Mein Herz so weiß

Mein Herz so weiß

Softcover
3.740
HochzeitsreiseSuizidSelbstmordHavanna

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Description

Erbarmungslos und genau untersucht Javier Marías in seinem internationalen Bestseller ›Mein Herz so weiß‹ die Macht uneingestandener Vergangenheit. Für Juan, der als Dolmetscher ständig zwischen New York, Genf und Madrid pendelt, ist das Leben seines Vaters ein ungelöstes Rätsel. Als er selbst heiratet, stellt er sich dem, was er nicht wissen will: Direkt nach der Hochzeitsreise seines Vaters erhob sich seine erste Frau vom Tisch, nahm eine Pistole und erschoss sich im Badezimmer. Später heiratete der Witwer ihre Schwester, Juans Mutter.

Der Roman zeigt Javier Marías als Meisterdetektiv des menschlichen Herzens, seiner dunklen Seiten und verborgenen Winkel. Verschwiegenheit kann bequem sein, aber sie fordert ihren Preis. Die Schärfe seiner Beobachtungen und die Eleganz seines Stils machen den Roman zu einem Klassiker der Moderne.

»Dies ist ein Meisterwerk, ein ganz großes Meisterwerk.«
Marcel Reich-Ranicki

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
352
Price
15.50 €

Author Description

Javier Marías, 1951 als Sohn einer Lehrerin und eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen geboren, veröffentlichte seinen ersten Roman mit neunzehn Jahren. Seit seinem Bestseller ›Mein Herz so weiß‹ gilt er weltweit als beachtenswertester Erzähler Spaniens. Zuletzt erschien sein Roman »Berta Isla«; im Oktober 2022 erscheint sein letzter Roman »Tomás Nevinson«. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt. Am 11. September 2022 ist Javier Marías in Madrid verstorben.

Posts

7
All
5

Poetisch, dicht, fesselnd

Ich bin sehr froh, nicht versuchen zu haben, Mi Corazon tan blanco auf Spanisch zu lesen. Allein der Titel hat mich schon immer gefesselt, aber für diese Worte, Satzungetüme und Gedanken braucht es die Muttersprache. Einfach schön, sehr atmosphärisch und bedeutend. "Ich stellte mir vor, daß er eine Zigarette in Händen hielt, deren Rauch er nicht inhalierte, oder daßsie verschränkt und müßig waren, die großen, faltigen, aber fleckenlosen Hände, und daß er Luisa von vorne anschaute, mit seinen Augen wie große Likör- oder Essigtropfen, mit Schmerz und angst, diesen beiden Empfindungen, die Clerk und Lewis zufolge so ähnlich sind, oder vielleicht mit dem einfältigen Lächeln und den reglosen Augen dessen, der den Blick hebt und den Hals reckt wie ein Tier, wenn er den Klang einer drehorgel oder den langgezogenen Pfiff der Scherenschleifer hört und einen Augenblick überlegt, ob die Messer im Hause die richtige Schärfe haben oder man rasch mit ihnen auf die Straße hinunterlaufen, eine Pause in seinen Verrichtungen oder seiner Tätigkeit machen soll, um sich zu erinnern und an Messerklingen umzu denken, vielleicht vertieft er sich aber auch plötzlich in seine Geheimnisse, in die gehüteten und in die erlittenen Geheimnisse, in die bekannten und unbekannten. " Und das ist noch eine kürzerer Satz voll von Anspielungen, Metaphern und Nebensträngen.

5

»Dies ist ein Meisterwerk, ein ganz großes Meisterwerk.« Marcel Reich-Ranicki Ich stimme zu und dem ist nichts hinzuzufügen, denn alles weitere würde vielleicht zu viel verraten…

»Dies ist ein Meisterwerk, ein ganz großes Meisterwerk.«
Marcel Reich-Ranicki


Ich stimme zu und dem ist nichts hinzuzufügen, denn alles weitere würde vielleicht zu viel verraten…
5

Ein großartiges Buch, das seine Großartigkeit erst mit der Zeit erkennen lässt. Nur wer sich Zeit nimmt abzutauchen in die ellenlangen Schachtelsätze (die Reflexionen über die Ehe, Geheimnisse und über die Macht von Sprache enthalten) wird in diesem Buch einen wahren Schatz erkennen und es kaum weglegen können. Es ist ausschweifend und intellektuell anspruchsvoll geschrieben, besticht durch lebendige Figuren und insgesamt einer erzählerischen Tiefe, die ihresgleichen sucht.

3.5

Ein schwieriger Einstieg in ein sprachlich schönes, handlungsarmes Werk.

Ich lese generell gern Romane mit philosophisch-psychologischen Betrachtungen, die nicht zwangsläufig einen handlungsgetriebenen, schnellen Plot benötigen. Dennoch war der Einstieg in den Schreibstil von Javier Marías schwer: Schachtelsätze und Einschübe, die sich teils über ganze Seiten ziehen, wirkten ungewohnt, anstrengend und gewannen erst im Verlauf des Buches an Charme. Sprachlich bietet das Werk aus meiner Sicht sehr viel, und wiederkehrende Bilder wirken zunächst stimmig. Doch genau diese Bilder nehmen am Ende überhand, die Reflexionen erscheinen mir persönlich zu gewollt und überfrachtet und stören die Auflösung der Handlung. Auch die vorangegangene New Yorker-Szene wirkt im Nachhinein zu lang, ohne wesentlichen Beitrag zur Handlung. Beides sowie wenige „veraltete“ sprachliche Ausdrücke machen die Betrachtungen über Geheimnisse, Beziehungen und Sprache zu einem interessanten, aber für mich nicht großartigen Buch.

2

I read this about five or six years ago, and what I remember about it most are a profound dislike for the main character/narrator and a deep sense of disappointment because I had been so intrigued by the blurb and the general reception of the book. It just didn't meet my expectations at all, and I decided that Javier Marias might just not be for me.

3

Ich liebe Bandwurmsätze - die Reflektionen zum Dolmetscheralltag und den Kunstwerken im Museum sind toll - die ganz bedrückende Stimmung des Buches ist toll ABER mein Gehirn scheint komplett anders als das des Autors zu funktionieren. Ich kann mit der Auflösung nix anfangen. Das ergibt alles für mich keinen Sinn und ich frage mich wozu man überhaupt ein Buch zu dem Thema, in dieser Weise schreibt. Für mich passen die ganzen Reflektionen nur lose zum großen Thema: das Wesen von menschlichen Beziehungen und Kommunikation. Die Szenen um Berta und Bill sind ehr befremdlich, als dass sie den Plot weiterbringen. Irgendwie spiegelt sich das eine im anderen. Ja toll, und? Ich kann die ganze Art wie die Protas denken und kommunizieren nicht nachvollziehen, im Sinne eines lohnenswerten Buches, das mir was wichtiges zu sagen hat. Mag ja sein, dass ich was grundsätzliches nicht verstanden habe. Hat jedenfalls keinen Erdrutsch bei mir ausgelöst und nein, definitiv kein Meisterwerk.

4

Man braucht Geduld und Durchhaltevermögen für dieses Buch. Es hat zwischendurch seine Längen. Vieles ist verwirrend, da der Autor einen ausgeprägten Komma-Fetisch besitzt und sehr gerne ellenlange Sätze in Klammern dazuschreibt. Aufgrund der langen Sätze mit den vielen Einschüben und Gedankensprüngen, musste ich einige Absätze mehrmals lesen. Das nur als Warnung. Aber es hat mir inhaltlich enorm gut gefallen. Der Grundton war so wunderbar nachdenklich- melancholisch. Die Charaktere sind alle sie selbst. Man hat nicht den Eindruck, dass es sich hier um erfundene Personen handelt, sondern um real existierende, die der Autor brillant beobachtet und beschrieben hat. Trotz der ein oder anderen Schwierigkeit hat mir das Buch sehr gut gefallen.

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