Richtig spannendes Buch über zwei Frauen, die tolles geleistet haben und für das Sinnbild für viele Frauen stehen.
Es ist so spannend geschrieben i d man erfährt sehr viel über die Marschlande in der heutigen und der früheren Zeit, in sehr anschaulicher Form.
Ich bin beeindruckt vom Schreibstil, der immer kapitelweise wechselt. Einmal in der Zeit von heute und einmal in der Zeit von vor 500 Jahren. Man kann sich so richtig in die Zeit hinein versetzen.
Und ich nehme mit wie viel wir schätzen können von dem was wir heute haben und wie viel wir doch gleichzeitig in einigen Themen doch noch so rückständig sind.
Britta, 46 Jahre alt, zieht mit Mann und Kindern von der Stadt in die Hamburger Marschlande. Dort lernt sie Ruth kennen und die Geschichte rund um die Bäuerin Abelke Bleken, die im 16 Jahrhundert alleine einen großen Bauernhof betrieben hat.
Es geht um Hexenverbrennung, Enteignung und Macht.
Die Kapital springen jeweils zwischen heute und damals.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Britta (mein Alter) spricht mir oft aus der Seele und die Geschichte rund um Abelke ist faszinierend und erschütternd zu gleich.
Meinerseits eine absolute Leseempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️
Die Schicksale zweier Frauen, miteinander verbunden und Jahrhunderte voneinander getrennt..
Dieser Roman hat mich zum Nachdenken gebracht, manche Stellen haben mich fassungslos und traurig gemacht.
Jarka Kubsova erzählt gekonnt auf zwei Zeitebenen die Geschichten von Britta und Abelke. Während die Bäuerin Abelke kraftvoll und faszinierend wirkt, bleibt Britta etwas blasser.
Abelke hat es tatsächlich gegeben. Sie, die angebliche Hexe, steht im Mittelpunkt einer Sage, bei der sie nicht gut wegkommt. Kubsova rehabilitiert sie.
Gekonnt erweckt die Autorin außerdem die Rauheit der Marschlande zum Leben. Die Eigenheiten der Bevölkerung werden so greifbar, dass es für mich ein Kulturschock war. Die Hexenprozesse und die Vorzeichen davon arbeitet Kubsova extrem gut auf. Spannend finde ich auch, wie sie die Dynamik der Nachbarschaft nachzeichnet.
FAZIT:
Bitte lest das Buch! Für mich ist es definitiv ein Jahreshighlight.
Starkes Buch über starke Frauen. Und ein Einstieg in die Thematik, wie Hexenverfolgung und Kapitalismus den Grundstein dafür gelegt haben, dass Frauen heutzutage in der Rolle sind, in der sie sind. Für mich ein Grund, mich nochmal mehr damit zu beschäftigen. Sehr starkes Buch. Sehr gut geschrieben.
🌬️🍃✨🪶
Eine schöne Stimme in einer aufwühlenden Geschichte.
In ‚Marschlande‘ haben wir zwei verschiedene Erzählstränge in unterschiedlichen Epochen, und zwei mutige Frauen, die sich, gefangen in jeweiligen Umständen, versuchen zu behaupten.
Abelke Bleken ist keine fiktive Figur - und sie hat mein Herz fast sofort für sich gewonnen.
Ihre Kapitel gehen unter die Haut, machen wütend und traurig und fassungslos. Irgendwie trägt sie die Geschichte.
Unsere andere Protagonistin Britta ist dennoch interessant, auch ihr folgt man gern.
Jarka Buksova lädt den Leser in eine Geschichte voller Atmosphäre ein, der Schreibstil bleibt dabei so flüssig, dass man über die Seiten fliegt.
Und am Ende des Tages fragt man sich, wie Frauen diese Ungerechtigkeiten ertragen konnten, das Kinn dennoch erhoben.
Und welche Geschichten nie erzählt wurden.
Auch wenn es nicht ganz an den ersten Roman der Autorin herankommt, eine Empfehlung!
Aufwühlender feministischer historischer Roman mit erschreckender Aktualität
Marschlande von Jarka Kubsova verbindet auf eindrückliche Weise zwei Frauenleben, die Jahrhunderte trennen – und zeigt dabei, wie konstant sich Muster von Ausgrenzung, Macht und Unterdrückung wiederholen.
Im Zentrum steht Abelke Bleken, eine historische Figur aus dem 16. Jahrhundert, die als alleinstehende, erfolgreiche Hofbesitzerin den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit widerspricht – und genau dafür einen hohen Preis zahlt. Ihre Geschichte ist intensiv, aufwühlend und schwer zu ertragen. Besonders stark ist dabei die Darstellung, wie aus Misstrauen und sozialer Kontrolle schleichend Ausgrenzung, Enteignung und schließlich Gewalt entstehen.
Die zweite Erzählebene folgt Britta in der Gegenwart, die nach ihrer erfolgreichen Promotion ihre eigene Karriere zugunsten von Familie und der Laufbahn ihres Mannes aufgibt. Ihre Entwicklung greift nicht nur zentrale feministische Themen unserer Zeit auf, sondern spiegelt auch die Geschehnisse um Abelke in der Moderne: Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Anders Sein, Rolle der Frau, Carearbeit, Mental Load, Gender Pay Gap, finanzielle Abhängigkeit, Misogynie, Mobbing und Ausgrenzung, Hexen- und Frauenverfolgung, Armut und Gefahren von soziale Medien.
Besonders gelungen ist die Verbindung beider Geschichten: Kubsova macht deutlich, dass strukturelle Ungleichheiten keine Relikte der Vergangenheit sind, sondern bis heute fortwirken.
Gleichzeitig zeigt sich hier für mich auch die einzige Schwäche des Romans: Die Gegenwartsebene bleibt im Vergleich zur historischen Erzählung etwas blass und konnte mich emotional nicht so abholen.
Der Roman ist spannend und atmosphärisch dicht erzählt, und bietet durch den historischen Hintergrund und den interessanten und informativen Anhang weitere Ansatzpunkte für eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema der Frauenverfolgung.
Fazit:
Ein bewegender, kluger Roman über Selbstbestimmung, Machtstrukturen und die Rolle der Frau – mit einer besonders starken historischen Perspektive.
⭐ 4,25/5 Sterne
Vom Scheiterhaufen ins Schweigen: weibliche Prägungen bis in die Gegenwart
In „Marschlande“ liegen Jahrhunderte zwischen den beiden Protagonistinnen, doch ein roter Faden verbindet ihre Schicksale. Albekes Leben endet als Opfer einer Hexenverbrennung, ein Muster von Ausgrenzung, Gewalt und Schuldzuweisung, das bis in unsere Gegenwart wirkt. In Brittas Geschichte zeigt es sich leiser, aber nicht weniger prägend, in fehlender Solidarität, etwa am Mobbing ihrer Tochter, im Schweigen, als ihr weiblicher Name ihrer wissenschaftlichen Arbeit nicht genügend Standing verschafft, im langen Stillhalten in ihrer Beziehung und im Nicht-Auffallen-Wollen im Dorf, jener Rolle des „braven Mädchens“, die sich auch als Überlebensstrategie aus der Zeit der Hexenverfolgungen heraus etablieren konnte und die viele Frauen tief verinnerlicht haben, auch wenn sie durchaus andere Rollen leben.
Das Buch solidarisiert mich mit beiden Frauenschicksalen. Albekes Ende macht mich tief betroffen, während Brittas Weg Hoffnung schenkt. Durch die bewusste Verbindung zu diesem alten Frauenschicksal bereitet Britta es für andere auf und zeigt ein wichtiges Korrektiv, das für mich gesellschaftlich ein Stück Heilung möglich macht.
Sprachlich ist der Roman naturig, atmosphärisch und immersiv, starke Kapitelenden ziehen einen immer wieder ins nächste Kapitel. Das Nachwort ist dringend zu empfehlen, da es historisch neues und für mich überraschendes Wissen vermittelt hat. Beeindruckend, wie stark lange zurückliegende Ereignisse noch immer prägen und spalten. Es gab eine Zeit, in der Frauen selbstverständlicher zusammengehalten haben und es geschieht wieder mehr und mehr. Damit könnte auch die Spaltung zwischen Mann und Frau ein Stück weit genesen.
"[...] Aber es war nicht der Tee, von dem sie benommen war. Es waren der Schmerz, das Unrecht, die Wut, die Verzweiflung, die sie zwischen Ruths spärlichen Abrissen dieser Frauenbiographien spürte. Nie hatte sie das alles selbst erlebt, und trotzdem war es ihr eigenartig vertraut. Sie fühlte diese Dinge, als würden Nuancen davon in ihr stecken. Diese Frauen waren tot, aber was ihnen widerfahren war, war noch immer in der Welt, in anderem Gewand, zerstoben, verändert, aber es war noch da, es widerfuhr wieder, es widerfuhr anderen. [...] War es das, fragte sie sich. War das der Grund, warum sie in dem Leben der anderen Frau herumwühlte? Weil man im Leben einer jeden anderen Frau auch immer etwas über sich selbst herausfand und gleichzeitig über alle anderen? [...] Sie sah [...] wie alles wieder von vorne begann. Weil die jeweils eine nichts von der davor wusste. Nichts von dem, was sie bereits erkämpft hatte, welche Wege sie gegangen war, was schon erreicht war. Und so ging es immer weiter. Es war ein Kreis. Es drehte sich."
Wir Frauen tragen alle den Schmerz unserer Vorgängerinnen und Gefährtinnen in uns, ob bewusst oder unbewusst. Wir alle kämpfen unsere eigenen kleinen und großen Kämpfe und trotzdem kämpfen wir gemeinsam.
Dieses Buch hat mich tief bewegt und getroffen. Was für eine wunderbare Geschichte!
Wenn Frauen über Frauen schreiben, dann liest sich das anders. Ehrlich, nachvollziehbar, gefühlvoll in all der Tragik.
Jarka Kubsova begeistert mich. Sie leistet wichtige Arbeit mit ihrem Erzählungen von fiktiven, aber gleichzeitig brutal echten Schicksalen.
Ein Buch, das seit langem auch in meinem Alltag nachwirkt
Nicht nur die Geschichte von Abelke, die auf lebendige Art & Weise erzählt, welche Willkür schon damals Frauen ausgesetzt waren, sondern auch die Geschichte von Britta, die uns die Wichtigkeit von Selbstbestimmung in der heutigen Zeit aufzeigt, bewegen mich nachdrücklich.
Es sind kleine Momente, wie z.B. Brittas Feststellung, dass nur noch ihr Mann am Steuer sitzt, wenngleich sie selbst eigentlich auch gerne fährt, die immer wieder in meinen Gedanken auftauchen. Was gebe ich selbst in meiner Beziehung ab, was würde ich gerne anders machen, wo bin ich selbst bequem geworden und wie stelle ich es mir vor , wenn wir Kinder haben sollten. Das sind nur einige Fragen, die mich seit diesem wunderbaren Roman durch den Alltag begleiten und ich wünsche jedem Leser und jeder Leserin, dass auch er/sie so viel aus dieser Geschichte mitnehmen kann.
Was für ein wundervolles Buch - spannend, berührend und horizonterweiternd. Was will frau mehr von einer Lektüre?
Auf zwei Zeitebenen erzählt Jarka Kubsova von der Bäuerin Abelke Bleken und der Geografin Britta Stöver. Erstere wurde im 16. Jh. mit fadenscheiniger Begründung enteignet und später als Hexe denunziert und verbrannt. Im Heute schlägt sich Britta mit der weiblichen Lebenswirklichkeit herum und recherchiert in ihrer Freizeit den „Fall Abelke“. Und je mehr sie in das Leben der historischen Frau eintaucht, desto mehr lernt sie auch über sich selbst und ihr Leben.
So eindrucksvoll wird diese Geschichte erzählt, dass ich sogar das spannende Nachwort (mit Erläuterungenn und Einordnungen) noch verschlungen habe.
Ein Roman mit einer interessanten Geschichte.
Erzählt wird das Schicksal der Bäuerin Abelke aus dem 16. Jahrhundert. Parallel wird eine Geschichte von Britta erzählt, wie sie ihr Leben mit Mann und Kindern nach dem Umzug aufs Hamburger Umland Marschlande erzählt.
Leider kam der Zusammenhang beider Frauen nicht richtig zur Geltung, auch die Nachforschungen von Britta waren mir zu kurz gehalten. Dazu war der Erzählstil über die Geschichte der Gegenwart zu klischeehaft und stellenweise kitschig.
Dennoch ein interessantes Buch was zum Nachdenken anregt.
Ohne das Buch Marschlande wäre ich dieses Jahr vermutlich keine Lesenmaus geworden! Mich hat das Buch wirklich von der ersten Seite gecatched und nicht losgelassen.
Marschlande erzählt die Geschichte zweier Frauen zu unterschiedlichen Zeiten am gleichen Ort. Abelke Bleken ist eine begabte Bäuerin im 17ten Jahrhundert, Britta Stoever eine Frau der heutigen Zeit. Britta zieht mit ihrem Mann und ihrer Tochter in die Marschlande und wirdu über einen Straßennamen auf die Frau "Abelke Bleken" aufmerksam gemacht und versucht, mehr über sie zu erfahren. Abelke ist eine schöne, erfolgreiche Bäuerin mit eigenen Hof- eine unabhängige Frau. Das Buch beginnt damit, dass Abelke zum Scheiterhaufen geführt wird, weil die der Hexerei bezichtigt wird. Im Laufe ihres Erzählstrangs im Buch erfahren wir, wie es dazu gekommen ist.
Was beide Erzählstränge verbindet, sind die Ungerechtigkeiten, die Unterdrückung und die gesellschaftlichen misogynen Muster, die Frauen das Leben seit Jahrhunderten schwerer machen.
Die Geschichte von Abelke ist von der ersten Seite an spannend und tragisch, während ich bei Brittas Strang etwas reinkommen musste.
Ich war vor diesem Buch keine Leseratte, das hat dieses Buch geändert. Mitreißend, durchgehend spannend, aufklärend und informativ, emotional... dieses Buch hat für mich alles, was ein gutes Buch braucht. Ich bin der Autorin Jarka Kubsova dankbar für dieses Buch. So auf den Punkt geschrieben, nicht zu lang und nicht zu kurz. Zwischen den schwer zu ertragenden Szenen auch immer mal wieder kleine Passagen zum durchatmen oder schmunzeln. Für mich mein Buch-Highlight des Jahres!
Sehr interessantes Buch. Habe mich leider direkt am Anfang dazu hinreißen lassen, Abelke Bleken zu googeln und habe das Theaterstück des Thalia Theaters geschaut, als ich noch keine 50 Seiten gelesen hatte. Darum empfand ich die Seiten über Britta als spannender als die Kapitel aus dem 16. Jahrhundert.
Ein eindringliches Buch, dass zeigt wie sich Zeiten ändern und sich dennoch berühren. Wenn man selbst aus Hamburg kommt, kommt man noch mehr auf seine Kosten. Dieses Buch wird mit seiner Auswegslosigkeit und Ungerechtigkeit noch lang nachhallen.
Lag hier lange als Geschenk und irgendwie hat es mich nicht angesprochen. Wie falsch ich lag. Die Hexenverbrennung ist ein Thema, dass ich hart zu verdauen finde und mir dennoch sehr am Herzen liegt. Die Parallele zu heutigen Missstände zu ziehen, ist brilliant. Beide Frauen sind so klar gezeichnet und man fühlt mit ihnen. Ich habe viel über die Marschlande, aber auch Hofleben im 16. Jahrhundert gelernt. Dieses Buch wird bleiben.
Wortgewaltig und malerisch schön erzählt Jarka Kubsova von 2 Frauen, die am gleichen Ort leben- allerdings mit 500 Jahren Zeitunterschied. Während die mittelalterliche Abelke als starke, selbstständige Frau keine Chance hatte, kann Britta sich in der Neuzeit ihre Freiheit zurückerobern. Allerdings mit großen Opfern.
Die Geschichten der beiden Frauen verweben sich wunderschön und tragisch inneinander.
Schweres Thema, aber heute umso wichtiger.
Ich wusste, dass ich dieses Buch lieben werde. Ich wusste es einfach. Und doch fehlen mir die Worte – nicht aus Leere, sondern weil keine Formulierung dem gerecht wird, was Marschlande in mir ausgelöst hat.
Jarka Kubsova erzählt die Geschichten zweier Frauen, getrennt durch fast ein halbes Jahrtausend, verbunden durch denselben uralten Wunsch: gesehen zu werden, zu bestehen, zu entscheiden. Abelke Bleken – eine reale Frau, keine literarische Projektion – führt im 16. Jahrhundert allein einen Hof, trotzt Naturgewalten und den Gefahren einer Zeit, in der Unabhängigkeit für Frauen schnell als Bedrohung galt. Britta, Jahrhunderte später, liest die Landschaft wie ein Archiv und findet darin nicht nur Abelkes Spuren, sondern auch ihre eigenen.
Was mich an diesem Roman so bewegt hat, ist seine Ehrlichkeit. Kubsova beschönigt nichts: Die Art, wie Frauen über Jahrhunderte als Menschen zweiter Kategorie behandelt wurden, zieht sich wie eine leise, aber unüberhörbare Linie durch beide Erzählstränge. Und trotzdem – oder gerade deshalb – liegt über dem Buch ein Gefühl von Wärme, von stiller Solidarität. Ein Wissen darum, dass Kämpfe weitergegeben, nicht verloren gehen.
Marschlande ist kein lauter feministischer Roman, sondern ein präziser. Einer, der zeigt, dass Geschichte nicht vergeht, sondern sedimentiert: in Bracks, Deichlinien, Familienbiografien, Körpern. Brittas Faszination für Abelke ist mehr als historisches Interesse – es ist ein Erkennen, ein Wiederfinden. Eine Hand, die durch Jahrhunderte reicht.
Abelke Bleken hat wirklich gelebt. Und dieses Buch setzt ihr endlich das Denkmal, das sie verdient.
Ein Roman, der unter die Haut geht und dort bleibt. Eine Leseempfehlung für alle, die historische Stoffe lieben und für alle, die verstehen wollen, warum weibliche Selbstbestimmung kein Trend, sondern Tradition ist.
Eine tolle fiktionale Rekonstruktion eines historischen Frauenschicksal aus den Marschlanden. Ich konnte mir alles so gut bildlich vorstellen! Karg, unsentimental, erbarmungslos und trotzdem sehr zärtlich wird hier von Abelke erzählt. Auch der Erzählstrang aus der Gegenwart nimmt diese Kargheit wieder auf und überträgt sie nicht nur auf die Landschaft, sondern auch auf Brittas Ehe. Einsamkeit, fehlende Anerkennung, Sorgen um die Kinder. So wichtig, dass darüber geschrieben wird. Leider an der ein oder anderen Stelle etwas wiederholend… 👩🌾🐷🐦⬛
Wow wow wow. Was für ein starkes, krasses, tiefgehendes & empowerndes Buch über weibliche Solidarität, jahrhundertealte patriarchale Unterdrückung und strukturelle Misogynie. Jahreshighlight! ✨
Marschlande ist für mich ein Highlight dieses Jahres.
Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen (aber man weiß immer, wo man ist und wessen Leben man gerade folgt): In der Jetztzeit folgen wir Britta, die mit ihrer Familie in die Marschlande gezogen ist. Sie fühlt sich dort verloren und auch ihre Eheprobleme lassen sich nicht länger leugnen. Im ausgehenden 16. Jahrhundert lebte Abelke in den Marschlanden, eine für diese Zeit unangepasste Frau - was ihr schließlich auch zum Verhängnis wird.
Ich muss sagen, Britta war mir am Anfang sehr unsympathisch, aber nach und nach wurde ich mit ihr warm. Ich fand die Geschichte um Abelke (es gab sie wirklich) sehr viel interessanter und tragischer. Ich musste manchmal schlucken, weil man genau weiß, wie bestimmte Sachen, die sie tut oder macht, ausgelegt werden/wurden. Und obwohl zwischen beiden Frauenleben 500 Jahre liegen, muss man Ende erkennen, dass es doch Parallelen gibt. Leider. Ein schönes zusammenfassendes Zitat: "Weil man im Leben einer jeden anderen Frau auch immer etwas über sich selbst herausfand und gleichzeitig über alle anderen"
Interessant waren auch die geschichtlichen Hintergründe der Marschlande, z.B. das Deichrecht und das Bauernlegen.
Eine klare Leseempfehlung.
Die Geschichte findet auf zwei Zeitebenen statt, spielt in der Elbmarsch bei Hamburg und erzählt die Geschichte von zwei Frauen. Trotz 500 Jahre zwischen ihnen finden sich Parallelen in ihren Leben, in der Gesellschaft und in ihrem Frausein. Es ist ein Buch über Frauen und ihre Geschichten, über Hexen (und leider auch Hexenverfolgung), Freundinnenschaft, Erwartungen, das Dorfleben, Feminismus, Familie und natürlich über das Elbmarschland. Unbedingt auch das Nachwort lesen/hören. Kanns ganz doll empfehlen!
historischer Roman mit aktuellem feministischem Bezug
Britta zieht mit ihrem Mann und zwei Kinder in der Hamburger Vorregion der Marsch- und Vierlande. Hier, direkt am Deich der Elbe, kommt sie aber nicht wirklich an. Vielmehr ist das gekaufte Haus der Wunschtraum ihres Mannes, genauso wie sie ihre berufliche Karriere an der Uni aufgegeben hat und nun halbtags im Amt arbeitet, der Kinder zuliebe. Intellektuell unterfordert und frustriert wandert sie durch die Gegend und stößt aufgrund eines Straßennamens auf Abelke Bleken. Sie beginnt zu forschen und stößt auf die Geschichte einer Frau, die vor 500 Jahren als Bäuerin alleine den Hof bewirtschaftet hat, einen Deichbruch erlebt und aufgrund angeblich nicht erfolgter Deichausbesserungen vom Hof vertrieben und schließlich als Hexe verbannt wurde.
"Marschlande", das war eine 11 von 10 für mich! 😍
Die Atmosphäre wird so beklemmend und gruselig geschildert und die Zeitebene von Abelke so geschickt mit der von Britta verwoben. Ich habe den plattdeutschen Schnack von Abelke und ihren Zeitgenossen genauso geliebt wie die Marschländer der Jetztzeit.
Interessant fand ich, dass ich immer Beklemmungen verspürt habe, wenn ich mal in dieser Gegend gewesenen bin und Jarka Kubsova dieses Unwohlsein so gut eingefangen hat.
Super spannend war für mich auch der historische Kontext der Hexenverfolgung. Mir war nicht bewusst, dass dies gezielt eingesetzt wurde, um Frauen von ihrem Land zu vertreiben und sich dieses anzueignen und dass durch die Hexenverfolging erst ein Spalt in die Gesellschaft getrieben wurde. Seitdem sind Frauen aus Angst angepasst und devot geworden, um nicht von Nachbarn oder bei Streitigkeiten denunziert und als Hexe angeklagt zu werden.
Abelke Bleken gab es wirklich, was jahrhunderte alte Dukomente über ihr Gerichtsverfahren und ihren Hof belegen.
Wusste vorher gar nicht so viel über dieses Buch, aber es entpuppte sich als perfektes Herbstbuch.
Das Buch beruht auf wahren Begebenheiten und das lässt es nocheinmal viel stärker wirken. Die Hexenjagd auf Frauen war und ist ein so emotionales Thema und kann einen nur wütend machen.
Eine Frau, die mehr schafft als all ihre männlichen Nachbarn...die muss (!) ja mit dem Teufel zusammen arbeiten.
Gleichzeitig sehen wir mithilfe der zweiten Zeitlinie, welchen Einfluss diese Zeit noch heute auf uns hat und wie Frauen sich immer noch klein machen sollen und sich teilweise sogar schlecht fühlen, wenn sie es wagen, ihren eigenen Träumen nachzugehen.
Das Nachwort war ebenfalls sehr spannend und der "Garten der Frauen" in Hamburg ist jetzt in meinen Reisezielen vermerkt.
Tolle Sprache!
interessante Rückblicke aus der jetzigen Zeit in die Zeit der Hexenverfolgung.
Spannendes Buch mit fundiertem, gutem Inhalt und schönen Natur- und Settingbeschreibungen.
Die Rückblicke auf die ( gut recherchierten!) wahren Begebenheiten waren spannend, interessant und auch aufwühlend!
Wie war es zu der damaligen Zeit eine Frau zu sein?
Im Gegensatz dazu- wie viel hat sich seitdem geändert? Wie viel müssen wir Frauen (immer noch) für unsereRechte kämpfen?
Die geschichtliche Einordnung im Epilog ist ein toller Zusatz, so dass man dies nicht eigenständig recherchieren braucht.
Ein gutes Buch, dass nicht nur spannend erzählt, sondern auch beim Lesen Bilder im Kopf entstehen lässt. Ich habe mit beiden Protagonistinnen mitgefühlt und war an mancher Stelle wirklich bedrückt. Kudos gehen raus an meine beste Freundin, die mir dieses Buch geliehen hat und dank der ich nun ernsthaft über einen Kauf nachdenke.
25 Frauen 2025 - Buch 32:
Dieser Roman von Jarka Kubsova hat mich nur teilweise gekriegt. Erzählt wird auf 2 Zeitebenen: da ist Britta Stoever, die in der Gegenwart mit ihrer Familie aus Hamburg aufs Land zieht, weil sie sich anders kein Haus leisten können. Und da ist Abelke Bleken, die im 16. Jahrhundert dort in den Marschlanden gelebt und als alleinstehende Frau einen Hof bewirtschaftet hat.
Britta ist eine fiktive Figur, Abelke hat es wirklich gegeben. Die Leerstellen rund um Abelke hat Kubsova literarisch gefüllt.
Alle Kapitel, in denen Abelke die Hauptfigur ist, haben mir gut gefallen. Meist hat Kubsova die Frauen über das Wetter oder Ereignisse in den Marschlanden miteinander verbunden, was meiner Meinung nach gut gelungen ist. Leider fand ich aber Brittas Kapitel durchgängig schwächer bzw. seichter. Ich habe einiges als lediglich angerissen (verschiedene Lebensentwürfe) oder zu leicht gelöst (Mobbing) und damit nicht glaubwürdig genug empfunden. Darüber hinaus mag ich es nie, wenn es in einem Buch mit einer solchen Thematik keine einzige positive männliche Figur im Zentrum der Handlung gibt.
Marschlande - dieses Buch hat mich wütend, traurig, fassungslos, aber auch hoffnungsvoll gemacht. Ich habe es auf Empfehlung von Louisa Dellert gelesen und bin nicht enttäuscht worden. Es handelt von der Geschichte zweier Frauen - Abelke und Britta - die eine lebt im jetzt und die andere in der Vergangenheit. Beide Frauen haben mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen, mit Benachteiligung durch Männer. Selbstverständlichkeiten, die immer noch so gelebt und hingenommen werden und dann die Geschichte von Abelke, die so vielen Frauen widerfahren sein muss zur Zeit der Hexenverfolgung. Grausam und dennoch konnte ich das Buch nur selten zur Seite legen. Klare Empfehlung!
Jarka Kubsova gelingt mit 'Marschlande' ein feinfühliger, atmosphärisch dichter Roman, der Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll miteinander verwebt: starke Frauenfiguren, ländlicher Schauplatz und ein tiefes Gespür für historische Umbrüche.
📚 'Marschlande' von Jarka Kubsova erzählt die Geschichte von zwei Frauen: Abelke Bleken und Britta Stoever, die durch Jahrhunderte voneinander getrennt sind, aber durch ihre Erfahrungen und ihren Kampf um Selbstbestimmung miteinander verbunden sind.
🕰️ Zwei Zeitebenen, zwei starke Frauen
Abelke Bleken lebt um das Jahr 1580 in den Hamburger Marschlanden. Sie ist eine unverheiratete Bäuerin, die ihren Hof allein bewirtschaftet – ein Leben, das in ihrer Zeit als gefährlich gilt. Ihre Unabhängigkeit macht sie zur Zielscheibe von Misstrauen und Neid. Schließlich wird sie enteignet und als Hexe angeklagt – ein tragisches Schicksal, das auf wahren Begebenheiten beruht.
Britta Stoever, eine promovierte Geografin, zieht mit ihrer Familie in die Marschlande. Sie hat ihre Karriere für die Familie aufgegeben und fühlt sich in der neuen Umgebung fremd. Bei Spaziergängen stößt sie auf den Namen Abelke Bleken und beginnt zu recherchieren. Dabei entdeckt sie Parallelen zu ihrem eigenen Leben und beginnt, ihre Rolle als Frau und Mutter neu zu hinterfragen.
Der Roman verwebt historische Realität mit gegenwärtiger Selbstreflexion und zeigt, wie sich patriarchale Strukturen über Jahrhunderte hinweg auswirken. Es ist eine eindringliche Erzählung über Sichtbarkeit, Widerstand und die Kraft, sich selbst treu zu bleiben.
Die Atmosphäre aus dem Marschlanden (die mir vorher gar kein Begriff waren) kommt super rüber. Es friert einen viel in dem Buch.
Die Story von Abelke und auch Britta kam bei mir irgendwie nicht so richtig an. Ich habe es gerne gelesen, es kam mir aber so vor als hätte ich alles schon einmal gehört.
Für mich ist dieses Buch einfach absolut hervorragend! Ich habe diese Geschichte in zwei Zeitebenen mit so großer Freude gehört, ich konnte einfach keine Pause machen. Es war spannend, lehrreich, ging an Herz - und hat so viel Schlaues mitgegeben.
Die Autorin hat die Geschichte unglaublich toll recherchiert und aufbereitet, das ganze in einer mitreißenden Sprache verpackt. Ein wahres Goldstück, dieses Buch.
Gibt es für Frauen überhaupt die Chance auf ein Happy End?
Marschlande. Jarka Kubsova. 4,5/5.
Inhalt: 2 Frauen, die Jahrhunderte trennen – der Wunsch nach Selbstbestimmung, der sie verbindet. Britta ist mit Mann und Kindern in die Hamburger Marschlande gezogen. Dort stößt sie auf die Spuren der Bäuerin Abelke Bleken, der hier vor Jahrhunderten Unrecht angetan wurde. Immer tiefer taucht Britta ein in Abelkes Geschichte. Und merkt dabei, wie viel sie im Leben der anderen Frau über sich selbst erfährt.
Meine Meinung: Historische Romane lese ich normalerweise nicht, die Verbindung aus Damals und Heute fand ich aber interessant. Außerdem ist es ein feministischer Roman - das meine ich ausschließlich positiv.
Wie kann das Leben einer Frau vor Jahrhunderten komplett anders als heute und dennoch fast exakt gleich sein? Die eine ist körperlich hart arbeitende Bäuerin ohne Kinder und Ehemann mit eigenem Hof in einer Welt, in der Besitz nur Männern zusteht gespickt von Aberglauben und der ständigen Angst vor Hunger. Die andere ist Hausfrau und Mutter im Einfamilienhaus finanziell und emotional abhängig von ihrem Ehemann. Wo liegt da die Verbindung?
Es braucht keine Verbindung, denn beide Geschichten sind spannend erzählt. Die Kapitel wechseln zwischen den beiden Frauen, und immer, wenn ich in die Welt der einen eingetaucht war, war ich enttäuscht, dass das nächste Kapitel die Perspektive wechselte – nur um dann wieder gefesselt zu werden...
Eine Verbindung gibt es dennoch: Ohnmacht. Beiden Frauen wird etwas genommen. Vielleicht ist die Konsequenz heute nicht so drastisch wie damals, es hat mich beim Lesen dennoch zerrissen, wie hilf- und machtlos beide Frauen ihren jeweiligen Widersachern (Spoiler: Männer) gegenüberstehen. Die Zeiten mögen sich geändert haben, das Patriachat hat die Welt dennoch im Griff, und bestraft alle, die nicht hineinpassen. Es bestraft die Bäuerin mit eigenem Hof ohne Kinder und Ehemann genauso wie die Hausfrau und Mutter, die in ihren Job und zu sich selbst zurückfinden möchte. Und während die wahre Geschichte von Abelke Bleken nicht gut ausging, stellt sich die Frage: Was hat sich im 21. Jahrhundert geändert? Gibt es hier ein ‘Happy End’ für Frauen, für Britta?
Ein absolut lesenswertes Buch.
Zwei Frauen, die am gleichen Ort zu ganz unterschiedlichen Zeiten leben und deren Geschichte geschickt miteinander verwoben wird. Gleichzeitig ist es eine Freude, wie in dem Buch über die Einzigartigkeit und Herrlichkeit der Natur geschrieben wird.
Ich war sofort drin in der Story und sie hat mich auch nicht mehr losgelassen. Jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger, so dass man gewillt ist, dass nächste Kapitel, welches über die jeweils andere Protagonistin geschrieben ist, auszulassen ;).
Meine definitive Leseempfehlung!
Ein Roman in 2 Zeiten erzählt. Spannend und faszinierend wird der Bogen zwischen Jahrhunderten gespannt, dabei wird einem wieder einmal bewusst wie ungleich Mann und Frau behandelt wird. Unbedingt lesen!
Ein stilles Buch über weibliche Stärke und historische Ungerechtigkeit
Marschlande erzählt auf zwei Zeitebenen von zwei Frauenleben, die durch die Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden scheinen. Besonders bewegt hat mich die Geschichte von Albeke, die Ende des 16. Jahrhunderts lebt. Schon mit dem Wissen, dass sie als Hexe verbrannt wird, habe ich bei jeder Begegnung, jedem Zweifel und jedem Blick von außen auf den Moment des Verrats gewartet. Es war bedrückend und traurig, sie durch diese schleichende Bedrohung zu begleiten. Ihre Freundschaft zu Leneke war das Einzige, was etwas Wärme in diese dunkle Zeit brachte.
Brittas Geschichte in der Gegenwart war für mich zugänglicher und sprachlich näher, aber ich habe sie etwas weniger intensiv empfunden. Trotzdem war sie wichtig, weil sie zeigt, dass die Muster von Kontrolle, Schuldzuweisung und Abhängigkeit in anderer Form weiterbestehen.
Mich hat beeindruckt, wie ruhig und klar das Buch die jahrhundertelange Ungleichbehandlung von Frauen aufzeigt – ohne Pathos, aber mit großer Kraft. Gerade die Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen fand ich sehr gelungen und notwendig. Ein kluges, stilles Buch, das viel erzählt, wenn man genau hinschaut.
Ein ganz fantastisches Werk- unterhaltend und lehrreich!
Neben der Hauptstory über die Selbstbestimmung einer Mutter und Ehefrau und der schrecklich traurigen Geschichte einer selbstbewussten Bäuerin, der der Hexenprozess gemacht wird, hab ich sehr viel über die Marschlande von Hamburg aus der heutigen Zeit als auch der des vergangenen Jahrhunderte gelernt. Ich hab ganz viel für mich mitnehmen können als Allgemeinbildung und nebenbei angefangen selbst zu recherchieren, weil ich es so interessant fand! Das Buch bringt so viele Punkte hervor über geografische, historische, feministische Fakten hervor zum Thema Marschlande und der Ungerechtigkeit und den Rechten die Frauen um 1540 hatten.
Was für ein tolles Buch. Abwechselnd in den Kapiteln wird von Britta, welche aus Hamburg in die umgebenden Marschlande gezogen ist und Abelke Bleken, einer Frau, die genau dort vor über 500 Jahren einen großen Hof führte, erzählt. Dorfleben, Naturgewalten, Feminismus und Feinde ebendiesen werden dargestellt und Zusammenhänge deutlich. Sehr gut geschrieben!
Zwei Frauen - zwei Geschichten. Zwischen ihnen liegen mehrte Jahrhunderte und doch verschmelzen die Leben. Und man merkt, dass es viele Parallelen im Leben von Frau gibt, unabhängig in welcher Zeit sie gelebt haben. Das Buch regt zum Nachdenken an und vermittelt nebenbei Wissen über die Hamburger Marschlande und die Handelsgesellschaften.