Meine Kur hat einen Schatten
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Description
Book Information
Author Description
Oliver Pötzsch, geboren 1970, war jahrelang als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk tätig. Heute widmet er sich ganz dem Schreiben. Seine historischen Romane um den Schongauer Henker Jakob Kuisl haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Der sechste Band der Reihe erscheint im Januar 2016. Oliver Pötzsch lebt in München.
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Der Meister der Historie kann auch lustig.
Also, Oliver Pötzsch kenne ich ja eigentlich eher als den Meister historischer Romane. „Die Henkerstochter“, „Der Totengräber“, „Dr. Fausthus“ – das sind alles Namen, bei denen man sofort denkt: düster, spannend, ein Hauch von Mittelalter und ordentlich viel Blut und Folter. Und nun? Kommt dieser Mann plötzlich mit einem Buch daher, in dem er uns von seinem Herzinfarkt und seiner anschließenden Reha erzählt – und das Ganze auch noch auf lustige Art! Ich hätte schwören können, er bleibt bei Galgen und Pestbeulen. Aber nein: Jetzt gibt’s Herzkatheter und Reha-Klinik. Andere haben es schon probiert, lustig über ernste Themen zu schreiben – Sebastian Fitzek etwa mit seinem „Elternabend“. Und ich muss sagen: Oliver Pötzsch kann das mindestens genauso gut. Er schildert seine Ängste überspitzt, nimmt sich selbst herrlich auf die Schippe und schafft es dabei, dass man beim Lesen einerseits schmunzelt, andererseits aber denkt: „Hm… wenn’s mal wieder in der Brust zwickt, sollte ich vielleicht doch nicht sofort das Testament schreiben.“ Mir persönlich hat das Buch tatsächlich ein bisschen die Angst vor dem großen, schwarzen Herzschlag-Gespenst genommen. Denn Pötzsch zeigt: Auch wenn es ernst wird, ist man in Deutschland medizinisch ziemlich gut aufgehoben. Na gut – die Rehaklinik kommt nicht gerade wie ein 5-Sterne-Wellness-Tempel rüber. Aber ehrlich: Wer jemals in einer Reha war, weiß, dass der Charme von Linoleum-Böden und Kantinenkaffee eben universell ist. Ein besonderes Highlight für mich: die Therapeuten aus Sachsen. Da ich ja selbst aus Sachsen komme, hat mich das natürlich mitten ins Herz getroffen (diesmal zum Glück nur emotional). Das Sächsisch, so wie Pötzsch es beschreibt, ist für mich einfach pure Heimat und klang zwischen den Zeilen wie ein herzliches „Nu, mach ma!“. Mein Fazit: Oliver Pötzsch kann nicht nur Henker, Hexen und Historie – er kann auch Herzinfarkt und Humor. Wer ihn bisher nur als Autor finsterer Geschichten kannte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es ist ehrlich, witzig und am Ende fast schon beruhigend.
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Oliver Pötzsch, geboren 1970, war jahrelang als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk tätig. Heute widmet er sich ganz dem Schreiben. Seine historischen Romane um den Schongauer Henker Jakob Kuisl haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Der sechste Band der Reihe erscheint im Januar 2016. Oliver Pötzsch lebt in München.
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Der Meister der Historie kann auch lustig.
Also, Oliver Pötzsch kenne ich ja eigentlich eher als den Meister historischer Romane. „Die Henkerstochter“, „Der Totengräber“, „Dr. Fausthus“ – das sind alles Namen, bei denen man sofort denkt: düster, spannend, ein Hauch von Mittelalter und ordentlich viel Blut und Folter. Und nun? Kommt dieser Mann plötzlich mit einem Buch daher, in dem er uns von seinem Herzinfarkt und seiner anschließenden Reha erzählt – und das Ganze auch noch auf lustige Art! Ich hätte schwören können, er bleibt bei Galgen und Pestbeulen. Aber nein: Jetzt gibt’s Herzkatheter und Reha-Klinik. Andere haben es schon probiert, lustig über ernste Themen zu schreiben – Sebastian Fitzek etwa mit seinem „Elternabend“. Und ich muss sagen: Oliver Pötzsch kann das mindestens genauso gut. Er schildert seine Ängste überspitzt, nimmt sich selbst herrlich auf die Schippe und schafft es dabei, dass man beim Lesen einerseits schmunzelt, andererseits aber denkt: „Hm… wenn’s mal wieder in der Brust zwickt, sollte ich vielleicht doch nicht sofort das Testament schreiben.“ Mir persönlich hat das Buch tatsächlich ein bisschen die Angst vor dem großen, schwarzen Herzschlag-Gespenst genommen. Denn Pötzsch zeigt: Auch wenn es ernst wird, ist man in Deutschland medizinisch ziemlich gut aufgehoben. Na gut – die Rehaklinik kommt nicht gerade wie ein 5-Sterne-Wellness-Tempel rüber. Aber ehrlich: Wer jemals in einer Reha war, weiß, dass der Charme von Linoleum-Böden und Kantinenkaffee eben universell ist. Ein besonderes Highlight für mich: die Therapeuten aus Sachsen. Da ich ja selbst aus Sachsen komme, hat mich das natürlich mitten ins Herz getroffen (diesmal zum Glück nur emotional). Das Sächsisch, so wie Pötzsch es beschreibt, ist für mich einfach pure Heimat und klang zwischen den Zeilen wie ein herzliches „Nu, mach ma!“. Mein Fazit: Oliver Pötzsch kann nicht nur Henker, Hexen und Historie – er kann auch Herzinfarkt und Humor. Wer ihn bisher nur als Autor finsterer Geschichten kannte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es ist ehrlich, witzig und am Ende fast schon beruhigend.




