Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
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Description
Book Information
Author Description
Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin (u. a. beim Falter und den Vorarlberger Nachrichten) und Schriftstellerin. Ihr erster Roman Gruber geht (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen Die Nachricht (2021) und Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe (2023). Doris Knecht lebt in Wien und im Waldviertel.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Stundenlanges ‚Ich, ich, ich‘ – und am Ende nichts.
Der Anfang des Buches war ja noch ganz nett und witzig, doch schon bald zogen sich die endlosen Gedankenschleifen der Erzählerin über Alltag, Erinnerungen und kleinste Beobachtungen ins Unermessliche – und ich war einfach nur gelangweilt. Es passiert gefühlt nichts, Spannung kommt keine auf. Die Erzählerin lebt in einem ständigen „Ich, ich, ich“-Modus. Es fühlte sich an, als würde jemand stundenlang über sein Sofa sprechen und erwarten, dass ich begeistert bin. Am Ende blieb… nichts. Kein befriedigender Abschluss, keine Erkenntnis, nur das dumpfe Gefühl, wertvolle Zeit verschwendet zu haben. Nach dieser Erfahrung traue ich mich kaum, ein weiteres Buch der Autorin in die Hand zu nehmen.
Leider konnte ich dieser Erzählung einer sich selbst bemitleidenden Frau nichts abgewinnen. Die Aneinanderreihung von belanglosen Begebenheiten diente wohl mehr der Selbsttherapie, als der Unterhaltung. ☹️
Die Protagonistin (die sehr viel Ähnlichkeit mit Doris Knecht hat...) steht vor einer großen Lebensveränderung: ihre beiden Kinder sind erwachsen und ziehen zuhause aus. Die zurückgelassene Mutter ist alleinerziehend gewesen und kann sich nun, ohne den Kindesunterhalt, die Miete für die Wohnung nicht mehr leisten. Sie muss ausziehen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Sehr menschlich und zuweilen auch lustig und mit viel Selbstironie aber auch Selbstreflektion wird die Geschichte einer "ganz normalen" Frau erzählt . Ich mochte es sehr, habe mich in vielem selbst wieder gefunden und fand es einfach auch wohltuend unaufgeregt und sympathisch. Ein schönes Buch, vor allem für Menschen in mittleren Jahren, deren Kinder erwachsen werden/ geworden sind
Seltsames Buch
Nur eine nicht gerade interessante Aufzählung von ihrem Haushaltskram. Mich hat die Einstellung gestört Sie war nicht gerade arm und hat eine neue Wohnung oder Haus ich weiß das nicht mehr. Ist ja ok.Schön für sie. Aber sie will ihre alte Wohnung nicht renovieren obwohl sie selber schreibt es wurde nie renoviert. Da tut sie alles um sich zu drücken. Ihre Einstellung, nicht meine Sache, aber warum soll ich das lesen, Buch war sowieso geborgt.
In "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" führt uns Doris Knecht einfühlsam durch die Lebenswelt einer alleinerziehenden Frau, deren Kinder kurz davor sind, das Nest zu verlassen. Mit einer Mischung aus Wehmut und Vorfreude steht die Protagonistin vor der Herausforderung, sich neu zu definieren und ihr Leben umzustrukturieren. Knecht verwebt geschickt das Thema des Loslassens mit der Frage nach der Zuverlässigkeit unserer Erinnerungen. In kurzen Episoden reflektiert sie über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges und wird mit dem Erwachsenwerden ihrer Kinder, der Einsamkeit sowie der Angst vor Verarmung konfrontiert. Ein Roman, der seine Leser*innen dazu einlädt, über die eigene Lebenssituation zu reflektieren und zugleich Trost und Verständnis für die Herausforderungen des Loslassens und Neubeginns bietet. Knechts mitreißender Schreibstil und die authentische Darstellung menschlicher Gefühle sorgt dafür, dass man sich gleich zu Beginn in die Geschichte hineinziehen lässt und gespannt darauf wartet, was als nächstes passiert. Mit einem Hauch von österreichischem Charme und einer Prise feinem Humor sorgt Doris Knecht erneut für ganz wunderbare Lesestunden.

Wenn die Kinder ausziehen Doris Knecht hat eine ganz besondere Art zu schreiben, die mir sehr gefällt, sehr ehrlich , sehr angenehm, sehr warm. Man kann ihre Gedanken gut nachvollziehen und hat Dinge , die sie beschreibt vielleicht schon selbst so erlebt, sie nur nie so gut in Worte gefasst. Worum geht es? Die Protagonistin steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Ihre Kinder sind flügge geworden und werden in Kürze ausziehen. Für sie selbst ist die geräumige Mietwohnung nicht mehr finanzierbar, wenn die Alimente des Vaters ihrer Zwillinge wegfallen. Sie wird sich eine kleinere Wohnung suchen müssen und muß rigoros ausmisten. Das macht sie dann auch, und mit dem Aussortieren, erinnert sie sich an eigene Kindheitserlebnisse, vergangene Freundschaften, Entscheidungen, die ihrem Leben die Richtung gegeben haben. Sie mistet ihre Erinnerungsräume sozusagen gleich mit aus. Schön fand ich, dass die Protagonistin in dem Buch nicht verbittert ist, weil sie in eine deutlich kleinere Wohnung ziehen muss, eine Veränderung, die ihr die Umstände aufzwingen. Nein, sie freut sich auf ihren neuen Lebensabschnitt , sieht das Positive, z. b die Nähe zu ihrer Freundin. Auch bei der Gestaltung der neuen Wohnung braucht sie auf niemanden mehr Rücksicht zu nehmen. Pech, wenn den Kindern der Beige oder besser gesagt Greigeton der Wandfarbe zu langweilig ist. Das Buch beschreibt die innere Zäsur der Protagonistin in der Mitte des Lebens mit einem feinen Humor und einer Spur Selbstironie, was ich sehr mochte und gerne gelesen, bzw. gehört habe, denn ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen. Das ist im Übrigen sehr zu empfehlen. Jutta Seifert hat eine tolle und für den Text sehr passende Stimme und hat es perfekt vorgelesen.
Ein ruhiges, nachdenkliches Buch über das Leben nach dem Auszug der Kinder. Vieles konnte ich gut nachvollziehen. Es ist ehrlich, klug, aber auch leise traurig. Hat mich zum Nachdenken gebracht, ohne kitschig zu sein. Freue mich auf weitere Bücher von Doris Knecht. „Ich hasse Veränderungen. Aber irgendwas muss geschehen.“ „Irgendwann muss man sagen: Hier bin ich jetzt. Das ist jetzt meins, ich bin angekommen, so ist es gut.“
Vollständige Lesung: Ich mochte den sympathischen Plauderton in dem die Geschichte erzählt wird. Es ist so als würde eine Freundin von sich und ihrer Familie erzählen. Sehr angenehme Stunden.
Ich hatte mich auf das Buch gefreut und mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, warum es mich nicht mehr begeistert, denn an der Schreibweise lag es absolut nicht. Ich denke ich hatte mir Zukunft gewünscht, nun aber hauptsächlich Rückblick bekommen. Und vielleicht war jetzt auch einfach nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch und mich.
Das Thema hat mich echt gepackt (u.a. das Loslassen vom ständigen "Muttersein" oder der Wunsch nach einem ganz eigenen Zimmer - nur für sich allein). Ich konnte mich sehr oft wiederfinden und fühlte mich verstanden. Hatte vielleicht ein paar Längen, aber ansonsten "Daumen hoch".
Ein Neuanfang
„Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ von Doris Knecht erschienen bei Hanserberlin Wie ist es, wenn man immer die „nicht im Leben organisierte “ war? Die Ich-Erzählerin erzählt von ihren Erinnerungen, die mal voll da sind und manchmal erinnert sie sich selber nicht mehr an die Details. Aber sie weiß, dass sie ihr Elternhaus verließ, um 700 km weiter ein neues Leben zu beginnen. Unabhängig und nicht im ständigen Vergleich mit ihren Schwestern. Sie selber hat Zwillinge, nun Erwachsen und nie im Vergleich gewesen. Alleinerziehend und am Wendepunkt ihres Lebens lässt uns die Ich-Erzählerin ruhig, teils traurig und zweifelnd an Ihrem nun bevorstehenden Leben teilhaben. Längst vergangene Situation und Lebensabschnitte tauchen immer wieder auf. Immer wieder erfasst sie der Gedanke, dass nun ihre große Angst unbegründet sein sollte, denn sie kann zum ersten Mal Frei entscheiden und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Dieser Roman zeigt wie Alleinstehende Mütter, die meist nur für ihre Kinder funktioniert haben und Geld verdienen mussten später, wenn die Kinder flügge werden, sich selber erst wieder kennenlernen müssen, ihre Bedürfnisse, soziale Kontakte, spontane Entscheidungen und der Fokus auf sich selbst. In melancholisch ruhiger Sprache, gespickt mit dem üblichen Alltagschaos begleiten wir die Protagonistin bei Ihrem Vorhaben auf einen Neuanfang. Ich selber habe keine Kinder, aber auch mich haben die Abschnitte, wenn sie über ihre Kinder spricht sehr berührt. Ich bin überzeugt, dass Eltern selber das Buch nochmal intensiver erleben. Doris Knecht hat einen unverwechselbaren Schreibstil, der einen immer abholt.
Reflexion, Alltag, Veränderung
Das Buch handelt von einer Frau, die an einem Ende steht. Am Ende eines Lebensabschnittes, der gleichzeitig, und so ist es doch immer, auch einen Anfang darstellt. Sie rekapituliert, sie wägt ab, sie verarbeitet. Wo stehe ich? Was habe ich erreicht, was nicht? Reicht das? Die Ich-Erzählerin nimmt uns mit auf eine kleine Reise durch ihr Leben. Während sie ihre Vergangenheit in Kartons verpackt, lässt sie dieses Vergangene vorüberziehen. Es ist wie ein fremdes Leben zu beobachten. Als ob man ein fremdes Tagebuch liest. Das Tagebuch einer ganz normalen Frau, die in ihrer Individualität ganz besonders ist. Die Kinder sind nun groß und ziehen aus, das bedeutet aber in ihrem Fall auch, dass sie ausziehen muss. Die Ich-Erzählerin hat einen ehrlichen Blick auf sich, gleichzeitig bewertet sie sich nicht. Nicht alles ist oder war schön, es war und ist einfach wie es ist. Ich fand das Buch deshalb auf eine gewisse Art so heilsam. Dieser realistische, aber doch liebevolle Blick auf sich selbst. Das muss ich noch lernen und davon kann ich lernen. Aber ich gebe zu, beim Lesen habe ich mich manchmal schon gewundert, was ich da eigentlich lese. Immerhin passiert nichts, da ziehen nur Kinder aus und jemand lässt ihren Alltag Revue passieren. Doch es ist diese Sprache, dieser Stil, der mich in den Bann gezogen hat. Der das Alltägliche so besonders zu lesen gemacht hat. Und es sind eben diese kleinen Botschaften, die zwischen den Zeilen stecken, die mich berührt haben, die ich mitnehmen kann. Und ein bisschen ein Blick in die Zukunft ist es auch. Ich mochte dieses Buch und deshalb empfehle ich es jedem und jeder, die selbst gerade ein bisschen bereit ist, sich zu prüfen.

Hörbuch. Die Geschichte steht symbolisch für das Übersehen eigener Lebensarbeiten – bis sie nun, im großen Ausmisten, wieder auftauchen.
Eine eigentlich alltägliche Geschichte so schön und eindringlich erzählt. Die Ähnlichkeiten zu meinem eigenen Leben haben mich nachdenklich gestimmt.
Die vollständige Liste aller Bücher die Du vergessen kannst..
Mainstream und diese Ich Erzählerin wutde mir richtig im Laufe der oberflächlichen Erzählweise und Handlungsweise unsympathisch. Abgebrochen.
Ein ruhiges Buch über ein doch aufregendes Thema: Die Kinder ziehen aus und ein neues Leben steht vor der Tür. Viele Erinnerungen kommen wieder auf. Was ist wichtig und was braucht man. Ein sehr schöner Schreibstil bringt uns die Hauptdarstellerin näher.
Eine unaufgeregte Beschreibung der Lebensphase einer Mutter, deren Kinder selbstständig werden und ausziehen. Die damit einhergehenden Gedanken der Protagonistin und ihr besinnen auf sich selbst werden schön beschrieben. Mir gefällt, dass genau der Lebensabschnitt aus einen Platz in der Literatur findet, da ich hiervon bisher wenig mitbekommen habe.
Eine Frau im Übergang in einer neue Lebensphase. Die Kinder ziehen aus und die Wohnung wird zu groß, der Umzug in eine kleinere muss geplant und organisiert werden. Es muss aussortiert werden, Möbel, Erinnerungsstücke und damit auch Gefühle, die zu den Erinnerungen gehören. Das Buch ist eine Art Zwischen-Resümee. Ich habe mich in vielen Gedanken und Empfindungen wiedergefunden. So vieles konnte ich so gut nachvollziehen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen!
📌 "Das Elternhaus, in das man immer zurückkehren kann, ist natürlich eine Illusion, eine schöne Utopie. Die meisten kehren nicht zurück. Ich kehrte nicht nach Hause zurück." (S.99) Eine Frau blickt zurück und zieht Resümee aus ihrem bisherigen Leben. Mit dem Auszug der Kinder beginnt ein neuer Lebensabschnitt, einer nachdem man sich zuvor gesehnt, den man sich vielleicht sogar gewünscht hat. Doch wie in jeden Lebensabschnitt muss man auch in diesen erst einmal reinwachsen. Eine schöne Geschichte über Veränderungen im Leben und Erinnerungen die bleiben.

Ein wenig, wie einer guten Freundin zu hören wenn sie von ihrem Leben erzählt, warm farbenfroh aber auch ein wenig plätschernd
Gut zu lesen, nett für zwischendurch, hat mich aber jetzt nicht vom Hocker gerissen.
Nichts für mich
Ganz flüssiger Schreibstil. Hat mich nicht interessiert. Sie ist reich aber lässt ihre Wohnung in einem total verwohnten Zustand zurück,
Ein tolles Buch, ganz anders als die Bücher von Doris Knecht, die ich bisher gelesen habe („Wald“ & „Die Nachricht“). Ruhig und unaufgeregt entfalten sich die Gedanken einer Frau “in den besten Jahren“, die nachdenkt über ihr Leben, wie sie es gestaltet hat, was ihr widerfahren ist und wo sie jetzt steht.
Ein ruhiges und leises Buch über das Sich-Finden, wenn sich die Rollen im Leben ändern.
Ich mag dieses Buch…
…Weil es mich genau da erwischt hat, wo ich selber stehe. Alleinerziehend und das letzte Kind, auch ein Sohn 🤭, zieht aus und ich bleibe in der viel zu großen Familienwohnung zurück. Doris Knecht beschreibt unaufgeregt den Prozess, sich vom bisherigen Alltag mit Kindern in ein eigenes, freies Leben zu begeben. Mir gefällt der Schreibstil, fein, manchmal selbstironisch und ohne viel Schnickschnack. Ich kann es nur empfehlen 😊
EINE VOLLSTÄNDIGE LISTE ALLER DINGE, DIE ICH VERGESSEN HABE Doris Knecht Unsere Protagonisten ist gezwungen, sich räumlich zu verändern: Ihre Tochter, der eine Teil vom Zwillingspärchen, möchte nach der bestandenen Matura ausziehen. Ohne die monatlichen Bezüge vom Kindesvater ist ihre Wohnung, in der sie viele Jahre zu dritt gewohnt haben, für sie unbezahlbar geworden. Schnell merkt sie, dass die Wohnungen auf dem Markt kleiner und teurer sind. Was tun? Zu den Eltern zurück ist schließlich auch keine Option. Dort wuchs sie als älteste Schwester mit zwei jüngeren Zwillingspärchen als Geschwister auf. „Ich musste mein Zuhause verlassen und fast siebenhundert Kilometer weit wegziehen, um sichtbar zu werden und festzustellen, dass ich eine ganz normale, durchschnittlich attraktive Frau bin, nicht auffällig schön, nicht hässlich. Ich vergesse das sofort, sobald eine meiner Schwestern in der Nähe ist, oder, wahrscheinlicher, alle vier auf einmal.“ (S. 22) Unsere Protagonistin erzählt in unabhängigen Kapiteln von ihren Gedanken im jetzt sowie Geschichten aus ihrer Vergangenheit: Ihren Abtreibungen, vergangenen Liebschaften, Freundinnen, Lebenssituationen und Ängsten, damals nach der Trennung: „Auch die Angst gehört mir jetzt ganz alleine, die Angst, es nicht zu schaffen, die Angst, zu versagen, die Angst, krank zu werden, die Angst, die Arbeit zu verlieren. Die Angst, zu fallen: Hinter mir würde keiner mehr stehen, um mich aufzufangen, da wäre nur noch leerer Raum über hartem Grund." (S. 48) Doris Knecht ist eine begnadete Autorin. Ich lese ihre Bücher sehr gerne - dieses konnte mich allerdings nur zu Beginn überzeugen. Wo ich am Anfang noch mehrere Emotionen fühlte, war es am Ende nur noch Langeweile. "Es sind Geschichten aus dem Leben und auch diese müssen erzählt werden“, so meine Lesepartnerin Nini. Ja, das stimmt. Man kann sie lesen, verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht getan hat. Herzlichen Dank, liebe Nini, ich weiß nicht, ob ich das Buch ohne dein Zutun beendet hätte. Heute keine große Leseempfehlung von mir. 2½/ 5 für einen schönen Schreibstil.

Buchinhalt in einem Satz: Eine Frau reflektiert ihr langweiliges Leben und sucht eine neue Wohnung. Langweiliges, langatmiges Hingeplätschere. Ein Stern ist noch zu viel.
Unwesentlich blah blah zum Glück umsonst als Hörbuch Flatrate
Na das kann man sich ersparen oder wenn man kein anderes Buch da hat?
Anfangs wirklich sehr gut, aber hat mich dann nur noch gelangweilt. 🙄
Nicht schlecht geschrieben. Unterhaltsam. Für mich kam das Buch zur falschen Zeit
Doris Knecht hat eine vollständige Liste aller Dinge, die sie vergessen hat, zusammen getragen. Als ihre Zwillinge dabei sind, das gemeinsame Nest, zu verlassen, beginnt die Schreiberin ihr Leben zu sortieren. Gezwungenermaßen, denn die große Wohnung ist für sie alleine zu teuer. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Vater der Zwillinge einen Teil der Kosten getragen. Aber nun fällt dieser Beitrag weg ... Ich gehe mal davon aus, dass die Autorin teilweise tatsächlich sich selbst beschreibt, denn die Schreiberin in dem Buch hat keinen Namen und der Text ist in der Ichform geschrieben. Um es mal vorneweg zu nehmen, ich habe dieses Buch zu einem gänzlich falschen Zeitpunkt gelesen! Meine Kinder haben die gemeinsame Wohnung längst verlassen und eigene Familien gegründet. Ich habe also schon vor Jahren meine Liste zusammengestellt und mein eigenes Resümee über mein Leben gefasst. Hätte ich dieses Buch damals in die Hände bekommen, dann hätte ich an manchen Stellen tatsächlich laut auflachen können. Doris Knecht schreibt flott und unterhaltsam. Ihre Liste geht nicht chronologisch vor. Ganz im Gegenteil, denn jedes Mal, wenn sie etwas in die Finger bekommt, fällt ihr zu dem Gegenstand oder der Situation etwas ein. Wie das war, als sie selber auszog und ihre Eltern sie am Zug verabschiedeten. Das Verhältnis zu ihren Eltern und ihren Geschwistern, ihren Freunden und Liebschaften. Ihre ersten Wohngemeinschaften und Wohnungen. Dabei wird ihr auch klar, dass sie eine andere Sicht auf die Dinge hatte. Ihre Erinnerungen sind in manchen Dingen anders als die ihrer Schwestern oder Freunde. Das liegt wohl daran, dass jeder von uns sich das aus der Erinnerungskiste zieht, was er am wichtigsten und eindrücklichsten fand. Da war ein Tisch namens Ingo, der gefühlt in jeder ihrer Wohnungen stand. Thema ist auch, dass sie immer schon anders war als ihre Schwestern, die ein sortiertes und beschauliches Leben im Eigenheim führen. Kunterbunt purzeln die Gedanken und Erinnerungen auf den Leser ein. Die Zwillinge bereiten sich derweil auf ihr eigenes Leben vor. Immer wieder kommt die Autorin darauf, dass sie es sich nicht leisten kann, weiter am Marktplatz zu wohnen. Doch am Ende zieht sie in die kleine Werkstatt, die sie schon länger besitzt und in die ihre Tochter nicht einziehen wollte, weil es ihr zu einsam gewesen wäre. Reduziert Die Schreiberin reduziert ihr Leben auf 40 m². Sie sortiert, verteilt, entsorgt und rückt ihre Erinnerungen ins rechte Licht. Sie hat Freunde und Familie und manchmal scheint es, dass sie auf ziemlich hohen Niveau jammert. Es gab nicht tragisches in ihrem Leben, sie hat in der Mitte Wiens eine kleine Wohnung und ihre Kinder ziehen nur eine Handbreit von ihr weg. Sie besitzt einen Garten vor den Toren Wiens, den sie ausgiebig nutzt. Ihre Welt ist beschaulich und vielleicht in manchen Abschnitten etwas "verrückt". Somit bleibt das Buch auch eher fließend und unaufgeregt. Vielleicht auch nur für mich, da ich das alles schon hinter mir habe, mein Leben nach dem Auszug der Kinder längst sortiert habe und meine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen, abgehakt und entsorgt habe. Ich hatte etwas anderes erwartet, als ich den Klappentext gelesen hatte. Die Protagonistin ist mir sympathisch und doch ein Stück zu weit von meinem Leben entfernt. Ich kenne kein Buch oder eine Kolumne von Doris Knecht, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" nun schlechter oder besser ist als andere Bücher. Unterhaltsam war das Buch auf jeden Fall.
Diesmal was Autobiographisches von der geschätzten Frau Knecht.
Sie gibt den gelebten Dingen mit sehr viel Feingefühl, schöne Worte. Es ist wunderschön zu lesen auch wenn man erst 35 ist 😉
Kurz bevor ihre beiden Kinder aus dem Haus gehen, beginnt die Protagonistin ihren neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Beide Kinder werden umziehen, aber auch sie braucht eine kleinere, bezahlbare Wohnung. Nun beginnt sie sich innerlich und äußerlich von Dingen, Beziehungen und Erinnerungen zu verabschieden. Neben ganz pragmatischen Überlegungen, lässt sie anhand dessen ihr Leben und ihre Lebensscheidungen Revue passieren , das gerät zu einer intensiven Auseinandersetzung über ihre Hoffnungen und Träume in Vergangenheit und Zukunft,über Identität, Freiheit und Selbstfindung. Mit ihrem gänzlich unaufgeregten Erzählstil nimmt uns Doris Knecht mit, sie will der Einsamkeit keinen Raum geben, sondern Solitude als Lebensform wählen, „ eine Lebensform, die Rückzug erlaubt an einen Ort, an dem keine andere Person deinen Platz beansprucht, Rechte hat, Abläufe stört,… ". Der Roman ist an keiner Stelle banal, hat aber auch keinen nennenswerten Spannungsbogen zu bieten, das muss man aushalten, dafür werden uns andererseits viele tiefsinnige Gedanken übers Älterwerden, Neuorientieren, Loslassen…geboten . Für mich gab es in diesem Roman einiges zu entdecken, zumal sich im Nacherleben von Situationen, die Emotionen und Erinnerungen verändern, das ist ein interessanter Prozess. Da der Roman zumindest zum Teil autobiografische Züge trägt, weiß die Autorin, wovon sie spricht und das habe ich für mich gerne weitergedacht.
Dieses Buch hat mich sehr berührt! Es handelt von einer alleinerziehenden Mutter, deren Kinder gross sind und bald ausziehen werden. Sie blickt zurück auf die Familienzeit und macht Pläne für ihre Zukunft und findet dann doch wieder andere, wunderbare Lösungen...
Super Unterhaltung, der Schreibstil gefällt mir sehr gut!
Für die Zielgruppe ein unterhaltendes Buch, das eine Frau zeigt, die ihren bisher gegangenen Weg reflektiert und kritisch nach vorne schaut.
Für mich nicht das Richtige Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar im Zuge einer Leserunde gelesen und bereits einzelne Abschnitte besprochen. Das hat mir gut gefallen: Die Kapitel sind sehr kurz und man hat das Gefühl schnell im Buch voran zu kommen. Es gibt keine richtige aktive Handlung, sondern man hangelt sich an den Erinnerungen und Gedanken der Protagonistin entlang. Die Sprache ist recht einfach und das Buch ist leicht zu lesen. Da es alles von der Protagonistin aufgeschriebene Gedanken sind, kommt man ihr sehr nahe und steht praktisch mitten in ihrem Wohnzimmer. So fühlt es sich manchmal an wo ein Gespräch mit einer Freundin, die tief blicken lässt und doch nicht alles zeigt. Vieles wird sehr menschlich gezeigt und entlastet sicherlich viele Leser, die froh sind, dass sie damit nicht alleine sind. Das hätte ich mir anders gewünscht: Mich konnte das Buch leider nicht mitnehmen, was vielleicht an meinem Alter bzw meiner Lebenssituation liegt, da ich mich nur bedingt mit der Protagonistin identifizieren kann. Ich blicke nicht auf ein solch langes Leben zurück, habe keine Kinder und kann viele Handlungen und Gedanken nicht nachvollziehen. Als Autorin ist die Protagonistin anscheinend nicht arm, es klingt aber immer wieder so. Sie kann sich die aktuelle Wohnung nicht mehr leisten, möchte sich aber auch nicht verkleinern, obwohl sie eine Wohnung und ein Haus hat. Für die Kinder werden Umzugsunternehmen beauftragt und Wohnungen gemietet. Die Protagonistin wirkt wie ein eher komplizierter und anstrengender Mensch, die gerne in Ruhe gelassen wird und zu keinem Menschen eine richtige emotionale Bindung aufbauen kann. Oft wirkt sie auf mich eher abgeklärt und unfair ihren Mitmenschen gegenüber. Das Geld bzw das Fehlen dessen ist ein alles beherrschendes Thema und ein Problem. Für mich ist das auf hohem Niveau beschwert, da es der Familie sonst gut geht, ein stabiles Umfeld zu herrschen scheint und jeder gesund ist. Gefühlt bekommt jeder mindestens ein Zwillingspaar. Ich selbst kenne nicht so viele Zwillinge wie im Buch erwähnt persönlich. Vielleicht ist der Schnitt in Österreich viel höher, mir kam es einfach unrealistisch vor. Das möchte ich noch sagen: Vielleicht bin ich einfach die falsche Adressatin und jemand anderes, in der passenden Lebensphase, empfindet das Buch als unterhaltende Offenbarung. Am besten war die titelgebende Liste, diese hat mich amüsiert und unterhalten!
An der 'Vollständigen Liste aller Dinge, die ich vergessen habe' von Doris Knecht kommt man ja zur Zeit nur schwer vorbei. Und das ist auch gut so. Zu Beginn des Buches war ich kurz ein bisschen...enttäuscht wäre übertrieben...etwas weniger enthusiastisch als vorm anlesen. Ich hatte irgendwie eine ganz andere Vorstellung der Erzählung. Aber je mehr ich rein kam um so besser fand ich es. Die Ich-Erzählerin lädt uns ziemlich unaufgeregt zu einem Lebensrückblick und Neubeginn ein. Ihre Zwillinge die Sie alleine aufgezogen hat werden flügge und somit stehen auch bei Ihr einige Veränderungen an. Entrümpeln, aufräumen, neue Wohnung, aufarbeiten, überdenken. Lauter Sachen die man gerne vor sich her schiebt. Ich mochte die Protagonistin irgendwann echt gerne. Zu Beginn fand ich Sie etwas wehleidig, aber das wurde besser und irgendwie machte es Sie auch greifbarer. Ihre Gelassenheit und der Humor waren sehr unterhaltsam. Es ist ein ruhiges Buch ohne Höhen und Tiefen, aber eine schöne Unterhaltung zum einfach so wegschmökern. Von mir gibt's dafür eine Leseempfehlung, hat mir gut gefallen.

Ein unterhaltsamer Schreibstil, gepaart mit der Geschichte über eine alleinerziehenden Mutter, deren Kinder eigene Wege gehen wollen. Eine Geschichte übers Loslassen, als Mutter die eigenen Interessen hinten anstellen und trotzdem mit ewig schlechtem Gewissen leben.
Inventur eines Lebens. Abschiede und Anfänge.
Mit feiner Ironie beschreibt Doris Knecht die schwierige Zeit des Auszugs der Kinder und nutzt das zum Rückblick auf ihr Leben als alleinerziehende Mutter, arbeitende Frau, Tochter und Freundin in den verschiedensten Beziehungen. Aufräumen, umräumen, wegwerfen, verschenken von Dingen gewinnt eine ganz neue Bedeutung vor den Umbrüchen, die der Auszug mit sich bringt. Kann das aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Amüsant dass aus Lucie Max wird. Oder umgekehrt. Wieder ganz begeistert von Doris Knecht' Schreibstil. Lesenswert.
Eine schöne Geschichte über das Leben einer Mutter, Tochter, Frau, die an einem Wendepunkt steht.

Was passiert wenn die Kinder ausziehen
Was geht in einer Frau vor, wenn ihre Kinder ausziehen? Ist sie glücklich, weil sie wieder Zeit für sich hat oder ist sie traurig, weil ein wichtiger Teil ihres Lebens nicht mehr da ist. Das Buch beschreibt sehr gut, die Gedankengänge, die Pläne und die Situation und welche jede Mama irgendwann mal wiederfindet. Das Buch regte mich zum nachdenken an. Wie wird es bei mir sein wenn mein Kind auszieht? Wie war es für meine Mama damals? Sehr interessante Blickwinkel, ich habe es gemocht.
klug, präzise und nah am Leben Beinahe autobiografisch wirkt dieser Roman, in dem die Ich-Erzählerin – eine alleinstehende, alleinerziehende Frau – ihr Leben neu sortiert. Ihre beiden Kinder stehen kurz davor, auszuziehen, die einst lebendige Wohnung wird plötzlich zu groß, der Hund erträgt keine Autofahrt mehr, und die Schwestern scheinen in allem erfolgreicher gewesen zu sein. Mit feinem Gespür und einer guten Portion Selbstironie blickt die Erzählerin auf ihr bisheriges Leben zurück: auf Beziehungen, Entscheidungen, Verluste und all das, was geblieben ist – oder verloren ging. Sie sortiert nicht nur ihren Besitz, sondern auch ihre Gedanken, Erinnerungen und Familienverhältnisse. Dabei entsteht ein ehrliches, oft melancholisches, aber auch tröstliches Porträt einer Frau, die Bilanz zieht, ohne zu verbittern.
Ein ehrliches und leicht zu lesendes Buch, in dem es um die alleine erziehende Ich- Erzählerin und ihr Leben vor der Geburt ihrer Kinder, die Zeit mit den Kindern und den Auszug der Kinder geht. Die Ich-Erzählerin reflektiert ihr Leben und bereitet sich auf ein Leben als Frau, die ohne Mann und ohne Kinder glücklich sein kann, vor.
Doris Knecht schreibt in einer gut und leicht zu lesen Sprache, ich habe das Buch als Hörbuch gehört, dafür eignet es sich wunderbar, weil es weder schwierige philosophische Tiefgründigkeit noch langatmige Beschreibungen, bei denen man unter Umständen beim Hören aussteigt. Die angesprochenen Themen sprechen vor allem Eltern an, die ebenfalls mit dem Auszug ihrer Kinder konfrontiert sind, vermutlich eignet es sich besser für Frauen. Die Ich-Erzählerin lebt alleinerziehend mit ihren Zwillingskindern in Wien, stammt aus einem viele 100 km entfernten Dorf, hat also keine Familie in ihrer Umgebung, was die Zeit des Alleinerziehens nicht gerade leicht macht. Ich kann mich in die Geschichte sehr gut hineinversetzen, weil ich das Gefühl habe, Doris Knecht erzählt meine Geschichte: Man flüchtet von der Enge eines katholischen Dorfs zum Studium nach Wien, lebt endlich ein vermeintlich freies Studentenleben, Altbauwohnungen, Gelegenheitsjobs und so weiter. Irgendwann wird man sesshaft, bekommt Kinder und ist plötzlich fremdbestimmt, hat das Gefühl, dass man sich sein Leben bis jetzt überhaupt nicht hat aussuchen können. Somit ist der Auszug der Kinder kein Schmerz, vielleicht ein bisschen Wehmut, aber vor allem der Anfang eines neuen Lebens. Ich habe dem Buch vier Sterne gegeben, es hat mir sehr gut gefallen, aber es ist vermutlich eines der Bücher, das nicht sehr lange in meinen Gedanken bleibt. Es ist eine sehr sehr gelungene Reiselektüre, zum Beispiel für eine lange Zugfahrt.
Ich mag den Schreibstil von Doris Knecht sehr gerne, ich befinde mich aber in einer anderen Lebensphase als das Buch spielt, bzw. sich die Protagonistin befindet. Trotzdem war es sehr ehrlich und offen, das fand ich sehr gut.
Im Roman ‚Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe‘ schreibt Doris Knecht über eine Frau, die einen neuen Abschnitt in ihrem Leben beginnt. Ihre Zwillinge werden 18 Jahre alt und werden bald ausziehen. Die große Wohnung, in der sie die längste Zeit ihres Lebens verbracht hat, wird sie sich ohne Alimente nicht mehr leisten können und sie muss sich verkleinern. Sie erinnert sich an schöne und an schwierige Zeiten, an vergangene Beziehungen und Freundschaften und freut sich aber auch auf ihr neues Leben allein. Ich fand das Buch angenehm ruhig und einfühlsam erzählt und konnte gut nachvollziehen, was die Ich-Erzählerin an diesem Wendepunkt ihres Lebens bewegt. Es bietet Stoff zum Nachdenken und ich habe es sehr gerne gelesen.
Ein Lesegenuss! Abwechslungsreiche Unterhaltung mit Niveau, Humor und Ehrlichkeit.
„Die Wohnung ist abgerockt, man kann es nicht anders sagen.“ Die Erzählerin des Romans - eine Schriftstellerin - steht vor einer entscheidenden Änderung in ihrem Leben – obwohl ihr Veränderungen eigentlich nicht behagen. Die Kinder machen ihren Schulabschluss und ziehen aus, die seit 20 Jahren bewohnte und liebgewonnene Mietwohnung wird zur groß und zu teuer. Ein Wendepunkt im Leben, an dem eine Inventur über Gegenstände, Erlebnisse und Erinnerungen unvermeidlich ist. Und Doris Knecht erledigt das in ihrem neuen Roman auf sehr unterhaltsame Weise. Geschickt spielt sie dabei mit den biografischen Eckpfeilern ihrer eigenen Geschichte, wobei bereits das Eingangszitat von Virginia Woolf darauf verweist, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. „Ich ist nur ein brauchbares Wort für jemanden, den es nicht wirklich gibt.“, heißt es da. Die Rahmenhandlung wird über eine Abfolge kurzer Kapitel zu diversen Themen erzählt, 1 – 2 Seiten, manchmal etwas länger. Aufgebaut ähnlich den wöchentlichen Falter-Kolumnen der Autorin, die über eine treue Leserschaft verfügen. Es sind Geschichten aus dem Alltag, dem Alltag einer Frau. Alleinerzieherin, zuweilen prekäre Einkommenssituation, die Tage angefüllt mit Improvisation und schnellem Reagieren inmitten von Alltag, Care-Arbeit und Überraschungen. Und genau das tut beim Lesen gut: Keine Sensationen oder Effekthascherei, sondern das Leben in aller Ehrlichkeit. Trotz Rückschlägen und schwierigen Momenten bleibt Doris Knecht dabei immer in einer positiven Erzählweise und feiert schlussendlich auch die erlangte neue Freiheit. Eine Lektüre, die auf vielfältige Weise begeistert und unterhält. Das Buch regt zum Nachdenken an, eigene Erinnerungen werden wieder wach, es wird gelacht. Eine unbedingte Leseempfehlung! Danke an vorablesen bzw. hanser berlin für das Leseexemplar!

Sehr gutes, ruhiges Buch über ein eigentlich turbulentes Thema. Die Kinder ziehen aus, die Wohnung ist dann zu groß,die Erinnerungen zahlreich. Sich auf den Wandel einlassen, Zeug reduzieren um freier zu leben, Doris Knecht lässt da viele Themen rein, die mich auch interessieren und berühren. Absolute Leseempfehlung!
Die Kinder ziehen aus, und die Ich-Erzählerin muss sich auf ein Leben allein einstellen. Wer passt auf den Hund auf? Wann wird sie ihre Sprösslinge wiedersehen? Wo soll sie wohnen? Das Buch beginnt humorvoll, ohne dabei vulgär zu wirken, mit einem kotzenden Hund. Nach dieser Episode und der Schilderung ihrer Lebensumstände, früher und heute, erstellt die Protagonistin tatsächlich die besagte titelgebende „Liste von Dingen, die ich verloren habe“. Ich klebe fleißig Zettelchen ins Buch und erfreue mich der Eloquenz und des Einfallsreichtums der Autorin. Wir lernen die Kinder kennen, erwachsen und noch in einer Wohnung mit ihrer Mutter lebend. Und dann geht es los mit Beschreibungen von Wohnungen, dem Abwägen von Vor- und Nachteilen, der Einordnung von Preis und Lage. „Wohnungen, Häuser, Arbeitsplätze, Städte, Männer, es ist überall dasselbe. Man könnte sich zu früh und falsch entschieden haben und damit das Bessere, das Passendere, das echte Glück verpasst haben.“ Die Zettelchen werden weniger; ich muss mich aufraffen, überhaupt zum Buch zu greifen. Es war mein erstes Buch von Doris Knecht, und es bekam schon meine Vorschusslorbeeren überreicht, so überzeugt war ich, dies sei der passende Roman für mich. Der Schreibstil, flüssig und angenehm zu lesen, gefiel mir gut. Was mir fehlte, war eine Entwicklung der Handlung, die immer wieder um das Thema Wohnung kreist. Insofern wurden meine hohen Erwartungen enttäuscht, nicht aber mein Vertrauen, dass es zwischen einem anderen Buch der Autorin und mir doch noch funken könnte.
Unaufgeregt, stellenweise erheiternd und melancholisch Von einer, die immer mehr spürt als andere
„Der Hund hat schon wieder ins Auto gekotzt.“ (Erster Satz) Beim Lesen schwankte ich zwischen Antipathie und Sympathie für die namenlose Protagonistin. Sie hat so eine gewisse Überheblichkeit, die sich nicht von der Hand weisen lässt. „Von einer, die immer mehr spürt als andere, mehr Schwingungen aufnimmt, und meistens überlappen die negativen die guten.“ Die Autorin hat mutmaßlich ein Werk mit autobiografischen Zügen verfasst. Sie jammert dabei auf hohem Niveau: Von einer, die das was sie hat nicht zu schätzen weiß. Von einer, die nicht weiß wie privilegiert sie eigentlich ist. Sie beginnt auch nicht von vorne, sie zieht bloß in eine kleinere Wohnung. Ansonsten ändert sich wenig. Sie sortiert aus, trennt sich von Dingen, deren Fehlen sie sowieso nicht bemerken würde. Sich zu verkleinern kann dabei befreiend und erleichternd sein. „Aber merkwürdigerweise tut es mir nicht leid, dass ich keinen Balkon mehr habe, sondern ich freue mich, dass ich keine Bank mehr brauche.“ Die Protagonistin versucht sich als Opfer zu inszenieren. Das 5. Rad im Wagen der Familie. Als eine, die nicht so eine gerade Linie gegangen ist wie die anderen, weil sie zur Miete lebt und geschieden ist und weil sie sich nicht genug vermisst gefühlt hat von den Eltern. Das ihre Erinnerungen trügen, dies ahnt sie selbst. Es ist ist ihre Wahrheit, nicht die der anderen. „Die Frau, über die ich schreibe , gibt es nicht. Sie ist ein Konstrukt, zusammengesetzt aus Erinnerungen, viele davon fehlerhaft, aus Selbstüberhöhung und Selbsthass, aus Erzählungen von anderen, aus Bildern in Fotoalben.“ Sie hat viel ausprobiert in ihrem Leben. Drogen. Die falschen Männer, über die sie wenige Worte verliert, um ihnen möglichst wenig Raum zu geben, weil sie diesen nicht verdienen. Das finde ich gut! Sie ist nicht so verarmt, wie sie es gerne darstellt. Sie hat Eigentum. Ein Haus auf dem Land. Eine kleine Wohnung in Wien - in die sie letztlich zieht. Sie geht gerne aus und genießt das gute Leben. Sie hat gute Freunde. Zwei gut geratene Zwillingstöchter (von denen eine nicht erwähnt werden möchte und kurzum zu Max wird) Sie lebt gut als Autorin. Sie ist bei guter Gesundheit. Was will Frau mehr? Sie weiß es vielleicht auch nicht. Sie rennt zur Therapie, obwohl sie diese nicht braucht. Die Therapeutin weiß nicht was sie bei ihr noch therapieren soll. Sie dreht sich gerne im Kreis. Sie ist sehr Ich-bezogen. Gerne alleine. Genießt ihr Solitude. Auf den Auszug der Kinder freut sie sich eigentlich, weil sie dann ihre Ruhe hat. „Aber kannst Du nicht wenigstens so tun, als würdest Du Dich nicht freuen, wenn wir wieder verschwinden. Ich werde mir Mühe geben, sage ich.“ Die Kinder schenken ihr ein Bild von sich, damit sie auch etwas von ihnen in der neuen Wohnung hängen hat. Dies hängt sie auf den einzigen freien weißen Streifen. Das letzte Kapitel ist dann dem Hund gewidmet, mit dem auch das Buch beginnt. Er markiert ihren „Neuanfang“. Mir hat der Schreibstil von Doris Knecht sehr gefallen. Er ist unaufgeregt, ruhig. Als ich drin war in ihrem Stil, konnte ich so richtig entschleunigen und mich treiben lassen. Ich fand viele Zeilen melancholisch, fand aber auch genug Zeilen die mich erheiterten. Wie das Leben so spielt. So ist dieser Roman. Sympathisch war mir die Protagonistin aufgrund ihrer Ehrlichkeit zu sich selbst und weil sie nicht voll den Durchblick hat. Sie gibt gar nicht erst vor diesen zu haben „Wo ich bin, ist keine zu Ordnung mehr.“ Ist das so? Oder ist das nur ein Gefühl? Ihre kritische Haltung zu sich selbst, nie genug zu sein? Das könnte ich sein, dachte ich. Zum Schluss doch: „Und irgendwie spüre ich diesen Horizont jetzt auch in mir.“ Entschleunigt. Angekommen. Genug. Ja.
3/5
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin (u. a. beim Falter und den Vorarlberger Nachrichten) und Schriftstellerin. Ihr erster Roman Gruber geht (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen Die Nachricht (2021) und Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe (2023). Doris Knecht lebt in Wien und im Waldviertel.
Posts
Stundenlanges ‚Ich, ich, ich‘ – und am Ende nichts.
Der Anfang des Buches war ja noch ganz nett und witzig, doch schon bald zogen sich die endlosen Gedankenschleifen der Erzählerin über Alltag, Erinnerungen und kleinste Beobachtungen ins Unermessliche – und ich war einfach nur gelangweilt. Es passiert gefühlt nichts, Spannung kommt keine auf. Die Erzählerin lebt in einem ständigen „Ich, ich, ich“-Modus. Es fühlte sich an, als würde jemand stundenlang über sein Sofa sprechen und erwarten, dass ich begeistert bin. Am Ende blieb… nichts. Kein befriedigender Abschluss, keine Erkenntnis, nur das dumpfe Gefühl, wertvolle Zeit verschwendet zu haben. Nach dieser Erfahrung traue ich mich kaum, ein weiteres Buch der Autorin in die Hand zu nehmen.
Leider konnte ich dieser Erzählung einer sich selbst bemitleidenden Frau nichts abgewinnen. Die Aneinanderreihung von belanglosen Begebenheiten diente wohl mehr der Selbsttherapie, als der Unterhaltung. ☹️
Die Protagonistin (die sehr viel Ähnlichkeit mit Doris Knecht hat...) steht vor einer großen Lebensveränderung: ihre beiden Kinder sind erwachsen und ziehen zuhause aus. Die zurückgelassene Mutter ist alleinerziehend gewesen und kann sich nun, ohne den Kindesunterhalt, die Miete für die Wohnung nicht mehr leisten. Sie muss ausziehen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Sehr menschlich und zuweilen auch lustig und mit viel Selbstironie aber auch Selbstreflektion wird die Geschichte einer "ganz normalen" Frau erzählt . Ich mochte es sehr, habe mich in vielem selbst wieder gefunden und fand es einfach auch wohltuend unaufgeregt und sympathisch. Ein schönes Buch, vor allem für Menschen in mittleren Jahren, deren Kinder erwachsen werden/ geworden sind
Seltsames Buch
Nur eine nicht gerade interessante Aufzählung von ihrem Haushaltskram. Mich hat die Einstellung gestört Sie war nicht gerade arm und hat eine neue Wohnung oder Haus ich weiß das nicht mehr. Ist ja ok.Schön für sie. Aber sie will ihre alte Wohnung nicht renovieren obwohl sie selber schreibt es wurde nie renoviert. Da tut sie alles um sich zu drücken. Ihre Einstellung, nicht meine Sache, aber warum soll ich das lesen, Buch war sowieso geborgt.
In "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" führt uns Doris Knecht einfühlsam durch die Lebenswelt einer alleinerziehenden Frau, deren Kinder kurz davor sind, das Nest zu verlassen. Mit einer Mischung aus Wehmut und Vorfreude steht die Protagonistin vor der Herausforderung, sich neu zu definieren und ihr Leben umzustrukturieren. Knecht verwebt geschickt das Thema des Loslassens mit der Frage nach der Zuverlässigkeit unserer Erinnerungen. In kurzen Episoden reflektiert sie über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges und wird mit dem Erwachsenwerden ihrer Kinder, der Einsamkeit sowie der Angst vor Verarmung konfrontiert. Ein Roman, der seine Leser*innen dazu einlädt, über die eigene Lebenssituation zu reflektieren und zugleich Trost und Verständnis für die Herausforderungen des Loslassens und Neubeginns bietet. Knechts mitreißender Schreibstil und die authentische Darstellung menschlicher Gefühle sorgt dafür, dass man sich gleich zu Beginn in die Geschichte hineinziehen lässt und gespannt darauf wartet, was als nächstes passiert. Mit einem Hauch von österreichischem Charme und einer Prise feinem Humor sorgt Doris Knecht erneut für ganz wunderbare Lesestunden.

Wenn die Kinder ausziehen Doris Knecht hat eine ganz besondere Art zu schreiben, die mir sehr gefällt, sehr ehrlich , sehr angenehm, sehr warm. Man kann ihre Gedanken gut nachvollziehen und hat Dinge , die sie beschreibt vielleicht schon selbst so erlebt, sie nur nie so gut in Worte gefasst. Worum geht es? Die Protagonistin steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Ihre Kinder sind flügge geworden und werden in Kürze ausziehen. Für sie selbst ist die geräumige Mietwohnung nicht mehr finanzierbar, wenn die Alimente des Vaters ihrer Zwillinge wegfallen. Sie wird sich eine kleinere Wohnung suchen müssen und muß rigoros ausmisten. Das macht sie dann auch, und mit dem Aussortieren, erinnert sie sich an eigene Kindheitserlebnisse, vergangene Freundschaften, Entscheidungen, die ihrem Leben die Richtung gegeben haben. Sie mistet ihre Erinnerungsräume sozusagen gleich mit aus. Schön fand ich, dass die Protagonistin in dem Buch nicht verbittert ist, weil sie in eine deutlich kleinere Wohnung ziehen muss, eine Veränderung, die ihr die Umstände aufzwingen. Nein, sie freut sich auf ihren neuen Lebensabschnitt , sieht das Positive, z. b die Nähe zu ihrer Freundin. Auch bei der Gestaltung der neuen Wohnung braucht sie auf niemanden mehr Rücksicht zu nehmen. Pech, wenn den Kindern der Beige oder besser gesagt Greigeton der Wandfarbe zu langweilig ist. Das Buch beschreibt die innere Zäsur der Protagonistin in der Mitte des Lebens mit einem feinen Humor und einer Spur Selbstironie, was ich sehr mochte und gerne gelesen, bzw. gehört habe, denn ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen. Das ist im Übrigen sehr zu empfehlen. Jutta Seifert hat eine tolle und für den Text sehr passende Stimme und hat es perfekt vorgelesen.
Ein ruhiges, nachdenkliches Buch über das Leben nach dem Auszug der Kinder. Vieles konnte ich gut nachvollziehen. Es ist ehrlich, klug, aber auch leise traurig. Hat mich zum Nachdenken gebracht, ohne kitschig zu sein. Freue mich auf weitere Bücher von Doris Knecht. „Ich hasse Veränderungen. Aber irgendwas muss geschehen.“ „Irgendwann muss man sagen: Hier bin ich jetzt. Das ist jetzt meins, ich bin angekommen, so ist es gut.“
Vollständige Lesung: Ich mochte den sympathischen Plauderton in dem die Geschichte erzählt wird. Es ist so als würde eine Freundin von sich und ihrer Familie erzählen. Sehr angenehme Stunden.
Ich hatte mich auf das Buch gefreut und mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, warum es mich nicht mehr begeistert, denn an der Schreibweise lag es absolut nicht. Ich denke ich hatte mir Zukunft gewünscht, nun aber hauptsächlich Rückblick bekommen. Und vielleicht war jetzt auch einfach nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch und mich.
Das Thema hat mich echt gepackt (u.a. das Loslassen vom ständigen "Muttersein" oder der Wunsch nach einem ganz eigenen Zimmer - nur für sich allein). Ich konnte mich sehr oft wiederfinden und fühlte mich verstanden. Hatte vielleicht ein paar Längen, aber ansonsten "Daumen hoch".
Ein Neuanfang
„Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ von Doris Knecht erschienen bei Hanserberlin Wie ist es, wenn man immer die „nicht im Leben organisierte “ war? Die Ich-Erzählerin erzählt von ihren Erinnerungen, die mal voll da sind und manchmal erinnert sie sich selber nicht mehr an die Details. Aber sie weiß, dass sie ihr Elternhaus verließ, um 700 km weiter ein neues Leben zu beginnen. Unabhängig und nicht im ständigen Vergleich mit ihren Schwestern. Sie selber hat Zwillinge, nun Erwachsen und nie im Vergleich gewesen. Alleinerziehend und am Wendepunkt ihres Lebens lässt uns die Ich-Erzählerin ruhig, teils traurig und zweifelnd an Ihrem nun bevorstehenden Leben teilhaben. Längst vergangene Situation und Lebensabschnitte tauchen immer wieder auf. Immer wieder erfasst sie der Gedanke, dass nun ihre große Angst unbegründet sein sollte, denn sie kann zum ersten Mal Frei entscheiden und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Dieser Roman zeigt wie Alleinstehende Mütter, die meist nur für ihre Kinder funktioniert haben und Geld verdienen mussten später, wenn die Kinder flügge werden, sich selber erst wieder kennenlernen müssen, ihre Bedürfnisse, soziale Kontakte, spontane Entscheidungen und der Fokus auf sich selbst. In melancholisch ruhiger Sprache, gespickt mit dem üblichen Alltagschaos begleiten wir die Protagonistin bei Ihrem Vorhaben auf einen Neuanfang. Ich selber habe keine Kinder, aber auch mich haben die Abschnitte, wenn sie über ihre Kinder spricht sehr berührt. Ich bin überzeugt, dass Eltern selber das Buch nochmal intensiver erleben. Doris Knecht hat einen unverwechselbaren Schreibstil, der einen immer abholt.
Reflexion, Alltag, Veränderung
Das Buch handelt von einer Frau, die an einem Ende steht. Am Ende eines Lebensabschnittes, der gleichzeitig, und so ist es doch immer, auch einen Anfang darstellt. Sie rekapituliert, sie wägt ab, sie verarbeitet. Wo stehe ich? Was habe ich erreicht, was nicht? Reicht das? Die Ich-Erzählerin nimmt uns mit auf eine kleine Reise durch ihr Leben. Während sie ihre Vergangenheit in Kartons verpackt, lässt sie dieses Vergangene vorüberziehen. Es ist wie ein fremdes Leben zu beobachten. Als ob man ein fremdes Tagebuch liest. Das Tagebuch einer ganz normalen Frau, die in ihrer Individualität ganz besonders ist. Die Kinder sind nun groß und ziehen aus, das bedeutet aber in ihrem Fall auch, dass sie ausziehen muss. Die Ich-Erzählerin hat einen ehrlichen Blick auf sich, gleichzeitig bewertet sie sich nicht. Nicht alles ist oder war schön, es war und ist einfach wie es ist. Ich fand das Buch deshalb auf eine gewisse Art so heilsam. Dieser realistische, aber doch liebevolle Blick auf sich selbst. Das muss ich noch lernen und davon kann ich lernen. Aber ich gebe zu, beim Lesen habe ich mich manchmal schon gewundert, was ich da eigentlich lese. Immerhin passiert nichts, da ziehen nur Kinder aus und jemand lässt ihren Alltag Revue passieren. Doch es ist diese Sprache, dieser Stil, der mich in den Bann gezogen hat. Der das Alltägliche so besonders zu lesen gemacht hat. Und es sind eben diese kleinen Botschaften, die zwischen den Zeilen stecken, die mich berührt haben, die ich mitnehmen kann. Und ein bisschen ein Blick in die Zukunft ist es auch. Ich mochte dieses Buch und deshalb empfehle ich es jedem und jeder, die selbst gerade ein bisschen bereit ist, sich zu prüfen.

Hörbuch. Die Geschichte steht symbolisch für das Übersehen eigener Lebensarbeiten – bis sie nun, im großen Ausmisten, wieder auftauchen.
Eine eigentlich alltägliche Geschichte so schön und eindringlich erzählt. Die Ähnlichkeiten zu meinem eigenen Leben haben mich nachdenklich gestimmt.
Die vollständige Liste aller Bücher die Du vergessen kannst..
Mainstream und diese Ich Erzählerin wutde mir richtig im Laufe der oberflächlichen Erzählweise und Handlungsweise unsympathisch. Abgebrochen.
Ein ruhiges Buch über ein doch aufregendes Thema: Die Kinder ziehen aus und ein neues Leben steht vor der Tür. Viele Erinnerungen kommen wieder auf. Was ist wichtig und was braucht man. Ein sehr schöner Schreibstil bringt uns die Hauptdarstellerin näher.
Eine unaufgeregte Beschreibung der Lebensphase einer Mutter, deren Kinder selbstständig werden und ausziehen. Die damit einhergehenden Gedanken der Protagonistin und ihr besinnen auf sich selbst werden schön beschrieben. Mir gefällt, dass genau der Lebensabschnitt aus einen Platz in der Literatur findet, da ich hiervon bisher wenig mitbekommen habe.
Eine Frau im Übergang in einer neue Lebensphase. Die Kinder ziehen aus und die Wohnung wird zu groß, der Umzug in eine kleinere muss geplant und organisiert werden. Es muss aussortiert werden, Möbel, Erinnerungsstücke und damit auch Gefühle, die zu den Erinnerungen gehören. Das Buch ist eine Art Zwischen-Resümee. Ich habe mich in vielen Gedanken und Empfindungen wiedergefunden. So vieles konnte ich so gut nachvollziehen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen!
📌 "Das Elternhaus, in das man immer zurückkehren kann, ist natürlich eine Illusion, eine schöne Utopie. Die meisten kehren nicht zurück. Ich kehrte nicht nach Hause zurück." (S.99) Eine Frau blickt zurück und zieht Resümee aus ihrem bisherigen Leben. Mit dem Auszug der Kinder beginnt ein neuer Lebensabschnitt, einer nachdem man sich zuvor gesehnt, den man sich vielleicht sogar gewünscht hat. Doch wie in jeden Lebensabschnitt muss man auch in diesen erst einmal reinwachsen. Eine schöne Geschichte über Veränderungen im Leben und Erinnerungen die bleiben.

Ein wenig, wie einer guten Freundin zu hören wenn sie von ihrem Leben erzählt, warm farbenfroh aber auch ein wenig plätschernd
Gut zu lesen, nett für zwischendurch, hat mich aber jetzt nicht vom Hocker gerissen.
Nichts für mich
Ganz flüssiger Schreibstil. Hat mich nicht interessiert. Sie ist reich aber lässt ihre Wohnung in einem total verwohnten Zustand zurück,
Ein tolles Buch, ganz anders als die Bücher von Doris Knecht, die ich bisher gelesen habe („Wald“ & „Die Nachricht“). Ruhig und unaufgeregt entfalten sich die Gedanken einer Frau “in den besten Jahren“, die nachdenkt über ihr Leben, wie sie es gestaltet hat, was ihr widerfahren ist und wo sie jetzt steht.
Ein ruhiges und leises Buch über das Sich-Finden, wenn sich die Rollen im Leben ändern.
Ich mag dieses Buch…
…Weil es mich genau da erwischt hat, wo ich selber stehe. Alleinerziehend und das letzte Kind, auch ein Sohn 🤭, zieht aus und ich bleibe in der viel zu großen Familienwohnung zurück. Doris Knecht beschreibt unaufgeregt den Prozess, sich vom bisherigen Alltag mit Kindern in ein eigenes, freies Leben zu begeben. Mir gefällt der Schreibstil, fein, manchmal selbstironisch und ohne viel Schnickschnack. Ich kann es nur empfehlen 😊
EINE VOLLSTÄNDIGE LISTE ALLER DINGE, DIE ICH VERGESSEN HABE Doris Knecht Unsere Protagonisten ist gezwungen, sich räumlich zu verändern: Ihre Tochter, der eine Teil vom Zwillingspärchen, möchte nach der bestandenen Matura ausziehen. Ohne die monatlichen Bezüge vom Kindesvater ist ihre Wohnung, in der sie viele Jahre zu dritt gewohnt haben, für sie unbezahlbar geworden. Schnell merkt sie, dass die Wohnungen auf dem Markt kleiner und teurer sind. Was tun? Zu den Eltern zurück ist schließlich auch keine Option. Dort wuchs sie als älteste Schwester mit zwei jüngeren Zwillingspärchen als Geschwister auf. „Ich musste mein Zuhause verlassen und fast siebenhundert Kilometer weit wegziehen, um sichtbar zu werden und festzustellen, dass ich eine ganz normale, durchschnittlich attraktive Frau bin, nicht auffällig schön, nicht hässlich. Ich vergesse das sofort, sobald eine meiner Schwestern in der Nähe ist, oder, wahrscheinlicher, alle vier auf einmal.“ (S. 22) Unsere Protagonistin erzählt in unabhängigen Kapiteln von ihren Gedanken im jetzt sowie Geschichten aus ihrer Vergangenheit: Ihren Abtreibungen, vergangenen Liebschaften, Freundinnen, Lebenssituationen und Ängsten, damals nach der Trennung: „Auch die Angst gehört mir jetzt ganz alleine, die Angst, es nicht zu schaffen, die Angst, zu versagen, die Angst, krank zu werden, die Angst, die Arbeit zu verlieren. Die Angst, zu fallen: Hinter mir würde keiner mehr stehen, um mich aufzufangen, da wäre nur noch leerer Raum über hartem Grund." (S. 48) Doris Knecht ist eine begnadete Autorin. Ich lese ihre Bücher sehr gerne - dieses konnte mich allerdings nur zu Beginn überzeugen. Wo ich am Anfang noch mehrere Emotionen fühlte, war es am Ende nur noch Langeweile. "Es sind Geschichten aus dem Leben und auch diese müssen erzählt werden“, so meine Lesepartnerin Nini. Ja, das stimmt. Man kann sie lesen, verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht getan hat. Herzlichen Dank, liebe Nini, ich weiß nicht, ob ich das Buch ohne dein Zutun beendet hätte. Heute keine große Leseempfehlung von mir. 2½/ 5 für einen schönen Schreibstil.

Buchinhalt in einem Satz: Eine Frau reflektiert ihr langweiliges Leben und sucht eine neue Wohnung. Langweiliges, langatmiges Hingeplätschere. Ein Stern ist noch zu viel.
Unwesentlich blah blah zum Glück umsonst als Hörbuch Flatrate
Na das kann man sich ersparen oder wenn man kein anderes Buch da hat?
Anfangs wirklich sehr gut, aber hat mich dann nur noch gelangweilt. 🙄
Nicht schlecht geschrieben. Unterhaltsam. Für mich kam das Buch zur falschen Zeit
Doris Knecht hat eine vollständige Liste aller Dinge, die sie vergessen hat, zusammen getragen. Als ihre Zwillinge dabei sind, das gemeinsame Nest, zu verlassen, beginnt die Schreiberin ihr Leben zu sortieren. Gezwungenermaßen, denn die große Wohnung ist für sie alleine zu teuer. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Vater der Zwillinge einen Teil der Kosten getragen. Aber nun fällt dieser Beitrag weg ... Ich gehe mal davon aus, dass die Autorin teilweise tatsächlich sich selbst beschreibt, denn die Schreiberin in dem Buch hat keinen Namen und der Text ist in der Ichform geschrieben. Um es mal vorneweg zu nehmen, ich habe dieses Buch zu einem gänzlich falschen Zeitpunkt gelesen! Meine Kinder haben die gemeinsame Wohnung längst verlassen und eigene Familien gegründet. Ich habe also schon vor Jahren meine Liste zusammengestellt und mein eigenes Resümee über mein Leben gefasst. Hätte ich dieses Buch damals in die Hände bekommen, dann hätte ich an manchen Stellen tatsächlich laut auflachen können. Doris Knecht schreibt flott und unterhaltsam. Ihre Liste geht nicht chronologisch vor. Ganz im Gegenteil, denn jedes Mal, wenn sie etwas in die Finger bekommt, fällt ihr zu dem Gegenstand oder der Situation etwas ein. Wie das war, als sie selber auszog und ihre Eltern sie am Zug verabschiedeten. Das Verhältnis zu ihren Eltern und ihren Geschwistern, ihren Freunden und Liebschaften. Ihre ersten Wohngemeinschaften und Wohnungen. Dabei wird ihr auch klar, dass sie eine andere Sicht auf die Dinge hatte. Ihre Erinnerungen sind in manchen Dingen anders als die ihrer Schwestern oder Freunde. Das liegt wohl daran, dass jeder von uns sich das aus der Erinnerungskiste zieht, was er am wichtigsten und eindrücklichsten fand. Da war ein Tisch namens Ingo, der gefühlt in jeder ihrer Wohnungen stand. Thema ist auch, dass sie immer schon anders war als ihre Schwestern, die ein sortiertes und beschauliches Leben im Eigenheim führen. Kunterbunt purzeln die Gedanken und Erinnerungen auf den Leser ein. Die Zwillinge bereiten sich derweil auf ihr eigenes Leben vor. Immer wieder kommt die Autorin darauf, dass sie es sich nicht leisten kann, weiter am Marktplatz zu wohnen. Doch am Ende zieht sie in die kleine Werkstatt, die sie schon länger besitzt und in die ihre Tochter nicht einziehen wollte, weil es ihr zu einsam gewesen wäre. Reduziert Die Schreiberin reduziert ihr Leben auf 40 m². Sie sortiert, verteilt, entsorgt und rückt ihre Erinnerungen ins rechte Licht. Sie hat Freunde und Familie und manchmal scheint es, dass sie auf ziemlich hohen Niveau jammert. Es gab nicht tragisches in ihrem Leben, sie hat in der Mitte Wiens eine kleine Wohnung und ihre Kinder ziehen nur eine Handbreit von ihr weg. Sie besitzt einen Garten vor den Toren Wiens, den sie ausgiebig nutzt. Ihre Welt ist beschaulich und vielleicht in manchen Abschnitten etwas "verrückt". Somit bleibt das Buch auch eher fließend und unaufgeregt. Vielleicht auch nur für mich, da ich das alles schon hinter mir habe, mein Leben nach dem Auszug der Kinder längst sortiert habe und meine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen, abgehakt und entsorgt habe. Ich hatte etwas anderes erwartet, als ich den Klappentext gelesen hatte. Die Protagonistin ist mir sympathisch und doch ein Stück zu weit von meinem Leben entfernt. Ich kenne kein Buch oder eine Kolumne von Doris Knecht, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" nun schlechter oder besser ist als andere Bücher. Unterhaltsam war das Buch auf jeden Fall.
Diesmal was Autobiographisches von der geschätzten Frau Knecht.
Sie gibt den gelebten Dingen mit sehr viel Feingefühl, schöne Worte. Es ist wunderschön zu lesen auch wenn man erst 35 ist 😉
Kurz bevor ihre beiden Kinder aus dem Haus gehen, beginnt die Protagonistin ihren neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Beide Kinder werden umziehen, aber auch sie braucht eine kleinere, bezahlbare Wohnung. Nun beginnt sie sich innerlich und äußerlich von Dingen, Beziehungen und Erinnerungen zu verabschieden. Neben ganz pragmatischen Überlegungen, lässt sie anhand dessen ihr Leben und ihre Lebensscheidungen Revue passieren , das gerät zu einer intensiven Auseinandersetzung über ihre Hoffnungen und Träume in Vergangenheit und Zukunft,über Identität, Freiheit und Selbstfindung. Mit ihrem gänzlich unaufgeregten Erzählstil nimmt uns Doris Knecht mit, sie will der Einsamkeit keinen Raum geben, sondern Solitude als Lebensform wählen, „ eine Lebensform, die Rückzug erlaubt an einen Ort, an dem keine andere Person deinen Platz beansprucht, Rechte hat, Abläufe stört,… ". Der Roman ist an keiner Stelle banal, hat aber auch keinen nennenswerten Spannungsbogen zu bieten, das muss man aushalten, dafür werden uns andererseits viele tiefsinnige Gedanken übers Älterwerden, Neuorientieren, Loslassen…geboten . Für mich gab es in diesem Roman einiges zu entdecken, zumal sich im Nacherleben von Situationen, die Emotionen und Erinnerungen verändern, das ist ein interessanter Prozess. Da der Roman zumindest zum Teil autobiografische Züge trägt, weiß die Autorin, wovon sie spricht und das habe ich für mich gerne weitergedacht.
Dieses Buch hat mich sehr berührt! Es handelt von einer alleinerziehenden Mutter, deren Kinder gross sind und bald ausziehen werden. Sie blickt zurück auf die Familienzeit und macht Pläne für ihre Zukunft und findet dann doch wieder andere, wunderbare Lösungen...
Super Unterhaltung, der Schreibstil gefällt mir sehr gut!
Für die Zielgruppe ein unterhaltendes Buch, das eine Frau zeigt, die ihren bisher gegangenen Weg reflektiert und kritisch nach vorne schaut.
Für mich nicht das Richtige Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar im Zuge einer Leserunde gelesen und bereits einzelne Abschnitte besprochen. Das hat mir gut gefallen: Die Kapitel sind sehr kurz und man hat das Gefühl schnell im Buch voran zu kommen. Es gibt keine richtige aktive Handlung, sondern man hangelt sich an den Erinnerungen und Gedanken der Protagonistin entlang. Die Sprache ist recht einfach und das Buch ist leicht zu lesen. Da es alles von der Protagonistin aufgeschriebene Gedanken sind, kommt man ihr sehr nahe und steht praktisch mitten in ihrem Wohnzimmer. So fühlt es sich manchmal an wo ein Gespräch mit einer Freundin, die tief blicken lässt und doch nicht alles zeigt. Vieles wird sehr menschlich gezeigt und entlastet sicherlich viele Leser, die froh sind, dass sie damit nicht alleine sind. Das hätte ich mir anders gewünscht: Mich konnte das Buch leider nicht mitnehmen, was vielleicht an meinem Alter bzw meiner Lebenssituation liegt, da ich mich nur bedingt mit der Protagonistin identifizieren kann. Ich blicke nicht auf ein solch langes Leben zurück, habe keine Kinder und kann viele Handlungen und Gedanken nicht nachvollziehen. Als Autorin ist die Protagonistin anscheinend nicht arm, es klingt aber immer wieder so. Sie kann sich die aktuelle Wohnung nicht mehr leisten, möchte sich aber auch nicht verkleinern, obwohl sie eine Wohnung und ein Haus hat. Für die Kinder werden Umzugsunternehmen beauftragt und Wohnungen gemietet. Die Protagonistin wirkt wie ein eher komplizierter und anstrengender Mensch, die gerne in Ruhe gelassen wird und zu keinem Menschen eine richtige emotionale Bindung aufbauen kann. Oft wirkt sie auf mich eher abgeklärt und unfair ihren Mitmenschen gegenüber. Das Geld bzw das Fehlen dessen ist ein alles beherrschendes Thema und ein Problem. Für mich ist das auf hohem Niveau beschwert, da es der Familie sonst gut geht, ein stabiles Umfeld zu herrschen scheint und jeder gesund ist. Gefühlt bekommt jeder mindestens ein Zwillingspaar. Ich selbst kenne nicht so viele Zwillinge wie im Buch erwähnt persönlich. Vielleicht ist der Schnitt in Österreich viel höher, mir kam es einfach unrealistisch vor. Das möchte ich noch sagen: Vielleicht bin ich einfach die falsche Adressatin und jemand anderes, in der passenden Lebensphase, empfindet das Buch als unterhaltende Offenbarung. Am besten war die titelgebende Liste, diese hat mich amüsiert und unterhalten!
An der 'Vollständigen Liste aller Dinge, die ich vergessen habe' von Doris Knecht kommt man ja zur Zeit nur schwer vorbei. Und das ist auch gut so. Zu Beginn des Buches war ich kurz ein bisschen...enttäuscht wäre übertrieben...etwas weniger enthusiastisch als vorm anlesen. Ich hatte irgendwie eine ganz andere Vorstellung der Erzählung. Aber je mehr ich rein kam um so besser fand ich es. Die Ich-Erzählerin lädt uns ziemlich unaufgeregt zu einem Lebensrückblick und Neubeginn ein. Ihre Zwillinge die Sie alleine aufgezogen hat werden flügge und somit stehen auch bei Ihr einige Veränderungen an. Entrümpeln, aufräumen, neue Wohnung, aufarbeiten, überdenken. Lauter Sachen die man gerne vor sich her schiebt. Ich mochte die Protagonistin irgendwann echt gerne. Zu Beginn fand ich Sie etwas wehleidig, aber das wurde besser und irgendwie machte es Sie auch greifbarer. Ihre Gelassenheit und der Humor waren sehr unterhaltsam. Es ist ein ruhiges Buch ohne Höhen und Tiefen, aber eine schöne Unterhaltung zum einfach so wegschmökern. Von mir gibt's dafür eine Leseempfehlung, hat mir gut gefallen.

Ein unterhaltsamer Schreibstil, gepaart mit der Geschichte über eine alleinerziehenden Mutter, deren Kinder eigene Wege gehen wollen. Eine Geschichte übers Loslassen, als Mutter die eigenen Interessen hinten anstellen und trotzdem mit ewig schlechtem Gewissen leben.
Inventur eines Lebens. Abschiede und Anfänge.
Mit feiner Ironie beschreibt Doris Knecht die schwierige Zeit des Auszugs der Kinder und nutzt das zum Rückblick auf ihr Leben als alleinerziehende Mutter, arbeitende Frau, Tochter und Freundin in den verschiedensten Beziehungen. Aufräumen, umräumen, wegwerfen, verschenken von Dingen gewinnt eine ganz neue Bedeutung vor den Umbrüchen, die der Auszug mit sich bringt. Kann das aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Amüsant dass aus Lucie Max wird. Oder umgekehrt. Wieder ganz begeistert von Doris Knecht' Schreibstil. Lesenswert.
Eine schöne Geschichte über das Leben einer Mutter, Tochter, Frau, die an einem Wendepunkt steht.

Was passiert wenn die Kinder ausziehen
Was geht in einer Frau vor, wenn ihre Kinder ausziehen? Ist sie glücklich, weil sie wieder Zeit für sich hat oder ist sie traurig, weil ein wichtiger Teil ihres Lebens nicht mehr da ist. Das Buch beschreibt sehr gut, die Gedankengänge, die Pläne und die Situation und welche jede Mama irgendwann mal wiederfindet. Das Buch regte mich zum nachdenken an. Wie wird es bei mir sein wenn mein Kind auszieht? Wie war es für meine Mama damals? Sehr interessante Blickwinkel, ich habe es gemocht.
klug, präzise und nah am Leben Beinahe autobiografisch wirkt dieser Roman, in dem die Ich-Erzählerin – eine alleinstehende, alleinerziehende Frau – ihr Leben neu sortiert. Ihre beiden Kinder stehen kurz davor, auszuziehen, die einst lebendige Wohnung wird plötzlich zu groß, der Hund erträgt keine Autofahrt mehr, und die Schwestern scheinen in allem erfolgreicher gewesen zu sein. Mit feinem Gespür und einer guten Portion Selbstironie blickt die Erzählerin auf ihr bisheriges Leben zurück: auf Beziehungen, Entscheidungen, Verluste und all das, was geblieben ist – oder verloren ging. Sie sortiert nicht nur ihren Besitz, sondern auch ihre Gedanken, Erinnerungen und Familienverhältnisse. Dabei entsteht ein ehrliches, oft melancholisches, aber auch tröstliches Porträt einer Frau, die Bilanz zieht, ohne zu verbittern.
Ein ehrliches und leicht zu lesendes Buch, in dem es um die alleine erziehende Ich- Erzählerin und ihr Leben vor der Geburt ihrer Kinder, die Zeit mit den Kindern und den Auszug der Kinder geht. Die Ich-Erzählerin reflektiert ihr Leben und bereitet sich auf ein Leben als Frau, die ohne Mann und ohne Kinder glücklich sein kann, vor.
Doris Knecht schreibt in einer gut und leicht zu lesen Sprache, ich habe das Buch als Hörbuch gehört, dafür eignet es sich wunderbar, weil es weder schwierige philosophische Tiefgründigkeit noch langatmige Beschreibungen, bei denen man unter Umständen beim Hören aussteigt. Die angesprochenen Themen sprechen vor allem Eltern an, die ebenfalls mit dem Auszug ihrer Kinder konfrontiert sind, vermutlich eignet es sich besser für Frauen. Die Ich-Erzählerin lebt alleinerziehend mit ihren Zwillingskindern in Wien, stammt aus einem viele 100 km entfernten Dorf, hat also keine Familie in ihrer Umgebung, was die Zeit des Alleinerziehens nicht gerade leicht macht. Ich kann mich in die Geschichte sehr gut hineinversetzen, weil ich das Gefühl habe, Doris Knecht erzählt meine Geschichte: Man flüchtet von der Enge eines katholischen Dorfs zum Studium nach Wien, lebt endlich ein vermeintlich freies Studentenleben, Altbauwohnungen, Gelegenheitsjobs und so weiter. Irgendwann wird man sesshaft, bekommt Kinder und ist plötzlich fremdbestimmt, hat das Gefühl, dass man sich sein Leben bis jetzt überhaupt nicht hat aussuchen können. Somit ist der Auszug der Kinder kein Schmerz, vielleicht ein bisschen Wehmut, aber vor allem der Anfang eines neuen Lebens. Ich habe dem Buch vier Sterne gegeben, es hat mir sehr gut gefallen, aber es ist vermutlich eines der Bücher, das nicht sehr lange in meinen Gedanken bleibt. Es ist eine sehr sehr gelungene Reiselektüre, zum Beispiel für eine lange Zugfahrt.
Ich mag den Schreibstil von Doris Knecht sehr gerne, ich befinde mich aber in einer anderen Lebensphase als das Buch spielt, bzw. sich die Protagonistin befindet. Trotzdem war es sehr ehrlich und offen, das fand ich sehr gut.
Im Roman ‚Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe‘ schreibt Doris Knecht über eine Frau, die einen neuen Abschnitt in ihrem Leben beginnt. Ihre Zwillinge werden 18 Jahre alt und werden bald ausziehen. Die große Wohnung, in der sie die längste Zeit ihres Lebens verbracht hat, wird sie sich ohne Alimente nicht mehr leisten können und sie muss sich verkleinern. Sie erinnert sich an schöne und an schwierige Zeiten, an vergangene Beziehungen und Freundschaften und freut sich aber auch auf ihr neues Leben allein. Ich fand das Buch angenehm ruhig und einfühlsam erzählt und konnte gut nachvollziehen, was die Ich-Erzählerin an diesem Wendepunkt ihres Lebens bewegt. Es bietet Stoff zum Nachdenken und ich habe es sehr gerne gelesen.
Ein Lesegenuss! Abwechslungsreiche Unterhaltung mit Niveau, Humor und Ehrlichkeit.
„Die Wohnung ist abgerockt, man kann es nicht anders sagen.“ Die Erzählerin des Romans - eine Schriftstellerin - steht vor einer entscheidenden Änderung in ihrem Leben – obwohl ihr Veränderungen eigentlich nicht behagen. Die Kinder machen ihren Schulabschluss und ziehen aus, die seit 20 Jahren bewohnte und liebgewonnene Mietwohnung wird zur groß und zu teuer. Ein Wendepunkt im Leben, an dem eine Inventur über Gegenstände, Erlebnisse und Erinnerungen unvermeidlich ist. Und Doris Knecht erledigt das in ihrem neuen Roman auf sehr unterhaltsame Weise. Geschickt spielt sie dabei mit den biografischen Eckpfeilern ihrer eigenen Geschichte, wobei bereits das Eingangszitat von Virginia Woolf darauf verweist, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. „Ich ist nur ein brauchbares Wort für jemanden, den es nicht wirklich gibt.“, heißt es da. Die Rahmenhandlung wird über eine Abfolge kurzer Kapitel zu diversen Themen erzählt, 1 – 2 Seiten, manchmal etwas länger. Aufgebaut ähnlich den wöchentlichen Falter-Kolumnen der Autorin, die über eine treue Leserschaft verfügen. Es sind Geschichten aus dem Alltag, dem Alltag einer Frau. Alleinerzieherin, zuweilen prekäre Einkommenssituation, die Tage angefüllt mit Improvisation und schnellem Reagieren inmitten von Alltag, Care-Arbeit und Überraschungen. Und genau das tut beim Lesen gut: Keine Sensationen oder Effekthascherei, sondern das Leben in aller Ehrlichkeit. Trotz Rückschlägen und schwierigen Momenten bleibt Doris Knecht dabei immer in einer positiven Erzählweise und feiert schlussendlich auch die erlangte neue Freiheit. Eine Lektüre, die auf vielfältige Weise begeistert und unterhält. Das Buch regt zum Nachdenken an, eigene Erinnerungen werden wieder wach, es wird gelacht. Eine unbedingte Leseempfehlung! Danke an vorablesen bzw. hanser berlin für das Leseexemplar!

Sehr gutes, ruhiges Buch über ein eigentlich turbulentes Thema. Die Kinder ziehen aus, die Wohnung ist dann zu groß,die Erinnerungen zahlreich. Sich auf den Wandel einlassen, Zeug reduzieren um freier zu leben, Doris Knecht lässt da viele Themen rein, die mich auch interessieren und berühren. Absolute Leseempfehlung!
Die Kinder ziehen aus, und die Ich-Erzählerin muss sich auf ein Leben allein einstellen. Wer passt auf den Hund auf? Wann wird sie ihre Sprösslinge wiedersehen? Wo soll sie wohnen? Das Buch beginnt humorvoll, ohne dabei vulgär zu wirken, mit einem kotzenden Hund. Nach dieser Episode und der Schilderung ihrer Lebensumstände, früher und heute, erstellt die Protagonistin tatsächlich die besagte titelgebende „Liste von Dingen, die ich verloren habe“. Ich klebe fleißig Zettelchen ins Buch und erfreue mich der Eloquenz und des Einfallsreichtums der Autorin. Wir lernen die Kinder kennen, erwachsen und noch in einer Wohnung mit ihrer Mutter lebend. Und dann geht es los mit Beschreibungen von Wohnungen, dem Abwägen von Vor- und Nachteilen, der Einordnung von Preis und Lage. „Wohnungen, Häuser, Arbeitsplätze, Städte, Männer, es ist überall dasselbe. Man könnte sich zu früh und falsch entschieden haben und damit das Bessere, das Passendere, das echte Glück verpasst haben.“ Die Zettelchen werden weniger; ich muss mich aufraffen, überhaupt zum Buch zu greifen. Es war mein erstes Buch von Doris Knecht, und es bekam schon meine Vorschusslorbeeren überreicht, so überzeugt war ich, dies sei der passende Roman für mich. Der Schreibstil, flüssig und angenehm zu lesen, gefiel mir gut. Was mir fehlte, war eine Entwicklung der Handlung, die immer wieder um das Thema Wohnung kreist. Insofern wurden meine hohen Erwartungen enttäuscht, nicht aber mein Vertrauen, dass es zwischen einem anderen Buch der Autorin und mir doch noch funken könnte.
Unaufgeregt, stellenweise erheiternd und melancholisch Von einer, die immer mehr spürt als andere
„Der Hund hat schon wieder ins Auto gekotzt.“ (Erster Satz) Beim Lesen schwankte ich zwischen Antipathie und Sympathie für die namenlose Protagonistin. Sie hat so eine gewisse Überheblichkeit, die sich nicht von der Hand weisen lässt. „Von einer, die immer mehr spürt als andere, mehr Schwingungen aufnimmt, und meistens überlappen die negativen die guten.“ Die Autorin hat mutmaßlich ein Werk mit autobiografischen Zügen verfasst. Sie jammert dabei auf hohem Niveau: Von einer, die das was sie hat nicht zu schätzen weiß. Von einer, die nicht weiß wie privilegiert sie eigentlich ist. Sie beginnt auch nicht von vorne, sie zieht bloß in eine kleinere Wohnung. Ansonsten ändert sich wenig. Sie sortiert aus, trennt sich von Dingen, deren Fehlen sie sowieso nicht bemerken würde. Sich zu verkleinern kann dabei befreiend und erleichternd sein. „Aber merkwürdigerweise tut es mir nicht leid, dass ich keinen Balkon mehr habe, sondern ich freue mich, dass ich keine Bank mehr brauche.“ Die Protagonistin versucht sich als Opfer zu inszenieren. Das 5. Rad im Wagen der Familie. Als eine, die nicht so eine gerade Linie gegangen ist wie die anderen, weil sie zur Miete lebt und geschieden ist und weil sie sich nicht genug vermisst gefühlt hat von den Eltern. Das ihre Erinnerungen trügen, dies ahnt sie selbst. Es ist ist ihre Wahrheit, nicht die der anderen. „Die Frau, über die ich schreibe , gibt es nicht. Sie ist ein Konstrukt, zusammengesetzt aus Erinnerungen, viele davon fehlerhaft, aus Selbstüberhöhung und Selbsthass, aus Erzählungen von anderen, aus Bildern in Fotoalben.“ Sie hat viel ausprobiert in ihrem Leben. Drogen. Die falschen Männer, über die sie wenige Worte verliert, um ihnen möglichst wenig Raum zu geben, weil sie diesen nicht verdienen. Das finde ich gut! Sie ist nicht so verarmt, wie sie es gerne darstellt. Sie hat Eigentum. Ein Haus auf dem Land. Eine kleine Wohnung in Wien - in die sie letztlich zieht. Sie geht gerne aus und genießt das gute Leben. Sie hat gute Freunde. Zwei gut geratene Zwillingstöchter (von denen eine nicht erwähnt werden möchte und kurzum zu Max wird) Sie lebt gut als Autorin. Sie ist bei guter Gesundheit. Was will Frau mehr? Sie weiß es vielleicht auch nicht. Sie rennt zur Therapie, obwohl sie diese nicht braucht. Die Therapeutin weiß nicht was sie bei ihr noch therapieren soll. Sie dreht sich gerne im Kreis. Sie ist sehr Ich-bezogen. Gerne alleine. Genießt ihr Solitude. Auf den Auszug der Kinder freut sie sich eigentlich, weil sie dann ihre Ruhe hat. „Aber kannst Du nicht wenigstens so tun, als würdest Du Dich nicht freuen, wenn wir wieder verschwinden. Ich werde mir Mühe geben, sage ich.“ Die Kinder schenken ihr ein Bild von sich, damit sie auch etwas von ihnen in der neuen Wohnung hängen hat. Dies hängt sie auf den einzigen freien weißen Streifen. Das letzte Kapitel ist dann dem Hund gewidmet, mit dem auch das Buch beginnt. Er markiert ihren „Neuanfang“. Mir hat der Schreibstil von Doris Knecht sehr gefallen. Er ist unaufgeregt, ruhig. Als ich drin war in ihrem Stil, konnte ich so richtig entschleunigen und mich treiben lassen. Ich fand viele Zeilen melancholisch, fand aber auch genug Zeilen die mich erheiterten. Wie das Leben so spielt. So ist dieser Roman. Sympathisch war mir die Protagonistin aufgrund ihrer Ehrlichkeit zu sich selbst und weil sie nicht voll den Durchblick hat. Sie gibt gar nicht erst vor diesen zu haben „Wo ich bin, ist keine zu Ordnung mehr.“ Ist das so? Oder ist das nur ein Gefühl? Ihre kritische Haltung zu sich selbst, nie genug zu sein? Das könnte ich sein, dachte ich. Zum Schluss doch: „Und irgendwie spüre ich diesen Horizont jetzt auch in mir.“ Entschleunigt. Angekommen. Genug. Ja.



















































