Kleines Land

Kleines Land

Softcover
4.073
MigrationKriegFluchtFlüchtlinge

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Description

»Bevor all das geschah, von dem ich hier erzählen werde, gab es nur das Glück, das nicht erklärt werden musste. Wenn man mich fragte, wie geht es dir, habe ich geantwortet: gut.« Damals traf sich Gabriel mit seinen Freunden auf der Straße, erlebte seine Kindheit wie in einem paradiesischen Kokon. Bis seine Familie zerbrach und fast zur selben Zeit sein kleines Land, Burundi, unvorstellbare Grausamkeiten erdulden musste. Und seine Mutter den Verstand verlor. Zwanzig Jahre später erst, nach der Flucht mit seiner Schwester in ein fernes, fremdes Frankreich, kehrt Gabriel in eine Welt zurück, die er längst verschwunden glaubte. Doch er findet dort etwas wieder, das er für unwiederbringlich verloren hielt. – »Kleines Land« ist ein überwältigendes Buch, voller Schrecken und Glückseligkeit, Güte und ewiger Verlorenheit – ein Stück französischer Weltliteratur im allerbesten Sinne.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
224
Price
14.40 €

Author Description

Gaël Faye, 1982 in Burundi geboren, wuchs als Kind einer ruandischen Mutter und eines französischen Vaters auf, bevor er 1994 infolge des in Burundi herrschenden Bürgerkriegs nach Frankreich flüchten musste. Nach dem Ende seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er zwei Jahre als Investmentbanker in London und kehrte schließlich nach Frankreich zurück, wo er inzwischen als Musiker und Autor höchste Anerkennung genießt. Sein erster Roman »Kleines Land« war für den Prix Goncourt nominiert, erhielt den Prix Goncourt des Lycéens und zahlreiche andere literarische Auszeichnungen. »Jacaranda« wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet und stand viele Wochen auf der französischen Bestsellerliste.

Posts

10
All
5

„Ich bin besessen von meiner Rückkehr, schiebe sie auf, endlos, immer weiter. Aus Angst, verscharrte Wahrheiten wiederzu

Dieses Semester sollten wir zusätzlich zu unseren normalen Vorlesungen ein fachfremdes Wahlfach belegen, und ich habe mich dabei für ein literaturwissenschaftliches Fach entschieden. Das Thema ist dabei „Afrikanische Literatur“, bei dem wir uns Bücher anschauen, die in französischen Kolonien in Afrika spielen. Dieses Buch war das erste von zwei weiteren und hat meine Erwartungen direkt bei Weitem übertroffen. Gaël Faye schreibt hier teilweise autobiografisch über seine Kindheit in seinem Heimatland Burundi. Er beschreibt, wie er dort den Genozid traumatisch miterlebt hat und wie es ihn später, als er schon lange im Exil in Frankreich lebt, trotzdem wieder zurück in seine Heimat zieht. Dieses Buch ist sein Debütroman und hat direkt mehrere Preise gewonnen, unter anderem den „Prix Goncourt des lycéens“, einen Literaturpreis, den französische Oberstufenschüler verleihen. Man versteht auf jeden Fall sofort, warum das Buch diese Auszeichnung erhalten hat und warum es sich besonders für jugendliche Leser eignet. Ich kann mich der Meinung der Schüler nur anschließen, denn sie mochten es vor allem deshalb, weil es sprachlich leicht zugänglich ist, aber an vielen Stellen fast poetisch wirkt. Dadurch erscheint die Geschichte, die aus der Perspektive eines elfjährigen Jungen erzählt wird, umso realistischer, und es fällt leicht, sich in den Protagonisten hineinzuversetzen. Mir war es sehr wichtig, durch dieses Buch mehr über afrikanische Länder zu lernen, denn in diesem Bereich bin ich echt noch ziemlich uninformiert. In dieser Hinsicht wurde ich hier aber wirklich gut abgeholt. Man lernt viel über Geschichte, Politik und Kultur von Burundi, ohne dass es jemals trocken wirkt, da man das alles einfach nebenbei miterlebt. In meinem Kurs durfte ich das Buch am Ende unter der Fragestellung untersuchen: „Welche Rolle spielt Literatur im Leben des Protagonisten?“. Das hat mir unerwartet viel Spaß gemacht und ist vielleicht auch für andere Leser ein interessanter Ansatz. Besonders beeindruckt hat mich dabei dieses Zitat: „Dank der Bücher konnte ich die Grenzen der Sackgasse überwinden und wieder atmen, die Welt wurde weiter und reichte über die Zäune hinweg, hinter denen wir uns mit unseren Ängsten verkrochen.“ Ich finde, diese Passage passt auch perfekt auf uns als Leser, denn auch wir überwinden hier Grenzen und erleben eine Geschichte hautnah mit, die uns im echten Leben (glücklicherweise) verwehrt bleibt. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Ich habe lange über meine Bewertung nachgedacht, aber ich finde einfach nichts, was mir negativ aufgefallen ist oder was ich verbessern würde. Das Einzige, was man mitbringen sollte, ist ein grundlegendes Interesse an der Thematik und die Offenheit, mehr über das kleine afrikanische Land Burundi zu lernen. Mit etwas mehr als 200 Seiten ist das Buch zudem schnell gelesen und man erlebt eine eindrucksvolle und bewegende Geschichte, die noch lange nachwirkt.

5

Ein beeindruckendes Buch, dass den Konflikt zwischen den Hutu und Tutsi in Rwanda und den umliegenden Staaten behandelt.

Gaël Faye hat hier ein sowohl beeindruckendes als auch wichtiges Buch geschrieben. Wir begleiten Gaby in diesem autobiographisch angehauchten Werk durch seine Kindheit in Burundi als Sohn eines französischen Vaters und einer rwandesischen Mutter. Was zunächst als typische Geschichte über das Aufwachsen eines Jungen beginnt, entwickelt sich bald zu einer Geschichte über eine auseinanderfallende Gesellschaft, die von Hass und Misstrauen geprägt ist. Die Geschichte wird zunehmend trauriger während wir die Geschehnisse zunächst aus einer gewissen Entfernung mitbekommen, bis sich der Konflikt von Rwanda aus auf seine Nachbarstaaten ausbreitet. Dabei gelingt es Faye nicht in Stereotypen zu verfallen und die Komplexität der Geschehnisse sehr differenziert aufzuarbeiten. Der Genozid, der 1994 in Rwanda stattfand ist Ausdruck eines Versagens der internationalen Gemeinschaft auf ganzer Linie. Ein weiteres Beispiel für die sehr realen und teilweise tragischen Auswirkungen der Kolonialisierung Afrikas durch die europäsichen Mächte seiner Zeit. Gerade EuropäerInnen sollten dieses Buch über einen Konflikt, der von Europa verursacht und nach dem Versagen der UN von Rwanda alleine aufgearbeitet und überwunden wurde, lesen.

4.5

Bilder, die unter die Haut gehen!

Faye schreibt auf wundervolle Art. Seine Worte malen Bilder, die man so schnell nicht wieder vergisst. Das gilt für die schönen, unbeschwerten Kindheitserinnerungen genauso wie für die Grausamkeit des Völkermordes im Nachbarland Ruanda und die Schrecken des Bürgerkrieges. Sehr eindrucksvoll!

5

Eine super emotionale Kindheitserinnerung, geprägt von glücklichen aber auch einsamen Momenten. Der Autor schafft es, dass man sich ein kleines Paradies vorstellen kann.

5

Überwältigende Eindrücke aus einem mir fast unbekannten Land...

5

Der Autor nimmt einen mit in die Kindheit Gabriels. Er wächst in Burundi in turbulenten Zeiten auf, flieht als Jugendlicher nach Frankreich und erinnert sich als Erwachsener an sein aufwachsen. Faye schreibt lebhaft und schön und weckt ganz deutliche Bilder.

4

Wie soll man dieses Buch bewerten? Wie soll man es beschreiben? Der Autor hat auf magische Weise Worte in einer sehr poetischen Sprache für unsagbare Ereignisse und unbeschreibliche Gefühle gefunden. Die „Geschichte“ dieses Romans, die Erzählung einer Kindheit beginnt langsam, fast träge und harmlos, nimmt dann aber Fahrt auf und an Brutalität und Grausamkeit zu. Das verstörende Nebeneinander von Krieg und Frieden, Tod und Zerstörung und Hoffnung, die Schilderungen von Privilegien, Zufall und Willkür sind kaum zu ertragen. Ein Buch, von dem man sich erholen muss. Vor allem aber ein unheimlich (im wahrsten Wortsinn) aktuelles, weises und wichtiges, wichtiges Buch.

5

Die Sanftheit einer Kindheit wird der Brutalität eines Krieges gegenüber gestellt und lässt mich sprachlos zurück. Ich muss erst mal durchatmen...

5

Spannende, berührende Geschichte, und toll geschrieben! Hat mir wirklich gut gefallen!

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