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Für seine Zeit nicht schlecht, heutzutage nicht immer anwendbar
Dale Carnegies Werk ist ohne Frage ein Urgestein der Ratgeberliteratur. Wenn man bedenkt, dass das Buch bereits 1937 erschienen ist, war es für seine Zeit wahrscheinlich bahnbrechend und hat die Grundsteine für das moderne Soft-Skill-Training gelegt. Dennoch hinterlässt es bei mir ein gemischtes Gefühl. Das Buch bietet viele wertvolle Impulse für den Umgang mit Menschen. Besonders im Berufsleben helfen die Prinzipien dabei, Reibungsverluste in der Kommunikation zu minimieren. Wenn man bereit ist, ein wenig Transferleistung zu erbringen, lässt sich vieles wunderbar in den heutigen Arbeitsalltag ableiten. Ich nutze mittlerweile gezielt die Techniken zur Gesprächsführung, die sich für mich authentisch anfühlen, und habe dadurch definitiv dazugelernt. Es gibt jedoch Sätze und Regeln, die ich so nicht zu 100 Prozent unterschreiben kann: Für Menschen, die ohnehin schon sehr harmoniebedürftig sind oder zum People Pleasing neigen, können einige Ratschläge (wie das strikte Vermeiden von Widerspruch) regelrecht gefährlich sein. Es besteht die Gefahr, die eigenen Bedürfnisse komplett unterzuordnen, um es anderen recht zu machen. In einer modernen, agilen Arbeitswelt ist konstruktive Kritik und ein klares "Nein" essenziell. Carnegie wirkt hier teilweise veraltet, da er den Fokus fast ausschließlich auf die Zufriedenheit des Gegenübers legt, statt auf eine gesunde, zweiseitige Kommunikation. Manche Tipps fühlen sich grenzwertig an, da das Ziel oft die eigene Erfolgssicherung ist und weniger eine echte, tiefe Entwicklung des Gegenübers. Wer lernt, sich nur die Rosinen herauszupicken und das Gelesene in den modernen Kontext einzuordnen, profitiert enorm. Wer jedoch dazu neigt, es jedem recht machen zu wollen, sollte das Buch mit Vorsicht genießen. Ein Klassiker, der in Würde gealtert ist, aber heute definitiv ein Update in Sachen Selbstbehauptung vertragen könnte.

Apr 19, 2026
Für seine Zeit nicht schlecht, heutzutage nicht immer anwendbar
Dale Carnegies Werk ist ohne Frage ein Urgestein der Ratgeberliteratur. Wenn man bedenkt, dass das Buch bereits 1937 erschienen ist, war es für seine Zeit wahrscheinlich bahnbrechend und hat die Grundsteine für das moderne Soft-Skill-Training gelegt. Dennoch hinterlässt es bei mir ein gemischtes Gefühl. Das Buch bietet viele wertvolle Impulse für den Umgang mit Menschen. Besonders im Berufsleben helfen die Prinzipien dabei, Reibungsverluste in der Kommunikation zu minimieren. Wenn man bereit ist, ein wenig Transferleistung zu erbringen, lässt sich vieles wunderbar in den heutigen Arbeitsalltag ableiten. Ich nutze mittlerweile gezielt die Techniken zur Gesprächsführung, die sich für mich authentisch anfühlen, und habe dadurch definitiv dazugelernt. Es gibt jedoch Sätze und Regeln, die ich so nicht zu 100 Prozent unterschreiben kann: Für Menschen, die ohnehin schon sehr harmoniebedürftig sind oder zum People Pleasing neigen, können einige Ratschläge (wie das strikte Vermeiden von Widerspruch) regelrecht gefährlich sein. Es besteht die Gefahr, die eigenen Bedürfnisse komplett unterzuordnen, um es anderen recht zu machen. In einer modernen, agilen Arbeitswelt ist konstruktive Kritik und ein klares "Nein" essenziell. Carnegie wirkt hier teilweise veraltet, da er den Fokus fast ausschließlich auf die Zufriedenheit des Gegenübers legt, statt auf eine gesunde, zweiseitige Kommunikation. Manche Tipps fühlen sich grenzwertig an, da das Ziel oft die eigene Erfolgssicherung ist und weniger eine echte, tiefe Entwicklung des Gegenübers. Wer lernt, sich nur die Rosinen herauszupicken und das Gelesene in den modernen Kontext einzuordnen, profitiert enorm. Wer jedoch dazu neigt, es jedem recht machen zu wollen, sollte das Buch mit Vorsicht genießen. Ein Klassiker, der in Würde gealtert ist, aber heute definitiv ein Update in Sachen Selbstbehauptung vertragen könnte.
Apr 19, 2026








