Poetisch, dicht, fesselnd
Ich bin sehr froh, nicht versuchen zu haben, Mi Corazon tan blanco auf Spanisch zu lesen. Allein der Titel hat mich schon immer gefesselt, aber für diese Worte, Satzungetüme und Gedanken braucht es die Muttersprache. Einfach schön, sehr atmosphärisch und bedeutend. "Ich stellte mir vor, daß er eine Zigarette in Händen hielt, deren Rauch er nicht inhalierte, oder daßsie verschränkt und müßig waren, die großen, faltigen, aber fleckenlosen Hände, und daß er Luisa von vorne anschaute, mit seinen Augen wie große Likör- oder Essigtropfen, mit Schmerz und angst, diesen beiden Empfindungen, die Clerk und Lewis zufolge so ähnlich sind, oder vielleicht mit dem einfältigen Lächeln und den reglosen Augen dessen, der den Blick hebt und den Hals reckt wie ein Tier, wenn er den Klang einer drehorgel oder den langgezogenen Pfiff der Scherenschleifer hört und einen Augenblick überlegt, ob die Messer im Hause die richtige Schärfe haben oder man rasch mit ihnen auf die Straße hinunterlaufen, eine Pause in seinen Verrichtungen oder seiner Tätigkeit machen soll, um sich zu erinnern und an Messerklingen umzu denken, vielleicht vertieft er sich aber auch plötzlich in seine Geheimnisse, in die gehüteten und in die erlittenen Geheimnisse, in die bekannten und unbekannten. " Und das ist noch eine kürzerer Satz voll von Anspielungen, Metaphern und Nebensträngen.







