Oh Sunny
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Description
In einem bewegenden Coming-of-Age-Roman sucht Sunny Oh, gefangen zwischen zwei Welten, nach ihrer eigenen Identität
Sunny Oh, 26 Jahre alt, hat das Jurastudium abgeschlossen, einen erfolgreichen Arzt als Freund – und das dringende Bedürfnis, einfach nur zu schlafen. Geboren in Deutschland als Kind koreanischer Eltern, fühlt sie sich weder als Deutsche noch als Koreanerin. Ihr Leben ist ein ständiger Balanceakt, um es allen recht zu machen: das Studium, die perfekte Beziehung – alles Kompromisse, um den Erwartungen ihrer Eltern und ihres Umfelds zu entsprechen.
Nach einem heftigen Streit beim traditionellen Chussokfest hat sie genug. Sie bricht mit ihrer Familie und flüchtet – ausgerechnet in die Turnhalle eines koreanischen Kulturvereins. Als »Praktikantin« quartiert sich Sunny in den Geräteraum ein und wird unvermittelt mit der Kultur konfrontiert, der sie gerade entkommen wollte. Doch genau hier, zwischen Turngeräten und Traditionen, muss Sunny sich ihrer Vergangenheit und der Frage nach Selbstbestimmung stellen.
Für Liebhaber*innen von zeitgenössischen und originellen Romanen, die von den Herausforderungen gesellschaftlicher Normen und Erwartungen erzählen.
»Ein herrlich rebellischer Trip voller Selbst und Findung und Neuschreibung und Traditionen und
der Erkenntnis, dass wahre Freiheit erst beginnt, wenn du die Erwartungen anderer hinter dir lässt.«
Mithu Sanyal
Book Information
Author Description
Ta-Som Helena Yun, geboren 1985 in Berlin, zog mit neun Jahren mit ihrer Familie nach Südkorea. Dort war sie Stipendiatin der Staatlichen Schule für Traditionelle Koreanische Musik und lernte u. a. koreanischen Pansori-Gesang. Mit siebzehn Jahren kehrte sie allein nach Deutschland zurück. Während des Jurastudiums war sie Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2022 veröffentlichte sie in der Zeitschrift »BELLA triste« eine Kurzerzählung. Mit ihrem Romanprojekt war Ta-Som Helena Yun Stipendiatin der Prosawerkstatt 2022 am Literarischen Colloquium Berlin. Sie ist Richterin am Amtsgericht in Berlin.
Posts
Eine junge Frau hadert mit der Kultur ihrer Eltern, mit Tradition, den Bindungen zu ihren Freunden, dem Bild der Frau und ihrer Vergangenheit. Es passiert recht wenig und doch zieht das Werk den Leser oder die Leserin in seinen Bann. Existenzialismus, Generationskonflikt, (südkoreanische) Historie, und eine Portion Feminismus (nicht der plumpe Holzhammer-Feminismus) prägen die Gedanken und Empfindungen der Charaktere. Diese Art der jugendlichen Irrungen und Wirrungen sind derart universal, dass ich mich immer wieder in der Person Sunny wiedergespiegelt gefühlt habe. Sprachlich gut Durchschnitt, aber mit einigen wirklich starken Sätzen, die durch und durch literarische Schätze sind.

Ein sehr eindringlicher Roman über das Erwachsenwerden in 2 unterschiedlichen Kulturen. Es wird sehr gut die Zerrissenheit von Sunny zwischen ihren eigenen Gefühlen und die Erfüllung der Erwartungen ihrer Eltern geschildert. Ihre eigenen Traumata werden zunächst nur beiläufig thematisiert. Gerade diese Auslassungen und die abgekappten Sätze machen es so authentisch. An einer Stelle wird beschrieben, dass es nicht nur ein kulturelles "Problem" ist, sondern ein universelles, da doch alle Menschen in dem Konflikt mit den Erwartungen ihrer Eltern stehen. Es ist ein Prozess des Erwachsenwerdens, den wir hier gemeinsam mit Sunny gehen. Ich muss jedoch auch zugeben, dass zwischendurch mir das Verständnis gefehlt hat und ich ihr gerne Hilfe gegeben hätte. Das Ende hat mich jedoch ganz versöhnlich zurück gelassen.
Tolles Buch!
Tolle Protagonistin Sunny, die mir wirklich sehr leid getan hat. Ihre Beziehung zu ihren Eltern war sehr krass, sie haben ihr immer wieder gesagt wie wenig sie Wert ist und sie kein Recht hätte zu weinen, sich so und so verhalten etc. Das Buch hat weh getan und wütend gemacht. Die Trostfrauen aus Korea werden hier gut thematisiert und auch die alltägliche Diskriminierung, die Sunny erfahren muss. Sunny versucht sich irgendwie zwischen zwei Kulturen durchzukämpfen. Außerdem kommt Sunny mit einer Tat aus ihrer Vergangenheit kaum zurecht und wird von ihren Eltern gedümtigt, im Stich gelassen. Sehr gutes Buch, mochte den Schreibstil und Sunny war auf keinen Fall eine 0815 Protagonistin.
Kulturclash und Abnabelung
"Oh Sunny" - zwei Kulturen, die aufeinanderprallen, und dann muss sich die Protagonistin auch noch vom Elternhaus abnabeln. Da kommt viel zusammen. Im Roman selbst habe ich etwas über die koreanische Kultur und über die Trostfrauen erfahren. 😢 Es ist zwar melancholisch, aber ich bin trotzdem froh, in die Welt von Sunny eingetaucht zu sein. ☺️Ihre Gedankenwelt ist halt so ganz weit weg von meiner.
Versuch für selbstbestimmtes Leben
Puhhhh, es war...KEINE einfache Lesekost. Hierbei wird Leser*in herausgefordert. Intellektuell, aber auch gefühlsmäßig herausgefordert. Ich persönlich mochte KEINE der Charaktere, am meisten berührten mich die "Nebengeschichen", die "Nebenschicksale" und das Märchen. Lasst euch nicht vom Cover täuschen, es ist weder "leichte" noch seichte Sommerlektüre. Eher ein Diskussionsstarter.

Dieses feinfühlige Debüt ist eine Coming-of-age-Geschichte: Sunny Oh wächst in Deutschland auf, ihre Eltern sind aber aus Korea und auch den dortigen Traditionen und Gepflogenheiten sehr verhaftet. Auch mit Mitte zwanzig ist sie noch stets darum bemüht, den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden, doch es kommt immer öfter zu Konflikten und nach einem Streit, bricht Sunny den Kontakt zu ihnen ab und „flüchtet“ in die Turnhalle, eines koreanischen Kulturvereins, wo sie als „Praktikantin“ unterkommt. Wie genau es dazu gekommen ist, erfährt man beim Lesen in Rückblenden: Seit einer Abtreibung mit 16 Jahren, leidet sie an Depressionen, die von ihrem Umfeld jedoch nicht als solche erkannt werden. Stattdessen fordern ihre Eltern absolute Verschwiegenheit, um die eigene Reputation zu schützen; auch Sunny als Erzählerin spricht lange nur von einem „Eingriff“. Dann gibt es da noch Ha, die als Teenagerin aus Korea nach Deutschland gekommen ist und eine Zeit lang bei Sunnys Familie gelebt hat und für sie in ihrer Selbstbestimmtheit ein Vorbild war. Sie ist es auch, die Sunny in der Turnhalle einquartiert; doch obwohl sie ihr hilft, findet kein Gespräch über das, was eigentlich vorgefallen ist, statt und sie verhält sich eher distanziert. Schließlich kommt es dann zu einer für mich sehr unerwarteten Wendung (für die sich manche vielleicht eine TW wünschen würden), die Sunny dazu zwingt zu überdenken, wie sie eigentlich ihr Leben gestalten will, und auch zu einer Konfrontation mit ihren Eltern führt. Ta-Som Helena Yun erzählt Sunnys Geschichte so, dass man sich als Leser:in sehr gut in sie hineinversetzen kann und mit ihr fühlt, auch wenn das Ende dann etwas plötzlich kommt und für mich hier auch eine gewisse erzählerische Distanz zur Figur zu spüren war. Ich habe in diesem Buch einerseits einiges über die koreanische Kultur und Geschichte gelernt – die Thematik der „Trostfrauen“ im zweiten Weltkrieg war für mich beispielsweise ganz neu. Andererseits fand ich auch die Auseinandersetzung mit dem Thema psychische Gesundheit sehr spannend und die Beschreibung von Sunnys Depression realistisch und einfühlsam, aber gerade deswegen auch recht bedrückend.
Ta-Som Helena Yuns eindrucksvoller Debütroman „Oh Sunny“ ist ein sensibles, mutiges und zugleich tiefgründiges Werk, das lange nachwirkt. Die Geschichte rund um die 26-jährige Sunny Oh ist ein Coming-of-Age-Roman, der sich nicht mit oberflächlicher Selbstfindung zufriedengibt – er taucht tief ein in die Abgründe familiärer Erwartungen, kultureller Identitätskonflikte und persönlicher Traumata. Sunny ist das Kind koreanischer Einwanderer in Deutschland. Obwohl sie äußerlich den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht – abgeschlossenes Jurastudium, „perfekter“ Freund, angepasste Tochter – fühlt sie sich leer, entfremdet, erschöpft. Es ist ein Leben, das sie lebt, um andere zufriedenzustellen – bis es nicht mehr geht. Ein Streit beim Chuseok-Fest bringt den Bruch, sie verlässt ihre Familie, ihre Beziehung, ihr bisheriges Leben – und findet sich, beinahe ironisch, ausgerechnet im Geräteraum eines koreanischen Kulturvereins wieder. Dort beginnt für Sunny eine Auseinandersetzung mit den Themen, denen sie lange aus dem Weg gegangen ist: ihre kulturelle Herkunft, die unterdrückende Familiendynamik, ein schmerzliches Erlebnis in ihrer Jugend – und vor allem: ihre verdrängten Emotionen. Yun gelingt es, diesen inneren Konflikt mit feiner Sprache und klarem Blick zu erzählen, ohne je ins Pathetische abzurutschen. Besonders bemerkenswert ist die Balance zwischen Intimität und gesellschaftlicher Relevanz: Sunny steht exemplarisch für viele junge Frauen, die zwischen Selbstverwirklichung und übermächtigen Erwartungen zerrieben werden. Ein zentrales Thema des Romans ist die Frage nach Schweigen und Stimme. Die Autorin greift dabei geschickt historische Themen wie das Schicksal der koreanischen "Trostfrauen" auf und verbindet sie mit der heutigen Realität koreanischer Frauen in der Diaspora. Der Kampf um eine Friedensstatue in Berlin, die an dieses Leid erinnern soll, spiegelt sich in Sunnys ganz persönlichem Ringen mit der Vergangenheit – und verleiht dem Buch politische Tiefe. „Oh Sunny“ ist kein einfacher Wohlfühlroman – und gerade deshalb so wichtig. Er erzählt davon, wie Identität keine klar umrissene Heimat hat, sondern ein Ringen bleibt – mit Schmerz, aber auch mit Hoffnung. Sunnys Weg ist kein geradliniger, aber ein glaubwürdiger. Und er ist eine Einladung: zum Nachdenken, zum Fühlen, zum Hinterfragen. Ein leises, aber starkes Buch über das Erwachsenwerden zwischen zwei Kulturen, über Schuld und Befreiung, über Schweigen und Stimme.

Sunny repräsentiert alle jungen Frauen, die weder fest im Leben stehen noch wissen, wohin der Weg tatsächlich führt. Junge Frauen, die sich entfalten und entwickeln wollen, und dennoch diesem verdammten Käfig der Erwartungen, Vorurteile und Vorstellungen nicht entfliehen können. Junge Frauen, die nicht über ihren Körper, über ihre Sexualität sprechen dürfen, weil sonst das Ansehen der Familie beschmutzt wird. Junge Frauen, deren Leben durch einschneidende Erlebnisse eine harte Wendung nahm. Stellvertretend für eine ganze Generation an verachteten, unterdrückten koreanischen Frauen - die sogenannten Trostfrauen, Sexsklavinnen, die den japanischen Soldaten zur Verfügung zu stehen hatten; das Thema wird sehr präsent in diesem Buch behandelt - setzen sich Sunny und ihre Freundinnen damit auseinander, was junge (besonders asiatische) Mädchen und Frauen zu ertragen hatten, noch immer haben, ihrer wahren Emotionen beraubt, weil die Präsentation nach außen mehr zählt als die inneren Werte. Jede:r hat sein Päckchen zu tragen, doch reden alleine wird dieses Päckchen nicht verschwinden lassen. Den Konflikt auszutragen oder zu fliehen - eine der beiden Optionen wird es schlussendlich sein. Sunny ist auf der Suche nach dem Ich im Wir. Auf der Suche nach ihrem Sinn, außerhalb der falschen Geborgenheit durch ihre Eltern, Freundinnen oder einen Partner. Sunny erfährt einen schweren Schicksalsschlag, erlebt physische Gewalt, Liebeskummer, Depressionen und Essstörungen. Und doch kraxelt sie von Tag zu Tag zu Tag, bis sie endlich den Mut findet, der Konfrontation entgegenzutreten, die sie all die Jahre über gescheut hat. Weil sie am eigenen Leib erfährt, was passieren wird, wenn sie sich ihren Dämonen nicht stellen, nur klein beigeben, niemals Verantwortung für ihr Leben übernehmen wird.
Man versucht perfekt zu sein, alles zu geben, den Eltern gerecht zu werden. Dann macht einen Fehler. Dieser eine Fehler beeinflusst das ganze Leben, die ganze Persönlichkeit, drängt das Selbst zurück. Um diesen einen „Fehler“, die Enttäuschung der Eltern wiedergutzumachen nimmt man sich zurück. Sunny versucht es. Sie studiert Jura, lässt die Beleidigungen der Mutter, die Gewalt des Vaters still über sich ergehen. Bis sie genug hat und geht. Zu Ha. Doch was ist Ha für sie? Eine Freundin? Eine Cousine? Eine Bekannte? Wir begleiten Sunny auf ihrem Weg zu sich selbst. Wir beobachten ihre Zweifel an sich, an ihren Eltern, Freunden und ihrem Leben.
War nicht so meins..
Ich fand die ganze Story anfangs noch strukturiert und ogisch und hab mich dann irgendwann in den Seiten verloren und habe gar nicht mehr verstanden, was denn eigentlich der Punkt der Geschichte sein soll.. Die Gedankengänge von Sunny waren mir einfach zu wirr und irgendwie hat das alles für mich keinen Sinn ergeben.. Vielleicht liegt das aber auch einfach an mir, die nichts damit anfangen konnte.
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In einem bewegenden Coming-of-Age-Roman sucht Sunny Oh, gefangen zwischen zwei Welten, nach ihrer eigenen Identität
Sunny Oh, 26 Jahre alt, hat das Jurastudium abgeschlossen, einen erfolgreichen Arzt als Freund – und das dringende Bedürfnis, einfach nur zu schlafen. Geboren in Deutschland als Kind koreanischer Eltern, fühlt sie sich weder als Deutsche noch als Koreanerin. Ihr Leben ist ein ständiger Balanceakt, um es allen recht zu machen: das Studium, die perfekte Beziehung – alles Kompromisse, um den Erwartungen ihrer Eltern und ihres Umfelds zu entsprechen.
Nach einem heftigen Streit beim traditionellen Chussokfest hat sie genug. Sie bricht mit ihrer Familie und flüchtet – ausgerechnet in die Turnhalle eines koreanischen Kulturvereins. Als »Praktikantin« quartiert sich Sunny in den Geräteraum ein und wird unvermittelt mit der Kultur konfrontiert, der sie gerade entkommen wollte. Doch genau hier, zwischen Turngeräten und Traditionen, muss Sunny sich ihrer Vergangenheit und der Frage nach Selbstbestimmung stellen.
Für Liebhaber*innen von zeitgenössischen und originellen Romanen, die von den Herausforderungen gesellschaftlicher Normen und Erwartungen erzählen.
»Ein herrlich rebellischer Trip voller Selbst und Findung und Neuschreibung und Traditionen und
der Erkenntnis, dass wahre Freiheit erst beginnt, wenn du die Erwartungen anderer hinter dir lässt.«
Mithu Sanyal
Book Information
Author Description
Ta-Som Helena Yun, geboren 1985 in Berlin, zog mit neun Jahren mit ihrer Familie nach Südkorea. Dort war sie Stipendiatin der Staatlichen Schule für Traditionelle Koreanische Musik und lernte u. a. koreanischen Pansori-Gesang. Mit siebzehn Jahren kehrte sie allein nach Deutschland zurück. Während des Jurastudiums war sie Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2022 veröffentlichte sie in der Zeitschrift »BELLA triste« eine Kurzerzählung. Mit ihrem Romanprojekt war Ta-Som Helena Yun Stipendiatin der Prosawerkstatt 2022 am Literarischen Colloquium Berlin. Sie ist Richterin am Amtsgericht in Berlin.
Posts
Eine junge Frau hadert mit der Kultur ihrer Eltern, mit Tradition, den Bindungen zu ihren Freunden, dem Bild der Frau und ihrer Vergangenheit. Es passiert recht wenig und doch zieht das Werk den Leser oder die Leserin in seinen Bann. Existenzialismus, Generationskonflikt, (südkoreanische) Historie, und eine Portion Feminismus (nicht der plumpe Holzhammer-Feminismus) prägen die Gedanken und Empfindungen der Charaktere. Diese Art der jugendlichen Irrungen und Wirrungen sind derart universal, dass ich mich immer wieder in der Person Sunny wiedergespiegelt gefühlt habe. Sprachlich gut Durchschnitt, aber mit einigen wirklich starken Sätzen, die durch und durch literarische Schätze sind.

Ein sehr eindringlicher Roman über das Erwachsenwerden in 2 unterschiedlichen Kulturen. Es wird sehr gut die Zerrissenheit von Sunny zwischen ihren eigenen Gefühlen und die Erfüllung der Erwartungen ihrer Eltern geschildert. Ihre eigenen Traumata werden zunächst nur beiläufig thematisiert. Gerade diese Auslassungen und die abgekappten Sätze machen es so authentisch. An einer Stelle wird beschrieben, dass es nicht nur ein kulturelles "Problem" ist, sondern ein universelles, da doch alle Menschen in dem Konflikt mit den Erwartungen ihrer Eltern stehen. Es ist ein Prozess des Erwachsenwerdens, den wir hier gemeinsam mit Sunny gehen. Ich muss jedoch auch zugeben, dass zwischendurch mir das Verständnis gefehlt hat und ich ihr gerne Hilfe gegeben hätte. Das Ende hat mich jedoch ganz versöhnlich zurück gelassen.
Tolles Buch!
Tolle Protagonistin Sunny, die mir wirklich sehr leid getan hat. Ihre Beziehung zu ihren Eltern war sehr krass, sie haben ihr immer wieder gesagt wie wenig sie Wert ist und sie kein Recht hätte zu weinen, sich so und so verhalten etc. Das Buch hat weh getan und wütend gemacht. Die Trostfrauen aus Korea werden hier gut thematisiert und auch die alltägliche Diskriminierung, die Sunny erfahren muss. Sunny versucht sich irgendwie zwischen zwei Kulturen durchzukämpfen. Außerdem kommt Sunny mit einer Tat aus ihrer Vergangenheit kaum zurecht und wird von ihren Eltern gedümtigt, im Stich gelassen. Sehr gutes Buch, mochte den Schreibstil und Sunny war auf keinen Fall eine 0815 Protagonistin.
Kulturclash und Abnabelung
"Oh Sunny" - zwei Kulturen, die aufeinanderprallen, und dann muss sich die Protagonistin auch noch vom Elternhaus abnabeln. Da kommt viel zusammen. Im Roman selbst habe ich etwas über die koreanische Kultur und über die Trostfrauen erfahren. 😢 Es ist zwar melancholisch, aber ich bin trotzdem froh, in die Welt von Sunny eingetaucht zu sein. ☺️Ihre Gedankenwelt ist halt so ganz weit weg von meiner.
Versuch für selbstbestimmtes Leben
Puhhhh, es war...KEINE einfache Lesekost. Hierbei wird Leser*in herausgefordert. Intellektuell, aber auch gefühlsmäßig herausgefordert. Ich persönlich mochte KEINE der Charaktere, am meisten berührten mich die "Nebengeschichen", die "Nebenschicksale" und das Märchen. Lasst euch nicht vom Cover täuschen, es ist weder "leichte" noch seichte Sommerlektüre. Eher ein Diskussionsstarter.

Dieses feinfühlige Debüt ist eine Coming-of-age-Geschichte: Sunny Oh wächst in Deutschland auf, ihre Eltern sind aber aus Korea und auch den dortigen Traditionen und Gepflogenheiten sehr verhaftet. Auch mit Mitte zwanzig ist sie noch stets darum bemüht, den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden, doch es kommt immer öfter zu Konflikten und nach einem Streit, bricht Sunny den Kontakt zu ihnen ab und „flüchtet“ in die Turnhalle, eines koreanischen Kulturvereins, wo sie als „Praktikantin“ unterkommt. Wie genau es dazu gekommen ist, erfährt man beim Lesen in Rückblenden: Seit einer Abtreibung mit 16 Jahren, leidet sie an Depressionen, die von ihrem Umfeld jedoch nicht als solche erkannt werden. Stattdessen fordern ihre Eltern absolute Verschwiegenheit, um die eigene Reputation zu schützen; auch Sunny als Erzählerin spricht lange nur von einem „Eingriff“. Dann gibt es da noch Ha, die als Teenagerin aus Korea nach Deutschland gekommen ist und eine Zeit lang bei Sunnys Familie gelebt hat und für sie in ihrer Selbstbestimmtheit ein Vorbild war. Sie ist es auch, die Sunny in der Turnhalle einquartiert; doch obwohl sie ihr hilft, findet kein Gespräch über das, was eigentlich vorgefallen ist, statt und sie verhält sich eher distanziert. Schließlich kommt es dann zu einer für mich sehr unerwarteten Wendung (für die sich manche vielleicht eine TW wünschen würden), die Sunny dazu zwingt zu überdenken, wie sie eigentlich ihr Leben gestalten will, und auch zu einer Konfrontation mit ihren Eltern führt. Ta-Som Helena Yun erzählt Sunnys Geschichte so, dass man sich als Leser:in sehr gut in sie hineinversetzen kann und mit ihr fühlt, auch wenn das Ende dann etwas plötzlich kommt und für mich hier auch eine gewisse erzählerische Distanz zur Figur zu spüren war. Ich habe in diesem Buch einerseits einiges über die koreanische Kultur und Geschichte gelernt – die Thematik der „Trostfrauen“ im zweiten Weltkrieg war für mich beispielsweise ganz neu. Andererseits fand ich auch die Auseinandersetzung mit dem Thema psychische Gesundheit sehr spannend und die Beschreibung von Sunnys Depression realistisch und einfühlsam, aber gerade deswegen auch recht bedrückend.
Ta-Som Helena Yuns eindrucksvoller Debütroman „Oh Sunny“ ist ein sensibles, mutiges und zugleich tiefgründiges Werk, das lange nachwirkt. Die Geschichte rund um die 26-jährige Sunny Oh ist ein Coming-of-Age-Roman, der sich nicht mit oberflächlicher Selbstfindung zufriedengibt – er taucht tief ein in die Abgründe familiärer Erwartungen, kultureller Identitätskonflikte und persönlicher Traumata. Sunny ist das Kind koreanischer Einwanderer in Deutschland. Obwohl sie äußerlich den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht – abgeschlossenes Jurastudium, „perfekter“ Freund, angepasste Tochter – fühlt sie sich leer, entfremdet, erschöpft. Es ist ein Leben, das sie lebt, um andere zufriedenzustellen – bis es nicht mehr geht. Ein Streit beim Chuseok-Fest bringt den Bruch, sie verlässt ihre Familie, ihre Beziehung, ihr bisheriges Leben – und findet sich, beinahe ironisch, ausgerechnet im Geräteraum eines koreanischen Kulturvereins wieder. Dort beginnt für Sunny eine Auseinandersetzung mit den Themen, denen sie lange aus dem Weg gegangen ist: ihre kulturelle Herkunft, die unterdrückende Familiendynamik, ein schmerzliches Erlebnis in ihrer Jugend – und vor allem: ihre verdrängten Emotionen. Yun gelingt es, diesen inneren Konflikt mit feiner Sprache und klarem Blick zu erzählen, ohne je ins Pathetische abzurutschen. Besonders bemerkenswert ist die Balance zwischen Intimität und gesellschaftlicher Relevanz: Sunny steht exemplarisch für viele junge Frauen, die zwischen Selbstverwirklichung und übermächtigen Erwartungen zerrieben werden. Ein zentrales Thema des Romans ist die Frage nach Schweigen und Stimme. Die Autorin greift dabei geschickt historische Themen wie das Schicksal der koreanischen "Trostfrauen" auf und verbindet sie mit der heutigen Realität koreanischer Frauen in der Diaspora. Der Kampf um eine Friedensstatue in Berlin, die an dieses Leid erinnern soll, spiegelt sich in Sunnys ganz persönlichem Ringen mit der Vergangenheit – und verleiht dem Buch politische Tiefe. „Oh Sunny“ ist kein einfacher Wohlfühlroman – und gerade deshalb so wichtig. Er erzählt davon, wie Identität keine klar umrissene Heimat hat, sondern ein Ringen bleibt – mit Schmerz, aber auch mit Hoffnung. Sunnys Weg ist kein geradliniger, aber ein glaubwürdiger. Und er ist eine Einladung: zum Nachdenken, zum Fühlen, zum Hinterfragen. Ein leises, aber starkes Buch über das Erwachsenwerden zwischen zwei Kulturen, über Schuld und Befreiung, über Schweigen und Stimme.

Sunny repräsentiert alle jungen Frauen, die weder fest im Leben stehen noch wissen, wohin der Weg tatsächlich führt. Junge Frauen, die sich entfalten und entwickeln wollen, und dennoch diesem verdammten Käfig der Erwartungen, Vorurteile und Vorstellungen nicht entfliehen können. Junge Frauen, die nicht über ihren Körper, über ihre Sexualität sprechen dürfen, weil sonst das Ansehen der Familie beschmutzt wird. Junge Frauen, deren Leben durch einschneidende Erlebnisse eine harte Wendung nahm. Stellvertretend für eine ganze Generation an verachteten, unterdrückten koreanischen Frauen - die sogenannten Trostfrauen, Sexsklavinnen, die den japanischen Soldaten zur Verfügung zu stehen hatten; das Thema wird sehr präsent in diesem Buch behandelt - setzen sich Sunny und ihre Freundinnen damit auseinander, was junge (besonders asiatische) Mädchen und Frauen zu ertragen hatten, noch immer haben, ihrer wahren Emotionen beraubt, weil die Präsentation nach außen mehr zählt als die inneren Werte. Jede:r hat sein Päckchen zu tragen, doch reden alleine wird dieses Päckchen nicht verschwinden lassen. Den Konflikt auszutragen oder zu fliehen - eine der beiden Optionen wird es schlussendlich sein. Sunny ist auf der Suche nach dem Ich im Wir. Auf der Suche nach ihrem Sinn, außerhalb der falschen Geborgenheit durch ihre Eltern, Freundinnen oder einen Partner. Sunny erfährt einen schweren Schicksalsschlag, erlebt physische Gewalt, Liebeskummer, Depressionen und Essstörungen. Und doch kraxelt sie von Tag zu Tag zu Tag, bis sie endlich den Mut findet, der Konfrontation entgegenzutreten, die sie all die Jahre über gescheut hat. Weil sie am eigenen Leib erfährt, was passieren wird, wenn sie sich ihren Dämonen nicht stellen, nur klein beigeben, niemals Verantwortung für ihr Leben übernehmen wird.
Man versucht perfekt zu sein, alles zu geben, den Eltern gerecht zu werden. Dann macht einen Fehler. Dieser eine Fehler beeinflusst das ganze Leben, die ganze Persönlichkeit, drängt das Selbst zurück. Um diesen einen „Fehler“, die Enttäuschung der Eltern wiedergutzumachen nimmt man sich zurück. Sunny versucht es. Sie studiert Jura, lässt die Beleidigungen der Mutter, die Gewalt des Vaters still über sich ergehen. Bis sie genug hat und geht. Zu Ha. Doch was ist Ha für sie? Eine Freundin? Eine Cousine? Eine Bekannte? Wir begleiten Sunny auf ihrem Weg zu sich selbst. Wir beobachten ihre Zweifel an sich, an ihren Eltern, Freunden und ihrem Leben.
War nicht so meins..
Ich fand die ganze Story anfangs noch strukturiert und ogisch und hab mich dann irgendwann in den Seiten verloren und habe gar nicht mehr verstanden, was denn eigentlich der Punkt der Geschichte sein soll.. Die Gedankengänge von Sunny waren mir einfach zu wirr und irgendwie hat das alles für mich keinen Sinn ergeben.. Vielleicht liegt das aber auch einfach an mir, die nichts damit anfangen konnte.
















