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Crime

Ruf der Leere

3.6(42)
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About the book

Seit Wochen fiebert Felix dem Wochenende mit Ben und Laura in der Waldhütte entgegen und ist nicht begeistert, dass seine Freunde ungebeten weitere Gäste mitbringen. Die Stimmung ist spürbar angespannt. Als ein alter Mann vor der Tür steht und die Gruppe auffordert, bis zum Abend eine Person auszuwählen, die es verdient, weiterzuleben, während alle anderen sterben, gerät die Gruppendynamik aus den Fugen und offenbart, wer sich am Ende selbst der Nächste ist.

Während sich die Situation im Wald immer weiter zuspitzt, beginnt Felix‘ Vater sich um seinen Sohn zu sorgen. Sie haben kein besonders inniges Verhältnis zueinander, doch Felix‘ plötzliches Verschwinden bewegt ihn dazu, sich mit dessen Leben auseinanderzusetzen. Dabei eröffnet sich ihm ein Bild, das ihn zutiefst beunruhigt.

Schonungslos schreibt »Hundswut«-Autor Daniel Alvarenga über menschliche Abgründe und die Grenzen der Moral

ISBN9783365011386
PublisherHarperCollins Taschenbuch
Publication Date12/23/25
Pages384

Characteristics

2 reviews

VariableUnusualExcitingDisturbingThoughtfulSimple

Reviews & Ratings

42 ratings

17 reviews

3.6

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  • kathisol
    kathisol

    258 Followers

    4.0

    Wer verdient es, zu überleben?

    Felix plant ein Wochenende zu dritt in einer Waldhütte, um die Rückkehr seines besten Freundes aus Australien zu feiern und um sich Laura wieder anzunähern. Doch die beiden bringen weitere, ungebetene Gäste mit und die Stimmung ist sowieso schon angespannt, als plötzlich ein fremder Mann in der Hütte erscheint. Er verkündet, dass nur eine Person die Nacht überleben wird und sie entscheiden sollen, wer von ihnen es am meisten verdient, weiterzuleben. Wir lernen in dieser Geschichte die verschiedensten Charaktere kennen und obwohl sich die sieben Leute, die in der Waldhütte zusammenkommen, nicht alle kennen, sind sie untereinander doch verbandelter als gedacht. Zudem hüten alle ihre eigenen Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Erzählt wird größtenteils aus Felix' und Lauras Sicht, doch zwischendurch gibt es auch immer wieder Kapitel aus der Sicht der anderen. Auch Felix' Vater, der nicht in der Waldhütte ist, sich aber zunehmend Sorgen macht, kommt zu Wort. Die Geschichte wird abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt, sodass die einzelnen Stränge erst mit der Zeit zusammenfinden und Sinn ergeben. Dadurch erhält die Geschichte eine durchgehende Grundspannung, denn ich wollte natürlich wissen, wie alles zusammenhängt und letztendlich zu den Ereignissen in der Hütte führt. Vor allem die Frage, was es mit dem Mann in der Hütte auf sich hat, der den Tod aller bis auf eine Person ankündigt, hielt mich in Atem, denn es bestand jederzeit die Möglichkeit, dass die Situation komplett eskaliert. Das Ende war mir dann zu schnell abgehandelt. Zudem war es sehr offen, was viel Raum für eigene Interpretationen lässt. Eigentlich mag ich es lieber, wenn ein Ende nicht so offen ist, andererseits hat es aber zum Buch gepasst und außerdem dazu geführt, dass ich mich dadurch gedanklich danach noch viel mit möglichen Theorien dazu beschäftigt habe. Nach dem Klappentext muss ich aber auch sagen, dass ich etwas anderes erwartet habe. Ich dachte, es geht mehr um moralische Fragen und darum, ob und warum das Leben einiger Menschen wertvoller als das von anderen sein könnte. Das Buch liefert zwar viele interessante Einblicke in die Psyche der verschiedenen Charaktere, aber die Themen bleiben dann doch oft eher oberflächlich und werden nicht tiefergehend debattiert. Alles in allem hat mich das Buch trotz der Kritikpunkte aber überzeugt. Die Geschichte hatte einen gewissen Sog und ich wollte immer weiterlesen, um mehr zu erfahren.

    Dec 24, 2025

  • freakyvrou
    freakyvrou

    69 Followers

    3.0

    Ist nicht das, was hinten draufsteht, aber lesenswert!

    Ich dachte, das Buch beinhaltet eine riesige Diskussion abseits der Moral, in der die Personen darüber diskutieren, wer es am meisten wert wäre, weiterzuleben. Die von mir erhoffte Diskussion, während der lang zurückgehaltene Gedanken ausgesprochen und zwischenmenschliche Beziehungen zerstört werden, kam nie. Stattdessen ist dieses Buch eigentlich ein geschickt konstruiertes Studentendrama mit Freundschaft und Liebe und Sex und einem hinterfotzigen Manipulator. Es war sehr lesenswert und hat mir auch großen Spaß gemacht, aber es ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Und am Ende stand ich auch quasi mit nichts da. Nichts wird aufgelöst. Ich kapier Nix mehr…

    Feb 18, 2026

  • litera.lina
    litera.lina

    200 Followers

    4.0

    „Ruf der Leere“ zwingt seine Leser*innen, Position zu beziehen, und entlarvt dabei, wie fragil unsere moralischen Überzeugungen eigentlich sind. Alvarenga verhandelt Ethik nicht theoretisch, sondern situativ: unter Angst, Gruppendruck und dem stetigen Drang zur Selbstrechtfertigung. Moral erscheint hier nicht als etwas Edles oder Stabiles, sondern als etwas zutiefst Menschliches – widersprüchlich, egozentrisch, verhandelbar. Besonders eindrücklich ist, wie schnell Solidarität zur Strategie wird und Empathie dort endet, wo das eigene Überleben beginnt. Literaturwissenschaftlich spannend ist die konsequente Arbeit mit Ambivalenz. Die Figuren lassen sich nicht eindeutig lesen, nicht lieben, nicht verurteilen. Genau dadurch zwingt der Text zur Selbstbefragung: Was würde ich tun? Und noch unbequemer: Warum eigentlich? Aus feministischer Perspektive möchte ich besonders betonen, wie präzise weibliche Lebensrealitäten beschrieben werden. Ohne Reduktion, ohne Klischees, ohne narrative Instrumentalisierung. Dass ein männlicher Autor diese Perspektiven so ernsthaft, klar und respektvoll ausarbeitet, hat mich überrascht und ehrlich beeindruckt. Für mich war „Ruf der Leere“ ein absolutes Mindgame: intellektuell fordernd, moralisch verstörend, literarisch klug.

    Jan 31, 2026

3 of 17 reviews

SocialReads

Page-based comments

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akashacookie
akashacookieJan 14, 2026

Also erst ist es ein Pflichtseminar und dann werden nur 10 (bereits vorab ausgewählt) zugeteilt? 👀 Ich würde mich direkt exmatrikulieren hahaha

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Author

About Daniel Alvarenga

Daniel Alvarenga wurde 1986 in Berlin geboren, wuchs aber in Bayern auf, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt.Seine Leidenschaft fürs Schreiben hat er schon zu Schulzeiten entdeckt, diese hat sich bis zu seinem Debütroman Hundswut aber vor allem auf das Verfassen und Verfilmen von Drehbüchern konzentriert.

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