Niemehrzeit

Niemehrzeit

Hardback
4.531
AutofiktionTrauerarbeitTodTrauer-Hilfe

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Description

Ein Abschied voller Möglichkeiten

Die Eltern sterben binnen weniger Monate. Leben und Selbstbild des 35-jährigen Erzählers wirbeln durcheinander. Wie alles unter einen Hut bringen: Abschied, Arbeit, Liebe, Freundschaft und das Schreiben? Doch trotz der Überforderung sprudeln Rührung, Traurigkeit, Witz und großes Glück in ungeahnter Intensität. Christian Dittloff spürt dem Trauerjahr nach, verwebt bewegend, klug und humorvoll Autobiographisches, reflektierende Betrachtung und eine große Lust am Erzählen zu einem autofiktionalen Meisterwerk.
»Niemehrzeit« handelt von der prägendsten Beziehung des Lebens, vom Erwachsenwerden und nicht zuletzt vom Trost des Lesens.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Hardback
Pages
224
Price
20.60 €

Author Description

Christian Dittloff, geboren 1983 in Hamburg, studierte Germanistik und Anglistik in Hamburg sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim, arbeitete in einer Psychiatrie, als Kulturjournalist und Experte für Kulturmarketing. 2018 erschienen sein Romandebüt »Das Weiße Schloss« sowie 2020 und 2023 seine autofiktionalen Texte »Niemehrzeit. Das Jahr des Abschieds von meinen Eltern« und »Prägung. Nachdenken über Männlichkeit«. Er lebt und schreibt in Berlin.

Posts

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Christian Dittloffs „Niemehrzeit“ ist ein autofiktionaler Text über den Verlust beider Elternteile innerhalb eines Jahres. Der Autor war 35, als Vater und Mutter mit einem Abstand von nur 4 Monaten verstarben. Was nun? Wie weiter? So viele Dinge gab es plötzlich zu erledigen und zu verarbeiten. Dittloff schreibt über die Gleichzeitigkeit von Trauer, Alltag, Liebe und Arbeit. Er ringt um die richtigen Worte für ein singuläres biografisches Ereignis und stellt sich die Frage, wie man einen angemessenen Ton findet für etwas so Universelles und doch so Persönliches. Das Buch bewegt sich zwischen autobiografischen Passagen und essayistischen Reflexionen, verzichtet dabei auf Sentimentalität und lässt Raum für Ambivalenzen – auch für Humor und unerwartete Momente des Glücks. Für mich besonders berührend sind die Listen, die Dittloff für seine Eltern erstellt: Es sind Versuche, sie als Personen zu fassen, die Beziehung zu ihnen festzuhalten. Beim Lesen kamen mir die eigenen Eltern nah, das schlechte Gewissen, zu selten anzurufen, zu wenig zu wissen über ihr Leben – und die Frage: Verändert sich die Bedeutung von Zuhause, wenn die Eltern sterben – selbst wenn man kilometerweit entfernt lebt und sie längst nicht mehr Teil des eigenen Alltags sind? Dittloff reflektiert eindrücklich über die Zäsur, die dieser Verlust bedeutet: Die eigene Biografie ordnet sich neu, die Lebensgeschichte wird zur Zwischenbilanz. Die Erinnerung an die eigene Kindheit verliert ihre lebendigen Zeugen. Es entsteht ein Gefühl der Verbindungslosigkeit zwischen dem, was war, und dem, was kommt. Dass Literatur als Trost in existenziellen Krisen dienen kann, zeigt „Niemehrzeit“ u.a. durch eindrückliche Referenzen anderer Autor*innen, die über Verlust und Trauer schreiben. Sie alle suchen nach einer Sprache für etwas zugleich Universelles und zutiefst Persönliches. Christian Dittloffs Suche habe ich sehr gern gelesen und dabei auch ein paar Tränchen verdrückt.

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3.5

Den Anfang hab ich gern gelesen, bin gut reingekommen. Aber ab der Hälfte etwa hat er mich verloren und es wurde zäh. Es wirkte mehr und mehr als würde er schreiben um zu schreiben und nicht um zu erzählen. Grundsätzlich kein Problem, in dem Fall aber unauthentisch und leider langweilig.

Dittloffs Auseinandersetzung mit dem Tod seiner Eltern hat mich sehr berührt. Intensiv und persönlich beschreibt er das Jahr nach dem Tod seines Vaters und seiner Mutter, die innerhalb kürzester Zeit beide verstorben sind. Eingängig geschrieben, kurze Kapitel und viele Erinnerungen, die zum Nachdenken anregen.

5

„Als sie noch lebten, dachte ich heimlich: lieber tote Eltern als sterbende Eltern. Doch jetzt wäre ich durchaus opferbereit, für einen Monat oder ein Jahr weiterer Nähe, die Zeit, Fragen zu stellen, die ich erst seit ihrem Tod habe.“ Tja…wo fängt man nur an, bei einer solchen Thematik? In Niemehrzeit verarbeitet Christian Dittloff den Tod seiner Mutter und seines Vaters. Das betone ich, da auch er es macht, denn sie sind in verschiedenen Monaten aber dennoch viel zu schnell nacheinander verstorben. Der Autor hat eine Art zu schreiben, die sehr besonders ist! Er vermittelt perfekt jegliche Emotionen, die er im Jahr der Trauer durchlebt hat, jedoch auf so rationale und dennoch ergreifende Art, dass es einfach nur wundervoll ist. Es geht um Trennungsschmerz von kleinen und großen Dingen, um die Neuentdeckung der eigenen Eltern, darum, was der eigenen Verlust mit deinen Gegenübern anstellt und darum, wie schön es ist, einen Partner an der Seite zu haben. Ich habe dieses Buch, trotz der sehr schweren Thematik, sehr genossen und habe für mich einige Sachen mitgenommen. Zum Beispiel, wie wertvoll die gemeinsame Zeit mit den Eltern ist und das man sie eben einfach mal fragen sollte, was bei ihnen so los war in der Vergangenheit. Ich habe mir direkt ein Beispiel genommen und die Frage gestellt, die der Autor nicht mehr stellen konnte: „Papa, wie war eigentlich deine erste Liebe? War die mit Mama?“ Und Papa so: „Kind, du bist ganz schön neugierig!“ Ein paar Infos konnte ich dennoch ergattern. Dieses Buch ist eine klare Empfehlung von meiner Seite. Vor allem ist es, obwohl man es denken könnte, nichts, was einen total runterzieht. Dittloff schafft es, Hoffnung in dieses Thema zu bringen…und die kann doch eigentlich jeder gut gebrauchen!

5

Der Autor berichtet über das Sterben seiner Eltern und seine Trauer

4

Binnen eines Jahres sterben beide Elternteile des Autors. Er sieht sich nicht nur mit der Trauer, sondern auch mit allem drum herum konfrontiert. Vieles muss erledigt werden: Beerdigungen organisieren, Wohnung auflösen, Verträge kündigen… Dann ist da auch noch die Arbeit, das Schreiben eines neuen Buches inkl. Abgabetermin und eine Beziehung. Dies alles verarbeitet Christian Dittloff in seinem autofiktionalen Roman „Niemehrzeit“. Mit einer sehr klaren Sprache versucht er zu ergründen, was es bedeutet, auf einmal ohne Eltern da zu stehen, bereut seine Prioritäten der letzten Jahre und setzt neue. „Niemehrzeit“ ist dabei ein sehr schöner Titel, denn darauf läuft es ein Endeffekt hinaus: Er wird nie mehr Zeit mit den Verstorbenen verbringen können. Nie mehr Fragen stellen, die ihn erst jetzt, nachdem sie nicht mehr gestellt werden können, überhaupt interessieren. Das Buch hat mit auf mehreren Ebenen sehr gut gefallen. Zum einen ist der Trauerprozess wahnsinnig eingehend beschrieben, was auch daran liegen mag, dass es ein Prozess war, also genau währenddessen stattgefunden hat. Sehr schön kommt dabei heraus, wie ambivalent dieser Prozess ist. Wie sehr sich tiefe Trauer und Phasen des OK-Seins bis hin zum glücklich Sein abwechseln. Auch die Feststellung, dass man die Zeit, die man mit Familienangehörigen hat, sofern es das Verhältnis zu lässt, nutzen sollte, da sie nicht ewig da sein werden, ist zwar nichts Neues, wirkt aber unter den Gesichtspunkten nochmal dringlicher. - Ein wirklich schönes Buch und eine große Empfehlung meinerseits.

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