Pnin

Pnin

Softcover
3.741
VerlustProvinzAntiheldProfessor

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Description

Pnin - Ein Meisterwerk von Vladimir Nabokov über die Komik und Tragik des Emigrantendaseins

Professor Timofey Pnin , ein exzentrischer russischer Emigrant, versucht sich in den 1950er Jahren im amerikanischen Universitätsmilieu zurechtzufinden. Der zerstreute Gelehrte mit dem starken Akzent fühlt sich vom American Way of Life zutiefst befremdet. In seiner neuen Umgebung wirkt er wie ein komischer Außenseiter, doch seine Würde, sein Ernst und seine einzigartige Persönlichkeit lassen eben diese Welt, die ihn nicht versteht, lächerlich und oberflächlich erscheinen.

Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen zeichnet Nabokov in diesem Klassiker das berührende Porträt eines liebenswert-skurrilen Antihelden. Wie schon in seinem Welterfolg Lolita erweist sich der Autor als Meister darin, Tragik und Komik auf unnachahmliche Weise zu verbinden. Pnin ist ein zu Herzen gehender Campus-Roman und ein Jahrhundertwerk über die Themen Fremdsein, Einsamkeit und die Bewahrung der eigenen Menschlichkeit in einer absurden Welt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
304
Price
16.50 €

Author Description

Vladimir Nabokov wird am 22. April 1899 in St. Petersburg geboren. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919 nach Westeuropa. 1919-1922 in Cambridge Studium der russischen und französischen Literatur. 1922-1937 in Berlin, erste Veröffentlichungen, meist unter dem Pseudonym W. Sirin. 1937-1940 nach der Flucht aus Nazideutschland in Südfrankreich und in Paris, seit 1940 in den USA. 1961-1977 wohnt Nabokov im Palace Hotel in Montreux. Er stirbt am 2. Juli 1977.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
N/A
78%
N/A
N/A
N/A
N/A
N/A
51%
27%
N/A

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
65%
68%
15%
30%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Außergewöhnlich (100%)

Posts

8
All
4

Stilistisch anspruchsvoll und sehr witzig schreibt Nabokov über seinen Antihelden Professor Pnin, den ich in seiner schrulligen Skurrilität sofort in mein Herz schließen konnte.

„Ich weiß nicht, ob jemals festgestellt wurde, dass ein Hauptmerkmal des Lebens die Separatheit ist. Wenn uns keine Fleischesschicht umhüllt, sterben wir. Der Mensch existiert nur in dem Maße, in dem er von seiner Umwelt abgesondert ist. Die Schädeldecke ist der Schutzhelm eines Raumfahrers.“ (Kapitel 1) Der Roman erzählt in interessanter Erzählperspektive von einem aus Russland emigrierten Professor, der in den 50er Jahren in den USA an einer Uni lehrt. Timofey Pnin ist wahrscheinlich ein klassischer Antiheld, der sich schlecht zurecht findet in der neuen Welt und dem vieles nicht recht gelingen mag. Obwohl es witzig geschrieben ist, hatte ich auch sofort Empathie mit der Hauptfigur und wollte ihn eigentlich immerzu in die Arme schließen (z.b. als ihm seine Vermieterin eines Abends anbietet zur Aufheiterung in der Küche gemeinsam ein paar Illustrierte anzuschauen, und er abwehrt mit der Aussage: „Ich will nicht […] Sie wissen doch, ich verstehe nicht, was ist Reklame und was nicht.“) Ein witziges und gleichzeitig rührendes Buch, was mich in seiner sprachlichen Dichte auch nicht wenig gefordert hat. Dies war mein erstes Buch von Nabokov, aber wahrscheinlich nicht mein letztes.

3.5

Die "Lachnummer" deckt die Tragik der "Besseren" auf

Charmanter, leiser Roman über einen tragikomischen Einzelgänger im Exil. Vieles fließt an einem vorbei, weil Nabokovs Witz oft zwischen den Zeilen wohnt. Ich habe manches überlesen und bin sicher, beim zweiten Mal steckt mehr drin.

4.5

Humoristisch und beeindruckend

Nabokov erzählt die Geschichte des russischen Exilanten Pnins, der an einer Universität in den USA Russisch lehrt. Dabei scheint in Pnins Leben durch seine Tollpatschigkeit alles schiefzugehen, aber eben immer gerade nur so. Pnins ist ein unglaublich süßer Charakter, den man belächelt, aber durch seinen teilweise kindlichen Stolz nur bewundern kann. Das Spiel zwischen dem Erzähler und dem Charakter Pnin ist voller Fehden, die erst am Ende Form annehmen. Ich kann das Buch nur empfehlen, auch wenn zB die Darstellung weiblicher Charaktere fragwürdig ist.

3

🐺

AWOOO! Da werd ich zum Wolf. 🐺 Die sprache von Nabokov ist „Peak“.🐺 Der Plot ist es nicht wirklich. 🐺 Für mich Zoomer-Wolf gibt es da nicht genug Spannung. 🐺 Wahrscheinlich fehlt mir einfach die Bildung. 🐺 Ich muss wieder zu meinem Rudel. AWOOO! 🐺

5

Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, was ich da gerade gelesen habe. Und dabei habe ich es zweimal hintereinander gelesen. Das war mit Abstand der schnellste Reread, den ich je durchgeführt habe. Ein grandioser Roman. Ich war nach ein paar Tagen schon mit diesem kleinen Buch durch, als ich las, dass der große Ulrich Matthes das Buch 2003 eingelesen hatte und dafür mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde. Zufälligerweise war es sogar auf Spotify verfügbar, so dass ich einfach mal kurz hineinhören wollte. Ich konnte nicht abschalten und las parallel nochmal das ganze Buch mit. Matthes verleiht dem russischen College-Professor Timofei Pnin eine absolut überzeugende, mangelnde Sprachbegabung, dass erst durch seine einmalige Artikulation die skurrile Hauptfigur plastisch vor mir entstand. Pnin ist ein armer Tropf mit einer guten Seele, der als Emigrant versucht, die neue Heimat in den USA lieb zu gewinnen, daran aber immer wieder scheitert, weil er die neue Welt einfach nicht versteht. Zudem ist dem Intellektuellen das genommen, was ihn jahrelang ausgezeichnet hat in seinem geliebten und vermissten Russland: die Kunst, mit Sprache virtuos umzugehen. Er tut sich schwer mit dem Amerikanischen, spricht es nur leidlich und stets fehlerbehaftet. Sein sonnengebräuntes, mondgesichtiges Äußeres und seine tollpatschige Art lassen ihn zu einem Original im schlechtesten Sinne werden. Er wird gerne parodiert und über seine Äußerungen und sein Handeln wird gelacht. In diesem Sinn ist er ein klassischer Tor, wie Candide, der Taugenichts oder Don Quixote, der oft als Vorbild in den Interpretationen herhalten muss. Ich dachte gleich zu Beginn, dass Nabokov sich in Pnin selbst darstellt, denn der Werdegang des Autors scheint dem seiner erfundenen Figur sehr zu gleichen. Als dann aber am Ende des Buchs klar wird, dass der zunächst anonyme Ich-Erzähler Vladimir N. heißt, stellte sich für mich die Frage, wer Nabokov in dem Roman wirklich war. Oder ist es ein doppelter Doppelgänger? Der Schreibstil Nabokovs ist sehr raffiniert und detailverliebt. Jede Kleinigkeit wird exakt beschrieben, mit geschliffenen Adjektiven versehen und humoristisch ausgeschmückt. Ich habe selten so viel geschmunzelt beim Lesen, wie in diesem Buch. Lolita war ja bereits sehr gut geschrieben, unabhängig vom Thema. Pnin ist für mich aber nochmal eine Steigerung bezogen auf den Sprachstil. Zudem hat es der Autor hinbekommen, dass ich bei einer Geschichte über einen Toren nicht entnervt das Ende herbeisehnte, sondern jede Seite genossen habe. Außerdem ist genau diese Ausgabe der Büchergilde Gutenberg eines der schönsten Bücher in Bezug auf Grafikdesign, Bindekunst und Illustration, die ich nun besitze. Pnin! Was für ein Buch. Es soll Schriftsteller geben, die kein Nabokov mehr lesen, weil sie das Schreiben entnervt aufgeben würden, da sie nie die Schreibfertigkeit des Russen erreichen würden. Ich kann sie verstehen. Wie schön, dass es noch so viele von mir ungelesene Romane von Nabokov gibt.

5

Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, was ich da gerade gelesen habe. Und dabei habe ich es zweimal hintereinander gelesen. Das war mit Abstand der schnellste Reread, den ich je durchgeführt habe. Ein grandioser Roman. Ich war nach ein paar Tagen schon mit diesem kleinen Buch durch, als ich las, dass der große Ulrich Matthes das Buch 2003 eingelesen hatte und dafür mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde. Zufälligerweise war es sogar auf Spotify verfügbar, so dass ich einfach mal kurz hineinhören wollte. Ich konnte nicht abschalten und las parallel nochmal das ganze Buch mit. Matthes verleiht dem russischen College-Professor Timofei Pnin eine absolut überzeugende, mangelnde Sprachbegabung, dass erst durch seine einmalige Artikulation die skurrile Hauptfigur plastisch vor mir entstand. Pnin ist ein armer Tropf mit einer guten Seele, der als Emigrant versucht, die neue Heimat in den USA lieb zu gewinnen, daran aber immer wieder scheitert, weil er die neue Welt einfach nicht versteht. Zudem ist dem Intellektuellen das genommen, was ihn jahrelang ausgezeichnet hat in seinem geliebten und vermissten Russland: die Kunst, mit Sprache virtuos umzugehen. Er tut sich schwer mit dem Amerikanischen, spricht es nur leidlich und stets fehlerbehaftet. Sein sonnengebräuntes, mondgesichtiges Äußeres und seine tollpatschige Art lassen ihn zu einem Original im schlechtesten Sinne werden. Er wird gerne parodiert und über seine Äußerungen und sein Handeln wird gelacht. In diesem Sinn ist er ein klassischer Tor, wie Candide, der Taugenichts oder Don Quixote, der oft als Vorbild in den Interpretationen herhalten muss. Ich dachte gleich zu Beginn, dass Nabokov sich in Pnin selbst darstellt, denn der Werdegang des Autors scheint dem seiner erfundenen Figur sehr zu gleichen. Als dann aber am Ende des Buchs klar wird, dass der zunächst anonyme Ich-Erzähler Vladimir N. heißt, stellte sich für mich die Frage, wer Nabokov in dem Roman wirklich war. Oder ist es ein doppelter Doppelgänger? Der Schreibstil Nabokovs ist sehr raffiniert und detailverliebt. Jede Kleinigkeit wird exakt beschrieben, mit geschliffenen Adjektiven versehen und humoristisch ausgeschmückt. Ich habe selten so viel geschmunzelt beim Lesen, wie in diesem Buch. Lolita war ja bereits sehr gut geschrieben, unabhängig vom Thema. Pnin ist für mich aber nochmal eine Steigerung bezogen auf den Sprachstil. Zudem hat es der Autor hinbekommen, dass ich bei einer Geschichte über einen Toren nicht entnervt das Ende herbeisehnte, sondern jede Seite genossen habe. Außerdem ist genau diese Ausgabe der Büchergilde Gutenberg eines der schönsten Bücher in Bezug auf Grafikdesign, Bindekunst und Illustration, die ich nun besitze. Pnin! Was für ein Buch. Es soll Schriftsteller geben, die kein Nabokov mehr lesen, weil sie das Schreiben entnervt aufgeben würden, da sie nie die Schreibfertigkeit des Russen erreichen würden. Ich kann sie verstehen. Wie schön, dass es noch so viele von mir ungelesene Romane von Nabokov gibt.

3.5

Klassischer Nabokov Schreibstil gepaart mit einer irgendwie liebenswürdigen Hauptfigur. Inhaltlich jedoch eigentlich belanglos und langweilig.

4

So schön geschrieben, man braucht aber ein wenig um reinzukommen.

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