Unter Wasser ist es still

Unter Wasser ist es still

Hardback
4.561

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Description

Vom Ankommen und Loslassen

Nach fast zwanzig Jahren kehrt Maira zurück in den Ort ihrer Kindheit. Sie will nur eins: ihr Elternhaus räumen, das seit dem Tod ihrer Mutter leer steht, und es so schnell wie möglich an einen Investor verkaufen.
Stück für Stück bereitet Maira das Haus für den geplanten Abriss vor und unausweichlich kehren die Erinnerungen zurück – die Tage am Wasser mit ihren besten Freunden, die magischen Begegnungen mit der Natur der Ostseeküste, die schwere Krankheit und der Verlust ihrer Mutter. Und eine alte Frage will endlich eine Antwort finden: Was ist damals während Mairas letzten Tagen auf dem Darß wirklich geschehen?

Bewegend, mitreißend und ohne Kitsch erzählt Julia Dibbern von der vielleicht letzten Chance einer jungen Frau, sich ihren schlimmsten und besten Erinnerungen zu stellen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
384
Price
22.70 €

Author Description

Julia Dibbern, geboren 1971, bekam die Liebe zur Natur und zum Meer in die Wiege gelegt. Nach dem Architekturstudium und der Ausbildung zur Journalistin schrieb sie viele Jahre lang Sachbücher und leitete eine Erwachsenenbildungsakademie. Ihre Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie und einer wechselnden Anzahl von Tieren vor den Toren Hamburgs am Deich.

Posts

17
All
5

Ein wunderbarer Roman

Ein wunderbarer, feinfühliger und tiefgründiger Roman über Maira, die früh ihre Mutter verloren hat. Sie fängt ein neues Leben in Frankfurt an, hat auch da liebe Menschen um sich und muss zurück in ihre Heimat um sich dort noch um einige Dinge zu kümmern. Sie verliert sich in Erinnerungen und will so schnell wie möglich wieder weg. Dann trifft sie auf ehemalige Freunde und langsam fängt sie an zu verarbeiten. Ein wunderbarer Roman übers Ankommen, Loslassen, Wunden heilen und zu sich selbst finden. Die Autorin hat eine bildliche und sehr feinfühlige Art zu schreiben und das passt einfach alles ganz toll zusammen. Ein neues ❤️ Buch für mich. Riesengroße Empfehlung!!!!

5

"Ich atme. Ich stehe am Meer und atme. " Als ich das Buch zufällig entdeckt habe, wusste ich gleich, daß muss ich lesen. Ist doch das Meer, wie für so viele, ein Sehnsuchtsort für mich. Und dann, gleich nach dem ersten paar Seiten, hatte es mich, voll und ganz. Ich bin eingetaucht in dieses Setting an der Ostsee. "Ich hatte vergessen, wie sehr der Ort mit seinen hutzeligen, rohrdachgedeckten Krüppelwalmhäuschen, mit den wilden Wiesen hinter groben Holzzäunen, mit den Birken und Feldsteinen, mit den roten Mohnblumen und den rosa Heckenrosen wirkt, als hätte Astrid Lindgren ihn erfunden. " Ach wie schön! Hier wäre ich jetzt auch gerne! Aber Maira ist nicht nur zum Vergnügen in ihre alte Heimat gereist. Will und muss sie doch das Haus ihrer Mutter, die "Sperlingskate" ausräumen, um sie zu verkaufen. Mit dem Geld kann sie sich den Traum ihrer eigenen Raumausstatter-Firma verwirklichen. In der alten Kate, die seit 18 Jahren leer steht, warten aber nicht nur Möbel und Inventar, sondern auch Erinnerungen. Und Briefe ihrer, vor langer Zeit verstorbenen, Mutter an sie. "An allem Fremden reibe ich mich, das Vertraute erfüllt mich mit einer eigenartigen Mischung aus Schmerz und Freude. " Die Geister der Vergangenheit lauern hinter jedem Baum auf dem Hof, hinter dem Strandhafer an der Ostsee und im Wasser, wo die Wale, die "Hüter der Erinnerungen " leben. Die Autorin schafft es einen intensiv teilhaben zu lassen an der Gefühlswelt von Maira, aber auch an den Untiefen des Lebens und der Natur. Welch ganz besonderer Lebensraum das Meer und seine Bewohner ist und wie unbedingt schützenswert! "Über all die großen und kleinen Wesen im Wasser, die bloß "sein" wollen, und die doch ersticken an unserem Müll, unseren Giften, unserem Lärm." Sehr große Leseempfehlung für diesen Roman von Julia Dibbern, die mich mit "Wie Papierschiffchen im Wind" (unter dem Pseudonym Julia Stumpp) schon so begeistern konnte.

5

UNTER WASSER IST ES STILL Julia Dibbern Vor 18 Jahren: Maira und ihre Mutter leben in einem kleinen Dorf namens Soeterhoop an der Ostseeküste. Hier sind sie glücklich. Während ihre Mutter als Übersetzerin von zu Hause aus arbeitet, liebt es Maira mit ihren Freunden Anna und Jasper im Meer zu baden, nach Walen Ausschau zu halten und die Küste unsicher zu machen. Doch dann geschieht ein großes Unglück … Heute kehrt Maira erstmals nach Soeterhoop zurück. Mit ihren damaligen Freunden Anne und Jasper hatte sie seit ihrem Wegzug nach Hamburg keinen Kontakt mehr. Es fällt ihr schwer, den alten Hof zu betreten - zu viele Erinnerungen verbindet sie mit dem Haus. Heute lebt sie als Restauratorin in Frankfurt und möchte demnächst das Geschäft ihres Chefs übernehmen. Um diesen Plan zu verwirklichen, muss sie den Hof verkaufen. Doch bevor sie den Verkaufsvertrag unterschreibt, möchte sie ein letztes Mal das Haus sichten und sich ihrer Vergangenheit stellen ... Was für eine bewegende Geschichte! Obwohl die Handlung nicht neu ist, gelingt es Julia Dibbern dennoch irgendwie, diese Geschichte neu zu erfinden. Das Buch hat mich dermaßen berührt, dass ich es kaum zur Hand nehmen mochte. Ich hatte buchstäblich Angst davor, dass die Geschichte irgendwann zu Ende sein könnte und ich mich von Maira, Julius und Anne verabschieden muss. Trotz des eindringlichen Themas liest sich das Buch leicht und flüssig. TW: Demenz Große Leseempfehlung von mir. 5+/ 5

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4

sehr angenehm zu lesen-

4.5

⭐️ Plot: 4 Lesbarkeit: 5 Länge: 5 Ende: 5 🧭 Maira wohnt schon lange nicht mehr in dem Dorf an der Ostsee in dem sie aufgewachsen ist. Trotzdem kommt sie zurück, um ihr Elternhaus zu räumen und um es anschließend verkaufen zu können. Im Dorf wird sie mit ihrer Vergangenheit und den Menschen daraus konfrontiert. 💭 Die Geschichte von Maira ist berührend und gut lesbar. In kürzester Zeit habe ich das Buch verschlungen und gar nicht gemerkt wie die Zeit vergeht. Es ist ein ruhiger Roman, der von detailreichen Naturbeschreibungen und einer meist ruhigen Atmosphäre lebt. Die Geschichte wird dadurch lebhafter und angenehm zu lesen. 💬 „Wir denken immer, wir hätten irgendwelche Rechte. Dabei haben wir die nicht. Wir haben nicht das Recht, jeden Flecken des Planeten mit unserer dummen Anwesenheit kaputt zu machen oder alte Höfe abzureißen und Wälder niederzumetzeln und Tausende von Tieren den Lebensraum zu nehmen, um dort Ferienhäuser hinzusetzen, damit noch mehr Leute in der Gegend rumreisen können.“ (S.271) 📖 Ich kann dieses Buch empfehlen, wenn dir „der Bademeister ohne Himmel“ von Petra Pellini oder „Alte Sorten“ von Ewald Arenz gefallen hat

4

„Schaum streichelt meine Füße, dann Wasser. Ich laufe nicht weg, ich ertrage die Umarmung, atme weiter und lasse meine Füße von den Wellen eingraben, Zentimeter um Zentimeter mit jedem Auflaufen ein Stück mehr.“

Maira kehrt nach langer Zeit in ihr Elternhaus zurück, um es zu räumen und so schnell wie möglich an einen Investor zu verkaufen. Dort angekommen merkt sie jedoch, dass es doch schwerer ist als erwartet, da die Verbindungen zu ihren alten besten Freunden und die Erinnerungen an ihre Kindheit, die schwere Krankheit ihrer Mutter und deren Tod wieder aufleben. Maira steht vor der Herausforderung, sich dem, was schwer in ihr lastet, zu stellen. Ich war schnell eingetaucht in die Geschichte und habe den Roman gerne gelesen. Ich mochte auch die Sprache und konnte mich gut in die Charaktere einfühlen. Leider war mir das Ende etwas zu rund und romantisiert.

„Schaum streichelt meine Füße, dann Wasser. Ich laufe nicht weg, ich ertrage die Umarmung, atme weiter und lasse meine Füße von den Wellen eingraben, Zentimeter um Zentimeter mit jedem Auflaufen ein Stück mehr.“
5

Vergangenheitsbewältigung und Mut zum Neuanfang

Maira ist in einem kleinen Dorf auf dem Darß zusammen mit ihrer Mutter aufgewachsen. Die ersten Jahre ihrer Kindheit waren sehr behütet, doch dann begann ihre Mutter sich zu verändern. Ganz langsam schlich sich die Krankheit immer weiter in das Leben der beiden und Maira war mit der Situation zunehmend überfordert. Ihre Mutter konnte ihren Beruf als Übersetzerin nicht mehr ausüben und auch die Aufrechterhaltung des Haushalts und Versorgung von Maira wurde zusehends schwerer. Maira übernahm als Kind immer mehr Aufgaben und sorgte so lange Zeit dafür, dass nach außen der Schein des Normalen blieb. Bis es irgendwann zur Katastrophe kommt. Die Erzählung beginnt mit der erwachsenen Maira, die als Restauratorin in Frankfurt lebt und dort das Angebot bekommt, die Werkstatt von ihrem Chef und väterlichen Freund zu übernehmen. Doch zuerst muss sie für das notwendige Startkapital den Hof an der Ostsee verkaufen. Also reist sie mit der Absicht, das Ausräumen rasch hinter sich zu bringen und alles für den Verkauf vorzubereiten in die alte Heimat. Es bleibt ihr nichts anderes übrig als sich der Vergangenheit zu stellen, auf die sie voller Schuld zurückblickt. Im Ort trifft sie auf viele alte Freunde und Bekannte, die sich zum Teil liebevoll um ihr Elternhaus gekümmert haben und sie findet mit deren Hilfe und vielen längst vergessenen Erinnerungen, die beim Ausräumen wieder zu Tage kommen, ein Puzzleteil nach dem anderen und lernt, dass sie manches durch ihre Schuldgefühle überdeckt hat. Ein Buch, das sicherlich keine leichte Lektüre für den Sommer-Strand-Urlaub ist. Ein Buch, das sich mit Vergangenheitsbewältigung, Schuldgefühlen und einer überforderten Kindheit beschäftigt, das aber auch ganz viel Mut auf einen Neuanfang macht. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung für diesen Roman voller Wärme und mit ganz vielen liebenswerten Protagonisten.

4

Ein wirklich schön geschriebenes Buch, dass mich gut unterhalten hat.

5

Wow was für ein Buch. Das wird mir lange im Gedächtnis bleiben.

5

5 Sterne Highlight

Mich hat schon vor einiger Zeit das Cover total angesprochen und nach einem Blick auf den Klappentext wollte ich das Buch unbedingt lesen! Denn es spielt an der Ostseeküste, meiner aktuellen Heimat. Maira ist Mitte dreißig und lebt in Frankfurt, wo sie als Restauratorin in einem kleinen Betrieb arbeitet. Als sie die Chance erhält, diesen zu übernehmen und sich damit selbstständig zu machen, braucht sie jedoch das nötige Kleingeld dafür. Das leerstehende Elternhaus in Soeterhoop an der Ostsee bietet sich da direkt an. Maira beschließt an den Ort ihrer Kindheit zu fahren um das Haus für den Verkauf zu räumen. Wovor sie ein bisschen Bedenken hat, sind die Geister der Vergangenheit... Ich war sofort in der Geschichte drin. Ab der ersten Seite war ich gepackt. Im Prolog wird ein einschneidendes Ereignis aus ihrer Kindheit beschrieben, bei der ihre Mutter bei einem Brand umkommt. Alleine schon dieses Kapitel hat mich gefesselt und schockiert zugleich. Ich wollte wissen, was es da noch so gibt. Also reisen wir zusammen mit Maira an die Ostsee, zu ihrem großen, verlassenen Elternhaus inklusive Hof. Der in der Zwischenzeit von vielen Dorfbewohnern genutzt wird. Ein Ort der Zusammenkunft. Sie begegnet alten Freunden und alten Erinnerungen. Im Hier und Jetzt sind wir mit Maira in Soeterhoop, und dann gibt es Sprünge in die Vergangenheit als sie noch ein kleines Kind war. Julia Dibbern schreibt sehr gefühlvoll. Die Erlebnisse, die Maira als Kind gemacht hat haben mich berührt. Ich konnte mich in sie hineinversetzen. Das sollte kein Kind miterleben. Vor allem so ganz ohne Hilfe. Auch das Thema Freundschaft hat die Autorin hier thematisiert. Echte Freundschaft. Hier habe ich wieder schlucken müssen, es hat mich total berührt wie sie diese Zerrissenheit geschildert hat. Zwischen "Hierbleiben" und "Abhauen". Zwischen Vergangenheit hinter sich lassen und mit der Vergangenheit leben. Mit dabei waren immer die Schweinswale, die Maira in ihrem Leben sehr viel Halt gegeben haben. Die tosende Ostsee, das kalte, unbändige Wasser. Und die Touristen, die früher noch nicht so da waren. Ich habe es einfach gefühlt, von vorne bis hinten. Es hat mir Geborgenheit gegeben, ich habe mich von ihrem Schreibstil umarmt gefühlt. Es ist auch von Seite zu Seite immer spannender geworden, weil immer mehr Geheimnisse ans Licht kamen, und ich natürlich vor dem schlafen gehen noch erfahren wollte, was da denn noch los war. Rundum ein überaus gelungener Roman, den ich von Herzen empfehlen kann. Freundschaft, Abschied, Trauer, Natur und Neubeginn. Die großen Themen des Buches! Unbedingt erwähnen möchte ich auch die absolut tolle Vertonung des Hörbuchs! Anne Moll, Achim Buch, Jodie Ahlborn und Sandra Voss haben das so super gemacht! Es war mir eine große Freude das Hörbuch beim lesen parallel abspielen zu lassen 🥰🫶🏻

5 Sterne Highlight
5

Mein Fazit: Ein sehr bewegender, berührender und ernsthafter Roman über die Schicksale eines Lebens, seine Auswirkungen und seine Wendungen. Eingebettet in Natur, Meer und ihre Bewohner. Ein Roman, den ich nur ungerne aus der Hand legte und eigentlich auch gar nicht enden lassen wollte.

Mit einen unheimlich schönen Zitat beginnt der Roman und leitet dann mit der Vergangenheit in Soeterhoop an der Ostsee ein, die eine besondere Wende für alle und vor allem für Maira Bedeutung hat. Maira, heute 34, ist inzwischen Restauratorin und haucht überwiegend alten Möbeln neues Leben ein. Sie lebt in Frankfurt und ihr Chef möchte sich zur Ruhe setzen. Er bietet Maira die Übernahme des Geschäfts an. Hierzu muss sie jedoch in die Vergangenheit reisen und einiges regeln. Dies bringt sie zurück zu ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihres junges Erwachsensein. Vor ihrem halben Leben hat plötzlich alles eine Kehrwende genommen und ihre noch junge Mutter ist von ihr gegangen. Bis dahin musste sie immer stark sein, war eine lebendiges junges Ding und hat schon viel auf ihren eigenen Schultern ausgemacht. Sie und ihre Mutter waren ein eingespieltes Team, zwar alleine, aber da waren auch noch Mairas Freunde. Heute will Maira sich von dem alten Grundstück, dem Haus und den ganzen Erinnerungen verabschieden. Es ist eine Reise in die Vergangenheit mit den entsprechenden Rückblenden, ein Kampf gegen eine Schuld, Zeit des Verzeihens und ein wirklicher Blick auf alles Geschehene. Diese Geschichte zieht einen in einen Sog und man möchte gar nicht aufhören das gelesene mitzuerleben. Trotz der Melancholie, der Traurigkeit, der schweren Ernsthaftigkeit, gleiten die Zeilen ganz leicht und einfach einnehmend an einem vorbei. Es gibt schöne Momente, Erinnerungen, erschreckende Erlebnisse und eine erschütternde Hintergrundgeschichte. Dafür gibt es geschriebene Zeilen einer liebenden Mutter und viele Gegenstände sowie Orte, die etwas zu erzählen haben. Im Roman finden sich aber auch amüsante Momente, viele gefühlvolle, leidenschaftliche und echte Momente, emotionale Augenblicken, leichte sinnliche und verstohlene Zeiten, authentische Charaktere und eine sagenhafte meervolle Landschaft. Maira hat sich eine Schutzmauer aufgebaut, die kaum jemand einreißen kann, wenn sie es nicht zulässt. Sie lässt nicht zu viel Nähe zu, möchte sich nicht dauerhaft binden, hat wenige Freunde und hat die lebhafte Maira schon lange Zeit zurückgelassen. Erst in der alten Heimat findet sie so langsam wieder zu sich, überwindet Ängste, findet alte Freunde wieder und trifft Entscheidungen für die Zukunft. Aber am wichtigstes, sie lernt sich selbst zu vergeben und kann einen Abschluss finden. Alle mitwirkenden Charaktere geben der Handlung ihren eigenen Schwung. Einige von ihnen sind etwas rätselhafter und zeigen sich auch nicht gänzlich, aber dennoch reicht ihre Darstellung für den Handlung völlig aus und lassen Raum für eigene Spekulationen. Der Schreibstil ist einfach nur wunderbar und die Liebe zum Wort und ihrer Ausdrucksweise spürbar. Es liest sich einfach nur sehr angenehm, stilsicher und ist mit einer leichten Brise Humor, selbstironischen Zügen, einer verletzlichen und emotionalen, aber fesselnden Leidenschaft versetzt. Die einzelnen Leseabschnitte tragen nur eine Überschrift und haben unterschiedliche Leselängen. Die Geschichte beginnt im Erzählstil und wechselt dann in die Ich-Perspektive aus Mairas Sicht. Von Kathis stammen die Briefe an Maira und auch eine kurze männliche Sicht stiehlt sich immer wieder hinein. Das Hardcovereinband gefällt mir unheimlich gut. Es dominiert nicht, ist leicht an die Landschaft der Ostseeküste angepasst und passt sehr schön zur Handlung.

Mein Fazit: Ein sehr bewegender, berührender und ernsthafter Roman über die Schicksale eines Lebens, seine Auswirkungen und seine Wendungen. Eingebettet in Natur, Meer und ihre Bewohner. Ein Roman, den ich nur ungerne aus der Hand legte und eigentlich auch gar nicht enden lassen wollte.
5

Ruhig, emotional, wichtig

~ ℐ𝒸𝒽 𝒶𝓉𝓂ℯ. ℐ𝒸𝒽 𝓈𝓉ℯ𝒽ℯ 𝒶𝓂 ℳℯℯ𝓇 𝓊𝓃𝒹 𝒶𝓉𝓂ℯ. Unter Wasser ist still. So der Titel des Buches. Aber ist das so? Könnt ihr Euch irgendwie vorstellen, wie groß der Ozean ist? Wieviel Leben er enthält? Ich kann es nicht mal ansatzweise. Ich weiß nur, die Meere und seine Lebensräume sind wichtig. Auch für uns. Die Autorin erzählt in einer ruhigen, unaufgeregten Weise die Geschichte von Maira. Eine Geschichte bestehend aus Emotionen, die mitten ins Herz treffen. Eine Geschichte mit wichtigen, aber auch traurigen Themen. Maira hat in der Jugend ihre Mutter verloren. Eine in ihrem Alter seltene Krankheit hat dem unbeschwerten Leben vom Maira ein Ende gesetzt. Und nicht nur das, auch eine weitere Erfahrung hat sich in Mairas Herz gebrannt und lässt sie nicht mehr los. Nach den für Sie schwerwiegenden Ereignissen musste Maira die Ostsee verlassen und hat sich später ein neues Leben in Frankfurt aufgebaut. Sie macht sich gut in ihrem Job und hat mit ihrer Arbeit etwas wie eine kleine Familie und auch eine Freundin gefunden. Doch etwas fehlt. Sie trägt eine spürbare Traurigkeit in sich. Und sie weiß, sie hat nicht ihr ganzes Herz von Soeterhoop mitgenommen. Nun steht sie vor einer Entscheidung, die sie zurück führt. Zurück zum Ort ihrer Kindheit, zu ehemaligen Freunden und zu vielen Erinnerungen. Die Geschichte von Maira ist authentisch und gefühlvoll. Sie hat mich traurig gemacht und zum Nachdenken gebracht. Ich kenne den Schreibstil der Autorin und sie hat mich wieder so sehr mitgenommen. Das Setting ist wunderschön geschrieben und sie hat Maira einen guten Abschluß gegeben, auch wenn man sich das schon denken konnte.

Ruhig, emotional, wichtig
3

Interessant, konnte aber nicht gänzlich überzeugen

20 Jahre sind vergangen, seitdem Maira das letzte Mal in dem Ort und Haus war, in dem sie aufgewachsen ist. Es ist dringend an der Zeit, dass sie das Haus ausräumt, das seit dem Tod ihrer Mutter leer steht, denn sie will es an einen Investor verkaufen. Doch mit dem Ausräumen des Hauses kommen auch die Erinnerungen zurück und ihre früheren besten Freunde sind ebenfalls vor Ort, so dass Maira eine intensive Zeit erlebt. Immer mehr fragt sie sich, was damals wirklich passiert ist, damals in ihren letzten Tagen an der Ostseeküste, Dinge die sie verdrängt hat… Mich hat der Klappentext von „Unter Wasser ist es still“ von Julia Dibbern angesprochen und so habe ich mir den Roman einfach gekauft. Anfangs fiel es mir enorm schwer in die Geschichte hineinzufinden. Sie wirkte auf mich so gewollt und sperrig, dass ich einige Male darüber nachgedacht habe das Buch abzubrechen, aber der Preis von 22€ hat mich ehrlich gesagt davon abgehalten. Letztlich hat die Story aber auch immer mehr interessante Aspekte ans Licht befördert und wurde spannend genug, dass ich das letzte Drittel aufmerksam verfolgt habe. Der Roman punktet auch mit Szenen einer Krankheit (wegen Spoilergefahr benenne ich sie nicht), die ich sehr bewegend und ungewöhnlich fand, wobei sie absolut nicht abwegig waren, was die Sache noch sehr viel intensiver gemacht hat. Auch wenn das Buch sprachlich nicht mein Ding war, die verschiedenen Handlungsstränge haben sich zu einer sehr großen, emotionalen und herausfordernden Geschichte geformt, die mich dann doch fasziniert hat. Das ist natürlich meine subjektive Wahrnehmung und Meinung und bedeutet nicht, dass andere Leser dieses Buch genauso wahrnehmen. Ich fand den Roman interessant, die Entwicklungen spannenden und die Hintergründe bewegend. Also, mach Dir da Dein ganz eigenes Bild und finde raus, wie es Dir gefällt! Von mir gibt es 3 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️

5

Hat mich sehr berührt

Schon der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Erzählt wird die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen, sodass wir durch verschiedene Rückblicke in die Vergangenheit immer mehr Einblicke in Mairas damaliges Leben bekommen, von dem sie selbst nur wenig preisgeben kann. Dadurch wirkt Maira anfangs symphatisch aber auch etwas geheimnisvoll und ungreifbar. Außerdem werden immer wieder berührende Briefe von Mairas verstorbener Mutter eingefügt, die ihrem Charakter mehr Tiefe verleihen. Mairas Emotionen und Gefühle wurden so lebhaft dargestellt, dass es sich für mich so anfühlte, als würde ich das alles gerade selbst erleben. Auch die Umgebung hatte ich detailiert vor Augen und besonders die Situationen am Meer haben mir so toll gefallen. Man taucht nach und nach immer mehr in die Geschichte ein und fängt an zu verstehen, begreift aber auch die enorme Dramatik hinter allem, zum Beispiel welche Last all die Jahre auf Maira schulterte. Im Verlauf legt Maira eine tolle Entwicklung hin und es kommt zu einer unerwarteten Wendung, die ich nicht erwartet hätte. Maira und ihre Freunde sind mir wirklich ans Herz gewachsen und die Geschichte hat mich sehr berührt. Gerade ihre Gefühle wurden sehr authentisch rübergebracht. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich grob erahnen konnte, dass es in die Richtung gehen wird. Die Geschichte fügt sich in einem angenehmen Tempo nach und nach zusammen, ohne jemals langatmig zu wirken. Im Gegenteil, ich musste mich für die Leserunde etwas zurücknehmen und war doch schon nach 2 Tagen fertig. 🙈 Eine wunderschöne Geschichte über Verlust, Trauma, Freundschaft und Ankommen.

5

Die Geschichte um Maira hat mich sehr berührt. Großartig! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

5

Ein wundervolles Buch. Sehr berührend.

5

Unbedingt lesen oder hören!

Wow, das war ein Hörerlebnis der Sonderklasse. Musste 2x am Parkplatz meiner Arbeit länger im Auto sitzen bleiben, weil ich nicht zu hören (und zu weinen) aufhören konnte. Die Autorin legt so unglaublich viel Gefühl in die Erzählung, ohne kitschig zu werden. Es geht um eine junge Frau, die das Haus ihrer Kindheit und Jugend verkaufen möchte, um an das benötigte Geld für einen nahezu perfekten Deal zu bekommen. Sie war seit vielen Jahren nicht mehr dort, lebt nun 700km entfernt, und nähert sich dem Haus, den Erinnerungen, den Menschen von damals nur sehr langsam an. Und es wird ein Strudel sein, der sie erfasst, und man erfährt sukzessive alles, was viele Jahre zuvor passiert war. Man kann die Verzweiflung, die Trauer, die Machtlosigkeit so mitleben, vermutlich auch dann, wenn man nie ähnliche Erfahrungen machen musste. Für mich ein grenzwertig aufwühlender Roman, der aber so unglaublich toll ist, dass ich ihn auf jeden Fall und unbedingt empfehlen möchte. In der Hörbuchfassung auch wirklich toll gelesen!

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