Vielleicht liegt es am Erzählstil, aber ich konnte keine Beziehung zu den Figuren aufbauen. Die ganze Erzählung bleibt oberflächlich. Auch die inneren Beweggründe der Geschwister bleiben mir zu flach sowie die Darstellung aller weiteren Charaktere. Womit es für mich bei einer klischeehaften Zeichnung dieses Umfelds und der Menschen darin bleibt.
Leider nicht meins. Konnte mit der Thematik nichts anfangen.
"Monstergott" ist ein schonungsloser, poetisch zersplitterter Roman über die zerstörerische Macht einer freikirchlichen Sozialisation. Caroline Schmitt zeigt, wie religiöse Sprache, Rituale und Gemeinschaftsstrukturen einen Menschen formen – und wie schwer es ist, sich von einem Gott zu lösen, der Angst macht. Schmitt zeigt eindrücklich, wie religiöse Gemeinschaften, die sich selbst als „Familie“ verstehen, Grenzen verwischen und Kontrolle spirituell legitimieren. Der Roman zeigt die Freikirche nicht als Karikatur, sondern als komplexen, aber gefährlichen Raum: - Gemeinschaft wird mit Kontrolle verwechselt. - Hingabe mit Selbstaufgabe. - Spiritualität mit Disziplinierung. Besonders stark ist, wie Schmitt die Sprache der Freikirche seziert: Gebetsfloskeln, Lobpreis, Zeugnisse – alles wird zu einem System, das Gefühle reguliert und Zweifel erstickt. "Monstergott" ist ein kraftvoller, wütender, poetischer Roman über die zerstörerische Macht einer Freikirche und die lebenslange Arbeit, sich von einem angsteinflößenden Gott zu befreien.

Caroline Schmitts Roman „Monstergott“ ist ein fesselnder, tiefgründiger Blick in die Welt einer modernen christlichen Freikirche – ein Raum, der nach außen hin freundlich, hip und zugänglich wirkt, innerlich aber strenge Regeln, Schuldgefühle und Erwartungen auferlegt. Im Zentrum stehen die Geschwister Ben und Esther, die ihr Leben lang in dieser Gemeinde aufgewachsen sind. Sie sind gläubig, engagiert und vollständig in das Gemeindeleben integriert – doch mit der Zeit stoßen sie an die Grenzen des Systems, das ihre Identität und ihre persönlichen Wünsche formt und gleichzeitig einschränkt. Ben kämpft mit seinen sexuellen Neigungen, die in der Gemeinde als Sünde verurteilt werden. Er versucht, sich durch Gebet, Selbstkasteiung und sogar Exorzismus wieder Gottes Gunst zu verdienen. Esther hingegen hinterfragt ihre Rolle als Frau in der Kirche, die Unterordnung und Dienst am Mann verlangt, und sehnt sich nach Selbstbestimmung, künstlerischer Freiheit und einem Leben jenseits der engen Glaubensgrenzen. Beide erleben die Widersprüche zwischen bedingungsloser Liebe zu Gott und den destruktiven, teils manipulativen Strukturen der Gemeinde. Schmitt gelingt es, diese inneren Konflikte eindrucksvoll und sensibel darzustellen. Die abwechselnden Perspektiven von Ben und Esther ermöglichen es, die Kämpfe der Geschwister intensiv nachzuvollziehen: ihre Schuldgefühle, ihre Sehnsucht nach Freiheit, aber auch ihre Bindung an Familie, Freunde und Glaubensgemeinschaft. Trotz der ernsten Themen ist der Schreibstil pointiert, oft humorvoll und sehr präzise, was dem Roman eine besondere Leichtigkeit verleiht, ohne die Schwere der Themen zu verharmlosen. Ein großer Pluspunkt des Buches ist die differenzierte Darstellung der Kirche. Schmitt kritisiert klar die problematischen Strukturen – Manipulation durch Schuld, rigide Rollenbilder, dualistisches Denken und die Instrumentalisierung der Bibel –, zeigt aber gleichzeitig die positiven Aspekte wie Zusammenhalt, Nächstenliebe und moralische Orientierung. Die Balance zwischen Kritik und Respekt macht Monstergott besonders wertvoll. Darüber hinaus greift der Roman aktuelle gesellschaftliche Themen auf: Feminismus, toxische Männlichkeit, Queer-Feindlichkeit, Selbstbestimmung, psychische Belastungen und die Grenzen des Glaubens im realen Leben. Szenen wie Esthers Arbeit auf der Intensivstation zeigen eindrucksvoll, wie Glauben und Realität aufeinanderprallen können, ohne dass dabei das menschliche Mitgefühl verloren geht. Ein eindrucksvoller Roman über Glauben, Identität und Selbstbestimmung. Caroline Schmitt gelingt ein sensibler, humorvoller und gleichzeitig schonungslos ehrlicher Blick auf die Mechanismen von Freikirchen und die Konflikte, die sie in jungen Menschen hervorrufen können. Das Buch regt zum Nachdenken an, berührt emotional und bietet jede Menge Diskussionsstoff – eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für Religion, Gesellschaft und menschliche Psyche interessieren.
Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut, weil die Grundidee unglaublich spannend klang. Die Themen und Ansätze haben mich sofort neugierig gemacht und waren letztlich auch der Grund, warum ich unbedingt weiterlesen wollte. Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl, dass hier viel Potenzial steckt. Leider hat mich die Geschichte emotional überhaupt nicht erreicht. Ich habe kaum mit den Figuren mitgefiebert und insgesamt blieb für mich vieles zu oberflächlich. Mir fehlte die Vielschichtigkeit und vor allem die Tiefe, die das Thema eigentlich hergegeben hätte. Es werden interessante Gedanken angerissen, aber nie so ausgearbeitet, dass sie wirklich nachhallen oder etwas in mir auslösen. Das Buch hatte definitiv starke Ideen und spannende Ansätze, doch am Ende blieb bei mir vor allem Enttäuschung zurück. Statt bewegt oder nachdenklich zu sein, hatte ich nach dem Lesen eher das Gefühl, dass mich die Geschichte komplett kaltgelassen hat. Schade, denn das Potenzial wäre absolut da gewesen.
Ich weiß auch nicht. Ich bin weder religiös noch gläubig und daher fällt es mir schwer das Konzept der gläubigen Hörigkeit nachzuvollziehen. Aber gerade die Freikirchen haben großen Erfolg, es muss also funktionieren. Die Menschen brauchen einen Halt und Trost und scheinen ihn dort zu finden. Mit dem Buch bin ich dennoch nicht richtig warm geworden. Die Charaktere sind mir zu sehr an der Oberfläche geblieben, die Entwicklungen waren für mich nicht nachvollziehbar. Wieso haben sie sich von Anfang des Buches zum Ende hin so entwickelt? Ich konnte es nicht nachvollziehen.
Interessanter Einblick in den Alltag junger Freikirchler, der spannende Themen aufmacht, mir persönlich jedoch noch zu oberflächlich geblieben ist. Auch wenn die inneren Dämonen der beiden Protagonisten sehr anschaulich beschrieben wurden, konnte ich ihr Leid und ihre Verzweiflung dennoch irgendwie nicht spüren, ohne jetzt genau sagen zu können was fehlte. Vielleicht hätten es doch ein paar Seiten mehr sein dürfen. Dennoch insgesamt lesenswert und kurzweilig.
Puh schwierig..
Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, was ich von Monatergott halten soll. Einerseits fand ich das Buch wirklich faszinierend – vor allem den inneren Konflikt der Protagonisten. Gefangen zwischen ihrem Glauben und dem Leben, das sie eigentlich führen möchten. Gerade dieser Zwiespalt wurde sehr greifbar dargestellt und hat für mich auch den stärksten Teil der Geschichte ausgemacht. Besonders spannend fand ich die Entwicklung der Beiden. Zu sehen, wie sie sich langsam von den strengen Vorstellungen ihres Glaubens lösen und versuchen herauszufinden, wie sie selbst leben wollen, war emotional und interessant aufgebaut. Der Schreibstil von Caroline Schmitt liest sich außerdem sehr angenehm – man kommt schnell durch die Seiten und bleibt neugierig. Trotzdem hat mir am Ende irgendwie etwas gefehlt. Ich kann gar nicht genau sagen, was es war, aber ich hatte mir insgesamt mehr erhofft. Manche Aspekte hätten für mich noch tiefer ausgearbeitet werden können, sodass mich das Buch emotional stärker mitnimmt. Deshalb bleibt es für mich bei soliden 3 von 5 Sternen.
Krass, krass, krass, krass gutes Buch. Ich habe es inhaliert. Vermutlich vor allem spannend für Menschen mit Freikirchenhintergrund (ich kann jedes Lied aus dem Buch mitsingen btw). Es ist fast gruselig, wie genau Caroline Schmitt diese Freikirchenwelt darstellt. Ich erkenne alles wieder (inklusive gedeckelter "verbotener" Geschehnisse, silencing von Frauen etc.). Und ja, das Buch ist auch sehr bedrückend, beängstigend wie weit dieser Druck treiben kann. Ich will schreien, diesen Druck wird man nie so ganz los. Und gleichzeitig finde ich es wundervoll, wie die Geschwister- und Elternliebe dargestellt wird, das gibt wirklich Hoffnung.
mini rant// spoiler
schön eingelesenes hörbuch, passend zu den figuren. das thema hat mich sehr interessiert und bietet auf jeden fall den hintergrund für spannende, vielschichtige geschichten. leider haben die beiden protagonisten nicht besonders angesprochen. esther fand ich sehr sympathisch, aber ihre geschichte war leider sehr stereotyp: rettung durch partner/beziehung und obwohl sie ihre eigenen kämpfe auszufechten hatte (die irgendwie auch sehr kurz abgehandelt wurden), kümmerte sie sich doch sehr viel um ihren bruder. ihre „austiegsgründe“ fielen dann auch mehr unter ferner liefen. ben hingegen fand ich unfassbar anstrengend - und kann mir lebhaft vorstellen, warum das mit den freunden in der schule nicht so lief. seine geschichte nahm mir einfach viel zu viel raum ein.
Okay..
Interessante Thematik, gut geschrieben und doch hats mir wenig gegeben..

Zwischen Glaube und Sünde, Zweifel und Sehnsucht
Ben und Esther führen scheinbar ein erfülltes Leben mit starkem Glauben und festen Rollen in ihrer modernen Gemeinde. Doch beide kämpfen im Verborgenen: Ben wird von einem geheimen Problem belastet, das seine Beziehung zu Gott überschattet, während Esther beginnt, die ihr beigebrachten Rollenbilder infrage zu stellen und sich nach Selbstbestimmung sehnt. Als alte Erinnerungen und neue Zweifel aufkommen, geraten beide an einen Punkt, an dem sie ihren Glauben und die Regeln ihrer Welt grundlegend hinterfragen müssen. Insgesamt fand ich das Buch schon gut und es gibt, glaube ich, ganz interessante Einblicke in so ein Leben. Auch wenn ich das selbst natürlich nicht wirklich beurteilen kann. Aber irgendwie hat es mich nicht so richtig abgeholt und gecatcht. Auch der Schreibstil war nicht ganz meins.
Ich kann die positiven Beurteilungen nicht nachvollziehen. Ein Klischee wird in der Handlung an das nächste gehängt. Jedes für sich genommen ist in Ordnung. Aber in der Fülle und Frequenz wirkt alles wie eine schlechte Karrikatur. Von der Homosexualität über Sekten bis zur Rolle der Frau. Und statt tiefer zu hinterfragen kommt das nächste Fettnäpfchen. Auch sprachlich einfach gestrickt, die Protagonisten sind hölzern, literarisch maximal Durchschnitt.
Fesselnd, wie eine Gemeinschaft, die sich im Glauben vereint, so brutal mit ihren „Mitgliedern“ umgehen kann.

„Deine Gedanken sind nur Gedanken. Du bist ihnen NICHT ausgeliefert. Du hast die Macht über sie.“
Puh. Ich habe etwas gebraucht, um in das Buch reinzukommen, ab der Hälfte hat es mir dann besser gefallen. Das lag aber am Thema. Ich mochte die Entwicklung der beiden Geschwister Ben und Esther sehr gerne - ohne diese hätte mir das Buch wahrscheinlich weniger gefallen. Ich finde das Thema Kirche und Glaube schwierig, ich finde die Ansätze und im Buch angesprochenen Prinzipien schwierig und ich kann mich damit einfach nicht identifizieren. Trotzdem war es gut, darüber zu lesen - es war nämlich sehr realistisch. Dass am Ende keine Gerechtigkeit stattfand und der Pastor weiterhin moralisch Fragwürdig handeln durfte entspricht ja leider auch oft der Realität - das ist erschreckend zu lesen und schwer zu akzeptieren. Der Schreibstil hat mir aber wieder sehr gut gefallen und das Buch lies sich leicht und flüssig lesen. „Esthers Kopf pochte. Das war nicht der Beginn einer Migräne, sondern eine Warnung, weil in den letzten Minuten zu viele ihrer Gehirnzellen verendet waren.“
Abbruch bei 44%
Komplett andere Welt, genau das fand ich so spannend
Fand das Buch wirklich sehr gut, vor allem das Thema Freikirche hat mich sehr gecatcht, weil ich dazu vorher noch nie einen Roman gelesen hab. An manchen Stellen hätte die Autorin noch mehr ins Detail gehen können, das war mir dann zu schnell erzählt. Sonst aber große Empfehlung!
Schade, hatte mehr erhofft
Am meisten haben mich die letzten beiden Zeilen berührt. Dafür ein ganzes Buch zu lesen, naja... Ich kenne selbst jemanden, der aus einer Freikirche "ausgestiegen wurde", deren Schilderungen haben mich wir mehr ergriffen, als hier das gesamte Buch. Für mich bliebs oberflächlich...
Zwei Stimmen gefangen im System
„Monstergott“ hat mich tief beeindruckt. Die wechselnden Perspektiven von Esther und Ben ziehen mich unmittelbar in die beklemmende Welt ihrer Freikirche hinein. Ihre Abhängigkeit, ihre Zweifel, dieses langsame Aufbrechen innerer Grenzen – all das wirkt erschütternd echt. Caroline Schmitt erzählt mit kluger Struktur, präziser Sprache und spürbar intensiver Recherche. Die Spannung entsteht leise, aber unaufhaltsam. Für mich ist dieses Buch ein seltenes Highlight: mutig, eindringlich und erzählerisch brillant. Ganz klar das stärkste Werk meines bisherigen Lesejahres 2026.
Überraschend fesselnd
Ich bin so überrascht wie mich das Buch und wording gepackt haben beim Lesen. Normalerweise bin ich kein Fan von Romanen die ein bestimmtes Thema behandeln/thematisieren sondern lese einfaches zur Unterhaltung, aber am Ende hat es mich immer wieder zum Nachdenken angeregt. Auch finde ich den Umgang mit dem Thema mutig. Ein Stern Abzug dafür, dass ich ganz andere Erwartungen dran hatte.

Tolles Buch ✨
Man konnte so richtig durch die Seiten fliegen, es wurden schwierige und wichtige Themen besprochen und auch wenn Kritik an der Kirche geäußert wurde, geschah dies respektvoll. Es war teilweise auch sehr spannend mit ein paar Plottwists - so wurde es nicht langweilig:)
Respektvoll & kritisch zugleich
In „Monstergott“ erzählt Caroline Schmitt von den Geschwistern Ben und Esther, die sich als Erwachsene langsam von der evangelikalen Freikirche lösen, in der sie aufgewachsen sind. Eindrucksvoll und präzise beschreibt sie den Alltag der beiden und wie ihr Blick auf die Realität sich ganz subtil verschiebt, bis der Bruch unvermeidlich wird. „Monstergott“ hatte keine spektakuläre Geschichte im herkömmlichen Sinn, sondern lebt von den alltäglichen Erlebnissen, den Emotionen und der Charakterentwicklung der Hauptfiguren. Schmitt schreibt fesselnd und differenziert über den Halt, den Glaube, Gemeinschaft und Gott geben können – Schreckt aber auch nicht davor zurück, Doppelmoral, starre Geschlechterrollen und Umgang mit Sexualität zu beleuchten und welche inneren Schmerzen das Herauswachsen aus einer Gemeinde verursachen kann. Sie trifft die Sprache und den Vibe vieler evangelikaler Freikirchen auf den Punkt, verliert dabei jedoch nie den Respekt gegenüber den Gläubigen oder macht sich über sie lustig. Mich hat das Buch in seiner Vielschichtigkeit sehr berührt und gehört bisher zu meinen absoluten Highlights dieses Jahr! Die knapp 250 Seiten werden mich auch über die zwei Abende hinaus noch sehr beschäftigen.
»Wer seine Traurigkeit zulässt, kann heilen. Und manchmal dauert das mit dem Heilen ein Leben lang«
Nachdem ich „Liebewesen“ als ein gutes Buch empfunden habe, habe ich mich sehr auf dieses hier gefreut. Nun kann ich sagen, dass es viel zu lange auf meinem TBR-Stapel lag und mich bei Weitem mehr abgeholt hat als „Liebewesen“. Caroline Schmitt beherrscht es so sehr, mit Wörtern Dinge zu umschreiben, wie es andere nicht schaffen. Ich war sehr oft baff und erfreut, so tolle lyrische Meisterwerke lesen zu dürfen 🌞🌱 Caroline hat einfach die Gabe, über empfindliche Themen unserer Gesellschaft zu schreiben und holt damit anscheinend nicht nur mich, sondern auch viele andere ab. Es ist emotional, traurig und auch wahr. Leider hatte ich zu wenig christliches Wissen, um alle Anekdoten vollständig verstehen zu können, dennoch ein wahnsinnig gutes Buch! Das ist keine Untertreibung! Es liest sich sehr flüssig, und die Charaktere haben echten Tiefgang. Auch wenn man nichts mit Freikirchen oder dem christlichen Glauben anfangen kann, hat dieses Buch eine Chance verdient. Ehrliche Empfehlung 🫶
Ist Gott ein Monster, kann das sein? Wenn er doch nur sexuelle Beziehungen zwischen Mann und Frau zulässt? Und das auch nur dann, wenn sie den Bund der Ehe eingegangen sind? Bestimmt Gott, was wir fühlen dürfen? Müssen? Diese und noch einige Fragen versucht Caroline Schmitt in ihrem Roman “Monstergott” zu beantworten. Ob es ihr gelingt? Wir erfahren als Leser*in im Buch die Geschichten von Ben und seiner Schwester Esther. In abwechselnden Kapiteln schildern die beiden ihre Leben, und was sie damit hadern lässt. Sowohl Ben als auch seine ältere Schwester genossen eine sehr christliche Erziehung und sind seit jeher beide vollwertige und sehr engagierte Mitglieder der Gemeinde. Allerdings birgt Ben ein Geheimnis, das für einen gut aufgeklärten Bürger eigentlich nicht einmal so schlimm ist, aber für Ben kommt es der Todesstrafe gleich. Deshalb lässt er sich auch therapieren und “hofft” sein Problem aus der Welt schaffen zu können. Esther hingegen kämpft mit ihrer inneren Dämonen, weil sie immer noch an ihrer Jugendliebe Paul hängt, der inzwischen aus der Gemeinde ausgetreten ist. Und noch etwas quält Esther: Sie möchte nämlich Sängerin werden. Aber vielleicht ist das doch zu weltlich? Die Geschichten von Esther, Ben und ihren Freunden haben mir großen Unterhaltungsfaktor geboten. Die Autorin schafft es, das eigentlich schwermütige Thema humorvoll zu gestalten und spielt mit unserer Moral und Vorstellung. Aber genau das lockert das Ganze auf und lässt einen geschmeidig durch die Seiten fliegen. Ich kann das Buch jeder und jedem empfehlen, und bin dankbar, dass ich durch den Lesekreis davon erfahren habe.
Ein beeindruckendes Buch, wenn auch an einigen Stellen gruselig. Obwohl ich die Gedanken des Protagonisten nicht teile, las es sich gut.

Spannender Einblick
Ich selbst bin weder getauft noch religiös aufgewachsen. Kirchen finde ich höchstens schön anzusehen. ✝️ Und trotzdem interessieren mich Glaube, Freikirchen und ihre Strukturen total. Deshalb habe ich mich sehr auf „Monstergott“ von Caroline Schmitt gefreut. 💫 Im Buch begleiten wir die Geschwister Esther und Ben, die in einer freikirchlichen Gemeinde groß werden, mit klaren Regeln, festen Rollenbildern und einem Glauben, der ihnen lange Halt gibt. Doch mit der Zeit beginnen sie, genau das zu hinterfragen. Beim Lesen war ich oft frustriert und auch wütend. Hätte ich mir stellenweise trotzdem mehr Tiefe oder Radikalität gewünscht? Vielleicht. Aber vermutlich bin ich auch nicht die Hauptzielgruppe. Gerade die ruhige, subtile Art macht das Buch am Ende so wirkungsvoll und könnte Betroffene zum Um- und Nachdenken bringen. Ein spannender Einblick, den ich sehr gerne gelesen habe! ⭐️⭐️⭐️⭐️
Die ganze Zeit über hatte ich Hoffnung, dass da jetzt noch „die Geschichte“ kommt, aber es kam einfach nichts. Leider ist dies Alltag für ganz viele Menschen und es herrschen teilweise sektenähnliche Zustände. 2,5 Sterne, weil beide den Absprung schafften.
Glaube, Macht und Zweifel - unglaublich gut geschrieben Lesetipp!
Ben und Esther sind Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde, in der sie sich zunehmend gefangen fühlen. Zweifel stellen sich ein, wenn Esther als Frau keine Gruppe leiten darf oder Ben sich zunehmend fragt, ob es wirklich so falsch ist, zu lieben, wen man will. Doch es ist nicht leicht, den Glauben und seine Regeln infrage zu stellen – und damit alles, was sie kennen. Ich fand den Roman sehr beeindruckend und mitreißend. Da ich punktuell ab und zu mit einer Braunschweiger Freikirche, aber auch mit der örtlichen protestantischen Gemeinde zu tun habe, fand ich den Roman auch auf der sachlichen Ebene sehr spannend. Caroline Schmitt gelingt es, ihre Figuren sehr authentisch zu gestalten und ihre inneren Kämpfe nahezubringen.
Dieses Buch wollte ich schon lange lesen und habs jetzt in der Bücherei gefunden! Es hat mir richtig gut gefallen. Ich finde Freikirchen und deren Anziehung auf Anhänger:innen wirklich interessant und hab da immer wieder auf Instagram Beiträge gesehen. Ich stand dem ganzen auch vor dem Buch schon kritisch gegenüber, und meine Haltung hat sich nicht verändert. Ich fands sehr spannend, aus der Perspektive zweier junger Menschen zu lesen, die innerhalb einer Freikirche aufgewachsen sind und versuchen ihren Weg zu finden. Wie auch vorm Lesen des Buches, denke ich, dass Glaube Menschen viel geben kann, aber Freikirchen, wie reguläre Kirchen von Machtmissbrauch und Doppelmoral durchzogen sind. Achja und ich hab ein cooles neues Wort gelernt: Petrichor - der Duft, der entsteht, wenn Regen auf trockene Erde fällt.
Interessante Geschichte. Das Ende war mir zu schnell. Bei beiden fehlen mir Einblicke in ihre weiteren Beweggründe.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, so gefesselt hat es mich. Auch wenn die geschilderten Situationen in dem Buch zum Teil unerträglich zu lesen sind… sehr eindrücklich und wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben.
Ein spannender Roman, in dem der Zwiespalt zwischen Zugehörigkeits- und Freiheitswunsch für mich gut beschrieben war. Für mich ist auch anschaulich beschrieben gewesen, wie Menschen die Bibel interpretieren und für ihre Zwecke nutzen. Mit einigen Wendungen habe ich nicht gerechnet, sodass der Roman für mich auch spannend geschrieben ist.
Ein kurzweiliges Buch über Gott und den Glauben
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch. Die Handlung hat sich für mich persönlich recht langsam entwickelt. Zwischendurch gab es mir auch zu viel Erklärung und Rückblenden, sodass ich manchmal die eigentliche Handlung verloren habe. Aber im Großen und Ganzen ist es wirklich kein schlechtes Buch, dass einen dazu einlädt, ein bisschen über Gott und die Welt nachzudenken.
Caroline Schmitt hat es geschafft, eine Welt, über die es viele vage Klischees und Vorurteile gibt, auf eine sehr differenzierte und doch aufschlussreiche Weise, darzustellen. Nicht alle Gedanken und Schlussfolgerungen werden einem vorgekaut, und das ist sehr schön, weil es zum Nachdenken und Reinspüren anregt. Mir hat der Perspektivwechsel zwischen Ben und Esther bei jedem Kapitel sehr gut gefallen. Die beiden sind so verschieden und haben auch ganz unterschiedliche Charakterentwicklungen durchlebt. Der Lauf der Geschichte ist total interessant und teilweise spannend, auch wenn die Geschwindigkeit eine eher moderate ist.
Ich sehe und verstehe den hohen literarischen Wert des Buches und fand den Einblick faszinierend. Habe mich aber schwer getan, diesem ganzen Sektenblödsinn länger zuzuhören 😂 es war echt schwer nicht dauernd angewidert auf Stopp zu drücken. Also sicher empfehlenswertes Buch aber Durchhaltevermögen braucht es.
Ben und Esther haben eine lebendige Beziehung zu Jesus. Sie sind Mitglieder in einer freien Kirche und voll integriert in ihrer Gemeinde. Gemeinsame Freizeiten, sonntags zum Gottesdienst, Kirchen-Bandmitglieder. Sie wissen, wie man ein glückliches Leben führt - mit Gott verbunden und mit klaren Regeln. Ihre Gemeinde erscheint modern - hipper Pastor, der selbst Social Media nutzt, um die Gemeinde bekannter zu machen und während des Gottesdienstes wird auf Englisch gesungen. Aber auch hier gibt es starre Regeln, die Ben und Esther in der freien Persönlichkeit eingrenzen. Ben kämpft mit sich und seiner Sünde, der unbändigen Lust, zu masturbieren. Und Esther fragt sich, ob die Frauen sich wirklich unterordnen müssen. Ich hätte dieses Buch so gern zu 100 % gefühlt, aber leider hab ich es nicht. Der Schreibstil von Caroline Schmitt gefällt mir sehr (zum Glück hab ich noch eins von ihr hier liegen ;) ) und auch die Geschichte ist gut und wichtig, aber mir hat irgendwie die Tiefe gefehlt. Ich kann auch gar nicht sagen, warum, denn natürlich werden hier auch einige tiefere Themen durchleuchtet: Machtmissbrauch, Selbstfindung, fundamentale Ansichten, Doppelmoral… Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es wohl daran liegen könnte, dass ich selbst sehr streng im Glauben erzogen wurde und so einige Krisen mit den alten Glaubenssätzen durchlebt habe, die für mich viel intensiver waren, und ich viele „Erleuchtungen“ dazu schon hatte. Vielleicht liegt es aber auch an meinem Alter. Ich glaube, in meinen Zwanzigern hätte es mich mehr gecatcht, als ich noch gefangen war in dem „wahren Blick“ auf diese Welt. Ich würde es all jenen empfehlen, die sich noch nicht so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben. S. 34 „Ihre Gemeinschaft wuchs zu einer Großfamilie, die gemeinsam Weihnachten und das Abendmahl feierte, die füreinander betete und miteinander sang. Im Unterschied zu einer normalen Familie gab es kaum Konflikte. Wenn sich alle nach Gott ausstreckten und ihn als Autorität anerkannten, verdursteten Egos.“ S.71 „Wenn er heute an diesen perfekten Abend zurückdachte, drängte sich die Erinnerung an den Morgen danach mit auf. So ging es Ben mit allem, das Spaß machte. Leichtigkeit wurde abgelöst von Schwere. Lust von Scham.“ S.135 „Er kam freiwillig auf diese verlorene, gebrochene Welt. Er stand von den Toten auf, um sich mit Sündern abzugeben, obwohl er das nicht hätte machen müssen. Aus diesem gnädigen, liebenden, vergebenden Gott ergeben sich für mich Rückschlüsse darauf, wie er sich die Welt vorstellt und wie er möchte, dass wir miteinander umgehen. Und wie nicht.“ S.193 „Ich verstehe, dass man Gott und die Gemeinde nicht gleichsetzen kann. Aber der Typ hat mich dahin manipuliert, dass ich Liebe für eine Versuchung von Satan gehalten habe.“

Glaubenskonflikt in evang. Freikirche Veraltete Glaubenssätze, Doppelmoral, Ausbruch , Neuorientierung und ein Versuch der Selbstfndung
Das ästhetische Cover und reihenweise postive Rezensionen haben hohe Erwartungen an dieses Buch geschürt, die sich für mich nicht wirklich erfüllt haben. Bereits das Jugendfreizeit- Pfadfinderfeeling zu Beginn hat mir nicht gefallen, ich ahnte schnell, dass dies nicht mein Buch werden wird. Bibelzitate, Songtexte und Lobpreisungen haben es nicht besser gemacht. Vielleicht weil das Thema Kirche nicht meins ist -oder weil das Buch keinen wirklich neuen Blickwinkel auf sexistische, frauen- und queerfeindliche Strukturen und realitätsfremde Dogmen aufzeigt. Die Handlung ist mitunter vorhersehbar, das Ende nicht wirklich glaubhaft und zu "rosarot"- wenngleich die beiden Hauptcharaktere nahbar und glaubhaft geschildert werden. Gemocht habe ich den Schreibstil, den ich als angenehm klar und schnörkellos empfand. Eine Kleinigkeit ist mir zudem "aufgestoßen": auf der Rückseite des Covers bejubeln Stukrad- Barre und Alina Bronsky den Roman- gleichzeitig werden sie in Schmitts Danksagung erwähnt - objektiv sind die Aussagen demnach nicht unbedingt ?
Ein Roman über eine fundamentalistische Kirche im Leben zweier junger Menschen
⭐️⭐️⭐️,5 Ich fand das Buch sehr ansprechend, weil es ein anderes Thema behandelt als die meisten anderen Bücher. Religion und Glaube finde ich – wie viele andere auch – sehr faszinierend, und gleichzeitig ist es ein sehr aktuelles Thema. Ich habe mir von dem Buch erhofft, am Ende einen kritischen Blick auf Kirche und Glauben aus der Perspektive gläubiger bzw. religiöser Menschen zu bekommen. Besonders interessiert hat mich die Frage, warum sich viele junge Menschen immer noch für ein Leben mit Gott und in einer Kirchengemeinde entscheiden, obwohl das heute oft eher abwegig erscheint. Ich habe das Buch schnell beendet, da es wirklich leicht zu lesen und sehr spannend aufgebaut war. Im Groben geht es um zwei Geschwister, die beide Teil derselben (sehr fundamentalistischen) freikirchlichen Gemeinde sind und unterschiedlichen Herausforderungen begegnen, die sie in persönliche Krisen bringen. Während die Ereignisse bei Ben eher zu einer Glaubenskrise führen, scheint sich Esther zunehmend von der Kirche als Institution zu distanzieren. Leider hat mir jedoch der Tiefgang in der kritische Auseinandersetzung mit den Auslösern dieser Krisen und den behandelten Themen gefehlt. Das Buch regt zwar zum Nachdenken über ein Thema an, das das Leben fast aller Menschen in unserer Gesellschaft zumindest einmal streift, dennoch fehlte mir beim Lesen die Abgrenzung von ideologischen/fundamentalistischen Strukturen vom Glauben an sich. Durch die fehlende Tiefe wirkt es teilweise so, als würde die aktuell eher negative Wahrnehmung von Glauben und Kirche eher populistisch verstärkt als wirklich differenziert hinterfragt. Meine offenen Fragen wurden daher nur teilweise beantwortet.
Auf der Suche nach Orientierung und sich selbst
Was für ein tolles Buch von Caroline Schmitt! Ich wusste erst nicht so richtig, was mich erwarten soll, wurde aber so positiv überrascht, dass ich das Buch in wenigen Tagen durchgelesen habe. Mit Ben und Esther hat die Autorin zwei Hauptfiguren geschaffen, die sich für mich einerseits sehr ähneln, und andererseits ein ganz unterschiedliches Verhältnis zu Gott und der Kirche haben. Ich fand die Auseinandersetzung mit der Kirche, der Bibel und dem Gemeindenleben sehr intensiv. Ich habe für beide mitgefiebert, dass sie ihren Weg finden, dass sie Orientierung finden und ein Umgang mit sich selbst und der Kirche, der ihnen wirklich guttut. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und ist sicherlich Feel-Good-Buch. Aber allemal ein gutes Buch!
Starke Kritik, aber mir fehlt etwas Tiefe...
"Monstergott" handelt von den Geschwistern Ben und Esther, die in einer Freikirche aufwachsen und ihren Struggles damit. Nach außen wirkt ihre Fassade perfekt, aber innerlich bröckelt alles. Die Problematik wird sehr eindrücklich rübergebracht und ich habe sehr mit den Figuren mitgefühlt. Esther kämpft um eine höhere Stellung für sich als Frau in ihrer Kirche und ich bewundere ihre Berharrlichkeit, dass sie nicht aufgibt. Sie ist für mich sehr nachvollziehbar und nahbar, wie sie sich zwar immer mit der Gemeinde anlegt und zweifelt, aber sehr lange nicht ihre Mitgliedschaft darin grundsätzlich hinterfragt. Ihr Zwiespalt wird gut deutlich. Ihr Bruder Ben ist etwas verschlossener, aber auch zu ihm findet man Zugang. Aufgrund der religiösen Doktrin verdammt er sich für seine Identität und leidet extrem. Er tut mir unfassbar leid. Das Umfeld der beiden und ihre Kirchengemeinde mit ihrer Abgeschiedenheit und trügerischen Harmonie werden sehr gut dargestellt. Ich habe dieses Buch an nur einem Nachmittag komplett verschlungen, weil ich so in die Geschichte eingesogen wurde und durch den angenehmen Schreibstil gut durchgekommen bin. Allerdings hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Dadurch, dass das Buch nur knapp 270 Seiten hat, bleibt vieles oberflächlich und die Identitätssuche von Ben und Esther fühlt sich sehr gerafft an. Auch die Figur des Pastors hat mit nicht so gut gefallen. Natürlich ist er ein furchtbarer Mensch, aber meiner Meinung nach hat die Autorin mit einem Plottwist versucht, ihn um jeden Preis so darzustellen, was ihn als ROMANFIGUR (als Mensch ist er das sowieso) unglaubwürdig macht. Diesen Plottwist hätte es für mich nicht gebraucht, er ist auch so schon ein schrecklicher Heuchler. Alles in allem hat mir "Monstergott" mit seiner validen Kritik an freikirchlichen Strukturen gut gefallen und ich kann es empfehlen, auch wenn ich mir 50 bis 80 Seiten mehr gewünscht hätte!
Von dem Monster in „Monstergott” ist nicht viel zu spüren. Eventuell habe ich schon zu viele ähnliche Geschichten im echten Leben gehört, aber dieser Roman ist alles andere als radikal. Mit angezogener Handbremse wird ein ganz normaler Abnabelungsprozess von zwei jungen Menschen von der Kirche erzählt. Mit allem, was dazugehört. Nichts Besonderes, nichts Ungewöhnliches, nichts Neues.

✝️ Wenn der Glaube und der Wunsch nach einem freien Leben kollidieren. Heute habe ich „Monstergott“ von Caroline Schmitt dabei, und erneut ist dies eine Empfehlung von Denise 😊. 📖 Worum geht es im Buch? Ben und Esther wachsen als Geschwister in einer streng fundamentalistischen christlichen Gemeinschaft auf, in der klare Regeln bestimmen, wie ein Leben im Glauben auszusehen hat. Zweifel, Individualität oder Abweichungen sind nicht vorgesehen. Doch je älter die beiden werden, desto stärker spüren sie, dass sie aus diesem System ausbrechen wollen – und dass der Preis dafür hoch sein könnte. 🥺 ✨ Wie hat mir das Buch gefallen? Die Geschichte von Ben und Esther hat mich sehr berührt, vor allem der Moment, in dem beide beginnen zu erkennen, dass sie dieses Leben nicht mehr wollen. Dieses leise Erwachen, dieses innere Ringen, ist unglaublich eindrücklich erzählt. Ben kämpft mit seiner sexuellen Orientierung, doch seine Gemeinde hat hier ein klares, hartes Weltbild. Statt ihm zu vermitteln, dass daran nichts falsch oder sündig ist, entscheidet er sich in ein Camp-Wochenende zu gehen, das ihn „reinigen“ soll. Diese Passagen waren schwer auszuhalten, gerade weil sie in unserer Welt immer noch real sind. Esthers Geschichte dreht sich stärker um Unterordnung und Selbstbestimmung. Sie weigert sich zunehmend, die ihr zugedachte Rolle als Frau zu akzeptieren, und stellt infrage, warum der Pastor behauptet, Gott verlange dies von ihr, obwohl sie in der Bibel selbst andere Botschaften heraus liest. Beide Erzählstränge laufen parallel, überschneiden sich immer wieder und münden am Ende in eine sehr klare, wichtige Message. Caroline Schmitt gelingt es, ihre Kritik an fundamentalistischen Gemeinschaften ruhig, aber durchdringend zu erzählen. Die Geschichte ist von Momenten durchzogen, die weh tun. Gleichzeitig bleibt sie fair, zeigt auch kleine positive Seiten solcher Gemeinschaften, ohne dabei zu verschweigen, wie stark sie die Individualität von Menschen einschränken können. Ein stilles, kraftvolles Buch, das lange nachhallt und wichtige Fragen stellt. Absolut lesenswert. 📖✨

Esther, Paul und die Glaubensgemeinschaft
Komm nicht drum rum zu sagen ich hab alles daran geliebt. Erst war ich skeptisch ob das mein Thema ist, Glaube , Gemeinde und Gott. Aber ich fand die Thematik, den Schreibstil und die Geschichte so gut. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Leider wurde ich nur zu gerne wissen, wie es mit Esther und Paul weitergeht.
Gewagt und mutig driftet dieses Buch in ungeahnte Tiefen und zeigt die Schattenseiten der christlichen Gemeine auf. Das Unbearbeitete und Verwerfliche. Tatsächlich aber auch sehr vorhersehbar doch mit gefällt das am Ende alles nicht bloß gut ist sondern besser.

Ein unfassbar wichtiges Buch! Fundamentalistische Freikirchen sind problematisch!
Dieses Werk hat mich gefesselt! Viel zu wenig habe ich bisher über die Thematik von fundamentalistischen Freikirchen gelesen. Endlich gibt es ein Buch, das sich mit den Problemen der Gegenwart auseinandersetzt. Ein junger Mann, der seine Sexualität verleugnet, weil diese nicht nach Gottes Wille sein soll. Predigt der Pastor ja regelmäßig, kann deshalb nur stimmen. Er unterzieht sich einem Wochenendtreatment, das aus ihm einen richtigen Mann machen soll. Und so viel Schlimmeres. Seine Schwester hinterfragt die Gemeinde schon etwas länger, aber auch ihr fällt es schwer, sich zu lösen und einen Weg ohne zu gehen. Beim Lesen musste ich sooft den Kopf schütteln. Ich bin Lehrerin für evangelische Religion und habe mich gefragt, wie man annehmen kann, dass Gott genau diese Werte vermitteln sollte. Es benötigt doch eine kritische Auseinandersetzung mit diesen uralten Texten. Exegetische Kenntnisse, um zu verstehen, in welcher Tradition die Texte zu lesen sind. Man sollte in Zukunft viel stärker in die kritische Auseinandersetzung mit fundamentalistischen Freikirchen gehen, um Kinder und Jugendliche vor der „Gemeinschaft“, die so viel moderner wirkt, als traditionelle Kirchen, zu warnen. Aufklärungsarbeit!
Für mich ein lesenswerter Roman über das Thema Glaube und Gemeinden. Die Entwicklung der Protagonisten hat mir besonders gefallen.
In „Monster Gott“
von Caroline Schmitt, stehen die Geschwister Ben und Esther im Mittelpunkt, deren innere Entwicklung und das Überdenken ihres Glaubens die Handlung prägen. Besonders beeindruckend ist der Perspektivwechsel zwischen den beiden und die sensible Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität im Kontext einer freikirchlichen Erziehung. Der Schreibstil ist dabei flüssig und fesselnd, wodurch die Atmosphäre authentisch und greifbar wird. Insgesamt ergibt das Buch eine tiefgründige und vielschichtige Lektüre.
Uff
Thematisch ein Knaller, sprachlich fand ich es an Stellen schwierig. Dem Schreibstil konnte ich manchmal nur schwer folgen, nichtsdestotrotz ein saugutes und emotionales Buch.
Furchtbar. Grandios. 10/10.

















































