Wandering Souls
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Description
»Ein Werk von tiefer Menschlichkeit, voller Liebe und unbeugsamer Hoffnung.« Ocean Vuong
Dieser unvergessliche Roman erzählt die Geschichte der drei Geschwister Anh, Thanh und Minh, die nach Ende des Vietnam-Krieges Ende der Siebzigerjahre mit ihrer Familie in die USA fliehen wollen. Sie stranden in einem Lager in Hongkong, wo sie vergebens auf ihre Eltern warten. Plötzlich liegt es an der sechzehnjährigen Anh, für ihre Geschwister das Versprechen einer besseren Zukunft wahr werden zu lassen. Gemeinsam gelangen die drei nach England. Geplagt von der Schuld der Überlebenden und ohne die schützende Hand der Eltern, müssen sie in dem fremden Land lernen, auf sich selbst zu vertrauen, ohne sich einander zu verlieren.
Book Information
Posts
„Wandering Souls“ ist ein Buch, das lange nachwirkt. Für mich stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wie trauert man, wenn dafür kein Raum ist? Und wie lebt man, wenn man eigentlich nur im Überlebensmodus funktioniert? Beim Lesen war meine Stimmung oft gedrückt, die Flucht, der Rassismus, aber vor allem diese Entwurzelung und die unverarbeiteten Traumata der Geschwister gehen echt nah. Genau dieses Gefühl zieht sich durch alles. Kein einfaches Buch, aber ein sehr eindringliches.
Berührend
Die Geschwister Anh, Minh und Thang begeben sich während des Vietnamkrieges auf die Flucht. Sie fliehen zunächst nach Hongkong und wollen von da aus nach Amerika aufbrechen. Doch ihre Eltern und Geschwister überleben die Flucht nach Hongkong nicht. Und nun ist es an der 16-jährigen Anh ihre Brüder und sich selbst zu versorgen und ein Leben aufzubauen, was sich ihre Eltern für sie erhofft hatten. Dieser Roman ist sehr berührend, bedrückend und herzzerreißend. Gleichzeitig gespickt mit glücklichen Momenten, Perspektiven, Hoffnung und Zuversicht. Die Handlung beschränkt sich auf das Wesentliche und dennoch schafft diese Erzählung eine unglaubliche Tiefe, die auch geschichtliche und kulturelle Hintergründe immer wieder aufgreift. Ein Roman der Empathie lehrt. Empfehlung!
Wandering Souls beschreibt das Leben/die Lebensumstände der Boat People.
📌 "Es gibt die Abschiede und dann das Herausfischen der Leichen - alles dazwischen bleibt Spekulation." - S. 9 Vietnam, 70er Jahre. Anh, Minh und Than, fliehen via Boot nach Hong Kong, wo sie in einem Flüchtlingslager unterkommen. Die Eltern, die mit den jüngeren Geschwistern zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls die Flucht ergreifen wollten, sterben während der Überfahrt. Ab diesem Moment ist die 16-jährige Anh für ihre beiden jüngeren Brüder verantwortlich und stets bemüht ihnen das bestmögliche Leben zu bieten. Sie landen schließlich gemeinsam in London, nachdem die USA ihren Einreiseantrag abgelehnt hat, doch heimisch fühlen sie sich nie. Zu schwerwiegend sind die Erinnerungen an die Flucht und das Erlebte, die alte Heimat und die alten Traditionen, das Vermissen der Familie. Wandering Souls beschreibt das Leben/die Lebensumstände der Boat People, menschenunwürdige Zustände auf der Flucht und in den Flüchtlingslagern, Anfeindungen, Rassismus, Integrationsprobleme, ... Es ist eine bewegende und auch traurige Geschichte, die am Ende jedoch auch Hoffnung schenkt. Lesenswert.

Unglaublich bewegender Roman!
"Ihre Kinder wussten, woher Ahn herkam, und sie wussten vom Krieg, aber sie hatte ihnen nicht ihre ganze Geschichte erzählt. Sie hatte ihnen nicht von der Werft, der Leichenhalle und den in ihr Boot gekletterten Fischern erzählt" S. 189 Cecile Pin thematisiert in ihrem Roman die Boat People, Menschen, die aufgrund des Vietnamkrieges mit dem Boot aus ihrer Heimat geflohen sind. Auch die Protagonistin Ahn und ihre Brüder sollen sich eine Nachts in ein wackeliges Boot begeben und ihr Dorf verlassen. Wenige Tage später soll ihre Familie nachkommen, der Vater hat die lange Reise nach Amerika genau geplant. Doch niemand kommt nach, und den Kindern geht auf, dass dies nicht nur eine "einfache, unkomplizierte" Reise ist, sondern eine Flucht auf Leben und Tod. Zwischen Hoffnung und Trauer navigiert Ahn ihre Brüder durch ein neues und unbekanntes Leben. Pins schöne Sprache und die aufschlussreiche Informationen zu diesem Thema, haben das Buch für mich zu etwas ganz besonderem gemacht. Das Schicksal dieser Familie - das auch das Schicksal so vieler anderen Familien war und ist, hat mich tief bewegt. Es ist ein schmales Buch, aber es kommt dennoch mit einer Wucht daher. Die Geschichte handelt von Krieg und Verlust. Aber auch davon, wie Trauer und das Trauma einer Generation noch lange ihre Schatten auf künftige Generationen werfen können. Mit klarem Ton und Worten, die einem unter die Haut gehen, hat Cecile Pin ein wunderbares Buch geschrieben. Ich kann mich all den positiven Rezensionen nur anschließen: Lest dieses Buch! ---- Der Titel "Wandering Souls" bezieht sich auf eine fürchterliche Militäraktion der US Army, die den vietnamesischen Glauben für ihre psychologische Kriegsführung missbrauchten und verzerrte Stimmenrufe auf Tonband nutzen um "den Feind" zu demoralisieren. ---- Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch.
Es gibt da diesen einen Glauben. Und zwar darüber, dass Tote angemessen beerdigt werden müssten, in ihrer Heimat nämlich. Andernfalls kämen ihre Seelen niemals zur Ruhe, so heißt es, würden in Form von Geistern auf der Erde umherirren - zur ewigen Rastlosigkeit verdammt. Wandering Souls. Ohne es zu wissen, werden auch sie von Wandering Souls begleitet. Sie, das sind die drei Geschwister Anh, Thanh und Minh, die nach Ende des Vietnamkrieges mit ihrer Familie in die USA fliehen wollen - vielmehr müssen. Einem bestimmten Plan folgend macht sich die Familie auf den Weg, voller Hoffnung auf ein besseres Leben, vor allem aber eines in Sicherheit. Der Plan sieht vor, dass die drei Geschwister ein früheres Boot nehmen, der Rest der Familie dann nachkommt. Doch alles kommt anders: Anh, Thanh und Minh stranden in einem Lager bei Hongkong, genau dort, wo sie nur noch die Leichname ihrer Familie in Empfang nehmen und vom einen auf den anderen Tag zu Waisen werden. Völlig auf sich alleine gestellt bestreiten sie die unvorstellbaren Herausforderungen als Geflüchtete in einem fremden Land, genauso aber auch als Überlebende - voller Wut, Trauer und Schuldgefühlen. Nichtsahnend, dass die Seelen ihrer Familienmitglieder ihnen folgen werden. „Wandering Souls“ ist Cecile Pins Debütroman, der zu Teilen auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert und dem es vielleicht gerade deshalb gelingt, mit einer beeindruckenden Vielschichtigkeit eine authentische Familiengeschichte zu erschaffen, die sowohl das Herz erwärmt als auch den Kopf erhellt. So schafft dieses Buch den Spagat zwischen einem stringenten Handlungsstrang wie auch anderen erzählerischen, multiperspektivischen Elementen. Trotz aller Schwere und Tiefe umgibt diese Geschichte eine Leichtigkeit, die sie für mich zu etwas ganz Besonderem macht. Ein wichtiger literarische Beitrag zur Erinnerung an die vietnamesischen Boatpeople sowie zur Auseinandersetzung mit transgenerationalen Traumata in Folge von Flucht und Vertreibung. Dieses Buch ist etwas für die Dauer. Ein absolutes Highlight, das ich wärmstens empfehlen möchte.

Kurz aber einprägsam über das Schicksal dreier Geschwister, deren Flucht aus Vietnam zwar gelang, aber sie mussten den Rest ihrer Familie zurücklassen und sich fortan allein in GB durchschlagen. Es wirft kleine Schlaglichter auf Teile ihres Lebens. Teilweise hätte ich mir mehr gewünscht, mehr Inhalt über das Leben in den Lagern, der Neuanfang in GB. Unterbrochen ist die Geschichte immer wieder mal von sachlichen Berichten und den Gedanken des verstorbenen jüngsten Bruders aus dem Jenseits- aber auch das hat seine Bewandnis!
Absolut lesenswert!
Gestern Abend noch in einem Rutsch beendet, weil ich nicht aufhören konnte! Ein sehr berührendes Buch, das die Geschichte einer Flucht erzählt, von Verlust der Heimat und der Familie, vom langen Weg des Ankommens in einem fremden Land. Ich habe viel gelernt, Einblick in die Geschichte und eine andere Kultur bekommen. Absolut lesenswert!
Kann die Fremde Heimat werden?
Dieser Frage muss sich Anh stellen, als sie mit ihren beiden Brüdern vor dem Vietnamkrieg flieht. Als sogenannte „Boatpeople“ reisen sie illegal über das Meer und gelangen zunächst nach Hong Kong sowie später in das Vereinigte Königreich. Dort sollen und wollen sie ein neues Leben beginnen. Doch geht das überhaupt, wenn man unfreiwillig die alte Heimat verlassen hat? Mit welchen Bedingungen muss man sich an einem fremden Ort zufriedengeben? Wie sehr sollte man auf ein „besseres“ Leben hinarbeiten - und was bedeutet das überhaupt? Cecile Pin hat in ihrem Debut historische, psychologische und emotionale Gedanken zu vielen Fragen gefunden, mit denen sich Geflüchtete in einer neuen Umgebung konfrontiert sehen. Dabei verwebt Pin auf wunderbare Art und Weise Szenen des Zweifels, der Wut, des Scheiterns aber auch der Dankbarkeit und des Glücks. Der Protagonistin Anh kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn sie muss nicht nur mit ihrem eigenen Heimweh zurecht kommen, sondern ist auch Elternersatz für ihre Geschwister. Zum Ende hin uferte die Geschichte für mich etwas zu sehr aus - die Figuren waren jedoch insgesamt sehr liebevoll gestaltet. Ganz besonders beeindruckt haben mich aber vor allen die Teile des Romans, die außerhalb der Erfahrungswelt von Anh liegen. Denn hier etabliert Pin kulturelles und historisches Wissen, das nicht nur informiert, sondern zum Nachdenken anregt. Dabei wird auch erläutert, was es mit den titelgebenden „Wandering Souls“ auf sich hat - einem tragischen und trotzdem sehr passenden Titel für diesen gelungenen Roman!
Ein Roman über Verlust, Trauer, einer Flucht aus der Heimat und dem damit verbundenen Weg in einem fremden Land neu anzukommen. Cecile Pin nimmt uns mit auf eine emotionale Reise, die ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Zusätzlich gibt es Einblicke in die Historie zur Zeit des Vietnam-Krieges und die vietnamesische Kultur. In Hinblick auf das historische Setting sind große Emotionen vorprogrammiert. Eine sehr bewegende Familiengeschichte, die in verschiedenen Perspektiven geschrieben ist. Der Titel „Wandering Souls“ spielt dabei auch eine große, rührende Rolle. Trotz seiner Kürze ist es ein Buch, an das ich oft noch denken muss. Sehr empfehlenswert. 🩵

Eine bewegende Geschichte über das Leid und das Leben vietnamesische Flüchtlinge von den 70er Jahren bis heute. Mit dieser Ereignissen hatte ich mich noch nicht beschäftigt und das Buch gibt einen guten Anstoß. Die Kapitel aus den verschiedenen Blickwinkeln sind manchmal etwas verwirrend, aber dennoch bereichernd.
über das fliehen vor dem krieg aus vietnam 1974. wie familien zerrissen werden und kinder allein in camps ankommen und dort viel zu schnell und während des größten verlusts erwachsen werden müssen. über viele jahrzehnte begleitet das buch eine vietnamesische familie, oder besser gesagt die mitglieder, die lebend die flucht übers wasser geschafft haben. dabei gibt es immer wieder einschübe der wandernden seelen und der autorin mit der begründung warum sie dieses buch veröffentlich: „Knowledge allows remembering and remembering is honouring. I want all the dead to be revered.“ S.104 ich bin durch die seiten geflogen. gleichzeitig schwer betroffen vom leid und den umständen, unter denen die protagonist*innen aufwachsen. das buch ist auf so vielen ebenen eine absolute bereicherung und eine ganz große highlight-empfehlung.
Vietnam in den 70er Jahren: Um eine neue Lebensperspektive zu finden verlassen Anh, Minh und Tanh das Land, um über eine riskante Route per Boot in Hong Kong zu laden. Ihre Eltern und jüngeren Geschwister haben weniger Glück: sie erreichen das Ziel nicht lebend und nun ist es an der 16-jähren Anh für sich selbst und ihre beiden jüngeren Brüder zu sorgen. Die drei werden als Teil der sogenannten Boat People in die UK übergesiedelt. Anh arbeitet in einer Fabrik und bemüht sich die noch lebenden Brüder zusammenzuhalten. Cecile Pin stellt zwei entscheidende Fragen in ihrem Buch: Wie kann man trauern, wenn man eigentlich keine Kapazitäten/Zeit dafür hat? Und: Wie kann man leben, wenn man eigentlich nur im Überlebensmodus ist? Meine Stimmung war beim Lesen sehr gedrückt: Nicht nur die schrecklichen Bedingungen der Flucht und der Rassismus waren belastend, sondern auch die Entwurzelung der drei Überlebenden gepaart mit unaufgearbeiteten Trauma und Überlebensschuld. Es ist definitiv kein leichtes fröhliches Sommerbuch, aber das Lesen lohnt sich.
Als ich im Mai Der Gesang der Berge von Nguyễn Phan Quế Mai las, musste ich – auch wenn es um sie in dem Roman nicht ging – oft an die Boatpeople denken, die mir aus meiner Kindheit noch von Fernsehberichten unauslöschlich in Erinnerung geblieben sind. Die in dem Buch geschilderten Schrecken und politischen Entgleisungen, denen die Bevölkerung ausgesetzt war, machten die Flucht der rund 1,6 Millionen Vietnamesen nachvollziehbar, die in den 1970er und 1980er Jahren über das südchinesische Meer ins Ausland zu gelangen versuchten. An diesem Punkt setzt „Wandering Souls“ von Cecile Pin an. Es handelt sich dabei um ihren ersten Roman, der in Teilen auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert. Sie erzählt darin die Geschichte von drei Geschwistern, die nach Ende des Vietnam-Krieges Ende der Siebzigerjahre mit ihrer Familie fliehen und in einem Lager in Hongkong stranden, wo sie vergeblich auf ihre Eltern und die anderen Geschwister warten. Plötzlich ist die sechzehnjährige Anh für ihre beiden jüngeren Brüder verantwortlich und muss sich mit ihnen nicht nur in einem fremden Land zurecht finden, sondern auch noch die Rolle einer Erwachsenen übernehmen. Cecile Pin schildert anschaulich die Sorgen und Nöte, in die ihre Protagonisten geraten und doch kommt man ihnen in diesem Roman nicht wirklich nah. Denn die Geschichte der drei Geschwister wird in nicht immer linearen Zeitsprüngen erzählt und dabei immer wieder von anderen Texten unterbrochen, die mich anfangs ein wenig verwirrten. Gelegentlich meldet sich der Geist von Dao, dem kleinen toten Bruder, zu Wort; es gibt einen Zeitungsbericht über Vietnamesische Flüchtlinge, die von einer thailändischen Insel gerettet wurden; außerdem findet man den Brief der Premierministerin Margaret Thatcher an die Familie Nguyen, aber es gibt auch Akten der Downing Street, die Thatchers Abneigung gegen die Aufnahme vietnamesischer Flüchtlinge dokumentieren. Daneben kommt die Autorin gelegentlich selbst zu Wort. Ein Lesefluss will hierbei nicht so recht entstehen und manchmal ist es auch ein wenig sperrig, den Anschluss an die eigentlich erzählte Geschichte zu finden. Und doch schafft es die Autorin, dass dieser fragmentierte Roman allmählich zusammenwächst und neugierig macht. Wissenslücken wollen außerhalb des Buches (Glossar vorhanden) geschlossen werden und regen zum Weiterforschen und staunen an. Chancen und Risiken der Flucht werden erkennbar. Gefühlswelten der geflüchteten Geschwister im fremden Land (England) werden nachvollziehbar und regen zum Weiterdenken an. Eigentlich genau das, was ein gutes Buch ausmacht und sicherlich ein insgesamt gelungener Debüt-Roman. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Autorin weiter entwickelt.
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»Ein Werk von tiefer Menschlichkeit, voller Liebe und unbeugsamer Hoffnung.« Ocean Vuong
Dieser unvergessliche Roman erzählt die Geschichte der drei Geschwister Anh, Thanh und Minh, die nach Ende des Vietnam-Krieges Ende der Siebzigerjahre mit ihrer Familie in die USA fliehen wollen. Sie stranden in einem Lager in Hongkong, wo sie vergebens auf ihre Eltern warten. Plötzlich liegt es an der sechzehnjährigen Anh, für ihre Geschwister das Versprechen einer besseren Zukunft wahr werden zu lassen. Gemeinsam gelangen die drei nach England. Geplagt von der Schuld der Überlebenden und ohne die schützende Hand der Eltern, müssen sie in dem fremden Land lernen, auf sich selbst zu vertrauen, ohne sich einander zu verlieren.
Book Information
Posts
„Wandering Souls“ ist ein Buch, das lange nachwirkt. Für mich stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wie trauert man, wenn dafür kein Raum ist? Und wie lebt man, wenn man eigentlich nur im Überlebensmodus funktioniert? Beim Lesen war meine Stimmung oft gedrückt, die Flucht, der Rassismus, aber vor allem diese Entwurzelung und die unverarbeiteten Traumata der Geschwister gehen echt nah. Genau dieses Gefühl zieht sich durch alles. Kein einfaches Buch, aber ein sehr eindringliches.
Berührend
Die Geschwister Anh, Minh und Thang begeben sich während des Vietnamkrieges auf die Flucht. Sie fliehen zunächst nach Hongkong und wollen von da aus nach Amerika aufbrechen. Doch ihre Eltern und Geschwister überleben die Flucht nach Hongkong nicht. Und nun ist es an der 16-jährigen Anh ihre Brüder und sich selbst zu versorgen und ein Leben aufzubauen, was sich ihre Eltern für sie erhofft hatten. Dieser Roman ist sehr berührend, bedrückend und herzzerreißend. Gleichzeitig gespickt mit glücklichen Momenten, Perspektiven, Hoffnung und Zuversicht. Die Handlung beschränkt sich auf das Wesentliche und dennoch schafft diese Erzählung eine unglaubliche Tiefe, die auch geschichtliche und kulturelle Hintergründe immer wieder aufgreift. Ein Roman der Empathie lehrt. Empfehlung!
Wandering Souls beschreibt das Leben/die Lebensumstände der Boat People.
📌 "Es gibt die Abschiede und dann das Herausfischen der Leichen - alles dazwischen bleibt Spekulation." - S. 9 Vietnam, 70er Jahre. Anh, Minh und Than, fliehen via Boot nach Hong Kong, wo sie in einem Flüchtlingslager unterkommen. Die Eltern, die mit den jüngeren Geschwistern zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls die Flucht ergreifen wollten, sterben während der Überfahrt. Ab diesem Moment ist die 16-jährige Anh für ihre beiden jüngeren Brüder verantwortlich und stets bemüht ihnen das bestmögliche Leben zu bieten. Sie landen schließlich gemeinsam in London, nachdem die USA ihren Einreiseantrag abgelehnt hat, doch heimisch fühlen sie sich nie. Zu schwerwiegend sind die Erinnerungen an die Flucht und das Erlebte, die alte Heimat und die alten Traditionen, das Vermissen der Familie. Wandering Souls beschreibt das Leben/die Lebensumstände der Boat People, menschenunwürdige Zustände auf der Flucht und in den Flüchtlingslagern, Anfeindungen, Rassismus, Integrationsprobleme, ... Es ist eine bewegende und auch traurige Geschichte, die am Ende jedoch auch Hoffnung schenkt. Lesenswert.

Unglaublich bewegender Roman!
"Ihre Kinder wussten, woher Ahn herkam, und sie wussten vom Krieg, aber sie hatte ihnen nicht ihre ganze Geschichte erzählt. Sie hatte ihnen nicht von der Werft, der Leichenhalle und den in ihr Boot gekletterten Fischern erzählt" S. 189 Cecile Pin thematisiert in ihrem Roman die Boat People, Menschen, die aufgrund des Vietnamkrieges mit dem Boot aus ihrer Heimat geflohen sind. Auch die Protagonistin Ahn und ihre Brüder sollen sich eine Nachts in ein wackeliges Boot begeben und ihr Dorf verlassen. Wenige Tage später soll ihre Familie nachkommen, der Vater hat die lange Reise nach Amerika genau geplant. Doch niemand kommt nach, und den Kindern geht auf, dass dies nicht nur eine "einfache, unkomplizierte" Reise ist, sondern eine Flucht auf Leben und Tod. Zwischen Hoffnung und Trauer navigiert Ahn ihre Brüder durch ein neues und unbekanntes Leben. Pins schöne Sprache und die aufschlussreiche Informationen zu diesem Thema, haben das Buch für mich zu etwas ganz besonderem gemacht. Das Schicksal dieser Familie - das auch das Schicksal so vieler anderen Familien war und ist, hat mich tief bewegt. Es ist ein schmales Buch, aber es kommt dennoch mit einer Wucht daher. Die Geschichte handelt von Krieg und Verlust. Aber auch davon, wie Trauer und das Trauma einer Generation noch lange ihre Schatten auf künftige Generationen werfen können. Mit klarem Ton und Worten, die einem unter die Haut gehen, hat Cecile Pin ein wunderbares Buch geschrieben. Ich kann mich all den positiven Rezensionen nur anschließen: Lest dieses Buch! ---- Der Titel "Wandering Souls" bezieht sich auf eine fürchterliche Militäraktion der US Army, die den vietnamesischen Glauben für ihre psychologische Kriegsführung missbrauchten und verzerrte Stimmenrufe auf Tonband nutzen um "den Feind" zu demoralisieren. ---- Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch.
Es gibt da diesen einen Glauben. Und zwar darüber, dass Tote angemessen beerdigt werden müssten, in ihrer Heimat nämlich. Andernfalls kämen ihre Seelen niemals zur Ruhe, so heißt es, würden in Form von Geistern auf der Erde umherirren - zur ewigen Rastlosigkeit verdammt. Wandering Souls. Ohne es zu wissen, werden auch sie von Wandering Souls begleitet. Sie, das sind die drei Geschwister Anh, Thanh und Minh, die nach Ende des Vietnamkrieges mit ihrer Familie in die USA fliehen wollen - vielmehr müssen. Einem bestimmten Plan folgend macht sich die Familie auf den Weg, voller Hoffnung auf ein besseres Leben, vor allem aber eines in Sicherheit. Der Plan sieht vor, dass die drei Geschwister ein früheres Boot nehmen, der Rest der Familie dann nachkommt. Doch alles kommt anders: Anh, Thanh und Minh stranden in einem Lager bei Hongkong, genau dort, wo sie nur noch die Leichname ihrer Familie in Empfang nehmen und vom einen auf den anderen Tag zu Waisen werden. Völlig auf sich alleine gestellt bestreiten sie die unvorstellbaren Herausforderungen als Geflüchtete in einem fremden Land, genauso aber auch als Überlebende - voller Wut, Trauer und Schuldgefühlen. Nichtsahnend, dass die Seelen ihrer Familienmitglieder ihnen folgen werden. „Wandering Souls“ ist Cecile Pins Debütroman, der zu Teilen auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert und dem es vielleicht gerade deshalb gelingt, mit einer beeindruckenden Vielschichtigkeit eine authentische Familiengeschichte zu erschaffen, die sowohl das Herz erwärmt als auch den Kopf erhellt. So schafft dieses Buch den Spagat zwischen einem stringenten Handlungsstrang wie auch anderen erzählerischen, multiperspektivischen Elementen. Trotz aller Schwere und Tiefe umgibt diese Geschichte eine Leichtigkeit, die sie für mich zu etwas ganz Besonderem macht. Ein wichtiger literarische Beitrag zur Erinnerung an die vietnamesischen Boatpeople sowie zur Auseinandersetzung mit transgenerationalen Traumata in Folge von Flucht und Vertreibung. Dieses Buch ist etwas für die Dauer. Ein absolutes Highlight, das ich wärmstens empfehlen möchte.

Kurz aber einprägsam über das Schicksal dreier Geschwister, deren Flucht aus Vietnam zwar gelang, aber sie mussten den Rest ihrer Familie zurücklassen und sich fortan allein in GB durchschlagen. Es wirft kleine Schlaglichter auf Teile ihres Lebens. Teilweise hätte ich mir mehr gewünscht, mehr Inhalt über das Leben in den Lagern, der Neuanfang in GB. Unterbrochen ist die Geschichte immer wieder mal von sachlichen Berichten und den Gedanken des verstorbenen jüngsten Bruders aus dem Jenseits- aber auch das hat seine Bewandnis!
Absolut lesenswert!
Gestern Abend noch in einem Rutsch beendet, weil ich nicht aufhören konnte! Ein sehr berührendes Buch, das die Geschichte einer Flucht erzählt, von Verlust der Heimat und der Familie, vom langen Weg des Ankommens in einem fremden Land. Ich habe viel gelernt, Einblick in die Geschichte und eine andere Kultur bekommen. Absolut lesenswert!
Kann die Fremde Heimat werden?
Dieser Frage muss sich Anh stellen, als sie mit ihren beiden Brüdern vor dem Vietnamkrieg flieht. Als sogenannte „Boatpeople“ reisen sie illegal über das Meer und gelangen zunächst nach Hong Kong sowie später in das Vereinigte Königreich. Dort sollen und wollen sie ein neues Leben beginnen. Doch geht das überhaupt, wenn man unfreiwillig die alte Heimat verlassen hat? Mit welchen Bedingungen muss man sich an einem fremden Ort zufriedengeben? Wie sehr sollte man auf ein „besseres“ Leben hinarbeiten - und was bedeutet das überhaupt? Cecile Pin hat in ihrem Debut historische, psychologische und emotionale Gedanken zu vielen Fragen gefunden, mit denen sich Geflüchtete in einer neuen Umgebung konfrontiert sehen. Dabei verwebt Pin auf wunderbare Art und Weise Szenen des Zweifels, der Wut, des Scheiterns aber auch der Dankbarkeit und des Glücks. Der Protagonistin Anh kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn sie muss nicht nur mit ihrem eigenen Heimweh zurecht kommen, sondern ist auch Elternersatz für ihre Geschwister. Zum Ende hin uferte die Geschichte für mich etwas zu sehr aus - die Figuren waren jedoch insgesamt sehr liebevoll gestaltet. Ganz besonders beeindruckt haben mich aber vor allen die Teile des Romans, die außerhalb der Erfahrungswelt von Anh liegen. Denn hier etabliert Pin kulturelles und historisches Wissen, das nicht nur informiert, sondern zum Nachdenken anregt. Dabei wird auch erläutert, was es mit den titelgebenden „Wandering Souls“ auf sich hat - einem tragischen und trotzdem sehr passenden Titel für diesen gelungenen Roman!
Ein Roman über Verlust, Trauer, einer Flucht aus der Heimat und dem damit verbundenen Weg in einem fremden Land neu anzukommen. Cecile Pin nimmt uns mit auf eine emotionale Reise, die ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Zusätzlich gibt es Einblicke in die Historie zur Zeit des Vietnam-Krieges und die vietnamesische Kultur. In Hinblick auf das historische Setting sind große Emotionen vorprogrammiert. Eine sehr bewegende Familiengeschichte, die in verschiedenen Perspektiven geschrieben ist. Der Titel „Wandering Souls“ spielt dabei auch eine große, rührende Rolle. Trotz seiner Kürze ist es ein Buch, an das ich oft noch denken muss. Sehr empfehlenswert. 🩵

Eine bewegende Geschichte über das Leid und das Leben vietnamesische Flüchtlinge von den 70er Jahren bis heute. Mit dieser Ereignissen hatte ich mich noch nicht beschäftigt und das Buch gibt einen guten Anstoß. Die Kapitel aus den verschiedenen Blickwinkeln sind manchmal etwas verwirrend, aber dennoch bereichernd.
über das fliehen vor dem krieg aus vietnam 1974. wie familien zerrissen werden und kinder allein in camps ankommen und dort viel zu schnell und während des größten verlusts erwachsen werden müssen. über viele jahrzehnte begleitet das buch eine vietnamesische familie, oder besser gesagt die mitglieder, die lebend die flucht übers wasser geschafft haben. dabei gibt es immer wieder einschübe der wandernden seelen und der autorin mit der begründung warum sie dieses buch veröffentlich: „Knowledge allows remembering and remembering is honouring. I want all the dead to be revered.“ S.104 ich bin durch die seiten geflogen. gleichzeitig schwer betroffen vom leid und den umständen, unter denen die protagonist*innen aufwachsen. das buch ist auf so vielen ebenen eine absolute bereicherung und eine ganz große highlight-empfehlung.
Vietnam in den 70er Jahren: Um eine neue Lebensperspektive zu finden verlassen Anh, Minh und Tanh das Land, um über eine riskante Route per Boot in Hong Kong zu laden. Ihre Eltern und jüngeren Geschwister haben weniger Glück: sie erreichen das Ziel nicht lebend und nun ist es an der 16-jähren Anh für sich selbst und ihre beiden jüngeren Brüder zu sorgen. Die drei werden als Teil der sogenannten Boat People in die UK übergesiedelt. Anh arbeitet in einer Fabrik und bemüht sich die noch lebenden Brüder zusammenzuhalten. Cecile Pin stellt zwei entscheidende Fragen in ihrem Buch: Wie kann man trauern, wenn man eigentlich keine Kapazitäten/Zeit dafür hat? Und: Wie kann man leben, wenn man eigentlich nur im Überlebensmodus ist? Meine Stimmung war beim Lesen sehr gedrückt: Nicht nur die schrecklichen Bedingungen der Flucht und der Rassismus waren belastend, sondern auch die Entwurzelung der drei Überlebenden gepaart mit unaufgearbeiteten Trauma und Überlebensschuld. Es ist definitiv kein leichtes fröhliches Sommerbuch, aber das Lesen lohnt sich.
Als ich im Mai Der Gesang der Berge von Nguyễn Phan Quế Mai las, musste ich – auch wenn es um sie in dem Roman nicht ging – oft an die Boatpeople denken, die mir aus meiner Kindheit noch von Fernsehberichten unauslöschlich in Erinnerung geblieben sind. Die in dem Buch geschilderten Schrecken und politischen Entgleisungen, denen die Bevölkerung ausgesetzt war, machten die Flucht der rund 1,6 Millionen Vietnamesen nachvollziehbar, die in den 1970er und 1980er Jahren über das südchinesische Meer ins Ausland zu gelangen versuchten. An diesem Punkt setzt „Wandering Souls“ von Cecile Pin an. Es handelt sich dabei um ihren ersten Roman, der in Teilen auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert. Sie erzählt darin die Geschichte von drei Geschwistern, die nach Ende des Vietnam-Krieges Ende der Siebzigerjahre mit ihrer Familie fliehen und in einem Lager in Hongkong stranden, wo sie vergeblich auf ihre Eltern und die anderen Geschwister warten. Plötzlich ist die sechzehnjährige Anh für ihre beiden jüngeren Brüder verantwortlich und muss sich mit ihnen nicht nur in einem fremden Land zurecht finden, sondern auch noch die Rolle einer Erwachsenen übernehmen. Cecile Pin schildert anschaulich die Sorgen und Nöte, in die ihre Protagonisten geraten und doch kommt man ihnen in diesem Roman nicht wirklich nah. Denn die Geschichte der drei Geschwister wird in nicht immer linearen Zeitsprüngen erzählt und dabei immer wieder von anderen Texten unterbrochen, die mich anfangs ein wenig verwirrten. Gelegentlich meldet sich der Geist von Dao, dem kleinen toten Bruder, zu Wort; es gibt einen Zeitungsbericht über Vietnamesische Flüchtlinge, die von einer thailändischen Insel gerettet wurden; außerdem findet man den Brief der Premierministerin Margaret Thatcher an die Familie Nguyen, aber es gibt auch Akten der Downing Street, die Thatchers Abneigung gegen die Aufnahme vietnamesischer Flüchtlinge dokumentieren. Daneben kommt die Autorin gelegentlich selbst zu Wort. Ein Lesefluss will hierbei nicht so recht entstehen und manchmal ist es auch ein wenig sperrig, den Anschluss an die eigentlich erzählte Geschichte zu finden. Und doch schafft es die Autorin, dass dieser fragmentierte Roman allmählich zusammenwächst und neugierig macht. Wissenslücken wollen außerhalb des Buches (Glossar vorhanden) geschlossen werden und regen zum Weiterforschen und staunen an. Chancen und Risiken der Flucht werden erkennbar. Gefühlswelten der geflüchteten Geschwister im fremden Land (England) werden nachvollziehbar und regen zum Weiterdenken an. Eigentlich genau das, was ein gutes Buch ausmacht und sicherlich ein insgesamt gelungener Debüt-Roman. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Autorin weiter entwickelt.



























