Goldene Träume. Die Münchner Ärztinnen

Goldene Träume. Die Münchner Ärztinnen

Softcover
4.137

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Description

München 1898: Lulu, Elsa und Fanny könnten nicht unterschiedlicher sein, doch eines verbindet die drei jungen Frauen: Sie wollen Ärztinnen werden. Aber an der Universität sind Frauen offiziell nicht erwünscht, und von Gleichberechtigung ist die bayerische Hauptstadt nicht nur in der Wissenschaft weit entfernt. Lulus Vater, Direktor des Haunerschen Kinderspitals, will seine Tochter lieber standesgemäß verheiraten. Um das zu verhindern, verbündet sich Lulu mit der angehenden Novizin Elsa und der blitzgescheiten Fanny. Gemeinsam wollen sie sich gegen die konservativen Statuten auflehnen. Doch die drei Freundinnen haben keine Ahnung, welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, um ihren großen Traum zu verwirklichen ...

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
576
Price
17.50 €

Author Description

Ina Bach ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die bereits Kriminalromane veröffentlich hat. Neben dem Nervenkitzel gehört ihr Herz seit jeher den außergewöhnlichen Frauen im historischen Kontext. »Goldene Träume« ist der Auftakt ihrer mitreißenden Ärztinnen-Saga im München der Jahrhundertwende.

Posts

8
All
5

Großartig!

Drei junge Frauen, die für ihre Träume einstehen! München, 1898: Die erste Begegnung der drei jungen Frauen könnte nicht schicksalshafter sein. Befindet Fanny sich doch gerade auf der Flucht vor einem Gendarmen, Lulu verlässt das Haunersche Kinderhospital nachdem sie dort bei der Geschenkeübergabe mit Prinzessin Ludwig zugegen war und Elsa stürzt mit ihrem Koffer, der schwer wie Blei ist, als sie am Rinnstein hängen bleibt. Natürlich eilt Lulu ihr gleich zu Hilfe und auch Fanny gerät versehentlich mitten hinein zwischen die beiden jungen Frauen. Obwohl Lulu der gerade obdachlos gewordenen Elsa ein Zimmer im Kinderhospital besorgt und sich auch auf um ihren verstauchten Knöchel kümmert, begegnen sie Fanny erst später wieder. Denn Fanny wurde aus Niederbayern nur nach München geschickt, um ihrem Medizin studierenden Bruder Anton den Haushalt zu besorgen. Dabei war es doch Fanny, die immer Medizin studieren und Ärztin werden wollte. Deshalb liest sie auch eifrig seine Bücher, schreibt ihm Hausarbeiten und geht schließlich, nachdem sie erfahren hat, dass er nie die Vorlesungen besucht, auch noch als Mann verkleidet in die Universität. Lulu dagegen hätte den Zugang zum Kinderhospital und geht dort regelmäßig ein und aus, soll aber lieber standesgemäß heiraten, statt ihrem Vater, dem Klinikdirektor, als Ärztin nachzufolgen. Auch Elsa teilt das Schicksal der beiden anderen Frauen, denn sie hat das Abitur, wird aber an der Universität nicht zum Studium zugelassen und ihr Fürsprecher, ihr Vater, ist vor einiger Zeit verstorben. Nun verdient sie sich als ungelernte Krankenwärterin, um wenigstens irgendwie in der Nähe der Kranken sein zu können und nicht wieder zur Mutter zurückkehren zu müssen. Als sie sich wiedertreffen, spüren sie schnell, dass sie einander helfen können und eine Freundschaft erwächst... Ina Bach ist das Pseudonym der deutschen Autorin Regina Ramstetter beziehungsweise Ina Resch, die bekannt durch Krimis und Kurzgeschichten ist. In diesem Roman widmet sie sich ganz der Medizin zur Jahrhundertwende und den Rechten der Frauen. Die Fakten rund um die Medizin wurden sehr gründlich recherchiert und sind trotz Fachbegriffen auch für Laien gut verständlich. Eingeteilt ist der Roman in längere Kapitel, die immer ein Quartal umfassen. Darin wechseln regelmäßig die Schauplätze und somit Perspektiven, was als Unterteilung der langen Kapitel benutzt wird. Leider hatte ich in letzter Zeit eher wenig Zeit und auch Lust viel zu lesen und steckte ein wenig in einer Leseflaute fest. Dieses Buch hat mich aber komplett herausgerissen und ich habe die 550 Seiten innerhalb nur eines Tages gelesen. Denn ich konnte einfach nicht mehr aufhören und war gefesselt von den drei jungen Frauen, die mich sehr beeindruckt haben, aber auch die medizinischen Einblicke in die damalige Zeit sind sehr interessant und so gut geschildert, dass ich viel Neues gelernt habe. Ein rundum perfekt gelungener Reihenauftakt!

Großartig!
3.5

Exzellent recherchierte, historische Fakten treffen auf fünf sehr verschiedene, junge Frauen im München um die vorletzte Jahrtausendwende. Neben den ebenfalls interessanten Themen Frauenrechte und Entwicklung des Velozipeds, fand das vom Titel versprochene Thema Medizin, für meinen Geschmack zu wenig Raum. Wenngleich ein spannender Blick auf die Pädatrie möglich war. Der Beginn der Geschichte zog sich für mich deutlich zu lange hin, erst in der 2. Buchhälfte wurde sie nach und nach mitreißender. Von den fünf Protagonistinnen konnte ich leider keiner wirklich nahe kommen, was meine Verbindung zum Buch bedauerlicherweise nicht besonders eng werden ließ. Was klar zutage trat, war die Tatsache, welche große Entwicklung die Rechtegleichheit, bei allen Baustellen, die es diesbezüglich noch gibt, seither gemacht hat. Bleibt zu hoffen, dass wir auf diesem bleiben.

3.5

«Derjenige Staat, in dem die Weiber professions- oder sportmässig in die politischen und wissenschaftlichen Berufe hineinpfuschen, ist dem Untergang geweiht.» - aus Goldene Träume, die Münchner Ärztinnen – Am Ende des 19. Jahrhunderts herrschte verbreitet die Ansicht, gebildete erwerbstätige, geschweige denn studierte Frauen würden die Gesellschaft schwächen, ja gar vergraulen. Ein akademischer Werdegang von Frauen war kaum möglich und wurde unter der Annahme belächelt, Frauen hätten dafür sowieso zu kleine Gehirne. Im konservativen München war diese Meinung noch verbreiteter als in den moderneren Städten wie Berlin. Trotzdem verbündeten sich immer mehr Leute – nicht nur Frauen – und forderten die gleichen gesellschaftlichen Rechte wie sie den Männern uneingeschränkt zustanden. Auch die drei jungen Frauen Lulu, Elsa und Fanny träumen von einer Zukunft als Ärztinnen, sie werden durch eine Zufällige Begegnung an einem Heiligen Abend schon bald zu Freundinnen und verbündeten. Nur stellt ihnen das Leben und die Gesellschaft auf ihrem Weg immer wieder grosse Hürden in den Weg und die Frauen müssen teils widrige Wege einschlagen. Können die drei Frauen trotz den konservativen Konventionen auf eine Zukunft als Ärztinnen hoffen? Fazit: Am Anfang zog sich die Geschichte für mich ziemlich in die Länge, dies wandelte sich jedoch je weiter ich las und schlussendlich packte mich die Geschichte doch noch. Ich litt mit den drei Hauptprotagonistinnen mit, wie wenig eine Frau zu jener Zeit zu sagen hatte, lässt mich immer wieder sprachlos zurück. Der Einblick in das damalige Medizinstudium hat mir gut gefallen, obwohl die Beschreibungen für meinen Geschmack zeitweise zu ausführlich waren. Die in der Geschichte entstehende Freundschaft zwischen den Hauptprotagonistinnen fand ich authentisch und bereichernd, auch die beiden Nebenprotagonistinnen Änny und Ida finden ihren passenden Platz im Buch. Das Buch ist von Anfang bis Ende sehr gut recherchiert, die Lebensarten der Münchner Bevölkerung kommt sehr gut zur Geltung. Ich werde die Fortsetzung dieser Ärztinnen-Saga auf jeden Fall weiterverfolgen, Band zwei erscheint bereits in den folgenden Tagen.

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5

Ina Bach hat hervorragende Recherchearbeit geleistet und bis ins kleinste Detail das Leben der Frauen um die Jahrhundertwende 1899/1900 beschrieben und es dabei verstanden, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Das Buch bietet viel mehr Tiefe als das Cover und Titel vermuten lassen und macht dabei richtig Spaß. Erzählt wird die Geschichte mehrerer Frauen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, die sich in ihrem Streben nach Freiheit, Wissen und Gleichberechtigung ähneln und zu Freundinnen werden. Die Autorin beschreibt ungeschönt die Lebensumstände, erzählt von den Rückschlägen, kleinen Erfolgen und beschreibt eine außergewöhnliche Frauenfreundschaft zu einer Zeit, in der vieles im Umbruch war. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil!

3

Die drei jungen Frauen Lulu, Elsa und Fanny begegnen sich unter eher ungewöhnlichen Umständen, doch ihre Hintergründe, Herkunft und Wünsche könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch ihr Ziel ist Ende des 19.Jahrhunderts dasselbe: Der Einsatz in der Medizin, auch wenn Frauen an medizinischen Fakultäten nicht zugelassen werden, zu groß sind die Vorurteile gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Zwischen fiktiven und historisch belegten und gut recherchierten Ereignissen werden diese drei grundverschiedenen Frauen zusammengeführt, ungewöhnlich, dramatisch und doch kämpferisch. Dazu tragen auch Lulus beste Freundin und Professorentochter Ida und die Schauspielerin Änny bei, die auf ihre ganz eigene Lebensweise für einigen Wirbel sorgen. Um ihre Ziele und Träume zu verwirklichen, für Frauenrechte zu kämpfen und nicht länger in Schablonen gepresst zu werden, erlebt man als Leser eine aufregende, neue Ära, ein Aufbegehren, was teilweise für heitere Unterhaltung, aber auch für dramatische Szenen sorgt. Manches fand ich etwas suspekt, stellenweise etwas in die Länge gezogen, auch was die beginnende sexuelle freie Entfaltung betrifft, so hätten einige Passagen ausgelassen werden können, das war mir oft sehr freizügig und für den gesamten Roman überladen, ebenso wie häufige derbe Kraftausdrücke. Gerade wegen dem Titel fehlte mir oft der Bezug dazu, denn auch wenn sie an dem Haunerschen Kinderspital ihre jeweilige Rolle spielten und man so einige medizinische Einblicke in die damalige Behandlungsweise erhält, so war es mir doch etwas wenig, wobei andererseits viel Zeit und Wert auf die ersten Fahrkünste mit dem Velociped gelegt wurde. So ganz warm werden konnte ich auch mit den Mädchen nicht, dazu haben sie mitunter unverständlich, kindisch und naiv agiert, auch wenn man das Aufbegehren gegen die ganzen Vorschriften und Ausgrenzungen verstehen konnte. Für manche Begriffe und Jargon hätte ich ein Glossar ganz passend gefunden, denn es gab etliche fremde Begriffe, mit denen man nichts anfangen konnte und dadurch der Lesefluss immer wieder ausgebremst wurde. Da es eine Trilogie ist, wird wahrscheinlich erst in den Folgebänden etwas mehr auf die Pläne der Mädchen weiter eingegangen, es war mir für diese Seitenlänge allerdings insgesamt zu wenig, weswegen mir dieser Roman reicht und ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde.

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5

Fiktion trifft Realität. Die bittere Realität des Lebens der Frauen um 1900. Es geht um Frauen, die sich zufällig treffen, Freundinnen werden und ein beeindruckendes Leben führen. Wie sie darum kämpfen mehr Rechte zu bekommen, Medizin studieren zu dürfen, Fahrrad zu fahren. Gesehen und respektiert zu werden. Diese Geschichte mit realen Persönlichkeiten und erfundenen Charakteren ist emotional, schockierend, einfühlsam und spannend. Hervorragend recherchiert, lebendig und bildhaft geschrieben. Als wäre ich mitten drin, im München zur Jahrtausendwende. Absolute Leseempfehlung!

3

Eigentlich hat mir das Thema gut gefallen und interessiert mich auch sehr, aber der Schreibstil war gar nicht meins. Die ganzen alten französischen Wörter, das war mir zu viel. Es gibt kein Glossar. Das hat den lesefluss deutlich gestört. Ob ich die Reihe weiterlese, weiß ich noch nicht. 3 Sterne für den medizinischen Hintergrund und die Frauenfreundschaft! Mehr leider nicht.

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