Aufbrechen
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Description
Book Information
Author Description
Tsitsi Dangarembga ist Filmemacherin, Dramaturgin und Schriftstellerin. 1988 veröffentlichte sie ihren Roman »Nervous Conditions«, der in zahlreiche Sprachen über-setzt wurde. Das Buch gilt als der erste afrikanische Frauenroman. 1992 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma Nyerai Films. Tsitsi Dangarembga setzt sich intensiv für die Förderung filmschaffender Frauen in Simbabwe und anderen afrikanischen Ländern ein. Sie ist Gründerin der Organisation Women Filmmakers of Simbabwe und Direktorin des International Images Film Festival for Women in Harare. Seit 2009 steht Tsitsi Dangarembga dem Creative Arts for Progress in Africa Trust vor. 2021 erhielt sie den PEN Pinter Prize sowie den PEN International Award for Freedom of Expression. Sie ist Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.
Posts
Zwischen Tradition und Selbstbestimmung
„Aufbrechen“ erzählt die Kindheit eines mutigen und klugen Mädchens im Simbabwe der 1960er- und 70er-Jahre, das patriarchale Strukturen hinterfragt und aufzubrechen versucht. Besonders eindrücklich fand ich die Erkenntnis: „Es hing nicht von Armut ab oder von mangelnder Bildung oder von Tradition. Es hing von keinem der Dinge ab, in denen ich bisher den Grund gesehen hatte. Männer erzeugten Opfer, wohin sie auch gingen.“ Zudem zeigt das Buch sehr authentisch den inneren Konflikt junger Menschen, die zwischen völlig gegensätzlichen Kulturen aufwachsen. Es ist insgesamt ein großartiges Buch, auch wenn es sich nicht immer ganz flüssig lesen lässt. Vor allem die Passagen, in denen über die Zukunft einzelner Familienmitglieder diskutiert und entschieden wird, empfand ich als etwas zäher. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Streit- und Gesprächskultur dort deutlich anders ist, als viele Leser*innen hier es gewohnt sind. Ich bin noch unentschlossen, ob ich auch Teil 2 und 3 lesen werde.
Dieser Roman beschreibt das Leben eines Mädchens aus einem afrikanischen Dorf. Sie setzt mit Ehrgeiz und Fleiß ihr Recht auf Bildung durch. Dabei machen ihr der traditionelle Platz, der Frauen in der Gesellschaft zugewiesen wird Probleme, aber auch die immer noch kolonialistische Haltung der Weißen den Schwarzen gegenüber. Sie versucht, den Spagat zwischen dem Erreichen der Bildung und sich nicht von ihrer Kultur entfremden zu lassen zu bewältigen. Der Alltag im afrikanischen Dorf und die Zerrissenheit der einzelnen Menschen wird von der Autorin in Erzählform beschrieben und man erfährt nebenbei vieles über das Leben in einem afrikanischen Dorf. Ich bin gespannt auf das zweite Buch der Trilogie
Aufbrechen ist der 1. Band einer Trilologie über das Leben und Frausein im kolonialen Rhodesien, dem heutigen Simbabwe Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Tsitsi Dangaremga erzählt die Geschichte des armen und klugen Bauernmädchens Tambudsai, das sich den Schulbesuch auf clevere Weise selbst organisiert und dann später die Chance höherer Bildung ergreift. Interessant ist der Roman vor allem hinsichtlich seiner Frauenfiguren, die sich sehr unterschiedlich mit den patriarchalen Strukturen ihrer Lebenswelten arrangieren oder es eben nicht tun und entweder zerbrechen oder aufbrechen (wie Tambudsai). Sprachlich etwas trocken, spröde geschrieben, zum Teil sehr sachlich, manchmal etwas zu unterkühlt für mich; insgesamt aber trotzdem zu empfehlen.
Über das Leben eines dreizehnjährigen Mädchens in Simbabwe in den 60er Jahren
Das Buch liest sich etwas holprig und ist nicht übermäßig spannend, zeigt aber sehr gut die Situation von Mädchen in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe. Die dreizehnjährige Tambu ist sehr wissbegierig und intelligent, muss aber sehr kämpfen, um überhaupt zur Schule gehen zu können. Sie schafft es aber, trotz aller Schwierigkeiten und Diskriminierungen, sich durchzuboxen und ihren Weg zu gehen.
In den 60er Jahren in Rhodesien bekommt die älteste Tochter von Jeremiah und Ma'Shingayi, Tambudzai, die Chance, die Missionsschule zu besuchen, nachdem ihr Bruder plötzlich stirbt. Damit beginnt die intellektuelle Entwicklung und Emanzipation von Tambudzai, die nun bei der Familie ihres Onkels aufwächst, der sein Studium in England absolvierte. Der Roman besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil lerne ich Tambudzai, ihren Alltag auf dem Dorf und ihre Beziehung zu ihrer Familie kennen. Besonders wird die Rivalität zu ihrem älteren Bruder und ihre Benachteiligung als Mädchen deutlich. Der zweite Teil beginnt, als sie ihr neues Leben bei ihrem Onkel in der Mission anfängt. Sie lernt eine ihr völlig unbekannte Welt kennen (z.B. Wasserhähne, eine Badewanne, Nachthemden) und freundet sich allmählich mit ihrer in England groß gewordenen älteren Cousine an. Im dritten und letzten Teil gelingt Tambu als eine von sechs dunkelhäutigen Mädchen der Wechsel von der Missionsschule zur Klosterschule. Ein weiterer Schritt für sie auf dem Weg hin zu mehr Wissen und in die Welt der reichen Weißen, aber auch weg von ihrer Familie und dem traditionellen Leben auf dem Land. Auf den knapp 300 Seiten passiert insgesamt nicht wahnsinnig viel, das hat mich erst gestört. Später habe ich jedoch erfahren, dass das Buch der erste Teil der Trilogie rund um Tambus Aufwachsen im postkolonialen Rhodesien ist. Vor diesem Hintergrund ist das Erzähltempo stimmig und ich möchte nun mehr über den Weg der jungen Rhodesierin erfahren. Ich gebe 💜💜💜, da ich mit dem Erzählstil nicht warm geworden bin. Das Buch reiht sich ein in meine Bibliothek ähnlicher Werke, in denen der/die Held:in Zugang zur Welt des Wissens bekommt, gleichzeitig aber den Schmerz der Entfremdung von den eigenen Wurzeln erfährt: "Befreit" von Tara Westover oder "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn (ebenfalls eine mehrbändige Erzählung). Und "Educating Rita" von Willy Russell fällt mir noch ein. Welche Bücher fallen Euch zu dem Thema ein?

3.5 Sterne Inhaltlich spannend, viele wichtige Themen, darunter das Streben nach Bildung und Freiheit afrikanischer Mädchen sowie die Selbstbestimmung und Emanzipation derselben. Punktabzug gibt es für den Schreibstil, der sich mir persönlich als sehr unzugänglich darstellte - voller Abschweifungen und langer Sätze machte es mir der Text nahezu unmöglich, in einen gleichmäßigen Lesefluss zu kommen. Ich würde im Zweifelsfall eher Abi Darés Mädchen mit der lauternen Stimme empfehlen :)
Ich war etwas zwiegespalten bei diesem Buch. Ich fand die Geschichte unglaublich horizonterweiternd. Es geht um das Leben eines jungen Mädchens in Simbabwe, welches den patriarchalen Strukturen ihrer Kultur und gleichzeitig den Auswirkungen des Kolonialismus ausgesetzt ist und ihren Platz in der Welt finden will. Zwischendrin gab es einige Passagen, die ich etwas langatmig fand und musste mich dann etwas durchkämpfen. Da es aber kein sehr dickes Buch ist, bin ich trotzdem gut durchgekommen und fühle mich sehr bereichert um ein paar Blickwinkel.
This book by Zimbabwese author Tsitsi Dangarembga deserves to be called a feminist classic. Set in the 60s in Rhodesia, it tells a story of a girl growing up with an uncle who studied in England and now runs a mission school. Up to his death, her brother receives a place at this school, leading to an increasing estrangement between the siblings until Tambudzai herself becomes entangled between different identities. This coming of age story discusses sexism, racim, classism, and colonialism, shows how Tambu is torn between the person she grew up as, the person she is expected to be, and the question what kind of person she wants to be. It is a struggle marked by unequal wealth, foreign influences, opportunities, and barriers that Tembu often fights against, though differently than for example her cousin. The story does overall offer different perspectives, especially by the various women who all navigate the patriarchal and colonized society differently. And it is unfortuantely also a story that, even though published in 1988, remains highly relevant today.
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Author Description
Tsitsi Dangarembga ist Filmemacherin, Dramaturgin und Schriftstellerin. 1988 veröffentlichte sie ihren Roman »Nervous Conditions«, der in zahlreiche Sprachen über-setzt wurde. Das Buch gilt als der erste afrikanische Frauenroman. 1992 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma Nyerai Films. Tsitsi Dangarembga setzt sich intensiv für die Förderung filmschaffender Frauen in Simbabwe und anderen afrikanischen Ländern ein. Sie ist Gründerin der Organisation Women Filmmakers of Simbabwe und Direktorin des International Images Film Festival for Women in Harare. Seit 2009 steht Tsitsi Dangarembga dem Creative Arts for Progress in Africa Trust vor. 2021 erhielt sie den PEN Pinter Prize sowie den PEN International Award for Freedom of Expression. Sie ist Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.
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Zwischen Tradition und Selbstbestimmung
„Aufbrechen“ erzählt die Kindheit eines mutigen und klugen Mädchens im Simbabwe der 1960er- und 70er-Jahre, das patriarchale Strukturen hinterfragt und aufzubrechen versucht. Besonders eindrücklich fand ich die Erkenntnis: „Es hing nicht von Armut ab oder von mangelnder Bildung oder von Tradition. Es hing von keinem der Dinge ab, in denen ich bisher den Grund gesehen hatte. Männer erzeugten Opfer, wohin sie auch gingen.“ Zudem zeigt das Buch sehr authentisch den inneren Konflikt junger Menschen, die zwischen völlig gegensätzlichen Kulturen aufwachsen. Es ist insgesamt ein großartiges Buch, auch wenn es sich nicht immer ganz flüssig lesen lässt. Vor allem die Passagen, in denen über die Zukunft einzelner Familienmitglieder diskutiert und entschieden wird, empfand ich als etwas zäher. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Streit- und Gesprächskultur dort deutlich anders ist, als viele Leser*innen hier es gewohnt sind. Ich bin noch unentschlossen, ob ich auch Teil 2 und 3 lesen werde.
Dieser Roman beschreibt das Leben eines Mädchens aus einem afrikanischen Dorf. Sie setzt mit Ehrgeiz und Fleiß ihr Recht auf Bildung durch. Dabei machen ihr der traditionelle Platz, der Frauen in der Gesellschaft zugewiesen wird Probleme, aber auch die immer noch kolonialistische Haltung der Weißen den Schwarzen gegenüber. Sie versucht, den Spagat zwischen dem Erreichen der Bildung und sich nicht von ihrer Kultur entfremden zu lassen zu bewältigen. Der Alltag im afrikanischen Dorf und die Zerrissenheit der einzelnen Menschen wird von der Autorin in Erzählform beschrieben und man erfährt nebenbei vieles über das Leben in einem afrikanischen Dorf. Ich bin gespannt auf das zweite Buch der Trilogie
Aufbrechen ist der 1. Band einer Trilologie über das Leben und Frausein im kolonialen Rhodesien, dem heutigen Simbabwe Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Tsitsi Dangaremga erzählt die Geschichte des armen und klugen Bauernmädchens Tambudsai, das sich den Schulbesuch auf clevere Weise selbst organisiert und dann später die Chance höherer Bildung ergreift. Interessant ist der Roman vor allem hinsichtlich seiner Frauenfiguren, die sich sehr unterschiedlich mit den patriarchalen Strukturen ihrer Lebenswelten arrangieren oder es eben nicht tun und entweder zerbrechen oder aufbrechen (wie Tambudsai). Sprachlich etwas trocken, spröde geschrieben, zum Teil sehr sachlich, manchmal etwas zu unterkühlt für mich; insgesamt aber trotzdem zu empfehlen.
Über das Leben eines dreizehnjährigen Mädchens in Simbabwe in den 60er Jahren
Das Buch liest sich etwas holprig und ist nicht übermäßig spannend, zeigt aber sehr gut die Situation von Mädchen in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe. Die dreizehnjährige Tambu ist sehr wissbegierig und intelligent, muss aber sehr kämpfen, um überhaupt zur Schule gehen zu können. Sie schafft es aber, trotz aller Schwierigkeiten und Diskriminierungen, sich durchzuboxen und ihren Weg zu gehen.
In den 60er Jahren in Rhodesien bekommt die älteste Tochter von Jeremiah und Ma'Shingayi, Tambudzai, die Chance, die Missionsschule zu besuchen, nachdem ihr Bruder plötzlich stirbt. Damit beginnt die intellektuelle Entwicklung und Emanzipation von Tambudzai, die nun bei der Familie ihres Onkels aufwächst, der sein Studium in England absolvierte. Der Roman besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil lerne ich Tambudzai, ihren Alltag auf dem Dorf und ihre Beziehung zu ihrer Familie kennen. Besonders wird die Rivalität zu ihrem älteren Bruder und ihre Benachteiligung als Mädchen deutlich. Der zweite Teil beginnt, als sie ihr neues Leben bei ihrem Onkel in der Mission anfängt. Sie lernt eine ihr völlig unbekannte Welt kennen (z.B. Wasserhähne, eine Badewanne, Nachthemden) und freundet sich allmählich mit ihrer in England groß gewordenen älteren Cousine an. Im dritten und letzten Teil gelingt Tambu als eine von sechs dunkelhäutigen Mädchen der Wechsel von der Missionsschule zur Klosterschule. Ein weiterer Schritt für sie auf dem Weg hin zu mehr Wissen und in die Welt der reichen Weißen, aber auch weg von ihrer Familie und dem traditionellen Leben auf dem Land. Auf den knapp 300 Seiten passiert insgesamt nicht wahnsinnig viel, das hat mich erst gestört. Später habe ich jedoch erfahren, dass das Buch der erste Teil der Trilogie rund um Tambus Aufwachsen im postkolonialen Rhodesien ist. Vor diesem Hintergrund ist das Erzähltempo stimmig und ich möchte nun mehr über den Weg der jungen Rhodesierin erfahren. Ich gebe 💜💜💜, da ich mit dem Erzählstil nicht warm geworden bin. Das Buch reiht sich ein in meine Bibliothek ähnlicher Werke, in denen der/die Held:in Zugang zur Welt des Wissens bekommt, gleichzeitig aber den Schmerz der Entfremdung von den eigenen Wurzeln erfährt: "Befreit" von Tara Westover oder "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn (ebenfalls eine mehrbändige Erzählung). Und "Educating Rita" von Willy Russell fällt mir noch ein. Welche Bücher fallen Euch zu dem Thema ein?

3.5 Sterne Inhaltlich spannend, viele wichtige Themen, darunter das Streben nach Bildung und Freiheit afrikanischer Mädchen sowie die Selbstbestimmung und Emanzipation derselben. Punktabzug gibt es für den Schreibstil, der sich mir persönlich als sehr unzugänglich darstellte - voller Abschweifungen und langer Sätze machte es mir der Text nahezu unmöglich, in einen gleichmäßigen Lesefluss zu kommen. Ich würde im Zweifelsfall eher Abi Darés Mädchen mit der lauternen Stimme empfehlen :)
Ich war etwas zwiegespalten bei diesem Buch. Ich fand die Geschichte unglaublich horizonterweiternd. Es geht um das Leben eines jungen Mädchens in Simbabwe, welches den patriarchalen Strukturen ihrer Kultur und gleichzeitig den Auswirkungen des Kolonialismus ausgesetzt ist und ihren Platz in der Welt finden will. Zwischendrin gab es einige Passagen, die ich etwas langatmig fand und musste mich dann etwas durchkämpfen. Da es aber kein sehr dickes Buch ist, bin ich trotzdem gut durchgekommen und fühle mich sehr bereichert um ein paar Blickwinkel.
This book by Zimbabwese author Tsitsi Dangarembga deserves to be called a feminist classic. Set in the 60s in Rhodesia, it tells a story of a girl growing up with an uncle who studied in England and now runs a mission school. Up to his death, her brother receives a place at this school, leading to an increasing estrangement between the siblings until Tambudzai herself becomes entangled between different identities. This coming of age story discusses sexism, racim, classism, and colonialism, shows how Tambu is torn between the person she grew up as, the person she is expected to be, and the question what kind of person she wants to be. It is a struggle marked by unequal wealth, foreign influences, opportunities, and barriers that Tembu often fights against, though differently than for example her cousin. The story does overall offer different perspectives, especially by the various women who all navigate the patriarchal and colonized society differently. And it is unfortuantely also a story that, even though published in 1988, remains highly relevant today.


















