Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen
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Description
Mit dem 1772 erschienenen und uraufgeführten Drama
Emilia Galotti
schuf Gotthold Ephraim Lessing eines der bedeutendsten Beispiele für die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels. Das Stück, das zu den Schlüsselwerken der Aufklärung und Empfindsamkeit gehört sowie als eines der ersten politischen Dramen der deutschen Literatur gilt, übt scharfe Kritik an der Willkürherrschaft des Adels. Dieser Macht kann das Bürgertums nur seine höhere Moral entgegensetzen. Die geplante Hochzeit der bürgerlichen Emilia Galotti mit dem ehrenhaften Grafen Appiani wird von Hettore Gonzaga, dem regierenden Prinzen von Guastalla, hintertrieben; nicht nur für Emilia endet die Intrige schließlich tödlich.
In
Emilia Galotti
verzichtete Lessing – anders als noch in
Miss Sara Sampson
– auf allzu viel Emotionen und rührselige Elemente. Nachdenklich, nicht (nur) gerührt, soll das Publikum das Theater verlassen.
Mit Anmerkungen von Jan-Dirk Müller.
Book Information
Author Description
Gotthold Ephraim Lessing (22. 1. 1729 Kamenz, Sachsen – 15. 2. 1781 Braunschweig) gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Aufklärung und trat auch als Publizist hervor. Schwerpunkt seines Werkes sind Dramen, literaturkritische Schriften sowie Fabeln und Epigramme.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
5 ⭐️ - „Nichts klingt in dieser Sprache wie Alles: und Alles ist in ihr so viel als Nichts.“ „Ich will doch sehn, wer mich hält, - wer mich zwingt, - wer der Mensch ist, der einen Menschen zwingen kann.“ „- Als ob wir, wir keinen Willen hätten, mein Vater!“ „Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert. - Lassen Sie mich sie küssen, diese väterliche Hand.“
Bücher, die man für die Schule lesen muss, sind nicht immer die besten. ABER „Emilia Galotti“ von Lessing? - Wow. Ich bin so froh, dass wir das lesen mussten, ich bin einfach nur begeistert. Klar, es spielt in einer ganz anderen Zeit, aber macht es das nicht so toll? Man versteht, wie damals die Gesellschaft aufgebaut war und sich während der Aufklärung langsam verändert hat. Und das Thema ist immer noch aktuell. Ich kann das Buch sehr empfehlen! Nur leider habe ich ein paar offene Fragen, aber hat man die nicht immer im Leben?
In „Emilia Galotti“ geht es um eine junge Frau, die zwischen Liebe, Pflicht und dem Machtmissbrauch eines Prinzen steht. Das Drama von Lessing stammt aus der Epoche der Aufklärung. Emilia zeigt sich als kluge, selbstständig denkende Frau, für die Tugend wichtiger ist als alles andere. Ich fand das Buch sehr gut, weil es eine aufklärerische Haltung zeigt und Emilias Stärke betont.
Emilia Galotti ist trotz der teils gehobenen, älteren Sprache überraschend gut verständlich und flüssig zu lesen. Lessing erzählt eine vergleichsweise kurze, aber sehr dichte Geschichte, die vor allem durch ihre moralischen Konflikte und die Kritik an Machtmissbrauch überzeugt. Besonders eindrucksvoll ist, wie zeitlos die zentralen Fragen bleiben: Ehre, Freiheit, Verantwortung und die Folgen unüberlegten Handelns. Das tragische Ende wirkt konsequent und regt stark zum Nachdenken an – gerade darüber, wie starre Moralvorstellungen und gesellschaftlicher Druck Menschen in ausweglose Situationen treiben können. Ein kleiner Abzug nur, weil die Sprache stellenweise Konzentration erfordert. Insgesamt aber ein klassisches Drama, das auch heute noch relevant ist.
Überraschend gut.
Hat als Trauerspiel von Anfang an natürlich kein Geheimnis aus dem Ende gemacht, war aber trotzdem interessant zu lesen. Nachdem ich mich an die altertümliche Sprache gewöhnt hatte, fand ich sie an manchen Stellen sogar sehr schön, wenn nicht wenigstens lustig. (Orsina hat das Ding aber gecarried, muss ich sagen)
Interessante Charaktere 🫢
Ich mochte die Charaktere tatsächlich sehr gern! Jeder hatte seinen speziellen Platz in der Handlung, die typisch für ein Bürgerliches Trauerspiel besonders dramatisch war. Vor allem die manipulative Marwood war erfrischend durchtrieben und verrückt. Sara war mir zu sprunghaft und naiv — es fiel mir schwer, sie ernst zu nehmen. 👀 Mellefont war mir auch einer! Ich fand es schade, dass man seine Zweifel und inneren Konflikte nur erahnen konnte und sie nicht weiter ausgeführt wurden. Dadurch war die Beziehung zu Sara für mich ein wenig zu flach. Dennoch muss ich sagen, dass mich die Story durch dieses Überzogene gut unterhalten hat. War ein solider Einstieg in die Weltliteratur! ☺️
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in das Buch reingekommen bin. Der Schluss hat aber alles wieder gut gemacht, weil er für mich so unerwartet war und dadurch der ganzen Geschichte nochmal eine andere Sicht gegeben hat.
„Das Herz bricht mir, wenn ich hieran gedenke. - So ganz sollen wir sie verlieren, diese einzige geliebte Tochter!“ S.21 Es geht um die bürgerliche Emilia, in die sich der Prinz verliebt hat. Diese soll einen anderen heiraten. Damit der Prinz sie bekommt, lässt er sie entführen. Emilia Galotti ist ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Es wurde 1772 in einem Opernhaus aufgeführt.

Die bürgerliche Aufklärung trifft auf die Willkür des Adels
Ein Werk aus der Aufklärung und tatsächlich eines meiner Lieblingswerke. Hier steht das aufklärerische Bürgertum dem willkürlichen Adel gegenüber. Ein Vater, der gegen die Laster des Adels und für die Tugendhaftigkeit geradesteht und eine mutter, die den weltlichen Dingen am Hofe geneigt ist…Emilia, die inmitten dieser Ansichten aufwächst… Das Ende ist klassisch und aufgrund der Anspielungen (z.B. die Rose, die Perlen etc.) während der Aufzüge zu erwarten. Alles in allem ein kurzes Drama, dass im Grunde viel zu sagen hat. Ich kann die schlechten Bewertungen verstehen, wenn man sie für die Schule liest oder auch ohne jegliche Analyse, aber die Geschichte wird interessant, wenn man sich detailliert damit befasst

Interessant
Schulbuch. In Bezug auf die Zeit, in der dieses Trauerspiel geschrieben wurde, finde ich lassen sich doch moderne Thematiken finden. Dass der Prinz nicht eingesehen hat, was er getan hat finde ich doch etwas problematisch und wie so oft ist er ein Charakter, der so tut als wäre er über allem. Ein wenig wie Ferdinand. Das Orsina nicht nur als böse dargestellt wurde fande ich sehr schön. Es überrascht mich, wie gut ich inzwischen die Sprache verstehe. Immer noch ein gutes und interessantes Buch, meiner Meinung nach. Considering the time in which this tragedy was written, I think it does contain some modern themes. I find it somewhat problematic that the prince does not recognized what he's done, and, as is so often the case, he's a character who acts as if he's above everyone else. A bit like Ferdinand. I really appreciated that Orsina wasn't portrayed as evil. I'm surprised how well I understand the language now. Still a good and interesting book, in my opinion.
I love books that give us an insight into the society back in the old days and what the position of women was compared to men. Emilia Galotti is one of the first plays not primarily set in the world of the nobility, but centered on the bourgeoisie. The desperation that led Emilia to take her own life is harrowing and sad. That selfishness and insatiable lust can so devastate a person's life that there is no way out but through death.
Vorhersehbarer Handlungsverlauf, Emilia als Hauptfigur enttäuschend passiv
Emilia Galotti ist die Hauptfigur des Dramas und doch ist sie die passivste Figur von allen. Geprägt durch ihren Glauben und die Bewahrung ihrer Tugend will sie sich das Leben nehmen um sich selbst davor zu bewahren dem Prinzen zu verfallen und somit ihre “Reinheit” nicht zu verlieren. Man könnte nun annehmen, dass diese Entscheidung ihr Leben zu beenden nun doch ihr selbstständiges Denken zeigt, allerdings wird ihr diese Handlung erneut von ihrem Vater abgenommen, der offensichtlich ein Kontrollproblem zu haben scheint. Der Prinz stellt für Emilia eine Verführung dar, der sie unbedingt widerstehen muss. Dieser ist allerdings auch kein Unschuldslamm, denn durch sein Handeln wird deutlich wie willkürlich der Adel zur damaligen Zeit agierte und wie folgenschwer sein Handeln bzw. das Verlassen auf Marinelli für alle anderen einschließlich ihm selbst war. Er ist derjenige mit der meisten Macht und will aber auch gleichzeitig keine Verantwortung haben und tretet somit alles an sein Umfeld ab. Für ihn zählt einzig und allein das was er will und das ist in diesem Fall Emilia. Nicht aus einer unschuldigen oder ehrlichen Liebe heraus, sondern nur weil er sie als sein nächstes “Objekt der Begierde” auserkoren hat. Alles im allem kann man, wenn man das Drama im Deutschunterricht liest, viele Dinge finden, die man (kritisch) analysieren kann, aber so kann ich Emilia Galotti nicht empfehlen, weil mich die Charaktere teilweise wegen ihrer Art zu handeln einfach nur aufgeregt haben und der Handlungsverlauf sehr vorhersehbar war. Mich persönlich hat dieses Drama eher gelangweilt.
Tragisch - aber doch packend, obwohl es sprachlich aus einer anderen Epoche stammt
Mein erstes Buch von Lessing. Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war, wie man in die Handlung rein kommt. Lessing schafft es, dass man neugierig darauf wird, was als Nächstes passiert. Natürlich muss man sich darauf einlassen, dass die Sprache aus einer anderen Epoche stammt. Dennoch entwickeln sich die Dialoge toll und ein Spannungsbogen wird geschaffen. Lessing verliert sich auch nicht in Nebensächlichkeiten.
Das Buch ist an manchen Stellen etwas schwer verständlich. Ich musste manche Passagen zweimal lesen, um sie zu verstehen. Im Allgemeinen ist dieses Stück großartig und anders als erwartet. Der Twist am Ende hat mich ziemlich überrascht und für die Kürze des Buches wurde alles wichtige erzählt. Für mich definitiv ein Muss für alle Klassiker-Fans.
Ehrenmord obwohl die Ehre ni genommen wurde?
Ich verstehe ja die Zusammenhänge des Buchinhaltes mit dem Zeitalter der Aufklärung, aber das heißt noch lange nicht, dass ich das Buch gut fand - ich fand's nämlich schrecklich. Junge, die haben nicht mal gefickt und trotzdem lässt die sich umbringen, was das ey.
Absolute Torture
They are making us read this monstrosity of a book for school. Help us. It is torture because it’s old-german and so hard to read. The book itself has a good plot, i really like where everything is going but reading it feels like torture because time will not pass. It feels like hours finishing one page. Let’s see where this is all going though!
Nicht mein Geschmack
Ich musste es für die Schule gelesen und selbst hätte ich es mir nie ausgesucht. Generell find ich geht alles viel zu schnell und es ist unrealistisch, dass die Handlung nur an einem Tag stattfindet. Die Geschichte ist auch in der Handlung an einigen Stellen unrealistisch und teilweise auch einfach schlecht dargestellt (zum Beispiel etwas wird im Geheimen besprochen während die Person die es nicht hören soll daneben steht). Die Sprache ist auch schwer verständlich, die hätte man inzwischen anpassen können. Insgesamt kein angenehmes Leseerlebnis.
Es fehlt mir die nötige Recherche um eine adäquate Kurzmeinung zu präsentieren, denn es handelt sich ja nicht um irgendein Trauerspiel. Nur soviel: Schnell ging es, verstörend war es und einer alten Zeit entwendet. Parallelen gibt es sehr wohl zu unserer heutigen Zeit. Gleiche Trauerspiele im echten Leben und im anderen Gewandt schauen uns sicherlich bei jedweder Form von Mord aus so genannter Ehre an…
Emilia entscheidet sich dafür, von ihrem Vater erstochen zu werden, anstatt den Prinzen zu heiraten, der ihren Verlobten ermordet hat und sie vergewaltigen und heiraten will. Die Tragödie zeigt durch die Figur Emilia sehr schön das Festhalten an der Tugend. Die Tatsache, dass Emilia als Frau ihren freien Willen ausübt, anstatt in einer missbräuchlichen Ehe zu enden, ist sehr modern, besonders für den Kontext der Zeit. Slay
Für eine Schullektüre war es eigentlich ganz nett.
Zunächst einmal fällt es mir immer schwer solche gelben Bücher zu lesen, aber mit Hörbuch (ungekürzt) ist es eigentlich ganz okay. Sowas findet man auch gut auf Spotify oder so. Ich habe das Buch dadurch auch sehr schnell beendet, es war ja auch nicht lang. Es war ganz unterhaltsam, aber nicht was ich normal lesen würde. Das Ende ist etwas unbefriedigend, auch fand ich es zu schnell beendet.
Thumbs-up for the criticism of aristocratic arbitrarity, but not even that could change my downright hate for this book. I just loathe Lessing with every fibre of my being it seems. From an academic point of view, Emilia Galotti is brilliantly constructed with the choice of opposing settings, the way the plot is created and executed on stage alone, yes! But from a private point of view, I can do without the rape and inevitable male violence, I get enough of that in the real world already.
Vor 250 Jahren revolutionär, heute eher „oll“
Ein klassisches bürgerliches Trauerspiel, an dem man wunderbar den Aufbau eines Dramas (u.a. nach Gustav Freytag) durchexerzieren, die Epoche der Aufklärung und die Kritik an der Willkür der Adelsherrschaft lehren kann. Aus der reinen Oberstufen-Unterrichtslogik heraus ergibt es durchaus Sinn, die Emilia nochmal aus der Mottenkiste zu holen, denn die Geschichte und Konflikte sind relativ gut verständlich, die meisten Figuren gut nach altbekannten Schemata einzuordnen und wenn man sich ein wenig auf Lessings Schreibstil eingelassen hat, kann man das Werk auch ohne allzu große Hürden runterlesen. Ob sowas allerdings heutzutage noch Menschen für Literatur oder gar das Theater begeistert, bezweifele ich stark.
To be honest, I kinda had to push myself to even finish this book at all. The story developed kinda too slow, but I just wanted to finish this one for the sake of not having this as a to-read anymore. The best thing was understanding connections to the book made in [b:Die Leiden des jungen Werther|705790|Die Leiden des jungen Werther|Johann Wolfgang von Goethe|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1590387180l/705790._SY75_.jpg|746264] by [a:Johann Wolfgang von Goethe|285217|Johann Wolfgang von Goethe|https://images.gr-assets.com/authors/1532614109p2/285217.jpg], since Emilia Galotti is told to be Lotte's favourite book.
Lessing gilt als einer der Autoren der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Eines seiner bekanntesten Werke und z.T. Mitglied des schulischen Lesekanons ist das Drama Emilia Galotti. Ich mag seinen Schreibstiel sehr gerne, auch die Themen, die er anprangert. Leider ist das Einfühlungsvermögen und die Empathie gegenüber der Figuren recht eingeschränkt, das unsere heutige Gesellschaft über diesen Punkt in der Beziehungsebene seit langem herausgewachsen ist; woran Herr Lessing vielleicht nicht ganz unschuldig ist. Daher war es für mich nicht wirklich unterhaltsam, bereichernd oder nachhallend. Dennoch ein Stück Literaturgeschichte, dass uns mal wieder vor Augen führt, wie weit wir innerhalb der letzten 250 Jahren vorangeschritten sind!
„Nichts klingt in dieser Sprache wie Alles: und Alles ist in ihr so viel wie nichts.“ Zum Inhalt: „Emilia Galotti“ aus dem Jahr 1772 handelt von dem Prinzen Hettore Gonzaga, seiner besessenen Liebe zu dem bürgerlichen Mädchen Emilia Galotti und seinem Plan, das Mädchen für sich zu gewinnen. Das Trauerspiel spielt in einem kleinen Fürstentum in Italien im 18. Jahrhundert. 87 Seiten sind in fünf Aufzüge aufgeteilt, die in Skriptform geschrieben sind. Der Prinz von Guastalla hat Emilia Galotti gesehen und begehrt sie augenblicklich leidenschaftlich. Um sie zu gewinnen, muss er seine Mätresse Gräfin Orsina verabschieden und Emilias Heirat mit dem Grafen Appiani verhindern, die noch am gleichen Tag stattfinden sollte, als er ihr am Morgen in der Kirche begegnet war. Während er, wie gesagt, noch sehr angetan von ihr ist, hat Emilia Sorgen, die sie ihrer Mutter beichtet, diese aber wiederum für unbegründet erklärt. Appiani würde sie dennoch heiraten, wenn sie diesem nur nicht von dieser Begegnung erzählte. Der Kammerherr Marinelli lässt den Grafen auf Befehl des Prinzen daraufhin allerdings überfallen, umbringen und Emilia auf das Lustschloss des Prinzen bringen. Mithilfe leistet ihm dabei der Gauner Angelo und Pierro, der Diener der Galottis. Die Orsina erkennt die Hintergründe der Ereignisse und klärt Emilias Vater Odoardo auf. Emilia spürt, dass sie der Verführung durch den Prinzen weder entgehen noch widerstehen kann; sie muss etwas für sich unternehmen. Das übernimmt ihr Vater in der Tat aber letztlich für sie, der sich danach der himmlischen und der irdischen Gerechtigkeit stellt. Der Prinz verbannt damit seinen Kammerherr Marinelli. Meine Meinung: Zum einen mag ich das Setting, wo die Geschichte spielt, denn Italien ist für mich doch ein echt schönes Land. Zum anderen finde ich, dass der Erzählstil zwar unglaublich anstrengend zu lesen ist, da es eine sehr altertümliche Art von Sprache ist, aber doch sehr spannend, was ich so gar nicht gedacht hätte. Auch die Charaktere sind interessanter als man auf den ersten Blick glaubt. Besonders die Gräfin Orsina hat es mir dabei angetan, weil sie teilweise ihrer Zeit voraus ist, sehr intelligent und auf eine andere Art und Weise mutig. Das gefällt mir in dieserlei Hinsicht doch ziemlich gut. Emilia und ihre Eltern sind mir ehrlich gesagt nicht wirklich sympathisch in Erinnerung, vielleicht muss man über deren Beweggründe allerdings eher etwas länger nachdenken. Marinelli hingegen ist eindeutig doch eher unsympathisch. Beim Prinz aber kann ich gar nicht sagen, ob ich ihn authentisch finde oder nicht. Er hat als Charakter schon irgendwie etwas, doch ich glaube, von Sympathie kann auch nicht die Rede sein. Wie dem auch sei, in der Geschichte geht es schon sehr in die Historie, die ich hierbei schon oben so halbwegs erwähnt habe, deshalb werde ich so weiter nicht darauf eingehen. Nur so viel: Die Rolle der Frau in dieser Zeit ist hier doch eher untergestellt, selbst wenn sie verheiratet sind, müssen sie ihre Männer siezen und sehr viel Körperkontakt ist eben auch nicht gegeben, was in unserer, heutigen Zeit in einer Beziehung ja deutlich und definitiv lockerer zugeht. Aber das ist, denke ich, sogar eigentlich recht bekannt, sehr gut dargestellt ist es in diesem Buch trotzdem. Für uns ist diese Abhängigkeit von den Männern heutzutage doch undenkbar, und das wir Frauen heute eben auch die Chance haben, auf ein Leben, das wir wollen, das ist ja auch gut so. Denn, wie sagt man oft so schön, jeder hat das Recht dazu, sein Leben so zu leben, wie er es leben will. Und das ist auch ein gutes Schlusswort, das ich hierbei setzen möchte, da mich das Ende doch eher minder zufrieden gestellt hat. Wer weiß, was passiert, weiß, was ich meine. Ich fand ich trotz allem wirklich gut, aber eigentlich konnte man das Ende doch irgendwie schon fast vorausahnen, aufgrund dessen, das am Anfang „Trauerspiel“ geschrieben stand. Fazit: Nun, eigentlich ist „Emilia Galotti“ zwar nur eine Schullektüre von mir, aber ich gebe ihm trotzdem mal gute 3,5 Sterne. Denn eines muss ich sagen, für eine Schullektüre war es echt erstaunlich spannend, wie man von ihr ja oftmals eher weniger erwartet. Gut, die Sprache ist schon wahnsinnig anstrengend, aber wenn man sich erst mal reingelesen hat, kommt man doch ganz gut damit klar, daher sehe ich das gar nicht als ein Minuspunkt. Vielleicht ist die Geschichte allerdings ein wenig vorhersehbar, doch ansonsten finde ich, dass sie doch eine ganz passable Schullektüre ist, die überhaupt nicht langweilig wirkt, dafür liest man sie auch recht gerne.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Mit dem 1772 erschienenen und uraufgeführten Drama
Emilia Galotti
schuf Gotthold Ephraim Lessing eines der bedeutendsten Beispiele für die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels. Das Stück, das zu den Schlüsselwerken der Aufklärung und Empfindsamkeit gehört sowie als eines der ersten politischen Dramen der deutschen Literatur gilt, übt scharfe Kritik an der Willkürherrschaft des Adels. Dieser Macht kann das Bürgertums nur seine höhere Moral entgegensetzen. Die geplante Hochzeit der bürgerlichen Emilia Galotti mit dem ehrenhaften Grafen Appiani wird von Hettore Gonzaga, dem regierenden Prinzen von Guastalla, hintertrieben; nicht nur für Emilia endet die Intrige schließlich tödlich.
In
Emilia Galotti
verzichtete Lessing – anders als noch in
Miss Sara Sampson
– auf allzu viel Emotionen und rührselige Elemente. Nachdenklich, nicht (nur) gerührt, soll das Publikum das Theater verlassen.
Mit Anmerkungen von Jan-Dirk Müller.
Book Information
Author Description
Gotthold Ephraim Lessing (22. 1. 1729 Kamenz, Sachsen – 15. 2. 1781 Braunschweig) gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Aufklärung und trat auch als Publizist hervor. Schwerpunkt seines Werkes sind Dramen, literaturkritische Schriften sowie Fabeln und Epigramme.
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5 ⭐️ - „Nichts klingt in dieser Sprache wie Alles: und Alles ist in ihr so viel als Nichts.“ „Ich will doch sehn, wer mich hält, - wer mich zwingt, - wer der Mensch ist, der einen Menschen zwingen kann.“ „- Als ob wir, wir keinen Willen hätten, mein Vater!“ „Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert. - Lassen Sie mich sie küssen, diese väterliche Hand.“
Bücher, die man für die Schule lesen muss, sind nicht immer die besten. ABER „Emilia Galotti“ von Lessing? - Wow. Ich bin so froh, dass wir das lesen mussten, ich bin einfach nur begeistert. Klar, es spielt in einer ganz anderen Zeit, aber macht es das nicht so toll? Man versteht, wie damals die Gesellschaft aufgebaut war und sich während der Aufklärung langsam verändert hat. Und das Thema ist immer noch aktuell. Ich kann das Buch sehr empfehlen! Nur leider habe ich ein paar offene Fragen, aber hat man die nicht immer im Leben?
In „Emilia Galotti“ geht es um eine junge Frau, die zwischen Liebe, Pflicht und dem Machtmissbrauch eines Prinzen steht. Das Drama von Lessing stammt aus der Epoche der Aufklärung. Emilia zeigt sich als kluge, selbstständig denkende Frau, für die Tugend wichtiger ist als alles andere. Ich fand das Buch sehr gut, weil es eine aufklärerische Haltung zeigt und Emilias Stärke betont.
Emilia Galotti ist trotz der teils gehobenen, älteren Sprache überraschend gut verständlich und flüssig zu lesen. Lessing erzählt eine vergleichsweise kurze, aber sehr dichte Geschichte, die vor allem durch ihre moralischen Konflikte und die Kritik an Machtmissbrauch überzeugt. Besonders eindrucksvoll ist, wie zeitlos die zentralen Fragen bleiben: Ehre, Freiheit, Verantwortung und die Folgen unüberlegten Handelns. Das tragische Ende wirkt konsequent und regt stark zum Nachdenken an – gerade darüber, wie starre Moralvorstellungen und gesellschaftlicher Druck Menschen in ausweglose Situationen treiben können. Ein kleiner Abzug nur, weil die Sprache stellenweise Konzentration erfordert. Insgesamt aber ein klassisches Drama, das auch heute noch relevant ist.
Überraschend gut.
Hat als Trauerspiel von Anfang an natürlich kein Geheimnis aus dem Ende gemacht, war aber trotzdem interessant zu lesen. Nachdem ich mich an die altertümliche Sprache gewöhnt hatte, fand ich sie an manchen Stellen sogar sehr schön, wenn nicht wenigstens lustig. (Orsina hat das Ding aber gecarried, muss ich sagen)
Interessante Charaktere 🫢
Ich mochte die Charaktere tatsächlich sehr gern! Jeder hatte seinen speziellen Platz in der Handlung, die typisch für ein Bürgerliches Trauerspiel besonders dramatisch war. Vor allem die manipulative Marwood war erfrischend durchtrieben und verrückt. Sara war mir zu sprunghaft und naiv — es fiel mir schwer, sie ernst zu nehmen. 👀 Mellefont war mir auch einer! Ich fand es schade, dass man seine Zweifel und inneren Konflikte nur erahnen konnte und sie nicht weiter ausgeführt wurden. Dadurch war die Beziehung zu Sara für mich ein wenig zu flach. Dennoch muss ich sagen, dass mich die Story durch dieses Überzogene gut unterhalten hat. War ein solider Einstieg in die Weltliteratur! ☺️
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in das Buch reingekommen bin. Der Schluss hat aber alles wieder gut gemacht, weil er für mich so unerwartet war und dadurch der ganzen Geschichte nochmal eine andere Sicht gegeben hat.
„Das Herz bricht mir, wenn ich hieran gedenke. - So ganz sollen wir sie verlieren, diese einzige geliebte Tochter!“ S.21 Es geht um die bürgerliche Emilia, in die sich der Prinz verliebt hat. Diese soll einen anderen heiraten. Damit der Prinz sie bekommt, lässt er sie entführen. Emilia Galotti ist ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Es wurde 1772 in einem Opernhaus aufgeführt.

Die bürgerliche Aufklärung trifft auf die Willkür des Adels
Ein Werk aus der Aufklärung und tatsächlich eines meiner Lieblingswerke. Hier steht das aufklärerische Bürgertum dem willkürlichen Adel gegenüber. Ein Vater, der gegen die Laster des Adels und für die Tugendhaftigkeit geradesteht und eine mutter, die den weltlichen Dingen am Hofe geneigt ist…Emilia, die inmitten dieser Ansichten aufwächst… Das Ende ist klassisch und aufgrund der Anspielungen (z.B. die Rose, die Perlen etc.) während der Aufzüge zu erwarten. Alles in allem ein kurzes Drama, dass im Grunde viel zu sagen hat. Ich kann die schlechten Bewertungen verstehen, wenn man sie für die Schule liest oder auch ohne jegliche Analyse, aber die Geschichte wird interessant, wenn man sich detailliert damit befasst

Interessant
Schulbuch. In Bezug auf die Zeit, in der dieses Trauerspiel geschrieben wurde, finde ich lassen sich doch moderne Thematiken finden. Dass der Prinz nicht eingesehen hat, was er getan hat finde ich doch etwas problematisch und wie so oft ist er ein Charakter, der so tut als wäre er über allem. Ein wenig wie Ferdinand. Das Orsina nicht nur als böse dargestellt wurde fande ich sehr schön. Es überrascht mich, wie gut ich inzwischen die Sprache verstehe. Immer noch ein gutes und interessantes Buch, meiner Meinung nach. Considering the time in which this tragedy was written, I think it does contain some modern themes. I find it somewhat problematic that the prince does not recognized what he's done, and, as is so often the case, he's a character who acts as if he's above everyone else. A bit like Ferdinand. I really appreciated that Orsina wasn't portrayed as evil. I'm surprised how well I understand the language now. Still a good and interesting book, in my opinion.
I love books that give us an insight into the society back in the old days and what the position of women was compared to men. Emilia Galotti is one of the first plays not primarily set in the world of the nobility, but centered on the bourgeoisie. The desperation that led Emilia to take her own life is harrowing and sad. That selfishness and insatiable lust can so devastate a person's life that there is no way out but through death.
Vorhersehbarer Handlungsverlauf, Emilia als Hauptfigur enttäuschend passiv
Emilia Galotti ist die Hauptfigur des Dramas und doch ist sie die passivste Figur von allen. Geprägt durch ihren Glauben und die Bewahrung ihrer Tugend will sie sich das Leben nehmen um sich selbst davor zu bewahren dem Prinzen zu verfallen und somit ihre “Reinheit” nicht zu verlieren. Man könnte nun annehmen, dass diese Entscheidung ihr Leben zu beenden nun doch ihr selbstständiges Denken zeigt, allerdings wird ihr diese Handlung erneut von ihrem Vater abgenommen, der offensichtlich ein Kontrollproblem zu haben scheint. Der Prinz stellt für Emilia eine Verführung dar, der sie unbedingt widerstehen muss. Dieser ist allerdings auch kein Unschuldslamm, denn durch sein Handeln wird deutlich wie willkürlich der Adel zur damaligen Zeit agierte und wie folgenschwer sein Handeln bzw. das Verlassen auf Marinelli für alle anderen einschließlich ihm selbst war. Er ist derjenige mit der meisten Macht und will aber auch gleichzeitig keine Verantwortung haben und tretet somit alles an sein Umfeld ab. Für ihn zählt einzig und allein das was er will und das ist in diesem Fall Emilia. Nicht aus einer unschuldigen oder ehrlichen Liebe heraus, sondern nur weil er sie als sein nächstes “Objekt der Begierde” auserkoren hat. Alles im allem kann man, wenn man das Drama im Deutschunterricht liest, viele Dinge finden, die man (kritisch) analysieren kann, aber so kann ich Emilia Galotti nicht empfehlen, weil mich die Charaktere teilweise wegen ihrer Art zu handeln einfach nur aufgeregt haben und der Handlungsverlauf sehr vorhersehbar war. Mich persönlich hat dieses Drama eher gelangweilt.
Tragisch - aber doch packend, obwohl es sprachlich aus einer anderen Epoche stammt
Mein erstes Buch von Lessing. Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war, wie man in die Handlung rein kommt. Lessing schafft es, dass man neugierig darauf wird, was als Nächstes passiert. Natürlich muss man sich darauf einlassen, dass die Sprache aus einer anderen Epoche stammt. Dennoch entwickeln sich die Dialoge toll und ein Spannungsbogen wird geschaffen. Lessing verliert sich auch nicht in Nebensächlichkeiten.
Das Buch ist an manchen Stellen etwas schwer verständlich. Ich musste manche Passagen zweimal lesen, um sie zu verstehen. Im Allgemeinen ist dieses Stück großartig und anders als erwartet. Der Twist am Ende hat mich ziemlich überrascht und für die Kürze des Buches wurde alles wichtige erzählt. Für mich definitiv ein Muss für alle Klassiker-Fans.
Ehrenmord obwohl die Ehre ni genommen wurde?
Ich verstehe ja die Zusammenhänge des Buchinhaltes mit dem Zeitalter der Aufklärung, aber das heißt noch lange nicht, dass ich das Buch gut fand - ich fand's nämlich schrecklich. Junge, die haben nicht mal gefickt und trotzdem lässt die sich umbringen, was das ey.
Absolute Torture
They are making us read this monstrosity of a book for school. Help us. It is torture because it’s old-german and so hard to read. The book itself has a good plot, i really like where everything is going but reading it feels like torture because time will not pass. It feels like hours finishing one page. Let’s see where this is all going though!
Nicht mein Geschmack
Ich musste es für die Schule gelesen und selbst hätte ich es mir nie ausgesucht. Generell find ich geht alles viel zu schnell und es ist unrealistisch, dass die Handlung nur an einem Tag stattfindet. Die Geschichte ist auch in der Handlung an einigen Stellen unrealistisch und teilweise auch einfach schlecht dargestellt (zum Beispiel etwas wird im Geheimen besprochen während die Person die es nicht hören soll daneben steht). Die Sprache ist auch schwer verständlich, die hätte man inzwischen anpassen können. Insgesamt kein angenehmes Leseerlebnis.
Es fehlt mir die nötige Recherche um eine adäquate Kurzmeinung zu präsentieren, denn es handelt sich ja nicht um irgendein Trauerspiel. Nur soviel: Schnell ging es, verstörend war es und einer alten Zeit entwendet. Parallelen gibt es sehr wohl zu unserer heutigen Zeit. Gleiche Trauerspiele im echten Leben und im anderen Gewandt schauen uns sicherlich bei jedweder Form von Mord aus so genannter Ehre an…
Emilia entscheidet sich dafür, von ihrem Vater erstochen zu werden, anstatt den Prinzen zu heiraten, der ihren Verlobten ermordet hat und sie vergewaltigen und heiraten will. Die Tragödie zeigt durch die Figur Emilia sehr schön das Festhalten an der Tugend. Die Tatsache, dass Emilia als Frau ihren freien Willen ausübt, anstatt in einer missbräuchlichen Ehe zu enden, ist sehr modern, besonders für den Kontext der Zeit. Slay
Für eine Schullektüre war es eigentlich ganz nett.
Zunächst einmal fällt es mir immer schwer solche gelben Bücher zu lesen, aber mit Hörbuch (ungekürzt) ist es eigentlich ganz okay. Sowas findet man auch gut auf Spotify oder so. Ich habe das Buch dadurch auch sehr schnell beendet, es war ja auch nicht lang. Es war ganz unterhaltsam, aber nicht was ich normal lesen würde. Das Ende ist etwas unbefriedigend, auch fand ich es zu schnell beendet.
Thumbs-up for the criticism of aristocratic arbitrarity, but not even that could change my downright hate for this book. I just loathe Lessing with every fibre of my being it seems. From an academic point of view, Emilia Galotti is brilliantly constructed with the choice of opposing settings, the way the plot is created and executed on stage alone, yes! But from a private point of view, I can do without the rape and inevitable male violence, I get enough of that in the real world already.
Vor 250 Jahren revolutionär, heute eher „oll“
Ein klassisches bürgerliches Trauerspiel, an dem man wunderbar den Aufbau eines Dramas (u.a. nach Gustav Freytag) durchexerzieren, die Epoche der Aufklärung und die Kritik an der Willkür der Adelsherrschaft lehren kann. Aus der reinen Oberstufen-Unterrichtslogik heraus ergibt es durchaus Sinn, die Emilia nochmal aus der Mottenkiste zu holen, denn die Geschichte und Konflikte sind relativ gut verständlich, die meisten Figuren gut nach altbekannten Schemata einzuordnen und wenn man sich ein wenig auf Lessings Schreibstil eingelassen hat, kann man das Werk auch ohne allzu große Hürden runterlesen. Ob sowas allerdings heutzutage noch Menschen für Literatur oder gar das Theater begeistert, bezweifele ich stark.
To be honest, I kinda had to push myself to even finish this book at all. The story developed kinda too slow, but I just wanted to finish this one for the sake of not having this as a to-read anymore. The best thing was understanding connections to the book made in [b:Die Leiden des jungen Werther|705790|Die Leiden des jungen Werther|Johann Wolfgang von Goethe|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1590387180l/705790._SY75_.jpg|746264] by [a:Johann Wolfgang von Goethe|285217|Johann Wolfgang von Goethe|https://images.gr-assets.com/authors/1532614109p2/285217.jpg], since Emilia Galotti is told to be Lotte's favourite book.
Lessing gilt als einer der Autoren der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Eines seiner bekanntesten Werke und z.T. Mitglied des schulischen Lesekanons ist das Drama Emilia Galotti. Ich mag seinen Schreibstiel sehr gerne, auch die Themen, die er anprangert. Leider ist das Einfühlungsvermögen und die Empathie gegenüber der Figuren recht eingeschränkt, das unsere heutige Gesellschaft über diesen Punkt in der Beziehungsebene seit langem herausgewachsen ist; woran Herr Lessing vielleicht nicht ganz unschuldig ist. Daher war es für mich nicht wirklich unterhaltsam, bereichernd oder nachhallend. Dennoch ein Stück Literaturgeschichte, dass uns mal wieder vor Augen führt, wie weit wir innerhalb der letzten 250 Jahren vorangeschritten sind!
„Nichts klingt in dieser Sprache wie Alles: und Alles ist in ihr so viel wie nichts.“ Zum Inhalt: „Emilia Galotti“ aus dem Jahr 1772 handelt von dem Prinzen Hettore Gonzaga, seiner besessenen Liebe zu dem bürgerlichen Mädchen Emilia Galotti und seinem Plan, das Mädchen für sich zu gewinnen. Das Trauerspiel spielt in einem kleinen Fürstentum in Italien im 18. Jahrhundert. 87 Seiten sind in fünf Aufzüge aufgeteilt, die in Skriptform geschrieben sind. Der Prinz von Guastalla hat Emilia Galotti gesehen und begehrt sie augenblicklich leidenschaftlich. Um sie zu gewinnen, muss er seine Mätresse Gräfin Orsina verabschieden und Emilias Heirat mit dem Grafen Appiani verhindern, die noch am gleichen Tag stattfinden sollte, als er ihr am Morgen in der Kirche begegnet war. Während er, wie gesagt, noch sehr angetan von ihr ist, hat Emilia Sorgen, die sie ihrer Mutter beichtet, diese aber wiederum für unbegründet erklärt. Appiani würde sie dennoch heiraten, wenn sie diesem nur nicht von dieser Begegnung erzählte. Der Kammerherr Marinelli lässt den Grafen auf Befehl des Prinzen daraufhin allerdings überfallen, umbringen und Emilia auf das Lustschloss des Prinzen bringen. Mithilfe leistet ihm dabei der Gauner Angelo und Pierro, der Diener der Galottis. Die Orsina erkennt die Hintergründe der Ereignisse und klärt Emilias Vater Odoardo auf. Emilia spürt, dass sie der Verführung durch den Prinzen weder entgehen noch widerstehen kann; sie muss etwas für sich unternehmen. Das übernimmt ihr Vater in der Tat aber letztlich für sie, der sich danach der himmlischen und der irdischen Gerechtigkeit stellt. Der Prinz verbannt damit seinen Kammerherr Marinelli. Meine Meinung: Zum einen mag ich das Setting, wo die Geschichte spielt, denn Italien ist für mich doch ein echt schönes Land. Zum anderen finde ich, dass der Erzählstil zwar unglaublich anstrengend zu lesen ist, da es eine sehr altertümliche Art von Sprache ist, aber doch sehr spannend, was ich so gar nicht gedacht hätte. Auch die Charaktere sind interessanter als man auf den ersten Blick glaubt. Besonders die Gräfin Orsina hat es mir dabei angetan, weil sie teilweise ihrer Zeit voraus ist, sehr intelligent und auf eine andere Art und Weise mutig. Das gefällt mir in dieserlei Hinsicht doch ziemlich gut. Emilia und ihre Eltern sind mir ehrlich gesagt nicht wirklich sympathisch in Erinnerung, vielleicht muss man über deren Beweggründe allerdings eher etwas länger nachdenken. Marinelli hingegen ist eindeutig doch eher unsympathisch. Beim Prinz aber kann ich gar nicht sagen, ob ich ihn authentisch finde oder nicht. Er hat als Charakter schon irgendwie etwas, doch ich glaube, von Sympathie kann auch nicht die Rede sein. Wie dem auch sei, in der Geschichte geht es schon sehr in die Historie, die ich hierbei schon oben so halbwegs erwähnt habe, deshalb werde ich so weiter nicht darauf eingehen. Nur so viel: Die Rolle der Frau in dieser Zeit ist hier doch eher untergestellt, selbst wenn sie verheiratet sind, müssen sie ihre Männer siezen und sehr viel Körperkontakt ist eben auch nicht gegeben, was in unserer, heutigen Zeit in einer Beziehung ja deutlich und definitiv lockerer zugeht. Aber das ist, denke ich, sogar eigentlich recht bekannt, sehr gut dargestellt ist es in diesem Buch trotzdem. Für uns ist diese Abhängigkeit von den Männern heutzutage doch undenkbar, und das wir Frauen heute eben auch die Chance haben, auf ein Leben, das wir wollen, das ist ja auch gut so. Denn, wie sagt man oft so schön, jeder hat das Recht dazu, sein Leben so zu leben, wie er es leben will. Und das ist auch ein gutes Schlusswort, das ich hierbei setzen möchte, da mich das Ende doch eher minder zufrieden gestellt hat. Wer weiß, was passiert, weiß, was ich meine. Ich fand ich trotz allem wirklich gut, aber eigentlich konnte man das Ende doch irgendwie schon fast vorausahnen, aufgrund dessen, das am Anfang „Trauerspiel“ geschrieben stand. Fazit: Nun, eigentlich ist „Emilia Galotti“ zwar nur eine Schullektüre von mir, aber ich gebe ihm trotzdem mal gute 3,5 Sterne. Denn eines muss ich sagen, für eine Schullektüre war es echt erstaunlich spannend, wie man von ihr ja oftmals eher weniger erwartet. Gut, die Sprache ist schon wahnsinnig anstrengend, aber wenn man sich erst mal reingelesen hat, kommt man doch ganz gut damit klar, daher sehe ich das gar nicht als ein Minuspunkt. Vielleicht ist die Geschichte allerdings ein wenig vorhersehbar, doch ansonsten finde ich, dass sie doch eine ganz passable Schullektüre ist, die überhaupt nicht langweilig wirkt, dafür liest man sie auch recht gerne.





















































