Jacaranda

Jacaranda

Hardback
4.545

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Description

Milan ist ein ganz normaler Junge aus Versailles. Bis zu dem Tag, an dem Claude auftaucht, ein Verwandter seiner Mutter aus Ruanda. Als Claude wieder verschwindet, lässt Milan die Erinnerung an den kleinen »Bruder« nicht mehr los. Warum hat die Mutter ihn nie erwähnt, warum kennt Milan Ruanda nur aus den Abendnachrichten? Erst als junger Mann reist er nach Kigali, freundet sich wieder mit Claude an und dem undurchsichtigen Sartre. Reise um Reise beginnt Milan das Familiengeheimnis aufzudecken, begreift, dass sich Ruanda noch immer vom Völkermord an den Tutsi erholen muss. Mit der für ihn typischen Sanftheit verfolgt Gaël Faye die Lebenswege seiner Figuren, erzählt von Dialog und Vergebung. Ein Buch, aus dem man verändert hervorgeht.

Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot

»Zutiefst bewegend. Es gibt kein anderes Wort.« 20 minutes

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
272
Price
24.70 €

Author Description

Gaël Faye, 1982 in Burundi geboren, wuchs als Kind einer ruandischen Mutter und eines französischen Vaters auf, bevor er 1994 infolge des in Burundi herrschenden Bürgerkriegs nach Frankreich flüchten musste. Nach dem Ende seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er zwei Jahre als Investmentbanker in London und kehrte schließlich nach Frankreich zurück, wo er inzwischen als Musiker und Autor höchste Anerkennung genießt. Sein erster Roman »Kleines Land« war für den Prix Goncourt nominiert, erhielt den Prix Goncourt des Lycéens und zahlreiche andere literarische Auszeichnungen. »Jacaranda« wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet und stand viele Wochen auf der französischen Bestsellerliste.

Posts

8
All
5

Die Intensität und Schwere der Thematik forderten mich stark heraus. Trotzdem hat das Buch mich auch bereichert.

5

Dieses Buch hat mich umgehauen - ein Highlight des bisherigen Jahres!

Nach der Lektüre musste ich das Ganze erst mal sacken lassen bevor ich einen Beitrag schreiben konnte, da ich sehr aufgewühlt war von der Geschichte. Milan lebt in Frankreich und ist der Sohn einer Rwandesin und eines Franzosen. Er führt ein normales Leben bis er im Fernseher die Bilder von den Massakern in Rwanda 1994 sieht. Bald darauf taucht ein "Cousin" auf, der Unterschlupf bei Ihnen findet und aus Rwanda gekommen ist. Da beginnt er seine Mutter über Ihre Vergangenheit und ihr Mutterland zu befragen. Diese spricht jedoch gar nicht gerne darüber. Der "Cousin" reist dann auch bald wieder zurück. Ein paar Jahre später reist Milan selbst mit der Mutter nach Rwanda, da diese bestimmte administrative Dinge klären muss. Hier trifft er wieder auf Claude, den "Cousin", und beginnt langsam aber sicher das Land kennenzulernen. In der Folge reist er immer wieder dorthin und entdeckt mehr und mehr über die Menschen, das Land und auch sich selbst. Eine Geschichte übers Erwachsenwerden unter widrigen Umständen zwischen zwei Welten. Gaël Faye hat hier ein umwerfendes Buch geschrieben. Habe schon Petit Pays sehr gemocht. Hier ist es aber eine rundere und sehr viel literarischere Geschichte. Er schafft es mit der Figur von Milan einen Blick auf das Land und seine Geschichte zu werfen, der nach Aussen und nach Innen gerichtet ist. Dabei erfahren wir viel über die Geschichte und die Gefühle der Menschen eines Landes, das in seiner schwierigsten Zeit von der Welt alleine gelassen wurde. Gerade die letzten ca. 100 Seiten haben mich sehr berührt - war beim Lesen selten den Tränen so nahe, und das aus Trauer und Freude. Vielleicht hat es mich auch so berührt weil ich vor einigen Jahren in Rwanda war, und es mir sehr gefallen hat. Das Land, die Leute, die Stimmung. Das Buch bringt jedenfalls diesen Widerspruch von Schwere und Leichtigkeit, den man spürt, sehr gut rüber. Die Figuren sind alle sehr liebevoll gezeichnet und in ihrer Funktion schlau eingesetzt. Dabei lehrt er uns einiges, ohne belehrend zu sein. Hätte meiner Meinung nach den Prix Concourt verdient. Absolute Empfehlung für alle, die mit der Thematik etwas anfangen können. Es lohnt sich enorm dieses Buch zu lesen - ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.

5

Absolutes Lieblingsbuch Jänner 2026!

Eine Familiengeschichte rund um den Genozid 1994 in Ruanda die mich sehr bewegt hat...

4

Rund um den Genozid der Hutu an den Tutsi in Ruanda im Jahr 1994 ist der Roman des französisch-ruandischen Autors Gael Faye aufgebaut. Faye gelingt es - trotz der brisanten Thematik - eindrucksvoll einen berührenden Roman über Erinnerung, Versöhnung und das schwere Erbe schweigender Geschichten zu verfassen. Hat mich sehr bewegt.

5

Milan ist ein durch und durch französischer Junge. Seine Mutter ist zwar ursprünglich aus Ruanda, über ihre Vergangenheit dort, spricht sie aber nie. So erfährt der 12-jährige Milan auch aus den Medien von dem Genozid, denkt aber gar nicht darüber nach, dass auch Verwandte seiner Mutter davon betroffen sein könnten. Auch als der gleichaltrige Claude aus Ruanda mit einer schweren Kopfverletzung plötzlich bei ihnen auftaucht, stellt er die Verbindung nicht her. Erst Jahre später als junger Mann beginnt er sich intensiv mit der Geschichte Ruandas und damit auch seiner Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Ich fand den Protagonisten und die gewählte Erzählperspektive des Romans sehr interessant. Milan hat Familie in Ruanda und ist trotzdem ein Außenseiter; nicht nur weil er in Frankreich geboren und aufgewachsen ist, sondern auch weil er von seiner Mutter tatsächlich gar nichts über das Land und die Kultur vermittelt bekommen hat. Aus dieser Perspektive versucht er die Vergangenheit zu verstehen und sieht dabei welche Folgen dieser Genozid für die Generationen danach hat, wie präsent Schmerz und Hass auch Jahre später noch sind. Im Mittelpunkt steht nicht der Genozid selbst - obwohl es im letzten Drittel einige sehr explizite Rückblicke gibt - sondern die Aufarbeitung des Genozid bzw. die Frage, ob und wie dies überhaupt möglich sein kann. Damit ist es ein brandaktuelles Buch, dann leider müssen wir uns eingestehen, dass die Menschheit nichts aus der Geschichte gelernt hat. Die Gräueltaten eines Genozid sind auch heute noch möglich und bittere Realität. Also wird sich früher oder später auch wieder die Frage stellen: Wie können Menschen danach weiterhin zusammen leben? Welche Zukunft hat ein Land nach so einer gewalttätigen, brutalen Vergangenheit? Trotz der schwierigen Thematik war das Buch gut lesbar. Der Autor hat eine gute Balance gefunden und tolle, originelle Charaktere entworfen. Die Brutalität des Genozides und dessen Folgen werden auf emotionaler Ebene deutlich gemacht, gleichzeitig wird auch ohne belehrenden Tonfall viel Hintergrundwissen vermittelt.

4.5

Wunderschön, bewegend und bisher mein Buch des Jahres!

Jacaranda spricht den Genozid in Ruanda klar und direkt aus ohne Ausweichen. Und gerade darin liegt seine Stärke: Die Gewalt steht nicht isoliert, sondern ist eingebettet in eine Familiengeschichte. Das macht den Text so eindringlich, weil das Unfassbare Teil von Beziehungen, Erinnerungen und Herkunft wird.

Wunderschön, bewegend und bisher mein Buch des Jahres!
4.5

Ein berührendes Buch über Ruanda und Trauma und Heilung der Generation des Genozids und der nachfolgenden Generationen.

4.5

Ich fand es toll, wie die Szenen beschrieben wurden und die Stimmung aufgebaut wurde. Man hatte wirklich den Eindruck, eine eine andere Welt einzutauchen - das ging mir bei Petit Pays auch so, insbesondere die Szene im Schwimmbad ist mir da in Erinnerung geblieben. Ich konnte beide Bücher kaum weglegen. Irgendwie war Jacaranda trotzdem für mich ein bisschen zu sehr an der Oberfläche - ich konnte eigentlich nicht vollends nachvollziehen, wie die Versöhnung möglich werden sollte…

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