Käsebier erobert den Kurfürstendamm

Käsebier erobert den Kurfürstendamm

Softcover
3.619
SängerWirtschaftskriseLiterarische Wiederentdeckung20Er Jahre

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Description

Die sensationelle Wiederentdeckung eines zeitgemäßen Klassikers

Berlin im Winter 1929: Ein Zeitungsreporter entdeckt in einem billigen Varieté den Volkssänger Käsebier. Um Eindruck in seiner Redaktion zu machen, schreibt er ihn zum Megastar hoch: Plötzlich pilgert auch die bessere Gesellschaft zu den Vorstellungen mit Hits wie "Mensch, ist Liebe schön" und "Wie soll er schlafen durch die dünne Wand", die Ufa will einen Film drehen, ein Bauunternehmer wittert das ganz große Geschäft. Doch wie lange kann der Rausch anhalten? Klarsichtig und bitterböse erzählt Gabriele Tergit vom irren Mechanismus eines Medienhypes, der auch fast 90 Jahre später nichts an Aktualität verloren hat.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
400
Price
13.40 €

Author Description

Gabriele Tergit (1894-1982), Journalistin und Schriftstellerin, wurde durch ihre Gerichtsreportagen bekannt. Sie schrieb drei Romane, zahlreiche Feuilletons und Reportagen sowie posthum veröffentlichte Erinnerungen. Im November 1933 emigrierte sie nach Palästina, 1938 zog sie mit ihrem Mann nach London.

Posts

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All
3.5

Das Debüt von Gabriele Tergit aus dem Jahr 1931 ist ein wichtiges Zeugnis deutscher Literatur aus der Feder einer Frau

Käsebier, ein Kleinkünstler, erobert Ende der 1920er Jahre den Kurfürstendamm und zwar ausgehend von der Berliner Hasenheide, wo er sein Publikum begeistert. Entdeckt wird er von einem Redakteur der Berliner Rundschau, der ihm in kurzer Zeit zu Ruhm verhilft. Seine Berühmtheit nimmt groteske Züge an. Alles was Rang und Namen hat, stürzt sich auf ihn und versucht in seinemErfolg mitzuschwimmen. Es gibt Käsebierfiguren und weitere unnütze Sachen, die sich für eine gewisse Zeit gut verkaufen lassen. Schließlich wittern Menschen aus angesehen Familien mit viel Einfluss, die Gunst der Stunde zu nutzen und Käsebier am Kurfürstendamm ein eigenes Theater zu bauen, integriert mit Läden, Wohnungen und Garagen im Luxussegment. Aber womit niemand rechnet ist die Weltwirtschaftskrise, die das Projekt zu einer gewagten Investition macht. Gabriele Tergit schreibt sehr ungewohnt, fast ein wenig gehetzt und im Stakkato-Stil. Zugleich gibt es viele Namen, die es mir sehr schwer machten der Geschichte zu folgen. Dennoch bin ich dran geblieben, weil sie mit großer Präzision die gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit und deren Widersprüche thematisiert hat. Als Frau war das sehr ungewöhnlich. Autoren wie Fallada erhielten mehr Beachtung, worauf in einem Nachwort auch ausführlicher eingegangen wird. Dieses Nachwort und die Einordnung des Buches in die damalige Zeit, haben mir auch geholfen , die Geschichten hier besser zu verstehen. Ich kann das Buch empfehlen, aber man muss sich auf den Schreibstil einlassen. Ich werde in jedem Fall noch mehr von Gabriele Tergit lesen.

Das Debüt von Gabriele Tergit aus dem Jahr 1931 ist ein wichtiges Zeugnis deutscher Literatur aus der Feder einer Frau
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Noch immer aktuell

Nachdem es mir am Anfang schwer gefallen ist, in das Buch reinzukommen (viele Namen und hektische, unterbrochene Ahnungen), könnte ich in der zweiten Hälfte des Buches gar nicht mehr aufhôren zu lesen. Viele der Figuren spiegeln Probleme wieder, die heutzutage nicht aktueller sein könnten. Immer wieder war ich erstaunt, dass dieses Buch schon vor über 100 Jahren verfasst wurde und doch eigentlich gewisse Ironie an der jetzigen Welt übt.

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