Himmelsfern
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Description
Book Information
Posts
Ich schwanke ein wenig bei meiner Bewertung. Bis ca. 200 Seiten vor Schluss, war das Buch vorhersehbar und flach. Das Ende hat meiner Meinung nach einiges rausgehauen. Echt super! Aber ob das 4.5 Sterne rechtfertigt, dass ich mich bis über die Hälfte durchkämpfen musste? Ich glaube da muss ich nochmal eine Weile drüber schlafen... Aber das Ende war so toll!!! Mennooo...
Es ist allenernstes ROSA. Ich dachte ich werd nicht mehr, das passte ja so überhaupt nicht zu Jennifer Benkau. Die Feder find ich natürlich mega toll, aber das Rosa passt trotzdem nicht so super zur Geschichte. Wer mich kennt weiß, ich liebe Jennifer Benkaus Art zu schreiben. Im Normalfall wenig jugendlich, sehr erwachsen und echt. Umso gespannter war ich auf Himmelsfern, ein Jugendbuch – ein ROSA Jugendbuch. Hinter dem Klappentext lässt sich nicht allzu viel vermuten und genau das fand ich super. Es lies mich mit fast ohne Erwartungen an das Buch heran gehen. Anfangs dachte ich: oh nein, Engel. Bitte nicht. Und umso erfreuter und überraschter war ich dann, als ich zusammen mit der Protagonistin herausfand, worum es wirklich geht. Die Engel sind vom Tisch. Stattdessen handelt „Himmelsfern“ von bisher eher unbeschriebenen Wesen. Was genau solltet ihr selber lesen, denn dieser „Aha“ – Effekt gibt dem Buch den gewissen Touch. Die Protagonistin Noa überlebt einen Unfall haarscharf. Und dann verliebt sie sich. Doch der Junge, dem sie ihr Herz schenkt, hat nur noch zwei Wochen, bevor er dem Mensch sein vermutlich für immer den Rücken kehren muss. Lässt Noa sich auf die Liebe ein, obwohl sie weiß, dass man ihr in weniger als 2 Wochen das Herz aus der Brust reißen würde? Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Kann Noa die Angst vor Verbrennungen bekämpfen und letztendlich der rettende Anker für den Jungen den sie liebt sein? Ich finde den Inhalt zusammenzufassen OHNE wirklich was zu verraten, ist diesmal wirklich übermäßig schwer. Was jetzt nach einer total typischen Liebesgeschichte klingt, entpuppt sich als wirklich spannendes, mitreißendes Szenario. Ihr wisst vermutlich selbst, dass ich absolut gar nicht auf Kitsch stehe und so kann ich euch beruhigen – Himmelsfern ist zu keiner Zeit kitschig oder auf die Liebesgeschichte fokussiert. Viel mehr begeht man mit Noa zusammen Schritt für Schritt den Weg der Wahrheit und findet auch erst mit ihr zusammen heraus, was es mit den Jägern, dem Jungen den sie liebt und seiner Familie auf sich hat. Es bleibt fast das gesamte Buch über spannend. Noa ist ein wirklich sympathischer Charakter. Sie ist nicht das typische Mädchen, das gerne in Jugendbüchern verwendet wird, sondern eher der taffe Typ, der weiß was er will. Allerdings hat sie ebenso eine verletzliche Seite und einen gesundes Misstrauen gegen all die Dinge die sich ereignen. Magie und Zauberei? Steine in denen man Nachrichten hinterlassen kann? So was gibt es doch nicht. Noa macht eine interessante und glaubwürdige Entwicklung durch und am Ende kann man nicht anders, als mit ihr zu hoffen und zu fiebern und letztendlich zu trauern. Alle anderen Charaktere weisen ebenfalls viele tolle Merkmale auf, die sie einzigartig machen. Eine handfeste Vergangenheit, viele Charakterzüge und tolle Wortgefechte – außerdem wissen wir ja bereits, dass Jennifer Benkau nicht davor zurückschreckt, ihre Charaktere auf der Strecke zu lassen. Alles in allem war Himmelsfern für mich eine mehr als positive Überraschung, die mich nach der letzten Seite mit pochendem Herzen und einer Gänsehaut zurückgelassen hat. Ganz anders als alles bisherige, aber nicht schlechter. Wer interessante Charakter, ein liebevolles Setting und viel Tiefe zu schätzen weiß, der ist mit Himmelsfern wirklich gut beraten. Himmelsfern bekommt von mir 4,5 Federn. (Außerdem ist es ein Einzelband! )
Mir fällt es mir unheimlich schwer, irgendwas zu dem Inhalt zu sagen, ohne zu spoilern. Das Buch lebt quasi davon, dass man als Leser*in ebenso wenig weiß wie Noa, und gleichermaßen versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Dabei habe ich das Buch auch als sehr unvorhersehbar empfunden. Das Buch ist in erster Linie eine Liebesgeschichte mit kleinen Fantasyelementen und im Vordergrund stehen die Protagonist*innen. Wer spannende Kämpfe und epische Weltrettungsmissionen erwartet, ist hier falsch. Das Buch ist ruhig, allerdings von einer unterschwelligen Spannung untermalt, die an die Seiten fesselt. Und gleichzeitig ist die Geschichte auch außergewöhnlich, anders, als die meisten Geschichten dieses Genres, auch wegen ihrer Erzählweise. Und die Liebesgeschichte ist unglaublich schön, sie ist melancholisch, aber auch romantisch, ohne dass ich es als kitschig empfunden hätte. Am ehesten lässt sie sich vielleicht als bittersüß beschreiben. Gleichzeitig geht es darum, auch Imperfektion zu lieben, das eigene Leben nicht unbedingt dafür aufzugeben, darum, was Liebe verzeihen kann und was sie erreichen kann. Es geht um gemeinsames Lachen und darum, sich gegenseitig Stärke zu geben. Um Vertrauen, um Halt geben, und einfach um unheimlich viel. Gleichzeitig ist das Buch aber auch emotional und kann einen fertigmachen. Daneben ist der Schreibstil auch unheimlich angenehm, manchmal leicht poetisch, oft mit gelungener Wortwahl. Noa ist auch eine unheimlich sympathische Protagonistin. Sie hat einen ziemlich sarkastischen und zynischen Stil, mit dem sie die Geschehnisse kommentiert, was immer auch für Unterhaltung sorgt. Sie macht vielleicht nicht immer alles richtig, aber ich konnte ihre Handlungen immer nachvollziehen. Gleichzeitig wirkt sie lebendig, authentisch, wie eine echte Jugendliche. Sie ist oft stark, also innerlich stark, aber eben auch nicht immer, sie nimmt nicht einfach alles hin. Gleichzeitig ist sie auch individuell. Sie hat ein eher ungewöhnliches Hobby - Poi spielen - und auch sonst eigene Charaktereigenschaften. Überhaupt wirken alle Charaktere sehr authentisch und individuell. Und gerade die Interaktion zwischen Noa und ihrem alleinerziehenden Vater habe ich sehr gerne gelesen, zumal die beiden ihre Gefühle hinter Humor verstecken und trotzdem wissen, was der*die andere ausdrücken will. Ansonsten lässt sich vielleicht noch etwas zu der Kulisse sagen, die wie eine Metapher wirkt und für eine entsprechende Atmosphäre sorgt. Die Stadt wird als so grau, heruntergekommen und trostlos wie nur möglich beschrieben, und nicht zuletzt trägt Noa selbst den Nachnamen "Grau". Alles wirkt so banal alltäglich, unbedeutend, die Menschen hängen in ihren trostlosen Alltagen fest. Gerade auch Noas Nachbarschaft ist von Machtspielchen und Armut geprägt. Und obwohl Noa sich weigert, so zu werden wie die anderen Stadtbewohner*innen, merkt man auch, dass es ihr Zuhause ist, das sie kennt. Fazit: Sehr angenehmer Schreibstil und eine unterschwellige Spannung fesseln an die Seiten dieser außergewöhnlichen und bittersüßen Liebesgeschichte mit tiefgründigen, authentischen Charakteren und einer sarkastischen, individuellen und sehr sympathischen Protagonistin!
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Ich schwanke ein wenig bei meiner Bewertung. Bis ca. 200 Seiten vor Schluss, war das Buch vorhersehbar und flach. Das Ende hat meiner Meinung nach einiges rausgehauen. Echt super! Aber ob das 4.5 Sterne rechtfertigt, dass ich mich bis über die Hälfte durchkämpfen musste? Ich glaube da muss ich nochmal eine Weile drüber schlafen... Aber das Ende war so toll!!! Mennooo...
Es ist allenernstes ROSA. Ich dachte ich werd nicht mehr, das passte ja so überhaupt nicht zu Jennifer Benkau. Die Feder find ich natürlich mega toll, aber das Rosa passt trotzdem nicht so super zur Geschichte. Wer mich kennt weiß, ich liebe Jennifer Benkaus Art zu schreiben. Im Normalfall wenig jugendlich, sehr erwachsen und echt. Umso gespannter war ich auf Himmelsfern, ein Jugendbuch – ein ROSA Jugendbuch. Hinter dem Klappentext lässt sich nicht allzu viel vermuten und genau das fand ich super. Es lies mich mit fast ohne Erwartungen an das Buch heran gehen. Anfangs dachte ich: oh nein, Engel. Bitte nicht. Und umso erfreuter und überraschter war ich dann, als ich zusammen mit der Protagonistin herausfand, worum es wirklich geht. Die Engel sind vom Tisch. Stattdessen handelt „Himmelsfern“ von bisher eher unbeschriebenen Wesen. Was genau solltet ihr selber lesen, denn dieser „Aha“ – Effekt gibt dem Buch den gewissen Touch. Die Protagonistin Noa überlebt einen Unfall haarscharf. Und dann verliebt sie sich. Doch der Junge, dem sie ihr Herz schenkt, hat nur noch zwei Wochen, bevor er dem Mensch sein vermutlich für immer den Rücken kehren muss. Lässt Noa sich auf die Liebe ein, obwohl sie weiß, dass man ihr in weniger als 2 Wochen das Herz aus der Brust reißen würde? Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Kann Noa die Angst vor Verbrennungen bekämpfen und letztendlich der rettende Anker für den Jungen den sie liebt sein? Ich finde den Inhalt zusammenzufassen OHNE wirklich was zu verraten, ist diesmal wirklich übermäßig schwer. Was jetzt nach einer total typischen Liebesgeschichte klingt, entpuppt sich als wirklich spannendes, mitreißendes Szenario. Ihr wisst vermutlich selbst, dass ich absolut gar nicht auf Kitsch stehe und so kann ich euch beruhigen – Himmelsfern ist zu keiner Zeit kitschig oder auf die Liebesgeschichte fokussiert. Viel mehr begeht man mit Noa zusammen Schritt für Schritt den Weg der Wahrheit und findet auch erst mit ihr zusammen heraus, was es mit den Jägern, dem Jungen den sie liebt und seiner Familie auf sich hat. Es bleibt fast das gesamte Buch über spannend. Noa ist ein wirklich sympathischer Charakter. Sie ist nicht das typische Mädchen, das gerne in Jugendbüchern verwendet wird, sondern eher der taffe Typ, der weiß was er will. Allerdings hat sie ebenso eine verletzliche Seite und einen gesundes Misstrauen gegen all die Dinge die sich ereignen. Magie und Zauberei? Steine in denen man Nachrichten hinterlassen kann? So was gibt es doch nicht. Noa macht eine interessante und glaubwürdige Entwicklung durch und am Ende kann man nicht anders, als mit ihr zu hoffen und zu fiebern und letztendlich zu trauern. Alle anderen Charaktere weisen ebenfalls viele tolle Merkmale auf, die sie einzigartig machen. Eine handfeste Vergangenheit, viele Charakterzüge und tolle Wortgefechte – außerdem wissen wir ja bereits, dass Jennifer Benkau nicht davor zurückschreckt, ihre Charaktere auf der Strecke zu lassen. Alles in allem war Himmelsfern für mich eine mehr als positive Überraschung, die mich nach der letzten Seite mit pochendem Herzen und einer Gänsehaut zurückgelassen hat. Ganz anders als alles bisherige, aber nicht schlechter. Wer interessante Charakter, ein liebevolles Setting und viel Tiefe zu schätzen weiß, der ist mit Himmelsfern wirklich gut beraten. Himmelsfern bekommt von mir 4,5 Federn. (Außerdem ist es ein Einzelband! )
Mir fällt es mir unheimlich schwer, irgendwas zu dem Inhalt zu sagen, ohne zu spoilern. Das Buch lebt quasi davon, dass man als Leser*in ebenso wenig weiß wie Noa, und gleichermaßen versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Dabei habe ich das Buch auch als sehr unvorhersehbar empfunden. Das Buch ist in erster Linie eine Liebesgeschichte mit kleinen Fantasyelementen und im Vordergrund stehen die Protagonist*innen. Wer spannende Kämpfe und epische Weltrettungsmissionen erwartet, ist hier falsch. Das Buch ist ruhig, allerdings von einer unterschwelligen Spannung untermalt, die an die Seiten fesselt. Und gleichzeitig ist die Geschichte auch außergewöhnlich, anders, als die meisten Geschichten dieses Genres, auch wegen ihrer Erzählweise. Und die Liebesgeschichte ist unglaublich schön, sie ist melancholisch, aber auch romantisch, ohne dass ich es als kitschig empfunden hätte. Am ehesten lässt sie sich vielleicht als bittersüß beschreiben. Gleichzeitig geht es darum, auch Imperfektion zu lieben, das eigene Leben nicht unbedingt dafür aufzugeben, darum, was Liebe verzeihen kann und was sie erreichen kann. Es geht um gemeinsames Lachen und darum, sich gegenseitig Stärke zu geben. Um Vertrauen, um Halt geben, und einfach um unheimlich viel. Gleichzeitig ist das Buch aber auch emotional und kann einen fertigmachen. Daneben ist der Schreibstil auch unheimlich angenehm, manchmal leicht poetisch, oft mit gelungener Wortwahl. Noa ist auch eine unheimlich sympathische Protagonistin. Sie hat einen ziemlich sarkastischen und zynischen Stil, mit dem sie die Geschehnisse kommentiert, was immer auch für Unterhaltung sorgt. Sie macht vielleicht nicht immer alles richtig, aber ich konnte ihre Handlungen immer nachvollziehen. Gleichzeitig wirkt sie lebendig, authentisch, wie eine echte Jugendliche. Sie ist oft stark, also innerlich stark, aber eben auch nicht immer, sie nimmt nicht einfach alles hin. Gleichzeitig ist sie auch individuell. Sie hat ein eher ungewöhnliches Hobby - Poi spielen - und auch sonst eigene Charaktereigenschaften. Überhaupt wirken alle Charaktere sehr authentisch und individuell. Und gerade die Interaktion zwischen Noa und ihrem alleinerziehenden Vater habe ich sehr gerne gelesen, zumal die beiden ihre Gefühle hinter Humor verstecken und trotzdem wissen, was der*die andere ausdrücken will. Ansonsten lässt sich vielleicht noch etwas zu der Kulisse sagen, die wie eine Metapher wirkt und für eine entsprechende Atmosphäre sorgt. Die Stadt wird als so grau, heruntergekommen und trostlos wie nur möglich beschrieben, und nicht zuletzt trägt Noa selbst den Nachnamen "Grau". Alles wirkt so banal alltäglich, unbedeutend, die Menschen hängen in ihren trostlosen Alltagen fest. Gerade auch Noas Nachbarschaft ist von Machtspielchen und Armut geprägt. Und obwohl Noa sich weigert, so zu werden wie die anderen Stadtbewohner*innen, merkt man auch, dass es ihr Zuhause ist, das sie kennt. Fazit: Sehr angenehmer Schreibstil und eine unterschwellige Spannung fesseln an die Seiten dieser außergewöhnlichen und bittersüßen Liebesgeschichte mit tiefgründigen, authentischen Charakteren und einer sarkastischen, individuellen und sehr sympathischen Protagonistin!










