Malnata
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Description
Unter der sengenden Sonne der Lombardei im Jahr 1935 begegnet Francesca zum ersten Mal Maddalena, die von allen im Ort nur »Malnata« genannt wird: »Die Unheilbringende«. Francesca – zu Konformität und Gehorsam erzogen – ist sofort fasziniert von dem barfüßigen Mädchen, dessen Hände immer schmutzig sind, die Augen voller Trotz. Entgegen allen Warnungen freundet sich Francesca mit Maddalena an und lernt mit der Zeit, den Lügen der Erwachsenen zu misstrauen. Doch in einer Gesellschaft, die keinen Platz hat für weibliches Freiheitsdenken, ist jedes falsche Wort und jede unfolgsame Tat eine Gefahr …
Ein aufsehenerregender, vom Feuilleton hochgelobter Roman über die Macht weiblicher Selbstbestimmung und eine Hymne an die Kraft der Freundschaft. Beatrice Salvionis Debüt sorgte nicht nur in Italien für große Aufmerksamkeit, wo es wochenlang auf der Bestsellerliste stand: »Malnata« wird in 35 Sprachen übersetzt.
Book Information
Author Description
Beatrice Salvioni, geboren 1995, studierte Literatur an der Universität Mailand und besuchte dann in Turin die renommierte Schreibschule Holden, gegründet von Alessandro Baricco. Sie hat bereits mehrere Erzählungen geschrieben, von denen eine mit dem Premio Calvino ausgezeichnet wurde. 2021 erregte das literarische Debüt der jungen Autorin große internationale Aufmerksamkeit. »La Malnata« wurde noch vor Erscheinen in Italien zu einem literarischen Ereignis und verkaufte sich innerhalb weniger Wochen in 20 Länder; inzwischen sind es 35.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Alle nannten sie die Malnata, "die Unheilbringende", und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchten. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen." "Wenn die Malnata in ihren ausgetretenen Sandalen an ihnen vorbei über das Kopfsteinpflaster von Monza schlurfte, mit erhobenem Kinn und in Begleitung von zwei etwas älteren Jungen, beeilten sich die Frauen, das Kreuz zu schlagen und ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, und die Männer spuckten auf den Boden. Die Malnata streckte dann die Zunge heraus und verneigte sich laut lachend, als wäre sie dankbar für diese Beleidigungen." Italien, 1935 zu Zeiten des Faschismus Die Geschichte handelt von Francesca, einer Fabrikanten-Tochter und Maddalena, genannt die Malnata, die für verschiedene Unglücksfälle verantwortlich gemacht, gemieden und verachtet wird. Auf Francesca übt sie eine magische Faszination und Anziehungskraft aus, genauso geht es Maddalena. Die eine wohlerzogen, aus 'gutem Haus', für Höheres bestimmt und die Andere unabhängig, selbstbewusst , mutig und aufmüpfig, gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein. Ein Buch über die Kraft der Freundschaft und den Weg zur Selbstbestimmung. Starke Charaktere und ein Schreibstil, der mich sofort angesprochen hat. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir ⭐
Einfach großartig!Wow! Ein wahnsinnig beeindruckendes Buch voll Stärke, Mut und Freundschaft! Absolute Leseempfehlung!
„Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: »Du gehörst mir«, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: »Ich gehöre niemandem!«“ „Mittlerweile wusste ich, dass die eigentliche Gefahr von den einschmeichelnden Stimmen ausging.“
„Malnata“ ist ein Coming-of-Age-Roman. Eine feministische Erzählung, im faschistischen Italien der 30er Jahre.
Malnata ⭐⭐⭐⭐☆ 🇮🇹📖 Malnata entführt uns in die Lombardei des Jahres 1935 – mitten hinein in ein Italien, das von Faschismus, patriarchalen Strukturen und strengen katholischen Moralvorstellungen geprägt ist. Im Mittelpunkt steht die elfjährige Francesca, die behütet, aber gleichzeitig eingeengt aufwächst, bis sie auf die geheimnisvolle „Malnata“ trifft 👧🏼✨ – ein Mädchen, vor dem das ganze Dorf warnt. Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Romans 🌫️. Das italienische Kleinstadt-Setting wirkt unglaublich lebendig und man spürt förmlich die staubigen Straßen, die Enge der Gesellschaft und die unterschwellige Gewalt jener Zeit. Vor dem Hintergrund von Mussolinis Herrschaft und des Abessinienkriegs ⚔️ entsteht eine bedrückende, aber gleichzeitig faszinierende Kulisse. Auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen Francesca und der Malnata ist stark erzählt ❤️🔥. Francesca beginnt durch diese Begegnung, die Welt und ihre eigene Familie mit anderen Augen zu sehen 👀. Themen wie Mut, Widerstand und Selbstbestimmung ziehen sich eindrucksvoll durch die Geschichte ✊🏼📚. Besonders das Zitat „Kein Ziegel war vom Dach gefallen, um mir den Schädel zu zertrümmern, keine Atemnot ließ mich ersticken, kein plötzlicher Herzstillstand. Obwohl ich mit der Malnata gesprochen und ihr in die Augen gesehen hatte, war nicht der Leibhaftige erschienen, um mir mit Gewalt die Seele zu entreißen.“ 🖤 zeigt wunderbar, wie Francesca langsam erkennt, dass Angst und Vorurteile oft nur gesellschaftlich erzeugt werden und Erwachsene nicht immer die Wahrheit sagen 🖤. Trotz vieler Stärken war das Buch für mich aber kein absolutes Highlight. Die Handlung hat zwischendurch einige Längen ⏳ und viele Figuren bleiben sehr eindimensional. Fast alle Erwachsenen erscheinen ausschließlich grausam, schwach oder komplett unfähig 😒. Grautöne fehlen hier leider oft. Dadurch wirkt die Einteilung in „Gut“ und „Böse“ stellenweise etwas zu simpel. Eine positive Ausnahme ist Francescas Haushaltshilfe Carla 🤍, die deutlich menschlicher und differenzierter dargestellt wird. Insgesamt ist Malnata jedoch ein atmosphärischer und eindringlicher Roman über Freundschaft, gesellschaftliche Zwänge und das Aufbegehren gegen ein unterdrückendes System 🇮🇹🔥. Wer historische Romane mit starkem italienischem Setting und emotionaler Coming-of-Age-Geschichte mag, wird hier definitiv fündig 📚✨

Malnata von Beatrice Salvioni "Mein Bruder sagt, das Einzige, was Frauen lernen müssen, ist, sich Hinzugeben, ohne etwas zu fordern. Dich wenn du ein Mann bist, nimmst du dir einfach, was du willst, Papa sagt das auch immer." Seite 172 "Wenn ich groß bin, dann lerne ich, mit der Muskete zu schießen und nehme mir die Frauen des Feindes." Seite 170
Wow, Wow, Wow, was ein kraftvoller, beeindruckender und aufsehenerregender Roman 💪🏼💪🏼💪🏼 über die weibliche Selbstbestimmung. Eine feministische Story über Freundschaft, Solidarität und Klassenunterschiede, in einer Zeit des sozialen und politischen Umbruchs im Jahr 1935 in Italien. 2 Mädchen, die von ihrer sozialen Schicht nicht unterschiedlicher sein könnten, kämpfen gemeinsam gegen gesellschaftliche Konventionen und Unterdrückung. Maddalena, die von allen nur die Malnata "die Unheilbringende" genannt wird und Francesca, aus "gutem" Hause, die die Malnata immer heimlich beobachtet hat und sie für ihre Freiheit bewunderte. Francesca wünscht sich wie die Malnata zu sein, eine Frau mit einem unbeugsamen Willen. Gegen den Willen der bigotten Familie und der Gemeinschaft, freunden sich die beiden an und Francesca fühlt sich endlich lebendig und lernt die Wichtigkeit kennen, füreinander da zu sein und füreinander einzustehen. Gemeinsam stellen sie sich gegen die Unterdrückung der Frauen und machen sich zum Ziel, als erwachsene Frau auf die Aussage eines Mannes "du gehörst mir", ihm in die Augen zu sehen und zu sagen: "Ich gehöre niemandem!" Auf diesem Weg stellen sie fest, dass Dinge, die sich das Volk nicht erklären kann, entweder des Teufels oder vom Herrgott gesandt sind aber auf jeden Fall niemals die Schuld der Männer sind. Die Erzählweise von Beatrice Salvioni ist direkt und klar, ohne Situationen zu verschönern. Und genau deshalb liest man die Geschichte mit einer Leichtigkeit, welche oftmals Wut und Unglauben auslöst und die Charaktere einem sehr zugänglich machen. "Sie wollen nicht wahrhaben, das ein Mann wie er uns Mädchen so schmutzige Dinge antun kann. Aber genau das hat er getan. Und wir werden nicht länger schweigen." Seite 246 Auch für unsere heutige Zeit wünsche ich mir viel mehr Malnatas und Francescas, die ihre Charaktere nicht verbiegen lassen und uneingeschränkt und ohne Rücksicht auf Konsequenzen für die Rechte der Frauen, gegen Diskriminierung und Unterdrückung kämpfen. Ein sensationelles Buch, das unbedingt gelesen sein muss!!!
Berührend, beeindruckend, grossartig
Monza 1935. Sie wollen nicht wahrhaben, dass ein Mann wie er uns so schmutzige Dinge antun kann, deshalb glauben Sie, es sei nicht passiert. In ihrer Welt gab es zwei Gewissheiten. Erstens: Dinge, die sie sich nicht erklären konnten, waren entweder des Teufels oder vom Herrgott gesandt, je nachdem ob sie die betroffene Person für einen anständigen Menschen oder einen Schurken hielten. Zweitens: es war nie die Schuld der Männer. Vier Sätze aus dem Buch, welche den ganzen Hintergrund beschreiben. Maddalena wird „Malnata“ genannt, die schlechtgeborene. Sie soll Unglück bringen. Die Geschichte wird aus Francescas Sicht erzählt, Maddalenas einzige Freundin. Eine Geschichte als der adelige Elitarismus auf den faschistischen Elitarismus traf. Eine Zeit in Italien als ein Faschist aus guter Familie automatisch im Recht war und ein Mädchen aus einer armen Arbeiterfamilie zwangsläufig schlecht sein musste. Ein faszinierendes Buch.
Der Einstieg auf den ersten Seiten ist sehr heftig. Dann erfährt man rückblickend, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Es ist eine Geschichte über zwei heranwachsende Mädchen, die ihre ersten Erfahrungen mit dem eigenen Körper, z.B. der ersten Menstruation machen. Es ist aber ebenfalls ein Buch über patriarchale Strukturen in Zeiten des Faschismus. Sehr gut gefallen hat mir die Annäherung von Francesca und Maddalena („Malnata“). Anfangs mit einer Neugierde und Unsicherheit, die bald dem guten Gefühl weicht, das beide füreinander entwickeln. Berührend, wie Francesca vom ersten Augenblick an ihrem Gefühl vertraut und immer an Maddalena’s Seite bleibt. Und das obwohl mehrere Menschen vom Kontakt mit ihr abraten. „Malnata“ wird als Unglücksbringerin angesehen und jedem, der ihr begegnet, wird etwas Schlimmes (Tod, Unfall) widerfahren - so die Meinung der Leute im Dorf. Ich empfand die Geschichte sehr realistisch dargestellt. Besonders gut gefallen hat mir die bildhafte Sprache. Teilweise hatte ich das Gefühl Teil der Beobachtungen (insbesondere von Francesca) zu sein! Die damalige Zeit und die Gepflogenheiten werden eindrücklich eingefangen. Mich haben die Erfahrungen der beiden Mädchen sehr nachdenklich gestimmt. In mir hat sich eine bedrückende und melancholische Stimmung breit gemacht. So geht es unter anderem um sexualisierte und körperliche Gewalt, Krieg, Tod und Tierquälerei. Daher keine uneingeschränkte Empfehlung.
"Ich hätte es nicht für möglich gehalten." "Was?" "Dass man sich auflehnen kann", antwortete ich. "Das habe ich von dir gelernt."
Was für ein wunderbares Buch über die Macht der Freundschaft, weibliche Solidarität und den Mut, über seinen Schatten zu springen und sich zu behaupten. Ganz große Empfehlung!
🌟HIGHLIGHT🌟
Was für eine tolle Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen! Ich fand die Geschichte der beiden Mädchen Malnata und Francesca von Anfang an sehr spannend. Ich habe mitgefiert und war so in einem Sog, dass der Film im Kopf ablief. Der schreibstil der Autorin ist bildgewaltig und so echt, dass ich das Gefühl hatte, daneben zu stehen. Die Charaktere waren toll geschrieben, sodass ich für einige Sympathie empfand und Hass gegenüber anderen. So toll die Freundschaft der Mädchen auch ist, so schlimm und ergreifend ist auch deren Geschichte letztendlich. Das Ende ist recht offen gehalten, sodass ich mit offenem Mund da saß🙈

Trotz unvergesslicher Charaktere und harte Grschichte für mich leider nicht das erhoffte Highlight. Mir hat trotz der Ich-Form etwas die Nähe zu Maddalena und Francesca gefehlt.
Das Buch „Malnata“ von Beatrice Salvioni ist aufgrund einer begeisterten Rezension auf Booktube und vor allem auch aufgrund des sehr ausdrucksstarken Mädchen-Gesichts auf dem Cover der deutschen Ausgabe bei mir eingezogen. Ich wollte direkt wissen, was in diesem Kopf vorgeht und ob Malnata so ist, wie ich sie mir vorstellte. Und eins ist sicher, Malnata, die eigentlich Maddalena heißt, ist definitiv ein Charakter, den man nicht so schnell vergisst. Leider wurde das Buch nicht zum dem erhofften Highlight für mich, da waren meine Erwartungen wahrscheinlich etwas zu hoch. Ich hatte eigentlich permanent das Gefühl mehr Beobachterin und weniger mittendrin im Geschehen zu sein, obwohl das Buch in der Ich-Form aus der Sicht von jungen Francesca erzählt ist. Durch diesen Beobachter-Status stellt sich leider nicht die Nähe zu den Mädchen ein. Und auch wenn ich nicht der größte Fan von Jugend-/ Kinderliteratur oder Protagonist*innen im Teenager-Alter bin, bin ich dennoch überzeugt, dass es hier nicht Alter von Malnata und Francesca liegt, sondern wirklich hauptsächlich an diesem Beobachter-Status liegt. Die Geschichte an sich hat sich schnell und gut lesen lassen und gerade die Entwicklung, die Francesca durch die Freundschaft mit Malnata macht, wie sie lernt für sich einzustehen und den Mund aufzumachen, war extrem spannend zu beobachten. Denn grundsätzlich ist Francesca, die eher wohlbehütet und konservativ aufgewachsen ist, so ziemlich das Gegenteil zur barfüßigen, trotzigen Malnata. Und wahrscheinlich ist sie auch genau deshalb so von Malnata fasziniert. Außerdem gibt es die ein oder andere Szene und auch Figuren bzw. deren Handeln in bestimmten Situationen, die sich richtig in meinen Kopf und in mein Leserherz eingebrannt haben. Von daher ist es definitiv ein Buch, das ich gerne gelesen habe, auch wenn zum Highlight leider etwas gefehlt hat.
Tolle, rasant erzählte Geschichte. Viel kriegt man über die Mussolini Zeit in Italien nicht mit. Die Atmosphäre der Geschichte lässt sehr gut erahnen wie es damals war. Man könnte das Leben von Francesca auch als coming of age Geschichte im Faschismus Italiens der 1930er Jahre bezeichnen. Hat mir sehr gut gefallen.
„Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: „Du gehörst mir", in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: „Ich gehöre niemanden.“ (S. 250) MALNATA Beatrice Salvioni Kennt ihr das auch? Ihr seid so geschockt, von den Zeilen die ihr lest, dass ihr das Buch zur Seite legen müsst? Ihr könnt einfach nicht weiterlesen … Das kann doch nicht sein, dass was da steht, das darf nicht passieren. Ich will das nicht! Und doch ist es Francesca passiert - in der Lombardei, 1935. Sie ist die Freundin von Malnata, der jungen Frau, die Unglück bringt. Dem fast erwachsenen Mädchen, das verflucht ist, über die alle reden, weil immer böse Dinge passieren, wenn sie in der Nähe ist. Malnata wurde gerade der Schule verwiesen, klaut und treibt sich mit den Jungs am Fluss herum. Francesca ist eigentlich ganz anders: Wohlerzogen und immer gut gekleidet, und sonntags geht sie mit ihren Eltern in die Kirche - zumindest war sie gut erzogen, bis sie die Freundin von Malnata wurde. Fortan hatte sie Widerworte. Erfand Ausreden, um die elterliche Wohnung zu verlassen und fand, beeinflusst durch ihre selbstbewusste Freundin, auf einmal ihre Stimme. Eine Stimme, die hinter einer Meinung stand - ihrer eigenen Meinung. Was für ein tolles Buch! Nachdem es hier auf Bookstagram gehypt wurde, konnte ich Malnata nicht widerstehen. Zum Glück, denn hinter dieser Coming-of-Age-Geschichte steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnen könnte. Weibliche Selbstbestimmung in den 30er-Jahren wurde mit Verachtung bestraft. Viel zu wenige Frauen fanden den Mut aufzustehen und sich der Obrigkeit zu widersetzen. Dieses Buch ist ein Juwel, das sich dank des flüssigen Schreibstils schnell lesen lässt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5/ 5

"Wenn die Malnata in ihren ausgetretenen Sandalen an ihnen vorbei über das Kopfsteinpflaster von Monza schlurfte, mit erhobenem Kinn und in Begleitung von zwei etwas älteren Jungen, beeilten sich die Frauen, das Kreuz zu schlagen und ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, und die Männer spuckten auf den Boden " Im faschistischen Italien 1935 begegnen sich zwei Mädchen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die eine stark, unangepasst, selbstbewusst, ohne Angst vor irgendwem, eine trotzige und wütende Kämpferin-die andere das komplette Gegenteil davon. Und dennoch sind die beiden gleichermaßen voneinander fasziniert. Ein großer Roman über weibliche Selbstbestimmung, Freundschaft und Mut. Faszinierend, berührend und emotional!
Mädchenfreundschaft und Mut im faschistischen Italien der 30er Jahre⛓️💥📜
Endlich habe ich mich an das Buch gewagt. Die Geschichte spielt im faschistischen Italien der 1930er Jahre. Francesca, ein angepasstes Mädchen aus gutem Haus, freundet sich mit Maddalena an – der ausgegrenzten „Malnata“, die im Dorf als gefährlich und verdorben gilt. Zwischen den beiden entsteht eine intensive, heimliche Freundschaft, die Francesca innerlich verändert und ihr eine neue Sicht auf Freiheit und Ungerechtigkeit eröffnet. Die Tragik liegt darin, dass ihre Verbindung in einer engen, moralisch harten Gesellschaft kaum bestehen kann. Ich fühle eine Schwere und eine Melancholie, die so nur italienische Geschichten in mir wecken können. Klare Empfehlung!

Roman über eine Mädchenfreundschafz im faschistischen Italien
Francesca und Maddalena, genannt Malnata, sind zwei Mädchen am Rande der Pubertät, die im faschistischen Italien im Jahr 1935 aufwachsen. Während Francesca angepasst und wohlerzogen ist, haftet auf Malnata der Stempel der unheilbrigenden Hexe, so dass das Mädchen rebellisch und widerspenstig ist und sich in der Rolle der Außenseiterin wiederfindet. Francesca aber findet den zerbrechlichen Teil in ihr und zwischen den beiden entsteht eine besondere Freundschaft, in der auch Francesca ihre Stimme findet und lernt, sich gegen Eltern und vorgefertigte Meinungen zu widersetzen. ᴹᴱᴵᴺ ᶠᴬᶻᴵᵀ Ich stimme nur teilweise mit ein in den Chor der begeisterten Stimmen, die diesen Roman loben. " Malnata" musste ich einfach am Stück durchlesen; weil mich die Geschichte schon in ihren Bann gezogen hat und ich keine Längen empfunden habe. Es war sprachlich gut und flüssig erzählt und hat zwei starke Protagonistinnen. Die Mädchen sind das Plus aber auch der Schwachpunkt der Geschichte. Meines Erachtens überfordert die Autorin die Romanfiguren. Malnata ist zwölf Jahre alt und hat reflektierte und standsichere politische und feministische Ansichten, die ich ihr so einfach nicht abnehmen kann. Francescas' charakterliche Entwicklung hätte für mich auch gerne deutlicher ausgearbeitet werden, stattdessen läuft sie Malnata nach wie ein Hündchen. So ist die Geschichte zwar stark und durchaus lesenswert, bleibt aber doch etwas zu plakativ. Schade, so schrammt das Buch bei mir leider am Jahreshighlight vorbei.
'Malnata' bedeutet die Unheilbringende, aber mir hat der Debütroman von der Autorin Beatrice Salvioni nur eins gebracht...eine richtig gute Lesezeit! Der Roman spielt im Jahre 1935 in Monscia in der Lombardei. Die in guten Verhältnissen aufgewachsene, brave Francesca ist schwer fasziniert von der unangepassten und aufmüpfigen Maddalena, von allen nur Malnata genannt, und ihren zwei Kumpels Filippo und Matteo. Die drei scheinen ein so viel spannenderes und freieres Leben zu führen als Francesca es sich nur erträumen kann. Eines Tages bietet sich eine günstige Gelegenheit und Francesca wird von der Malnata gesehen. Eine besondere Freundschaft voller schöner und schauriger Abenteuer beginnt. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und am liebsten hätte ich es in einen Rutsch durchgelesen. Ich fand die Personen sehr gut dargestellt und tatsächlich war nicht Maddalena, sondern Francesca meine Favoritin. Ihre Entwicklung war einfach am spannendsten. In dem Hamsterrad einer oberflächlichen Mutter, eines schweigenden Vaters und einer patriarchalen Gesellschaft gefangen, lernt sie durch ihre selbstbewusste Freundin was es heißt für sich und für die Freundschaft anderer, in diesem Fall Maddalena, einzustehen. Ein guter Roman der aufzeigt wie wichtig es ist auch mal aus den 'vorbestimmten' gesellschaftlich aufgezwungenen Rollen auszubrechen und für ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

"... Maddalena war von strahlender Schönheit. Selbst in diesem Zustand, auf dem Boden kniend, mit schmutzigen Gesicht. Sie stand auf und nahm meine Hand. Ihre Handfläche war feucht und warm. Sie lächelte mich an. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so stark gefühlt..." (S. 263) Francesca, ein Mädchen aus guten Hause, die immer das tut, was von ihr erwartet wird, begegnet eines Tages der Malnata. Malnata ein trotziges, starkes Mädchen fasziniert sie sofort und trotz aller Widerstände werden die beiden Freunde. In einer Zeit in der die Faschisten an der Macht sind und Männer sich nehmen können, was sie wollen, geben sie sich gegenseitig Halt und Mut um sich dagegen aufzulehnen. Ein beeindruckendes Buch, dass viele Gefühle in mir geweckt hat und dem ich noch viele Leser wünsche! Absolute Leseempfehlung! "...eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: 'du gehörst mir', in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: 'ich gehöre niemanden'..." (S. 250)

Es hat zwar ein bisschen gedauert, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin, aber letztlich kann ich die Begeisterung der meisten doch ganz gut nachvollziehen. Definitiv ein lesenswertes Buch über eine besondere Freundschaft in einer schwierigen Zeit. Da steht viel zwischen den Zeilen und das mochte ich gern.
Starke Protagonistinnen.
📌 "Auf der einen Seite gab es das Leben, wie ich es kannte, und auf der anderen das Leben, das Malnata mir zeigte. Ich beobachtete ihre Welt vom Rande aus. Und ich konnte es kaum erwarten, mich ganz hineinfallen zu lassen." - S. 62 Die Geschichte zweier gänzlich verschiedener Mädchen. Da ist Francesca, wohlbehütet und aus gutem Hause und Maddalena, genannt die Malnata, die in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und sich für den Tod ihres Bruders und Vaters verantwortlich fühlt und wegen dieser Unglücksfälle von den Dorfbewohnern als "die Unheilbringende" ausgeschlossen und gemieden wird. Die dennoch ungezwungene und unbekümmerte Lebensweise der Malnata übt einen unwiderstehlichen Reiz auf Francesca aus und so beginnt sie die Regeln ihres strengen Elternhauses zu brechen, um Maddalenas Freundschaft zu gewinnen und Zeit mit ihr zu verbringen. Die beiden Mädchen sammeln jedoch nicht nur schöne Kindheitserfahrungen miteinander, sondern erleben auch politische Umbrüche in der faschistischen Aera Italiens und sexuelle Übergriffe und deren Folgen. In all der Zeit entwickelt sich die Malnata zu einem Vorbild für Francesca. Diese schafft es ihre Stimme zu erheben und sich nicht unterdrücken zu lassen, in einer Zeit in der Frauen nur ein Anhängsel und Vorzeigeexemplar für Männer sind, und so wächst schließlich auch die naive Francesca über sich hinaus und steht am Ende für sich und diese besondere Freundschaft ein. Diese Geschichte reift während des Lesens so sehr, wie die beiden Mädchen. Obwohl das Buch mit 263 Seiten gar nicht mal so umfangreich ist, schafft es Beatrice Salvioni an ihren Protagonisten eine Entwicklung darzustellen, die am Ende beeindruckt und begeistert.

Wow! Ich musste das Buch nach dem Lesen erstmal sacken lassen - so gewaltig an Emotionen, so gewaltig an sprachlicher Kunst. EIN HIGHLIGHT
„Malnata“ ist nicht ohne Grund in den Kritiken so hoch angesehen! Beatrice Salvioni schafft es auf wenigen Seiten eine Geschichte zu Papier zu bringen, die einen ganz tief emotional bewegt und das in einer simplen aber trotzdem so gefühlsgewaltigen Sprache. Um welche Themen geht es? Freundschaft, Liebe, Feminismus, Coming of Age, 2. Weltkrieg, Familiendynamiken, Mobbing —— Wie man sehen kann eine Palette an (meiner Meinung nach) so wichtigen Themen. Würde ich hören, dass all diese Dinge thematisiert werden, ohne das Buch gelesen zu haben, wäre ich skeptisch. Kann man diese Bandbreite an Themen wirklich allesamt aufgreifen und dabei keines der Themen vernachlässigen? JA, Beatrice Salvioni kann das! - ABSOLUTE EMPFEHLUNG!🙌
Lombardei, 1935. Francesca ist die Tochter eines Fabrikanten und soll zu einer wohlerzogenen Dame heranwachsen, doch sie ist völlig fasziniert von Maddalena, die von allen nur Malnata "die Unheilbringende" genannt wird, die wild und unabhängig im Fluss Fische fängt und vor nichts Angst zu haben scheint. Die beiden freunden sich an, doch die Zeiten sind nicht einfach als in Italien der Faschismus unter Mussolini aufkommt. Francescas Eltern ziehen mit, ihr Vater jedoch nicht aus Überzeugung, doch er redet nicht mit seiner Tochter. Nur Maddalena, die alle als Hexe bezeichnen, zeigt Francesca, was Loyalität bedeutet und dass es schwierig, aber nicht unmachbar ist, für seine Überzeugungen einzustehen und nicht alles mit sich machen zu lassen. Ein gutes, atmosphärisches Buch, von dem ich einiges über die Mussolini-Zeit in Italien lernen konnte - der Fokus liegt aber auf der Freundschafts- und Emanzipationsgeschichte.
Dieses Buch lässt keine*n kalt!
Selten empfinde ich gehypte Bücher als wirklich gut! So, dass sie mich fesseln, nicht mehr gehen lassen wollen und in meinem Kopf wohnen. So, dass ich an ihre Protagonist*innen denke und mit ihnen fühle. Und so, dass ich sie nach dem letzten gelesenen Satz vermisse. Bei „Malnata“ von Beatrice Salvioni ist das alles aber zutreffend. Was für ein Buch! Es rüttelt an uns, macht uns zu Verbündeten, lässt uns aufschreien ob der Ungerechtigkeit des Patriachats und der Welt im Allgemeinen. Dieses Buch macht was mit uns! Als Francesca, Tochter aus gutem Hause im Jahr 1935 auf die Malnata trifft, ist sie zunächst nur fasziniert von dem selbstbewussten Wildfang, der sich von niemandem etwas sagen lässt. Sie gibt den Ton an. Sie wird Malnata genannt, weil sie eine Unglückbringende ist. Doch stimmt das wirklich? Francesca lässt sich auf Malnata ein und diese auf sie. Wir lesen von aufgeschlagenen Knien, verzweifelten Müttern, schweigenden Vätern, großen Erwartungen an brave Mädchen und von zwei Freundinnen, die sich vor dem Weltgeschehen dieser Zeit selbst ermächtigen und gemeinsam wachsen. Manches in diesem Roman ist schwer zu ertragen. Zum Beispiel, wie selbstverständlich sich manche Männer nehmen, was sie wollen und damit davonkommen. Aber bei aller Schwere steckt so viel Kraft, Mut und Stolz in den Zeilen, dass es ein Fest ist, sie zu lesen. Ihr ahnt es: Believe the hype und große Empfehlung! CN: S3xuelle Gew*lt, Gew*lt an Tieren Werbung für Bücher - Rezensionsexemplar
Was für ein Einstieg…
… und was für eine tolle Geschichte! Mich hat dieses Buch sofort in den Bann gezogen mit einem erschütternden Prolog, der einen sofort weiter lesen lassen will! Und dann konnte ich nicht mehr aufhören Francescas und Maddalenas Geschichte lesen zu wollen! Ich hoffe, dass Beatrice Salvioni noch viele Bücher schreiben wird! Bin ein Fan ihrer supertollen Bildsprache - ich hatte richtig das Gefühl still mitzulaufen in der Geschichte und konnte mir alles bildlich vorstellen. Und noch was: wie wunderschön ist bitte dieses Buchcover??? Mein Cover des Jahres 2024 - ich liebs total!!!

Ein Buch, das zum Ungehorsam aufruft. Ruhig. Kraftvoll.
"Alle nannten sie die Malnata, "die Unheilbringende", und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen." In Beatrice Salvionis Roman "Malnata" geht es um die Kraft der Freundschaft und die Macht weiblicher Selbstbestimmung. Übersetzt aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Lombardei, im Jahre 1935: Behütet und mit klaren Regeln, was ein junges Mädchen darf und was nicht, wächst Francesca Strada im Hause ihrer Eltern auf. Sie lebt überaus angepasst und traut sich nicht, etwas zu tun, das das Missfallen ihrer Eltern oder irgendeines anderen Erwachsenen erregen könnte. Doch dann lernt sie Maddalena Merlini kennen, die von allen nur "Malnata": "Die Unheilbringende", genannt wird. Malnata ist ganz anders. Immer ist sie barfuß, hat schmutzige Hände und ihr Blick ist stets trotzig und frech. Malnata macht was sie will, wann sie will und mit wem sie will. Es versteht sich von selbst, dass dieses schmutzige, ungehorsame Mädchen mit ihrem Freiheitsdenken kein Umgang für Francesca ist. "Malnata" ist ein Roman der eher ruhig daherkommt, aber eine große Kraft ausstrahlt. Er spielt in einer Zeit, in der an weibliches Freiheitsdenken absolut nicht zu denken ist: Mädchen müssen gehorsam sein, ein untadeliges Verhalten an den Tag legen, stets sauber und adrett sein und immer freundlich lächeln - denn ein mürrisches Gesicht, macht ein nur Mädchen hässlich. Diese Zwänge ist Francesca so gewohnt, dass sie ihr gar nicht wie Fesseln vorkommen. Doch als sie Maddalena kennenlernt, konnte ich als Leserin ihren inneren Aufruhr, ihre Unruhe, spüren, ihre Zweifel und ihren eigenen Freiheitsdrang. Im Live-Stream mit Beatrice Salvioni, sagte diese, dass dieser Roman zum Ungehorsam anstiften soll. Die Geschichte zeigte mir insgesamt auch in aller Deutlichkeit, dass jeder Einzelne in seiner (gesellschaftlichen) Rolle gefangen ist - vor allem bei Francescas Vater konnte ich das zum Ende hin sehr gut spüren. Fazit: "Malnata" ist ein unglaublich kraftvoller Roman, der mit einer Szene startet, die fast schon wie ein Thriller anmutet. Aus dieser Szenerie steigen wir dann jedoch im ersten Kapitel erst einmal aus, ehe sich dann am Ende der Kreis wieder schließt. Auch sprachlich bin ich sehr begeistert. Salvioni ist noch so jung und kann schon sehr gut mit Worten umgehen. "In der Ruhe liegt die Kraft." - Dieser Spruch beschreibt das Buch sehr gut.

Ein sehr gelungenes Buch, welches mich stark berührt hat. Das Denken und Handeln der Menschen um Malnata ist grausam und fragwürdig. Francesca will sich anfangs nur abheben und aus der höherklassigen Gesellschaft ausbrechen. Sie zeigt ihre rebellische Seite und wird dabei immer mutiger. Sie zeigt zum Schluss Eigeninitiative und nimmt sich ein Beispiel an ihrerm Vorbild Malnata. Rührend wie zwei Mädchen zusammenhalten und gemeinsam erwachsen werden.
Für mich ein Highlight. Es ist 1935 und Francesca lernt die Malnata, die Unheilbringende kennen. Ein Mädchen, dem dunkle Kräfte nachgesagt werden. Beide Mädchen freunden sich an. Langsam wird erzählt, wie sich annähern, Vertrauen aufbauen und dann zu zwei Mädchen werden, die füreinander einstehen, sich wehren und sich gegenseitig stark machen. Für mich hat die Geschichte einen Sog entwickelt, den ich nicht erwartet hätte. Ich mochte den Schreibstil sehr. Er war beeindruckend und kraftvoll. Oftmals aber auch verzweifelt, machtlos und wütend. Für mich hat die Autorin sehr bildhaft erzählt. Während des Lesens bin ich mit Maddalena und Francesca eine Schwesternschaft eingegangen. Konnte all ihre Gefühle nachempfinden und habe ihnen zwischendurch sogar im Geiste applaudiert. Ein extrem starkes , großartiges, kraftvolles Buch. Von dieser Autorin möchte ich gerne mehr lesen.
Feinfühlig, sprachgewandt, mitreißend & echt - Eingebettet in den historischen Kontext erwartet dich eine bewegende Geschichte von Freundschaft, Liebe & der Schwere eine junge Frau zu sein
Ich habe dieses Buch geliebt. Und weil ich so sehr davon geschwärmt habe, hat meine Mom es direkt auch gelesen. Hier steckt so viel drin, was uns mitfühlen lässt, was überrascht, empört, aufregt, verstört und anrührt. Ein Buch, dessen Figuren für mich so lebendig und echt schienen, als hätte ich nicht gelesen, sondern sie vom Fenster aus beobachtet. Ich würde mich auf jeden Fall unbedingt über Nachschub der Autorin freuen.

In Italien vor 100 Jahren wird gefürchtet, was nicht sein soll. Deshalb wird ein Mädchen, dessen Familie von mehreren Schicksalsschlägen heingesucht wurde, als Unglücksbotin gemieden und Malnata genannt, übersetzbar mit Missgeburt. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert. Nach diesem Motto lebt die Malnata, hat eine Hand voll Freunde und scheut sich nicht, die faschistische Freunderlwirtschaft anzuprangern, die devote Haltung der Frauen gegenüber der Männer zu kritisieren. Starke Frauen, wichtige Themen und nicht wegschauen... zu empfehlende Lektüre
Unbeugsamkeit und Mut sind Eigenschaften von Helden. Im Italien der 1930er sind sie aber gefährlich. Die ungeheure Stärke dieses Romans über eine Mädchenfreundschaft liegt in der Macht der erzeugten Bilder. Man spielt wild am Lambro, sitzt mit ranghohem Besuch am Essenstisch und zwingt sich in die Kirche. Es ist häufig nicht leicht zu ertragen, auf so vielen Ebenen erschreckend. Die Familie ist kein Rückhalt, das Patriachat dominiert die Frauen, die Menschen dulden den Faschismus und versuchen im System das Beste für sich herauszuholen, Italien startet 1935 den Abessinienkrieg. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine Freundschaft zwischen der bürgerlich aufwachsenden Francesca und Maddalena, die von der Gesellschaft als Unheilsbringerin gesehen wird und deshalb kein Teil dieser ist. Sie ist wild, unangepasst und schaut in die Menschen hinein, statt nur auf die Fassade. Dies fasziniert Francesca und färbt immer mehr auf sie und ihr Leben ab. Beziehungen ändern sich, werden tiefer oder problematischer. Francesca ist eine tolle Hauptfigur, mit der ich durchgehend mitgelitten habe. Bei Maddalena kam es mir manchmal so vor, als ob ihr Worte in den Mund gelegt werden. Sie ist kein vollkommen runder Charakter für mich. Die Familien der beiden fand ich sehr gut dargestellt. Erschreckende Szenen sind mir in Erinnerung geblieben. Am Ende hat es sich etwas zu dramatisch zugespitzt, es hat mich etwas verloren. Die Brutalität auf allen Seiten ist krass. Die Macht der Worte und die bedachte Verwendung wird von den Figuren thematisiert. Bei diesem Buch wirken nicht nur die Worte, sondern auch die Bilder, die sie entstehen lassen. Und diese sagen ganz klar, so eine Zeit möchte ich nie, nie erleben und tut etwas dafür, dass es nicht passiert! Eine Leseempfehlung von mir.
„Ich dachte wirklich, du bringst Unglück, weißt du? Ich hab geglaubt, was alle erzählen, und muss zugeben, dass auch ich davon überzeugt war. Aber die Wahrheit ist, dass du den Leuten im Kopf herumspukst und für immer dort bleibst. Genau das tust du.“ (S. 219) Beatrice Salvionis Debütroman "Malnata" entführt seine Leser*innen in das Jahr 1935 im lombardischen Italien und erzählt die kraftvolle Geschichte zweier Mädchen, Francesca und Maddalena - genannt Malnata, „die Unheilbringende“, deren Freundschaft in einer Welt voller Konventionen und Unterdrückung erblüht. Die Protagonistin Francesca, die einem gutbürgerlichen Haus entstammt, sehnt sich danach, aus den engen Grenzen ihrer Welt auszubrechen. Dabei findet sie in Malnata, einem Mädchen, das als Unglücksbringerin verschrien ist, eine unkonventionelle Verbündete. Malnata, obwohl von Schuldgefühlen und Traumata geplagt, verkörpert eine Freiheit und Ungezähmtheit, die Francesca fasziniert und inspiriert. Salvioni entwirft eine eindringliche Erzählung über Mut, Freundschaft und den Kampf gegen gesellschaftliche Zwänge. Durch die lebendige sprachliche Eleganz wird die Atmosphäre der Zeit meisterhaft eingefangen. Auch scheut die Autorin nicht davor zurück, die dunklen Seiten der Gesellschaft und die Grausamkeiten des Faschismus zu thematisieren. Besonders bemerkenswert ist Salvionis Fähigkeit, die Komplexität der weiblichen Freundschaft in einer Zeit der Unterdrückung darzustellen. Die Beziehung zwischen Francesca und Malnata ist ein leuchtendes Beispiel für Solidarität und gegenseitige Unterstützung, selbst unter den widrigsten Umständen. "Malnata" ist nicht nur ein literarisches Meisterwerk, sondern auch ein wichtiges feministisches Statement. Salvioni fordert die gängigen Stereotype über Frauen in der Literatur heraus und präsentiert stattdessen zwei starke, selbstbestimmte Charaktere, die sich gegen die Normen ihrer Zeit auflehnen. Eine mitreißende Lektüre, die ihre Leser*innen von der ersten Seite an packt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Mit seiner kraftvollen Erzählung und seinen fesselnden Charakteren ist dieses Werk ein absolutes Muss für alle, die nach neuen und inspirierenden Geschichten suchen. Beatrice Salvioni hat ein kraftvolles feministisches Meisterwerk geschaffen und ich hoffe sehr, noch mehr von ihr lesen zu dürfen. Ich liebe wirklich alles an diesem Buch! Das grandiose Coverfoto (ich liebe es sehr!) stammt übrigens von der sizilianischen Fotoreporterin Letizia Battaglia, die vor allem durch ihre beeindruckenden Bilder über die Mafia bekannt wurde. Aus dem Italienischen von Anja Nattefort.

»»Die Leute geben ihr diesen grausamen Namen«, fuhr er fort […]. »Sie hat ihn immer wie eine Rüstung getragen. Sie ist ein stolzes, starkes Mädchen. Was andere sagen, kümmert sie nicht. Und das ist heutzutage das Einzige, worauf es ankommt.«« (S. 132) 💔 Monscia in der Lombardei, 1935. Die behütet, im gutsituierten, katholischen, strengen Elternhaus aufgewachsene Francesca soll vor allem eins sein: Ein braves Mädchen, das sich fügt, schön und still ist. Ihr Leben lang hat sie daran geglaubt, bis ihr Weltbild durch ihre neue Freundin ins Wanken gerät. Sie lernt die ein Jahr ältere Maddalena, die von allen Malnata [‚Die Unheilbringende‘] genannt wird, kennen 🍒 und mit deren beiden Gefährten Filippo & Matteo ein ganz neues Leben: »Jetzt, wo ich mit den Malnati zusammen war, die ich früher nur aus der Ferne beobachtet hatte, schien es mir, als würde die Welt bei ihnen beginnen. Als würde mein Leben noch einmal von vorne anfangen.« (S. 87) Sie verbringt einen ‚idyllischen‘ Sommer mit diesem Trio, und findet in Maddalena ihre erste Freundin.💘 Trotz dieser schönen Momente, passieren sehr schlimme Dinge. 🍊🦎🐈⬛ Dabei lernt Francesca mit Maddalena sich gegen Regeln aufzulehnen, aus dem starren Erwartungen des Patrichariats auszubrechen und zu sich selbst zu stehen. Schnell wird deutlich, wie hart das Leben zu Maddalena war und, dass die Gesellschaft diejenigen abstraft, die vermeintlich Leid und Unglück bringen — insbesondere, wenn sei weiblich, rebellisch, eigenwillig, kritisch sind, sich nicht an Regeln halten und Gerechtigkeit fordern. »»Ich hätte es nicht für möglich gehalten.« [Francesca] — »Was?« [Maddalena] — »Dass man sich auflehnen kann«, antwortete ich. »Das habe ich von dir gelernt.«« (S. 174) 👯♀️ »Malnata« von Beatrice Salvioni (übersetzt aus dem Italienischen von 🇮🇹 Anja Nattefort) zeichnet sich durch den rauen Ton, Gewalt sowie das historische, faschistische Setting, aber auch die Lichtblicke durch Freundschaft & Liebe aus.💔❤️🔥 Der Roman hat mich gefesselt und ich habe das Buch förmlich verschlungen 🥵💔 Es ist ein absoluter Pageturner 💥, dennoch passen einige Dinge nicht ganz zusammen: ⠃Das Alter der beiden Protagonistinnen finde ich mit ca. 12-14 deutlich zu jung für die beschriebene Geschichte, Konversationen & Entwicklungen. Sicherlich muss man das Setting im faschistischen Italien im Jahre 1935 dabei berücksichtigen, und ebenso die harten Schicksalsschläge, die Maddalena sicherlich haben älter und eigenständiger werden lassen, als vergleichsweise Gleichaltrige. Dennoch war dies nicht für mich in sich nicht stimmig. 🇮🇹 Der völkerrechtswidriger Angriffs- und Eroberungskrieg des faschistischen Königreichs Italien gegen das Kaiserreich Abessinien (Äthiopien) in Ostafrika (03.10.1935-05.05.1936) hätte m.E. nach geframed und zumindest in einem Nachwort erläutert werden sollen. 🗯️ Dasselbe gilt für mich für die wiedergegebenen faschischten Parolen, die zwar durch Malnatas Kommentar kritisiert werden. Insgesamt ist Malnata aber die einzige Figur, die in diesem Setting die politische Lage und Faschismus kritisiert und again ist dies für das Alter ebenfalls sehr fragwürdig, insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Bildung sowie der Umstände ihrer Familie. Durch Francescas Vater wird allenfalls deutlich, dass es Mitläufer*innen gab. Das historische Setting ist für mich daher ausbaufähig, wobei ich natürlich verstehe, dass dies nicht der Fokus der Story war. Dennoch frage ich mich, warum genau dieses Setting gewählt worden ist 💎 Die im Vordergrund stehende feministische Freundschafts-Coming-of-Age Story ist — vor dem Hintergrund der genannten Kritikpunkte 🤏🏼 — wirklich sehr stark, eindringlich, fesselnd erzählt. Eine Hymne an die Freundschaft, die gemeinsam für Gerechtigkeit kämpft und das Beste aus allen zuvorbringt und wachsen lässt. Alles in allem habe ich den Roman sehr gerne gelesen.💛 Ich kann den Roman unter Berücksichtigung der CN (*) und der genannten Kritik sehr empfehlen — er ist und bleibt ein krasser Pageturner mit starken, authentischen Figuren und großartiger Kritik am Patrichariat. 🔥🖤 Highlight waren für mich Diamanten Sätze 💎 wie: »Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: »Du gehörst mir«, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: »Ich gehöre niemandem.«« (S. 250) 🔥🔥🔥 [* CN: s3xueller Missbrauch, Gewalt, Suizid, Misogynie, Tod]

„Es ist nicht leicht, sich vom Körper eines Toten zu befreien.“ Mit diesem Satz beginnt Beatrice Salvioni ihren Debütroman „Malnata“ und macht sofort klar, dass es keine leichte Geschichte über eine Mädchenfreundschaft wird. Im Gegenteil - Francesca und Maddalena, von allen nur die Malnata, die Unheilbringende, genannt, kommen aus zwei verschiedenen Welten. Francesca ist das Kind einer Fabrikantenfamilie, gut erzogen, angepasst, weiß, "was sich gehört". Maddalena stammt aus einer Arbeiterfamilie, die Mutter ist nach dem Tod des Vaters alleinerziehend. Sie ist aufmüpfig, begehrt gegen das System auf, was im faschistischen Italien des Jahres 1935 nicht üblich war. Und doch freunden sich die beiden ungefähr zwölfjährigen Mädchen an und schlagen so manche Schlacht gemeinsam, verbringen jede freie Minute gemeinsam. Doch die Idylle hält nicht lange an, zum einen möchte Francescas Mutter nicht, dass ihre Tochter mit "so einer" befreundet ist und Maddalenas Bruder Ernesto muss in den Krieg in Ostafrika ziehen. Beatrice Salvioni zeichnet ein Bild zweier Mädchen, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer unterschiedlichen Herkunft befreundet sind und auf ihre Art aufbegehren. Sie halten gegen alle Widerstände zusammen und wachsen an- und miteinander. Die Autorin beleuchtet das Leben im Italien der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und zeigt auf, wie das Leben durch den Faschismus geprägt wurde, wieviel Misstrauen untereinander war und wie viel Aberglauben es auch immer noch gab. Das beste Beispiel dafür ist Maddalena, die für viele Unglücksfälle in ihrem Umfeld verantwortlich gemacht wird. Das einzige Manko des Buchs ist, dass die Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist, es wird noch einen zweiten Teil geben, auf den ich jetzt ungeduldig warte.
Ein Buch war zwei mutige Mädchen in schwierigen Zeiten
Francesca wächst in einer Welt voller Regeln auf, die es zu beachten gilt, besonders für weibliche Personen. Maddalena, die “Unheilbringende“ entspricht so gar nicht dem, was als anständiges Mädchen durchgeht. Die Malnata ist schmutzig, frech und scheint keine Angst vor niemandem zu haben. Sie übt eine besondere Faszination auf Francesca, die ICH-Erzählerin aus, und Maddalena erwählt sie zur Freundin. Im kleinen Städtchen Monza sind die Menschen von Aberglauben geprägt. Ereignisse guter und schlechter Natur werden schnell auf mystische Umstände übertragen. Da kommt es wie gerufen, dass die Malnata das Unglück anzuziehen scheint. Ihr wird der Stempel des Pechbringers aufgedrückt. Francescas Mutter möchte auf gar keinen Fall, dass ihre Tochter Kontakt zu dem ungepflegten Mädchen mit den schief geschnittenen Haaren und den Kratzern auf allen Körperteilen, hat. Doch Francesca erkennt die tiefen Gefühle zu denen Maddalena fähig ist, und wächst über sich selbst hinaus. Mit großem Mut und Zivilcourage bieten Sie den Bewohnern ihres Ortes die Stirn und tragen tiefe Wunden davon. Maddalena ist eine der charismatischsten Protagonisten, über die ich seit langem gelesen habe. Sie wird so eindrücklich beschrieben, dass ich sie deitlich vor mir sehe. Eine Mischung aus Lila, roter Zora und Ronja Räubertochter, die ihr Kinn in die Höhe reckt, wo andere den Schwanz einziehen. Francescas Entwicklung verdankt sie ihrer Freundin und sie wird im Laufe der Geschichte nicht weniger mutiger als diese. Zivilcourage wird uns beim Lesen vermittelt, und ich wünsche mir, dass ich in ähnlichen Situationen genauso viel Mut und Kampfeswillen besitze. Das soziale Gefüge im Italien, der Dreißigerjahre, wird hier ebenso anschaulich beschrieben, wie die Unzulänglichkeiten Erwachsener, die sich andere Realitäten wünschen, doch Heuchelei in Stärke verwandeln wollen. Dabei werden sie leicht von jungen Menschen durchschaut, wie überall auf der Welt, auch heute noch. Ich hätte mir so sehr eine glückliche Zukunft für die beiden Freundinnen gewünscht. Das Ende kam ein bisschen schnell, kann aber sowohl hoffnungsvoll wie tragisch interpretiert werden. Salvionis Schreibstil ist In dieser gewaltvollen Welt, die sie erschaffen hat farbenfroh und detailreich. Die vielen Neben-Charaktere sind mit wenigen Worten plastisch beschrieben und machen das Bild rund. Ein unglaublich guter Roman und ein Highlight in diesem Sommer für mich
Allein geht es nicht!
Die Freundschaft zwischen Maddalena und Francesca ist eine bitteschön erzählte Geschichte. Wie sich die beiden Mädchen in der bigotten, frauenfeindlichen und zutiefst faschistischen Gesellschaft behaupten und zu Frauen heranreifen ist groß und einfühlsam erzählt. Eine absolute Perle in meinen Büchern für das Jahr 2024.

Eine Freundschaft, die sich den Gefahren in einer von Männern regierten Welt entgegenstellt - mit allem, was sie hat. 🤍
„Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: 𝒟𝓊 𝑔𝑒𝒽ö𝓇𝓈𝓉 𝓂𝒾𝓇, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: ℐ𝒸𝒽 𝑔𝑒𝒽ö𝓇𝑒 𝓃𝒾𝑒𝓂𝒶𝓃𝒹𝑒𝓂.“ (S. 250) 🫧 Um wen geht’s? Um Francesca und Maddalena. Während Francesca „wohl behütet“ aufwächst - das darf an dieser Stelle mit sehr viel Sarkasmus verstanden werden - wird Maddalena von allen nur „Malnata“ genannt; die Unheilbringende. Es ist das Jahr 1935, Italien ist vom Faschismus gezeichnet. Zwischen den beiden Mädchen wächst schnell eine Freundschaft, die sich nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen das Patriarchat und andere, ganz konkrete Bedrohungen behaupten muss. 🫧 Meine Meinung „Malnata“ hat mich mit Cover und Klappentext von Anfang an irgendwie angezogen. Ich hatte es in der Buchhandlung so oft in der Hand, dass ich es irgendwann mitnehmen musste. Die Geschichte erzeugte schnell eine bedrückende, zugleich spannende Stimmung - einen Sog, der gleichermaßen schmerzte und faszinierte. Immerhin spielte die Geschichte in einer Zeit, in der es noch so viel gefährlicher war als heute, eine Frau zu sein. Umso berührender, poetischer war die Freundschaft von Maddalena und Francesca - wobei ich Letztere, obwohl sie die Erzählerin der Geschichte war, als sehr viel blassere Figur wahrgenommen habe als die wilde und starke Maddalena, die ihrer Zeit voraus zu sein schien. Besonders berührt haben mich auch die scharfsinnig ausgearbeiteten Nebenfiguren des Romans, die ihm seine Schwere zumindest kurz nehmen konnten - vor allem Carla und Ernesto gehörte mein Herz. 🩷 🫧 Fazit Ein feministisches Buch darüber, eine Frau zu sein, und die Erzählung einer starken Freundschaft, die sich den Gefahren in einer von Männern regierten Welt entgegenstellt - mit allem, was sie hat.

..und noch eine hervorragende Übersetzung aus dem Italienischen - eine Geschichte, die uns nicht nur das Grauen des Faschismus in den 1930er vor Augen führt, sondern auch wieviel eine Freundschaft in diesen Zeiten wert ist 🫶📚🇮🇹💕
„Alle nannten sie die Malnata, die >>Unheilbringende<<, und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen.“ Beatrice Salvioni erzählt eine Geschichte über Freundschaft und die Unwägbarkeiten des Erwachsenwerdens in der Adoleszenz, mit Block durch die Augen zweier Mädchen: Maddalena, bekannt als die "Malnata", und Francesca, Tochter einer angesehenen Familie aus dem Dorf. Aus Francescas Perspektive erfahren wir, wie sie sich mit Maddalena anfreundet, einem Mädchen, vor dem das ganze Dorf flieht, weil sie als Rebellin gilt, als Hexe betrachtet wird und Unglück über jene bringt, die mit ihr in Kontakt treten. Die Handlung spielt 1936 in Italien und beleuchtet auch die Schrecken des Krieges und die verheerenden Folgen des Faschismus. „Wir sind nicht diejenigen, die ihre Nase in fremde Häuser stecken wollen, denn das machen die Faschisten: Sie nehmen sich das, was anderen gehört, und teilen es mit ihren Freunden.“ Darüber hinaus thematisiert das Buch die Bedeutung der Familie, die Kommunikation ihrer Mitglieder - eine Ode an die Macht weiblicher Selbstbestimmung. Ich möchte nicht allzu viel mehr über die Handlung dieser Geschichte verraten, aber ich ermutige euch, diese einzigartigen Charaktere kennenzulernen. Ihr werdet euch bestimmt mehr als einmal mit den beiden identifizieren können (auch wenn das für mich kein Kriterium für gute Literatur ist): manchmal mit der „Malnata“, mit ihrem Mut, ihren Ängsten, ihrer Art, sich eine harte Schale zuzulegen, um zu überleben; und manchmal mit Francesca, mit ihren erzwungenen Manieren, ihrem Wunsch, jenseits der gesellschaftlichen Grenzen zu leben, ihrem Gerechtigkeitssinn, der sie immer beide Seiten der Medaille betrachten lässt. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, habe ich zur Zeit ein Faible für die Übersetzungen aus dem Italienischen. Für mich ist der Umstand, dass Italien dieses Jahr Gastland ist, ein wahrer Segen, denn das beschert mir reichlich hervorragende Literatur aus einem Land, an dem ich nicht nur das Dolce Vita schätze, sondern auch die großartigen Autor*innen. Die Geschichte rund um Malnata hat mich mit dem Wunsch nach mehr zurückgelassen – mehr darüber zu erfahren, was mit diesen beiden Mädchen passiert, wie sich ihre Beziehung entwickelt und welche Kämpfe sie noch austragen werden. Denn ja, in diesem Buch gibt es auch notwendige Kämpfe und Forderungen. Das Plädoyer am Ende der Geschichte hat mich glückselig gestimmt und das Buch perfekt abgerundet.
Mutige Mädchen in Zeiten des Faschismus
Eine starke Geschichte über zwei Mädchen die nicht unterschiedlicher sein könnten. Francesca wächst behütet auf und wird zur Gehorsamkeit erzogen. 1935 haben Frauen ihre Rolle zu erfüllen und sich nicht gegen Männer zu erheben. Die Malnata, die Unheilbringende, heißt eigentlich Maddalena, ist das Gegenteil von Francesca. Unhorsam, ungezogen. Von ihr ist Francesca fasziniert und trotz der Unterschiede entsteht eine Freundschaft. Von ihr lernt Francesca das lügen und betrügen und auch die Erwachsenen und den Faschismis unter Mussolini zu hinterfragen. Malnata ist eine Erzählung über Gesellschaftliche Unterschiede und über Freundschaft. Die Politik damals in Italien bleibt zwar im Hintergrund, ist dennoch wichtig um die Umstände der Frauen zu beschreiben wie sie zu dieser Zeit behandelt werden und aufwachsen. Dies ist der Debütroman von Beatrice Salvioni.

„Dank ihr konnte ich sogar an Dinge glauben, die ich bislang für unvorstellbar oder abwegig gehalten hatte, wie die Tatsache, dass der liebe Gott sogar mich liebte, obwohl auch ich Schuld auf mich geladen hatte. Erst durch sie konnte ich darauf vertrauen, dass es auch für mich Rettung gab. Sie war es, die alles zum Leuchten brachte.“
So beschreibt Francesca ihre Freundin Maddalena, von allen nur Malnata genannt, „die Unheilbringende“. Beatrice Salvioni zeichnet die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Mädchen in Italien im Jahr 1935. Sie beschreibt sehr gelungen, wie Frauen und Mädchen zu Zeiten des Faschismus wie Menschen zweiter Klasse behandelt wurden und wie die Gesellschaft versuchte sie zu Konformität und Gehorsam zu zwingen. Maddalena lässt sich nicht in diese Rolle pressen und gerät dadurch immer wieder in Gefahr, erhält sich jedoch auch ihren eigenen Willen und ihr kritisches Denken. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, Salvioni konnte mich mit ihrer Art zu schreiben fesseln und mit den Protagonistinnen mitfühlen lassen.
⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5 📖 Seiten 272 📚 Hardcover
Ein Buch das mich anzog, Eine Geschichte die ich finde gelesen werden sollte und doch nicht so einfach zu lesen ist in meinen Augen… Für dieses Lesealter wie es vor geschrieben ist.. ab 17 Jahren wurde hier vorgeschrieben. Finde dass das Buch eine sehr Starke Persönlichkeit hat, und nicht als normaler Roman neben bei mal gelesen werden sollte/werden kann. Ich Persönlich es deswegen auch lieber gehört habe, hing auch einfach vielleicht am Schreibstyle der Schriftstellerin. Wie fandet Ihr es ? Die Geschichte, die Protagonistin ?

Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Unter der sengenden Sonne der Lombardei im Jahr 1935 begegnet Francesca zum ersten Mal Maddalena, die von allen im Ort nur »Malnata« genannt wird: »Die Unheilbringende«. Francesca – zu Konformität und Gehorsam erzogen – ist sofort fasziniert von dem barfüßigen Mädchen, dessen Hände immer schmutzig sind, die Augen voller Trotz. Entgegen allen Warnungen freundet sich Francesca mit Maddalena an und lernt mit der Zeit, den Lügen der Erwachsenen zu misstrauen. Doch in einer Gesellschaft, die keinen Platz hat für weibliches Freiheitsdenken, ist jedes falsche Wort und jede unfolgsame Tat eine Gefahr …
Ein aufsehenerregender, vom Feuilleton hochgelobter Roman über die Macht weiblicher Selbstbestimmung und eine Hymne an die Kraft der Freundschaft. Beatrice Salvionis Debüt sorgte nicht nur in Italien für große Aufmerksamkeit, wo es wochenlang auf der Bestsellerliste stand: »Malnata« wird in 35 Sprachen übersetzt.
Book Information
Author Description
Beatrice Salvioni, geboren 1995, studierte Literatur an der Universität Mailand und besuchte dann in Turin die renommierte Schreibschule Holden, gegründet von Alessandro Baricco. Sie hat bereits mehrere Erzählungen geschrieben, von denen eine mit dem Premio Calvino ausgezeichnet wurde. 2021 erregte das literarische Debüt der jungen Autorin große internationale Aufmerksamkeit. »La Malnata« wurde noch vor Erscheinen in Italien zu einem literarischen Ereignis und verkaufte sich innerhalb weniger Wochen in 20 Länder; inzwischen sind es 35.
Posts
"Alle nannten sie die Malnata, "die Unheilbringende", und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchten. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen." "Wenn die Malnata in ihren ausgetretenen Sandalen an ihnen vorbei über das Kopfsteinpflaster von Monza schlurfte, mit erhobenem Kinn und in Begleitung von zwei etwas älteren Jungen, beeilten sich die Frauen, das Kreuz zu schlagen und ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, und die Männer spuckten auf den Boden. Die Malnata streckte dann die Zunge heraus und verneigte sich laut lachend, als wäre sie dankbar für diese Beleidigungen." Italien, 1935 zu Zeiten des Faschismus Die Geschichte handelt von Francesca, einer Fabrikanten-Tochter und Maddalena, genannt die Malnata, die für verschiedene Unglücksfälle verantwortlich gemacht, gemieden und verachtet wird. Auf Francesca übt sie eine magische Faszination und Anziehungskraft aus, genauso geht es Maddalena. Die eine wohlerzogen, aus 'gutem Haus', für Höheres bestimmt und die Andere unabhängig, selbstbewusst , mutig und aufmüpfig, gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein. Ein Buch über die Kraft der Freundschaft und den Weg zur Selbstbestimmung. Starke Charaktere und ein Schreibstil, der mich sofort angesprochen hat. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir ⭐
Einfach großartig!Wow! Ein wahnsinnig beeindruckendes Buch voll Stärke, Mut und Freundschaft! Absolute Leseempfehlung!
„Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: »Du gehörst mir«, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: »Ich gehöre niemandem!«“ „Mittlerweile wusste ich, dass die eigentliche Gefahr von den einschmeichelnden Stimmen ausging.“
„Malnata“ ist ein Coming-of-Age-Roman. Eine feministische Erzählung, im faschistischen Italien der 30er Jahre.
Malnata ⭐⭐⭐⭐☆ 🇮🇹📖 Malnata entführt uns in die Lombardei des Jahres 1935 – mitten hinein in ein Italien, das von Faschismus, patriarchalen Strukturen und strengen katholischen Moralvorstellungen geprägt ist. Im Mittelpunkt steht die elfjährige Francesca, die behütet, aber gleichzeitig eingeengt aufwächst, bis sie auf die geheimnisvolle „Malnata“ trifft 👧🏼✨ – ein Mädchen, vor dem das ganze Dorf warnt. Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Romans 🌫️. Das italienische Kleinstadt-Setting wirkt unglaublich lebendig und man spürt förmlich die staubigen Straßen, die Enge der Gesellschaft und die unterschwellige Gewalt jener Zeit. Vor dem Hintergrund von Mussolinis Herrschaft und des Abessinienkriegs ⚔️ entsteht eine bedrückende, aber gleichzeitig faszinierende Kulisse. Auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen Francesca und der Malnata ist stark erzählt ❤️🔥. Francesca beginnt durch diese Begegnung, die Welt und ihre eigene Familie mit anderen Augen zu sehen 👀. Themen wie Mut, Widerstand und Selbstbestimmung ziehen sich eindrucksvoll durch die Geschichte ✊🏼📚. Besonders das Zitat „Kein Ziegel war vom Dach gefallen, um mir den Schädel zu zertrümmern, keine Atemnot ließ mich ersticken, kein plötzlicher Herzstillstand. Obwohl ich mit der Malnata gesprochen und ihr in die Augen gesehen hatte, war nicht der Leibhaftige erschienen, um mir mit Gewalt die Seele zu entreißen.“ 🖤 zeigt wunderbar, wie Francesca langsam erkennt, dass Angst und Vorurteile oft nur gesellschaftlich erzeugt werden und Erwachsene nicht immer die Wahrheit sagen 🖤. Trotz vieler Stärken war das Buch für mich aber kein absolutes Highlight. Die Handlung hat zwischendurch einige Längen ⏳ und viele Figuren bleiben sehr eindimensional. Fast alle Erwachsenen erscheinen ausschließlich grausam, schwach oder komplett unfähig 😒. Grautöne fehlen hier leider oft. Dadurch wirkt die Einteilung in „Gut“ und „Böse“ stellenweise etwas zu simpel. Eine positive Ausnahme ist Francescas Haushaltshilfe Carla 🤍, die deutlich menschlicher und differenzierter dargestellt wird. Insgesamt ist Malnata jedoch ein atmosphärischer und eindringlicher Roman über Freundschaft, gesellschaftliche Zwänge und das Aufbegehren gegen ein unterdrückendes System 🇮🇹🔥. Wer historische Romane mit starkem italienischem Setting und emotionaler Coming-of-Age-Geschichte mag, wird hier definitiv fündig 📚✨

Malnata von Beatrice Salvioni "Mein Bruder sagt, das Einzige, was Frauen lernen müssen, ist, sich Hinzugeben, ohne etwas zu fordern. Dich wenn du ein Mann bist, nimmst du dir einfach, was du willst, Papa sagt das auch immer." Seite 172 "Wenn ich groß bin, dann lerne ich, mit der Muskete zu schießen und nehme mir die Frauen des Feindes." Seite 170
Wow, Wow, Wow, was ein kraftvoller, beeindruckender und aufsehenerregender Roman 💪🏼💪🏼💪🏼 über die weibliche Selbstbestimmung. Eine feministische Story über Freundschaft, Solidarität und Klassenunterschiede, in einer Zeit des sozialen und politischen Umbruchs im Jahr 1935 in Italien. 2 Mädchen, die von ihrer sozialen Schicht nicht unterschiedlicher sein könnten, kämpfen gemeinsam gegen gesellschaftliche Konventionen und Unterdrückung. Maddalena, die von allen nur die Malnata "die Unheilbringende" genannt wird und Francesca, aus "gutem" Hause, die die Malnata immer heimlich beobachtet hat und sie für ihre Freiheit bewunderte. Francesca wünscht sich wie die Malnata zu sein, eine Frau mit einem unbeugsamen Willen. Gegen den Willen der bigotten Familie und der Gemeinschaft, freunden sich die beiden an und Francesca fühlt sich endlich lebendig und lernt die Wichtigkeit kennen, füreinander da zu sein und füreinander einzustehen. Gemeinsam stellen sie sich gegen die Unterdrückung der Frauen und machen sich zum Ziel, als erwachsene Frau auf die Aussage eines Mannes "du gehörst mir", ihm in die Augen zu sehen und zu sagen: "Ich gehöre niemandem!" Auf diesem Weg stellen sie fest, dass Dinge, die sich das Volk nicht erklären kann, entweder des Teufels oder vom Herrgott gesandt sind aber auf jeden Fall niemals die Schuld der Männer sind. Die Erzählweise von Beatrice Salvioni ist direkt und klar, ohne Situationen zu verschönern. Und genau deshalb liest man die Geschichte mit einer Leichtigkeit, welche oftmals Wut und Unglauben auslöst und die Charaktere einem sehr zugänglich machen. "Sie wollen nicht wahrhaben, das ein Mann wie er uns Mädchen so schmutzige Dinge antun kann. Aber genau das hat er getan. Und wir werden nicht länger schweigen." Seite 246 Auch für unsere heutige Zeit wünsche ich mir viel mehr Malnatas und Francescas, die ihre Charaktere nicht verbiegen lassen und uneingeschränkt und ohne Rücksicht auf Konsequenzen für die Rechte der Frauen, gegen Diskriminierung und Unterdrückung kämpfen. Ein sensationelles Buch, das unbedingt gelesen sein muss!!!
Berührend, beeindruckend, grossartig
Monza 1935. Sie wollen nicht wahrhaben, dass ein Mann wie er uns so schmutzige Dinge antun kann, deshalb glauben Sie, es sei nicht passiert. In ihrer Welt gab es zwei Gewissheiten. Erstens: Dinge, die sie sich nicht erklären konnten, waren entweder des Teufels oder vom Herrgott gesandt, je nachdem ob sie die betroffene Person für einen anständigen Menschen oder einen Schurken hielten. Zweitens: es war nie die Schuld der Männer. Vier Sätze aus dem Buch, welche den ganzen Hintergrund beschreiben. Maddalena wird „Malnata“ genannt, die schlechtgeborene. Sie soll Unglück bringen. Die Geschichte wird aus Francescas Sicht erzählt, Maddalenas einzige Freundin. Eine Geschichte als der adelige Elitarismus auf den faschistischen Elitarismus traf. Eine Zeit in Italien als ein Faschist aus guter Familie automatisch im Recht war und ein Mädchen aus einer armen Arbeiterfamilie zwangsläufig schlecht sein musste. Ein faszinierendes Buch.
Der Einstieg auf den ersten Seiten ist sehr heftig. Dann erfährt man rückblickend, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Es ist eine Geschichte über zwei heranwachsende Mädchen, die ihre ersten Erfahrungen mit dem eigenen Körper, z.B. der ersten Menstruation machen. Es ist aber ebenfalls ein Buch über patriarchale Strukturen in Zeiten des Faschismus. Sehr gut gefallen hat mir die Annäherung von Francesca und Maddalena („Malnata“). Anfangs mit einer Neugierde und Unsicherheit, die bald dem guten Gefühl weicht, das beide füreinander entwickeln. Berührend, wie Francesca vom ersten Augenblick an ihrem Gefühl vertraut und immer an Maddalena’s Seite bleibt. Und das obwohl mehrere Menschen vom Kontakt mit ihr abraten. „Malnata“ wird als Unglücksbringerin angesehen und jedem, der ihr begegnet, wird etwas Schlimmes (Tod, Unfall) widerfahren - so die Meinung der Leute im Dorf. Ich empfand die Geschichte sehr realistisch dargestellt. Besonders gut gefallen hat mir die bildhafte Sprache. Teilweise hatte ich das Gefühl Teil der Beobachtungen (insbesondere von Francesca) zu sein! Die damalige Zeit und die Gepflogenheiten werden eindrücklich eingefangen. Mich haben die Erfahrungen der beiden Mädchen sehr nachdenklich gestimmt. In mir hat sich eine bedrückende und melancholische Stimmung breit gemacht. So geht es unter anderem um sexualisierte und körperliche Gewalt, Krieg, Tod und Tierquälerei. Daher keine uneingeschränkte Empfehlung.
"Ich hätte es nicht für möglich gehalten." "Was?" "Dass man sich auflehnen kann", antwortete ich. "Das habe ich von dir gelernt."
Was für ein wunderbares Buch über die Macht der Freundschaft, weibliche Solidarität und den Mut, über seinen Schatten zu springen und sich zu behaupten. Ganz große Empfehlung!
🌟HIGHLIGHT🌟
Was für eine tolle Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen! Ich fand die Geschichte der beiden Mädchen Malnata und Francesca von Anfang an sehr spannend. Ich habe mitgefiert und war so in einem Sog, dass der Film im Kopf ablief. Der schreibstil der Autorin ist bildgewaltig und so echt, dass ich das Gefühl hatte, daneben zu stehen. Die Charaktere waren toll geschrieben, sodass ich für einige Sympathie empfand und Hass gegenüber anderen. So toll die Freundschaft der Mädchen auch ist, so schlimm und ergreifend ist auch deren Geschichte letztendlich. Das Ende ist recht offen gehalten, sodass ich mit offenem Mund da saß🙈

Trotz unvergesslicher Charaktere und harte Grschichte für mich leider nicht das erhoffte Highlight. Mir hat trotz der Ich-Form etwas die Nähe zu Maddalena und Francesca gefehlt.
Das Buch „Malnata“ von Beatrice Salvioni ist aufgrund einer begeisterten Rezension auf Booktube und vor allem auch aufgrund des sehr ausdrucksstarken Mädchen-Gesichts auf dem Cover der deutschen Ausgabe bei mir eingezogen. Ich wollte direkt wissen, was in diesem Kopf vorgeht und ob Malnata so ist, wie ich sie mir vorstellte. Und eins ist sicher, Malnata, die eigentlich Maddalena heißt, ist definitiv ein Charakter, den man nicht so schnell vergisst. Leider wurde das Buch nicht zum dem erhofften Highlight für mich, da waren meine Erwartungen wahrscheinlich etwas zu hoch. Ich hatte eigentlich permanent das Gefühl mehr Beobachterin und weniger mittendrin im Geschehen zu sein, obwohl das Buch in der Ich-Form aus der Sicht von jungen Francesca erzählt ist. Durch diesen Beobachter-Status stellt sich leider nicht die Nähe zu den Mädchen ein. Und auch wenn ich nicht der größte Fan von Jugend-/ Kinderliteratur oder Protagonist*innen im Teenager-Alter bin, bin ich dennoch überzeugt, dass es hier nicht Alter von Malnata und Francesca liegt, sondern wirklich hauptsächlich an diesem Beobachter-Status liegt. Die Geschichte an sich hat sich schnell und gut lesen lassen und gerade die Entwicklung, die Francesca durch die Freundschaft mit Malnata macht, wie sie lernt für sich einzustehen und den Mund aufzumachen, war extrem spannend zu beobachten. Denn grundsätzlich ist Francesca, die eher wohlbehütet und konservativ aufgewachsen ist, so ziemlich das Gegenteil zur barfüßigen, trotzigen Malnata. Und wahrscheinlich ist sie auch genau deshalb so von Malnata fasziniert. Außerdem gibt es die ein oder andere Szene und auch Figuren bzw. deren Handeln in bestimmten Situationen, die sich richtig in meinen Kopf und in mein Leserherz eingebrannt haben. Von daher ist es definitiv ein Buch, das ich gerne gelesen habe, auch wenn zum Highlight leider etwas gefehlt hat.
Tolle, rasant erzählte Geschichte. Viel kriegt man über die Mussolini Zeit in Italien nicht mit. Die Atmosphäre der Geschichte lässt sehr gut erahnen wie es damals war. Man könnte das Leben von Francesca auch als coming of age Geschichte im Faschismus Italiens der 1930er Jahre bezeichnen. Hat mir sehr gut gefallen.
„Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: „Du gehörst mir", in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: „Ich gehöre niemanden.“ (S. 250) MALNATA Beatrice Salvioni Kennt ihr das auch? Ihr seid so geschockt, von den Zeilen die ihr lest, dass ihr das Buch zur Seite legen müsst? Ihr könnt einfach nicht weiterlesen … Das kann doch nicht sein, dass was da steht, das darf nicht passieren. Ich will das nicht! Und doch ist es Francesca passiert - in der Lombardei, 1935. Sie ist die Freundin von Malnata, der jungen Frau, die Unglück bringt. Dem fast erwachsenen Mädchen, das verflucht ist, über die alle reden, weil immer böse Dinge passieren, wenn sie in der Nähe ist. Malnata wurde gerade der Schule verwiesen, klaut und treibt sich mit den Jungs am Fluss herum. Francesca ist eigentlich ganz anders: Wohlerzogen und immer gut gekleidet, und sonntags geht sie mit ihren Eltern in die Kirche - zumindest war sie gut erzogen, bis sie die Freundin von Malnata wurde. Fortan hatte sie Widerworte. Erfand Ausreden, um die elterliche Wohnung zu verlassen und fand, beeinflusst durch ihre selbstbewusste Freundin, auf einmal ihre Stimme. Eine Stimme, die hinter einer Meinung stand - ihrer eigenen Meinung. Was für ein tolles Buch! Nachdem es hier auf Bookstagram gehypt wurde, konnte ich Malnata nicht widerstehen. Zum Glück, denn hinter dieser Coming-of-Age-Geschichte steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnen könnte. Weibliche Selbstbestimmung in den 30er-Jahren wurde mit Verachtung bestraft. Viel zu wenige Frauen fanden den Mut aufzustehen und sich der Obrigkeit zu widersetzen. Dieses Buch ist ein Juwel, das sich dank des flüssigen Schreibstils schnell lesen lässt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5/ 5

"Wenn die Malnata in ihren ausgetretenen Sandalen an ihnen vorbei über das Kopfsteinpflaster von Monza schlurfte, mit erhobenem Kinn und in Begleitung von zwei etwas älteren Jungen, beeilten sich die Frauen, das Kreuz zu schlagen und ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, und die Männer spuckten auf den Boden " Im faschistischen Italien 1935 begegnen sich zwei Mädchen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die eine stark, unangepasst, selbstbewusst, ohne Angst vor irgendwem, eine trotzige und wütende Kämpferin-die andere das komplette Gegenteil davon. Und dennoch sind die beiden gleichermaßen voneinander fasziniert. Ein großer Roman über weibliche Selbstbestimmung, Freundschaft und Mut. Faszinierend, berührend und emotional!
Mädchenfreundschaft und Mut im faschistischen Italien der 30er Jahre⛓️💥📜
Endlich habe ich mich an das Buch gewagt. Die Geschichte spielt im faschistischen Italien der 1930er Jahre. Francesca, ein angepasstes Mädchen aus gutem Haus, freundet sich mit Maddalena an – der ausgegrenzten „Malnata“, die im Dorf als gefährlich und verdorben gilt. Zwischen den beiden entsteht eine intensive, heimliche Freundschaft, die Francesca innerlich verändert und ihr eine neue Sicht auf Freiheit und Ungerechtigkeit eröffnet. Die Tragik liegt darin, dass ihre Verbindung in einer engen, moralisch harten Gesellschaft kaum bestehen kann. Ich fühle eine Schwere und eine Melancholie, die so nur italienische Geschichten in mir wecken können. Klare Empfehlung!

Roman über eine Mädchenfreundschafz im faschistischen Italien
Francesca und Maddalena, genannt Malnata, sind zwei Mädchen am Rande der Pubertät, die im faschistischen Italien im Jahr 1935 aufwachsen. Während Francesca angepasst und wohlerzogen ist, haftet auf Malnata der Stempel der unheilbrigenden Hexe, so dass das Mädchen rebellisch und widerspenstig ist und sich in der Rolle der Außenseiterin wiederfindet. Francesca aber findet den zerbrechlichen Teil in ihr und zwischen den beiden entsteht eine besondere Freundschaft, in der auch Francesca ihre Stimme findet und lernt, sich gegen Eltern und vorgefertigte Meinungen zu widersetzen. ᴹᴱᴵᴺ ᶠᴬᶻᴵᵀ Ich stimme nur teilweise mit ein in den Chor der begeisterten Stimmen, die diesen Roman loben. " Malnata" musste ich einfach am Stück durchlesen; weil mich die Geschichte schon in ihren Bann gezogen hat und ich keine Längen empfunden habe. Es war sprachlich gut und flüssig erzählt und hat zwei starke Protagonistinnen. Die Mädchen sind das Plus aber auch der Schwachpunkt der Geschichte. Meines Erachtens überfordert die Autorin die Romanfiguren. Malnata ist zwölf Jahre alt und hat reflektierte und standsichere politische und feministische Ansichten, die ich ihr so einfach nicht abnehmen kann. Francescas' charakterliche Entwicklung hätte für mich auch gerne deutlicher ausgearbeitet werden, stattdessen läuft sie Malnata nach wie ein Hündchen. So ist die Geschichte zwar stark und durchaus lesenswert, bleibt aber doch etwas zu plakativ. Schade, so schrammt das Buch bei mir leider am Jahreshighlight vorbei.
'Malnata' bedeutet die Unheilbringende, aber mir hat der Debütroman von der Autorin Beatrice Salvioni nur eins gebracht...eine richtig gute Lesezeit! Der Roman spielt im Jahre 1935 in Monscia in der Lombardei. Die in guten Verhältnissen aufgewachsene, brave Francesca ist schwer fasziniert von der unangepassten und aufmüpfigen Maddalena, von allen nur Malnata genannt, und ihren zwei Kumpels Filippo und Matteo. Die drei scheinen ein so viel spannenderes und freieres Leben zu führen als Francesca es sich nur erträumen kann. Eines Tages bietet sich eine günstige Gelegenheit und Francesca wird von der Malnata gesehen. Eine besondere Freundschaft voller schöner und schauriger Abenteuer beginnt. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und am liebsten hätte ich es in einen Rutsch durchgelesen. Ich fand die Personen sehr gut dargestellt und tatsächlich war nicht Maddalena, sondern Francesca meine Favoritin. Ihre Entwicklung war einfach am spannendsten. In dem Hamsterrad einer oberflächlichen Mutter, eines schweigenden Vaters und einer patriarchalen Gesellschaft gefangen, lernt sie durch ihre selbstbewusste Freundin was es heißt für sich und für die Freundschaft anderer, in diesem Fall Maddalena, einzustehen. Ein guter Roman der aufzeigt wie wichtig es ist auch mal aus den 'vorbestimmten' gesellschaftlich aufgezwungenen Rollen auszubrechen und für ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

"... Maddalena war von strahlender Schönheit. Selbst in diesem Zustand, auf dem Boden kniend, mit schmutzigen Gesicht. Sie stand auf und nahm meine Hand. Ihre Handfläche war feucht und warm. Sie lächelte mich an. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so stark gefühlt..." (S. 263) Francesca, ein Mädchen aus guten Hause, die immer das tut, was von ihr erwartet wird, begegnet eines Tages der Malnata. Malnata ein trotziges, starkes Mädchen fasziniert sie sofort und trotz aller Widerstände werden die beiden Freunde. In einer Zeit in der die Faschisten an der Macht sind und Männer sich nehmen können, was sie wollen, geben sie sich gegenseitig Halt und Mut um sich dagegen aufzulehnen. Ein beeindruckendes Buch, dass viele Gefühle in mir geweckt hat und dem ich noch viele Leser wünsche! Absolute Leseempfehlung! "...eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: 'du gehörst mir', in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: 'ich gehöre niemanden'..." (S. 250)

Es hat zwar ein bisschen gedauert, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin, aber letztlich kann ich die Begeisterung der meisten doch ganz gut nachvollziehen. Definitiv ein lesenswertes Buch über eine besondere Freundschaft in einer schwierigen Zeit. Da steht viel zwischen den Zeilen und das mochte ich gern.
Starke Protagonistinnen.
📌 "Auf der einen Seite gab es das Leben, wie ich es kannte, und auf der anderen das Leben, das Malnata mir zeigte. Ich beobachtete ihre Welt vom Rande aus. Und ich konnte es kaum erwarten, mich ganz hineinfallen zu lassen." - S. 62 Die Geschichte zweier gänzlich verschiedener Mädchen. Da ist Francesca, wohlbehütet und aus gutem Hause und Maddalena, genannt die Malnata, die in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und sich für den Tod ihres Bruders und Vaters verantwortlich fühlt und wegen dieser Unglücksfälle von den Dorfbewohnern als "die Unheilbringende" ausgeschlossen und gemieden wird. Die dennoch ungezwungene und unbekümmerte Lebensweise der Malnata übt einen unwiderstehlichen Reiz auf Francesca aus und so beginnt sie die Regeln ihres strengen Elternhauses zu brechen, um Maddalenas Freundschaft zu gewinnen und Zeit mit ihr zu verbringen. Die beiden Mädchen sammeln jedoch nicht nur schöne Kindheitserfahrungen miteinander, sondern erleben auch politische Umbrüche in der faschistischen Aera Italiens und sexuelle Übergriffe und deren Folgen. In all der Zeit entwickelt sich die Malnata zu einem Vorbild für Francesca. Diese schafft es ihre Stimme zu erheben und sich nicht unterdrücken zu lassen, in einer Zeit in der Frauen nur ein Anhängsel und Vorzeigeexemplar für Männer sind, und so wächst schließlich auch die naive Francesca über sich hinaus und steht am Ende für sich und diese besondere Freundschaft ein. Diese Geschichte reift während des Lesens so sehr, wie die beiden Mädchen. Obwohl das Buch mit 263 Seiten gar nicht mal so umfangreich ist, schafft es Beatrice Salvioni an ihren Protagonisten eine Entwicklung darzustellen, die am Ende beeindruckt und begeistert.

Wow! Ich musste das Buch nach dem Lesen erstmal sacken lassen - so gewaltig an Emotionen, so gewaltig an sprachlicher Kunst. EIN HIGHLIGHT
„Malnata“ ist nicht ohne Grund in den Kritiken so hoch angesehen! Beatrice Salvioni schafft es auf wenigen Seiten eine Geschichte zu Papier zu bringen, die einen ganz tief emotional bewegt und das in einer simplen aber trotzdem so gefühlsgewaltigen Sprache. Um welche Themen geht es? Freundschaft, Liebe, Feminismus, Coming of Age, 2. Weltkrieg, Familiendynamiken, Mobbing —— Wie man sehen kann eine Palette an (meiner Meinung nach) so wichtigen Themen. Würde ich hören, dass all diese Dinge thematisiert werden, ohne das Buch gelesen zu haben, wäre ich skeptisch. Kann man diese Bandbreite an Themen wirklich allesamt aufgreifen und dabei keines der Themen vernachlässigen? JA, Beatrice Salvioni kann das! - ABSOLUTE EMPFEHLUNG!🙌
Lombardei, 1935. Francesca ist die Tochter eines Fabrikanten und soll zu einer wohlerzogenen Dame heranwachsen, doch sie ist völlig fasziniert von Maddalena, die von allen nur Malnata "die Unheilbringende" genannt wird, die wild und unabhängig im Fluss Fische fängt und vor nichts Angst zu haben scheint. Die beiden freunden sich an, doch die Zeiten sind nicht einfach als in Italien der Faschismus unter Mussolini aufkommt. Francescas Eltern ziehen mit, ihr Vater jedoch nicht aus Überzeugung, doch er redet nicht mit seiner Tochter. Nur Maddalena, die alle als Hexe bezeichnen, zeigt Francesca, was Loyalität bedeutet und dass es schwierig, aber nicht unmachbar ist, für seine Überzeugungen einzustehen und nicht alles mit sich machen zu lassen. Ein gutes, atmosphärisches Buch, von dem ich einiges über die Mussolini-Zeit in Italien lernen konnte - der Fokus liegt aber auf der Freundschafts- und Emanzipationsgeschichte.
Dieses Buch lässt keine*n kalt!
Selten empfinde ich gehypte Bücher als wirklich gut! So, dass sie mich fesseln, nicht mehr gehen lassen wollen und in meinem Kopf wohnen. So, dass ich an ihre Protagonist*innen denke und mit ihnen fühle. Und so, dass ich sie nach dem letzten gelesenen Satz vermisse. Bei „Malnata“ von Beatrice Salvioni ist das alles aber zutreffend. Was für ein Buch! Es rüttelt an uns, macht uns zu Verbündeten, lässt uns aufschreien ob der Ungerechtigkeit des Patriachats und der Welt im Allgemeinen. Dieses Buch macht was mit uns! Als Francesca, Tochter aus gutem Hause im Jahr 1935 auf die Malnata trifft, ist sie zunächst nur fasziniert von dem selbstbewussten Wildfang, der sich von niemandem etwas sagen lässt. Sie gibt den Ton an. Sie wird Malnata genannt, weil sie eine Unglückbringende ist. Doch stimmt das wirklich? Francesca lässt sich auf Malnata ein und diese auf sie. Wir lesen von aufgeschlagenen Knien, verzweifelten Müttern, schweigenden Vätern, großen Erwartungen an brave Mädchen und von zwei Freundinnen, die sich vor dem Weltgeschehen dieser Zeit selbst ermächtigen und gemeinsam wachsen. Manches in diesem Roman ist schwer zu ertragen. Zum Beispiel, wie selbstverständlich sich manche Männer nehmen, was sie wollen und damit davonkommen. Aber bei aller Schwere steckt so viel Kraft, Mut und Stolz in den Zeilen, dass es ein Fest ist, sie zu lesen. Ihr ahnt es: Believe the hype und große Empfehlung! CN: S3xuelle Gew*lt, Gew*lt an Tieren Werbung für Bücher - Rezensionsexemplar
Was für ein Einstieg…
… und was für eine tolle Geschichte! Mich hat dieses Buch sofort in den Bann gezogen mit einem erschütternden Prolog, der einen sofort weiter lesen lassen will! Und dann konnte ich nicht mehr aufhören Francescas und Maddalenas Geschichte lesen zu wollen! Ich hoffe, dass Beatrice Salvioni noch viele Bücher schreiben wird! Bin ein Fan ihrer supertollen Bildsprache - ich hatte richtig das Gefühl still mitzulaufen in der Geschichte und konnte mir alles bildlich vorstellen. Und noch was: wie wunderschön ist bitte dieses Buchcover??? Mein Cover des Jahres 2024 - ich liebs total!!!

Ein Buch, das zum Ungehorsam aufruft. Ruhig. Kraftvoll.
"Alle nannten sie die Malnata, "die Unheilbringende", und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen." In Beatrice Salvionis Roman "Malnata" geht es um die Kraft der Freundschaft und die Macht weiblicher Selbstbestimmung. Übersetzt aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Lombardei, im Jahre 1935: Behütet und mit klaren Regeln, was ein junges Mädchen darf und was nicht, wächst Francesca Strada im Hause ihrer Eltern auf. Sie lebt überaus angepasst und traut sich nicht, etwas zu tun, das das Missfallen ihrer Eltern oder irgendeines anderen Erwachsenen erregen könnte. Doch dann lernt sie Maddalena Merlini kennen, die von allen nur "Malnata": "Die Unheilbringende", genannt wird. Malnata ist ganz anders. Immer ist sie barfuß, hat schmutzige Hände und ihr Blick ist stets trotzig und frech. Malnata macht was sie will, wann sie will und mit wem sie will. Es versteht sich von selbst, dass dieses schmutzige, ungehorsame Mädchen mit ihrem Freiheitsdenken kein Umgang für Francesca ist. "Malnata" ist ein Roman der eher ruhig daherkommt, aber eine große Kraft ausstrahlt. Er spielt in einer Zeit, in der an weibliches Freiheitsdenken absolut nicht zu denken ist: Mädchen müssen gehorsam sein, ein untadeliges Verhalten an den Tag legen, stets sauber und adrett sein und immer freundlich lächeln - denn ein mürrisches Gesicht, macht ein nur Mädchen hässlich. Diese Zwänge ist Francesca so gewohnt, dass sie ihr gar nicht wie Fesseln vorkommen. Doch als sie Maddalena kennenlernt, konnte ich als Leserin ihren inneren Aufruhr, ihre Unruhe, spüren, ihre Zweifel und ihren eigenen Freiheitsdrang. Im Live-Stream mit Beatrice Salvioni, sagte diese, dass dieser Roman zum Ungehorsam anstiften soll. Die Geschichte zeigte mir insgesamt auch in aller Deutlichkeit, dass jeder Einzelne in seiner (gesellschaftlichen) Rolle gefangen ist - vor allem bei Francescas Vater konnte ich das zum Ende hin sehr gut spüren. Fazit: "Malnata" ist ein unglaublich kraftvoller Roman, der mit einer Szene startet, die fast schon wie ein Thriller anmutet. Aus dieser Szenerie steigen wir dann jedoch im ersten Kapitel erst einmal aus, ehe sich dann am Ende der Kreis wieder schließt. Auch sprachlich bin ich sehr begeistert. Salvioni ist noch so jung und kann schon sehr gut mit Worten umgehen. "In der Ruhe liegt die Kraft." - Dieser Spruch beschreibt das Buch sehr gut.

Ein sehr gelungenes Buch, welches mich stark berührt hat. Das Denken und Handeln der Menschen um Malnata ist grausam und fragwürdig. Francesca will sich anfangs nur abheben und aus der höherklassigen Gesellschaft ausbrechen. Sie zeigt ihre rebellische Seite und wird dabei immer mutiger. Sie zeigt zum Schluss Eigeninitiative und nimmt sich ein Beispiel an ihrerm Vorbild Malnata. Rührend wie zwei Mädchen zusammenhalten und gemeinsam erwachsen werden.
Für mich ein Highlight. Es ist 1935 und Francesca lernt die Malnata, die Unheilbringende kennen. Ein Mädchen, dem dunkle Kräfte nachgesagt werden. Beide Mädchen freunden sich an. Langsam wird erzählt, wie sich annähern, Vertrauen aufbauen und dann zu zwei Mädchen werden, die füreinander einstehen, sich wehren und sich gegenseitig stark machen. Für mich hat die Geschichte einen Sog entwickelt, den ich nicht erwartet hätte. Ich mochte den Schreibstil sehr. Er war beeindruckend und kraftvoll. Oftmals aber auch verzweifelt, machtlos und wütend. Für mich hat die Autorin sehr bildhaft erzählt. Während des Lesens bin ich mit Maddalena und Francesca eine Schwesternschaft eingegangen. Konnte all ihre Gefühle nachempfinden und habe ihnen zwischendurch sogar im Geiste applaudiert. Ein extrem starkes , großartiges, kraftvolles Buch. Von dieser Autorin möchte ich gerne mehr lesen.
Feinfühlig, sprachgewandt, mitreißend & echt - Eingebettet in den historischen Kontext erwartet dich eine bewegende Geschichte von Freundschaft, Liebe & der Schwere eine junge Frau zu sein
Ich habe dieses Buch geliebt. Und weil ich so sehr davon geschwärmt habe, hat meine Mom es direkt auch gelesen. Hier steckt so viel drin, was uns mitfühlen lässt, was überrascht, empört, aufregt, verstört und anrührt. Ein Buch, dessen Figuren für mich so lebendig und echt schienen, als hätte ich nicht gelesen, sondern sie vom Fenster aus beobachtet. Ich würde mich auf jeden Fall unbedingt über Nachschub der Autorin freuen.

In Italien vor 100 Jahren wird gefürchtet, was nicht sein soll. Deshalb wird ein Mädchen, dessen Familie von mehreren Schicksalsschlägen heingesucht wurde, als Unglücksbotin gemieden und Malnata genannt, übersetzbar mit Missgeburt. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert. Nach diesem Motto lebt die Malnata, hat eine Hand voll Freunde und scheut sich nicht, die faschistische Freunderlwirtschaft anzuprangern, die devote Haltung der Frauen gegenüber der Männer zu kritisieren. Starke Frauen, wichtige Themen und nicht wegschauen... zu empfehlende Lektüre
Unbeugsamkeit und Mut sind Eigenschaften von Helden. Im Italien der 1930er sind sie aber gefährlich. Die ungeheure Stärke dieses Romans über eine Mädchenfreundschaft liegt in der Macht der erzeugten Bilder. Man spielt wild am Lambro, sitzt mit ranghohem Besuch am Essenstisch und zwingt sich in die Kirche. Es ist häufig nicht leicht zu ertragen, auf so vielen Ebenen erschreckend. Die Familie ist kein Rückhalt, das Patriachat dominiert die Frauen, die Menschen dulden den Faschismus und versuchen im System das Beste für sich herauszuholen, Italien startet 1935 den Abessinienkrieg. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine Freundschaft zwischen der bürgerlich aufwachsenden Francesca und Maddalena, die von der Gesellschaft als Unheilsbringerin gesehen wird und deshalb kein Teil dieser ist. Sie ist wild, unangepasst und schaut in die Menschen hinein, statt nur auf die Fassade. Dies fasziniert Francesca und färbt immer mehr auf sie und ihr Leben ab. Beziehungen ändern sich, werden tiefer oder problematischer. Francesca ist eine tolle Hauptfigur, mit der ich durchgehend mitgelitten habe. Bei Maddalena kam es mir manchmal so vor, als ob ihr Worte in den Mund gelegt werden. Sie ist kein vollkommen runder Charakter für mich. Die Familien der beiden fand ich sehr gut dargestellt. Erschreckende Szenen sind mir in Erinnerung geblieben. Am Ende hat es sich etwas zu dramatisch zugespitzt, es hat mich etwas verloren. Die Brutalität auf allen Seiten ist krass. Die Macht der Worte und die bedachte Verwendung wird von den Figuren thematisiert. Bei diesem Buch wirken nicht nur die Worte, sondern auch die Bilder, die sie entstehen lassen. Und diese sagen ganz klar, so eine Zeit möchte ich nie, nie erleben und tut etwas dafür, dass es nicht passiert! Eine Leseempfehlung von mir.
„Ich dachte wirklich, du bringst Unglück, weißt du? Ich hab geglaubt, was alle erzählen, und muss zugeben, dass auch ich davon überzeugt war. Aber die Wahrheit ist, dass du den Leuten im Kopf herumspukst und für immer dort bleibst. Genau das tust du.“ (S. 219) Beatrice Salvionis Debütroman "Malnata" entführt seine Leser*innen in das Jahr 1935 im lombardischen Italien und erzählt die kraftvolle Geschichte zweier Mädchen, Francesca und Maddalena - genannt Malnata, „die Unheilbringende“, deren Freundschaft in einer Welt voller Konventionen und Unterdrückung erblüht. Die Protagonistin Francesca, die einem gutbürgerlichen Haus entstammt, sehnt sich danach, aus den engen Grenzen ihrer Welt auszubrechen. Dabei findet sie in Malnata, einem Mädchen, das als Unglücksbringerin verschrien ist, eine unkonventionelle Verbündete. Malnata, obwohl von Schuldgefühlen und Traumata geplagt, verkörpert eine Freiheit und Ungezähmtheit, die Francesca fasziniert und inspiriert. Salvioni entwirft eine eindringliche Erzählung über Mut, Freundschaft und den Kampf gegen gesellschaftliche Zwänge. Durch die lebendige sprachliche Eleganz wird die Atmosphäre der Zeit meisterhaft eingefangen. Auch scheut die Autorin nicht davor zurück, die dunklen Seiten der Gesellschaft und die Grausamkeiten des Faschismus zu thematisieren. Besonders bemerkenswert ist Salvionis Fähigkeit, die Komplexität der weiblichen Freundschaft in einer Zeit der Unterdrückung darzustellen. Die Beziehung zwischen Francesca und Malnata ist ein leuchtendes Beispiel für Solidarität und gegenseitige Unterstützung, selbst unter den widrigsten Umständen. "Malnata" ist nicht nur ein literarisches Meisterwerk, sondern auch ein wichtiges feministisches Statement. Salvioni fordert die gängigen Stereotype über Frauen in der Literatur heraus und präsentiert stattdessen zwei starke, selbstbestimmte Charaktere, die sich gegen die Normen ihrer Zeit auflehnen. Eine mitreißende Lektüre, die ihre Leser*innen von der ersten Seite an packt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Mit seiner kraftvollen Erzählung und seinen fesselnden Charakteren ist dieses Werk ein absolutes Muss für alle, die nach neuen und inspirierenden Geschichten suchen. Beatrice Salvioni hat ein kraftvolles feministisches Meisterwerk geschaffen und ich hoffe sehr, noch mehr von ihr lesen zu dürfen. Ich liebe wirklich alles an diesem Buch! Das grandiose Coverfoto (ich liebe es sehr!) stammt übrigens von der sizilianischen Fotoreporterin Letizia Battaglia, die vor allem durch ihre beeindruckenden Bilder über die Mafia bekannt wurde. Aus dem Italienischen von Anja Nattefort.

»»Die Leute geben ihr diesen grausamen Namen«, fuhr er fort […]. »Sie hat ihn immer wie eine Rüstung getragen. Sie ist ein stolzes, starkes Mädchen. Was andere sagen, kümmert sie nicht. Und das ist heutzutage das Einzige, worauf es ankommt.«« (S. 132) 💔 Monscia in der Lombardei, 1935. Die behütet, im gutsituierten, katholischen, strengen Elternhaus aufgewachsene Francesca soll vor allem eins sein: Ein braves Mädchen, das sich fügt, schön und still ist. Ihr Leben lang hat sie daran geglaubt, bis ihr Weltbild durch ihre neue Freundin ins Wanken gerät. Sie lernt die ein Jahr ältere Maddalena, die von allen Malnata [‚Die Unheilbringende‘] genannt wird, kennen 🍒 und mit deren beiden Gefährten Filippo & Matteo ein ganz neues Leben: »Jetzt, wo ich mit den Malnati zusammen war, die ich früher nur aus der Ferne beobachtet hatte, schien es mir, als würde die Welt bei ihnen beginnen. Als würde mein Leben noch einmal von vorne anfangen.« (S. 87) Sie verbringt einen ‚idyllischen‘ Sommer mit diesem Trio, und findet in Maddalena ihre erste Freundin.💘 Trotz dieser schönen Momente, passieren sehr schlimme Dinge. 🍊🦎🐈⬛ Dabei lernt Francesca mit Maddalena sich gegen Regeln aufzulehnen, aus dem starren Erwartungen des Patrichariats auszubrechen und zu sich selbst zu stehen. Schnell wird deutlich, wie hart das Leben zu Maddalena war und, dass die Gesellschaft diejenigen abstraft, die vermeintlich Leid und Unglück bringen — insbesondere, wenn sei weiblich, rebellisch, eigenwillig, kritisch sind, sich nicht an Regeln halten und Gerechtigkeit fordern. »»Ich hätte es nicht für möglich gehalten.« [Francesca] — »Was?« [Maddalena] — »Dass man sich auflehnen kann«, antwortete ich. »Das habe ich von dir gelernt.«« (S. 174) 👯♀️ »Malnata« von Beatrice Salvioni (übersetzt aus dem Italienischen von 🇮🇹 Anja Nattefort) zeichnet sich durch den rauen Ton, Gewalt sowie das historische, faschistische Setting, aber auch die Lichtblicke durch Freundschaft & Liebe aus.💔❤️🔥 Der Roman hat mich gefesselt und ich habe das Buch förmlich verschlungen 🥵💔 Es ist ein absoluter Pageturner 💥, dennoch passen einige Dinge nicht ganz zusammen: ⠃Das Alter der beiden Protagonistinnen finde ich mit ca. 12-14 deutlich zu jung für die beschriebene Geschichte, Konversationen & Entwicklungen. Sicherlich muss man das Setting im faschistischen Italien im Jahre 1935 dabei berücksichtigen, und ebenso die harten Schicksalsschläge, die Maddalena sicherlich haben älter und eigenständiger werden lassen, als vergleichsweise Gleichaltrige. Dennoch war dies nicht für mich in sich nicht stimmig. 🇮🇹 Der völkerrechtswidriger Angriffs- und Eroberungskrieg des faschistischen Königreichs Italien gegen das Kaiserreich Abessinien (Äthiopien) in Ostafrika (03.10.1935-05.05.1936) hätte m.E. nach geframed und zumindest in einem Nachwort erläutert werden sollen. 🗯️ Dasselbe gilt für mich für die wiedergegebenen faschischten Parolen, die zwar durch Malnatas Kommentar kritisiert werden. Insgesamt ist Malnata aber die einzige Figur, die in diesem Setting die politische Lage und Faschismus kritisiert und again ist dies für das Alter ebenfalls sehr fragwürdig, insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Bildung sowie der Umstände ihrer Familie. Durch Francescas Vater wird allenfalls deutlich, dass es Mitläufer*innen gab. Das historische Setting ist für mich daher ausbaufähig, wobei ich natürlich verstehe, dass dies nicht der Fokus der Story war. Dennoch frage ich mich, warum genau dieses Setting gewählt worden ist 💎 Die im Vordergrund stehende feministische Freundschafts-Coming-of-Age Story ist — vor dem Hintergrund der genannten Kritikpunkte 🤏🏼 — wirklich sehr stark, eindringlich, fesselnd erzählt. Eine Hymne an die Freundschaft, die gemeinsam für Gerechtigkeit kämpft und das Beste aus allen zuvorbringt und wachsen lässt. Alles in allem habe ich den Roman sehr gerne gelesen.💛 Ich kann den Roman unter Berücksichtigung der CN (*) und der genannten Kritik sehr empfehlen — er ist und bleibt ein krasser Pageturner mit starken, authentischen Figuren und großartiger Kritik am Patrichariat. 🔥🖤 Highlight waren für mich Diamanten Sätze 💎 wie: »Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: »Du gehörst mir«, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: »Ich gehöre niemandem.«« (S. 250) 🔥🔥🔥 [* CN: s3xueller Missbrauch, Gewalt, Suizid, Misogynie, Tod]

„Es ist nicht leicht, sich vom Körper eines Toten zu befreien.“ Mit diesem Satz beginnt Beatrice Salvioni ihren Debütroman „Malnata“ und macht sofort klar, dass es keine leichte Geschichte über eine Mädchenfreundschaft wird. Im Gegenteil - Francesca und Maddalena, von allen nur die Malnata, die Unheilbringende, genannt, kommen aus zwei verschiedenen Welten. Francesca ist das Kind einer Fabrikantenfamilie, gut erzogen, angepasst, weiß, "was sich gehört". Maddalena stammt aus einer Arbeiterfamilie, die Mutter ist nach dem Tod des Vaters alleinerziehend. Sie ist aufmüpfig, begehrt gegen das System auf, was im faschistischen Italien des Jahres 1935 nicht üblich war. Und doch freunden sich die beiden ungefähr zwölfjährigen Mädchen an und schlagen so manche Schlacht gemeinsam, verbringen jede freie Minute gemeinsam. Doch die Idylle hält nicht lange an, zum einen möchte Francescas Mutter nicht, dass ihre Tochter mit "so einer" befreundet ist und Maddalenas Bruder Ernesto muss in den Krieg in Ostafrika ziehen. Beatrice Salvioni zeichnet ein Bild zweier Mädchen, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer unterschiedlichen Herkunft befreundet sind und auf ihre Art aufbegehren. Sie halten gegen alle Widerstände zusammen und wachsen an- und miteinander. Die Autorin beleuchtet das Leben im Italien der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und zeigt auf, wie das Leben durch den Faschismus geprägt wurde, wieviel Misstrauen untereinander war und wie viel Aberglauben es auch immer noch gab. Das beste Beispiel dafür ist Maddalena, die für viele Unglücksfälle in ihrem Umfeld verantwortlich gemacht wird. Das einzige Manko des Buchs ist, dass die Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist, es wird noch einen zweiten Teil geben, auf den ich jetzt ungeduldig warte.
Ein Buch war zwei mutige Mädchen in schwierigen Zeiten
Francesca wächst in einer Welt voller Regeln auf, die es zu beachten gilt, besonders für weibliche Personen. Maddalena, die “Unheilbringende“ entspricht so gar nicht dem, was als anständiges Mädchen durchgeht. Die Malnata ist schmutzig, frech und scheint keine Angst vor niemandem zu haben. Sie übt eine besondere Faszination auf Francesca, die ICH-Erzählerin aus, und Maddalena erwählt sie zur Freundin. Im kleinen Städtchen Monza sind die Menschen von Aberglauben geprägt. Ereignisse guter und schlechter Natur werden schnell auf mystische Umstände übertragen. Da kommt es wie gerufen, dass die Malnata das Unglück anzuziehen scheint. Ihr wird der Stempel des Pechbringers aufgedrückt. Francescas Mutter möchte auf gar keinen Fall, dass ihre Tochter Kontakt zu dem ungepflegten Mädchen mit den schief geschnittenen Haaren und den Kratzern auf allen Körperteilen, hat. Doch Francesca erkennt die tiefen Gefühle zu denen Maddalena fähig ist, und wächst über sich selbst hinaus. Mit großem Mut und Zivilcourage bieten Sie den Bewohnern ihres Ortes die Stirn und tragen tiefe Wunden davon. Maddalena ist eine der charismatischsten Protagonisten, über die ich seit langem gelesen habe. Sie wird so eindrücklich beschrieben, dass ich sie deitlich vor mir sehe. Eine Mischung aus Lila, roter Zora und Ronja Räubertochter, die ihr Kinn in die Höhe reckt, wo andere den Schwanz einziehen. Francescas Entwicklung verdankt sie ihrer Freundin und sie wird im Laufe der Geschichte nicht weniger mutiger als diese. Zivilcourage wird uns beim Lesen vermittelt, und ich wünsche mir, dass ich in ähnlichen Situationen genauso viel Mut und Kampfeswillen besitze. Das soziale Gefüge im Italien, der Dreißigerjahre, wird hier ebenso anschaulich beschrieben, wie die Unzulänglichkeiten Erwachsener, die sich andere Realitäten wünschen, doch Heuchelei in Stärke verwandeln wollen. Dabei werden sie leicht von jungen Menschen durchschaut, wie überall auf der Welt, auch heute noch. Ich hätte mir so sehr eine glückliche Zukunft für die beiden Freundinnen gewünscht. Das Ende kam ein bisschen schnell, kann aber sowohl hoffnungsvoll wie tragisch interpretiert werden. Salvionis Schreibstil ist In dieser gewaltvollen Welt, die sie erschaffen hat farbenfroh und detailreich. Die vielen Neben-Charaktere sind mit wenigen Worten plastisch beschrieben und machen das Bild rund. Ein unglaublich guter Roman und ein Highlight in diesem Sommer für mich
Allein geht es nicht!
Die Freundschaft zwischen Maddalena und Francesca ist eine bitteschön erzählte Geschichte. Wie sich die beiden Mädchen in der bigotten, frauenfeindlichen und zutiefst faschistischen Gesellschaft behaupten und zu Frauen heranreifen ist groß und einfühlsam erzählt. Eine absolute Perle in meinen Büchern für das Jahr 2024.

Eine Freundschaft, die sich den Gefahren in einer von Männern regierten Welt entgegenstellt - mit allem, was sie hat. 🤍
„Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: 𝒟𝓊 𝑔𝑒𝒽ö𝓇𝓈𝓉 𝓂𝒾𝓇, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: ℐ𝒸𝒽 𝑔𝑒𝒽ö𝓇𝑒 𝓃𝒾𝑒𝓂𝒶𝓃𝒹𝑒𝓂.“ (S. 250) 🫧 Um wen geht’s? Um Francesca und Maddalena. Während Francesca „wohl behütet“ aufwächst - das darf an dieser Stelle mit sehr viel Sarkasmus verstanden werden - wird Maddalena von allen nur „Malnata“ genannt; die Unheilbringende. Es ist das Jahr 1935, Italien ist vom Faschismus gezeichnet. Zwischen den beiden Mädchen wächst schnell eine Freundschaft, die sich nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen das Patriarchat und andere, ganz konkrete Bedrohungen behaupten muss. 🫧 Meine Meinung „Malnata“ hat mich mit Cover und Klappentext von Anfang an irgendwie angezogen. Ich hatte es in der Buchhandlung so oft in der Hand, dass ich es irgendwann mitnehmen musste. Die Geschichte erzeugte schnell eine bedrückende, zugleich spannende Stimmung - einen Sog, der gleichermaßen schmerzte und faszinierte. Immerhin spielte die Geschichte in einer Zeit, in der es noch so viel gefährlicher war als heute, eine Frau zu sein. Umso berührender, poetischer war die Freundschaft von Maddalena und Francesca - wobei ich Letztere, obwohl sie die Erzählerin der Geschichte war, als sehr viel blassere Figur wahrgenommen habe als die wilde und starke Maddalena, die ihrer Zeit voraus zu sein schien. Besonders berührt haben mich auch die scharfsinnig ausgearbeiteten Nebenfiguren des Romans, die ihm seine Schwere zumindest kurz nehmen konnten - vor allem Carla und Ernesto gehörte mein Herz. 🩷 🫧 Fazit Ein feministisches Buch darüber, eine Frau zu sein, und die Erzählung einer starken Freundschaft, die sich den Gefahren in einer von Männern regierten Welt entgegenstellt - mit allem, was sie hat.

..und noch eine hervorragende Übersetzung aus dem Italienischen - eine Geschichte, die uns nicht nur das Grauen des Faschismus in den 1930er vor Augen führt, sondern auch wieviel eine Freundschaft in diesen Zeiten wert ist 🫶📚🇮🇹💕
„Alle nannten sie die Malnata, die >>Unheilbringende<<, und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen.“ Beatrice Salvioni erzählt eine Geschichte über Freundschaft und die Unwägbarkeiten des Erwachsenwerdens in der Adoleszenz, mit Block durch die Augen zweier Mädchen: Maddalena, bekannt als die "Malnata", und Francesca, Tochter einer angesehenen Familie aus dem Dorf. Aus Francescas Perspektive erfahren wir, wie sie sich mit Maddalena anfreundet, einem Mädchen, vor dem das ganze Dorf flieht, weil sie als Rebellin gilt, als Hexe betrachtet wird und Unglück über jene bringt, die mit ihr in Kontakt treten. Die Handlung spielt 1936 in Italien und beleuchtet auch die Schrecken des Krieges und die verheerenden Folgen des Faschismus. „Wir sind nicht diejenigen, die ihre Nase in fremde Häuser stecken wollen, denn das machen die Faschisten: Sie nehmen sich das, was anderen gehört, und teilen es mit ihren Freunden.“ Darüber hinaus thematisiert das Buch die Bedeutung der Familie, die Kommunikation ihrer Mitglieder - eine Ode an die Macht weiblicher Selbstbestimmung. Ich möchte nicht allzu viel mehr über die Handlung dieser Geschichte verraten, aber ich ermutige euch, diese einzigartigen Charaktere kennenzulernen. Ihr werdet euch bestimmt mehr als einmal mit den beiden identifizieren können (auch wenn das für mich kein Kriterium für gute Literatur ist): manchmal mit der „Malnata“, mit ihrem Mut, ihren Ängsten, ihrer Art, sich eine harte Schale zuzulegen, um zu überleben; und manchmal mit Francesca, mit ihren erzwungenen Manieren, ihrem Wunsch, jenseits der gesellschaftlichen Grenzen zu leben, ihrem Gerechtigkeitssinn, der sie immer beide Seiten der Medaille betrachten lässt. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, habe ich zur Zeit ein Faible für die Übersetzungen aus dem Italienischen. Für mich ist der Umstand, dass Italien dieses Jahr Gastland ist, ein wahrer Segen, denn das beschert mir reichlich hervorragende Literatur aus einem Land, an dem ich nicht nur das Dolce Vita schätze, sondern auch die großartigen Autor*innen. Die Geschichte rund um Malnata hat mich mit dem Wunsch nach mehr zurückgelassen – mehr darüber zu erfahren, was mit diesen beiden Mädchen passiert, wie sich ihre Beziehung entwickelt und welche Kämpfe sie noch austragen werden. Denn ja, in diesem Buch gibt es auch notwendige Kämpfe und Forderungen. Das Plädoyer am Ende der Geschichte hat mich glückselig gestimmt und das Buch perfekt abgerundet.
Mutige Mädchen in Zeiten des Faschismus
Eine starke Geschichte über zwei Mädchen die nicht unterschiedlicher sein könnten. Francesca wächst behütet auf und wird zur Gehorsamkeit erzogen. 1935 haben Frauen ihre Rolle zu erfüllen und sich nicht gegen Männer zu erheben. Die Malnata, die Unheilbringende, heißt eigentlich Maddalena, ist das Gegenteil von Francesca. Unhorsam, ungezogen. Von ihr ist Francesca fasziniert und trotz der Unterschiede entsteht eine Freundschaft. Von ihr lernt Francesca das lügen und betrügen und auch die Erwachsenen und den Faschismis unter Mussolini zu hinterfragen. Malnata ist eine Erzählung über Gesellschaftliche Unterschiede und über Freundschaft. Die Politik damals in Italien bleibt zwar im Hintergrund, ist dennoch wichtig um die Umstände der Frauen zu beschreiben wie sie zu dieser Zeit behandelt werden und aufwachsen. Dies ist der Debütroman von Beatrice Salvioni.

„Dank ihr konnte ich sogar an Dinge glauben, die ich bislang für unvorstellbar oder abwegig gehalten hatte, wie die Tatsache, dass der liebe Gott sogar mich liebte, obwohl auch ich Schuld auf mich geladen hatte. Erst durch sie konnte ich darauf vertrauen, dass es auch für mich Rettung gab. Sie war es, die alles zum Leuchten brachte.“
So beschreibt Francesca ihre Freundin Maddalena, von allen nur Malnata genannt, „die Unheilbringende“. Beatrice Salvioni zeichnet die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Mädchen in Italien im Jahr 1935. Sie beschreibt sehr gelungen, wie Frauen und Mädchen zu Zeiten des Faschismus wie Menschen zweiter Klasse behandelt wurden und wie die Gesellschaft versuchte sie zu Konformität und Gehorsam zu zwingen. Maddalena lässt sich nicht in diese Rolle pressen und gerät dadurch immer wieder in Gefahr, erhält sich jedoch auch ihren eigenen Willen und ihr kritisches Denken. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, Salvioni konnte mich mit ihrer Art zu schreiben fesseln und mit den Protagonistinnen mitfühlen lassen.
⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5 📖 Seiten 272 📚 Hardcover
Ein Buch das mich anzog, Eine Geschichte die ich finde gelesen werden sollte und doch nicht so einfach zu lesen ist in meinen Augen… Für dieses Lesealter wie es vor geschrieben ist.. ab 17 Jahren wurde hier vorgeschrieben. Finde dass das Buch eine sehr Starke Persönlichkeit hat, und nicht als normaler Roman neben bei mal gelesen werden sollte/werden kann. Ich Persönlich es deswegen auch lieber gehört habe, hing auch einfach vielleicht am Schreibstyle der Schriftstellerin. Wie fandet Ihr es ? Die Geschichte, die Protagonistin ?























































