Mammut

Mammut

Hardback
3.562

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Description

Tagsüber mit Senior:innen im Altersheim Interviews für eine wissenschaftliche Studie führen, nachts ungeschützter Sex mit fremden Männern: Frustriert von ihrem schlecht bezahlten Uni-Job und ihren erfolglosen Versuchen, schwanger zu werden, beschließt die Erzählerin von Mammut, in ihren rostigen Peugeot zu steigen und die Stadt zu verlassen. Was sie sucht, ist ein ursprünglicheres, einfacheres Leben, fernab der Gesellschaft und der Menschen, die sie so unerträglich machen. Doch auch auf dem Land sind die Mieten wucherisch, und das Geld reicht gerade mal für ein halb verfallenes Bauernhaus. Was sie dort findet, ist kein ländliches Idyll, sondern ein arbeits- und entbehrungsreicher Alltag. Sie putzt, hackt Holz, legt Vorräte für den Winter an und gibt Lämmern die Flasche. Ihre einzige Gesellschaft: ein alter Schäfer und ein dreckiger Hund. Und schon bald wird sie eins mit ihrer Umgebung, als würde das Wilde wie ein Keim in ihr austreiben.

Schonungs- und schnörkellos und mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor schreibt Eva Baltasar über die Widersprüche des modernen Lebens und der Versuche, daraus auszubrechen. Eine ungewöhnliche Aussteigerinnengeschichte, die auf beklemmend-faszinierende Weise das Urzeitliche freilegt, das noch immer in uns schlummert.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Hardback
Pages
112
Price
20.60 €

Author Description

1978 in Barcelona geboren, ist eine der wichtigsten Stimmen der katalanischen Gegenwartsliteratur, die auch international für großes Aufsehen sorgt. Sie hat bereits elf Gedichtbände veröffentlicht, die meisten davon preisgekrönt. Ihr erster Roman Permagel erschien 2018. Es folgten Boulder (2020), der 2023 auf der Shortlist des International Booker Prize stand, Mamut (2022), der den Abschluss ihrer lose zusammenhängenden dreiteiligen Romanreihe über das Leben von Frauen in der modernen Gesellschaft bildet, und zuletzt Ocas i fascinació (2024).

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
40%
15%
N/A
N/A
80%
N/A
30%
50%
N/A
10%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
100%
100%
50%
60%

Pace

Fast100%
Slow0%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Poetisch (100%)

Posts

9
All
5

„Ich hatte Angst davor, dass die Einsamkeit sich vor mir nackt ausziehen und ihre Leere offenbaren würde.“ „Meine Verzweiflung stinkt noch übler als der Dreck auf seiner Haut und der gesamte Dreck auf diesem Planeten.“ Die Ich-Erzählerin wünscht sich ein unkonventionelles Leben, abseits der existierenden Rollenbilder. Sie erträgt die Menschen um sich kaum noch, flüchtet in die Stille. In einem abgelegenen Bergdorf findet sie genau das. Spartanisch lebt sie dort. Die Ruhe und die Natur tun ihr gut. Sie lernt harte, körperliche Arbeit kennen, muss sich ihren Ängsten stellen. Doch auch dort kann sie nicht vor ihrer traumatischen Vergangenheit entkommen. Sie ist innerlich zerrissen, weiß manchmal nicht wohin mit sich. Zarte Annäherungen an die anderen Dorfbewohner gibt es auch, doch eins bleibt. Die Suche nach einem Platz im Leben, einem echten Zuhause. Anfangs war ich sehr verwirrt und wusste nicht so richtig wo die Reise hingeht. Die Erzählerin möchte unbedingt ein Kind, einen Vater braucht sie nicht, ein Erzeuger reicht. Es gab ein paar Zeitsprünge, die mich zusätzlich etwas verwirrt haben. Als ich aber einmal drin war, offenbarte sich ein sprachgewaltiger, wütender und schonungsloser Roman. Die Sprache ist einfach nur großartig, intensiv und poetisch. Die Erzählerin wirkt authentisch, das Leben hat sie hart gemacht. Das wird mit jedem Satz immer klarer. Schicht für Schicht wird abgetragen, bekommen wir einen immer tieferen Blick in ihre Gefühle. Die Story ist hart, es gibt viele recht heftige Abschnitte. Passt für mich aber wunderbar. Ein sprachlich herausragender, harter Roman, der mich sehr überrascht hat. Empfehle ich sehr gern weiter.

Eine ungewöhnliche Aussteigergeschichte, beklemmend und faszinierend erzählt

Worum geht‘s? Berge, Mut, Eigenständigkeit, Kinderwunsch, Ursprünglichkeit Autorin: Eva Baltasar, 1978 in Barcelona geboren, ist eine der wichtigsten Stimmen der katalanischen Gegenwartsliteratur. Sie hat bereits elf Gedichtbände veröffentlicht, die meisten davon preisgekrönt. Ihr erster Roman „Permagel“ erschien 2018. Es folgten „Boulder“ (2020), der 2023 auf der Shortlist des International Booker Prize stand, „Mamut“ (2022), der den Abschluss ihrer lose zusammenhängenden dreiteiligen Romanreihe über das Leben von Frauen in der modernen Gesellschaft bildet, und zuletzt „Ocas i fascinació“ (2024). Mein Leseeindruck: Die 24-Jährige Protagonistin kehrt der Stadt und ihrem alten Leben den Rücken und zieht in ein abgeschiedenes Haus in den Bergen. Fernab von Zivilisation sucht sie Ruhe, Abgeschiedenheit, findet Gefallen am ursprünglichen Leben, nimmt einfache Tätigkeiten an, um über die Runden zu kommen, ihr engster Kontakt ist ihr Nachbar. Ein Buch mit schonungsloser, fesselnder Dynamik, gut lesbar, humorvoll, ein psychologisch klug konstruierter, intensiver Plot über die Widersprüche des modernen Lebens und die Versuche auszubrechen, das Ursprüngliche aufzeigend. Wer das Buch „Wild Wuchern“ mochte, wird auch hiermit abgeholt und wird es nicht mehr aus der Hand legen wollen. Fazit: Eine ungewöhnliche Aussteigergeschichte, beklemmend und faszinierend erzählt Eure, Claudia Folge @_claudiax_liest_ für gute, noch ausführlichere Lesetipps

Eine ungewöhnliche Aussteigergeschichte, beklemmend und faszinierend erzählt
3

Eine wilde Geschichte einer jungen Frau, die sich in den Bergen von der Außenwelt zurückzieht. Der Schreibstil ist im Ausdruck teilweise sehr derb, direkt und körperlich. Auch blieb mir die Protagonistin sehr fern.

4.5

Kurz; prägnant nachvollziehbar …

Baltasar schreibt in Mammut in einer Sprache, die rau ist, manchmal derb, aber immer messerscharf. Jeder Satz sitzt. Nichts wird weichgezeichnet, nichts abgefedert. Diese Härte ist kein Selbstzweck, sondern der Rhythmus einer Frau, die sich selbst neu erfindet. Die Geschichte einer jungen Frau, die die Großstadt hinter sich lässt und in die Tiefe des Waldes zieht, entfaltet eine fast magnetische Sogwirkung. Ihr Rückzug ist radikal, körperlich, kompromisslos. Und dann ist da der Schäfer — eine Begegnung, die weder romantisiert noch moralisiert wird, sondern in ihrer rohen Direktheit wirkt. Mich hat dieser Roman vollkommen gepackt. Die Mischung aus existenzieller Einsamkeit, Naturgewalt und körperlicher Nähe hat eine Intensität, die man selten findet. Ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen, weil Baltasar eine Atmosphäre schafft, die man nicht mehr abschüttelt. Mammut ist ein wilder, ungeschönter Roman über Freiheit, Begehren und das Überleben im eigenen Körper. Und gerade deshalb bleibt er lange nach dem Lesen nachhallend.

1

Verstörend. Ich bin ratlos, was diese Geschichte mit der Rolle der Frau in unserer modernen Gesellschaft zu tun haben soll. Von einer Aussteigerinnengeschichte habe ich mir eine andere Perspektive erhofft. Abgesehen von der stellenweise sehr vulgären Sprache wirkte das Ganze auf mich zu hinterwäldlerisch und wenig zeitgemäß. Ich habe selten so sehr damit gekämpft, ein Buch mit nur 100 Seiten zu Ende zu lesen.

4.5

kurz und intensiv. alles wird sehr ungeschmückt und direkt erzählt und gleichzeitig ist es voller metaphern. die protagonistin ist auch eher undurchschaubar. ein fiebertraum, den man aber gern begleitet.

3.5

Als junge, queere Frau in Barcelona versucht die Protagonistin in „Mammut“, schwanger zu werden, indem sie beim S*x mit fremden Männern nicht verhütet. Als das erneut nicht funktioniert, flüchtet sie aufs Land und zieht in ein altes Haus, dessen einziger Nachbar ein älterer Schäfer ist. Sie lernt, mit den neuen Bedingungen umzugehen, geht jobben, findet sich immer mehr in ihrem neuen Leben ein. Doch der große Wunsch, endlich schwanger zu werden, lässt sie nicht los. „Mammut“ ist die Geschichte einer Aussteigerin, die für mich während der Lektüre schwer zu greifen war. Sie ist eine emanzipierte Frau, die für ihre Grenzen gegenüber Männern immer wieder einsteht, sich nichts sagen lässt. Zeitgleich überschreitet sie selbst die (körperlichen) Grenzen anderer Frauen, was sie zu einer ambivalenten Person macht. Ihr Verhalten wirft die Frage auf, wie feministisch und emanzipiert eine Person wirklich sein kann, wenn sie stets die Grenzen anderer disrespektiert. Wie tief sind heteronormative Strukturen in uns verankert, dass wir sie selbst reproduzieren? Die Stimmung des Buches war für mich bedrohlich und bedrückend, obwohl diese immer wieder durch amüsante Beobachtungen der Protagonistin gebrochen wurde. Ständig hatte ich das Gefühl, es müsse gleich noch etwas Schlimmes passieren. Das bedeutet aber auch, dass mich der Roman auf seinen 109 Seiten mitgerissen hat — und das lieben wir! Ein außergewöhnlicher Roman, über den ich auch nach dem Lesen noch nachdenke und der bestimmt noch eine Weile in mir nachhallen wird.

3

Mammut ist kein angenehmes Buch, aber eines, das bewusst provoziert und zum Nachdenken zwingt. Es stößt ab, eckt an und bleibt gerade deshalb im Gedächtnis.

Mammut ist ein Buch, das mit kurzen, kraftvollen, teils abgehackten Sätzen arbeitet. Der Stil ist vulgär, drastisch und bewusst provokant – zugleich aber kurzweilig. Man fliegt durch die Seiten, auch wenn (oder gerade weil) vieles abstößt, eklig wirkt und gezielt Grenzen überschreitet. Die Sprache ist roh und unbekümmert, fast aggressiv in ihrer Direktheit. Mit der Protagonistin konnte ich mich jedoch kaum identifizieren. Sie wird als Freigeist gezeichnet, spontan, getrieben von stark ausgeprägten sexuellen Trieben. Dabei wirkt sie rastlos und orientierungslos, als fehle ihr jeder innere Kompass. Diese Unruhe zieht sich durch das gesamte Buch und hinterlässt weniger Nähe als Distanz. Ihre Unbekümmertheit kippt schnell ins Gleichgültige, was das Lesen stellenweise anstrengend macht. Besonders interessant ist das Buchcover: Rosa, ein Lamm – harmlos, weich, fast kitschig. Der Titel Mammut steht dazu in starkem Kontrast. Er lässt sich lesen als Metapher: Das Mammut lebt im Lamm. Oder anders gesagt: Was uns harmlos erscheint, ist in Wahrheit überwältigend, wuchtig und kaum zu kontrollieren. Gleichzeitig schwingt eine weitere Ebene mit: das Mammut als ausgestorbenes Wesen – vielleicht ein Hinweis auf überholte Rollenbilder der Frau oder auf etwas Ursprüngliches, das im modernen Leben keinen Platz mehr hat.

2

Sehr merkwürdig

Ich fand den Roman leicht verstörend.

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