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Romane

Käsebier erobert den Kurfürstendamm

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Über das Buch

In sechs rauschhaften Wochen schrieb Gabriele Tergit ihren ersten Roman, der sie 1931 mit einem Schlag berühmt machte. KÄSEBIER EROBERT DEN KURFÜRSTENDAMM erzählt von Aufstieg und Fall des Volkssängers Käsebier, den ein Zeitungsreporter in einem billigen Varieté entdeckt. Um Eindruck in seiner Redaktion zu machen, puscht er ihn zum Megastar hoch. Immobilienmakler und Spekulanten hängen sich an den schnellen Ruhm, die gelangweilten Damen der guten Gesellschaft pilgern in die Vorstellungen, Käsebier wird hemmungslos vermarktet.Gabriele Tergit, die erste deutsche Gerichtsreporterin, ist nicht nur eine unerbittlich genaue, sondern auch mitfühlende Beobachterin. Pointierte und hoch komische Dialoge machen neben der präzisen Schilderung der gesellschaftlichen Milieus - vom Tanzmädchen über den Tischlermeister bis zum Medienmogul - den Reiz ihres Romans aus. Ihr eigener Arbeitsplatz wird dabei besonders unter die Lupe genommen: die Kulturredaktion des Berliner Tageblatts. Berlin, die weit östlich gelegene Stadt, war schon damals ein so idealer wie schwieriger Ort für Kreative.

Editionen (7)

ISBN9783731760894
VerlagSchöffling
Erscheinungsdatum02.02.16
Seitenzahl400

Rezensionen & Bewertungen

21 Bewertungen

2 Rezensionen

3,6

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  • bea777
    bea777

    484 Follower

    3,5

    Das Debüt von Gabriele Tergit aus dem Jahr 1931 ist ein wichtiges Zeugnis deutscher Literatur aus der Feder einer Frau

    Käsebier, ein Kleinkünstler, erobert Ende der 1920er Jahre den Kurfürstendamm und zwar ausgehend von der Berliner Hasenheide, wo er sein Publikum begeistert. Entdeckt wird er von einem Redakteur der Berliner Rundschau, der ihm in kurzer Zeit zu Ruhm verhilft. Seine Berühmtheit nimmt groteske Züge an. Alles was Rang und Namen hat, stürzt sich auf ihn und versucht in seinemErfolg mitzuschwimmen. Es gibt Käsebierfiguren und weitere unnütze Sachen, die sich für eine gewisse Zeit gut verkaufen lassen. Schließlich wittern Menschen aus angesehen Familien mit viel Einfluss, die Gunst der Stunde zu nutzen und Käsebier am Kurfürstendamm ein eigenes Theater zu bauen, integriert mit Läden, Wohnungen und Garagen im Luxussegment. Aber womit niemand rechnet ist die Weltwirtschaftskrise, die das Projekt zu einer gewagten Investition macht. Gabriele Tergit schreibt sehr ungewohnt, fast ein wenig gehetzt und im Stakkato-Stil. Zugleich gibt es viele Namen, die es mir sehr schwer machten der Geschichte zu folgen. Dennoch bin ich dran geblieben, weil sie mit großer Präzision die gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit und deren Widersprüche thematisiert hat. Als Frau war das sehr ungewöhnlich. Autoren wie Fallada erhielten mehr Beachtung, worauf in einem Nachwort auch ausführlicher eingegangen wird. Dieses Nachwort und die Einordnung des Buches in die damalige Zeit, haben mir auch geholfen , die Geschichten hier besser zu verstehen. Ich kann das Buch empfehlen, aber man muss sich auf den Schreibstil einlassen. Ich werde in jedem Fall noch mehr von Gabriele Tergit lesen.

    Das Debüt von Gabriele Tergit aus dem Jahr 1931 ist ein wichtiges Zeugnis deutscher Literatur aus der Feder einer Frau

    19. März 2026

  • 4,0

    Noch immer aktuell

    Nachdem es mir am Anfang schwer gefallen ist, in das Buch reinzukommen (viele Namen und hektische, unterbrochene Ahnungen), könnte ich in der zweiten Hälfte des Buches gar nicht mehr aufhôren zu lesen. Viele der Figuren spiegeln Probleme wieder, die heutzutage nicht aktueller sein könnten. Immer wieder war ich erstaunt, dass dieses Buch schon vor über 100 Jahren verfasst wurde und doch eigentlich gewisse Ironie an der jetzigen Welt übt.

    4. März 2024

Autorin / Autor

Über Gabriele Tergit

Gabriele Tergit (1894–1982), Journalistin und Schriftstellerin, schrieb drei Romane, zahlreiche Feuilletons und Reportagen sowie posthum veröffentlichte Erinnerungen. 1933 emigrierte sie nach Palästina, 1938 zog sie nach London. Ihr literarisches Werk wurde erst spät in Deutschland wiederentdeckt. Heute gilt sie, vor allem aufgrund ihres Erfolgsromans Effingers, als bedeutende Autorin der Zwischen- und Nachkriegszeit.

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