt, wer hinter dem Verschwinden stecken könnte, wollte ich ständig weiterlesen, immer mehr Details erfahren, die Informationen verknüpfen). „Sag mir, was ich bin“ war für mich mal eine Story fernab von dem , was ich sonst lese, denn Krimis (egal ob literarisch oder nicht) gehören eigentlich nicht in mein Leserepertoire. Uta Mannion hat mich zum Umdenken gebracht diesbezüglich und ab jetzt sind literarische Kriminalromane auf jeden Fall interessant für mich. Da ich komplett neu bin in dem Game, wäre ich Euch für Empfehlungen dankbar (aber bitte literarisch!), also haut gerne raus, was ich unbedingt lesen sollte in den Kommentaren! (Natürlich steht jetzt Una Mannions Debüt „Licht zwischen den Bäumen“ auf meiner Wunschliste ganz oben).
Ich habe lange gebraucht, dieses Buch zu beenden, da ich es nur etappenweise lesen konnte. Zu sehr hat mir der Inhalt zugesetzt, zu sehr habe ich Nessas Verzweiflung gespürt und die Wut darüber, dass wieder einmal ein Mann mit seinen grausamen Taten gegenüber der eigenen Frau und Tochter davon kommen sollte. Die Geschichte erstreckt sich über 14 Jahre und wird sowohl aus Nessas, als auch aus Rubys Sicht erzählt. Zu behaupten, dass das Buch mir gut gefallen hat, fühlt sich vor dem Hintergrund der behandelten Themen falsch an. Ich kann jedoch sagen, dass es mich tief berührt hat und ich die Autorin dafür bewundere, zu diesem sehr schwierigen und emotionalen Thema eine so starke Geschichte verfasst zu haben. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen, um alles in Ruhe zu verarbeiten.
Ein Thriller der nachhallt
Dieser Thriller hat mich tief berührt. Die Figuren und ihre Entwicklungen sind so greifbar und fein gezeichnet, dass ich beim Lesen stark mitgefühlt habe. Besonders Nessa hat mich bewegt: Ich hatte tiefstes Verständnis und großen Respekt vor ihrer Inbrunst und ihrem schier unerschütterlichen Durchhaltevermögen. Gleichzeitig wollte ich sie stellenweise anschreien, sie möge ihr eigenes Leben nicht völlig vernachlässigen. Und doch waren Ruby und Deena eben genau das, ein zentraler Teil dieses Lebens. Umso mehr habe ich um ihre Beziehung zu Ronan getrauert, die leise und schmerzhaft auf der Strecke bleibt. Die Figur des Lucas bleibt bewusst mystisch. Sein Verhältnis zu Clover, aber auch der Blick der anderen Inselbewohner auf ihn, wirft viele Fragen auf, die unbeantwortet bleiben und genau das macht seinen Charakter so eindringlich und unheimlich. Diese Leerstellen wirken nicht wie ein Mangel, sondern wie ein kluger erzählerischer Raum, der nachhallt. Ruby wiederum hat mich auf eine ganz andere Weise überzeugt. Ihre Entwicklung die stetige Abnabelung, das Infragestellen, die bruchstückhaften Erinnerungen, dieses „besser Wissen“ und gleichzeitig der Wunsch, dem Vater zu gefallen ist literarisch extrem stark umgesetzt. Dieser innere Konflikt ist leise, schmerzhaft und erschreckend realistisch. Insgesamt ist Sag mir, was ich bin ein emotional sehr intensives Buch. Traurig, ja aber nicht hoffnungslos. Zwischen all dem Schmerz liegt auch Hoffnung, liegen unterschiedliche Rollen, Bindungen und Möglichkeiten von Wahrheit. Ein literarisch starker, psychologisch feinfühliger Thriller, den ich uneingeschränkt empfehle.
Dieses Buch war für mich ein echtes Highlight. Eine Mutter verschwindet und die vier jährig Tochter bleibt bei ihrem Vater zurück. Dieser verweigert den Kontakt zu jeglichen Familienmitgliedern der Mutter. Was dies mit dem Kind und der Familie anrichtet könnt ihr hier mit all seinem Schrecken erfahren. Eine beklemmende Geschichte einer dysfunktionalen Familie. Ich möchte definitiv mehr von der Autorin lesen!
In „Sag mir was ich bin“ wird die Geschichte einer Schwester erzählt, die nicht aufgibt, ihre verschwundene Nichte Ruby zu suchen und die Wahrheit über das Schicksal ihrer Schwester herauszufinden. Ein herrschsüchtiger Ehemann, der sie langsam aber gezielt von ihrer Familie fernhielt, bis sie sich aus seiner Gewalt befreite, jedoch ihr Leben kostete. Das Buch bzw. die Story ist ganz okay. Vielmehr ist es der Schreibstil, den ich anstrengend fand. Der Sprung zwischen den verschiedenen Perspektiven hat mich sehr verwirrt. Das Zurückblättern zum vorherigen Kapitel, um herauszufinden, ob wir jetzt in der Zeit zurück- oder vorwärtsgehen und dass wörtliche Rede konsequent nicht gekennzeichnet wird, so dass man nicht direkt auf Anhieb wusste, wer was gesagt oder eventuell auch nur gedacht statt gesagt hat, erschwerte das Lesen immens. Insgesamt eine Geschichte, die zu vorhersehbar war. Es gab keine überraschenden Wendungen oder Auflösungen. Fragen wie „Warum das alles überhaupt passiert ist“ blieben leider offen und unbeantwortet. Schade.
Hier kommt ein weiteres Schätzchen aus dem Hause Steidl: SAG MIR WAS ICH BIN Una Mannion Deena Garvey verlässt eines Morgens das Haus ihrer Schwester - doch auf ihrer Arbeit kommt sie nie an. Ihre Schwester Nessa ist überzeugt, dass Deenas Ex-Freund Lucas hinter dem Verschwinden steckt. Zwischen den beiden gab es zuvor immer wieder Konflikte, geprägt von häuslicher Gewalt und Sorgerechtsstreitigkeiten um die gemeinsame Tochter Ruby. Doch trotz intensiver Suche bleibt Deena verschwunden. Nessa zerbricht fast daran, besonders als Lucas mit ihrer Nichte nach Vermont zieht und jeglichen Kontakt unterbindet. In Vermont wächst Ruby in völliger Abgeschiedenheit auf. Mit ihrer Großmutter Clover und ihrem Vater lebt sie an einem abgelegenen See. Schulbesuch wird ihr vom Vater untersagt - stattdessen lehrt er ihr, wie man fischt, Pilze sammelt und jagt. Sie lernt auch schnell, was ihn wütend macht und welche Fragen sie besser vermeidet, um seinen Zorn nicht zu provozieren. Besonders das Thema „Mutter" ist ein absolutes Tabu - nur eine Frage darüber bringt Lucas in Rage. Ein Foto von ihrer Mutter hat Ruby nie gesehen. Nessa gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Ruby auch nach Jahren nicht auf. Sie schickt regelmäßig Briefe nach Vermont, die Lucas jedoch abfängt. Erst als Ruby eines Tages so einen Brief findet, ein Foto ihrer Mutter aus einem dieser Kuverte stiehlt und den Namen ihres Vaters im Internet recherchiert, erfährt sie die erschütternde Wahrheit: Ihre Mutter hat sie nicht einfach nur verlassen - vielmehr ist sie spurlos verschwunden und Rubys Verdacht erhärtet sich, dass ihr Vater ihr nie die volle Wahrheit erzählt - sie sogar vorsätzlich belogen hat. Una Mannion hat mit diesem Roman ein packendes, tiefgründiges Werk geschaffen. Besonders beeindruckend ist der Perspektivwechsel: Verschiedene Figuren erzählen ihre Geschichte aus unterschiedlichen Zeitabschnitten, sodass sich ein immer klareres Bild von Lucas und seiner Tyrannei ergibt. Der Schreibstil ist prägnant und fesselnd. Und obwohl das Buch mit dem Ende beginnt, bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten. Fazit: Ein großartiges Buch, das ihr unbedingt lesen müsst! 5/5

5 ⭐️ Lesehighlight!
Das Buch hat mich ab der ersten Seite gefesselt und wegen seiner wundervoll ausgearbeiteten Atmosphäre und Naturbeschreibungen sehr überrascht. Es ist kein klassischer Thriller, sondern lebt total von dieser unterschwelligen Spannung. Ich fand die Kombination aus emotionaler Familiengeschichte und Spannung extrem gelungen. Ein ganz überraschendes Highlight!
Sternebewertung fiktiv
Una Mannion legt mit „Sag mir, was ich bin“ einen emotional tiefgehenden Krimi vor, der erneut ihre Fähigkeit unter Beweis stellt, Familienbeziehungen und menschliche Abgründe mitreißend zu schildern. Die von Tanja Handels ins Deutsche übersetzte Geschichte nimmt uns mit auf eine Reise durch die zerrütteten Verbindungen zweier ungleicher Schwestern, Deena und Nessa, und die düstere Lebensrealität von Deenas Tochter Ruby. Die Handlung entfaltet sich in Zeitsprüngen, die das Verhältnis der Schwestern und Deenas Ehe mit Lucas beleuchten. Lucas, von Anfang an als toxische Figur beschrieben, prägt Deenas Leben mit psychischer und physischer Gewalt. Seine Tyrannei isoliert sie nicht nur von ihrer Familie, sondern lässt sie schließlich auch spurlos verschwinden – ein Ereignis, das die Erzählung in Gang setzt. Besonders eindrucksvoll ist Mannions Darstellung der Dynamik zwischen Täter und Opfer sowie der vergeblichen Versuche von Deenas Familie, sie aus der Gewaltspirale zu befreien. Ein weiterer Fokus des Romans liegt auf Ruby, die nach Deenas Verschwinden von ihrem Vater Lucas in ein isoliertes Leben gezwungen wird. Ihre Perspektive bringt zusätzliche Tiefe in die Geschichte, denn Mannion schildert eindringlich die inneren Konflikte eines Kindes, das unter der Kontrolle eines übermächtigen Elternteils steht. Durch den Wechsel der Perspektiven gelingt es der Autorin, die Spannung zu steigern und den Leser immer wieder an neuen Wendungen und Verdächtigungen teilhaben zu lassen. Der Schreibstil ist prägnant und atmosphärisch dicht, was die emotionale Wirkung der Geschichte noch verstärkt. Wie schon in ihrem vorherigen Roman versteht Mannion es, Misstrauen und Spannung zu säen, während sie zugleich tief in die Strukturen und Abgründe familiärer Beziehungen eintaucht. Die Themen häusliche Gewalt, Isolation und familiärer Zusammenhalt werden mit großer Sensibilität und psychologischem Feingefühl behandelt. Eine klare Empfehlung für Fans von psychologisch tiefgründigen Familiengeschichten.
»Sag mir, was ich bin« ist eine aufwühlende Familiengeschichte über die zersetzende Wirkung von Narzissmus und die stille Widerstandskraft tiefer Verbundenheit. Die Autorin hat gute Ausdrucksformen auch für unterschwellige Dynamiken und aufgeladene Interaktionen gefunden. Entstanden ist eine authentische, schonungslose Erzählung, die ohne Effekthascherei auskommt.
"Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin.“
„Sag mir, was ich bin“ hat mich mit seiner ruhigen, poetischen Sprache sofort eingesogen. Die Naturbeschreibungen sind so intensiv und atmosphärisch, dass man förmlich das Moos riecht, den Wind spürt, das Flüstern der Bäume hört. Zwischen all dem Schönen entfaltet sich eine Geschichte, die tief unter die Haut geht. Ein leiser, literarischer Kriminalroman, der viel mehr erzählt als bloß einen Fall. Er kratzt an Identität, Erinnerung und Manipulation auf eine stille, fast unheimliche Weise. Was mich besonders wütend gemacht hat: wie subtil Wahrheiten verdreht werden können. Wie leicht es ist, jemanden zu beeinflussen, wenn Vertrauen missbraucht wird. Die Dynamik hat mich wütend, traurig und fassungslos gemacht – aber nie sensationsgierig. Das Buch hat mich stark an Der Gesang der Flusskrebse erinnert – nicht im Plot, sondern im Gefühl. Diese Mischung aus Natur, innerem Aufbegehren und dem langsamen Erkennen dessen, was eigentlich los ist. Ein stiller Sturm. Und ein Roman, der nachhallt.

Wo fange ich denn nur an. Das Buch und ich hatten so unsere Schwierigkeiten. Ich bin mit einer ganz anderen Erwartungshaltung gestartet. Ich wurde auf youtube aufmerksam auf dieses Buch und dachte bei der Vorstellung es handelt sich um einen Thriller. Falsch gedacht. Somit habe ich eine lange Zeit auf die "Spannung" gewartet,die aber nicht kam. Somit bin ich noch mal auf Erkundung gegangen und konnte mit dem richtigen Ansatz weiter lesen. Es geht um einen besitzergreiifenden Mann und Vater,der zudem auch noch gewaltätig ist. Die Geschehnisse werden aus zwei Sichten erzählt. Nachdem Deena verschwunden ist ,begleiten wir ca 14 Jahre ihre Schwester Nessa und ihre Tochter Ruby. Es war bedrückend zu erleben,was der Verlust der Schwester mit Nessa gemacht hat,wie sie ihr eigenes Leben vereloren hat. Es war schwer zu ertragen,dass sie immer wieder vor Mauern lief. Eine ganze Zeit schien das Leben von Ruby eigentlich ganz in Ordnung,sofern man Homeschooling mag. Ich weiß einfach nicht,wie ich da Buch einordnen soll. Es verfolgt mich und ich denke immer wieder drüber nach .Ess hat mich aber auch viel Nerven gekostet und da ich gerade aus einer Leseflaute ausgebrochen bin, hat mich dieses Buch fast wieder in eine gezogen. wer dieses Buch liest sollte mit Gewalt,Unterdrückung,Dominanz etc umgehen können.

Was für ein großartiges Buch!
Hier stimmt einfach alles, sowohl der handschmeichelnde Leineneinband mit wunderschönem Cover als auch der Inhalt, die Sprache, der Erzählstil, dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen! Hauptprotagonistin ist Ruby, die bei ihrem Vater Lucas und ihrer Großmutter Clover aufgewachsen ist, in einem sehr „behütetem“ Umfeld. Und dann gibt es noch Rubys Tante Nessa. Die Kapitel wechseln zwischen zwei Zeitebenen und werden mal aus Rubys und mal aus Nessas Sicht erzählt. Von Anfang an hängt eine melancholische Stimmung über dem Buch, denn Rubys Mutter Deena ist spurlos verschwunden, als Ruby 3 1/2 Jahre alt ist. Je mehr wir über Ruby und ihren Vater Lucas erfahren, desto mehr baut sich die Spannung auf - das Deena etwas passiert sein muss wird recht schnell klar, aber was genau? Dieses Buch hat zurecht bereits einen Preis als bester Kriminalroman des Jahres 2024 gewonnen, klare Leseempfehlung auch von mir, aber mit dem Hinweis, dass häusliche Gewalt darin vorkommt. Ich möchte jetzt auf jeden Fall den Debütroman ‚Licht zwischen den Bäumen‘ von Una Mannion lesen!
Ein spannendes Buch - packend bis zum Ende mit einem tollen Cover! Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden von Deena, Rubys Mutter, im Februar 2004 und springt zu Ruby in 2018. Abwechselnd begleiten wir Nessa, Deenas ältere Schwester, um ihre Geschichte im Rückblick zu erfahren oder Ruby und begleiten sie in der Gegenwart. Stück für Stück erfahren wir immer mehr, fühlen mit Nessa und Ruby mit. Zur Geschichte: Fünfeinhalb Jahre vor ihrem Verschwinden hat Deena auf einer Halloween Party Lucas kennengelernt. Drei Wochen später ist sie zu ihm gezogen. Im Januar 2000 wird ihre gemeinsame Tochter Ruby geboren. Deenas Freundin Molly und Nessa machen sich Sorgen um Deena, die sich unter dem Einfluß von Lucas immer mehr verändert. Es kommt zu häuslicher Gewalt und mit Hilfe von Nessa und ihrem Bruder Joey schafft Deena es, Lucas zu verlassen. Kurz danach verschwindet Deena. Ruby ist gerade vier Jahre alt geworden. Lucas bringt Ruby von Philadelphia und ihrer Familie mütterlicherseits weg zu seiner Mutter Clover in Vermont und untersagt Nessa jeglichen Kontakt. Ruby kann sich an ihre Mutter nicht erinnern und bekommt von ihrem Vater gesagt, dass ihre Mutter sie verlassen hat als sie zwei war, dass ihre Mutter verkorkst ist und den Verstand verloren hat. Ruby weiß, dass ihre Familie irgendwie seltsam ist. Sie kommt sich vor wie ein Nichts. Ein Nichts bis auf das, was ihr erzählt wurde. Sie hat gelernt zu überlegen, was sie sagt, damit Lucas nicht wütend wird. Ab und an treffen Päckchen mit gelben Briefumschlägen ein, die ihr Vater ihr vorenthält. Aber ein Brief erreicht sie, darin ein Foto mit Deena und Ruby im Januar 2004. Heimlich loggt sie sich ins Internet ein. Bei der Suche im Internet erfährt Ruby, dass ihre Mutter vermisst wird, es häusliche Gewalt und Sorgerechtsstreitigkeiten gegeben hat. Das Buch bleibt spannend bis zum Ende. Ganz vorsichtig wird hier eine harte Geschichte erzählt. Mir hat der Schreibstil von Una Mannion sehr gefallen.
Sehr tiefgründige Geschichte über Manipulation, Kontrolle und starkem Willen nach Gerechtigkeit. Ich hatte ab und an das Bedürfnis das Buch abzubrechen, da es sich an manchen Stellen sehr zog. Im laufe der Geschichte habe ich jedoch gemerkt, dass all dies wichtig ist um die Protagonisten zu 100% nachzuvollziehen. Schreibstil war für mich neu und anfangs kompliziert, man hat sich aber schnell daran gewöhnt.
Fesselnd und bewegend
Das Buch beschreibt eine Geschichte die so leider tausendfach geschieht. Männer die ihre Partnerinnen manipulieren und psychische sowie physische Gewalt ausüben. Es ist hier sehr schön aus der Sicht von starken Frauen beschrieben. Faszinierend wie Ruby nach und nach erkennt was mit ihr passiert und das ganze durchschaut. Sehr fesselnd und von einer psychologischen Tiefe, die einen mitreißt. Toll!
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Una Mannion wuchs mit sieben Geschwistern in Philadelphia, Pennsylvania auf. Viele Sommer ihrer Kindheit verbrachte sie in Irland, dem Heimatland ihres Vaters. In den 1990er Jahren siedelte Una Mannion ins County Sligo über. Sie lehrt am Institute of Technology in Sligo und gibt gemeinsam mit Louise Kennedy und Eoin McNamee die Literaturzeitschrift The Cormorant heraus. Für ihre Gedichte und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. 2021 erschien bei Steidl ihr erster Roman Licht zwischen den Bäumen.
Posts
Ein leiser, zutiefst beklemmender Kriminalroman über Kontrolle, emotionale Gewalt und verlorene Kindheit
"Sag mir, was ich bin" von Una Mannion ist ein Kriminalroman, der weniger von einem klassischen Verbrechen lebt als von der beklemmenden Frage, wie sehr ein Mensch das Leben anderer kontrollieren und zerstören kann. Über einen Zeitraum von vierzehn Jahren begleitet die Geschichte die junge Ruby (ein Mädchen, das fernab eines normalen Lebens aufwächst) und gleichzeitig ihre Tante Nessa, die nie aufhört, nach ihrer Schwester und ihrer Nichte zu suchen. Schon der Klappentext deutet an, dass hier ein Familiendrama voller psychologischer Spannung wartet, doch wie tief dieses Buch tatsächlich unter die Haut geht, hätte ich nicht erwartet. Ruby wächst ohne echte Liebe, ohne Nähe und ohne Geborgenheit auf. Stattdessen lernt sie früh, dass Wissen wichtiger ist als Gefühle. Ihr Vater Lucas bestimmt jeden Aspekt ihres Lebens und verkauft seine Kontrolle als besondere Form der Erziehung. Anfangs konnte ich sogar verstehen, warum Ruby dieses Leben stellenweise faszinierend findet. Lucas bringt ihr Dinge bei, die viele Kinder nie lernen: Wissen über die Natur, über Tiere, Pflanzen, Nahrung und darüber, wie man mit der Umgebung lebt, in der man aufwächst. Die gemeinsamen Ausflüge und dieses scheinbar freie Leben fernab gesellschaftlicher Zwänge wirkten zunächst beinahe bewundernswert. Doch genau darin liegt die perfide Stärke dieses Buches. Denn nach und nach wird klar, dass all das nur unter dem Deckmantel der Isolation geschieht. Ruby darf niemals einfach Kind sein. Sie muss außergewöhnlich sein, perfekt, kontrolliert, angepasst an das Bild, das ihr Vater von ihr erschaffen will. Jeder kleine Fehler wird korrigiert, jede Eigenständigkeit unterdrückt. Lucas’ ausgeprägter Narzissmus, sein Kontrollzwang und dieses ständige Niedermachen waren beim Lesen kaum auszuhalten. Selbst in die kleinsten Details ihres Lebens mischt er sich ein und versucht Schritt für Schritt, aus Ruby eine beinahe seelenlose Hülle zu machen. Gerade deshalb hat mich dieses Buch emotional so getroffen. Die Gewalt in dieser Geschichte ist oft keine offene körperliche Gewalt, sondern emotionale Gewalt und genau das macht vieles noch erschreckender. Ruby wächst mit dem Gefühl auf, niemals genug zu sein und eigentlich gar nicht zu wissen, wer sie selbst ist. Einer der berührendsten Sätze des Buches beschreibt das perfekt: 》 „Ich komme mir vor wie ein Nichts. Irgendwann werden alle herausfinden, dass ich eigentlich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das, was mir erzählt wurde.“ Dieser Satz hat mir wirklich das Herz gebrochen, weil er so deutlich zeigt, was jahrelange Manipulation mit einem Menschen macht. Ebenso schmerzhaft war die Erkenntnis ihrer Mutter: 》„Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin.“ Und genau diese zerstörerische Abhängigkeit zieht sich durch das gesamte Buch. Besonders bewegend fand ich außerdem die Perspektive der Tante Nessa. Ihre Verzweiflung war beim Lesen fast greifbar. Diese ständige Suche nach ihrer Schwester, die Sehnsucht nach ihrer Nichte und gleichzeitig das Wissen, ihr vielleicht nie helfen zu können, dass war unglaublich schmerzhaft mitzuerleben. Man sieht regelrecht dabei zu, wie ihr eigenes Leben daran zerbricht, dass sie nicht aufgeben kann und nicht aufgeben will. Diese emotionale Ebene hat mich oft sogar noch stärker getroffen als die eigentliche Spannung der Handlung. Was mich zusätzlich wütend gemacht hat, war die Darstellung des amerikanischen Rechtssystems. Das Buch zeigt auf erschreckende Weise, wie viel Macht Männer in Sorgerechtsstreitigkeiten teilweise haben und wie sehr Gewalt innerhalb einer Ehe verharmlost werden kann. Immer wieder hatte ich beim Lesen das Gefühl, nur noch den Kopf schütteln zu können. Besonders frustrierend ist, wie sehr auf Außendarstellung geachtet wird und wie wenig emotionale oder häusliche Gewalt ernst genommen wird, solange sie nicht sichtbar genug erscheint. Dabei macht das Buch eines ganz klar: Wer gewalttätig ist, trägt diese Gewalt in sich und darunter leiden IMMER und AUSNAHMSLOS alle Menschen in seinem Umfeld. Trotz der bedrückenden Themen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Sag mir, was ich bin ist leise erzählt und entwickelt gerade dadurch eine enorme Kraft. Die Spannung entsteht nicht durch schnelle Wendungen, sondern durch das konstante Gefühl von Beklemmung und Hilflosigkeit. Gleichzeitig gab es zwischendurch Passagen, die sich etwas gezogen haben. Nicht, weil nichts passiert wäre, sondern weil das Buch stellenweise fast zu still wurde. Außerdem hatte ich manchmal Schwierigkeiten, gesprochene Sätze von Gedanken zu unterscheiden, da auf Anführungszeichen verzichtet wurde. Das hat meinen Lesefluss gelegentlich gebremst und ich musste manche Abschnitte doppelt lesen. Trotzdem ist dieses Buch für mich ein unglaublich lesenswerter Roman gewesen. Es erzählt nicht nur eine Geschichte über Kontrolle und Gewalt, sondern auch darüber, was es bedeutet, sich selbst überhaupt erst finden zu müssen, wenn einem die eigene Persönlichkeit jahrelang abgesprochen wurde.

Wow, wow, wow!!! Ich hab mein zweites Jahreshighlight. Ich war erst unsicher, da es heißt „Dagger Award 2024 (Shortlist) in der Kategorie bester Kriminalroman des Jahres“ und Krimi und ich, na ja, sagen wir es mal so, wir sind nicht gerade best friends. Erzählt wird die Geschichte von Deena, Nessa und Ruby. Deena lernt auf einer Halloweenparty, zu der sie mit ihrer Schwester Nessa und ihrer besten Freundin Molly geht, den viel älteren Lucas kennen. Sie werden ein Paar und schnell wird klar, dass Lucas sehr einvernehmend und manipulativ ist und Deena von ihren Freundinnen und Familie abschotten. Als Deena schwanger wird und Ruby auf die Welt kommt, versucht Nessa wieder näher an Deena ranzukommen. Sie schafft es, dass Deena sich von Lucas trennt und mit Ruby zu ihr zieht. Doch eines Tages verschwindet Deena und Nessa glaubt, dass Lucas dahinter steckt. Lucas bekommt das Sorgerecht für Ruby, untersagt Nessa den Kontakt zu ihr und zieht mit Ruby nach Vermont zu seiner Mutter. Dieses Buch ist einfach unglaublich gut aufgebaut! Erst mal war ich orientierungslos, weil ich gleich ins Geschehen geschmissen wurde, laufe mit Ruby durch den Garten, sammeln Eier auf, lese Namen, die ich noch nicht kennen und will einfach mehr wissen. Dann wechselt die Perspektive und ich darf einen Teil aus Nessas Sicht lesen. So wechseln sich die Perspektiven und Zeitebene Kapitel für Kapitel ab. Ganz langsam wird Schicht für Schicht freigelegt, ich bekomme immer mehr mit, warum Ruby ihre Tante Nessa nicht mehr kennt, spüre den Schmerz einer Schwester, die vergeblich nach Gerechtigkeit für ihre verschwundene Schwester kämpft und verzweifle mit ihr aus Sorge um das Wohl ihrer Nichte. Ich war so gefangen in dieser besonderen Atmosphäre, dass ich sie gar nicht mehr verlassen wollte. So sanft und ruhig wurde hier eine so unglaublich harte Geschichte erzählt und so zart und liebevoll wurden hier alle Figuren gezeichnet. Bis auf Lucas, der wirkte von Anfang an bedrohlich. Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte zum Schluss am liebsten das Lesen hinauszögern, aber da es bis zum Schluss so spannend aufgebaut ist, konnte ich mein Lesetempo nicht verringern. Ich will definitiv mehr von Una Mannion lesen. Ich hab einen Hang zu irischen Autor*innen und ihre irischen Wurzeln hab ich in ihrem Schreibstil gespürt. Ich weiß jetzt literarisch Krimi und ich - passt auf jeden Fall! Absolute Leseempfehlung. S.84 „So ist leider das System. Wir hatten auch schon Fälle, bei denen die Mutter vor Gericht überhaupt nicht aussagen durfte, weil der Richter eine Abneigung gegen sie gefasst hatte. So was ist die absolute Ausnahme, aber es ist wichtig, dass wir den Richter zu nehmen wissen.“ S.121 „Es gab nie Hinweise darauf, dass er seine Tochter gegenüber gewalttätig geworden ist. Nur darauf wird geschaut. Auf seine Eignung als Elternteil, nicht als Ehemann oder als Mensch.“ S.200 „Und ich komme mir vor wie ein Nichts. Irgendwann werden alle rausfinden, dass ich eigentlich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das, was mir erzählt wurde.“
"Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin. Wie kaputt ist das denn bitte." Auf einer Halloween-Party verliebt sich Deena in den charismatischen, gutaussehenden Lucas. Ihrer Schwester Nessa war Lucas schon während der Party aufgefallen, wie Lucas ihre Schwester beobachtet hatte. Schon nach kurzer Zeit ziehen Deena und Lucas zusammen. Immer mehr entfernt sich Deena von ihrer Familie mit der sie eigentlich eine sehr innige Beziehung geführt hatte. Nessa und auch Deenas beste Freundin kommt das merkwürdig vor. Doch dann ist Deena auch noch schwanger. Ruby ist schon als Baby der Sonnenschein der Familie, doch Lucas lässt kaum Kontakt zu. Die Situation eskaliert und die Geschwister schaffen es Deena aus der toxischen Beziehung zu holen. Eines Tages verschwindet Deena spurlos und Lucas bekommt das alleinige Sorgerecht, erwirkt ein Kontaktverbot und zieht mit Ruby weg. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven und Zeitebenen von Ruby und Nessa erzählt. Gleich zu Beginn werden wir in die Welt von der 18-jährigen Ruby katapultiert. Erfahren wie sie, fern von der restlichen Gesellschaft im Ländlichen aufwächst. Doch immer spürt Ruby das da etwas nicht passt. Ihr Vater und auch die Großmutter, blocken Fragen nach ihrer Mutter ab. Jähzorn und ständige Kontrolle durch den Vater bestimmen ihr Leben. "Es ist, als dürfte ich gar nicht wissen, wer er ist, oder wer ich bin." Aber immer wieder finden kleine Informationen den Weg zu Ruby und lassen sie wachsam werden. Und die ganze Zeit spürt man als LeserIn diese Zerrissenheit. Spürt, was dieses nicht Wissen was mit der Mutter passiert ist und ob diese einen wirklich im Stich gelassen hat, mit einem Kind macht. Dieses Vorenthalten bekommen, wo man herkommt und ob man geliebt wurde. "Und ich komme mir vor ein Nichts. Irgendwann werden alle herausfinden, dass ich eigentlich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das was mir erzählt wurde." Aber auch Nessa lässt das Geschehen nicht los. Nie gibt sie die Suche nach ihrer Schwester und ihrer Nichte auf! Große Leseempfehlung für diesen Roman, welcher sich wie ein Krimi liest und dessen Cover großartig zum Buch passt.
"Sag mir, was ich bin" ist ein packender und emotional tiefgründiger Spannungsroman, der viele verschieden Themen, wie z.B. häusliche Gewalt, toxische Beziehung und Verlust behandelt. Die Familiengeschichte wird unsortiert und zeitlich versetzt aus zwei Perspektiven erzählt: aus der Sicht von Ruby und ihrer Tante Nessa. Durch die Zeitsprünge wird eine ungemeine Spannung erzeugt und jeder neue Wendung und Verdächtigung ausgeleuchtet. Ein großartiges Buch und von mir eine klare Leseempfehlung.
Wenn Angst ein Zuhause bekommt.
„Sag mir, was ich bin“ von hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Ein Roman, der sich gleichzeitig wie ein psychologischer Thriller, ein Familiendrama und eine düstere Charakterstudie liest. Schon nach wenigen Seiten lag über allem dieses diffuse Gefühl von Gefahr – als würde jederzeit etwas Schreckliches passieren können. Im Mittelpunkt stehen Nessa, die verzweifelt nach ihrer verschwundenen Schwester sucht, und Ruby, die bei ihrem aggressiven Vater Lucas aufwächst. Gerade diese Dynamik fand ich unglaublich intensiv geschrieben. Lucas ist eine dieser Figuren, die einen beim Lesen permanent nervös machen. Seine Wut, seine Kontrollsucht, seine unberechenbare Art – all das zieht sich wie ein dunkler Schatten durch den gesamten Roman. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Una Mannion schreibt dicht, fast hypnotisch, und manche Beschreibungen treffen einen wirklich mitten ins Herz. Dieses Gefühl von Angst, Unsicherheit und Sprachlosigkeit war beim Lesen fast körperlich spürbar. Gleichzeitig steckt in dem Buch auch unglaublich viel Gesellschaftskritik: toxische Männlichkeit, Gewalt, Macht, Schweigen innerhalb von Familien. Etwas verwirrt hat mich zwischendurch, dass komplett auf Anführungszeichen verzichtet wurde. Gerade am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen und manchmal genau hinschauen, wer gerade spricht oder denkt. Trotzdem hat das der Wirkung des Romans für mich letztlich keinen Abbruch getan – eher im Gegenteil: Es macht alles noch unmittelbarer und intensiver.

"Der Mensch der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin. Wie kaputt ist das denn bitte?" 💔🖤
📖 „Sag mir, was ich bin“ von Ana Mannion war für mich ein absolutes Lesevergnügen und ein literarischer Spannungsroman der Oberklasse. Tiefgründig, ernst, packend und zugleich sehr fein ausgearbeitet. 🖤✨ 🕰️ Die Geschichte erstreckt sich über 14 Jahre und springt immer wieder zwischen den Zeitebenen hin und her. Genau das liebe ich an solchen Romanen 💫. Stück für Stück setzt sich das Gesamtbild zusammen, und man kommt gemeinsam mit Ruby und Nessa der Wahrheit näher – der Wahrheit darüber, was mit Denna vor 14 Jahren wirklich passiert ist, als sie plötzlich spurlos verschwand 🔍🕊️ 💭 Doch es geht um so viel mehr als nur ein Verschwinden. Im Mittelpunkt steht auch Ruby, ihre damals vierjährige Tochter, und die tiefgehende Suche nach der eigenen Identität. Wo komme ich her? 🌱 Wo sind meine Wurzeln? 🌳 Wer ist meine Familie? Diese Fragen verleihen der Geschichte eine enorme emotionale Tiefe und machen sie besonders berührend ❤️ 😡 Ein Charakter hat mich beim Lesen regelrecht zur Weißglut gebracht. Lucas, Rubys Vater und damaliger Freund von Deena. Selten hat mich eine Figur so abgrundtief wütend gemacht. Ein widerlicher, manipulativer Mann, eines der größten literarischen Arschlöcher, denen ich je begegnet bin. Genau daran merkt man aber auch, wie stark und glaubwürdig die Figuren geschrieben sind 🎭 ✅ Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung 📚💙 📝 Einziger kleiner Kritikpunkt. Die gesprochenen Sätze sind nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, was es stellenweise etwas schwieriger macht zu erkennen, was gedacht und was gesprochen wird. ✨ Trotzdem ein großartiger, intensiver Roman, der Spannung und Tiefgang perfekt verbindet und mich vollkommen überzeugt hat.

Nie hätte ich so viel Tiefe in diesem Plot vermutet - enorm gutes Buch (und für mich kein Krimi)
Ja, eine Person verschwindet, aber weder die Ermittlung noch sonst irgendwelche Elemente, die zu Krimis gehören, stehen hier im Vordergrund. Die Story wird aus zwei Erzählperspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten erzähl, sodass ich anfangs ein bisschen brauchte, um mich einzufinden. Dann aber gab es kein Halten mehr, denn das Verschwinden von Ruby’s Mutter und ihrem Leben danach haben mich völlig in Beschlag genommen. Ich habe sehr mit Nessa, ihrer Tante, gelitten. Es ist eine ruhige und teils detaillierte Erzählweise. Aber genau darin liegt die Kraft dieses Romans! Sehr gut gemacht, sehr kraftvoll, schmerzhaft und wichtig, denn das Thema Narzissmus ist stark unterrepräsentiert in unserer Gesellschaft. Große Empfehlung, wenn ihr euch den Themen gewachsen fühlt!
Literarischer Kriminalroman! 👏🤩
Vorab möchte ich Euch sagen: „Sag mir, was ich bin“ ist einer der bestkonstruiertesten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe! Aufmerksam bin ich auf das Buch geworden durch das wunderschöne Cover und ich danke dem Steidl Verlag für diesen Augenschmaus, denn sonst hätte ich womöglich diese großartige Story verpasst (alle, die gerne mal einen Coverkauf tätigen, werden mich verstehen - outet Euch gerne mal in den Kommentaren). Beworben wird das Buch der amerikanischen Autorin Una Mannion als Kriminalroman - ich würde dem Ganzen gerne ein „literarisch“ vorwegsetzen, denn es ist eher nicht die klassische Ermittlungsstory, die man vielleicht erwarten würde. Sogar den Gold Dagger Preis für den besten Kriminalroman 2024 hat sie für Ihr Werk verliehen bekommen, wie erfreulich! „Ich sehe mich selbst als Schatten, wie ich mich durch alles bewege, was in meinem Leben vor diesem Abend passiert ist, aber ich sehe auch, wie das alles zerläuft, wie mich ein andres Element verschluckt, mich quasi chemisch zersetzt, mich verbrennt.“ „Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin. Wie kaputt ist das denn bitte.“ Eine toxische Familienkonstruktion bildet das Grundgerüst für diesen Roman - die psychisch Erkrankte Mutter Deena verschwindet spurlos, als ihre Tochter Ruby 4 Jahre alt ist. Doch was ist der Grund dafür?! Ist es wirklich eine Folge ihrer belasteten Psyche und hat sie sich folglich selbst dazu entschlossen zu verschwinden oder gar Suizid zu begehen? Oder steckt vielleicht eher Lucas dahinter, ihr Ex-Mann, für den häusliche Gewalt kein Fremdwort ist?! Nessa, Deenas Schwester, zweifelt jedenfalls stark an ihrem freiwilligen Verschwinden, denn die beiden haben eine enge Verbindung und sie fühlt, dass da etwas gewaltig nicht stimmt. Lucas nutzt die Situation, um das alleinige Sorgerecht für seine Tochter Ruby an sich zu reißen und unterbindet ab diesem Zeitpunkt jegliche Kontakte mit dem Rest der Familie, auch Briefe und Pakete, die an Ruby gerichtet sind, fängt er ab. Er zieht mit ihr nach Vermont in eine einsame Gegend und erzieht sie mit seiner Mutter Clover in einem Haus am See. Klingt eigentlich idyllisch, oder?! Leider für Ruby alles andere als das - gut, dass Ihre Tante Nessa nicht locker lässt und Nachforschungen anstellt, denn Ruby hadert aufgrund mangelnder Informationen bezüglich ihrer Vergangenheit sehr mit ihrer Identität. „Es ist, als dürfte ich gar nicht wissen, wer er ist oder wer ich bin. Als wäre ich einfach in der Middle Lake angespült worden und hätte mein Gedächtnis verloren oder so was, wie im Kino. Und ich komme mir vor wie ein Nichts. Irgendwann werden alle rausfinden, dass ich leer bin. Keine Persönlichkeit, keine Geschichte, keine Familienanekdoten. Ich bin nichts, bis auf das, was mir erzählt wurde.“ Durch den ständigen Perspektivwechsel und die verschiedenen Zeitebenen hält Una Mannion die Spannung bis zum Schluss aufrecht (auch wenn man ahnt, wer hinter dem Verschwinden stecken könnte, wollte ich ständig weiterlesen, immer mehr Details erfahren, die Informationen verknüpfen). „Sag mir, was ich bin“ war für mich mal eine Story fernab von dem , was ich sonst lese, denn Krimis (egal ob literarisch oder nicht) gehören eigentlich nicht in mein Leserepertoire. Uta Mannion hat mich zum Umdenken gebracht diesbezüglich und ab jetzt sind literarische Kriminalromane auf jeden Fall interessant für mich. Da ich komplett neu bin in dem Game, wäre ich Euch für Empfehlungen dankbar (aber bitte literarisch!), also haut gerne raus, was ich unbedingt lesen sollte in den Kommentaren! (Natürlich steht jetzt Una Mannions Debüt „Licht zwischen den Bäumen“ auf meiner Wunschliste ganz oben).
Ich habe lange gebraucht, dieses Buch zu beenden, da ich es nur etappenweise lesen konnte. Zu sehr hat mir der Inhalt zugesetzt, zu sehr habe ich Nessas Verzweiflung gespürt und die Wut darüber, dass wieder einmal ein Mann mit seinen grausamen Taten gegenüber der eigenen Frau und Tochter davon kommen sollte. Die Geschichte erstreckt sich über 14 Jahre und wird sowohl aus Nessas, als auch aus Rubys Sicht erzählt. Zu behaupten, dass das Buch mir gut gefallen hat, fühlt sich vor dem Hintergrund der behandelten Themen falsch an. Ich kann jedoch sagen, dass es mich tief berührt hat und ich die Autorin dafür bewundere, zu diesem sehr schwierigen und emotionalen Thema eine so starke Geschichte verfasst zu haben. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen, um alles in Ruhe zu verarbeiten.
Ein Thriller der nachhallt
Dieser Thriller hat mich tief berührt. Die Figuren und ihre Entwicklungen sind so greifbar und fein gezeichnet, dass ich beim Lesen stark mitgefühlt habe. Besonders Nessa hat mich bewegt: Ich hatte tiefstes Verständnis und großen Respekt vor ihrer Inbrunst und ihrem schier unerschütterlichen Durchhaltevermögen. Gleichzeitig wollte ich sie stellenweise anschreien, sie möge ihr eigenes Leben nicht völlig vernachlässigen. Und doch waren Ruby und Deena eben genau das, ein zentraler Teil dieses Lebens. Umso mehr habe ich um ihre Beziehung zu Ronan getrauert, die leise und schmerzhaft auf der Strecke bleibt. Die Figur des Lucas bleibt bewusst mystisch. Sein Verhältnis zu Clover, aber auch der Blick der anderen Inselbewohner auf ihn, wirft viele Fragen auf, die unbeantwortet bleiben und genau das macht seinen Charakter so eindringlich und unheimlich. Diese Leerstellen wirken nicht wie ein Mangel, sondern wie ein kluger erzählerischer Raum, der nachhallt. Ruby wiederum hat mich auf eine ganz andere Weise überzeugt. Ihre Entwicklung die stetige Abnabelung, das Infragestellen, die bruchstückhaften Erinnerungen, dieses „besser Wissen“ und gleichzeitig der Wunsch, dem Vater zu gefallen ist literarisch extrem stark umgesetzt. Dieser innere Konflikt ist leise, schmerzhaft und erschreckend realistisch. Insgesamt ist Sag mir, was ich bin ein emotional sehr intensives Buch. Traurig, ja aber nicht hoffnungslos. Zwischen all dem Schmerz liegt auch Hoffnung, liegen unterschiedliche Rollen, Bindungen und Möglichkeiten von Wahrheit. Ein literarisch starker, psychologisch feinfühliger Thriller, den ich uneingeschränkt empfehle.
Dieses Buch war für mich ein echtes Highlight. Eine Mutter verschwindet und die vier jährig Tochter bleibt bei ihrem Vater zurück. Dieser verweigert den Kontakt zu jeglichen Familienmitgliedern der Mutter. Was dies mit dem Kind und der Familie anrichtet könnt ihr hier mit all seinem Schrecken erfahren. Eine beklemmende Geschichte einer dysfunktionalen Familie. Ich möchte definitiv mehr von der Autorin lesen!
In „Sag mir was ich bin“ wird die Geschichte einer Schwester erzählt, die nicht aufgibt, ihre verschwundene Nichte Ruby zu suchen und die Wahrheit über das Schicksal ihrer Schwester herauszufinden. Ein herrschsüchtiger Ehemann, der sie langsam aber gezielt von ihrer Familie fernhielt, bis sie sich aus seiner Gewalt befreite, jedoch ihr Leben kostete. Das Buch bzw. die Story ist ganz okay. Vielmehr ist es der Schreibstil, den ich anstrengend fand. Der Sprung zwischen den verschiedenen Perspektiven hat mich sehr verwirrt. Das Zurückblättern zum vorherigen Kapitel, um herauszufinden, ob wir jetzt in der Zeit zurück- oder vorwärtsgehen und dass wörtliche Rede konsequent nicht gekennzeichnet wird, so dass man nicht direkt auf Anhieb wusste, wer was gesagt oder eventuell auch nur gedacht statt gesagt hat, erschwerte das Lesen immens. Insgesamt eine Geschichte, die zu vorhersehbar war. Es gab keine überraschenden Wendungen oder Auflösungen. Fragen wie „Warum das alles überhaupt passiert ist“ blieben leider offen und unbeantwortet. Schade.
Hier kommt ein weiteres Schätzchen aus dem Hause Steidl: SAG MIR WAS ICH BIN Una Mannion Deena Garvey verlässt eines Morgens das Haus ihrer Schwester - doch auf ihrer Arbeit kommt sie nie an. Ihre Schwester Nessa ist überzeugt, dass Deenas Ex-Freund Lucas hinter dem Verschwinden steckt. Zwischen den beiden gab es zuvor immer wieder Konflikte, geprägt von häuslicher Gewalt und Sorgerechtsstreitigkeiten um die gemeinsame Tochter Ruby. Doch trotz intensiver Suche bleibt Deena verschwunden. Nessa zerbricht fast daran, besonders als Lucas mit ihrer Nichte nach Vermont zieht und jeglichen Kontakt unterbindet. In Vermont wächst Ruby in völliger Abgeschiedenheit auf. Mit ihrer Großmutter Clover und ihrem Vater lebt sie an einem abgelegenen See. Schulbesuch wird ihr vom Vater untersagt - stattdessen lehrt er ihr, wie man fischt, Pilze sammelt und jagt. Sie lernt auch schnell, was ihn wütend macht und welche Fragen sie besser vermeidet, um seinen Zorn nicht zu provozieren. Besonders das Thema „Mutter" ist ein absolutes Tabu - nur eine Frage darüber bringt Lucas in Rage. Ein Foto von ihrer Mutter hat Ruby nie gesehen. Nessa gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Ruby auch nach Jahren nicht auf. Sie schickt regelmäßig Briefe nach Vermont, die Lucas jedoch abfängt. Erst als Ruby eines Tages so einen Brief findet, ein Foto ihrer Mutter aus einem dieser Kuverte stiehlt und den Namen ihres Vaters im Internet recherchiert, erfährt sie die erschütternde Wahrheit: Ihre Mutter hat sie nicht einfach nur verlassen - vielmehr ist sie spurlos verschwunden und Rubys Verdacht erhärtet sich, dass ihr Vater ihr nie die volle Wahrheit erzählt - sie sogar vorsätzlich belogen hat. Una Mannion hat mit diesem Roman ein packendes, tiefgründiges Werk geschaffen. Besonders beeindruckend ist der Perspektivwechsel: Verschiedene Figuren erzählen ihre Geschichte aus unterschiedlichen Zeitabschnitten, sodass sich ein immer klareres Bild von Lucas und seiner Tyrannei ergibt. Der Schreibstil ist prägnant und fesselnd. Und obwohl das Buch mit dem Ende beginnt, bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten. Fazit: Ein großartiges Buch, das ihr unbedingt lesen müsst! 5/5

5 ⭐️ Lesehighlight!
Das Buch hat mich ab der ersten Seite gefesselt und wegen seiner wundervoll ausgearbeiteten Atmosphäre und Naturbeschreibungen sehr überrascht. Es ist kein klassischer Thriller, sondern lebt total von dieser unterschwelligen Spannung. Ich fand die Kombination aus emotionaler Familiengeschichte und Spannung extrem gelungen. Ein ganz überraschendes Highlight!
Sternebewertung fiktiv
Una Mannion legt mit „Sag mir, was ich bin“ einen emotional tiefgehenden Krimi vor, der erneut ihre Fähigkeit unter Beweis stellt, Familienbeziehungen und menschliche Abgründe mitreißend zu schildern. Die von Tanja Handels ins Deutsche übersetzte Geschichte nimmt uns mit auf eine Reise durch die zerrütteten Verbindungen zweier ungleicher Schwestern, Deena und Nessa, und die düstere Lebensrealität von Deenas Tochter Ruby. Die Handlung entfaltet sich in Zeitsprüngen, die das Verhältnis der Schwestern und Deenas Ehe mit Lucas beleuchten. Lucas, von Anfang an als toxische Figur beschrieben, prägt Deenas Leben mit psychischer und physischer Gewalt. Seine Tyrannei isoliert sie nicht nur von ihrer Familie, sondern lässt sie schließlich auch spurlos verschwinden – ein Ereignis, das die Erzählung in Gang setzt. Besonders eindrucksvoll ist Mannions Darstellung der Dynamik zwischen Täter und Opfer sowie der vergeblichen Versuche von Deenas Familie, sie aus der Gewaltspirale zu befreien. Ein weiterer Fokus des Romans liegt auf Ruby, die nach Deenas Verschwinden von ihrem Vater Lucas in ein isoliertes Leben gezwungen wird. Ihre Perspektive bringt zusätzliche Tiefe in die Geschichte, denn Mannion schildert eindringlich die inneren Konflikte eines Kindes, das unter der Kontrolle eines übermächtigen Elternteils steht. Durch den Wechsel der Perspektiven gelingt es der Autorin, die Spannung zu steigern und den Leser immer wieder an neuen Wendungen und Verdächtigungen teilhaben zu lassen. Der Schreibstil ist prägnant und atmosphärisch dicht, was die emotionale Wirkung der Geschichte noch verstärkt. Wie schon in ihrem vorherigen Roman versteht Mannion es, Misstrauen und Spannung zu säen, während sie zugleich tief in die Strukturen und Abgründe familiärer Beziehungen eintaucht. Die Themen häusliche Gewalt, Isolation und familiärer Zusammenhalt werden mit großer Sensibilität und psychologischem Feingefühl behandelt. Eine klare Empfehlung für Fans von psychologisch tiefgründigen Familiengeschichten.
»Sag mir, was ich bin« ist eine aufwühlende Familiengeschichte über die zersetzende Wirkung von Narzissmus und die stille Widerstandskraft tiefer Verbundenheit. Die Autorin hat gute Ausdrucksformen auch für unterschwellige Dynamiken und aufgeladene Interaktionen gefunden. Entstanden ist eine authentische, schonungslose Erzählung, die ohne Effekthascherei auskommt.
"Der Mensch, der die größte Gefahr für mich war, war immer auch der Einzige, von dem ich glaubte, dass ich bei ihm sicher bin.“
„Sag mir, was ich bin“ hat mich mit seiner ruhigen, poetischen Sprache sofort eingesogen. Die Naturbeschreibungen sind so intensiv und atmosphärisch, dass man förmlich das Moos riecht, den Wind spürt, das Flüstern der Bäume hört. Zwischen all dem Schönen entfaltet sich eine Geschichte, die tief unter die Haut geht. Ein leiser, literarischer Kriminalroman, der viel mehr erzählt als bloß einen Fall. Er kratzt an Identität, Erinnerung und Manipulation auf eine stille, fast unheimliche Weise. Was mich besonders wütend gemacht hat: wie subtil Wahrheiten verdreht werden können. Wie leicht es ist, jemanden zu beeinflussen, wenn Vertrauen missbraucht wird. Die Dynamik hat mich wütend, traurig und fassungslos gemacht – aber nie sensationsgierig. Das Buch hat mich stark an Der Gesang der Flusskrebse erinnert – nicht im Plot, sondern im Gefühl. Diese Mischung aus Natur, innerem Aufbegehren und dem langsamen Erkennen dessen, was eigentlich los ist. Ein stiller Sturm. Und ein Roman, der nachhallt.

Wo fange ich denn nur an. Das Buch und ich hatten so unsere Schwierigkeiten. Ich bin mit einer ganz anderen Erwartungshaltung gestartet. Ich wurde auf youtube aufmerksam auf dieses Buch und dachte bei der Vorstellung es handelt sich um einen Thriller. Falsch gedacht. Somit habe ich eine lange Zeit auf die "Spannung" gewartet,die aber nicht kam. Somit bin ich noch mal auf Erkundung gegangen und konnte mit dem richtigen Ansatz weiter lesen. Es geht um einen besitzergreiifenden Mann und Vater,der zudem auch noch gewaltätig ist. Die Geschehnisse werden aus zwei Sichten erzählt. Nachdem Deena verschwunden ist ,begleiten wir ca 14 Jahre ihre Schwester Nessa und ihre Tochter Ruby. Es war bedrückend zu erleben,was der Verlust der Schwester mit Nessa gemacht hat,wie sie ihr eigenes Leben vereloren hat. Es war schwer zu ertragen,dass sie immer wieder vor Mauern lief. Eine ganze Zeit schien das Leben von Ruby eigentlich ganz in Ordnung,sofern man Homeschooling mag. Ich weiß einfach nicht,wie ich da Buch einordnen soll. Es verfolgt mich und ich denke immer wieder drüber nach .Ess hat mich aber auch viel Nerven gekostet und da ich gerade aus einer Leseflaute ausgebrochen bin, hat mich dieses Buch fast wieder in eine gezogen. wer dieses Buch liest sollte mit Gewalt,Unterdrückung,Dominanz etc umgehen können.

Was für ein großartiges Buch!
Hier stimmt einfach alles, sowohl der handschmeichelnde Leineneinband mit wunderschönem Cover als auch der Inhalt, die Sprache, der Erzählstil, dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen! Hauptprotagonistin ist Ruby, die bei ihrem Vater Lucas und ihrer Großmutter Clover aufgewachsen ist, in einem sehr „behütetem“ Umfeld. Und dann gibt es noch Rubys Tante Nessa. Die Kapitel wechseln zwischen zwei Zeitebenen und werden mal aus Rubys und mal aus Nessas Sicht erzählt. Von Anfang an hängt eine melancholische Stimmung über dem Buch, denn Rubys Mutter Deena ist spurlos verschwunden, als Ruby 3 1/2 Jahre alt ist. Je mehr wir über Ruby und ihren Vater Lucas erfahren, desto mehr baut sich die Spannung auf - das Deena etwas passiert sein muss wird recht schnell klar, aber was genau? Dieses Buch hat zurecht bereits einen Preis als bester Kriminalroman des Jahres 2024 gewonnen, klare Leseempfehlung auch von mir, aber mit dem Hinweis, dass häusliche Gewalt darin vorkommt. Ich möchte jetzt auf jeden Fall den Debütroman ‚Licht zwischen den Bäumen‘ von Una Mannion lesen!
Ein spannendes Buch - packend bis zum Ende mit einem tollen Cover! Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden von Deena, Rubys Mutter, im Februar 2004 und springt zu Ruby in 2018. Abwechselnd begleiten wir Nessa, Deenas ältere Schwester, um ihre Geschichte im Rückblick zu erfahren oder Ruby und begleiten sie in der Gegenwart. Stück für Stück erfahren wir immer mehr, fühlen mit Nessa und Ruby mit. Zur Geschichte: Fünfeinhalb Jahre vor ihrem Verschwinden hat Deena auf einer Halloween Party Lucas kennengelernt. Drei Wochen später ist sie zu ihm gezogen. Im Januar 2000 wird ihre gemeinsame Tochter Ruby geboren. Deenas Freundin Molly und Nessa machen sich Sorgen um Deena, die sich unter dem Einfluß von Lucas immer mehr verändert. Es kommt zu häuslicher Gewalt und mit Hilfe von Nessa und ihrem Bruder Joey schafft Deena es, Lucas zu verlassen. Kurz danach verschwindet Deena. Ruby ist gerade vier Jahre alt geworden. Lucas bringt Ruby von Philadelphia und ihrer Familie mütterlicherseits weg zu seiner Mutter Clover in Vermont und untersagt Nessa jeglichen Kontakt. Ruby kann sich an ihre Mutter nicht erinnern und bekommt von ihrem Vater gesagt, dass ihre Mutter sie verlassen hat als sie zwei war, dass ihre Mutter verkorkst ist und den Verstand verloren hat. Ruby weiß, dass ihre Familie irgendwie seltsam ist. Sie kommt sich vor wie ein Nichts. Ein Nichts bis auf das, was ihr erzählt wurde. Sie hat gelernt zu überlegen, was sie sagt, damit Lucas nicht wütend wird. Ab und an treffen Päckchen mit gelben Briefumschlägen ein, die ihr Vater ihr vorenthält. Aber ein Brief erreicht sie, darin ein Foto mit Deena und Ruby im Januar 2004. Heimlich loggt sie sich ins Internet ein. Bei der Suche im Internet erfährt Ruby, dass ihre Mutter vermisst wird, es häusliche Gewalt und Sorgerechtsstreitigkeiten gegeben hat. Das Buch bleibt spannend bis zum Ende. Ganz vorsichtig wird hier eine harte Geschichte erzählt. Mir hat der Schreibstil von Una Mannion sehr gefallen.
Sehr tiefgründige Geschichte über Manipulation, Kontrolle und starkem Willen nach Gerechtigkeit. Ich hatte ab und an das Bedürfnis das Buch abzubrechen, da es sich an manchen Stellen sehr zog. Im laufe der Geschichte habe ich jedoch gemerkt, dass all dies wichtig ist um die Protagonisten zu 100% nachzuvollziehen. Schreibstil war für mich neu und anfangs kompliziert, man hat sich aber schnell daran gewöhnt.
Fesselnd und bewegend
Das Buch beschreibt eine Geschichte die so leider tausendfach geschieht. Männer die ihre Partnerinnen manipulieren und psychische sowie physische Gewalt ausüben. Es ist hier sehr schön aus der Sicht von starken Frauen beschrieben. Faszinierend wie Ruby nach und nach erkennt was mit ihr passiert und das ganze durchschaut. Sehr fesselnd und von einer psychologischen Tiefe, die einen mitreißt. Toll!


































