Ruf der Leere
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Description
Seit Wochen fiebert Felix dem Wochenende mit Ben und Laura in der Waldhütte entgegen und ist nicht begeistert, dass seine Freunde ungebeten weitere Gäste mitbringen. Die Stimmung ist spürbar angespannt. Als ein alter Mann vor der Tür steht und die Gruppe auffordert, bis zum Abend eine Person auszuwählen, die es verdient, weiterzuleben, während alle anderen sterben, gerät die Gruppendynamik aus den Fugen und offenbart, wer sich am Ende selbst der Nächste ist.
Während sich die Situation im Wald immer weiter zuspitzt, beginnt Felix‘ Vater sich um seinen Sohn zu sorgen. Sie haben kein besonders inniges Verhältnis zueinander, doch Felix‘ plötzliches Verschwinden bewegt ihn dazu, sich mit dessen Leben auseinanderzusetzen. Dabei eröffnet sich ihm ein Bild, das ihn zutiefst beunruhigt.
Schonungslos schreibt »Hundswut«-Autor Daniel Alvarenga über menschliche Abgründe und die Grenzen der Moral
Book Information
Author Description
Daniel Alvarenga wurde 1986 in Berlin geboren, wuchs aber in Bayern auf, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt.Seine Leidenschaft fürs Schreiben hat er schon zu Schulzeiten entdeckt, diese hat sich bis zu seinem Debütroman Hundswut aber vor allem auf das Verfassen und Verfilmen von Drehbüchern konzentriert.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Wer verdient es, zu überleben?
Felix plant ein Wochenende zu dritt in einer Waldhütte, um die Rückkehr seines besten Freundes aus Australien zu feiern und um sich Laura wieder anzunähern. Doch die beiden bringen weitere, ungebetene Gäste mit und die Stimmung ist sowieso schon angespannt, als plötzlich ein fremder Mann in der Hütte erscheint. Er verkündet, dass nur eine Person die Nacht überleben wird und sie entscheiden sollen, wer von ihnen es am meisten verdient, weiterzuleben. Wir lernen in dieser Geschichte die verschiedensten Charaktere kennen und obwohl sich die sieben Leute, die in der Waldhütte zusammenkommen, nicht alle kennen, sind sie untereinander doch verbandelter als gedacht. Zudem hüten alle ihre eigenen Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Erzählt wird größtenteils aus Felix' und Lauras Sicht, doch zwischendurch gibt es auch immer wieder Kapitel aus der Sicht der anderen. Auch Felix' Vater, der nicht in der Waldhütte ist, sich aber zunehmend Sorgen macht, kommt zu Wort. Die Geschichte wird abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt, sodass die einzelnen Stränge erst mit der Zeit zusammenfinden und Sinn ergeben. Dadurch erhält die Geschichte eine durchgehende Grundspannung, denn ich wollte natürlich wissen, wie alles zusammenhängt und letztendlich zu den Ereignissen in der Hütte führt. Vor allem die Frage, was es mit dem Mann in der Hütte auf sich hat, der den Tod aller bis auf eine Person ankündigt, hielt mich in Atem, denn es bestand jederzeit die Möglichkeit, dass die Situation komplett eskaliert. Das Ende war mir dann zu schnell abgehandelt. Zudem war es sehr offen, was viel Raum für eigene Interpretationen lässt. Eigentlich mag ich es lieber, wenn ein Ende nicht so offen ist, andererseits hat es aber zum Buch gepasst und außerdem dazu geführt, dass ich mich dadurch gedanklich danach noch viel mit möglichen Theorien dazu beschäftigt habe. Nach dem Klappentext muss ich aber auch sagen, dass ich etwas anderes erwartet habe. Ich dachte, es geht mehr um moralische Fragen und darum, ob und warum das Leben einiger Menschen wertvoller als das von anderen sein könnte. Das Buch liefert zwar viele interessante Einblicke in die Psyche der verschiedenen Charaktere, aber die Themen bleiben dann doch oft eher oberflächlich und werden nicht tiefergehend debattiert. Alles in allem hat mich das Buch trotz der Kritikpunkte aber überzeugt. Die Geschichte hatte einen gewissen Sog und ich wollte immer weiterlesen, um mehr zu erfahren.
Ist nicht das, was hinten draufsteht, aber lesenswert!
Ich dachte, das Buch beinhaltet eine riesige Diskussion abseits der Moral, in der die Personen darüber diskutieren, wer es am meisten wert wäre, weiterzuleben. Die von mir erhoffte Diskussion, während der lang zurückgehaltene Gedanken ausgesprochen und zwischenmenschliche Beziehungen zerstört werden, kam nie. Stattdessen ist dieses Buch eigentlich ein geschickt konstruiertes Studentendrama mit Freundschaft und Liebe und Sex und einem hinterfotzigen Manipulator. Es war sehr lesenswert und hat mir auch großen Spaß gemacht, aber es ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Und am Ende stand ich auch quasi mit nichts da. Nichts wird aufgelöst. Ich kapier Nix mehr…
„Ruf der Leere“ zwingt seine Leser*innen, Position zu beziehen, und entlarvt dabei, wie fragil unsere moralischen Überzeugungen eigentlich sind. Alvarenga verhandelt Ethik nicht theoretisch, sondern situativ: unter Angst, Gruppendruck und dem stetigen Drang zur Selbstrechtfertigung. Moral erscheint hier nicht als etwas Edles oder Stabiles, sondern als etwas zutiefst Menschliches – widersprüchlich, egozentrisch, verhandelbar. Besonders eindrücklich ist, wie schnell Solidarität zur Strategie wird und Empathie dort endet, wo das eigene Überleben beginnt. Literaturwissenschaftlich spannend ist die konsequente Arbeit mit Ambivalenz. Die Figuren lassen sich nicht eindeutig lesen, nicht lieben, nicht verurteilen. Genau dadurch zwingt der Text zur Selbstbefragung: Was würde ich tun? Und noch unbequemer: Warum eigentlich? Aus feministischer Perspektive möchte ich besonders betonen, wie präzise weibliche Lebensrealitäten beschrieben werden. Ohne Reduktion, ohne Klischees, ohne narrative Instrumentalisierung. Dass ein männlicher Autor diese Perspektiven so ernsthaft, klar und respektvoll ausarbeitet, hat mich überrascht und ehrlich beeindruckt. Für mich war „Ruf der Leere“ ein absolutes Mindgame: intellektuell fordernd, moralisch verstörend, literarisch klug.
Wenn Moral im Wald verloren geht
Wochenendhütte, Freundesgruppe, unterschwellige Spannungen – der perfekte Ort, um alles eskalieren zu lassen. Ruf der Leere schmeißt den Leser ohne Vorwarnung in eine Situation, die sich anfühlt wie ein schlechter Traum, aus dem man nicht aufwacht. Die Prämisse ist brutal einfach und genau deshalb so wirkungsvoll: Einer darf leben, alle anderen nicht. Entscheidet euch. Was dabei passiert, ist kein klassischer Thriller mit Schockeffekten, sondern ein psychologischer Abstieg. Gespräche kippen, Blicke werden schwer, Loyalität bekommt plötzlich einen Preis. Jede Figur trägt ihr eigenes Päckchen, und es dauert nicht lange, bis klar wird, dass Moral ein ziemlich dehnbarer Begriff ist, wenn es um das eigene Überleben geht. Manche Szenen treffen unangenehm genau, weil sie so erschreckend menschlich sind. Parallel dazu läuft die Perspektive des Vaters, der merkt, dass sein Sohn verschwunden ist. Diese zweite Ebene bringt Luft zum Atmen – und gleichzeitig neue Beklemmung. Die distanzierte Vater-Sohn-Beziehung, die langsam seziert wird, verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und sorgt dafür, dass das Grauen nicht nur im Wald stattfindet, sondern auch im Inneren. Daniel Alvarenga schreibt schonungslos, aber nie effekthascherisch. Kein Blutbad um des Blutbads willen, sondern psychischer Druck, der Seite für Seite wächst. Kleine Beobachtungen, unausgesprochene Gedanken und diese fiese Stille zwischen den Dialogen machen das Buch so intensiv. Hundswut-Fans erkennen die Handschrift sofort, Neulinge werden merken: Das hier ist nichts für nebenbei. Am Ende bleibt ein flaues Gefühl im Magen und die leise Frage, die man sich lieber nicht ehrlich beantwortet: Wen würde man selbst auswählen – und warum?

Wir lernen eine Clique kennen, die ein Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte verbringt. Doch eine Herausforderung trifft die Gruppe hart. Ein Fremder zwingt sie, eine Person auszuwählen die überleben darf, aber die anderen müssen alle sterben. Das Spiel beginnt! Durchgehend ist eine unterschwellige Spannung spürbar und es die Atmosphäre ist düster und bedrohlich. Zwischendurch hat es mich an Saw erinnert, was mich aber gar nicht weiter gestört hat. Im Gegenteil. Die Extremsituation ist deutlich spürbar und der Mix aus Egoismus und Moral hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind auch super ausgearbeitet, auch wenn keine einzige davon sympathisch ist. Was mir nicht so gut gefallen hat war der Schreibstil, der für mich ein bisschen altbacken rüber kam. Die Wendungen waren auch nicht sonderlich überraschend. Und das Ende oder die Auflösung hat mich nicht überzeugt. Für mich war das Ende nicht befriedigend und ich habe noch Fragezeichen im Kopf. Fazit: Ein psychologischer und unterhaltsamer Thriller, der trotz einigen Schwächen glänzt. 3,5/5

Die Thematik des Klappentextes hat mich enorm angesprochen. Eine Gruppe von Freunden feiert in einer abgelegenen Waldhütte die Rückkehr eines Freundes. Bis am Abend ein mysteriöser, alter Mann auftaucht. Er sagt, er sei der Tod. Und sie müssten sich für eine Person entscheiden, die den Abend überleben dürfte. Alle anderen müssten sterben. Ein Buch über Moral und Ethik. Wie fällen wir Menschen Entscheidungen? Welches Leben ist mehr wert als das andere, und warum? Das hat mich an den ein oder anderen Stellen wirklich zum Nachdenken angeregt. Es werden viele Vergleiche und Beispiele angeführt, die mir vor Augen führten, weshalb sich in manchen Momenten vielleicht so verhalten wird. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir erst nicht so leicht, was aber überhaupt nicht mit dem Schreibstil zusammenhängt. Denn dieser war von Beginn an sehr anschaulich gehalten. Es wird in Rückblenden und in der Gegenwart geschrieben. Die Rückblenden starteten größtenteils aus einer Universität heraus. Das hat mich erst nicht so gefesselt, aber dafür später umso mehr. Denn alles was gegen Ende ans Licht kommt, geht mit dem Anfang einher. Der Autor beschreibt die Entscheidungen der jeweiligen Personen sehr glaubhaft und überzeugend. Der Hauptcharakter Felix wirkte auf mich die ganze Zeit überheblich und von sich selbst sehr überzeugt. Aber auch sein Verhalten lässt sich im Laufe des Buches erklären. Ob es nachvollziehbar ist, dass darf jeder für sich selbst entscheiden. Für mich war es ein sehr besonderes Buch, welches ich auch als einen Spannungsroman betiteln würde. Denn es war nahezu auf jeder Seite spannend. Spätestens ab der Hälfte war ich im Sog und konnte nicht mehr aufhören. Die Charaktere blieben erst blass, bekamen aber mit der Zeit sehr viel Farbe. Ich mag es sehr, wie ausdrucksstark der Autor schreibt. Ich denke, dass bleibt nicht mein einziges Buch von ihm. Eine gelungene Überraschung und eine Empfehlung meinerseits!

Unentschlossen 😅
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und mir dafür unvernünftigerweise eine kleine Nachtschicht eingelegt. Es hat mich schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Mein Tipp: Lest besser nicht den Klappentext. Er macht zwar neugierig, verrät aber meiner Meinung nach schon zu viel. Der Roman stellt viele ethische Fragen, mit denen man sich während des Lesens immer wieder auseinandersetzen muss. Genau das mag ich sehr, weil die Geschichte dadurch lange nachhallt. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart treffen sich Freunde in einer abgelegenen Hütte, feiern eine Party, bis eine weitere Person auftaucht… Dazwischen stehen Kapitel aus der Vergangenheit, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt sind. Nach und nach setzt sich das Bild zusammen. Man erfährt die Geschichten der einzelnen Figuren, versteht die Dynamiken innerhalb der Freundesgruppe und erkennt, warum die Ereignisse in der Hütte ihren Lauf nehmen. Dieser Aufbau hat mir sehr gefallen, weil er einen unglaublichen Sog erzeugt und Zusammenhänge langsam freilegt. Ab einem bestimmten Punkt wird die Handlung sehr abgefahren, und ich war mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Der große Plot Twist hat mich eher zwiegespalten zurückgelassen. Das Ende hingegen fand ich wieder richtig gelungen und stimmig, es hat für mich vieles aufgefangen.

Ungewöhnliche Geschichte — aber auch ein ungewöhnliches Ende
Ich konnte das Buch ehrlich gesagt kaum aus der Hand legen, so sehr hat es mich reingezogen. Durch verschiedene Charaktere und Zeitsprünge entsteht eine Geschichte mit Sogwirkung – rund um einen unzuverlässigen Erzähler. Was das Ende angeht, bin ich mir allerdings echt noch nicht sicher, was bin davon halten soll…
Eine Gruppe Jugendlicher trifft sich in einer Waldhütte zum Feiern – und Unvorhergesehenes nimmt seinen Lauf. So vertraut und unspektakulär dieser Ausgangspunkt zunächst erscheinen mag, so außergewöhnlich entfaltet sich die Geschichte. Dem Autor gelingt es, wie bereits in „Hundwut“, eine dichte Atmosphäre aus Spannung und unterschwelligem Unbehagen zu erzeugen. Nach und nach setzt sich ein Gesamtbild zusammen, das sich jedoch bis zum Schluss nicht vollständig entschlüsseln lässt. Dabei werden auch ethische und moralische Fragen auf eindringliche Weise berührt. Von Beginn an ungewöhnlich und fesselnd – durchaus empfehlenswert!
Für mich kein Pageturner
Entweder ist gerade nicht die richtige Atmosphäre für dieses Buch oder aber es ist was anderes. Ab dem Wald Setting bin ich irgendwie gelangweilt abgebogen. Mir ist es zu Uni-lastig mit den vielen Moral-Fragen und zu langatmig, bis da mal wirklich was passiert ist. Und dann habe ich auch leider immer die Namen verwechselt von Ben und Bill. Alles in allem ein sehr anstrengendes lesen, was ich so auf die Leseprobe nicht erwartet habe. Man muss jedenfalls sehr konzentriert lesen und sich den Moral- und Ethik Fragen auch stellen, sonst macht dieses Buch wenig Sinn. Die Clique in der Hütte ist ein mehr oder weniger zufällig zusammen gewürfelter Trupp junger Menschen, die dann vor einer moralischen Existenz Frage gestellt wird, die die 2 Medizin Studenten in der Uni schon gehört haben. Aber wie ist das jetzt, wenn man nicht im Hörsaal sitzt, sondern auf einer Hütte ohne Strom, Handy und von der Außenwelt ziemlich abgeschnitten in Gefahr schwebt - oder etwa nicht und zu dem noch teils auf den unterschiedlichsten Gründen von sich selbst oder von den anderen genervt ist? Guter Plot eigentlich, aber dann etwas platt zum Ende hin. Und wie schon gesagt, die beiden Namen ständig verwechselt und verwirrt gewesen. Der Titel und der Klappentext haben mich angefixt, die Probe war gut, aber dann hat es für mich als Burner leider nicht gereicht, da einiges einfach in die Länge gezogen wurde und am Ende hat’s dann irgendwie für ein Wow nicht gereicht. Das Ende ist relativ offen und vermutlich soll das auch so sein, das ist ja Titel gegeben, aber auch die Beziehung von Vater und Sohn ist ja am Ende ungeklärt. Es ist ein Spiel zwischen Moral und philosophischen Elementen und der Leser soll mitdenken und vielleicht ist so das offene Ende zu erklären. Jedenfalls war das für mich kein Buch für über die Feiertage und zwischen den Jahren und erklärt vielleicht auch meine bescheidene Rezension. Eigentlich schade. Die Thematik ist interessant.
Daniel Alvarenga mausert sich für mich zu einem No Brainer – ich lese seine Bücher auf jeden Fall
Das Buch entwickelt eine ungeheure Sogwirkung. Obwohl mir die Figuren leider großteils egal waren, werden nach und nach die Motivationen für das jeweilige Handeln offengelegt. Das dauert meiner Meinung nach etwas zu lange, wodurch die Endsequenz nicht ganz die gewünschte Wucht erhält. Trotzdem hat mich der Inhalt des Buches zum Nachdenken gebracht, bei mir die richtigen Knöpfe gedrückt und das Ende ist wirklich großartig
Ruf der Leere hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte entwickelt eine starke Sogwirkung und liest sich wie ein echter Pageturner – eines dieser Bücher, bei denen man immer nur noch „ein Kapitel“ lesen will und plötzlich ist es mitten in der Nacht. Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und klar, wodurch man mühelos durch die Seiten gleitet, selbst wenn die Themen schwerer werden. Besonders spannend fand ich, dass es keine einzige wirklich sympathische Figur gibt. Normalerweise ist das etwas, das mich stören könnte, hier hat es aber erstaunlich gut funktioniert. Die Charaktere sind roh, ambivalent und oft moralisch fragwürdig – genau das verleiht der Geschichte eine unangenehme, aber faszinierende Ehrlichkeit. Inhaltlich greift das Buch sehr interessante und düstere Themen auf, die zum Nachdenken anregen und sich nicht einfach abhaken lassen. Immer wieder gab es Plottwists, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe, wodurch die Spannung konstant hoch blieb. Das Ende war schließlich komplett mindblowing – ich war ehrlich baff und musste das Buch erst einmal sacken lassen. Warum „nur“ vier Sterne? Weil die Geschichte mich zwar vollkommen mitgerissen hat, ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Raum für Tiefe oder Nachwirkung gewünscht hätte. Trotzdem ist Ruf der Leere ein intensiver, clever konstruierter Thriller, der überrascht, verstört und lange im Kopf bleibt.
Ein beklemmender Blick in die Abgründe der Moral, der lange nachhallt – spannend, aber mit erzählerischen Schwächen.
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga entführt den Leser in eine abgelegene Waldhütte, wo das scheinbar harmlose Wochenende einer Freundesgruppe zur tödlichen Herausforderung wird. Als ein mysteriöser Fremder die Gruppe zwingt, bis zum Abend eine einzige Person auszuwählen, die weiterleben darf, während alle anderen sterben sollen, entbrennt ein psychologisches Spiel um Überleben, Egoismus und Schuld. Die Dynamik, wie sich aus vermeintlich vertrauten Beziehungen brutale Entscheidungen entwickeln, ist intensiv und packend geschildert. Besonders überzeugend ist die Art, wie Alvarenga die inneren Konflikte seiner Figuren offenlegt und den Leser mit konfrontiert, wie dünn der Deckmantel von Moral oft ist. Der Roman lebt von dieser dichten, düsteren Atmosphäre und der stetigen Bedrohung, die nicht nur von außen kommt, sondern vor allem aus dem Inneren der Figuren selbst. Die Andeutungen, dass moralische Grenzen fließend sind und Menschen in Extremsituationen erschreckend egoistisch werden können, sind eindringlich und nachdenklich stimmend. Allerdings schwankt das Pacing gelegentlich, und nicht alle Wendungen überraschen wirklich. Der Stil ist stellenweise etwas altbacken, und einige Figuren bleiben recht oberflächlich, was die emotionale Bindung erschwert. Auch wenn der philosophische Kern stark ist, bleibt der Plot in seinem Aufbau hinter dem Potenzial zurück. Trotz dieser Kritikpunkte bietet Ruf der Leere ein intensives Leseerlebnis mit Tiefgang für Fans psychologischer Thriller.
Der Ruf der Leere hat mir wieder richtig gut gefallen, wenn es auch kein Highlight wie Hundswut war. Die Geschichte ist wieder total fesselnd und ich habe jede Seite verschlungen. Leider kam für mich das Ende dann etwas zu abrupt und ich hätte gerne noch ein paar Erklärungen gehabt. Auch wenn ich weiß, dass das vermutlich genau so sein sollte, ließ mich der Schluss etwas ratlos zurück. Alles in allem jedoch wieder ein toller, fesselnder Roman von Daniel Alvarenga.
„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga ist ein Buch, das mich insgesamt sehr überzeugt hat und noch eine ganze Weile nach dem Lesen beschäftigt hat. Schon das Cover hat direkt einen positiven ersten Eindruck hinterlassen. Es ist ästhetisch gestaltet, wirkt ruhig und nicht zu aufdringlich und passt sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte. Für mich lädt es zum Lesen ein, ohne zu viel vorwegzunehmen oder sensationsheischend zu wirken. Besonders hervorzuheben sind die Charaktere. Sie wurden meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet, sodass man schnell ein Gefühl dafür bekommt, wie die einzelnen Personen denken, handeln und emotional funktionieren. Die Figuren wirken glaubwürdig und facettenreich, was es leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen oder zumindest ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Jede Person bringt ihre eigene Dynamik in die Geschichte ein, wodurch das Zusammenspiel sehr stimmig wirkt. Auch die Story hat mich überzeugt. Ich habe das Buch sehr schnell gelesen, da die Handlung spannend aufgebaut ist und mich kontinuierlich zum Weiterlesen motiviert hat. Neben der eigentlichen Geschichte haben mir vor allem die philosophischen und psychologischen Aspekte gefallen. Diese verleihen dem Buch eine zusätzliche Tiefe und regen zum Nachdenken an. Es geht nicht nur um das, was passiert, sondern auch um innere Konflikte, Leere, Sinnfragen und psychologische Abgründe, die nachhaltig wirken und nicht sofort wieder vergessen sind. Einen Stern habe ich abgezogen, da mir das Ende zu abrupt erschien. Für meinen Geschmack blieben zu viele Fragen offen und einige Handlungsstränge hätten mehr Raum zur Auflösung bekommen. Das Ende fühlte sich dadurch leicht unvollständig an, auch wenn es möglicherweise bewusst so gewählt wurde. Insgesamt ist „Ruf der Leere“ ein spannendes und tiefgründiges Buch mit starken Charakteren und interessanten Denkanstößen. Trotz kleiner Kritikpunkte vergebe ich 4 von 5 Sternen und kann das Buch definitiv weiterempfehlen, besonders für Leserinnen und Leser, die psychologische und philosophische Themen schätzen.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Seit Wochen fiebert Felix dem Wochenende mit Ben und Laura in der Waldhütte entgegen und ist nicht begeistert, dass seine Freunde ungebeten weitere Gäste mitbringen. Die Stimmung ist spürbar angespannt. Als ein alter Mann vor der Tür steht und die Gruppe auffordert, bis zum Abend eine Person auszuwählen, die es verdient, weiterzuleben, während alle anderen sterben, gerät die Gruppendynamik aus den Fugen und offenbart, wer sich am Ende selbst der Nächste ist.
Während sich die Situation im Wald immer weiter zuspitzt, beginnt Felix‘ Vater sich um seinen Sohn zu sorgen. Sie haben kein besonders inniges Verhältnis zueinander, doch Felix‘ plötzliches Verschwinden bewegt ihn dazu, sich mit dessen Leben auseinanderzusetzen. Dabei eröffnet sich ihm ein Bild, das ihn zutiefst beunruhigt.
Schonungslos schreibt »Hundswut«-Autor Daniel Alvarenga über menschliche Abgründe und die Grenzen der Moral
Book Information
Author Description
Daniel Alvarenga wurde 1986 in Berlin geboren, wuchs aber in Bayern auf, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt.Seine Leidenschaft fürs Schreiben hat er schon zu Schulzeiten entdeckt, diese hat sich bis zu seinem Debütroman Hundswut aber vor allem auf das Verfassen und Verfilmen von Drehbüchern konzentriert.
Posts
Wer verdient es, zu überleben?
Felix plant ein Wochenende zu dritt in einer Waldhütte, um die Rückkehr seines besten Freundes aus Australien zu feiern und um sich Laura wieder anzunähern. Doch die beiden bringen weitere, ungebetene Gäste mit und die Stimmung ist sowieso schon angespannt, als plötzlich ein fremder Mann in der Hütte erscheint. Er verkündet, dass nur eine Person die Nacht überleben wird und sie entscheiden sollen, wer von ihnen es am meisten verdient, weiterzuleben. Wir lernen in dieser Geschichte die verschiedensten Charaktere kennen und obwohl sich die sieben Leute, die in der Waldhütte zusammenkommen, nicht alle kennen, sind sie untereinander doch verbandelter als gedacht. Zudem hüten alle ihre eigenen Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Erzählt wird größtenteils aus Felix' und Lauras Sicht, doch zwischendurch gibt es auch immer wieder Kapitel aus der Sicht der anderen. Auch Felix' Vater, der nicht in der Waldhütte ist, sich aber zunehmend Sorgen macht, kommt zu Wort. Die Geschichte wird abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt, sodass die einzelnen Stränge erst mit der Zeit zusammenfinden und Sinn ergeben. Dadurch erhält die Geschichte eine durchgehende Grundspannung, denn ich wollte natürlich wissen, wie alles zusammenhängt und letztendlich zu den Ereignissen in der Hütte führt. Vor allem die Frage, was es mit dem Mann in der Hütte auf sich hat, der den Tod aller bis auf eine Person ankündigt, hielt mich in Atem, denn es bestand jederzeit die Möglichkeit, dass die Situation komplett eskaliert. Das Ende war mir dann zu schnell abgehandelt. Zudem war es sehr offen, was viel Raum für eigene Interpretationen lässt. Eigentlich mag ich es lieber, wenn ein Ende nicht so offen ist, andererseits hat es aber zum Buch gepasst und außerdem dazu geführt, dass ich mich dadurch gedanklich danach noch viel mit möglichen Theorien dazu beschäftigt habe. Nach dem Klappentext muss ich aber auch sagen, dass ich etwas anderes erwartet habe. Ich dachte, es geht mehr um moralische Fragen und darum, ob und warum das Leben einiger Menschen wertvoller als das von anderen sein könnte. Das Buch liefert zwar viele interessante Einblicke in die Psyche der verschiedenen Charaktere, aber die Themen bleiben dann doch oft eher oberflächlich und werden nicht tiefergehend debattiert. Alles in allem hat mich das Buch trotz der Kritikpunkte aber überzeugt. Die Geschichte hatte einen gewissen Sog und ich wollte immer weiterlesen, um mehr zu erfahren.
Ist nicht das, was hinten draufsteht, aber lesenswert!
Ich dachte, das Buch beinhaltet eine riesige Diskussion abseits der Moral, in der die Personen darüber diskutieren, wer es am meisten wert wäre, weiterzuleben. Die von mir erhoffte Diskussion, während der lang zurückgehaltene Gedanken ausgesprochen und zwischenmenschliche Beziehungen zerstört werden, kam nie. Stattdessen ist dieses Buch eigentlich ein geschickt konstruiertes Studentendrama mit Freundschaft und Liebe und Sex und einem hinterfotzigen Manipulator. Es war sehr lesenswert und hat mir auch großen Spaß gemacht, aber es ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Und am Ende stand ich auch quasi mit nichts da. Nichts wird aufgelöst. Ich kapier Nix mehr…
„Ruf der Leere“ zwingt seine Leser*innen, Position zu beziehen, und entlarvt dabei, wie fragil unsere moralischen Überzeugungen eigentlich sind. Alvarenga verhandelt Ethik nicht theoretisch, sondern situativ: unter Angst, Gruppendruck und dem stetigen Drang zur Selbstrechtfertigung. Moral erscheint hier nicht als etwas Edles oder Stabiles, sondern als etwas zutiefst Menschliches – widersprüchlich, egozentrisch, verhandelbar. Besonders eindrücklich ist, wie schnell Solidarität zur Strategie wird und Empathie dort endet, wo das eigene Überleben beginnt. Literaturwissenschaftlich spannend ist die konsequente Arbeit mit Ambivalenz. Die Figuren lassen sich nicht eindeutig lesen, nicht lieben, nicht verurteilen. Genau dadurch zwingt der Text zur Selbstbefragung: Was würde ich tun? Und noch unbequemer: Warum eigentlich? Aus feministischer Perspektive möchte ich besonders betonen, wie präzise weibliche Lebensrealitäten beschrieben werden. Ohne Reduktion, ohne Klischees, ohne narrative Instrumentalisierung. Dass ein männlicher Autor diese Perspektiven so ernsthaft, klar und respektvoll ausarbeitet, hat mich überrascht und ehrlich beeindruckt. Für mich war „Ruf der Leere“ ein absolutes Mindgame: intellektuell fordernd, moralisch verstörend, literarisch klug.
Wenn Moral im Wald verloren geht
Wochenendhütte, Freundesgruppe, unterschwellige Spannungen – der perfekte Ort, um alles eskalieren zu lassen. Ruf der Leere schmeißt den Leser ohne Vorwarnung in eine Situation, die sich anfühlt wie ein schlechter Traum, aus dem man nicht aufwacht. Die Prämisse ist brutal einfach und genau deshalb so wirkungsvoll: Einer darf leben, alle anderen nicht. Entscheidet euch. Was dabei passiert, ist kein klassischer Thriller mit Schockeffekten, sondern ein psychologischer Abstieg. Gespräche kippen, Blicke werden schwer, Loyalität bekommt plötzlich einen Preis. Jede Figur trägt ihr eigenes Päckchen, und es dauert nicht lange, bis klar wird, dass Moral ein ziemlich dehnbarer Begriff ist, wenn es um das eigene Überleben geht. Manche Szenen treffen unangenehm genau, weil sie so erschreckend menschlich sind. Parallel dazu läuft die Perspektive des Vaters, der merkt, dass sein Sohn verschwunden ist. Diese zweite Ebene bringt Luft zum Atmen – und gleichzeitig neue Beklemmung. Die distanzierte Vater-Sohn-Beziehung, die langsam seziert wird, verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und sorgt dafür, dass das Grauen nicht nur im Wald stattfindet, sondern auch im Inneren. Daniel Alvarenga schreibt schonungslos, aber nie effekthascherisch. Kein Blutbad um des Blutbads willen, sondern psychischer Druck, der Seite für Seite wächst. Kleine Beobachtungen, unausgesprochene Gedanken und diese fiese Stille zwischen den Dialogen machen das Buch so intensiv. Hundswut-Fans erkennen die Handschrift sofort, Neulinge werden merken: Das hier ist nichts für nebenbei. Am Ende bleibt ein flaues Gefühl im Magen und die leise Frage, die man sich lieber nicht ehrlich beantwortet: Wen würde man selbst auswählen – und warum?

Wir lernen eine Clique kennen, die ein Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte verbringt. Doch eine Herausforderung trifft die Gruppe hart. Ein Fremder zwingt sie, eine Person auszuwählen die überleben darf, aber die anderen müssen alle sterben. Das Spiel beginnt! Durchgehend ist eine unterschwellige Spannung spürbar und es die Atmosphäre ist düster und bedrohlich. Zwischendurch hat es mich an Saw erinnert, was mich aber gar nicht weiter gestört hat. Im Gegenteil. Die Extremsituation ist deutlich spürbar und der Mix aus Egoismus und Moral hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind auch super ausgearbeitet, auch wenn keine einzige davon sympathisch ist. Was mir nicht so gut gefallen hat war der Schreibstil, der für mich ein bisschen altbacken rüber kam. Die Wendungen waren auch nicht sonderlich überraschend. Und das Ende oder die Auflösung hat mich nicht überzeugt. Für mich war das Ende nicht befriedigend und ich habe noch Fragezeichen im Kopf. Fazit: Ein psychologischer und unterhaltsamer Thriller, der trotz einigen Schwächen glänzt. 3,5/5

Die Thematik des Klappentextes hat mich enorm angesprochen. Eine Gruppe von Freunden feiert in einer abgelegenen Waldhütte die Rückkehr eines Freundes. Bis am Abend ein mysteriöser, alter Mann auftaucht. Er sagt, er sei der Tod. Und sie müssten sich für eine Person entscheiden, die den Abend überleben dürfte. Alle anderen müssten sterben. Ein Buch über Moral und Ethik. Wie fällen wir Menschen Entscheidungen? Welches Leben ist mehr wert als das andere, und warum? Das hat mich an den ein oder anderen Stellen wirklich zum Nachdenken angeregt. Es werden viele Vergleiche und Beispiele angeführt, die mir vor Augen führten, weshalb sich in manchen Momenten vielleicht so verhalten wird. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir erst nicht so leicht, was aber überhaupt nicht mit dem Schreibstil zusammenhängt. Denn dieser war von Beginn an sehr anschaulich gehalten. Es wird in Rückblenden und in der Gegenwart geschrieben. Die Rückblenden starteten größtenteils aus einer Universität heraus. Das hat mich erst nicht so gefesselt, aber dafür später umso mehr. Denn alles was gegen Ende ans Licht kommt, geht mit dem Anfang einher. Der Autor beschreibt die Entscheidungen der jeweiligen Personen sehr glaubhaft und überzeugend. Der Hauptcharakter Felix wirkte auf mich die ganze Zeit überheblich und von sich selbst sehr überzeugt. Aber auch sein Verhalten lässt sich im Laufe des Buches erklären. Ob es nachvollziehbar ist, dass darf jeder für sich selbst entscheiden. Für mich war es ein sehr besonderes Buch, welches ich auch als einen Spannungsroman betiteln würde. Denn es war nahezu auf jeder Seite spannend. Spätestens ab der Hälfte war ich im Sog und konnte nicht mehr aufhören. Die Charaktere blieben erst blass, bekamen aber mit der Zeit sehr viel Farbe. Ich mag es sehr, wie ausdrucksstark der Autor schreibt. Ich denke, dass bleibt nicht mein einziges Buch von ihm. Eine gelungene Überraschung und eine Empfehlung meinerseits!

Unentschlossen 😅
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und mir dafür unvernünftigerweise eine kleine Nachtschicht eingelegt. Es hat mich schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Mein Tipp: Lest besser nicht den Klappentext. Er macht zwar neugierig, verrät aber meiner Meinung nach schon zu viel. Der Roman stellt viele ethische Fragen, mit denen man sich während des Lesens immer wieder auseinandersetzen muss. Genau das mag ich sehr, weil die Geschichte dadurch lange nachhallt. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart treffen sich Freunde in einer abgelegenen Hütte, feiern eine Party, bis eine weitere Person auftaucht… Dazwischen stehen Kapitel aus der Vergangenheit, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt sind. Nach und nach setzt sich das Bild zusammen. Man erfährt die Geschichten der einzelnen Figuren, versteht die Dynamiken innerhalb der Freundesgruppe und erkennt, warum die Ereignisse in der Hütte ihren Lauf nehmen. Dieser Aufbau hat mir sehr gefallen, weil er einen unglaublichen Sog erzeugt und Zusammenhänge langsam freilegt. Ab einem bestimmten Punkt wird die Handlung sehr abgefahren, und ich war mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Der große Plot Twist hat mich eher zwiegespalten zurückgelassen. Das Ende hingegen fand ich wieder richtig gelungen und stimmig, es hat für mich vieles aufgefangen.

Ungewöhnliche Geschichte — aber auch ein ungewöhnliches Ende
Ich konnte das Buch ehrlich gesagt kaum aus der Hand legen, so sehr hat es mich reingezogen. Durch verschiedene Charaktere und Zeitsprünge entsteht eine Geschichte mit Sogwirkung – rund um einen unzuverlässigen Erzähler. Was das Ende angeht, bin ich mir allerdings echt noch nicht sicher, was bin davon halten soll…
Eine Gruppe Jugendlicher trifft sich in einer Waldhütte zum Feiern – und Unvorhergesehenes nimmt seinen Lauf. So vertraut und unspektakulär dieser Ausgangspunkt zunächst erscheinen mag, so außergewöhnlich entfaltet sich die Geschichte. Dem Autor gelingt es, wie bereits in „Hundwut“, eine dichte Atmosphäre aus Spannung und unterschwelligem Unbehagen zu erzeugen. Nach und nach setzt sich ein Gesamtbild zusammen, das sich jedoch bis zum Schluss nicht vollständig entschlüsseln lässt. Dabei werden auch ethische und moralische Fragen auf eindringliche Weise berührt. Von Beginn an ungewöhnlich und fesselnd – durchaus empfehlenswert!
Für mich kein Pageturner
Entweder ist gerade nicht die richtige Atmosphäre für dieses Buch oder aber es ist was anderes. Ab dem Wald Setting bin ich irgendwie gelangweilt abgebogen. Mir ist es zu Uni-lastig mit den vielen Moral-Fragen und zu langatmig, bis da mal wirklich was passiert ist. Und dann habe ich auch leider immer die Namen verwechselt von Ben und Bill. Alles in allem ein sehr anstrengendes lesen, was ich so auf die Leseprobe nicht erwartet habe. Man muss jedenfalls sehr konzentriert lesen und sich den Moral- und Ethik Fragen auch stellen, sonst macht dieses Buch wenig Sinn. Die Clique in der Hütte ist ein mehr oder weniger zufällig zusammen gewürfelter Trupp junger Menschen, die dann vor einer moralischen Existenz Frage gestellt wird, die die 2 Medizin Studenten in der Uni schon gehört haben. Aber wie ist das jetzt, wenn man nicht im Hörsaal sitzt, sondern auf einer Hütte ohne Strom, Handy und von der Außenwelt ziemlich abgeschnitten in Gefahr schwebt - oder etwa nicht und zu dem noch teils auf den unterschiedlichsten Gründen von sich selbst oder von den anderen genervt ist? Guter Plot eigentlich, aber dann etwas platt zum Ende hin. Und wie schon gesagt, die beiden Namen ständig verwechselt und verwirrt gewesen. Der Titel und der Klappentext haben mich angefixt, die Probe war gut, aber dann hat es für mich als Burner leider nicht gereicht, da einiges einfach in die Länge gezogen wurde und am Ende hat’s dann irgendwie für ein Wow nicht gereicht. Das Ende ist relativ offen und vermutlich soll das auch so sein, das ist ja Titel gegeben, aber auch die Beziehung von Vater und Sohn ist ja am Ende ungeklärt. Es ist ein Spiel zwischen Moral und philosophischen Elementen und der Leser soll mitdenken und vielleicht ist so das offene Ende zu erklären. Jedenfalls war das für mich kein Buch für über die Feiertage und zwischen den Jahren und erklärt vielleicht auch meine bescheidene Rezension. Eigentlich schade. Die Thematik ist interessant.
Daniel Alvarenga mausert sich für mich zu einem No Brainer – ich lese seine Bücher auf jeden Fall
Das Buch entwickelt eine ungeheure Sogwirkung. Obwohl mir die Figuren leider großteils egal waren, werden nach und nach die Motivationen für das jeweilige Handeln offengelegt. Das dauert meiner Meinung nach etwas zu lange, wodurch die Endsequenz nicht ganz die gewünschte Wucht erhält. Trotzdem hat mich der Inhalt des Buches zum Nachdenken gebracht, bei mir die richtigen Knöpfe gedrückt und das Ende ist wirklich großartig
Ruf der Leere hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte entwickelt eine starke Sogwirkung und liest sich wie ein echter Pageturner – eines dieser Bücher, bei denen man immer nur noch „ein Kapitel“ lesen will und plötzlich ist es mitten in der Nacht. Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und klar, wodurch man mühelos durch die Seiten gleitet, selbst wenn die Themen schwerer werden. Besonders spannend fand ich, dass es keine einzige wirklich sympathische Figur gibt. Normalerweise ist das etwas, das mich stören könnte, hier hat es aber erstaunlich gut funktioniert. Die Charaktere sind roh, ambivalent und oft moralisch fragwürdig – genau das verleiht der Geschichte eine unangenehme, aber faszinierende Ehrlichkeit. Inhaltlich greift das Buch sehr interessante und düstere Themen auf, die zum Nachdenken anregen und sich nicht einfach abhaken lassen. Immer wieder gab es Plottwists, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe, wodurch die Spannung konstant hoch blieb. Das Ende war schließlich komplett mindblowing – ich war ehrlich baff und musste das Buch erst einmal sacken lassen. Warum „nur“ vier Sterne? Weil die Geschichte mich zwar vollkommen mitgerissen hat, ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Raum für Tiefe oder Nachwirkung gewünscht hätte. Trotzdem ist Ruf der Leere ein intensiver, clever konstruierter Thriller, der überrascht, verstört und lange im Kopf bleibt.
Ein beklemmender Blick in die Abgründe der Moral, der lange nachhallt – spannend, aber mit erzählerischen Schwächen.
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga entführt den Leser in eine abgelegene Waldhütte, wo das scheinbar harmlose Wochenende einer Freundesgruppe zur tödlichen Herausforderung wird. Als ein mysteriöser Fremder die Gruppe zwingt, bis zum Abend eine einzige Person auszuwählen, die weiterleben darf, während alle anderen sterben sollen, entbrennt ein psychologisches Spiel um Überleben, Egoismus und Schuld. Die Dynamik, wie sich aus vermeintlich vertrauten Beziehungen brutale Entscheidungen entwickeln, ist intensiv und packend geschildert. Besonders überzeugend ist die Art, wie Alvarenga die inneren Konflikte seiner Figuren offenlegt und den Leser mit konfrontiert, wie dünn der Deckmantel von Moral oft ist. Der Roman lebt von dieser dichten, düsteren Atmosphäre und der stetigen Bedrohung, die nicht nur von außen kommt, sondern vor allem aus dem Inneren der Figuren selbst. Die Andeutungen, dass moralische Grenzen fließend sind und Menschen in Extremsituationen erschreckend egoistisch werden können, sind eindringlich und nachdenklich stimmend. Allerdings schwankt das Pacing gelegentlich, und nicht alle Wendungen überraschen wirklich. Der Stil ist stellenweise etwas altbacken, und einige Figuren bleiben recht oberflächlich, was die emotionale Bindung erschwert. Auch wenn der philosophische Kern stark ist, bleibt der Plot in seinem Aufbau hinter dem Potenzial zurück. Trotz dieser Kritikpunkte bietet Ruf der Leere ein intensives Leseerlebnis mit Tiefgang für Fans psychologischer Thriller.
Der Ruf der Leere hat mir wieder richtig gut gefallen, wenn es auch kein Highlight wie Hundswut war. Die Geschichte ist wieder total fesselnd und ich habe jede Seite verschlungen. Leider kam für mich das Ende dann etwas zu abrupt und ich hätte gerne noch ein paar Erklärungen gehabt. Auch wenn ich weiß, dass das vermutlich genau so sein sollte, ließ mich der Schluss etwas ratlos zurück. Alles in allem jedoch wieder ein toller, fesselnder Roman von Daniel Alvarenga.
„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga ist ein Buch, das mich insgesamt sehr überzeugt hat und noch eine ganze Weile nach dem Lesen beschäftigt hat. Schon das Cover hat direkt einen positiven ersten Eindruck hinterlassen. Es ist ästhetisch gestaltet, wirkt ruhig und nicht zu aufdringlich und passt sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte. Für mich lädt es zum Lesen ein, ohne zu viel vorwegzunehmen oder sensationsheischend zu wirken. Besonders hervorzuheben sind die Charaktere. Sie wurden meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet, sodass man schnell ein Gefühl dafür bekommt, wie die einzelnen Personen denken, handeln und emotional funktionieren. Die Figuren wirken glaubwürdig und facettenreich, was es leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen oder zumindest ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Jede Person bringt ihre eigene Dynamik in die Geschichte ein, wodurch das Zusammenspiel sehr stimmig wirkt. Auch die Story hat mich überzeugt. Ich habe das Buch sehr schnell gelesen, da die Handlung spannend aufgebaut ist und mich kontinuierlich zum Weiterlesen motiviert hat. Neben der eigentlichen Geschichte haben mir vor allem die philosophischen und psychologischen Aspekte gefallen. Diese verleihen dem Buch eine zusätzliche Tiefe und regen zum Nachdenken an. Es geht nicht nur um das, was passiert, sondern auch um innere Konflikte, Leere, Sinnfragen und psychologische Abgründe, die nachhaltig wirken und nicht sofort wieder vergessen sind. Einen Stern habe ich abgezogen, da mir das Ende zu abrupt erschien. Für meinen Geschmack blieben zu viele Fragen offen und einige Handlungsstränge hätten mehr Raum zur Auflösung bekommen. Das Ende fühlte sich dadurch leicht unvollständig an, auch wenn es möglicherweise bewusst so gewählt wurde. Insgesamt ist „Ruf der Leere“ ein spannendes und tiefgründiges Buch mit starken Charakteren und interessanten Denkanstößen. Trotz kleiner Kritikpunkte vergebe ich 4 von 5 Sternen und kann das Buch definitiv weiterempfehlen, besonders für Leserinnen und Leser, die psychologische und philosophische Themen schätzen.




















