Nincshof

Nincshof

Hardback
4.1340

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Description

Nincshof, ein kleines Dorf an der österreichisch-ungarischen Grenze, soll vergessen werden. So der Plan dreier Männer, die sich »die Oblivisten« nennen und rauswollen aus der hektischen Zeit. Wenn niemand mehr von ihnen weiß, können sie und das ganze Dorf in Freiheit und Ruhe leben. Laut Legende ist das in Nincshof schon einmal so gewesen. Ausgerechnet die alte Erna Rohdiebl soll dabei helfen, dass dieses Vorhaben gelingt, denn die drei Männer glauben, dass die alte Frau die Freiheit im Blut hat und daher genau die Richtige für ihre Bewegung ist. Erna Rohdiebl wiederum hat in ihrem langen Leben selten Dümmeres als die Idee zu verschwinden gehört, aber ihre Neugierde siegt. Abend für Abend poltern die Oblivisten an ihre Eckbank und plotten bei Speckbroten und Pusztafeigenschnaps ihr Verschwinden. Straßenschilder werden abmontiert, wichtige Feierlichkeiten abgesagt, lästige Fahrradtouristen vergrault. Alles scheint nach Plan zu verlaufen. Wenn da nicht die Neuen aus der Stadt wären. Ein turbulenter Sommer nimmt seinen Lauf!

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
368
Price
23.70 €

Author Description

JOHANNA SEBAUER, 1988 in Wien geboren, ist im Burgenland aufgewachsen. Ihr Roman ›Nincshof‹ (DuMont 2023) wurde mit dem Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für das Hamburger Buch des Jahres 2023. Ihre Kurzgeschichte ›Das Gurkerl‹ (DuMont 2026) erhielt beim Bachmann-Wettbewerb 2024 den 3sat-Preis und den Publikumspreis. Nach vielen Jahren in Hamburg lebt Johanna Sebauer heute wieder in einem kleinen Dorf im Burgenland.

Posts

69
All
5

Für mich ein tolles Buch, um abends abzuschalten und sich in die Geschichte reinsinken zu lassen. Ich mochte die Sprache, ich mochte die schrulligen Charaktere und die märchenhaft Anwandlungen. Es ist nicht plottgetrieben aber trotzdem spannend, einfach schön zu lesen. Ein kleines Highlight!

5

Ich fand das Buch herrlich! Sofort habe ich die Protagonistin Erna ins Herz geschlossen, und auch alle anderen Charaktere waren liebenswert, mit ihren Eigenheiten und Marotten.Nincshof ist etwas, auf das man sich einlassen oder, um aus dem Buch zu zitieren, mit Neugierde ohne Ziel begegnen muss. Kurioses spielt sich eines Sommers in dem Dorf ab. Die sogenannten Oblivisten verfolgen das Ziel, dass ihr Nincshof vergessen werden soll. Der Plot an sich ist nicht besonders herausragend, doch macht es einfach Spaß, Nincshof Stück für Stück zu entdecken und sich in ulkige Situationen zu stürzen. Nicht selten regt das Buch aber auch zum Nachdenken an und wirft größere Fragen auf.Johanna Sebauer schafft es auf überzeugende Art und Weise, Realität und Fantastisches zu vermischen. Die Grenzen verschwimmen und man fragt sich: Könnte so ein Dorf wirklich existieren?Sprachlich auch wunderschön geschrieben, der Stil passt meiner Meinung nach ganz wunderbar zu Nincshof.Eine grandiose Sommerlektüre, die ich allen empfehlen kann, die Lust auf einen Ausflug in dieses schrullige österreichische Dorf haben.

3

Nicht ganz angekommen in Nincshof

Dieses Buch war für mich eine insgesamt spannende Grundidee. Besonders mochte ich, dass Ziegen eine Rolle spielen, weil sie dem Dorfleben eine eigenwillige, fast warme Note geben. Überhaupt gibt es einige schöne, sympathische Figuren, die der Geschichte Leben einhauchen. Gleichzeitig hatte der Roman für mich etwas Langatmiges, typisch Dorf eben. Ich bin nicht richtig in die Geschichte hineingekommen und konnte zu manchen Charakteren keine wirkliche Nähe aufbauen. Der Gedanke hinter dem Vergessen und dem dahinterstehenden System ist sehr spannend und philosophisch reizvoll, doch die Handlung selbst wollte sich für mich nicht ganz entfalten. Teilweise zog sie sich und hatte Längen, in denen wenig geschah. Der Schreibstil ist gut verständlich, wirkte auf mich stellenweise jedoch etwas unvollständig, als würde zwischen den Zeilen etwas fehlen. Auch die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren, insbesondere rund um den Ziegenhüter, blieb für mein Empfinden eher oberflächlich, während eine andere zwischenmenschliche Verbindung deutlich intensiver ausgearbeitet war. Insgesamt eine interessante Idee mit liebenswerten Ansätzen, die mich jedoch emotional nicht ganz erreichen konnte. Vielleicht hätte es etwas mehr Entwicklung, Dynamik oder Tiefe gebraucht, damit die Geschichte wirklich packt.

2

Es hat sich einfach nur gezogen.

Der Klappentext klang vielversprechend. Aber der Schreibstil war nichts für mich. Viel zu ausführliche Beschreibungen und Erklärungen, dass es einen schnell langweilt und auch sehr anstrengend war. Ich habe mich ständig gefragt, wann der Anlauf vorbei ist und es endlich mal richtig losgeht. Ich habe dem Buch eine Chance gegeben, aber bei Seite 120 war ich es leid.

2

Kurzweilig, abercauch bisschen langweilig

Ich habe das Buch gerne gelesen, aber es hat mich nicht gepackt. Ich habe über einen Monat vor mich hingelesen & das sagt schon einiges aus..

3

Als der Roman 2023 erschien, wurde er vielfach gelobt. Ich kenne nun auch endlich die Geschichte. Es ist eine sonderbare Erzählung über das kleine Dorf Nincshof irgendwo in Österreich. "Auf den ersten Blick wie jedes Dorf, in keiner Weise besonders. Auf den zweiten, wie jedes Dorf, einzigartig." Und das beschreibt es sehr gut. Mir hat die Sprache der Autorin sehr gefallen, leider konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen. Ich halte den Roman für dennoch perfekt, wenn man nach einer Auszeit sucht und bereit ist sich auf eine skurrile Story mit liebenswürdigen Charakteren einzulassen.

3

In dem malerischen Dorf Nincshof, irgendwo in Österreich, lebt die charmante 80-jährige Erna Rohdiebl, die heimlich den Pool ihrer Nachbarin nutzt. Doch ihre nächtlichen Ausflüge bleiben nicht unbemerkt, denn drei geheimnisvolle Männer, die sich selbst als "Oblivisten" bezeichnen, haben es sich zur Mission gemacht, Nincshof in Vergessenheit geraten zu lassen, um so Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren. Erna's eigentümliches Verhalten passt perfekt in ihre Pläne, und sie wird unerwartet in ihre mysteriösen Unternehmungen verwickelt.Während die Oblivisten fleißig daran arbeiten, das Dorf ins Vergessen zu stürzen, scheint das Vorhaben durch Isa Bachgasser und ihr Mann Silvano ins Wanken zu geraten. Silvano plant, Wanderungen mit Irrziegen für Touristen anzubieten, und Isa ist eine Dokumentarfilmerin. Sebauers Darstellung von Nincshof ist skurril und amüsant, doch für mich persönlich war es keine bahnbrechende Geschichte. Die Charaktere und Handlung konnten mich nicht vollends fesseln, und obwohl es ein angenehmes Buch für zwischendurch war, wird es wohl nicht nachhaltig in meinen Gedanken bleiben.

3.5

Ein außergewöhnliches Buch mit vielen Stellen zum Schmunzeln. Angetan hat es mir Erna Rohdiebl. Ein toller, erschaffener Charakter. Gutmütig, gastfreundlich, mit Mut für die verrückte Dinge des Lebens auch mit Ende 70! Das Buch hat sich gut lesen lassen, wäre jedoch auch mit 100 Seiten weniger ein schöner Roman gewesen. An manchen Stellen hat etwas die Abwechslung und Spannung gefehlt. Alles und allem aber ein schönes Buch.

4

Was für eine großartige Geschichte!? Bin total beseelt und iwie gerade einfach zufrieden. Das Buch hatte einen Sog und einen Witz, dem ich mich nicht entziehen konnte.

4.5

Was für eine schöne und merkwürdige Geschichte.

Nincshof, ein kleines Dorf an der österreichisch-ungarischen Grenze, soll vergessen werden. So der Plan dreier Männer, die sich »die Oblivisten« nennen und raus wollen aus der hektischen Zeit. Wenn niemand mehr von ihnen weiß, können sie und das ganze Dorf in Freiheit und Ruhe leben. Laut Legende ist das in Nincshof schon einmal so gewesen. Ausgerechnet die alte Erna Rohdiebl soll dabei helfen, dass dieses Vorhaben gelingt. Alles scheint nach Plan zu verlaufen. Wenn da nicht die Neuen aus der Wien wären. Der Mann züchtet leidenschaftlich Irrziegen (existieren nicht wirklich). Und die sind ganz besonders und deshalb wird Nincshof in der Presse erwähnt. Und deshalb wollen die Oblivisten ihn sabotieren. Die Sprache ist soooo schön! Die Geschichte echt Strange 🤣 die Charaktere wundervoll! Alles ist von einem liebevollen satirischen Humor umgeben.

5

Ich hab jeden einzelnen Sommertag in Nincshof genossen und geliebt. Eine große Empfehlung für jeden der ein paar Tage oder Stunden in eine auf den zweiten Blick außergewöhnliche Dorfgemeinschaft abtauchen möchte. Die Charaktere besonders Erna sind wirklich liebenswert und ich werde sie nicht so schnell wieder vergessen. Das Buch hat sich zu einem meiner Lieblingsbücher entwickelt!

2.5

Selten ein Buch gelesen (versucht), dass mich so zwiegespalten hat.

Der Schreibstil war toll, die Charaktere total sympathisch, liebenswert. Die Geschichten rund um die Charaktere- zauberhaft 😊. Aber als es mehr und mehr nur noch um den Plot ging, hat mich das Buch verloren. Irgendwann konnte ich die verschiedenen Formen des Wortes „Oblivion“ nicht mehr lesen. 1/3 habe ich geschafft und dann… lieber Abbruch, als gar nicht mehr lesen und nur noch am Handy zu sein. 🫣

4.5

Auch ein blindes Huhn.... Moderne Literatur, die mich doch tatsächlich erfreuen konnte. Sprachlich beginnt es sehr holprig (es wirkt zu sehr auf Originalität gekünstelt), doch gewöhnt man sich daran bzw. weicht dieser Schreibstil einem enfachen und unprätentiösen (aber er wird auch nie platt und banal). Die Vielfalt der Themen und die dem Werk innewohnende Sympathie, lassen das etwas kitschige Ende und einige arge Klischees in der Darstellung einzelnen Charktere weniger hart in die finale Wertung einfließen. Für: Freunde der leichten Literatur, die auch philosophische Züge in sich trägt und alles sommerlich-entspannt und charmant präsentiert.

5

Für Fans von „Was man von hier aus sehen kann“. Schräg, liebevoll, treffende Sprache. Habe ich sehr gerne gelesen!

5

Wow!

Ein wunderbares Buch, toll geschrieben und vor allem mit einer beeindruckenden Fantasie. Bin geradezu enttäuscht, dass es Erna Rohdiebl, Irrziegen und Pusztafeigen gar nicht gibt, von Nincshof ganz zu schweigen. Obwohl - kann man sich da so sicher sein 😁?

5

Herzerwärmend und humorvoll.

5

27.07.2024 Eine zauberhafte Geschichte fürs Herz, schön für zwischendurch, mit besonders liebenswerten Charakteren, die mich an das Zuhause der Gilmore Girls erinnern...

Das Buch war ein Buchvorschlag in unserem Mädelsbuchclub, wurde dann aber knapp von "views" von Marc-Uwe Kling überholt,dennoch haben wir uns mit ein paar Mädels für einen Buddyread entschieden. (Über die Premium- Spotify ließ sich das Hörbuch sehr gut hören und ich fand es sehr toll gelesen!! Allein für die Dialekte lohnt es sich schon das Hörbuch zu hören!!) Ich bin begeistert von der Fantasie der Autorin, Nincshof musste ich erstmal googlen, um sicher zu gehen, dass es WIRKLICH nur ein fiktiver Ort ist. 😁 Dabei bin ich auf eine Website gestoßen, die mit super viel Liebe zum Detail noch mehr Freude an der Geschichte bereitet. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert! Man merkt, dass diese Geschichte mit sehr sehr viel Herzblut verbunden ist!❤️ Es werden euch ernste Themen aufgegriffen (Burnout, Depressionen, die Wahrnehmung von psychotherapeutischen Therapien, die Rolle der Frau in einer Beziehung), aber diese Themen wurden so schön verpackt, dass das Buch zwar zum Nachdenken anregt, aber in einem positiven Sinne. Ich hatte beim Lesen/Hören eine durchweg unbeschwerte, lustige Zeit, habe mitgefiebert, zeitweise mitfühlend mitgelitten (Rückblick in Isas und Silvanos Vergangenheit). Ich würde dieses Buch LeserInnen empfehlen, die auch begeistert von Mariana Lekys "was man von hier aus sehen kann" sind.

5

Eine unfassbar witzige Geschichte, mit traumhaften Charakteren und einem erstaunlichen Sprachgefühl!

3.5

Der Roman Nincshof, geschrieben von Johanna Sebauer, ist mir zum ersten Mal in einem Podcast begegnet und anschließend in meiner örtlichen Bücherei. Angepriesen wurde er hierbei als eine Mischung aus den Romanen „Unterleuten“ und „Was man von hier aus sehen kann“. Ich finde diesen Vergleich ebenfalls hilfreich, um die Atmosphäre und den Ton dieser Geschichte einzufangen. Es hat Freude gemacht die Gemeinde Nincshof und seine BewohnerInnen kennenzulernen. Der Plot war sowohl lustig, verrückt als auch herzerwärmend und wirklich anders als gedacht. Das Ende war für meinen Geschmack etwas schlechter als der Rest, aber dennoch gelungen und passend. Wer Lust hat, etwas anderes auszuprobieren, dem empfehle ich eine literarische Reise nach Nincshof.

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4.5

Schöne Idee, tolle Geschichten und warmherzige Charaktere, menschlich und beruhigend in diesen Zeiten - ich habe es gern gelesen

5

Stadt Land Sumpf Äußerst sympathische Beschreibung eines schrägen Dorfes mit kauzigen Bewohnern zwischen Schilf und Gurken am Neusiedlersee. Achtung österreichischer Humor! Leseempfehlung

4.5

Geschichte mit Tiefgang

Was ist schlecht am Vergessen? Was hat das Dorf Nincshof für eine Geschichte? Isa und ihr Mann, der Ziegenwirt ziehen nach Nincshof. Von ihnen, einer Gruppe von Oblivisten und dem Leben im Speziellen erzählt dieses wunderbare Buch.

4

„Nincshof" - das ist der Name eines Dorfs in Österreich, nahe der Grenze zu Ungarn. Und er ist zum Vergessen gemacht, so zumindest wünschen es sich die „Oblivisten", die den Ort quasi von der Landkarte verschwinden lassen wollen, um endlich wieder ihre Ruhe zu haben. „Weil Nincshof sich nicht herumkommandieren lassen soll von der Welt. Da passieren doch nur noch Dinge, von denen man kein Teil mehr sein will, oder?" In der heiteren Geschichte treten noch zahlreiche weitere Personen auf den Plan, allen voran die ältere Dame, Erna Rohdiebl, die sich durch nächtliches Schwimmen in fremden Pools einen Namen gemacht hat. Und dann die Neuen, die mit einer Irrziegenzucht für Aufsehen sorgen. Es ist leicht, in diesem Buch zu versinken, ist es doch sowohl sprachlich als auch durch seine Figuren ansprechend. Die verrückten Winkelzüge kann keiner vorhersagen, und überhaupt entwickelt sich die Handlung ganz anders, als ich es mir anfangs vorgestellt habe. Das ist positiv gemeint, denn wer will sich nicht von einemRoman überraschen lassen? Johanna Sebauer hat mit diesem Roman eine wunderbare Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor geschaffen. Eine Zugezogene hat durchaus mit dem Landleben und ihrer Abgrenzung von den „Ureinwohnern" zu kämpfen. Die lebhafte Beschreibung des Dorflebens und die skurrilen Ereignisse haben mich zum Schmunzeln gebracht. Ich habe diesen Debütroman gerne gelesen und bin gespannt auf zukünftige Veröffentlichungen der Autorin.

4.5

Ein modernes Märchen, das einfach nur wunderbar erfrischend und anders ist.

»Nincshof« ist anders. So anders wie dieses Dorf und die Menschen, die dort leben. Anders auf eine Art, wie ich es noch nie gelesen habe. Anders auf eine Art, die einfach nur Spaß macht. Geschrieben als modernes Märchen über einen Ort, der (vielleicht) nicht existiert, arbeitet der Roman mit einer mal mehr, mal weniger unterschwelligen Komik, die mich beim Lesen Seite für Seite aufs Neue hat Schmunzeln lassen. In diesem besonderen Roman steckt viel unter der Oberfläche: Gesellschafts-, Kolonialismus- und Politikkritik, die bewegende politische Geschichte des Burgenlands, Moderne und Vergangenheit, Fragen zum Frausein, Fragen des Mit- und Gegeneinanders. Und es ist eine feine, eigenwillige Liebeserklärung ans Burgenland. Nincshof ist ein Ort, der Vergessen werden will. Ein Ort, der autonom, anti-autoritär und frei sein will von den wechselnden Befindlichkeiten der österreichischen Regierung. Denn in Nincshof regieren eigene, traditionsreiche Gesetze. Ein faszinierender Ort mit anderen Normen und Vorstellungen. Ein Ort, frei von den wechselnden Einflüssen und deskriptiven Normen der sich über die Zeiten wandelnden Gesellschaft. Ich verzichte auf konkrete Beispiele, denn der Mikrokosmos »Nincshof« soll auch euch überraschen. Mich hat er überrascht. Ebenso wie die Charaktere, die eigenwillig und liebenswert sind und einfach tun und lassen, was sie für richtig halten. Ich hab sie alle in mein Herz geschlossen. Trotz seines provinziellen Charakters ist dieser Ort anderen überlegen. Eine kleine Oase der Freiheit. Ich habe mich gerne in »Nincshof« aufgehalten und wünsche mir, es möge existieren, irgendwo da draußen, vielleicht, vergessen von uns. Wo Irrziegen unter der Junisonne grasen, der Neusiedler See in der Ferne funkelt, die Zeit anders verläuft und alle die sein können, die sie sind.

Ein modernes Märchen, das einfach nur wunderbar erfrischend und anders ist.
4

Super kurzweilige Geschichte über ein Burgenland, das es so nicht gibt/gab

Ein burgenländisches Dorf in der Nähe der ungarischen Grenze, wo Wiener*innen in eine alte umgebaute Mühle ziehen: das ist das fiktive Nincshof im Roman von Johanna Sebauer. Bis vor hundert Jahren gut vor der Außenwelt im Schilf versteckt, soll das jetzt auch wieder so sein ... Und so nimmt die Geschichte um liebenswerte Figuren ihren Lauf in einem Dorf, wo einiges anders läuft und z.B. die Ehemänner die Namen der Ehefrauen annehmen. Ein sehr unterhaltsames Buch über das Leben am Land. Leider kam das Ende viel zu früh, hätte gern noch mehr Zeit in Nincshof verbracht.

Super kurzweilige Geschichte über ein Burgenland, das es so nicht gibt/gab
4

Das Dorf Nincshof versucht sich vergessen zu lassen. Raus aus der Aufdringlichkeit der Welt . Die Bewohner fühlen sich überrannt von den Touristen, vom Lauf der Zeit, der Anmaßung aus Wien und Brüssel. Wer will die Freiheit entdecken, losgelöst von Raum und Zeit. Eine Geschichte, die gelesen werden will, vielleicht versteht man sie auch.

5

Wunderbares Debüt!

Dieses Buch ist ein so schönes, kurzweiliges Buch, voll von österreichischem Humor und tollen Charakteren. Am Anfang tatsächlich leicht holprig, aber das gibt sich schnell. Das kommt unter anderen vor allem durch Charakteren wie Erna, die einfach großartig ist. Oder dem Sinn der Nincshofer nach Freiheit und dem Vergessen. Stille Revoluzzer mit vielen Eigenarten. Sowas liebe ich!

5

Ein Buch zum Entschleunigen und Genießen der tollen Formulierungen der Autorin. Ich werde Nincshof und die liebe Erna definitiv nicht so schnell vergessen (entgegen der oblivistischen Gesinnung). Große Leseempfehlung!!!

5

Johanna Sebauers "Nincshof" ist ein besonderes Dorf, dass sich nach alten, fast vergessenen Legenden irgendwo im Schilf des Neusiedler Sees nach seinen eigenen Gesetzen entwickelt hat. Heute scheint es ein ganz normales Dorf zu sein, aber wenn man genau hinschaut, so passieren hier immer noch ganz besondere Dinge, über die die Autorin mit einem sehr angenehmen Humor, viel Lebensweisheit und grossem Einfühlungsvermögen in das Leben der Dorfbewohner schreibt.

Johanna Sebauer hat dieses märchenhaft-mystische Buch mit grossem Einfallsreichtum geschrieben und wie nebenbei wichtige Themen wie die Freiheit des Einzelnen und einer Gemeinschaft, das Leben in der Stadt und auf dem Land, das Zusammenleben in einer matriarchalischen Gesellschaft oder die Chancen generationsübergreifender Freundschaften einfliessen lassen. Ihr Buch ist eine Hommage an das Burgenland, an das Leben auf dem Dorf und an alle Menschen, die Unkonventionelles wagen und dabei die Erfahrung machen, dass man im Scheitern wachsen kann. "Nincshof" war für mich eine besondere Sommerlektüre, die ich sehr gern gelesen habe. Anfangs habe ich mir gewünscht, dass Johanna Sebauer die wichtigen Themen, die sie anschneidet, tiefer reflektiert, aber nach den ersten Kapiteln konnte ich mich darauf einlassen, dass das nicht ihr Ziel ist. Und so bleibt mir als Leserin nicht nur die besondere Atmosphäre von Nincshof im Gedächtnis, sondern auch die Anregung, weiter über die von ihr aufgeworfenen Fragen nachzudenken.

Johanna Sebauers "Nincshof" ist ein besonderes Dorf, dass sich nach alten, fast vergessenen Legenden irgendwo im Schilf des Neusiedler Sees nach seinen eigenen Gesetzen entwickelt hat. Heute scheint es ein ganz normales Dorf zu sein, aber wenn man genau hinschaut, so passieren  hier immer noch ganz besondere Dinge, über die die Autorin mit einem sehr angenehmen Humor, viel Lebensweisheit und grossem Einfühlungsvermögen in das Leben der Dorfbewohner schreibt.
5

Äußerst gelungener Debütroman!

Im Seewinkel liegt das kleine, beschauliche Nincshof, das lange Zeit unentdeckt und frei geblieben war, bis es sich schließlich den Regeln und Konventionen eines Staates unterwerfen musste. Die Bewegung der Oblivisten entsteht und versucht, Nincshof seine Freiheit zurückzugeben, indem sie alles daran setzt, dass das Dorf in Vergessenheit gerät. Durchkreuzt wird dieser Plan jedoch von einem zugezogenen Wiener Irrziegenzüchter und seiner allzu neugierigen Frau. Eine äußerst amüsante Geschichte mit vielen Absurditäten und burgenländischem Lokalkolorit.

5

So skurril ich Handlung und Ensemble empfand, so großartig hat es mich unterhalten und fesseln können - der 5. Stern gebührt der fantastischen Sprecherin Verena Noll!

3

Ich habe nach einem kleinen Ausflug in das beschaulichen Dörfchen 'Nincshof' nun wieder zurück gefunden und es war ein netter, kleiner Kurzurlaub. Als erstes muss erwähnt werden, dass ich die Sprache der Autorin Johanna Sebauer als sehr schön empfand. Alles wurde so detailreich und blumig beschrieben und der Ausdruck gefiel mir sehr. Schon für den Einstieg hat sie so hübsche Worte gefunden: "Nincshof ist das Dorf. Auf den ersten Blick, wie jedes Dorf, in keiner Weise besonders. Auf den zweiten, wie jedes Dorf, einzigartig." Ist das nicht schön geschrieben?! Die Geschichte fing in meinen Augen stark an und plätscherte zwischenzeitlich dann etwas dahin. Mein Highlight war die Erna Rohdiebl, was für eine flotte Omi. Da möchte man auf der Stelle mit ihr zusammen in der Küche sitzen, quatschen, belegte Brote essen und Pusztafeigenschnaps trinken. Mit Erna und einem 'tollkühlen' ;) Verbrechen fängt es auch an, dann kommen noch die Oblivisten dazu. Die drei Kameraden wollen Nincshof so behalten wie es ist und immer schon war und es deshalb einfach von der Bildfläche verschwinden lassen. Dumm nur dass das neu zugezogene Pärchen ihnen da unwissentlich einen Strich durch die Rechnung macht. Das Grundgerüst und die Leute in dem Roman waren echt witzig, nur der Oblivisten Teil war mir etwas zu lang und zu ausführlich. Das hätte ich gar nicht so gebraucht. Mir hätte tatsächlich das Dorfleben mit seinen ganzen, sehr eigenen, Einwohnern völlig gereicht. Für viele war 'Nincshof' ja ein absolutes Highlight...für mich jetzt nicht so ganz, aber ich bereue auch nichts und hatte meine Freude dran.

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5

Das Buch hat meine Oma meiner Mutter und Tante geschenkt. Und alle 3 waren sehr begeistert von dem Buch. Ich ebenfalls. Ich habe so eine Erzählung nie gelesen. Aber die Geschichte über das Österreichische Dorf Ninchof ist Echt schön, herzergreifend und lustig. Es ist mal was anderes.

3

Ein unterhaltsames Plädoyer für das Vergessen. Freundlich gestaltete Charaktere, deren Geschichten teilweise etwas zu herbeigeplottet wirken. Die Story ist insgesamt amüsant, an der Grenze zum Absurden und bestimmt gut verfilmbar. Nette Sommerlektüre.

4

Kurzweiliger, charmanter Sommerroman. Der durch Spitzfindigkeit erfreut!

3.5

NINCSHOF Johanna Sebauer Nincshof könnte ein kleines verschlafenes und wunderschönes Dorf in Österreich nahe der Grenze zu Ungarn sein. Doch so verschlafen und niedlich ist es gar nicht, zumindest nicht mehr. Die Legende besagt, dass es einst ein vergessenes Dorf war und erst durch einen Zufall von Arbeitern, die einen Fluss trocken legten, gefunden wurde. Anschließend entwickelte sich Nincshof rasant zu einem „ganz normalen Dorf“ im schönen Österreich. Heute kennt kaum einer mehr diese Legende und wenn, wird sie nur noch den Kindern zur guten Nacht oder hinter vorgehaltener Hand erzählt. Doch in Nincshof gibt es auch noch die drei Männer, die sich „Oblivisten" nennen und gerne dem Pusztafeigenschnaps zusprechen (aber das ist nur Nebensache). Jedenfalls möchten diese drei Männer dafür sorgen, dass Nincshof wieder in Vergessenheit gerät und als Fleck von der Landkarte verschwindet. Doch das ganze Unterfangen gestaltet sich als schwierig, weil gerade letztens ein neues Ehepaar nach Nincshof zog, welche "Personen des öffentlichen Lebens“ sind und dessen Aktivitäten gerne mal einen Artikel in der Zeitung füllen. Was die fast 80-jährige Erna Rohdiebl nun auch noch mit all dem zu tun hat und warum genau sie eine wichtige Rolle in diesem satirischen Debüt spielt, müsst ihr allerdings selber herausfinden. Seebauers Schreibstil ist flüssig, ihre Charaktere sowie die Beschreibungen des Dorfes sind liebevoll gezeichnet. Eine Geschichte, in der viel mehr steckt, als man auf dem ersten Blick vermuten mag: Es geht um eine anvisierte Entschleunigung - einen Ausstieg aus einer sich viel zu schnell drehenden Welt und darum, Wahrheiten zu finden und Mut aufzubringen, einmal anders zu sein. Trotzdem hat mich das Buch ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Streckenweise war mir die Geschichte zu langatmig. Vielleicht habe ich hier nach dem Hype auf Bookstagram mehr von dem Buch erwartet? Oder hatte es dieses Buch nach meinen vergangenen starken Lesemonat einfach zu schwer, mit den vielen sehr guten Büchern Schritt zu halten? Wie dem auch sei, ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin und wünsche ihr auf jedem Fall eine große Leserschaft für Nincshof. 3½/ 5

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5

So originell und amüsant und liebenswert . Ein ganz tolles Buch. Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen und habe jede Seite genossen. Schade, dass es zu Ende ist. Ein Lieblingsbuch.

4.5

Ulkig.

Ich musste öfter schmunzeln und habe mich sehr an den lustigen Charakteren und ihren Ideen erfreut. Super Ferienlektüre.

3

Von Irrziegen und Pusztafeigen

Ganz Österreich ist von der Menschheit entdeckt. Ganz Österreich? Nein, ein kleines Dorf an der Grenze zu Ungarn brauchte Jahrhunderte, um in unser öffentliches Bewusstsein Einzug zu halten. Nincshof und seine schrulligen Bewohner sind in der Gegenwart angekommen. Nicht alle sind damit zufrieden. Drei Herren aus drei Generationen gründen die Gemeinschaft der Oblivisten. Sie sehen es, als ihre Aufgabe an das Dorf wieder verschwinden zu lassen. Von langer Hand geplant entfernen Sie jegliche Nachweise aus der Öffentlichkeit, montieren Straßenschilder ab und versuchen zu verhindern, das neu Zugezogene Nincshof unwiderruflich im Gedächtnis anderer Menschen verankern. Erna Rohdiebl wird vom Dreigestirn vereinnahmt und die 80-jährige macht aus Interesse gepaart mit Langeweile und Unternehmungslust mit. Sie scheint aber die Einzige zu sein, die dabei einen klaren Kopf und genügend Weitsicht hat. Überhaupt ist das Dorf eher matriachalisch aufgestellt, was sich nicht zuletzt in der Namensgebung widerspiegelt. Die „Neuen“ tun sich in diesem bunten Figuren Panoptikum ebenso skurril aus wie die Dorfbewohner. Versüßen tut man sich Entscheidungen mit Pusztafeigen und Irrziegen. Wir haben es hier nicht mit einer neuen Szenerie à la Asterix zu tun, sondern einem Roman. der sich mit Absurditäten und skurrilem Personal versucht dem Wahnsinn des Alltags zu entziehen. Dabei ist nicht immer alles logisch und es wird auch nicht jeder Gedanke zu Ende verfolgt. Nicht jede Figur hat hier ihren Platz und die Frage nach dem „wie geht es weiter?“ wird auch nicht endgültig gelöst. Unterhaltend ist der Plot allemal. Die schriftliche Umsetzung hat an einigen Stellen märchenhafte Züge. Und an anderen wiederum erinnert mich die Thematik an Sketche von Karl Valentin. Man muss sich drauf einlassen können auf diese Art von Roman. Für mich hat das gut funktioniert

5

In Nincshof, einem kleinen Dorf an der österreichisch-ungarischen Grenze, steigt Erna Rohdiebl nachts klammheimlich in den neuen Pool der Nachbarn - und wird erwischt. Natürlich bleibt dies den anderen Nincshofern nicht lange verborgen. Doch ganz besonders interessieren tut es den Nincshofer Geheimbund der ‚Oblivisten‘, die aus dieser Aktion auf den Freiheitsdrang der 80-jährigen Erna Rohdiebl schließen und sie kurzerhand für ihre ‚oblivistischen Ziele‘ vereinnahmen. Doch diesen Zielen stehen, trotz der tatkräftigen Unterstützung der eigensinnigen Erna, verschiedene Hindernisse im Weg: Isa und Silvano, die ‚Neuen‘ aus der Stadt, schwangere Irrziegen, Tourist*innen, lästige Radfahrer*innen… Ich habe an diesem Buch insbesondere die Sprache und den besonderen Wortwitz geliebt, der mich an der ein der anderen Stelle an Mariana Leky erinnert hat. Die Charaktere sind so herrlich authentisch, obwohl sie gleichzeitig überzeichnet wirken. Für mich haben insbesondere diese Charaktere den Reiz dieses Buches ausgemacht. Darüber hinaus ist ‚Nincshof‘ auch klamaukig, skurril, herzerwärmend, lustig, feministisch und geprägt von ganz viel Freiheitsliebe. Also, lest ‚Nincshof‘! Das lässt euch an die Menschheit und die Freiheit (wenn auch nicht um jeden Preis) glauben! … und auf jeden Fall auch schmunzeln.

3

Schön aber hat mich leider nicht bei sich gehalten…

Eigentlich mag ich solche Bücher sehr und mir haben auch die Charaktere gut gefallen. Aber es hat mich leider nicht bei sich gehalten. Damit meine ich, dass ich beim Lesen nicht das Gefühl bekam, unbedingt wissen zu wollen, wie es weiter geht. Dadurch wurde es für mich leider etwas zäh… Bin dann nochmal aufs Hörbuch umgeswitcht aber auch da konnte es mich leider nicht fesseln, was mir echt ein bisschen leid tut.

4.5

Zu Nincshof gibt’s nichts zu sagen 😉

Das würden sich die Bewohner von Nincshof wünschen, wenn jemand nach dem Dorf fragt.. Ein Dorf will verschwinden und in Vergessenheit geraten aber bevor es so weit kommen kann, muss einiges getan werden und die (selbsternannten) Oblivisten stehen vor einer Hürde nach der anderen! Es war eine Freude dieses Buch zu lesen 😅 bissl österreichischer Humor gepaart mit einer einzigartigen Handlung ist dieses Buch eine sehr leichte Lektüre zum Schmunzeln ☺️ Die Handlung plätschert so vor sich hin ohne dabei langweilig zu werden und die Protagonisten fand ich liebenswert 🥰

Zu Nincshof gibt’s nichts zu sagen 😉
4

Irrziegen und Schilf / Freiheit den Nincshofern

Ich hab zunächst schwer rein gefunden, daran ist der Übergang des vorherigen Buchs sicherlich schuld. Schnell habe ich mit Erna und Isa mitfühlen können. Die Schilderungen aus der Vergangenheit und Zukunft sind geschickt in die Geschichte eingebaut. Ich habe es nun in wenigen Tagen verschlungen, weil ich wissen wollte, ob sie als Oblivisten schaffen was sie sic vorgenommen haben.

Johanna Sebauers Debütroman „Nincshof" ist eine originelle, humorvolle und zugleich tiefgründige Geschichte, die in einem kleinen Dorf im Burgenland an der österreichisch-ungarischen Grenze spielt. Die charmant-skurrile Handlung dreht sich um eine Gruppe von Dorfbewohnern, die sogenannten Oblivisten, die alles daransetzen, dass ihr Dorf wieder in Vergessenheit gerät. Diese Oblivisten entfernen Ortsschilder, löschen digitale Einträge und tun ihr Bestes, um den Ort unsichtbar zu machen – eine humorvolle und zugleich nachdenklich stimmende Allegorie über den Wunsch nach Ruhe und Abgeschiedenheit in einer Welt, die ständig um Aufmerksamkeit ringt. Sebauer schafft es meisterhaft, die Balance zwischen feinem Humor und tieferer Bedeutung zu halten. Die Dialoge sind pointiert, die Figuren sind lebendig und liebevoll gezeichnet, besonders die schrullige Rentnerin Erna Rohdiebl, die sich heimlich nachts in den Pool der Nachbarn schleicht. Der ländliche Schauplatz und die seltsame Irrziegen-Zucht des zugezogenen Architekten sorgen für viele Lacher, während die Grundthematik rund um das Vergessen und Erinnern dem Buch eine tiefere Dimension verleiht. Besonders spannend ist die feministische Note des Romans, etwa durch Traditionen wie die Weitergabe des Familiennamens durch die Frauen. Diese Details verleihen der Geschichte eine besondere Würze und brechen mit gängigen Erzählmustern. Sebauers Wortwitz und der skurrile Charme der Figuren machen „Nincshof" zu einem unterhaltsamen und gleichzeitig reflektierten Lesevergnügen. Die Mischung aus Humor, Lokalkolorit und philosophischen Überlegungen hebt den Roman aus der Masse hervor. Wer Spaß an absurd-komischen Dorfgeschichten hat und eine Prise Tiefgang schätzt, wird dieses Buch lieben.

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4

Sehr amüsant

Mit Erna Rohdiebl hatte ich viel Spaß! Nicht nur, weil sie für ihr Alter echt dreist drauf ist. Die Prämisse des Romans ist auch einfach saukomisch umgesetzt: Drei männliche Bewohner des Dorfes wollen dafür sorgen, dass dieses vergessen wird. Vom Stress der globalisierten Welt abgeschnitten wird. Wie es früher schon einmal war. Und Erna wollen sie für ihr Anliegen rekrutieren. Straßenschilder, Wikipedia-Einträge und Archivmaterial verschwinden. Dann sind da aber noch diese aufmüpfigen Neuen, die im Dorf eine Irrziegenfarm betreiben wollen! Aus dieser Konstellation entsteht eine sehr humorvolle, wenn auch eher harmlose Geschichte um das kleine Dorf, mit einigen, wenigen ernsten Anklängen. In gewissem Maße ist da sicher auch Spott über bestimmte Gesellschaftsgruppen enthalten, aber dieser bleibt gutmütig, nicht bissig.

5

Wie lässt man ein Dorf verschwinden? Eine sehr lustige Geschichte rund um Erna Rohdiebl, den Oblivisten und Irrziegen. "Freiheit im Nicht-bemerkt-Werden'

5

Ein besonderes Dorf

Ein Dorf in Österreich, das eine besondere Geschichte hat. Dort zieht ein Ehepaar aus Wien hin und sucht Ruhe für sich und die Ziegenzucht. Die Dorfbewohner sind liebevoll beschrieben, ein bissl schräg so mancher und haben eine besondere Mission… Das alles ist mit Witz, sprachlich den Menschen auf den Mund geschaut und so liebevoll erzählt, dass ich mittendrin in Nincshof war. Toll!!

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Tolle Mischung aus "Was man von hieraus sehen kann" und "Unterleuten"

"Nincshof ist das Dorf. Auf den ersten Blick, wie jedes Dorf, in keiner Weise besonders. Auf den zweiten, wie jedes Dorf, einzigartig." S. 5. Erna Rohdiebl lebt schon ihr ganzes, langes Leben in Nincshof, einem kleinen Dorf an der österreichisch/ungarischen Grenze. Hier passiert nicht besonders viel, weswegen Erna eines Tages beschließt, nachts heimlich den Pool einer Nachbarin zu nutzen, während diese im Urlaub ist. Wird schon schief gehen. Tut es auch. Irgendwie gerät sie dann auch noch in diese Geschichte mit dem Oblivisten hinein, einer kleinen Gruppierung im Dorf, deren Plan es ist, Nincshof aus der Erinnerung aller Außenstehenden und den Geschichtsbüchern zu streichen, um die Einwohner*innen vor den Einflüssen der äußeren Welt und das Dorf vor Tourist*innen zu bewahren. Das neu zugezogene Paar, eine Dokumentarfilmmacherin und ihr Mann, der sehr öffentlichkeitswirksam seltene Irrziegen züchtet, stellen für dieses Vorhaben jedoch eindeutig eine große Gefahr dar... Mein Gott, wie gerne habe ich Johanna Sebauers Debüt gelesen! Es mag der Urlaubsflow gewesen sein, der mich ziemlich rastlos und gleichzeitig total entspannt an zwei Tagen durch Nincshof und seine Geschichte getragen hat, als wäre ich auf einer Irrziegenwanderung, aber es war auch endlich mal wieder eine Geschichte, die für mich gut und gerne noch eine ganze Weile hätte weitergehen können. Den schrulligen Figuren, die Sebauer da erschaffen hat, wäre ich gern noch weiter durch ihre Geschichten gefolgt (ich meine sorry, aber die haben ein Jesusschwein!!!) und auch die Sprache, die wechselnden Perspektiven und dörflichen Beziehungsdynamiken haben es mir voll und ganz angetan. Ich habe mehrfach laut gelacht, ob der Absurdität der geschilderten Situationen, die ich dem Text dennoch voll und ganz abgenommen habe. Dann hatte ich hier und da Tränchen in den Augen, weil Sebauer hervorragend beobachtet und Gefühle in Worte verpackt, die mich einfach erwischt haben. "Damals hatte das, was man so leichtfertig Zukunft nannte, in weiter Ferne gelegen und war in keinem Fall wertvoll genug gewesen, als dass es sich gelohnt hätte, einen aufwendigeren Gedanken darauf zu verschwenden. Zukunft. Das Wort klang damals aus den Mündern der Jungen wie Spott und aus jenen der Alten wie eine Warnung." S. 266. "Nincshof" war für mich eine absolut gelungene Mischung aus Juli Zehs "Unterleuten"-Atmosphäre und dem Witz, der "leichten Schwere" und der Verschrobenheit von Mariana Lekys "Was man von hieraus sehen kann". Für mich war es ganz klar und eindeutig ein Highlight des bisherigen Lesejahres und ich möchte noch kurz, aber sehr deutlich sagen, dass ich Erna Rohdiebl sehr liebe! Vielen Dank an @dumont und insbesondere an @buchstabenbaer für die Empfehlung und die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. "Nincshof" ist heute erschienen und meiner bescheidenen Meinung nach, lohnt es sich unbedingt, es in der Buchhandlung eures Vertrauens zu erstehen. "Der Vorsprung, den man als Mensch, der den Großteil seines Lebens schon hinter sich hatte, gegenüber Jüngeren genoss, umfasste zwei Gewissheiten, die den meisten Jüngeren, glücklicherweise, fehlten: dass erstens Leben auch Leid bedeutete. Und dass zweitens das 'auch' hierbei das Wesentliche war, weil auf das 'auch' ein 'aber nicht nur' folgte und sich genau deshalb all der Kümmer, der einen manchmal befiel, trotzdem lohnte. [...] Heute, als fast Achtzigjährige, wusste sie, das Leben war ein Durcheinander, ein üppiger Strauß Wildblumen, in dem die schönsten und giftigsten Blüten nebeneinander gediehen." S. 324 f.

Tolle Mischung aus "Was man von hieraus sehen kann" und "Unterleuten"
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Ich finde das Buch sehr unterhaltsam, unvorhersehbar und witzig. Die Geschichte entfaltet sich wie ein träge, heißer Sommertag und macht das Vergessen werden attraktiv.

4.5

„𝘝𝘦𝘳𝘨𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘪𝘴𝘵 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘎𝘦𝘸𝘢𝘭𝘵. 𝘝𝘦𝘳𝘨𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘪𝘴𝘵 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘧𝘵𝘢𝘵. 𝘈𝘮 𝘝𝘦𝘳𝘨𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘵 𝘥𝘦𝘳𝘫𝘦𝘯𝘪𝘨𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘶𝘭𝘥, 𝘥𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘨𝘪𝘴𝘴𝘵. 𝘕𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘥𝘦𝘳, 𝘥𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘨𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯 𝘸𝘶𝘳𝘥𝘦.“ (𝘚.97) Nincshof ist ein verschlafenes, kleines Dorf im Burgenland (Österreich an der Grenze zu Ungarn). Und Nincshof ist anders… Der Bürgermeister samt Komplizen, eine Gruppe, die sich die Oblivisten nennen, haben sich in den Kopf gesetzt, dass Nincshof vergessen werden und zu einem Zustand einer alten Legende zurückkehren soll, die besagt, dass Nincshof lange Zeit unbemerkt in einem Moor exsistiert hat und völlig autark und frei von der Außenwelt war. Nun ist es aber in unserer digitalisierten Welt gar nicht mal so einfach vergessen zu werden und obendrein gibt es in Nincshof auch die „Neuen“, eine zugezogene Familie, die mit ihren Irrziegen ganz schön viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. - Was an Nincshof gleich auffällt, ist der Schreibstil. Anfangs war ich ein wenig davon irritiert, klang es für mich eher nach Kinderbuch als nach Roman. Aber schon nach den ersten paar Seiten war klar, dass dieser, an Märchen erinnernde Stil, einfach wahnsinnig gut zu der Geschichte passt. Beim Lesen taucht man ab in eine andere Welt, die sich unglaublich von unseren Strukturen unterscheidet und so recht will man auch nicht wieder auftauchen, denn Nincshof ist eine heile Welt. Die matriarchalisch agierende Gemeinschaft ist zufrieden, allen geht es gut, niemand will weg aus Nincsdorf, und die, die weggegangen sind, kommen immer wieder. Das Matriarchat wird seit jeher in Nincshof gelebt, niemand hinterfragt es und die „Neue“ Isa Bachgasser, eine ehemalige Filmemacherin, ist absolut fasziniert davon, dass den Nincshofer*innen anscheinend gar nicht bewusst ist, dass sie so viel anders leben, als der Rest von Österreich. Das Konzept des Oblivismus fand ich ziemlich spannend und im Buch auch wahnsinnig gut umgesetzt. Absichtliches Vergessen bzw. Vergesserwerden ist sicher nicht nur auf Nincshof betrachtet vorteilhaft, sondern auch für unsere schnelllebige Welt, in der sich unglaubliche viele Informationen in unseren Köpfen ansammeln. Ein bisschen ausmisten würde uns sicher allen gut tun. Und die Einführung, die Valentin Salmarek (einer der Oblivisten) dazu gibt, kann man schon fast als wissenschaftlich bezeichnen. Als weitere Protagonst*innen sollte noch Erna Rohdiebel erwähnt werden, eine 70jährige, die mit dem Alter ein wenig übermütig wird und Silvano Mezzaroni, der „Neue“ und einzige Mann in Nincsdorf, der nicht den Nachnamen seiner Frau trägt und mit seiner Obsession für Irrziegen auf sich aufmerksam macht. Die Charaktere die Sebauer schafft, sind alle ein bisschen schrullig und eigen, aber jede*r für sich auch sehr liebenswürdig und authentisch. Alle samt werden eingebettet in eine Geschichte die spannend und lustig ist und sich toll lesen lässt. Ein wirklich gelungenes Debüt, dass viel Lust auf weitere Werke der Autorin macht und von mir eine große Leseempfehlung.

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