Lord Jim

Lord Jim

Hardback
3.99
Klassiker LiteraturPsychologischer RomanRoman 19. JahrhundertKlassiker

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Description

Joseph Conrads berühmtester Roman „Lord Jim“: eine mitreißende Abenteuererzählung, ein Klassiker Jim zieht als Schiffsausrüster umher. Als Erster Offizier auf einem Pilgerschiff beging er einen schrecklichen Fehler, der ihn Ruf und Laufbahn kostete. Nach langen Reisen erreicht er die entlegene Insel Patusan im Indischen Ozean und erwirbt sich das Vertrauen der Einheimischen, die ihn als Friedensstifter hoch verehren. Aus Jim wird Lord Jim. Doch dann tauchen Piraten auf, und sie scheinen zu wissen, wer er wirklich ist. Joseph Conrads berühmtester Roman hat viele Facetten: eine psychologische Charakterstudie über einen, der vom Heldentum träumt und doch moralisch versagt; eine mitreißende Abenteuererzählung; und nicht zuletzt eine erschütternde Parabel auf die Zerstörungswut des Kolonialismus.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
640
Price
37.10 €

Author Description

Joseph Conrad wurde 1857 als Józef Teodor Nalecz Konrad Korzeniowski in Berdytschiw, Ukraine (damals Russisches Kaiserreich), geboren und starb 1924 in Bishopsbourne, Grafschaft Kent, England. Er ist einer der größten englischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Bei Hanser erschienen die Neuübersetzungen Die Schattenlinie (Roman, 2017) und Lord Jim (Roman, 2022).

Posts

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All
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Der junge Engländer Jim träumt von einem heldenhaften Leben als Seemann. Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive des Seemanns Charles Marlow erzählt, der Jim kennenlernt und dessen Lebensweg rekonstruiert. Jim arbeitet als Erster Offizier auf dem Dampfschiff Patna, das muslimische Pilger nach Mekka transportiert. Als das Schiff nachts mit einem unbekannten Objekt kollidiert, glauben Jim und die anderen Offiziere, die Patna werde sinken. In Panik verlassen sie das Schiff und lassen die schlafenden Pilger zurück. Entgegen aller Erwartungen sinkt die Patna jedoch nicht. Die Pilger werden gerettet, während Jim sich einem öffentlichen Gerichtsverfahren stellen muss. Marlow schildert diese Ereignisse teils aus eigener Beobachtung, teils auf Grundlage von Berichten, Gesprächen und Dokumenten, wodurch Jims Schuld und innere Zerrissenheit nur indirekt erfahrbar werden. Jim verliert sein Offizierspatent und wird von Schuldgefühlen, Scham und dem Bewusstsein verfolgt, in einem entscheidenden Moment versagt zu haben. Dieses Ereignis zerstört sein Selbstbild als ehrenhafter Seemann. Jim versucht daraufhin in Südostasien ein neues Leben zu beginnen, doch seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Schließlich bringt ihn der Seemann Marlow nach Patusan, einer abgelegenen Region, wo Jim die Chance erhält, neu anzufangen. Dort gewinnt er das Vertrauen der Einheimischen, wird zu einer respektierten Führungsfigur und erhält den Beinamen „Tuan Jim“. Durch Marlows subjektive Erzählweise bleibt Jim jedoch auch hier eine rätselhafte Figur, deren innere Motive nur bruchstückhaft sichtbar werden. Zum ersten Mal scheint er seine verlorene Ehre wiedergefunden zu haben.

5

Conrad schreibt mit Lord Jim ein komplexes und forderndes Monstrum der Synthese aus "psychologischem Realismus" und "philosophischer Romantik" Die Figur Jims repräsentiert die Romantik. Er wird mehrfach im Buch als romantisch bezeichnet. Zu Beginn des Buches träumt er von heroischen Taten, bis er auf der Patna daran scheitert – dem harten Realismus. Die Romantisierung Jims, übernimmt im Folgenden Marlow, der als Erzählinstanz auftritt. Er stellt Die poetische Lebensfom, Jim, in den Mittelpunkt. Ist wie besessen von ihm. „Ich wurde gezwungen, einen Blick auf das stillschweigende Übereinkommen zu tun, das hinter aller Wahrheit steckt, und auf die innere Lauterkeit des Falschen. Er wandte sich an alle Seiten zugleich– an die Seite, die ständig dem Tageslicht zugewendet ist, wie an jene andere in uns, die, gleich der zweiten Mondhälfte, in ewigem Dunkel liegt und nur manchmal am Rande von einem fahlen, unheimlichen Licht gestreift wird. Er beherrschte mich. Er löst Jim in seiner formalen Konzeption auf. Der Charakter wirkt wie eine Improvisation. Conrad legt dies völlig verwirrend durch die Struktur des Textes an. Perspektiven wechseln hin und her. Man weiß oft nicht wer redet. Es kommt schnell zu Verwechslungen. Alles schwimmt und schaukelt, wie auf einem Schiff vor sich hin. Situationen sind uneindeutig, unklar. Erst später enthüllen sich die Versatzstücke der Erzählung. Hier zwei Zitate zur Definition der Romantik. Na wenn das nicht wie die Faust aufs Auge passt: “ Steigerung des schöpferischen Ichs ins Universale, Vereinigung von Geist und Natur. Die poetische Lebensform ist ist wichtiger als die Form des Dichtwerks, das stets nur verzehrende Sehnsucht und ewiges Streben sein kann. Daher fehlt vielen Werken in der Romentik die strenge formale Konzeption; sie sind nach oben hin offene Formen → Fragmente, Improvisationen.“ [ F. Schlegels 116. Athenaeum- Fragment zur Romantik] „Romantik eine Haltung, die eine Perspektive der Idealisierung und Vermittlung einnimmt, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verwischt und sich selbst auf eine dynamische, prinzipiell unabschließbare Beziehung zur Unendlichkeit verpflichtet. In philosophischer Hinsicht markiert Romantik vor allem einen Kontrast zu allen Spielarten des empirisch-materialistischen Rationalismus; auf literaturwissenschaftlichem Feld grenzt sie sich von realistischen und klassizistischen Tendenzen ab.“ [Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft] Der Idealismus Hegels ist zudem sehr präsent in dem Werk. Das ganze Dilemma beginnt mit dem Sprung – Jim’s Sprung von der Patna. Dem Verlust seiner Ehre, seines Stolzes und seines Selbstbildes als mutiger und prinzipientreuer Seemann. Was folgt ist die Suche nach dem eigenen Wert, der Integrität an den eigenen Idealen festzuhalten, egal wie gleichgültig sich der Weltenlauf gegenüber den eigenen Träumen, dem Wunsch nach Erlösung und Wiedergutmachung gebärdet. Der psychologische Realismus zertrümmert die Romantik: “Es war, als wären wir rasch in ein geräumiges Grab eingemauert worden. Kein Zusammenhang mit irgend etwas auf Erden. Keine Meinung, die irgendwie in Betracht kam. Es war alles belanglos.“ “Die Welt benötigt ihn nicht, niemand ist gut genug, er ist nicht gut genug“ Jim erlangt seine Zuflucht auf Patusan. Marlow sinniert folgend darüber: „Zuflucht um Preis der Gefahr. Land das nie existiert habe. Niemand mischt sich ein. Vereinzelung als folge seiner Macht. Patusan repräsentiert eine Art utopischen Raum, in dem Jim die Möglichkeit erhält, sein Ideal von Heldentum und Ehre zu leben. Jim kann sich neu erfinden. Die Handlungen in Patusan bleiben möglicherweise ohne Bedeutung für die Welt außerhalb dieses abgeschiedenen Ortes. Und hier kommt die Psychologie Marlow's voll zum tragen. Diese Einsicht ist für ihn wichtig, nicht für Jim. Jim versucht nur in den Grenzen seines Idealismus zu agieren. Bleibt auf Patusan. Weigert sich zu gehen. Lord Jim ist gleichzeit das Bespielen der Urangst, als Erzählen gegen das Vergessen (werden). Marlows "Wahn", sich in Jim's Geschichte hineinzusteigern, könnte als Spiegel seiner eigenen Unsicherheiten, seines Bedürfnisses nach Zugehörigkeit und seines Wunsches, einen dauerhaften Sinn in einer unbeständigen Welt zu finden, gesehen werden. Dieser Spiegel bricht sich in dieser Unterhaltung mit Stein Bahn: “Das war der Weg. Dem Traum folgen, und nochmals dem Traum folgen– und so– ewig– usque ad finem... Insofern hatte er recht. Das war der Weg, ohne Zweifel. Trotzdem lag die große Ebene, auf der die Menschen zwischen Gräbern und Fallstricken umherirren, sehr öde da unter dem linden Schleier des Dämmerlichts, verdunkelt in ihrem Mittelpunkt und von einem grellen Rande umsäumt, als ob ein Flammenabgrund sie umkreiste. In diesem Augenblick war es schwer, an Jims Dasein zu glauben– der aus einem ländlichen Pfarrhaus kam, im menschlichen Getriebe wie hinter Staubwolken untergetaucht, von den über ihm zusammenschlagenden Forderungen des Lebens und des Todes in einer kalten Welt erdrückt schien– doch seine unvergängliche Wirklichkeit drängte sich mir mit überzeugender, mit unwiderstehlicher Macht auf! Nu ja, und am Ende mischt doch wer ein, egal wie vergessen man lebt und kackt einem nen fetten Haufen auf den Tisch. Der Weltenlauf schaut gleichgültig zu und das Boot sinkt endgültig. So geschwätzig einige Passagen wirken mögen. Sie verbrennen in der sengenden Hitze dieses existentiellen Meisterwerkes - des Mensch seins.

2

Ich habe mich die ersten 150 Seiten durch das Buch gequält und es dann aufgegeben... Dann dachte ich mir: 'Ich würde trotzdem gerne wissen, was in diesem Buch passiert...' Und Schwupp.. Plötzlich hörte ich mir das Hörbuch, vorgelesen von Walter Kreye an. Die Erzählstruktur des Buches ist meiner Meinung nach Hochkomplex und wird als Bericht durch Charles Marlow wiedergegeben. Der erste Teil des Buches handelt über das Leben von Jim auf dem Schiff 'Patna' bis das Unglück geschah. Ich empfand diesen Teil der Geschichte als sehr spannend und das spätere Gerichtsverfahren ebenso. Leider fing es ab da an, für mich langweilig zu werden... Ab einem bestimmten Punkt geht es nach Patusan und wir erfahren, warum er plötzlich Lord Jim heißt. Aber irgendwie hat es mich leider nicht tangiert. Bei mir schwankte das Buch stetig hin und her. Mal wirklich gut, mal einfach nur langweilig... Es tut mir für dieses Werk wirkliche leid, aber es ist einfach ein Thema, welches mich nicht interessiert. Habe der Story etc. trotzdem eine Chance gegeben und werde dem Buch 2 von 5 Sternen geben. Falls ihr euch für Schifffahrt interessiert und Geschichten darüber mögt, dann ist dieses Buch sicherlich etwas für euch. ☀️

3

Part character study, part colonial adventure story, this masterfully written narrative is told in such a drawn-out and convoluted way that it's often more frustrating than enjoyable.

4

Jim is the ultimate romantic and I respect him for it.

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