Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Ein kraftvoller und abgründiger Roman, ebenso wütend wie zart, über weibliche Selbstbestimmung, über Körper und wem sie gehören, über das Kinderhaben und die Sehnsucht danach.
Nach diesem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners und wohlhabende Selfmademan Felix sie beide eingeladen. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu ignorieren, beobachten sich die Frauen distanziert. Linn, zerrissen zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, blickt mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva, die geduldig mit ihrem Sohn buddelt, ihn eincremt und tröstet und Sandkörner aus Babyaugen wischt. Doch im Laufe der Urlaubstage entwickelt sich zwischen geflüsterten Gesprächen und heimlichem Kiffen eine Nähe, die festgefahrene Bilder ins Wanken bringt. Eva und Linn verschieben sachte die Regeln und werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.
Book Information
Author Description
Dita Zipfel, 1981 in Kiel geboren, schreibt Theaterstücke, Drehbücher, Essays und Literatur. 2020 wurde sie für ihren Jugendroman Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie schreibt Geschichten, die ein bisschen wie Filme sind, vielleicht, weil sie sich das Erzählen im Kino ihres Opas beigebracht hat.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Über gesellschaftlichen Druck und eine neue Freundschaft - teilweise extrem, dennoch lesenswert
Dieses Buch ist kein Buch, was sich in eine Schublade pressen lässt und was sich so einfach durchdringen lässt. Es geht um gesellschaftliche Konventionen, Druck auf Frauen, Mutterschaft (ungewollt und gewollt), alte und neue Freundschaften und unausgesprochener Unmut/Wut. Das führt dazu, dass das Buch manchmal etwas überfrachtet ist. Aber dennoch hält sich die Spannung. Das liegt auch an den Protagonist:innen. Man hat einen Alpha-Mann mit seinem unterwürfigen Jugendfreund. Wobei ersterer immer wieder seine toxische Männlichkeit und seine Richi-Rich-Attitüde auslebt. Hinzu kommen die beiden Partnerinnen. Die eine erst als Urmutter dargestellt und zum Ende des Buches bekommt ihr Verhalten immer mehr Risse, was sie mir immer symphatischer gemacht hat. Und dann die andere - Linn - ist ein sehr komplexer Charakter, wo ich nicht weiß ob ich sie mag oder nicht. Sie erinnert mich an die Figur aus Verenas Kesslers Buch "Gym" - dieses extreme Verhalten in manchen Situationen, wo man sich fragt, ob die Figur an psychischen Störungen leidet oder ihre Aktionen doch richtig sind. Ich bin mir auch bis jetzt nicht sicher, ob Linn wirklich ein Kind will oder nur, weil es halt von ihr erwartet wird. Durch all das wird man aber zum nachdenken angeregt, was ein gutes Buch ja auch ausmachen muss. Einige Stellen sind aber dennoch schwer zu durchschauen. Also was die Autorin dort für ein Ziel hatte. Daher hat man das Buch nach dem ersten lesen auch nicht komplett durchgestiegen, weshalb man es sicher nochmal lesen müsste oder mit anderen dazu in den Austausch treten. Und warum hat das Baby keinen Namen, obwohl jede:r andere benannt ist??? Mein Fazit daher: Ein lesenswertes Buch über gesellschaftliche Konventionen, was an einigen Stellen aber noch ein wenig mehr Klarheit gebrauchen würde.

„Was nie da war, kann man nur in sich selbst begraben. Dabei würde sie gerne auf etwas zeigen und sagen: Guck, das hatte ich mal. Sechs Embryos sind zu klein für ein Grab.“ [S. 160] Von Mutterschaft und Kinderlosigkeit. Ein Pärchenurlaub der anderen Art erleben Eva und Felix (mit Otto und Baby) und Linn und Matze. Die junge Vorzeigefamilie und das Paar in Kinderwunschbehandlung verbringen einen gemeinsamen Urlaub in Südfrankreich. Sponsored bei Felix, Matzes bestem und immer besseren Freund aus Jugendzeiten. Schonungslos und ehrlich schreibt Dita Zipfel wie es ist; das Leben als Mutter, in ständiger Angst und Sorge, dass dem Nachwuchs etwas passiert, während man nach aussen hin die starke, treusorgende (Ehe-)Frau mimt, die stets alles unter Kontrolle hat, obwohl man oft nur die Kontrolle und den Wunsch nach der eigenen Unabhängigkeit verliert. Und das Leben als Frau mit Kinderwunsch (in Kinderwunschbehandlung), den Blick neiderfüllt auf die gerichtet, die augenscheinlich schon alles erreicht haben und in perfektem Familienglück schwelgen, während man selbst nicht vollkommen und das eigene Leben unperfekt und unerfüllt ist. Eva und Linn beäugen einander wie Konkurrentinnen. Eva, zweifache Mutter, Linn, kinderlos mit Kinderwunsch. Was der einen über den Kopf wächst, ist dass wonach sich die andere sehnt. Das war gut geschrieben, die innere Zerrissenheit beider Protagonistinnen beim lesen spürbar, die Sichtweise auf die Dinge besonders, aber immer authentisch. Die Männer eher Randfiguren in der Handlung der Story. Gegen Ende wurde es mir jedoch leider zu merkwürdig und lässt mich ein wenig ratlos zurück, was meine Begeisterung etwas schmälert, obwohl ich von der Thematik, dem Sprachstil und der Umsetzung bis dato sehr angetan war.
Wow, was für eine rasante Geschichte. Mein Fazit vorweg: Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Ein Urlaub, zwei Paare und vier völlig unterschiedliche Charaktere - das ist von Beginn an perfekter Stoff für eine explosive Handlung. Da sind Eva und Felix: Er ist erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst, sie jung, schön und fruchtbar. Dem gegenüber stehen Linn und Matze: Er ist freundlich, angepasst und Felix' bester Freund, sie unangepasst und unfruchtbar. Linn steckt mitten in einer Kinderwunschbehandlung, und ich fand es großartig - und wichtig -, so eindrücklich zu erleben, wie belastend und fordernd dieser Prozess für Körper und Seele sein kann. Während des gemeinsamen Urlaubs wird Linn ständig mit der jungen Zweifachmutter Eva konfrontiert und ist zugleich fasziniert von ihr. Als Evas perfekte Fassade zu bröckeln beginnt und eine überforderte junge Frau zum Vorschein kommt, die alles andere als makellos ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Verbundenheit. Die Männer hingegen nehmen von den emotionalen Spannungen zwischen den Frauen kaum etwas wahr. Sie sind seit jeher beste Freunde, und jeder kennt seinen festen Platz in dieser Beziehung: Felix gibt den Ton an, Matze folgt. In einem Rückblick erfahren wir, dass sich dieses Machtgefüge einst einmal verschoben hatte - ein Aspekt, den ich sehr spannend fand. Insgesamt stehen die beiden Männer jedoch weniger im Mittelpunkt der Geschichte. Der Roman lebt vor allem von Eva und Linn. Ich mochte beide Figuren sehr und hatte beim Lesen mehr als einmal einen Kloß im Hals. Die Themen Mutterschaft, gewollte und ungewollte Schwangerschaft sowie das Spannungsfeld zwischen "zu viel" und "zu wenig" Muttersein stehen im Zentrum - ungeschönte, ehrliche und berührend erzählt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. 'Es ist hell und draußen dreht sich die Welt' von Dita Zipfel hat mich wirklich überzeugt. Erwähnen möchte ich auch die Reinigungskraft der Anlage: An ihr zeigt sich eindrucksvoll der Unterschied zwischen bloßem Sich-wichtig-Machen und echter Macht - eine sehr gelungene Idee. Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende. Dort geschieht etwas, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann; der Zusammenhang zur restlichen Geschichte blieb mir unklar. Trotzdem war der Roman zuvor so stark, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Greift zu - es ist ein wirklich lesenswertes Buch.

Linn und Matze werden von Felix an die Côte d'Azur eingeladen. Felix ist ein alter Freund von Matze und verbringt mit seiner Ehefrau Eva, dem 5-jährigen Otto und dem Baby den Urlaub in einem luxuriösen Bungalow am Mittelmeer. Linn, die mitten in einer Kinderwunschbehandlung ist, ist sofort neidisch auf Eva. Denn Eva hat alles, was Linn sich wünscht. Während Matze und Felix angeln und versuchen das finanzielle Ungleichgewicht zwischen ihnen zu ignorieren, verstehen sich Linn und Eva immer besser. Auf der Dachterrasse des Bungalows treffen sich die beiden Frauen heimlich. Sie kiffen und führen tiefe Gespräche. So merken sie langsam, dass sie mehr gemeinsam haben als gedacht. Linn, mit einem drängenden Kinderwunsch und als Künstlerin eher unkonventionell unterwegs, trifft im Urlaub auf Eva. Letztere ist Mutter von zwei Kleinkindern, den Beruf hat sie aufgegeben, Ehemann Felix verdient reichlich. Die zwei Frauen sind grundverschieden und dennoch verbindet sie etwas: Solidarität zwischen Frauen. Man kann regelrecht zusehen, wie sie zusammenwachsen und Verbündete werden. Das fand ich sehr schön beschrieben. Je mehr Linn Eva kennenlernt, desto besser kann sie auch hinter die Fassade blicken. Gegen aussen führt Eva ein perfektes Leben, doch in Wahrheit sieht das ganz anders aus. Sensibel und mit Tiefe hat die Autorin diese Diskrepanz herübergebracht. Ganz anders ist da die Freundschaft zwischen Matze und Felix, die seit Schulzeiten besteht. Die ist so ein typisches und klischeehaftes Schulterklopf-Ding zwischen Männern. Leider war mir keiner der männlichen Protagonisten wirklich sympathisch. Meine Horrorvorstellung schlechthin wäre mit Felix den Urlaub zu verbringen. Da ein Paar mit Kindern anreist und das andere Paar mitten in einer Kinderwunschbehandlung steckt, bewegt sich die Story immer wieder mal in diesen Themen. Speziell fand ich, dass das zweite Kind geschlechtsneutral immer "Baby" genannt wird und keinen Namen trägt. Die Handlung wird von fünf erwachsenen Protagonisten und zwei Kleinkindern bestritten, weitere Figuren kommen nicht vor. Gegen Schluss wird diese abstrus. Da gibt es ein Angebot für einen Babytausch und ein Nashorn, das frei in der Gegend herumläuft und von der Polizei eingefangen werden muss. Den Schreibstil fand ich doch ab und zu holperig. Es fehlten immer wieder Wörter oder aber Felix "schluckt" Wörter, wenn er spricht. Gelinde gesagt nervig fand ich zum Beispiel, dass er Linn durch das Buch mit "Hey Alter" anspricht. Oft wechseln die Perspektiven, dies ohne Deklaration und ich habe mich nicht immer zurechtgefunden. Hier wäre bei Kapitelanfang der Name der Figur angebracht gewesen.
Was war das für eine wilde Mischung aus weiblicher Wut und Selbstbestimmung, zwischenmenschlicher Fehleinschätzungen und Übergriffigkeiten. Zwei Paare im Südfrankreich Urlaub, Felix und Eva mit ihren zwei Kindern, Linn und Matze - kinderlos, in einem luxuriösen Ferienhaus. Die Freundschaft der Männer in einem seltsamen Ungleichgewicht. Felix der Macher, der Erfolgreiche, der Laute, zahlt. Immer. Matze der eher ruhige Mitläufer, der profitiert. Die Frauen kennen sich kaum, beobachten sich. Eva, die offensichtlich mit Leichtigkeit im Muttersein aufgeht und alles im Griff hat. Linn, die in der Zerissenheit zwischen Kinderwunschbehandlung und Versagensangst festzustecken scheint. Und in kleinen Momenten, leisen Gesprächen enstpinnt sich zwischen den Frauen eine Dynamik, die den ganzen Urlaub sprengen könnte. Und was an einigen Stellen wie ein grenzüberschreitendes Kammerspiel wirkt, ist letztendlich der kraftvolle Ruf nach dem Ausbrechen aus Erwartungen und Normen, nach Selbstbestimmung und dem Losreißen von vorgefertigten Lebensentwürfen. Die Entwicklung wild, das Ende wirr. Dita Zipfel schreibt wie in Filmszenen, lässt uns die Figuren genau erkennen und dann doch wieder nicht. Eine Geschichte über ganz alltägliche Abgründe, die mich gleichzeitig sehr gut unterhalten und zum Nachdenken gebracht hat. PS: mir kamen beim Lesen immer wieder ganz unterschiedliche Romane in den Sinn, die ich hier irgendwie vereinigt gesehen habe. Anne Sauer: Im Leben nebenan. Anne Freytag: Blaues Wunder. Cécile Tlili: Ein Sommerabend. Caroline Schmitt: Liebewesen. Wilde Mischung!
Matze und Felix sind Jugendfreunde. Zusammen mit ihren Frauen machen sie Urlaub in Südfrankreich. Matze und Linn befinden sich in Kinderwunschbehandlung, Felix und Eva haben bereits 2 Kinder, den 5-jährigen Otto und das Baby "Baby". Eva ist überfordert, Linn ist neidisch und die beiden Männer sind unreif. Soweit die unspektakulär klingende Kurzfassung. Trotz dieses vermeintlich schlichten Plots gebe ich hier eine klare Lese- bzw Hörempfehlung.. Die Charaktere waren sehr empathisch beschrieben und dadurch sehr gut begreifbar für mich. Der Autorin gelingt es zudem gut, den gesellschaftlicher Druck unserer Zeit, der auf beiden Frauen lastet, zu vermitteln. Ich habe mich beim Hören des Hörbuches nicht eine Minute gelangweilt und habe mich gut und lebensklug unterhalten gefühlt
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in Südfrankreich: Eva und Felix mit ihren beiden Kindern und Linn und Matze, die keine Kinder haben, noch nicht. Felix, ein wohlhabender Selfmademan hat seinen Jugendfreund Matze und Linn eingeladen fünf Tage in dem mondänen Bungalow an der Côte d’Azur zu verbringen. Während Matze und Felix versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu nivellieren, blickt Linn mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva. Im Laufe der zugespitzten Geschichte, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, bröckelt die Fassade und man spürt, die Geschichte läuft auf einen großen Knall zu. Worauf? In diesem Buch geht es ums Frausein, um Unsicherheit und Konkurrenz, um die Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper, um die Frage, was es bedeutet schwanger zu werden, Mutter zu werden ... Zu sagen, daß Buch regt zum Nachdenken an trifft es nicht. Eher wühlt es auf. Eigentlich ein gewöhnliches Thema, gemeinsamer Urlaub, nutzt Dita Zipfel dazu eine irritierende Geschichte zu erzählen.
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in Frankreich. Eva und Felix haben bereits zwei Kinder. Linn und Matze sind mitten im Versuch ihren Kinderwunsch mit ärztlicher Hilfe zu erfüllen. Befreundet sind die Männer, die Frauen müssen miteinander auskommen. Dies fällt vor allem Linn zunächst schwer. Mit der Zeit nähern sich die Frauen jedoch an und finden eine Verbindung zueinander, die sie mehr zu brauchen scheinen, als sie wussten. Das Buch beschäftigt sich auf sehr gelungene Art und Weise mit dem Thema Mutterschaft und Kinderwunsch (erfüllt und unerfüllt). Die beiden Protagonistinnen repräsentieren jeweils eine der beiden möglichen Szenarien. Dabei wird deutlich, welche Fragen und Probleme die jeweilige Lebensrealität mit sich bringt. Auch die zum Teil ganz andere Wahrnehmung von Männern dieses Themas wird sehr gut durchgespielt. Die Perspektiven wechseln immer wieder zwischen den Personen, wobei die Frauen insgesamt mehr Raum einnehmen und dabei Linn mehr Platz bekommt als Eva. Durch die Nähe, die dabei zu allen Beteiligten erzeugt wird, wird auf besonders gelungene Art und Weise sichtbar, wie sich Machtverhältnisse innerhalb der Beziehungen im Laufe der Handlung verschieben. Zum Schluss überraschen die Figuren dann auch noch mal, mit eher unvorhersehbaren Ideen. Sehr empfehlenswert.
Zwei Kindheitsfreunde fahren mit ihren Partnerinnen gemeinsam in den Urlaub. Die einen haben Kinder, die anderen einen unerfüllten Kinderwunsch. Das kann durchaus etwas mit einem machen, wenn die anderen etwas „haben“, was man sich selbst so sehnlichst wünscht. Ich ging davon aus, dass dies der zentrale Punkt der Geschichte sei, doch daneben wird noch viel mehr in den Bungalow geworfen: Eigen- und Fremdwahrnehmung, Oberflächlichkeit in Freundschaften, Solidarität, diverse Macken und mehr. Am Anfang ist das spannend und unterhaltsam, denn der Fokus liegt auf den beiden Frauen, die sich nach und nach annähern und dabei einige Themen und Details freilegen. Das bringt einen dazu, weiterlesen zu wollen, um zu erfahren, wie sich alles zuspitzt und endet. Allerdings verheddert es sich am Ende gewaltig: Es kommt zu einem großen Knall, und auf einmal wird es einfach nur wild. Ich habe das Ende ehrlich gesagt nicht mehr nachvollziehen können. Und genau das macht es so schade. Denn bis dahin liest es sich wirklich gut. Auch wenn die Handlung teilweise sprunghaft ist und viel Raum für eigene Interpretation lässt, liegt gerade darin der Reiz – diese latente Unsicherheit zwischen den Frauen und auch den Männern. Umso stärker wirkt dann der Bruch: Das Ende kippt so sehr ins Skurrile, dass es für mich eher unabschlossen in der Luft hängen bleibt. Starker Anfang, aber ein Ende, das mich leider mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Vielleicht habe ich es auch schlichtweg nicht verstanden.

Ein Buch, das oft zu lachen, manchmal schwer auszuhalten, wütend und wild und zart ist. Geschichten von Freundespaaren im Urlaub und deren Differenzen hab ich schon oft gelesen, aber nicht die Sicht der Haushälterin, da wäre ich gerne mehr reingegangen. Das Thema Mutterschaft wurde für meinen Geschmack arg viel thematisiert, aber die weiblichen Charaktere waren toll gezeichnet. Ich hab es gern gelesen, aber ob es lange bleibt, wage ich zu bezweifeln.
Wie stark wird man von einem unerfüllten Kinderwunsch definiert? Und wie verändert sich das Leben mit Kindern? Diesen und weiteren Fragen geht die Geschichte anhand zweier unterschiedlicher Frauen auf den Grund. Eva und Linn verbringen mit ihren Männern zusammen einen Urlaub in einem Ferienhaus und nähern sich über ähnliche Themen an, obwohl sie bei beiden ganz unterschiedliche Sorgen und Ängste auslösen. Eva hat zwei Kinder und fühlt sich oft gestresst und überfordert. Linn hat einen unerfüllten Kinderwunsch. Zunächst neidvoll und distanziert, erkennen sie immer mehr die Stärken der anderen an und können einander besser verstehen. Die Frauen sind wütend, einsam und erschöpft. Sie kämpfen um ihre Selbstbestimmung und darum, wem ihr Körper gehört und sie versuchen mit unveränderlichen Tatsachen zurechtzukommen. All das tun sie alleine und gemeinsam. Die Männer sind in dem Roman eher Statisten, auch wenn ihnen ausreichend Platz eingeräumt wird und Beziehungskonflikte thematisiert werden. Aber die vordergründigen Themen betreffen vor allem die Frauen und ihre Körper. Titel und Cover fangen die Atmosphäre des Buches gelungen ein. Teilweise ist die Atmosphäre beklemmend wie bei einem Kammerspiel, teilweise sommerlich leicht. Ich fand die Sprache - mal in kurzen Sätzen, mal distanziert - sehr passend. Gleichzeitig fiel es mir schwer, richtigen Zugang zu den Personen zu finden. Die Handlungen und die Kommunikation waren mir zu fremd, so dass ich mit niemandem wirklich mitgefühlt habe. Und insbesondere das Ende konnte mich dann überhaupt nicht mehr mitnehmen. Ich habe es ehrlicherweise nicht ganz verstanden. Insgesamt ist das Buch gut zu lesen und die behandelten Themen geben Denkanstöße, aber mir war es zu distanziert und die Personen blieben mir zu fremd.
Einfach wow!
Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Ich mag die Dynamik, mit der Dita Zipfel schreibt. Es gelingt ihr schnell, ein Bild der vier Personen des Romans zu zeichnen. Besonders gefiel mir, wie sie die Blicke der beiden Frauen aufeinander beschreibt. Wie beide gegenseitig denken, die andere sei ihr so viel voraus und fände sie sicherlich ganz furchtbar. Durch den Respekt, den die Frauen in Wirklichkeit füreinander empfinden, zeigt Zipfel,wie viel Frauen durch Solidarität und Bündnisse gewinnen können. Tief berührt hat mich auch, wie sie das große Glück und die vielen Ängste des Mutterseins gleichzeitig thematisiert. Es gab viele Abschnitte, die ich gleich mehrmals lesen musste, weil ich sie verinnerlichen wollte. Der Strauß an Themen, den sie auf nur gut 200 Seiten behandelt, ist riesig. Auch unerfüllter Kinderwunsch, ungewollte Schwangerschaften, psychische Erkrankungen, Female Rage und Rollenbilder sind Teil der Erzählung. Das Ende ist sehr skurril. Es muss wirken und ich bin mir noch nicht ganz sicher, was die Autorin uns damit sagen will. Vielleicht, dass alles möglich ist, wenn wir es schaffen, aus Rollenbildern auszubrechen? Bei mir wirkt es noch nach. Der gesamte Roman hat mich berührt und bewegt. Da steckt so viel in diesen wunderbaren Seiten. Ich kann es nur empfehlen, euch ebenfalls von ihm bewegen zu lassen. Und ich hoffe, dass die Autorin noch viele weitere Romane für Erwachsene schreibt.
Stark angefangen, stark nachgelassen
Vier Menschen, zwei Paare, ein Ferienhaus in Frankreich. Ein Paar reist mit Kleinkindern an. Das andere ohne Kinder, aber mit latentem Kinderwunsch. Die Ausgangslage wirkt vielversprechend. Der Roman will viel. Es geht um Mutterschaft. Um Selbstbestimmung. Um Rollenbilder. Um Wohlstandsverwahrlosung. Das Problem liegt nicht in den Themen. Eher darin, wie demonstrativ vorgeführt wird, wie der Text wirken soll: radikal, provokant, intellektuell und tiefgründig. Szenen wirken konstruiert. Radikalität wirkt inszeniert. Intellekt wirkt stilistisch behauptet. Tiefe wird angekündigt, wenig wirklich ausgespielt. Am Anfang funktioniert das noch gut. Einiges ist klug beobachtet und wirklich amüsant. Mit der Zeit dreht sich die Erzählung jedoch im Kreis. Ein roter Faden fehlt und die Kapitel variieren ähnliche Situationen, ohne dass sich Figuren oder Konflikte sichtbar entwickeln. Spannung fehlt. Am schwersten greifbar bleibt mir die seltsame Allianz der beiden Frauen. Ihre widersprüchliche Verbündung ist nur begrenzt nachvollziehbar. Das Nashorn schießt am Ende dann den Vogel ab (haha) im Versuch eine symbolische Metaebene einzuziehen, wie mit einem literarischen Presslufthammer. Schade. Der Roman legt mit Tempo und einem vielversprechenden Setting los, verliert sich jedoch immer mehr in demonstrativer Bedeutungsschwere ohne Entwicklung.
Intensiv und feministisch
Hat mir sehr gut gefallen 💝 Nach dem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners Matze sie beide eingeladen, Felix, ein wohlhabender Selfmademan. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu verdrängen, entwickelt sich zwischen Linn und Felix’ Frau Eva aus Neid und Widerwillen eine Faszination, die die beiden einander näherbringt. Während Linn sich zerrissen fühlt zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, buddelt Eva geduldig mit ihrem Sohn, cremt und tröstet und wischt Sandkörner aus Babyaugen. Und im Laufe der Urlaubstage geraten zwischen Muschelessen und Crémant, zwischen heimlich geteiltem Cannabis und geflüsterten Gesprächen festgefahrene Bilder ins Wanken, verschieben sich sachte die Regeln, und Eva und Linn werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.
Starker Anfang, schwaches Ende
Ich war mir zu Beginn sehr sicher, dass der Roman von mir 5 Sterne kriegt. Zwei unterschiedliche Pärchen in Südfrankreich, spannend gezeichnete Charaktere und ein angenehmer Sprachstil haben mich sehr begeistert. Zum Ende hin hatte ich Probleme der Handlung zu folgen und fand ebendiese recht unausgereift.
Absurd und merkwürdig
Dieses Buch ist aus meiner Sicht einfach nur weird. Die Thematik wäre eigentlich interessant. Aber die Charakteren habe eine flick ab und sind alle äussrst merkwürdig. Der Schreibstil und die Sprunghaftigkeit der Sprache und des Geschehens haben mich verwirrt und nicht angesprochen. Einfach nicht meins gewesen.
Eine Geschichte zwischen Kinderwunsch und Muttersein
In diesem Buch erzählt Dita Zipfel eine bewegende Geschichte von dem Wunsch und den Zweifeln des Mutterseins. Es geht um Linn, die sich Kinder wünscht und um Eva, die zwei Kinder hat, sowie ihre Partner Matze und Felix, die schon lange Freunde sind. Als diese Freundegruppe in den Urlaub fährt, bietet dies natürlich Potenzial für viele Emotionen, Chaos und Entwicklungen. Ich fand die Beziehung zwischen Linn und Eva nachvollziehbar dargestellt. Anfangs begegnen die beiden sich noch vorsichtig. Linn beneidet Eva, da diese ein scheinbar perfektes Leben führt. Doch als die Fassaden der beiden Frauen zu bröckeln beginnt, nähern sie sich an. Erst vorsichtig und dann immer mehr, beginnen die beiden sich zu verbünden. Auch die Beziehung zwischen Matze und Felix, die sich ja eigentlich gut kennen, finde ich spannend. Es scheint ein klares Machtgefälle zwischen den beiden zu herrschen, doch auch dieses scheint manchmal zu bröckeln. Ich fand den Schreibstil, trotz des teilweise schweren Themas, gut zu lesen. Die Geschichte war mir jedoch an einigen Stellen ein wenig zu chaotisch und besonders eine Situation am Ende fand ich einfach unpassend und ich kann nicht so ganz einordnen, was der Sinn dahinter sein sollte. Die Charaktere fand ich passend und nachvollziehbar beschrieben. Allerdings kam der intensive Kinderwunsch von Linn nicht wirklich rüber. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dies vielleicht beabsichtigt ist, um darzustellen, dass sie sich eher gezwungen fühlt, durch eine Kinderwunschbehandlungen schwanger zu werden, da dies von ihr erwartet wird. Insgesamt fand ich es ein gutes Buch, was mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat, jedoch an einigen Stellen der Geschichte etwas zu chaotisch war und manches offen gelassen hat.
Das Buch geht dahin, wo es wehtut
Frauen und Mutterschaft, das ist ein Spannungsfeld, in das sich gesellschaftlich gesehen jeder gerne mal einmischt. Und als Betroffene kann man es niemandem Recht machen. Will man keine Kinder stößt man auf Unverständnis. „Es kann doch gar keine schönere Erfüllung im Leben geben“. Kann man nicht schwanger werden, so ist man selber schuld, weil man in der Vergangenheit dieses oder jenes nicht richtig gemacht hat. Hat man Kinder, so wird man mit Argusaugen beobachtet, ob man auch alles richtig macht. Dieses permanente Kommentieren führt dazu, dass man sich selber infrage stellt und mitmischt im großen Eintopf der Kritikwütigen. Wir konnten Linn und Eva nur da rein geraten? Erstere wünscht sich ein Kind. Alles konzentriert sich darauf, dass ihr Körper funktionieren muss. Es sieht nun endlich so aus, als ob es „In Vitro“ klappen könnte. Sie fährt mit ihrem Mann Matze an die Côte d‘Azur. Eingeladen hat Matzes bester - und ziemlich gut situierter – Freund Felix und seine Frau Eva. Die beiden Kinder Otto und Baby (näher wird das Kind nicht benannt) sind natürlich mit von der Partie und Sorgen dafür, dass alle größtmöglich flexibel bleiben. Eva ist emotional ganz bei ihren Kindern. Allerdings ändert sich ihre physische und psychische Situation aufgrund eines unerwarteten Ereignisses extrem. Ihre Kinder scheinen alles aufzusaugen was für sie selbst reserviert scheint. Während die Männer rumkumpeln beobachten sich die Frauen und entdecken Seiten an der jeweils anderen, die ihnen gleichzeitig merkwürdig und sympathisch vorkommen. Der gemeinsame Aufenthalt, bringt die ein oder andere schwierige Diskussion mit sich. Und besonders Linn neigt dann zu Überreaktionen, die mich irritiert, aber auch amüsiert haben. Alle vier Protagonisten sind irgendwie runter mit den Nerven und auch die Männer, die auf den ersten Blick ein bisschen unbedarft, überheblich und vielleicht auch weltfremd, daher kommen haben im Hintergrund ein Nervenbündel geschnürt. Dieser Roman stellt Körperlichkeit sehr in den Mittelpunkt. Alles wird angefasst, gerochen oder geleckt. Man gibt die Brust auch mal, obwohl man gar nicht die Mutter ist, nur um zu spüren, wie es sein könnte. Der Wille nach Freiheit und die Unsicherheit, ob man den richtigen Weg gewählt hat sind die Sub Gedanken, die das rein offensichtliche oft übermalen. Die Eine will, was die Andere hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine von den Protagonist*innen mag. Sie scheinen mir übernervös auf Impulse zu reagieren. Die Annäherung der beiden Frauen hab ich zwar erkannt, aber richtig fühlen konnte ich sie nicht. Otto ist jetzt nicht gerade ein Sonnenschein, versucht aber die Spannungen unter den Erwachsenen für sich zu nutzen, so wie es Kinder tun, wenn die Großen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Dies ist ein Text, der den Blick auf Schmerzstellen lenkt. Dabei übertritt die Autorin hin und wieder die Grenze des Aushaltbaren. Auf mich persönlich hat das eine große Sogwirkung entfaltet, aber es war oft auch sehr anstrengend. Ich kann die Wucht, mit der man auf die Projektionsfläche Mutterschaft eindrischt gut verstehen. Als Mutter fühlt man sich oft so, als wollten einem alle ans Leder und ich hätte damals auch gerne mal um mich geschlagen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich Männer dann tatsächlich auch Frauenkörpern bedienen, weil sie mit ihnen verheiratet sind, war für mich unerträglich. Ich kann mir vorstellen, dass diese oft eingespielten Mechanismen hingenommen werden. „Es ist leichter, wenn man mitmacht, dann ist es schneller vorbei.“ Frauen, die das jahrzehntelang aushalten und auch die Verantwortung für die Folgen tragen, verschwinden hinter ihren eigenen Ansprüchen und Träumen. Eva wacht nach und nach auf und wäre Linn nicht da, um ihr die Hand zu reichen, würde es vielleicht noch schlimmer enden. Mich hat auf jeden Fall gefreut, dass die beiden Frauen ein Auge aufeinander haben. Wenn ihr Romane mögt, die dahin gehen, wo es wehtut, dann seid ihr mit diesem Buch gut bedient.
Wenn Mutterschaft keine einfache Antwort kennt
Zwischen Meereslicht, Ferienhaus und flirrendem Urlaubsgefühl legt sich in diesem Roman von Anfang an etwas Unruhiges über die Seiten. Es ist diese Art von Helligkeit, die nicht wärmt, sondern alles gnadenlos sichtbar macht. Linn reist mit dem Wunsch an, bald schwanger zu sein, und gleichzeitig mit einer Angst, die sich kaum greifen lässt. Der eigene Körper wird hier nicht romantisiert, sondern als Ort von Sehnsucht, Kontrolle, Zweifel und Erwartung gezeigt. Mich hat besonders berührt, wie Dita Zipfel diese Spannung zwischen Linn und Eva erzählt. Da ist Neid, Abwehr, Faszination und irgendwann etwas, das weicher wird. Eva steht scheinbar auf der anderen Seite, als Mutter, als Frau mit Kind, mit Alltag, mit Geduld und müden Händen voller Sand. Doch je näher sich die beiden kommen, desto mehr bröckeln diese einfachen Bilder. Der Roman fühlt sich stellenweise zart an und im nächsten Moment wieder scharfkantig. Genau das mochte ich. Es geht nicht nur um Kinderwunsch, sondern auch darum, wem Frauenkörper gehören, welche Rollen Frauen erfüllen sollen und wie still man manchmal gegen das eigene Leben ankämpft. Nicht alles ist bequem, manches ist schräg, manches verstört, aber gerade dadurch bleibt die Geschichte hängen. Für mich ist Es ist hell und draußen dreht sich die Welt kein Roman zum gemütlichen Weglesen, sondern einer, der unter der Haut weiterarbeitet. Wütend, klug, seltsam schön und mit einer weiblichen Verbundenheit, die nicht laut sein muss, um kraftvoll zu sein.

tolle Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen
Das tolle Cover, das mich verleitet hat, die Leseprobe zu beginnen, passt sehr gut zu dem Buch, in dem auch ein Kanarienvogel eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die Urlaubswoche zweier Pärchen, die unterschiedlicher nicht sein können: Eva & Felix sind Eltern zweier Kinder und wohlhabend. Linn & Matzes Kinderwunsch ist unerfüllt und sie haben nicht so viel Geld wie die anderen beiden. Matze und Felix sind seit Kindertagen befreundet und in der Dynamik ihrer Freundschaft gefangen. Während die Männer den Urlaub auf ihre Weise genießen, entwickelt sich die Beziehung der Frauen zueinander von Unverständnis und Neid zu zarten Banden zwischen einander. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen (müssen), desto mehr nähern sie sich an - trotz aller äußerlichen und innerlichen Unterschiede. Gerade die Beziehung zwischen Linn und Eva hat mich sehr überzeugt, aber auch die der Männer entwickelt im Rückblick mehr Tiefe und gegenseitige - statt einseitige - Abhängigkeit als erwartet. Eine runde Geschichte, die mich sehr abgeholt hat. Nur das phantastische Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich denke, das hätte es nicht wirklich gebraucht, um der Geschichte in ihrer besonderen Dynamik ein würdiges Ende zu bereiten.
Rezension: Es ist Hell und draußen dreht sich die Welt. ⭐⭐⭐(3,5) Als Rezensionsexemplar Worum geht's? 2 Pärchen machen einen Urlaub in Frankreich. Wir haben einmal Eva & Felix mit ihren zwei Kindern und Linn & Matze mit ihrem Kinderwunsch. Nach dem Urlaub sollen Linn Embryos eingesetzt werden um schwanger zu werden. Positives? Das Buch befasst sich mit vielen wichtigen und aktuellen Themen: Kinderwunsch und was das mit einem macht, Erwartungen der Gesellschaft an Frauen sowie auch mit toxischen Männeridealen. Dabei nimmt die Autorin steht's kein Blatt vor den Mund, wodurch der Schreibstil sehr modern, einladend und teils humorvoll erscheint. Die Länge ist perfekt, es zieht sich nicht und die Handlung wird in einem perfekten Tempo erzählt. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da sivh due Autorin an Klischees bedient, diese aber dann stückweise vorallem bei den charakterinnen bricht. Negatives? Tatsächlich muss ich sagen, dass mir machen Handlungen nicht gefallen haben, da ich einfach nicht verstand, was die Autorin da jetzt vorhatte. Manchmal machen die Charaktere , vorallem Linn sehr random shit und man weiß nicht ob das jetzt ernst gemeint sein soll. Auch aus dem Ende wurde ich nicht richtig schlau und welche Rolle das Nasshorn spielte verstehe ich bis jetzt nicht. Vielleicht liegt es an mir, dass ich den tieferen Sinn dieser Metaphern nicht verstehe. Empfehlung? Würde ich es nochmal lesen? Nein. Aber dennoch würde ich es weiter empfehlen, da die angesprochenen Themen trotz der manchmal Recht wirren Handlungen gut rüberkommen.
Einzigartiger Schreibstil
Dita Zipfel erzählt in "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" von 2 Paaren Linn und Matze und Eva und Felix. Dabei haben Eva und Felix zwei Kinder und Linn und Matze wünschen sich eins und befinden sich gerade in der Kinderwunschbehandlung. Nun verbringen sie alle einen 5-tägigen Urlaub in Frankreich. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, ich habe es in wenigen Tagen gelesen und konnte auch zeitweise nicht mit lesen aufhören. Dabei fand ich den einzigartigen, speziellen und eher frechen Schreibstil sehr interessant, dieser hat mich sehr gefesselt. Außerdem fand ich auch die grundlegende Thematik sehr interessant, die das Zitat ganz am Anfang des Buches für mich sehr gut zusammenfasst. "Frauen müssen mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft leben." - Rachel Cusk Auch die Zeichnung der Charaktere hat mir gut gefallen, da sie im Grunde sehr realistisch ist und teilweise etwas überzogen wirkt, es aber der Geschichte keinen Abbruch tut. Besonders gut hat mir Evas Sichtweise gefallen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings noch, mir war das Ende zu offen und da hätte ich mir noch ein paar mehr Seiten gewünscht. Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die sich für die Thematik interessieren und diese aus einem anderen Blickwinkel betrachten möchten, der auch mal etwas übertrieben ist.
toller Schreibstil, aber…
In diesem Roman verknüpft die Autorin Dita Zipfel einen gemeinsamen Urlaub unter Freunden mit dem unerfüllten Kinderwunsch von Linn und Matze. Im Zusammensein mit Felix und Eva wird Linn besonders durch Evas Mutterschaft mit eigenen Unsicherheiten und Sehnsüchten konfrontiert, während sich zwischen den beiden Frauen eine vorsichtige Nähe entwickelt. Der knappe, präzise Stil überzeugt vor allem zu Beginn des Romans. Der erste Teil zeichnet auf eine feine Art nach, wie schnell Vergleiche, Neid und Missverständnisse entstehen und wie wenig man über die inneren Kämpfe anderer weiß. Im weiteren Verlauf verlieren die Figuren jedoch an Glaubwürdigkeit, einige Entwicklungen wirken konstruiert und schwer nachvollziehbar. Das offene Ende verstärkt diesen Eindruck. Auch wenn ich mich am Ende mit den sensiblen Themen etwas alleine gelassen gefühlt habe, würde ich aufgrund des Schreibstils und der Wichtigkeit der Themen trotzdem eine Empfehlung aussprechen.
Linn will schwanger werden - so der Plan. Doch bevor ihr ein Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt werden soll, verbringt sie gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund Matze, dessen besten Freund vom Typ "reiches Arschloch" und seiner Freundin Eva. Und Eva ist das, was Linn gern sein würde: Mutter. So muss Linn Eva jeden Tag dabei zusehen, wie sie ihren vierjährigen Sohn Otto versorgt und sich auch noch um ihr Neugeborenes kümmert. Doch diese Illusion der Mutter, die alles im Griff hat, beginnt nach und nach zu bröckeln. Denn auch Eva hat ihre Päckchen zu tragen. Dita Zipfel beschreibt die innere Zerissenheit der beiden Frauen - die durch komplett unterschiedliche Umstände entstehen - sehr emotional und greifbar. Beide Frauen sind fasziniert voneinander, bewundern Eigenschaften aneinander, die ihnen selbst fehlen. Zugeben würden sie das jedoch nie. Nach und nach nähern sie sich an, verbunden durch die vereinende Erfahrung als Frau in der Gesellschaft zu (über)leben. "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" handelt von Mutterschaft, der einhergehenden Verantwortung und Überforderung und eben von einem Kinderwunsch, der bisher noch nicht in Erfüllung getreten ist. Vom sich fragen, wieso man genau das nicht kann, was laut traditionellen Gesellschaftsbildern ganz natürlich sein und einfach passieren sollte. Ich fand vor allem die emotionalen Abschnitte des Romans, die die Emotionen von Eva und Linn erzählen, sehr stark. Beide bekommen im Roman Eigenheiten, die sie abheben sollen von der Illusion einer "perfekten" Frau und Mutter, die mir aber an der einen oder anderen Stelle ein bisschen zu arg waren. Auch das offene Ende des Romans hat mir leider gar nicht gefallen. Ziemlich abrupt driftet die Handlung in eine schon fast utopische Richtung ab, die die vorher aufgebaute Nahbarkeit der Figuren verwässert. Dennoch mochte ich den Roman und habe ihn in nur zwei Tagen durchgelesen, weil er mich sehr gefesselt hat.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Ein kraftvoller und abgründiger Roman, ebenso wütend wie zart, über weibliche Selbstbestimmung, über Körper und wem sie gehören, über das Kinderhaben und die Sehnsucht danach.
Nach diesem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners und wohlhabende Selfmademan Felix sie beide eingeladen. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu ignorieren, beobachten sich die Frauen distanziert. Linn, zerrissen zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, blickt mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva, die geduldig mit ihrem Sohn buddelt, ihn eincremt und tröstet und Sandkörner aus Babyaugen wischt. Doch im Laufe der Urlaubstage entwickelt sich zwischen geflüsterten Gesprächen und heimlichem Kiffen eine Nähe, die festgefahrene Bilder ins Wanken bringt. Eva und Linn verschieben sachte die Regeln und werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.
Book Information
Author Description
Dita Zipfel, 1981 in Kiel geboren, schreibt Theaterstücke, Drehbücher, Essays und Literatur. 2020 wurde sie für ihren Jugendroman Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie schreibt Geschichten, die ein bisschen wie Filme sind, vielleicht, weil sie sich das Erzählen im Kino ihres Opas beigebracht hat.
Posts
Über gesellschaftlichen Druck und eine neue Freundschaft - teilweise extrem, dennoch lesenswert
Dieses Buch ist kein Buch, was sich in eine Schublade pressen lässt und was sich so einfach durchdringen lässt. Es geht um gesellschaftliche Konventionen, Druck auf Frauen, Mutterschaft (ungewollt und gewollt), alte und neue Freundschaften und unausgesprochener Unmut/Wut. Das führt dazu, dass das Buch manchmal etwas überfrachtet ist. Aber dennoch hält sich die Spannung. Das liegt auch an den Protagonist:innen. Man hat einen Alpha-Mann mit seinem unterwürfigen Jugendfreund. Wobei ersterer immer wieder seine toxische Männlichkeit und seine Richi-Rich-Attitüde auslebt. Hinzu kommen die beiden Partnerinnen. Die eine erst als Urmutter dargestellt und zum Ende des Buches bekommt ihr Verhalten immer mehr Risse, was sie mir immer symphatischer gemacht hat. Und dann die andere - Linn - ist ein sehr komplexer Charakter, wo ich nicht weiß ob ich sie mag oder nicht. Sie erinnert mich an die Figur aus Verenas Kesslers Buch "Gym" - dieses extreme Verhalten in manchen Situationen, wo man sich fragt, ob die Figur an psychischen Störungen leidet oder ihre Aktionen doch richtig sind. Ich bin mir auch bis jetzt nicht sicher, ob Linn wirklich ein Kind will oder nur, weil es halt von ihr erwartet wird. Durch all das wird man aber zum nachdenken angeregt, was ein gutes Buch ja auch ausmachen muss. Einige Stellen sind aber dennoch schwer zu durchschauen. Also was die Autorin dort für ein Ziel hatte. Daher hat man das Buch nach dem ersten lesen auch nicht komplett durchgestiegen, weshalb man es sicher nochmal lesen müsste oder mit anderen dazu in den Austausch treten. Und warum hat das Baby keinen Namen, obwohl jede:r andere benannt ist??? Mein Fazit daher: Ein lesenswertes Buch über gesellschaftliche Konventionen, was an einigen Stellen aber noch ein wenig mehr Klarheit gebrauchen würde.

„Was nie da war, kann man nur in sich selbst begraben. Dabei würde sie gerne auf etwas zeigen und sagen: Guck, das hatte ich mal. Sechs Embryos sind zu klein für ein Grab.“ [S. 160] Von Mutterschaft und Kinderlosigkeit. Ein Pärchenurlaub der anderen Art erleben Eva und Felix (mit Otto und Baby) und Linn und Matze. Die junge Vorzeigefamilie und das Paar in Kinderwunschbehandlung verbringen einen gemeinsamen Urlaub in Südfrankreich. Sponsored bei Felix, Matzes bestem und immer besseren Freund aus Jugendzeiten. Schonungslos und ehrlich schreibt Dita Zipfel wie es ist; das Leben als Mutter, in ständiger Angst und Sorge, dass dem Nachwuchs etwas passiert, während man nach aussen hin die starke, treusorgende (Ehe-)Frau mimt, die stets alles unter Kontrolle hat, obwohl man oft nur die Kontrolle und den Wunsch nach der eigenen Unabhängigkeit verliert. Und das Leben als Frau mit Kinderwunsch (in Kinderwunschbehandlung), den Blick neiderfüllt auf die gerichtet, die augenscheinlich schon alles erreicht haben und in perfektem Familienglück schwelgen, während man selbst nicht vollkommen und das eigene Leben unperfekt und unerfüllt ist. Eva und Linn beäugen einander wie Konkurrentinnen. Eva, zweifache Mutter, Linn, kinderlos mit Kinderwunsch. Was der einen über den Kopf wächst, ist dass wonach sich die andere sehnt. Das war gut geschrieben, die innere Zerrissenheit beider Protagonistinnen beim lesen spürbar, die Sichtweise auf die Dinge besonders, aber immer authentisch. Die Männer eher Randfiguren in der Handlung der Story. Gegen Ende wurde es mir jedoch leider zu merkwürdig und lässt mich ein wenig ratlos zurück, was meine Begeisterung etwas schmälert, obwohl ich von der Thematik, dem Sprachstil und der Umsetzung bis dato sehr angetan war.
Wow, was für eine rasante Geschichte. Mein Fazit vorweg: Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Ein Urlaub, zwei Paare und vier völlig unterschiedliche Charaktere - das ist von Beginn an perfekter Stoff für eine explosive Handlung. Da sind Eva und Felix: Er ist erfolgreich, wohlhabend und selbstbewusst, sie jung, schön und fruchtbar. Dem gegenüber stehen Linn und Matze: Er ist freundlich, angepasst und Felix' bester Freund, sie unangepasst und unfruchtbar. Linn steckt mitten in einer Kinderwunschbehandlung, und ich fand es großartig - und wichtig -, so eindrücklich zu erleben, wie belastend und fordernd dieser Prozess für Körper und Seele sein kann. Während des gemeinsamen Urlaubs wird Linn ständig mit der jungen Zweifachmutter Eva konfrontiert und ist zugleich fasziniert von ihr. Als Evas perfekte Fassade zu bröckeln beginnt und eine überforderte junge Frau zum Vorschein kommt, die alles andere als makellos ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Verbundenheit. Die Männer hingegen nehmen von den emotionalen Spannungen zwischen den Frauen kaum etwas wahr. Sie sind seit jeher beste Freunde, und jeder kennt seinen festen Platz in dieser Beziehung: Felix gibt den Ton an, Matze folgt. In einem Rückblick erfahren wir, dass sich dieses Machtgefüge einst einmal verschoben hatte - ein Aspekt, den ich sehr spannend fand. Insgesamt stehen die beiden Männer jedoch weniger im Mittelpunkt der Geschichte. Der Roman lebt vor allem von Eva und Linn. Ich mochte beide Figuren sehr und hatte beim Lesen mehr als einmal einen Kloß im Hals. Die Themen Mutterschaft, gewollte und ungewollte Schwangerschaft sowie das Spannungsfeld zwischen "zu viel" und "zu wenig" Muttersein stehen im Zentrum - ungeschönte, ehrliche und berührend erzählt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. 'Es ist hell und draußen dreht sich die Welt' von Dita Zipfel hat mich wirklich überzeugt. Erwähnen möchte ich auch die Reinigungskraft der Anlage: An ihr zeigt sich eindrucksvoll der Unterschied zwischen bloßem Sich-wichtig-Machen und echter Macht - eine sehr gelungene Idee. Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende. Dort geschieht etwas, das ich bis heute nicht ganz einordnen kann; der Zusammenhang zur restlichen Geschichte blieb mir unklar. Trotzdem war der Roman zuvor so stark, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Greift zu - es ist ein wirklich lesenswertes Buch.

Linn und Matze werden von Felix an die Côte d'Azur eingeladen. Felix ist ein alter Freund von Matze und verbringt mit seiner Ehefrau Eva, dem 5-jährigen Otto und dem Baby den Urlaub in einem luxuriösen Bungalow am Mittelmeer. Linn, die mitten in einer Kinderwunschbehandlung ist, ist sofort neidisch auf Eva. Denn Eva hat alles, was Linn sich wünscht. Während Matze und Felix angeln und versuchen das finanzielle Ungleichgewicht zwischen ihnen zu ignorieren, verstehen sich Linn und Eva immer besser. Auf der Dachterrasse des Bungalows treffen sich die beiden Frauen heimlich. Sie kiffen und führen tiefe Gespräche. So merken sie langsam, dass sie mehr gemeinsam haben als gedacht. Linn, mit einem drängenden Kinderwunsch und als Künstlerin eher unkonventionell unterwegs, trifft im Urlaub auf Eva. Letztere ist Mutter von zwei Kleinkindern, den Beruf hat sie aufgegeben, Ehemann Felix verdient reichlich. Die zwei Frauen sind grundverschieden und dennoch verbindet sie etwas: Solidarität zwischen Frauen. Man kann regelrecht zusehen, wie sie zusammenwachsen und Verbündete werden. Das fand ich sehr schön beschrieben. Je mehr Linn Eva kennenlernt, desto besser kann sie auch hinter die Fassade blicken. Gegen aussen führt Eva ein perfektes Leben, doch in Wahrheit sieht das ganz anders aus. Sensibel und mit Tiefe hat die Autorin diese Diskrepanz herübergebracht. Ganz anders ist da die Freundschaft zwischen Matze und Felix, die seit Schulzeiten besteht. Die ist so ein typisches und klischeehaftes Schulterklopf-Ding zwischen Männern. Leider war mir keiner der männlichen Protagonisten wirklich sympathisch. Meine Horrorvorstellung schlechthin wäre mit Felix den Urlaub zu verbringen. Da ein Paar mit Kindern anreist und das andere Paar mitten in einer Kinderwunschbehandlung steckt, bewegt sich die Story immer wieder mal in diesen Themen. Speziell fand ich, dass das zweite Kind geschlechtsneutral immer "Baby" genannt wird und keinen Namen trägt. Die Handlung wird von fünf erwachsenen Protagonisten und zwei Kleinkindern bestritten, weitere Figuren kommen nicht vor. Gegen Schluss wird diese abstrus. Da gibt es ein Angebot für einen Babytausch und ein Nashorn, das frei in der Gegend herumläuft und von der Polizei eingefangen werden muss. Den Schreibstil fand ich doch ab und zu holperig. Es fehlten immer wieder Wörter oder aber Felix "schluckt" Wörter, wenn er spricht. Gelinde gesagt nervig fand ich zum Beispiel, dass er Linn durch das Buch mit "Hey Alter" anspricht. Oft wechseln die Perspektiven, dies ohne Deklaration und ich habe mich nicht immer zurechtgefunden. Hier wäre bei Kapitelanfang der Name der Figur angebracht gewesen.
Was war das für eine wilde Mischung aus weiblicher Wut und Selbstbestimmung, zwischenmenschlicher Fehleinschätzungen und Übergriffigkeiten. Zwei Paare im Südfrankreich Urlaub, Felix und Eva mit ihren zwei Kindern, Linn und Matze - kinderlos, in einem luxuriösen Ferienhaus. Die Freundschaft der Männer in einem seltsamen Ungleichgewicht. Felix der Macher, der Erfolgreiche, der Laute, zahlt. Immer. Matze der eher ruhige Mitläufer, der profitiert. Die Frauen kennen sich kaum, beobachten sich. Eva, die offensichtlich mit Leichtigkeit im Muttersein aufgeht und alles im Griff hat. Linn, die in der Zerissenheit zwischen Kinderwunschbehandlung und Versagensangst festzustecken scheint. Und in kleinen Momenten, leisen Gesprächen enstpinnt sich zwischen den Frauen eine Dynamik, die den ganzen Urlaub sprengen könnte. Und was an einigen Stellen wie ein grenzüberschreitendes Kammerspiel wirkt, ist letztendlich der kraftvolle Ruf nach dem Ausbrechen aus Erwartungen und Normen, nach Selbstbestimmung und dem Losreißen von vorgefertigten Lebensentwürfen. Die Entwicklung wild, das Ende wirr. Dita Zipfel schreibt wie in Filmszenen, lässt uns die Figuren genau erkennen und dann doch wieder nicht. Eine Geschichte über ganz alltägliche Abgründe, die mich gleichzeitig sehr gut unterhalten und zum Nachdenken gebracht hat. PS: mir kamen beim Lesen immer wieder ganz unterschiedliche Romane in den Sinn, die ich hier irgendwie vereinigt gesehen habe. Anne Sauer: Im Leben nebenan. Anne Freytag: Blaues Wunder. Cécile Tlili: Ein Sommerabend. Caroline Schmitt: Liebewesen. Wilde Mischung!
Matze und Felix sind Jugendfreunde. Zusammen mit ihren Frauen machen sie Urlaub in Südfrankreich. Matze und Linn befinden sich in Kinderwunschbehandlung, Felix und Eva haben bereits 2 Kinder, den 5-jährigen Otto und das Baby "Baby". Eva ist überfordert, Linn ist neidisch und die beiden Männer sind unreif. Soweit die unspektakulär klingende Kurzfassung. Trotz dieses vermeintlich schlichten Plots gebe ich hier eine klare Lese- bzw Hörempfehlung.. Die Charaktere waren sehr empathisch beschrieben und dadurch sehr gut begreifbar für mich. Der Autorin gelingt es zudem gut, den gesellschaftlicher Druck unserer Zeit, der auf beiden Frauen lastet, zu vermitteln. Ich habe mich beim Hören des Hörbuches nicht eine Minute gelangweilt und habe mich gut und lebensklug unterhalten gefühlt
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in Südfrankreich: Eva und Felix mit ihren beiden Kindern und Linn und Matze, die keine Kinder haben, noch nicht. Felix, ein wohlhabender Selfmademan hat seinen Jugendfreund Matze und Linn eingeladen fünf Tage in dem mondänen Bungalow an der Côte d’Azur zu verbringen. Während Matze und Felix versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu nivellieren, blickt Linn mit einer Mischung aus Neid und Widerwillen auf Eva. Im Laufe der zugespitzten Geschichte, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, bröckelt die Fassade und man spürt, die Geschichte läuft auf einen großen Knall zu. Worauf? In diesem Buch geht es ums Frausein, um Unsicherheit und Konkurrenz, um die Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper, um die Frage, was es bedeutet schwanger zu werden, Mutter zu werden ... Zu sagen, daß Buch regt zum Nachdenken an trifft es nicht. Eher wühlt es auf. Eigentlich ein gewöhnliches Thema, gemeinsamer Urlaub, nutzt Dita Zipfel dazu eine irritierende Geschichte zu erzählen.
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in Frankreich. Eva und Felix haben bereits zwei Kinder. Linn und Matze sind mitten im Versuch ihren Kinderwunsch mit ärztlicher Hilfe zu erfüllen. Befreundet sind die Männer, die Frauen müssen miteinander auskommen. Dies fällt vor allem Linn zunächst schwer. Mit der Zeit nähern sich die Frauen jedoch an und finden eine Verbindung zueinander, die sie mehr zu brauchen scheinen, als sie wussten. Das Buch beschäftigt sich auf sehr gelungene Art und Weise mit dem Thema Mutterschaft und Kinderwunsch (erfüllt und unerfüllt). Die beiden Protagonistinnen repräsentieren jeweils eine der beiden möglichen Szenarien. Dabei wird deutlich, welche Fragen und Probleme die jeweilige Lebensrealität mit sich bringt. Auch die zum Teil ganz andere Wahrnehmung von Männern dieses Themas wird sehr gut durchgespielt. Die Perspektiven wechseln immer wieder zwischen den Personen, wobei die Frauen insgesamt mehr Raum einnehmen und dabei Linn mehr Platz bekommt als Eva. Durch die Nähe, die dabei zu allen Beteiligten erzeugt wird, wird auf besonders gelungene Art und Weise sichtbar, wie sich Machtverhältnisse innerhalb der Beziehungen im Laufe der Handlung verschieben. Zum Schluss überraschen die Figuren dann auch noch mal, mit eher unvorhersehbaren Ideen. Sehr empfehlenswert.
Zwei Kindheitsfreunde fahren mit ihren Partnerinnen gemeinsam in den Urlaub. Die einen haben Kinder, die anderen einen unerfüllten Kinderwunsch. Das kann durchaus etwas mit einem machen, wenn die anderen etwas „haben“, was man sich selbst so sehnlichst wünscht. Ich ging davon aus, dass dies der zentrale Punkt der Geschichte sei, doch daneben wird noch viel mehr in den Bungalow geworfen: Eigen- und Fremdwahrnehmung, Oberflächlichkeit in Freundschaften, Solidarität, diverse Macken und mehr. Am Anfang ist das spannend und unterhaltsam, denn der Fokus liegt auf den beiden Frauen, die sich nach und nach annähern und dabei einige Themen und Details freilegen. Das bringt einen dazu, weiterlesen zu wollen, um zu erfahren, wie sich alles zuspitzt und endet. Allerdings verheddert es sich am Ende gewaltig: Es kommt zu einem großen Knall, und auf einmal wird es einfach nur wild. Ich habe das Ende ehrlich gesagt nicht mehr nachvollziehen können. Und genau das macht es so schade. Denn bis dahin liest es sich wirklich gut. Auch wenn die Handlung teilweise sprunghaft ist und viel Raum für eigene Interpretation lässt, liegt gerade darin der Reiz – diese latente Unsicherheit zwischen den Frauen und auch den Männern. Umso stärker wirkt dann der Bruch: Das Ende kippt so sehr ins Skurrile, dass es für mich eher unabschlossen in der Luft hängen bleibt. Starker Anfang, aber ein Ende, das mich leider mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Vielleicht habe ich es auch schlichtweg nicht verstanden.

Ein Buch, das oft zu lachen, manchmal schwer auszuhalten, wütend und wild und zart ist. Geschichten von Freundespaaren im Urlaub und deren Differenzen hab ich schon oft gelesen, aber nicht die Sicht der Haushälterin, da wäre ich gerne mehr reingegangen. Das Thema Mutterschaft wurde für meinen Geschmack arg viel thematisiert, aber die weiblichen Charaktere waren toll gezeichnet. Ich hab es gern gelesen, aber ob es lange bleibt, wage ich zu bezweifeln.
Wie stark wird man von einem unerfüllten Kinderwunsch definiert? Und wie verändert sich das Leben mit Kindern? Diesen und weiteren Fragen geht die Geschichte anhand zweier unterschiedlicher Frauen auf den Grund. Eva und Linn verbringen mit ihren Männern zusammen einen Urlaub in einem Ferienhaus und nähern sich über ähnliche Themen an, obwohl sie bei beiden ganz unterschiedliche Sorgen und Ängste auslösen. Eva hat zwei Kinder und fühlt sich oft gestresst und überfordert. Linn hat einen unerfüllten Kinderwunsch. Zunächst neidvoll und distanziert, erkennen sie immer mehr die Stärken der anderen an und können einander besser verstehen. Die Frauen sind wütend, einsam und erschöpft. Sie kämpfen um ihre Selbstbestimmung und darum, wem ihr Körper gehört und sie versuchen mit unveränderlichen Tatsachen zurechtzukommen. All das tun sie alleine und gemeinsam. Die Männer sind in dem Roman eher Statisten, auch wenn ihnen ausreichend Platz eingeräumt wird und Beziehungskonflikte thematisiert werden. Aber die vordergründigen Themen betreffen vor allem die Frauen und ihre Körper. Titel und Cover fangen die Atmosphäre des Buches gelungen ein. Teilweise ist die Atmosphäre beklemmend wie bei einem Kammerspiel, teilweise sommerlich leicht. Ich fand die Sprache - mal in kurzen Sätzen, mal distanziert - sehr passend. Gleichzeitig fiel es mir schwer, richtigen Zugang zu den Personen zu finden. Die Handlungen und die Kommunikation waren mir zu fremd, so dass ich mit niemandem wirklich mitgefühlt habe. Und insbesondere das Ende konnte mich dann überhaupt nicht mehr mitnehmen. Ich habe es ehrlicherweise nicht ganz verstanden. Insgesamt ist das Buch gut zu lesen und die behandelten Themen geben Denkanstöße, aber mir war es zu distanziert und die Personen blieben mir zu fremd.
Einfach wow!
Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Ich mag die Dynamik, mit der Dita Zipfel schreibt. Es gelingt ihr schnell, ein Bild der vier Personen des Romans zu zeichnen. Besonders gefiel mir, wie sie die Blicke der beiden Frauen aufeinander beschreibt. Wie beide gegenseitig denken, die andere sei ihr so viel voraus und fände sie sicherlich ganz furchtbar. Durch den Respekt, den die Frauen in Wirklichkeit füreinander empfinden, zeigt Zipfel,wie viel Frauen durch Solidarität und Bündnisse gewinnen können. Tief berührt hat mich auch, wie sie das große Glück und die vielen Ängste des Mutterseins gleichzeitig thematisiert. Es gab viele Abschnitte, die ich gleich mehrmals lesen musste, weil ich sie verinnerlichen wollte. Der Strauß an Themen, den sie auf nur gut 200 Seiten behandelt, ist riesig. Auch unerfüllter Kinderwunsch, ungewollte Schwangerschaften, psychische Erkrankungen, Female Rage und Rollenbilder sind Teil der Erzählung. Das Ende ist sehr skurril. Es muss wirken und ich bin mir noch nicht ganz sicher, was die Autorin uns damit sagen will. Vielleicht, dass alles möglich ist, wenn wir es schaffen, aus Rollenbildern auszubrechen? Bei mir wirkt es noch nach. Der gesamte Roman hat mich berührt und bewegt. Da steckt so viel in diesen wunderbaren Seiten. Ich kann es nur empfehlen, euch ebenfalls von ihm bewegen zu lassen. Und ich hoffe, dass die Autorin noch viele weitere Romane für Erwachsene schreibt.
Stark angefangen, stark nachgelassen
Vier Menschen, zwei Paare, ein Ferienhaus in Frankreich. Ein Paar reist mit Kleinkindern an. Das andere ohne Kinder, aber mit latentem Kinderwunsch. Die Ausgangslage wirkt vielversprechend. Der Roman will viel. Es geht um Mutterschaft. Um Selbstbestimmung. Um Rollenbilder. Um Wohlstandsverwahrlosung. Das Problem liegt nicht in den Themen. Eher darin, wie demonstrativ vorgeführt wird, wie der Text wirken soll: radikal, provokant, intellektuell und tiefgründig. Szenen wirken konstruiert. Radikalität wirkt inszeniert. Intellekt wirkt stilistisch behauptet. Tiefe wird angekündigt, wenig wirklich ausgespielt. Am Anfang funktioniert das noch gut. Einiges ist klug beobachtet und wirklich amüsant. Mit der Zeit dreht sich die Erzählung jedoch im Kreis. Ein roter Faden fehlt und die Kapitel variieren ähnliche Situationen, ohne dass sich Figuren oder Konflikte sichtbar entwickeln. Spannung fehlt. Am schwersten greifbar bleibt mir die seltsame Allianz der beiden Frauen. Ihre widersprüchliche Verbündung ist nur begrenzt nachvollziehbar. Das Nashorn schießt am Ende dann den Vogel ab (haha) im Versuch eine symbolische Metaebene einzuziehen, wie mit einem literarischen Presslufthammer. Schade. Der Roman legt mit Tempo und einem vielversprechenden Setting los, verliert sich jedoch immer mehr in demonstrativer Bedeutungsschwere ohne Entwicklung.
Intensiv und feministisch
Hat mir sehr gut gefallen 💝 Nach dem Urlaub, so ist der Plan, wird Linn ein perfekt gereifter Embryo eingesetzt und sie wird sein, was sie sich schon lange wünscht: schwanger. In den schicken Bungalow am Strand hat der Jugendfreund ihres Partners Matze sie beide eingeladen, Felix, ein wohlhabender Selfmademan. Während Matze und Felix sich mit Crémant betrinken, angeln gehen und versuchen, die Statusunterschiede zwischen ihnen zu verdrängen, entwickelt sich zwischen Linn und Felix’ Frau Eva aus Neid und Widerwillen eine Faszination, die die beiden einander näherbringt. Während Linn sich zerrissen fühlt zwischen dem unbedingten Wunsch, Mutter zu werden, und dem Zweifel, ob sie das überhaupt kann, eine »gute« Mutter sein, buddelt Eva geduldig mit ihrem Sohn, cremt und tröstet und wischt Sandkörner aus Babyaugen. Und im Laufe der Urlaubstage geraten zwischen Muschelessen und Crémant, zwischen heimlich geteiltem Cannabis und geflüsterten Gesprächen festgefahrene Bilder ins Wanken, verschieben sich sachte die Regeln, und Eva und Linn werden mehr als Freundinnen: Sie werden Verbündete.
Starker Anfang, schwaches Ende
Ich war mir zu Beginn sehr sicher, dass der Roman von mir 5 Sterne kriegt. Zwei unterschiedliche Pärchen in Südfrankreich, spannend gezeichnete Charaktere und ein angenehmer Sprachstil haben mich sehr begeistert. Zum Ende hin hatte ich Probleme der Handlung zu folgen und fand ebendiese recht unausgereift.
Absurd und merkwürdig
Dieses Buch ist aus meiner Sicht einfach nur weird. Die Thematik wäre eigentlich interessant. Aber die Charakteren habe eine flick ab und sind alle äussrst merkwürdig. Der Schreibstil und die Sprunghaftigkeit der Sprache und des Geschehens haben mich verwirrt und nicht angesprochen. Einfach nicht meins gewesen.
Eine Geschichte zwischen Kinderwunsch und Muttersein
In diesem Buch erzählt Dita Zipfel eine bewegende Geschichte von dem Wunsch und den Zweifeln des Mutterseins. Es geht um Linn, die sich Kinder wünscht und um Eva, die zwei Kinder hat, sowie ihre Partner Matze und Felix, die schon lange Freunde sind. Als diese Freundegruppe in den Urlaub fährt, bietet dies natürlich Potenzial für viele Emotionen, Chaos und Entwicklungen. Ich fand die Beziehung zwischen Linn und Eva nachvollziehbar dargestellt. Anfangs begegnen die beiden sich noch vorsichtig. Linn beneidet Eva, da diese ein scheinbar perfektes Leben führt. Doch als die Fassaden der beiden Frauen zu bröckeln beginnt, nähern sie sich an. Erst vorsichtig und dann immer mehr, beginnen die beiden sich zu verbünden. Auch die Beziehung zwischen Matze und Felix, die sich ja eigentlich gut kennen, finde ich spannend. Es scheint ein klares Machtgefälle zwischen den beiden zu herrschen, doch auch dieses scheint manchmal zu bröckeln. Ich fand den Schreibstil, trotz des teilweise schweren Themas, gut zu lesen. Die Geschichte war mir jedoch an einigen Stellen ein wenig zu chaotisch und besonders eine Situation am Ende fand ich einfach unpassend und ich kann nicht so ganz einordnen, was der Sinn dahinter sein sollte. Die Charaktere fand ich passend und nachvollziehbar beschrieben. Allerdings kam der intensive Kinderwunsch von Linn nicht wirklich rüber. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dies vielleicht beabsichtigt ist, um darzustellen, dass sie sich eher gezwungen fühlt, durch eine Kinderwunschbehandlungen schwanger zu werden, da dies von ihr erwartet wird. Insgesamt fand ich es ein gutes Buch, was mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat, jedoch an einigen Stellen der Geschichte etwas zu chaotisch war und manches offen gelassen hat.
Das Buch geht dahin, wo es wehtut
Frauen und Mutterschaft, das ist ein Spannungsfeld, in das sich gesellschaftlich gesehen jeder gerne mal einmischt. Und als Betroffene kann man es niemandem Recht machen. Will man keine Kinder stößt man auf Unverständnis. „Es kann doch gar keine schönere Erfüllung im Leben geben“. Kann man nicht schwanger werden, so ist man selber schuld, weil man in der Vergangenheit dieses oder jenes nicht richtig gemacht hat. Hat man Kinder, so wird man mit Argusaugen beobachtet, ob man auch alles richtig macht. Dieses permanente Kommentieren führt dazu, dass man sich selber infrage stellt und mitmischt im großen Eintopf der Kritikwütigen. Wir konnten Linn und Eva nur da rein geraten? Erstere wünscht sich ein Kind. Alles konzentriert sich darauf, dass ihr Körper funktionieren muss. Es sieht nun endlich so aus, als ob es „In Vitro“ klappen könnte. Sie fährt mit ihrem Mann Matze an die Côte d‘Azur. Eingeladen hat Matzes bester - und ziemlich gut situierter – Freund Felix und seine Frau Eva. Die beiden Kinder Otto und Baby (näher wird das Kind nicht benannt) sind natürlich mit von der Partie und Sorgen dafür, dass alle größtmöglich flexibel bleiben. Eva ist emotional ganz bei ihren Kindern. Allerdings ändert sich ihre physische und psychische Situation aufgrund eines unerwarteten Ereignisses extrem. Ihre Kinder scheinen alles aufzusaugen was für sie selbst reserviert scheint. Während die Männer rumkumpeln beobachten sich die Frauen und entdecken Seiten an der jeweils anderen, die ihnen gleichzeitig merkwürdig und sympathisch vorkommen. Der gemeinsame Aufenthalt, bringt die ein oder andere schwierige Diskussion mit sich. Und besonders Linn neigt dann zu Überreaktionen, die mich irritiert, aber auch amüsiert haben. Alle vier Protagonisten sind irgendwie runter mit den Nerven und auch die Männer, die auf den ersten Blick ein bisschen unbedarft, überheblich und vielleicht auch weltfremd, daher kommen haben im Hintergrund ein Nervenbündel geschnürt. Dieser Roman stellt Körperlichkeit sehr in den Mittelpunkt. Alles wird angefasst, gerochen oder geleckt. Man gibt die Brust auch mal, obwohl man gar nicht die Mutter ist, nur um zu spüren, wie es sein könnte. Der Wille nach Freiheit und die Unsicherheit, ob man den richtigen Weg gewählt hat sind die Sub Gedanken, die das rein offensichtliche oft übermalen. Die Eine will, was die Andere hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine von den Protagonist*innen mag. Sie scheinen mir übernervös auf Impulse zu reagieren. Die Annäherung der beiden Frauen hab ich zwar erkannt, aber richtig fühlen konnte ich sie nicht. Otto ist jetzt nicht gerade ein Sonnenschein, versucht aber die Spannungen unter den Erwachsenen für sich zu nutzen, so wie es Kinder tun, wenn die Großen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Dies ist ein Text, der den Blick auf Schmerzstellen lenkt. Dabei übertritt die Autorin hin und wieder die Grenze des Aushaltbaren. Auf mich persönlich hat das eine große Sogwirkung entfaltet, aber es war oft auch sehr anstrengend. Ich kann die Wucht, mit der man auf die Projektionsfläche Mutterschaft eindrischt gut verstehen. Als Mutter fühlt man sich oft so, als wollten einem alle ans Leder und ich hätte damals auch gerne mal um mich geschlagen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich Männer dann tatsächlich auch Frauenkörpern bedienen, weil sie mit ihnen verheiratet sind, war für mich unerträglich. Ich kann mir vorstellen, dass diese oft eingespielten Mechanismen hingenommen werden. „Es ist leichter, wenn man mitmacht, dann ist es schneller vorbei.“ Frauen, die das jahrzehntelang aushalten und auch die Verantwortung für die Folgen tragen, verschwinden hinter ihren eigenen Ansprüchen und Träumen. Eva wacht nach und nach auf und wäre Linn nicht da, um ihr die Hand zu reichen, würde es vielleicht noch schlimmer enden. Mich hat auf jeden Fall gefreut, dass die beiden Frauen ein Auge aufeinander haben. Wenn ihr Romane mögt, die dahin gehen, wo es wehtut, dann seid ihr mit diesem Buch gut bedient.
Wenn Mutterschaft keine einfache Antwort kennt
Zwischen Meereslicht, Ferienhaus und flirrendem Urlaubsgefühl legt sich in diesem Roman von Anfang an etwas Unruhiges über die Seiten. Es ist diese Art von Helligkeit, die nicht wärmt, sondern alles gnadenlos sichtbar macht. Linn reist mit dem Wunsch an, bald schwanger zu sein, und gleichzeitig mit einer Angst, die sich kaum greifen lässt. Der eigene Körper wird hier nicht romantisiert, sondern als Ort von Sehnsucht, Kontrolle, Zweifel und Erwartung gezeigt. Mich hat besonders berührt, wie Dita Zipfel diese Spannung zwischen Linn und Eva erzählt. Da ist Neid, Abwehr, Faszination und irgendwann etwas, das weicher wird. Eva steht scheinbar auf der anderen Seite, als Mutter, als Frau mit Kind, mit Alltag, mit Geduld und müden Händen voller Sand. Doch je näher sich die beiden kommen, desto mehr bröckeln diese einfachen Bilder. Der Roman fühlt sich stellenweise zart an und im nächsten Moment wieder scharfkantig. Genau das mochte ich. Es geht nicht nur um Kinderwunsch, sondern auch darum, wem Frauenkörper gehören, welche Rollen Frauen erfüllen sollen und wie still man manchmal gegen das eigene Leben ankämpft. Nicht alles ist bequem, manches ist schräg, manches verstört, aber gerade dadurch bleibt die Geschichte hängen. Für mich ist Es ist hell und draußen dreht sich die Welt kein Roman zum gemütlichen Weglesen, sondern einer, der unter der Haut weiterarbeitet. Wütend, klug, seltsam schön und mit einer weiblichen Verbundenheit, die nicht laut sein muss, um kraftvoll zu sein.

tolle Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen
Das tolle Cover, das mich verleitet hat, die Leseprobe zu beginnen, passt sehr gut zu dem Buch, in dem auch ein Kanarienvogel eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die Urlaubswoche zweier Pärchen, die unterschiedlicher nicht sein können: Eva & Felix sind Eltern zweier Kinder und wohlhabend. Linn & Matzes Kinderwunsch ist unerfüllt und sie haben nicht so viel Geld wie die anderen beiden. Matze und Felix sind seit Kindertagen befreundet und in der Dynamik ihrer Freundschaft gefangen. Während die Männer den Urlaub auf ihre Weise genießen, entwickelt sich die Beziehung der Frauen zueinander von Unverständnis und Neid zu zarten Banden zwischen einander. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen (müssen), desto mehr nähern sie sich an - trotz aller äußerlichen und innerlichen Unterschiede. Gerade die Beziehung zwischen Linn und Eva hat mich sehr überzeugt, aber auch die der Männer entwickelt im Rückblick mehr Tiefe und gegenseitige - statt einseitige - Abhängigkeit als erwartet. Eine runde Geschichte, die mich sehr abgeholt hat. Nur das phantastische Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich denke, das hätte es nicht wirklich gebraucht, um der Geschichte in ihrer besonderen Dynamik ein würdiges Ende zu bereiten.
Rezension: Es ist Hell und draußen dreht sich die Welt. ⭐⭐⭐(3,5) Als Rezensionsexemplar Worum geht's? 2 Pärchen machen einen Urlaub in Frankreich. Wir haben einmal Eva & Felix mit ihren zwei Kindern und Linn & Matze mit ihrem Kinderwunsch. Nach dem Urlaub sollen Linn Embryos eingesetzt werden um schwanger zu werden. Positives? Das Buch befasst sich mit vielen wichtigen und aktuellen Themen: Kinderwunsch und was das mit einem macht, Erwartungen der Gesellschaft an Frauen sowie auch mit toxischen Männeridealen. Dabei nimmt die Autorin steht's kein Blatt vor den Mund, wodurch der Schreibstil sehr modern, einladend und teils humorvoll erscheint. Die Länge ist perfekt, es zieht sich nicht und die Handlung wird in einem perfekten Tempo erzählt. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da sivh due Autorin an Klischees bedient, diese aber dann stückweise vorallem bei den charakterinnen bricht. Negatives? Tatsächlich muss ich sagen, dass mir machen Handlungen nicht gefallen haben, da ich einfach nicht verstand, was die Autorin da jetzt vorhatte. Manchmal machen die Charaktere , vorallem Linn sehr random shit und man weiß nicht ob das jetzt ernst gemeint sein soll. Auch aus dem Ende wurde ich nicht richtig schlau und welche Rolle das Nasshorn spielte verstehe ich bis jetzt nicht. Vielleicht liegt es an mir, dass ich den tieferen Sinn dieser Metaphern nicht verstehe. Empfehlung? Würde ich es nochmal lesen? Nein. Aber dennoch würde ich es weiter empfehlen, da die angesprochenen Themen trotz der manchmal Recht wirren Handlungen gut rüberkommen.
Einzigartiger Schreibstil
Dita Zipfel erzählt in "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" von 2 Paaren Linn und Matze und Eva und Felix. Dabei haben Eva und Felix zwei Kinder und Linn und Matze wünschen sich eins und befinden sich gerade in der Kinderwunschbehandlung. Nun verbringen sie alle einen 5-tägigen Urlaub in Frankreich. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, ich habe es in wenigen Tagen gelesen und konnte auch zeitweise nicht mit lesen aufhören. Dabei fand ich den einzigartigen, speziellen und eher frechen Schreibstil sehr interessant, dieser hat mich sehr gefesselt. Außerdem fand ich auch die grundlegende Thematik sehr interessant, die das Zitat ganz am Anfang des Buches für mich sehr gut zusammenfasst. "Frauen müssen mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft leben." - Rachel Cusk Auch die Zeichnung der Charaktere hat mir gut gefallen, da sie im Grunde sehr realistisch ist und teilweise etwas überzogen wirkt, es aber der Geschichte keinen Abbruch tut. Besonders gut hat mir Evas Sichtweise gefallen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings noch, mir war das Ende zu offen und da hätte ich mir noch ein paar mehr Seiten gewünscht. Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die sich für die Thematik interessieren und diese aus einem anderen Blickwinkel betrachten möchten, der auch mal etwas übertrieben ist.
toller Schreibstil, aber…
In diesem Roman verknüpft die Autorin Dita Zipfel einen gemeinsamen Urlaub unter Freunden mit dem unerfüllten Kinderwunsch von Linn und Matze. Im Zusammensein mit Felix und Eva wird Linn besonders durch Evas Mutterschaft mit eigenen Unsicherheiten und Sehnsüchten konfrontiert, während sich zwischen den beiden Frauen eine vorsichtige Nähe entwickelt. Der knappe, präzise Stil überzeugt vor allem zu Beginn des Romans. Der erste Teil zeichnet auf eine feine Art nach, wie schnell Vergleiche, Neid und Missverständnisse entstehen und wie wenig man über die inneren Kämpfe anderer weiß. Im weiteren Verlauf verlieren die Figuren jedoch an Glaubwürdigkeit, einige Entwicklungen wirken konstruiert und schwer nachvollziehbar. Das offene Ende verstärkt diesen Eindruck. Auch wenn ich mich am Ende mit den sensiblen Themen etwas alleine gelassen gefühlt habe, würde ich aufgrund des Schreibstils und der Wichtigkeit der Themen trotzdem eine Empfehlung aussprechen.
Linn will schwanger werden - so der Plan. Doch bevor ihr ein Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt werden soll, verbringt sie gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund Matze, dessen besten Freund vom Typ "reiches Arschloch" und seiner Freundin Eva. Und Eva ist das, was Linn gern sein würde: Mutter. So muss Linn Eva jeden Tag dabei zusehen, wie sie ihren vierjährigen Sohn Otto versorgt und sich auch noch um ihr Neugeborenes kümmert. Doch diese Illusion der Mutter, die alles im Griff hat, beginnt nach und nach zu bröckeln. Denn auch Eva hat ihre Päckchen zu tragen. Dita Zipfel beschreibt die innere Zerissenheit der beiden Frauen - die durch komplett unterschiedliche Umstände entstehen - sehr emotional und greifbar. Beide Frauen sind fasziniert voneinander, bewundern Eigenschaften aneinander, die ihnen selbst fehlen. Zugeben würden sie das jedoch nie. Nach und nach nähern sie sich an, verbunden durch die vereinende Erfahrung als Frau in der Gesellschaft zu (über)leben. "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" handelt von Mutterschaft, der einhergehenden Verantwortung und Überforderung und eben von einem Kinderwunsch, der bisher noch nicht in Erfüllung getreten ist. Vom sich fragen, wieso man genau das nicht kann, was laut traditionellen Gesellschaftsbildern ganz natürlich sein und einfach passieren sollte. Ich fand vor allem die emotionalen Abschnitte des Romans, die die Emotionen von Eva und Linn erzählen, sehr stark. Beide bekommen im Roman Eigenheiten, die sie abheben sollen von der Illusion einer "perfekten" Frau und Mutter, die mir aber an der einen oder anderen Stelle ein bisschen zu arg waren. Auch das offene Ende des Romans hat mir leider gar nicht gefallen. Ziemlich abrupt driftet die Handlung in eine schon fast utopische Richtung ab, die die vorher aufgebaute Nahbarkeit der Figuren verwässert. Dennoch mochte ich den Roman und habe ihn in nur zwei Tagen durchgelesen, weil er mich sehr gefesselt hat.



































