dreimeterdreißig
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Description
Ein ungleiches Paar, eine Altbauwohnung und eine Nacht, die alles verändert. Ein schmerzhaftes und wunderschönes Buch über die Liebe, das Leben und was bleibt
Drei Meter dreißig, so hoch sind die Wände der Wiener Altbauwohnung, in der Klara und Balázs leben. Zwischen knarzendem Parkett und weit geöffneten Flügeltüren sind sie gerade dabei, sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Doch eines Nachts verändert sich alles, Balázs liegt reglos im gemeinsamen Bett und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? Wer ist man, wenn man seine Heimat verlassen hat und eine fremde Sprache spricht? Zählt die Geschichte – oder vielleicht nur eine Kaffeetasse im Spülbecken, ein letzter Blick in den Spiegel? Und wenn all das entgleitet, kann man die Zeit anhalten?
Ein intensives, bildreiches Kammerspiel, das tief in die existenziellen Fragen des Lebens eintaucht, von der Liebe erzählt und der Unfähigkeit, sie zu verlieren. Ein Buch, das erdet und zugleich schwerelos werden lässt.
»Ich hasse diesen Roman, weil er so wehtut. Und ich liebe ihn, weil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist.« Caroline Wahl
»Jaqueline Scheiber lässt uns alles fühlen. Dieses Debüt ist gewaltig!« Eva Reisinger
»Wenn Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein miteinander tanzen. Dann sind wir mittendrin in Jaqueline Scheibers Kunst!« Manuel Rubey
Book Information
Author Description
Jaqueline Scheiber, 1993 geboren, im Burgenland aufgewachsen, lebt und arbeitet in Wien. Als Minusgold bekannt geworden, studierte sie Soziale Arbeit und arbeitete bis 2022 mit Suchterkrankten sowie im Kinder- und Jugendschutz. Nach zwei plötzlichen Todesfällen im engsten Umfeld setzte sie sich öffentlich mit junger Trauer auseinander und war Mitbegründerin des Young Widow_ers Dinner Club. Sie veröffentlichte vier Bücher, u. a. »Ungeschönt« (Piper 2023) und »Offenheit« (Kremayr & Scheriau 2020). »Dreimeterdreißig« ist ihr erster Roman.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Der Roman erzählt im Prinzip eine schöne Liebesgeschichte, die leider nach viel zu kurzer Zeit endet. Die Geschichte kommt sehr leise daher. Ich mochte Balasz sehr. Jeder der beiden Akteure hat so ein Päckchen im Leben zu tragen gehabt. Der Schreibstil war sehr geradlinig, sobald aus Balasz‘ Perspektive erzählt wurde. Sobald die Perspektive zu Klara gewechselt ist, war die Erzählweise sehr unausgeglichen und hektisch. Es gab einige schöne Metaphern in diesem kurzen Buch.
"Was wusste das Licht vom Ende, fragte sich Klara. Jeden Morgen überwand es die Finsternis. Jeden Abend gab es sich geschlagen. Und heute? Heute war alles anders." "Sie sah ihn gerne an, seine großen dunklen Augen, die seine Wärme und Zugänglichkeit unterstrichen, sein Gesicht war wie ein Tag im Spätherbst, so unmittelbar und hell, dass darin nur Gegenwart stattfinden konnte. Er wirkte zu weich, um jemals mit der Härte in Berührung gekommen zu sein." "Dieses Gemeinsamsein. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie eine so grundlegende Veränderung herbeiführte, alles zuvor war ihr schlichtweg widerfahren." "Es war alles in Ordnung, bevor du kamst. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich atmen kann, wenn du nicht da bist, wie bescheuert ist das." "Und mit einem Schlag war es ganz still geworden. Stiller - als der Moment, bevor man jemanden das erste Mal küsste. Stiller als ein Sonnenaufgang über den Feldern der Kindheit. Stiller als das Warten auf schlechte Nachrichten. Stiller als unter Wasser. Es war die Art von Stille, die man überall anders vermutete, aber niemals im eigenen Leben." Ein ganz besonderes Buch über die Liebe, Akzeptanz, Verdrängung und Verarbeitung. Und darüber, was passiert, wenn ein geliebter Mensch geht, wenn die Ordnung des eigenen Lebens aus den Fugen gerät. Nichts ist mehr, wie es sein sollte. Ein sehr kraftvolles, intensives Romandebüt von Jaqueline Schreiber, das eine kleine Weile gebraucht hat, bis es mich gehabt hat. Aber dann konnte ich es nicht mehr weglegen und war komplett eingetaucht in die Geschichte von Klara und Balazs. Deswegen gibt's von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Dreimeterdreissig von Jaqueline Scheiber mit dem wunderschönen Cover in meinen Lieblingsfarben ist ein außergewöhnliches Buch, das man langsam und mit Genuss konsumieren sollte. „Das Glück war nur eine Pacht mit Ablaufdatum.“ (S. 23) Klaras und Balázs‘ Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart findet Klara Balázs eines Morgens leblos im Bett vor. Sie ist wie gelähmt und weiß nicht, was sie tun soll. Dann klingelt es, und der Sonnenesser erscheint. Auf der zweiten Zeitebene erfahren wir, wie Klara und Balázs sich kennengelernt und verliebt haben und ein Paar geworden sind. Balázs ist einige Jahre zuvor aus Ungarn nach Wien gekommen, wo er als Bühnentechniker arbeitet, Klara ist erfolgreiche Architektin. Er hatte eine glückliche Kindheit in einer großen Familie, sie war Einzelkind, ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie zwölf war, ihre Mutter heiratete erneut und bekam Frederik, den Klara über alles liebt und zu dem sie ein enges Verhältnis hat. „Balázs‘ ungarische Identität hatte Farbe, Geschmack, eine Gewohnheit, Melodie und Lautstärke. Klaras Aufwachsen war eine eindimensionale Schablone, ein austauschbares Klischee.“ (S. 158) Wir erfahren viel über die Geschichte Ungarns nach der Wende und darüber, wie Balázs Wien entdeckt, das sich sehr von seinem Heimatdorf unterscheidet. Klara habe ich als psychisch labil und beinahe depressiv wahrgenommen, Balázs‘ Liebe war für ihre Seele die beste Therapie. Klaras Trauer und der Versuch, den Verlust ihrer großen Liebe zu verarbeiten, hat mich schier überwältigt. Von mir eine große Leseempfehlung für diesen großartigen Trauer- und Liebesroman. Wer kommt hinter das Geheimnis der Überschriften?
Balázs liegt regungslos da - ist er tot? So fängt dreimeterdreißig an, ein wenig wirr. Ich hab nicht gleich verstanden, was Klara da macht. Wenn er regungslos daliegt, warum ruft sie nicht den Krankenwagen? Und warum macht sie sich erst mal einen Tee? Und mit wem redet sie da? Der Sonnenesser? Gibt es den wirklich? Das Buch wechselt zwischen dem Jetzt und den Rückblicken. Im Jetzt ist Klara in der Altbauwohnung, in die Balázs und sie vor kurzem eingezogen sind. Es ist Nacht und er liegt regungslos da. Sie tigert durch die Wohnung und kommt erst mal nicht klar. Und die Rückblicke erzählen, wie sie sich kennengelernt haben. Dass Klara vor Balázs die Männer eher auf Distanz gehalten hat oder besser gesagt alle Menschen, bis auf ihre Freundin Jasmin. Balázs, der aus Ungarn nach Österreich zum Arbeiten gekommen ist, eher zurückhaltend und anpassend. Und mit Klara ein neues Leben anfangen möchte. Hier wurde mir eine andere Seite zum Thema Tod gezeigt. Der Moment, wenn es passiert und der Umgang mit diesem Zustand. Dieses wirre, unbegreifliche und zerstreute; nicht wahrhabenwollen. Auch wenn ich die ganze Zeit dachte: „Jetzt ruf doch endlich mal jemanden an!“, hab ich auch verstanden, dass Klara versucht, die Wahrheit hinauszuzögern. Es nicht real machen will, es noch in ihren vier Wänden aufbewahren möchte. In den Rückblicken hab ich ein wenig was von Ungarn dazugelernt, Parallelen zu dem Herkunftsland meiner Eltern erkannt, die auch im Kommunismus aufgewachsen sind. Wie es ist, nicht nur in ein anderes Land anzukommen, sondern auch in einem anderen System, mit anderen Wertvorstellungen und einer anderen Sprache. Intensiv und melancholisch. S.23 „Und dieses Ende, Klara ahnte es, war unwiederbringlich und ein Zustand, der keine Tür offen ließ, schon gar keine Schlafzimmertür. Ende, das waren zweiunddreißig Schritte zwischen Küche und Schlafzimmer und einundzwanzig Knarzgeräusche auf dem alten Parkett zwischen Leben und etwas anderem. Das Glück war nur eine Pacht mit Ablaufdatum.“ S.51 „Klara liebte Jasmin dafür, so klar auf die Dinge zu blicken. Obwohl sie sprunghaft und impulsiv war, hatte sie genaue Prinzipien, nach denen die Dinge abzulaufen und wie lange sie zu dauern hatten. Natürlich gab es innerhalb dessen Abweichungen, aber im Grunde war Jasmins Vorgabe eine sinnvolle Orientierung. Sie war einer der Menschen, die Halt boten, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger zu hantieren.“ S.78 „Balázs fand, dass andere Sprachen viel härter klangen als seine Muttersprache. Vor allem das Deutsche hinterließ in ihm stets ein Gefühl der übertriebenen Ernsthaftigkeit. Es wurde direkt und karg im alltäglichen Gebrauch eingesetzt, wie eine Sprache, die unmittelbar vor die Füße des Gesprächspartners knallte und wenig Interpretationsspielraum ließ. Wohingegen im Ungarischen die Laute und Endungen sprichwörtlich über die Zunge tanzten.“ S.109 „Anders als mit ihren Freundinnen hatte sie es nie darauf angelegt, mit einem Partner zu verschmelzen. Sie fand Nähe und Intimität in vielen Dingen, in Freundschaften oder kurzen Affären, manchmal auch in einer ausgelassenen Clubnacht, aber nicht in romantischen Beziehungen. Sie wollte nicht in diese Achterbahn an Gefühlen gezogen werden, abhängig von der Tagesverfassung des anderen sein.“
Ein Roman über das Davor, das Danach und das Dazwischen.
Ein Kammerspiel, eine Liebesgeschichte. Eine Geschichte über das Leben, über den Tod. Die Autorin erzählt sprachlich fein und wechselt zwischen Kitsch, harter Realität und surrealen Szenen, bleibt dabei immer ganz nah bei ihren Figuren. Beeindruckend!
Dies ist eins der schönsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Im ersten Kapitel stirbt Klaras Partner, mit dem sie gerade zusammengezogen ist, jung und überraschend in dem Zimmer mit dreimeterdreißig hohen Wänden. In der Folge geht es um ihre unmittelbaren Reaktionen und Gedanken, ihr teils irrationales Verhalten. Außerdem erfahren wir in Rückblenden, wie sich die Beziehung zwischen beiden entwickelt hat und lernen auch die Freundin und den jüngeren Bruder von Klara kennen. Besonders fand ich, dass Klara eher kühl und distanziert auf andere wirkt, durch die Beschreibung ihrer Beziehungen zu anderen Menschen aber auch viel Zärtlichkeit transportiert wird. In ihrer Verschlossenheit begegnet sie anderen Menschen, die an ihr dran sind und bleiben und das habe ich beim Lesen als sehr ermutigend empfunden. Es ist ein sehr schön gestaltetes Buch mit wirklich literarischer Sprache und einer sehr einfühlsamen Art über Trauer zu erzählen.
Literarisch meisterlich geschrieben.
Viele Worte möchte ich gar nicht sagen, da es sonst zu sehr spoilern könnte. Ein Buch das sehr nachdenklich macht. Es geht um ein Gefühl der Verdrängung, ich habe dieses Gefühl während dem lesen sehr nah spüren können. Den Sonnenesser finde ich sehr interessant, wir haben hier in der Stadt selbst so eine Person, sehr spannend. Durch die Buchvorlesung mit der Autorin habe ich da auch ein paar Easter Eggs erfahren.

Eine Tragödie ohne Resonanz
Schon früh im Roman wurde deutlich, dass mich weder das zentrale Ereignis noch die Figuren wirklich erreichen. Die Handlung bleibt insgesamt sehr dünn, und die Figuren bleiben emotional schwer zugänglich. Selbst die tragischen Ereignisse entfalten dadurch kaum Wirkung. Mir fehlte echte Empathie oder Nähe zu den Charakteren. Am Ende war mir ihr Schicksal ehrlich gesagt ziemlich egal.

etwas verwirrend teilweise, aber dennoch sprachlich sehr toll und relatable ❤️🩹
Auch wenn die Wände in meiner neuen Wohnung tatsächlich etwas höher sind, hat mich „Drei Meter Dreißig“ schon direkt durch den Klappentext gepackt, wo die Rede von einer Altbauwohnung und dem Zerfall einer Beziehung ist- war halt einfach (leider) schon sehr relatable. Dass das Cover außerdem wunderschön ist, darüber brauchen wir nicht zu reden. Es ist ein intensives, sprachlich besonders gestaltetes Buch über Liebe, Verlust und die Fragen, die das Leben stellt, wenn alles ins Wanken gerät. Die Geschichte von Klara und Balázs, die in einer Wiener Altbauwohnung leben, wird von einem dramatischen Wendepunkt überschattet: Balázs liegt reglos im Bett, und Klara muss sich mit dem Verlust und ihrer eigenen Identität auseinandersetzen. Ich muss sagen, dass es mir anfangs etwas schwer fiel, in die Geschichte einzutauchen und mich mit Klara zu identifizieren, viele ihrer Handlungen/ Gedanken waren schwer nachvollziehbar für mich. Da die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird und man immer wieder durch Zeitsprünge neue Erkenntnisse über die Beziehung der beiden erhält, kann es anfangs auch etwas verwirrend sein. Dennoch würde ich eine Leseempfehlung für „Drei Meter Dreißig“ aussprechen- wenn man dafür bereit ist. Sprachlich fand ich es sehr besonders und habe wirklich viel markiert. Die Fragen zu Liebe und Verlust sind universell (für mich persönlich auch auf Trennungen anwendbar, nicht zwangsweise nur mit dem Tod eines geliebten Menschen), und der Roman lässt die Lesenden über das, was bleibt, nachdenken, wenn alles zu entgleiten scheint. Daher, empfehle ich das Buch wie gesagt allen, die bereit sind, sich auf ein emotionales Erlebnis einzulassen und vielleicht gerade mit einer Trennung oder einem Verlust kämpfen. „Drei Meter Dreißig“ ist ein Buch, das Herzschmerz und Hoffnung auf einzigartige Weise vereint.

Ich wollte dieses Buch lieben und die Sprache hat mich sehr begeistert. So viele schöne und resondierende Zitate! Leider hat es mich erstaunlich kalt gelassen. Ich habe mehr Trauer erwartet als Schock. Ich konnte Klaras Verhalten nicht verstehen und hatte keinen Zugang zu ihr.
Ich habe selbst sehr jung Trauer erlebt und habe das Buch auch nach den Rezensionen mit Vorsicht angefangen. Vollkommen darauf vorbereitet, dass es mich mitnimmt und ich für 240 Seiten Tage oder Wochen brauche. Ich habe es in 1 1/2 Tagen gelesen, weil es sich schön lesen lässt und es zumindest mich nicht berührt hat. Nicht die Liebesgeschichte, bei der ich nicht verstanden habe, warum Balas Klara liebt. Nicht der Schock und nicht die kurz angesprochene Trauer. Vielleicht war es einfach nicht mein Buch über Trauer. SPOILER Das Kapitel aus Balas Sicht post mortem fand ich sogar pathetisch.
Klara und Balázs – Jaqueline Scheiber nimmt uns in Form der Ich-Erzählerin Klara mit in die intensive Geschichte ihrer Beziehung. In fragmentarischen Rückblenden erfahren wir vom leisen Annähern, vom Aufbau eines gemeinsamen Alltags in ihrer Wiener Altbauwohnung, von kleinen Krisen, bis hin zu ihrem unheilvollsten Tag - während in der Gegenwart alles still steht. Mit wunderschöner, sehr poetischer, metaphorischer Sprache nimmt die Autorin uns mit auf eine höchst emotionale Reise, die der Frage nachgeht, wie die Welt sich weiterdrehen kann, wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es war; wenn der Verlust zuschlägt und gefühlt nichts mehr bleibt. Und auch wenn die Fallhöhe zwischen anrührenden Rückblenden und schmerzhafter Gegenwart so hoch und die Tragik kaum zu übertreffen scheint, endet das Buch dennoch hoffnungsvoll. Denn „Es stimmt nicht, dass sich alles ewig verändert. Manches davon kann man behalten, um es wie abgekapselte Universen vor der Zeit zu schützen. Das ist die Wahrheit.“ (S.224) Mich haben die geschickte und feinsinnige Konstruktion sowie insbesondere die Bilder, die Jaqueline Scheiber zur Beschreibungen von Liebe und Beziehung nutzt, sehr begeistert. Diese sind so unglaublich gut und berührend – ohne kitschig zu sein, wie ich es bisher nur selten gelesen habe. Für mich war „dreimeterdreißig“ sicherlich keine leichte, aber eine sehr berührende, lehrreiche und hochemotionale Lektüre. Ganz besonders hat mich die wunderschöne Sprache sowie die geschickte Verwebung der Zeitebenen, die für mich nur im Wechselspiel ihre volle emotionale Wirkung entfalten konnten, begeistert. Ein beeindruckendes Buch!
Emotionaler Wiener Roman! Eine ungleiche Liebe, die abrupt ihr Ende findet - grandios erzählt! 🤩
Ein ungleiches Paar findet sich, verliebt sich, und am Ende ist einer tot. Jaqueline Scheiber erzählt mit ihrem ersten Roman die Geschichte einer aufkeimenden Liebe in Wien und wie sie abrupt endet. Sie wechselt die Perspektiven zwischen der Österreicherin Klara und dem Ungarn Balázs (wobei die Haupterzählerin Klara ist) und lässt eine tackende Uhr ablaufen, hin zu dem Zeitpunkt, an dem der Tod der Liebe Einhalt gebietet (das ist kein Spoiler, denn man erfährt in Kapitel 1 davon). Dabei springt die Autorin auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Doch erstmal von vorne. Unterschiedlicher hätte ihre Kindheit nicht verlaufen können - Balázs ist einem Umfeld aufgewachsen, in dem es keinerlei Anerkennung für Statussymbole gab, dafür wirkte die Prägung durch die ehemalige kommunistische Staatsführung in seiner Familie zu stark nach. Es zählte mehr die Funktionalität der Dinge - gekauft wurde, wenn etwas kaputt, oder nicht mehr reparabel war. Klara hingegen wuchs in einer wohlhabenden Familie auf - derlei begründete Sparsamkeit und Existenzängste waren und sind ihr fremd. Jaqueline Scheiber führt uns so unterschwellig (oder doch eher vordergründig?!) den auch heute noch vorherrschenden Klassismus vor Augen. Als ältester von drei Geschwistern (denen er nicht sehr nahe stand), war Balázs auch der erste, der Tritte, Ohrfeigen und Schläge durch seinen Vater einstecken musste - was erst weniger wurde, als seine Großmutter (Grüße vom Matriarchat) die Misshandlungsmarken entdeckte und dem Vater eine solch bedrohliche Ansage machte, dass er nun nur noch seinem Ärger Luft machte, ohne Spuren zu hinterlassen. Klara hingegen wuchs wohlbehütet auf - keiner legte Hand an sie und sie verband eine tiefe Geschwisterliebe zu ihrem Bruder Frederik. Auch ihr soziales Umfeld war und ist ein Auffangbecken für sie und vor allem ihre Freundin Jasmin steht ihr sehr nah: „Sie waren die gegenüberliegenden Extreme eines Spektrums, alle anderen dazwischen waren durchdeklinierte Formen ihrer Selbst.“ „Jasmin war eine dankbare Zuhörerin, denn sie begeisterte sich für die Geschichten anderer in einem Ausmaß, als wäre es ihr dadurch möglich, das Geschilderte selbst zu erleben. Ihre Freundschaft fußte auf der aufrichtigen beidseitigen Neugier.“ Doch auch in Klaras scheinbar heiliger Familienwelt war nicht alles eitler Sonnenschein: „Lange Zeit gab es nur sie, die Mutter und den Vater. Eine glückliche Kleinfamilie, untermauert durch alle gängigen Klischees. Ein abwesendes Familienoberhaupt, eine Frau neben ihm, die zumindest anfangs nicht viel hinterfragte und der es wichtiger war, wie sich die Tochter nach außen zeigte, als wie sie im Inneren fühlte, und die vierteljährlichen Ausflüge in die Kirche, um als anständige Bürger zu gelten.“ Als Architekt war ihr Vater viel unterwegs und lebte für seine Projekte - wenn ein solches kurz vor der Fertigstellung stand, blieb er völlig ungreifbar für sie. Sie arrangierte sich mit ihrer Mutter in vertrauter Zweisamkeit und „trotz aller Kompromisse und abgesteckten Wirkungsräume erschlaffte das Konstrukt der kleinbürgerlichen Familie und die Eltern gaben zu Klaras Überraschung nach zwölf Jahren Ehe die Scheidung bekannt. Den Auszug des Vaters bemerkte sie nur an fehlenden Barthaaren im Waschbecken und der stagnierenden Sammlung an Schlüsselanhängern und Plüschbären.“ Es dauerte nicht lange , bis ihre Mutter neue heiratete und ihr Bruder Frederik auf dem Weg war. Klaras Rebellion, wie auch ihre Gefühle, blieben, wie auch später im Leben mit Balázs, eher nach innen gerichtet. Frederik schloss sie schnell ins Herz - weigerte sich aber, den neuen Mann zu akzeptieren. Man kann einen Menschen und seine heutigen Verhaltensweisen nur vollends verstehen, wenn man weiß, wie er zu diesem Menschen geworden ist - demzufolge auch meine ausführliche Erläuterungen zum unterschiedlichen Aufwachsen und der Kindheiten von Balázs und Klara. „Klara war an diesem Abend geduldig neben ihm gesessen und hatte seinen Ausführungen gelauscht, sie war neidisch, mit welcher Herzlichkeit und Liebe er Momente seines Aufwachsens beschreiben konnte. Trotz allem. Neben den offensichtlichen Versäumnissen erahnte Klara eine zwischenmenschliche Tiefe, die sie stets vermisst hatte. Balázs‘ ungarische Identität hatte Farbe, Geschmack, eine Gewohnheit, Melodie und Lautstärke. Klaras Aufwachsen war eine eindimensionale Schablone, ein austauschbares Klischee.“ Klara ist beruflich erfolgreich als Architektin, eiferte ihrem Vater nach, doch struggelt in Liebesangelegenheiten und auch zunächst damit, sich ihrer Beziehung zu Balázs komplett hinzugeben, doch schließlich verliebte sie sich (er war da schneller) und alles nahm seinen Lauf: erste gemeinsame Momente, erste gemeinsame Wohnung und co - bis zum Tag X. „Dreimeterdreissig“ ist eine Reise, eine Reise hin zu einer aufblühenden Liebe und sie endet wie alle Reisen irgendwann enden, doch diese endet mit einem Knall und für immer. Ich habe die Reise, zu der mich Jaqueline Scheiber eingeladen hat, geliebt - mit all ihren Stationen, Bergen und Tälern, die wir sinnbildlich zusammen erklommen haben, mit ihren Ausflügen in die Gefühlswelten von Balázs und Klara, den lauen Sommerabenden, die wir zusammen genossen haben und dem Ende der Reise, das schmerzlicher nicht hätte sein können. Seid ihr bereit die Reise anzutreten?! Ich verspreche: Es lohnt sich! Ein gelungener erster Roman von Jaqueline Scheiber - den ich sehr gerne gelesen habe, von dem ich mir nur an der einen oder anderen Stelle etwas mehr psychologische Tiefe gewünscht hätte, bzw. ein Psychogramm von Klara und Balázs, denn ich wäre gerne noch mehr in ihre Köpfe und damit Gefühlswelten eingedrungen. Weiter so, Jaqueline Scheiber - ich bin gespannt, was als Nächstes kommt und eins ist sicher: Ich werde es auf alle Fälle lesen!
„Ehrlich gesagt glaube ich, dass das Leben nur deswegen so kostbar ist, weil es endet.“ (S. 214)
In Dreimeterdreißig lernen wir Klara und Balázs kennen. Die beiden wohnen in einer Wiener Altbauwohnung mit drei Meter dreißig hohen Decken. Sie möchten sich ein neues Leben aufbauen. Eines Nachts ändert sich alles für Klara, denn Balázs liegt reglos im Bett. Die Kapitelüberschriften sind so besonders, denn sie ergeben am Ende ein Gedicht von Lydia Daher. Auch der Schreibstil ist sehr kraftvoll und poetisch und nahm mich direkt mit auf eine Reise der Gefühle. Themen wie Liebe, Verlust und Verdrängung werden sehr gut beschrieben. Die Einblicke in Balázs Herkunftsland fand ich spannend, da sie mir einen neuen Eindruck in die Kultur gegeben haben. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, sodass es mir leicht fiel, mich in sie hineinzuversetzen. Scheibers Debütroman regt zum Nachdenken an und hallt auch nach Beendigung nach. Klare Leseempfehlung.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es sich bei diesem Roman eher um ein Kammerspiel handelt und das erklärt mir natürlich einiges. Denn ein Kammerspiel spielt immer an einem überschaubaren und klar abgegrenzten Schauplatz. Das ist eben die Wiener Altstadtbauwohnung, passend zum Titel dreimeterdreißig, denn die Wände sind so hoch. Auch konzentriert sich ein Kammerspiel auf wenige Figuren. Die Reduzierung trägt oft zu einem Gefühl der Klaustrophobie bei und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Schicksale, Psychologie und die innernen Konflikte der Figuren. Das hat die Autorin wunderbar rübergebracht, denn beim Lesen hatte ich auch ein bedrückendes Gefühl. Ich konnte mich aber mit der Protagonistin nicht identifizieren, ich fand sie einfach zu unnahbar und auch ihre Beziehung zu ihrem Partner oder in Freundschaften komisch. Daher hat mich das Buch auch ziemlich kalt gelassen, aber es hat mich dennoch viel zum Nachdenken angeregt, gerade was das Thema Beziehungen zwischen Freunden angeht. Die wechselnden Zeiten und Sichten haben es mir manchmal schwer getan zu wissen wo ich mich gerade befinde. Das Buch an sich ist eine totale Augenweide und wirklich richtig toll gestaltet. Der Inhalt war aber leider nichts für mich. Ich denke aber, dass es vielen anderen gefallen wird.
Jaqueline Scheiber legt mit „Dreimeterdreißig“ ein intensives, poetisches Debüt vor, das sich mit Liebe, Verlust, der Vergänglichkeit von Momenten und den existenziellen Fragen des Lebens auseinandersetzt. In einer Wiener Altbauwohnung mit meterhohen Decken entfaltet sich die Geschichte von Klara und Balázs – einem ungleichen Paar, das sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen will. Doch eine einzige Nacht verändert alles, und plötzlich steht Klara vor der Frage: Was bleibt von der Liebe, wenn das Leben endet? Klara ist eine Frau, die Kontrolle liebt, sich hinter ihrer emotionalen Unnahbarkeit verschanzt und Angst vor der Verletzlichkeit der Liebe hat. Balázs hingegen ist auf der Suche nach einem Zuhause – nicht nur physisch, sondern auch emotional. Ihre Beziehung beginnt stürmisch, in einer Mischung aus Anziehung und Unsicherheit. Scheiber beschreibt dieses fragile Gleichgewicht mit einer tiefen Sensibilität, die den Leser*innen Klara besonders nahebringt: eine Frau, die sich immer wieder an ihrer eigenen Gefühlswelt stößt. Die Kapitel werden mal aus Sicht von Klara, mal von Balász erzählt, die Erzählstruktur wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während die Rückblenden von den gemeinsamen Momenten der beiden erzählen – Spaziergänge durch Wien, Gespräche, zögerliches Vertrauen –, wirkt die Gegenwart wie ein fiebriger Zustand zwischen Schock, Trauer und der Suche nach Halt. Klara taumelt durch die Wohnung, spricht mit sich selbst, verliert den Boden unter den Füßen. Dieser Kontrast zwischen den Kapiteln verstärkt die emotionale Wucht des Romans: mal warm und vertraut, mal kalt und surreal. Scheibers Sprache ist bildreich und melancholisch, oft schmerzhaft präzise. Sie zeichnet ihre Figuren nicht als idealisierte Liebende, sondern als Menschen mit Brüchen, Ängsten und Unsicherheiten. Besonders stark ist ihre Fähigkeit, Atmosphäre zu schaffen. Die Wiener Altbauwohnung wird fast zu einem eigenen Charakter, ein Ort voller Erinnerungen, der Geborgenheit und Enge zugleich vermittelt. Es wird aber nicht nur die persönliche (Liebes-)Geschichte von Klara und Balázs verhandelt, sondern auch gesellschaftliche Themen wie Klassenunterschiede und Privilegien angeschnitten. Balázs, der in ein fremdes Land gezogen ist, kann seine Herkunft nicht unsichtbar machen – und diese Erfahrung prägt seine Beziehung zu Klara ebenso wie seine eigene Identitätssuche. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Dreimeterdreißig“ ist ein Buch, das einen emotional durchrüttelt. Es erzählt nicht nur von der Liebe und ihrem Verlust, sondern auch von der Schwierigkeit, sich selbst und anderen zu vertrauen. Jaqueline Scheiber gelingt ein Roman, der poetisch, intensiv und tief bewegend ist. Wer Geschichten liebt, die zwischen Melancholie und Hoffnung schweben, wird sich in diesem Roman wiederfinden. Ein echtes Highlight – wunderschön und schmerzhaft zugleich! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Good to know: Die Kapitelüberschriften ergeben das Gedicht „Für Dich“ von Lydia Daher, das am Ende des Buches komplett abgedruckt ist. 💙🩷 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #wassilkeliest #jaquelinescheiber #dreimeterdreißig #leykamverlag @jaquelineschreiber @leykamverlag @wolkenlosagentur @buch_contact #liebe #verlust #vergänglichkeit #debütroman #debüt #lydiadaher #fürdich #lesehighlight #frauenlesen #wereadindie #ilovebooks #buchtipp #lesenlesenlesen #bücherliebe #bücherwurm #lesezeit #leseratte #lesenmachtsüchtig #lesenistliebe #lesefreude #neverstopreading #daslesenistschön #ausliebezudenbüchern #lesenmachtglücklich #makereadinggreatagain

Sprachlich stark
Ein wenig schwergetan habe ich mich mit dem Buch. Ich wusste nicht immer, wann etwas passiert. Es ist in Rückblenden erzählt und ich war wirklich verwirrt, was mit Klaras Partner nun passiert ist. Die große besondere Liebe zueinander wird spürbar und in starken Worten, tollen Sätzen und Wärme erzählt. Am Ende hat es mich sehr berührt.
Uff, irgendwie habe ich mich mit dem Buch echt schwer getan. Das lag überwiegend an der Protagonistin, die ich als sehr unnahbar empfunden habe. Ja, wahrscheinlich würde ich mich in Klaras Situation ähnlich fühlen. Allerdings hat dieser Umstand dazu geführt, dass mich das Buch nicht erreichen bzw. berühren konnte. Erst im letzten Drittel ist es mir gelungen, eine Verbindung zu Klara aufzubauen, Gefühle und Emotionen nachzuempfinden und den Schmerz zu fühlen. Das Buch hatte aber auch gute Momente. Der Kennlern-Geschichte von Klara und Balázs bin ich z.B. gerne gefolgt, ebenso dem beschriebenen Málaga Urlaub, weil ich die Plätze und Orte schon selbst besucht habe und bildlich vor mir sehen konnte. Balázs war Klara immer eine tolle Stütze, ein Wegbegleiter, eine Bereicherung für ihr Leben. Kurz gesagt: Balázs hat Klara geerdet. In Jasmin hat Klara eine verständnisvolle und geduldige Freundin gefunden. Auch ihren Bruder Frederik habe ich über die Seiten hinweg ins Herz geschlossen. Das Setting in Wien hat Erinnerungen in mir geweckt und wirklich gut zu Klara und Balázs gepasst. Insgesamt bin ich eher unentschlossen, wie ich das Buch bewerten soll. Wie gesagt: Die Protagonistin schien mir emotional wenig erreichbar. Ich bin erst spät warm mit ihr geworden. Hinzu kommt, dass ich den Schreibstil von Jaqueline Scheiber als schwerfällig empfand. Ich bin beim Lesen immer wieder ins Stocken geraten. Die Kapitelüberschriften haben mich verwundert. Erst zum Schluss habe ich verstanden, dass sie ein Gedicht von Lydia Daher ergeben. (Das Gedicht ist am Ende des Buches abgedruckt.) Cover und Klappentext sind gelungen und machen neugierig, die Geschichte selbst konnte mich aber leider nicht gänzlich in den Bann ziehen. Eine kleine Enttäuschung bleibt also.
Klara und Balázs, ein Paar in seinen Dreißigern, das im schicken Altbau wohnt, Deckenhöhe: dreimeterdreißig. Sie Architektin, er Bühnentechniker am Theater. Sie Wienerin durch und durch, er aus Ungarn stammend. Eines Nachts beginnt für Klara ein Alptraum, den sich keine*r von uns vorstellen möchte - Balázs liegt im Bett und atmet nicht mehr. Ausgehend von dieser Situation lesen wir nun abwechselnd zum einen, wie Klara mit der Situation umgeht, über die Dauer dieser einen Nacht hinweg und zum anderen in Rückblenden vom Kennenlernen und der Beziehung der beiden. In diesen Kapiteln fiel es mir richtig leicht, mir ein Bild von Klara und Balázs zu machen und hatte irgendwann das Gefühl, die beiden wirklich gut zu kennen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Ich mochte den tiefen Einblick in das Leben und die Charaktere der beiden und habe Jaqueline Scheibers Schreibstil dabei sehr genossen. Die Kapitel, die sich mit besagter Nacht befassen, fand ich da etwas weniger zugänglich. Klaras Verhalten ist sehr irrational. Sie möchte die Tatsache, dass Balázs da leblos liegt nicht wahrhaben und versucht es zunächst mit Ignoranz. Das hat mich unheimlich gestört. Natürlich verhält man sich in so einer Situation nicht unbedingt rational, aber dass man zum Beispiel versucht Hilfe zu holen, sollte schon der Weg sein, den man einschlägt. Außerdem waren ein paar Punkte irgendwie nicht so richtig verständlich für mich, fast schon kryptisch. Zum Beispiel ist da eine "Person", deren Dasein ich bis jetzt nicht verstanden habe. Für mich hätte es in diesen Parts etwas "klarer" zugehen dürfen. Aus diesem Grund war das Buch für mich leider nicht ganz so ein Highlight wie für viele andere Leser*innen, wenndoch ich Jaqueline Scheibers Schreibstil unglaublich gerne gemocht habe und die Thematik wirklich wichtig finde und es definitiv an der Zeit war, dass sich damit mal jemand auseinandersetzt.

Ich brauchte die gesamte erste Hälfte des Buches um wirklich reinzukommen, zum Teil weil ich Angst davor hatte, was noch kommt. Dieser Roman kommt nämlich mit einer leisen Wucht daher und der Schmerz der Figuren ist kräftig gezeichnet. Balazs und Klara wirken so echt und greifbar. Manchmal wirkte der Stil gezwungen künstlerisch und sprachlich gibt es einige Unebenheiten. Die zweite Hälfte und insbesondere das Ende haben mich sehr berührt. Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.
Eine Frau verliert ihren Partner und erinnert sich....
...wie sie sich kennenlernten, sie zum ersten Mal seine Familie traf, was für ein Glück er für sie war. Er machte sie zu einem besseren Menschen. Ohne Übertreibung, denn sie kann nicht gut mit Menschen, hat z.B. nicht viel Empathie. Und dann ist alles auf einmal anders Die weibliche Protagonistin ist ein schwieriger Charakter und war mir unsympathisch. Die letzten Seiten konnten mich aber umstimmen und haben das Ganze gerettet
Wie kann etwas zugleich so schmerzhaft und so zart sein?
Jaqueline Scheiber erzählt die Geschichte von Klara und Balázs, die als Paar in einem Wiener Altbau wohnen. Ihr Zuhause, ihr Rückzugsort, ihr Hafen, in dem sie gerade erst ihr gemeinsames Leben beginnen. Doch schlagartig zerbricht diese Blase und die dreimeterdreissig hohe Decke scheint Klara zu erdrücken. Balázs liegt reglos im Bett, atmet nicht mehr und alles in diesen vier Wänden ist still und schreit Klara gleichzeitig Erinnerungen entgegen. „Eine Lücke, die die Größe der Dinge erst bemerkbar machte, als wäre die Summe all der geringgeschätzten Handgriffe das, was ein Leben ausmachte. Oder ihr Fehlen.“ Schon die ersten Seiten hinterlassen einen dicken Kloß im Hals. Ein Schicksalsschlag, dem man vermutlich gar nicht gewachsen sein kann, mit dem man dennoch weiterleben muss. Scheiber findet - die ganz persönliche Erfahrung dahinter in jeder Zeile spürbar - teils poetische, teils klare, aber immer ehrliche Worte und gibt den Emotionen und Gedanken Raum, die mit dem Verlust einer gemeinsamen Zukunft und dem Erinnern an die vergangene Liebe einhergehen können. Klara ist dabei keine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt, sondern die sich Stein für Stein wie ein Mosaik zusammensetzt und doch im Gesamten schwer greifbar bleibt. Ihr eigener Rucksack aus der Vergangenheit beeinflusst nicht nur die Beziehung zu Balázs und ihrer Freundin Jasmin, die Klara geduldig und mit Sanftmut lieben. Auch ihr Handeln im Moment des Schocks wird so nachvollziehbar. Das Buch ist nicht nur eine Geschichte über Trauer, Schmerz, Verlust und Liebe, sondern auch der Startpunkt für Klaras Reise zu sich selbst. So intensiv und schmerzhaft dieses Leseerlebnis auch war, so heilend war es doch auf eine gewisse Art und Weise. Große Leseempfehlung!
„Bevor mein Leben zu einem Davor und einem Danach wurde und deines endete.“
Die Geschichte von Klara und Balàzs, die in einer Wiener Altbauwohnung mit drei Meter dreißig hohen Decken wohnen. Ein ungleiches Paar, dass eine gemeinsame Zukunft aufbauen will. Bis eine Nacht alles verändert! Die Erzählstruktur wechselt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Der poetische Schreibstil, gefühlvoll und melancholisch und die bildhafte Sprache schaffen eine intensiv emotionale Atmosphäre! Neben der Beziehung der beiden, erhält der Leser einen Einblick in die Herkunft von Balàzs, gesellschaftliche Konventionen, Klassenunterschiede und Privilegien. Ein Buch über das Leben davor und danach aber auch über Liebe, Verlust und Hilflosigkeit. Der Charakter von Klara war mir an manchen Stellen zu unnahbar, daher fiel es mir teilweise schwer all ihren Gedanken zu folgen. Dennoch konnte ich mit Klara nachfühlen, was es bedeutet plötzlich mit dem Tod konfrontiert zu sein und wie es ist, mit der Trauer alleine zurückzubleiben. Die innere Zerrissenheit wurde authentisch und mit viel Feingefühl beschrieben. Die Kapitelüberschriften ergeben ein Gedicht von Lydia Daher, das am Ende des Buches abgedruckt wurde. „Was bleibt von der Liebe, wenn ein Leben endet?“

Die Liebe von Klara und Balász ist noch jung, als sie abrupt endet. Wir lesen von einer Nacht, in der Klara das Unmögliche erlebt und wir lesen davon, wie die Geschichte dieser zwei so unterschiedlichen Menschen begann und zu mehr wurde. Ein Roman, über einen Tod, der plötzlich alles ändert. Aber noch viel mehr: ein Roman über die Hoffnung von Zwei, die sich aufeinander einlassen.
Anders als erwartet
Ich hatte mir mehr „was bleibt, wenn ein Leben endet?“, wie im Klappentext versprochen erhofft. Eigentlich dreht es sich die meiste Zeit um die Vergangenheit und Geschichte von Klara und Balasz. Und teilweise um den Tag des Todes. Aber sonst nichts… Es ist gut geschrieben, weshalb ich trotzdem dran bleiben konnte, aber ich habe nicht das bekommen, was ich mir erhofft hatte
War nicht meins
Leider war das Buch nicht so meins. Der Aufbau war ok, aber die Kapitel in denen in der aktuellen Zeit geschrieben ist, haben mich jedesmal aufs Neue verwirrt. Auch die Rückblicke haben mich absolut nicht abgeholt. Ich mochte die Protagonistin auch nicht so. Alles in allem war es absolut nicht meins. 😩
🌟 Mein Highlight🌟
Ich habe "Dreimeterdreißig" in einem Tag gelesen. Nein – verschlungen! Ich konnte es nicht weglegen. Ich habe alles daran geliebt: das wunderschöne Cover, die Typografie, die Art der Kapitelüberschriften, diese perfekt gesetzten Zeitsprünge, die die Geschichte wie ein Puzzle zusammensetzen. Die Figuren sind so echt – mit ihren Unsicherheiten, Träumen, Gedanken. Die Gefühle fahren Achterbahn, aber ohne je kitschig zu werden. Der Schreibstil hat mich sofort gepackt: poetisch und präzise, berührend, nah. Die Mischung aus Schmerz und Liebe, aus Verlust und Verbundenheit hat mich tief getroffen. Ich habe beim Lesen gelacht, geschluckt, fast geweint. Das war für mich nicht nur eine Geschichte – es war ein Erlebnis. Ganz klar: Mein Lesehighlight des Jahres!
Ein ergreifendes Buch, dessen Ende mich sehr berührt hat. Es hat seine Längen, bleibt aber spannend bis zum Ende und ließ mich noch lange nachdenken. Caroline Wahl hat es passend auf dem Buchrücken zusammengefasst: "Ich hasse diesen Roman, weil er so wehtut. Und ich liebe ihn, weil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist." Das trifft es! Absolute Lese-Empfehlung 🥰
Unheimlich intensives und emotionales Buch, welches sich mit dem plötzlichen Verlust eines Partners, der Hilflosigkeit und Verzweiflungb die mit einhergehen, beschäftigt. Der Aufbau des Romans hat mich sofort in den Bann gezogen. Das Springen zwischen der Vergangenheit ( das Kennenlernen usw.) und dem Hier und Jetzt ( der Tod) hat bei mir von Seite zu Seite eine Achterbahn der Gefühle hervor gerufen. Zum Schluss war ich zutiefst betroffen. Und die Frage, die man sich stellt, wenn man seine große Liebe gefunden hat... Wie würde man selbst in solch einer Situation sein? Gänsehaut.
Berührend-tragische Liebesgeschichte, die mit dem Ende beginnt.
Mir hat die Liebesgeschichte von B und K sehr gut gefallen, die Aufteilung der Kapitel in Gegenwart und Vergangenheit- großartig miteinander verwoben, das Ticken der Uhr, das Gedicht als Kapitelüberschriften. Das hat mich alles sehr abgeholt, der Schreibstil fasziniert mich. Ich hatte etwas Schwierigkeiten, in den Lesefluss zu kommen, da ich mich zunächst nur schwer auf die Stagnation im Jetzt einlassen konnte. Und das Ende kam mir zu plötzlich, deshalb "nur" 4 Sterne. Auf jeden Fall absolut lesens- und empfehlenswert!
Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? - Ein sehr tiefgründiges, bewegendes Buch über das Leben, die Liebe und den Tod. 🥺
„Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? Wer ist man, wenn man seine Heimat verlassen hat und eine fremde Sprache spricht? Zählt die Geschichte - oder vielleicht nur eine Kaffeetasse im Spülbecken, ein letzter Blick in den Spiegel? Und wenn all das entgleitet, kann man die Zeit anhalten?“ - das beschreibt den Inhalt dieses Buches perfekt! 💗 Das Buch war wirklich super tiefgründig, bewegend und sorgte dafür, sich selbst zu reflektieren. 😊 Die Denkanstöße zum Leben allgemein, zum Zusammenleben als Paar und den Kleinigkeiten, über die man sich im Alltag wegen dem anderen mal ärgert, gingen mir wirklich nah. 🥲 Ich denke immer noch Tage, nach dem ich das Buch beendet habe, an die Geschichte und die Inhalte, die einem dort vermittelt wurden. Wirklich ein sehr gelungenes Buch, dass dazu anregt sich selbst, seine Lebenssituation und Partnerschaft zu reflektieren. Im Alltag erwische ich mich selbst dabei, dass ich dank diesem Buch darüber nachdenke, ob eine Sache X (im alltäglichen Zusammenleben mit meinem Partner) es nun wirklich wert ist, mich darüber aufzuregen oder ob genau das nicht die Sache ist, die ich tatsächlich im worst case irgendwann mal sehr vermissen werde. Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet?! 😭💔❤️🩹
bewegend, traurig, wunderschön...
... das sind Wörter die mir zu diesem Buch einfallen. Es war nicht so leichte Kost wie gewöhnlich aber ich genoss es so richtig einmal einen etwas ungewöhnlicheren Schreibstil als sonst zu konsumieren. Ich mochte den Schreibstil sehr und auch die Thematik an sich gab viel her. Es war auch eine Liebesgeschichte, wie ich sie gewöhnlich lese aber dann doch auch wieder nicht. Ich mochte die Komplexität sehr. Kann es nur empfehlen, sehr gut um aus einer Leseflaute herauszukommen.
Entweder man fühlt dieses Buch oder eben nicht…
Klara und Balazs bauen sich ein gemeinsames Leben in einer Wiener Altbauwohnung auf, nach einer Party erleidet Balazs plötzlich einen Herzstillstand. Der Roman erzählt sowohl den Abend, als das passiert, als auch die Kernlerngeschichte zwischen Balazs und der kühlen, distanzierten Klara. Erst einmal ist das Buch innen kunstvoll gestaltet, insbesondere weil die Kapitelüberschriften ein Gedicht ergeben. Ebenso kunstvoll sind einige Sätze und Passagen im Buch, sodass das Buch mir sprachlich sehr gefallen hat. Für mich hat inhaltlich die Kernlerngeschichte sehr viel Raum eingenommen und mich leider gar nicht gepackt. Vielleicht war sie dann doch zu episodenhaft, um mitzufühlen. Der andere Erzählstrang hat mich nur irritiert. Bis zuletzt besteht er nur aus Andeutungen und ich glaube, ich hätte gerne mehr über Klaras Verlust gelesen, aber nicht so. Auf jeden Fall habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was es mit dem Wettlauf auf sich hat, der im Klappentext erwähnt ist, denn eigentlich passiert ja genau das Gegenteil.
Intensiv, emotional, einfühlsam. 💔
„Und mit einem Schlag war es ganz still geworden. Stiller - als der Moment, bevor man jemanden das erste Mal küsste. Stiller als ein Sonnenaufgang über den Feldern der Kindheit. Stiller als das Warten auf schlechte Nachrichten. Stiller als unter Wasser. Es war die Art von Stille, die man überall anders vermutete, aber niemals im eigenen Leben." „Drei Meter Dreißig" von Jacqueline Scheiber ist ein sehr intensiver, emotionaler Roman zum Thema Verlust. Es handelt von einem jungen Paar, das eine glückliche Beziehung führt bis eines Tages einer der beiden leblos im Bett liegt. Jacqueline Scheiber schafft es, sehr einfühlsam zu beschreiben, wie es ist, wenn die Zeit stehen bleibt, einen das Gefühl der Ohnmacht überkommt und man mit dem Verlust eines geliebten Menschen klar kommen muss. Sie erzählt von der unglaublichen Angst vor dem Danach, von heftigen Gefühlen und einem Labyrinth, in dem man in einer solchen Situation herumirrt. Ich mochte den poetischen Ton des Romans und die leider viel zu kurze Liebesgeschichte von Klara und Balázs sehr.
Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein
Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein dreimeterdreissig von Jacqueline Scheiber war für mich ein Buch, das Zeit brauchte. Nach Seite 46 habe ich es erst einmal weggelegt und lange nicht mehr angerührt. Erst als ich mir vorgenommen habe, alle begonnenen Bücher endlich zu Ende zu lesen, habe ich neu angesetzt — und plötzlich den Zugang gefunden, der mir zuvor gefehlt hatte. Mit dem Sonnen Esser hatte ich anfangs ein echtes Problem. Er wirkte für mich eher störend als notwendig. Doch im Laufe der Geschichte habe ich mich mit ihm angefreundet, auch wenn er für mich nicht entscheidend für die Handlung war. Er blieb eher ein atmosphärisches Element als eine Figur, die ich gebraucht hätte. Jacqueline Scheiber erzählt eine Liebe in einer ganz eigenen, zarten und zugleich präzisen Sprache. Von Seite zu Seite hat sie mich stärker gepackt, fast unmerklich, bis ich völlig in dieser besonderen Erzählweise versunken war. Ich freue mich auf alles, was sie noch schreiben wird — auch wenn ich das Gefühl habe, dass dreimeterdreissig ein einmaliges Buch bleibt. Schön und traurig zugleich, auf eine Weise, die man nicht so schnell vergisst.

Ich check es irgendwie nicht so richtig. Eigentlich ist es eine Liebesgeschichte, die dann aber viel zu viel von mir will. Politik, Gesellschaft, Familie, Tod, Verlust, Krankheit, Psyche und dann die übernatürliche Ebene. Emotional ist bei mir nicht viel hängen geblieben. Den Schreibstil mochte ich.
"Er hatte verstanden, dass ihr etwas fehlte, von dem er nicht wusste, was es genau war, aber er hatte entschieden, dass er es ausgleichen konnte." (S. 177) Schon als Kind hatte Klara sich mit ihrem eigenen Tod beschäftigt - oder vielmehr mit der Frage, welche zu betrauernde Lücke sie wohl hinterlassen würde. Doch jetzt liegt ihr Freund reglos im Bett und Karla läuft planlos durch die gemeinsame Wohnung. In Selbstgesprächen und Übersprunghandlungen sucht sie nach ihrem rationalen Ich, das ihr abhandengekommen scheint, weil sie ihren Emotionen zu viel Raum gegeben hat. So ist es doch: "Es war alles in Ordnung, bevor du kamst." Immer hatte sie alles im Griff und unter Kontrolle - vor allem ihre Gefühle. Aber Balázs hatte alles auf den Kopf gestellt. Ein gemeinsamer Heimweg nach einer Party – vielmehr brauchte es nicht, damit die Funken zwischen ihnen schlugen. Doch so rasant die Verliebtheit in Klara hineinfuhr, so unruhig machte es sie. Wolke 7 hält sie nicht gut aus, denn Liebe bedeutet gleichzeitig Verletzlichkeit! Immer wieder stolperte Klara in ihren Beziehungen und Freundschaften über ihr emotionales Unvermögen. Sie hat "die emotionale Antarktis für sich gepachtet", so ihre Freundin Jasmin. Was aber, wenn das Leben plötzlich einen Cut macht? Wenn die Momente eines Anfangs zu großen Erinnerungen werden, die für immer bleiben und deren Gewicht man erst im Rückblick erkennt? Und was, wenn es dann zu spät ist? Dieses erste Jahreshighlight 2025 war für mich ein emotionaler Wirbelsturm. Es zeigt, warum wir manchmal Angst haben vor der Liebe: Mit ihr haben wirklich etwas zu verlieren. Balázs' Suche nach einem Zuhause - für sich und sein Herz - und Klaras zögerlicher Mut, die Liebe zuzulassen, machen diesen Roman zu einer bewegenden Geschichte über Nähe, Verlust und die schwierige Kunst, sich selbst und anderen zu vertrauen. Doch es geht auch um Klassenunterschiede und Privilegien sowie die Tatsache, dass wir unsere Herkunft nicht unsichtbar machen können. Besonders berührt haben mich die langen Spaziergänge der beiden, während derer sie sich im Laufen ihr Leben und ihre Geschichte erzählen und Klara dem zugezogenen Balázs ihr Wien näherbringt. Es ist eine Reise in die jeweilige Vergangenheit des anderen - die Basis für echte Vertrautheit. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die einen sanft und voller Wärme, in die man sich hineinlegen möchte. Die anderen kalt schwitzend wie in einem Fiebertraum - ein entsprechend sureales Schauspiel, das Jaqueline Scheiber damit in ihrem Debütroman "Dreimeterdreißig" inszeniert. Die Aufmachung des Buches - Cover, Farbschnitt und Layout der Seiten - interpretieren die Geschichte auf künstlerische Weise. Ein Band, das für so vieles stehen kann: von Verbindung über Enge bishin zum Riss. Gegensätze, die ineinandergreifen und trotzdem sichtbar bleiben. Die Kapitelüberschriften ergeben ein Gedicht von Lydia Daher, das am Ende des Buches abgedruckt ist. Ich habe alles an diesem Roman geliebt und Caroline Wahl bringt es für mich auf den Punkt: "[W]eil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist.
Es ist, wie es nun einmal sein konnte. Jaqueline Scheiber erzählt hier die Geschichte einer Beziehung von ihrem Ende her - wobei die Liebe auch irgendwie noch weiter geht. Wir lernen Klara und Balázs kennen und verfolgen, sie sie sich kennenlernen. Bis zu dem Moment in dem sich alles ändert und darüber hinaus.
Was bleibt, wenn der Mensch, mit dem man sein Leben teilt, plötzlich nicht mehr da ist?
*Büchergilde-Edition* „Dreimeterdreißig“ von Jaqueline Scheiber erzählt die Geschichte von Klara und Balázs – einem Paar, mitten im Leben. Und dann passiert das Unvorstellbare: Klara wacht auf und Balázs liegt neben ihr im Bett. Tot. Von diesem Moment an entfaltet sich ein sehr intensiver, fast kammerartiger Roman zwischen Gegenwart und Erinnerung. Während die Zeit in dieser einen Nacht stillzustehen scheint, tauchen wir gleichzeitig in Rückblicke ein – in das Kennenlernen, die Beziehung, die kleinen Momente, die plötzlich so groß werden. Besonders berührt hat mich, wie nah man Klara kommt. Ihre Gedanken, ihr Nicht-Verstehen-Wollen, dieses Gefühl von Schock und Überforderung – das war für mich sehr greifbar. Auch die Beziehung zwischen ihr und Balázs wird Stück für Stück lebendig, mit all ihren Facetten, Stärken und Brüchen. Der Schreibstil ist dabei sehr besonders: ruhig, poetisch, stellenweise fast zart – und gleichzeitig voller Schwere. Man merkt, wie viel zwischen den Zeilen passiert. Gleichzeitig gab es für mich auch Momente, die mich etwas auf Distanz gehalten haben. Gerade in der Gegenwart, in dieser einen Nacht, war mir Klaras Verhalten teilweise schwer zugänglich und für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch einige Passagen wirkten auf mich eher vage, fast ein bisschen kryptisch – da hätte ich mir stellenweise mehr Klarheit gewünscht. Man sagt ja, manche Bücher berühren einen mehr, wenn sie einen zum richtigen Zeitpunkt finden. Hier habe ich mich gefragt, ob es für mich vielleicht nicht dieser Moment war – oder ob es für solche Geschichten überhaupt einen „richtigen“ Zeitpunkt gibt. Und trotzdem: Dieses Buch ist etwas besonderes. Es ist keine klassische Liebesgeschichte – sondern eine über Verlust, Erinnerung und das Weiterleben, wenn plötzlich alles wegbricht.

Mich hat die Geschichte leider nicht abgeholt. Ich bin nicht wirklich mit reingekommen und dann war die Geschichte auch schon wieder vorbei. Mit den Protagonisten bin ich auch nicht warm geworden. Ich habe mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr Gefühle, weniger Nüchternheit. Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Ich warte gespannt auf weitere Romane von Jaqueline Scheiber.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Ein ungleiches Paar, eine Altbauwohnung und eine Nacht, die alles verändert. Ein schmerzhaftes und wunderschönes Buch über die Liebe, das Leben und was bleibt
Drei Meter dreißig, so hoch sind die Wände der Wiener Altbauwohnung, in der Klara und Balázs leben. Zwischen knarzendem Parkett und weit geöffneten Flügeltüren sind sie gerade dabei, sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Doch eines Nachts verändert sich alles, Balázs liegt reglos im gemeinsamen Bett und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? Wer ist man, wenn man seine Heimat verlassen hat und eine fremde Sprache spricht? Zählt die Geschichte – oder vielleicht nur eine Kaffeetasse im Spülbecken, ein letzter Blick in den Spiegel? Und wenn all das entgleitet, kann man die Zeit anhalten?
Ein intensives, bildreiches Kammerspiel, das tief in die existenziellen Fragen des Lebens eintaucht, von der Liebe erzählt und der Unfähigkeit, sie zu verlieren. Ein Buch, das erdet und zugleich schwerelos werden lässt.
»Ich hasse diesen Roman, weil er so wehtut. Und ich liebe ihn, weil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist.« Caroline Wahl
»Jaqueline Scheiber lässt uns alles fühlen. Dieses Debüt ist gewaltig!« Eva Reisinger
»Wenn Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein miteinander tanzen. Dann sind wir mittendrin in Jaqueline Scheibers Kunst!« Manuel Rubey
Book Information
Author Description
Jaqueline Scheiber, 1993 geboren, im Burgenland aufgewachsen, lebt und arbeitet in Wien. Als Minusgold bekannt geworden, studierte sie Soziale Arbeit und arbeitete bis 2022 mit Suchterkrankten sowie im Kinder- und Jugendschutz. Nach zwei plötzlichen Todesfällen im engsten Umfeld setzte sie sich öffentlich mit junger Trauer auseinander und war Mitbegründerin des Young Widow_ers Dinner Club. Sie veröffentlichte vier Bücher, u. a. »Ungeschönt« (Piper 2023) und »Offenheit« (Kremayr & Scheriau 2020). »Dreimeterdreißig« ist ihr erster Roman.
Posts
Der Roman erzählt im Prinzip eine schöne Liebesgeschichte, die leider nach viel zu kurzer Zeit endet. Die Geschichte kommt sehr leise daher. Ich mochte Balasz sehr. Jeder der beiden Akteure hat so ein Päckchen im Leben zu tragen gehabt. Der Schreibstil war sehr geradlinig, sobald aus Balasz‘ Perspektive erzählt wurde. Sobald die Perspektive zu Klara gewechselt ist, war die Erzählweise sehr unausgeglichen und hektisch. Es gab einige schöne Metaphern in diesem kurzen Buch.
"Was wusste das Licht vom Ende, fragte sich Klara. Jeden Morgen überwand es die Finsternis. Jeden Abend gab es sich geschlagen. Und heute? Heute war alles anders." "Sie sah ihn gerne an, seine großen dunklen Augen, die seine Wärme und Zugänglichkeit unterstrichen, sein Gesicht war wie ein Tag im Spätherbst, so unmittelbar und hell, dass darin nur Gegenwart stattfinden konnte. Er wirkte zu weich, um jemals mit der Härte in Berührung gekommen zu sein." "Dieses Gemeinsamsein. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie eine so grundlegende Veränderung herbeiführte, alles zuvor war ihr schlichtweg widerfahren." "Es war alles in Ordnung, bevor du kamst. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich atmen kann, wenn du nicht da bist, wie bescheuert ist das." "Und mit einem Schlag war es ganz still geworden. Stiller - als der Moment, bevor man jemanden das erste Mal küsste. Stiller als ein Sonnenaufgang über den Feldern der Kindheit. Stiller als das Warten auf schlechte Nachrichten. Stiller als unter Wasser. Es war die Art von Stille, die man überall anders vermutete, aber niemals im eigenen Leben." Ein ganz besonderes Buch über die Liebe, Akzeptanz, Verdrängung und Verarbeitung. Und darüber, was passiert, wenn ein geliebter Mensch geht, wenn die Ordnung des eigenen Lebens aus den Fugen gerät. Nichts ist mehr, wie es sein sollte. Ein sehr kraftvolles, intensives Romandebüt von Jaqueline Schreiber, das eine kleine Weile gebraucht hat, bis es mich gehabt hat. Aber dann konnte ich es nicht mehr weglegen und war komplett eingetaucht in die Geschichte von Klara und Balazs. Deswegen gibt's von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Dreimeterdreissig von Jaqueline Scheiber mit dem wunderschönen Cover in meinen Lieblingsfarben ist ein außergewöhnliches Buch, das man langsam und mit Genuss konsumieren sollte. „Das Glück war nur eine Pacht mit Ablaufdatum.“ (S. 23) Klaras und Balázs‘ Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart findet Klara Balázs eines Morgens leblos im Bett vor. Sie ist wie gelähmt und weiß nicht, was sie tun soll. Dann klingelt es, und der Sonnenesser erscheint. Auf der zweiten Zeitebene erfahren wir, wie Klara und Balázs sich kennengelernt und verliebt haben und ein Paar geworden sind. Balázs ist einige Jahre zuvor aus Ungarn nach Wien gekommen, wo er als Bühnentechniker arbeitet, Klara ist erfolgreiche Architektin. Er hatte eine glückliche Kindheit in einer großen Familie, sie war Einzelkind, ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie zwölf war, ihre Mutter heiratete erneut und bekam Frederik, den Klara über alles liebt und zu dem sie ein enges Verhältnis hat. „Balázs‘ ungarische Identität hatte Farbe, Geschmack, eine Gewohnheit, Melodie und Lautstärke. Klaras Aufwachsen war eine eindimensionale Schablone, ein austauschbares Klischee.“ (S. 158) Wir erfahren viel über die Geschichte Ungarns nach der Wende und darüber, wie Balázs Wien entdeckt, das sich sehr von seinem Heimatdorf unterscheidet. Klara habe ich als psychisch labil und beinahe depressiv wahrgenommen, Balázs‘ Liebe war für ihre Seele die beste Therapie. Klaras Trauer und der Versuch, den Verlust ihrer großen Liebe zu verarbeiten, hat mich schier überwältigt. Von mir eine große Leseempfehlung für diesen großartigen Trauer- und Liebesroman. Wer kommt hinter das Geheimnis der Überschriften?
Balázs liegt regungslos da - ist er tot? So fängt dreimeterdreißig an, ein wenig wirr. Ich hab nicht gleich verstanden, was Klara da macht. Wenn er regungslos daliegt, warum ruft sie nicht den Krankenwagen? Und warum macht sie sich erst mal einen Tee? Und mit wem redet sie da? Der Sonnenesser? Gibt es den wirklich? Das Buch wechselt zwischen dem Jetzt und den Rückblicken. Im Jetzt ist Klara in der Altbauwohnung, in die Balázs und sie vor kurzem eingezogen sind. Es ist Nacht und er liegt regungslos da. Sie tigert durch die Wohnung und kommt erst mal nicht klar. Und die Rückblicke erzählen, wie sie sich kennengelernt haben. Dass Klara vor Balázs die Männer eher auf Distanz gehalten hat oder besser gesagt alle Menschen, bis auf ihre Freundin Jasmin. Balázs, der aus Ungarn nach Österreich zum Arbeiten gekommen ist, eher zurückhaltend und anpassend. Und mit Klara ein neues Leben anfangen möchte. Hier wurde mir eine andere Seite zum Thema Tod gezeigt. Der Moment, wenn es passiert und der Umgang mit diesem Zustand. Dieses wirre, unbegreifliche und zerstreute; nicht wahrhabenwollen. Auch wenn ich die ganze Zeit dachte: „Jetzt ruf doch endlich mal jemanden an!“, hab ich auch verstanden, dass Klara versucht, die Wahrheit hinauszuzögern. Es nicht real machen will, es noch in ihren vier Wänden aufbewahren möchte. In den Rückblicken hab ich ein wenig was von Ungarn dazugelernt, Parallelen zu dem Herkunftsland meiner Eltern erkannt, die auch im Kommunismus aufgewachsen sind. Wie es ist, nicht nur in ein anderes Land anzukommen, sondern auch in einem anderen System, mit anderen Wertvorstellungen und einer anderen Sprache. Intensiv und melancholisch. S.23 „Und dieses Ende, Klara ahnte es, war unwiederbringlich und ein Zustand, der keine Tür offen ließ, schon gar keine Schlafzimmertür. Ende, das waren zweiunddreißig Schritte zwischen Küche und Schlafzimmer und einundzwanzig Knarzgeräusche auf dem alten Parkett zwischen Leben und etwas anderem. Das Glück war nur eine Pacht mit Ablaufdatum.“ S.51 „Klara liebte Jasmin dafür, so klar auf die Dinge zu blicken. Obwohl sie sprunghaft und impulsiv war, hatte sie genaue Prinzipien, nach denen die Dinge abzulaufen und wie lange sie zu dauern hatten. Natürlich gab es innerhalb dessen Abweichungen, aber im Grunde war Jasmins Vorgabe eine sinnvolle Orientierung. Sie war einer der Menschen, die Halt boten, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger zu hantieren.“ S.78 „Balázs fand, dass andere Sprachen viel härter klangen als seine Muttersprache. Vor allem das Deutsche hinterließ in ihm stets ein Gefühl der übertriebenen Ernsthaftigkeit. Es wurde direkt und karg im alltäglichen Gebrauch eingesetzt, wie eine Sprache, die unmittelbar vor die Füße des Gesprächspartners knallte und wenig Interpretationsspielraum ließ. Wohingegen im Ungarischen die Laute und Endungen sprichwörtlich über die Zunge tanzten.“ S.109 „Anders als mit ihren Freundinnen hatte sie es nie darauf angelegt, mit einem Partner zu verschmelzen. Sie fand Nähe und Intimität in vielen Dingen, in Freundschaften oder kurzen Affären, manchmal auch in einer ausgelassenen Clubnacht, aber nicht in romantischen Beziehungen. Sie wollte nicht in diese Achterbahn an Gefühlen gezogen werden, abhängig von der Tagesverfassung des anderen sein.“
Ein Roman über das Davor, das Danach und das Dazwischen.
Ein Kammerspiel, eine Liebesgeschichte. Eine Geschichte über das Leben, über den Tod. Die Autorin erzählt sprachlich fein und wechselt zwischen Kitsch, harter Realität und surrealen Szenen, bleibt dabei immer ganz nah bei ihren Figuren. Beeindruckend!
Dies ist eins der schönsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Im ersten Kapitel stirbt Klaras Partner, mit dem sie gerade zusammengezogen ist, jung und überraschend in dem Zimmer mit dreimeterdreißig hohen Wänden. In der Folge geht es um ihre unmittelbaren Reaktionen und Gedanken, ihr teils irrationales Verhalten. Außerdem erfahren wir in Rückblenden, wie sich die Beziehung zwischen beiden entwickelt hat und lernen auch die Freundin und den jüngeren Bruder von Klara kennen. Besonders fand ich, dass Klara eher kühl und distanziert auf andere wirkt, durch die Beschreibung ihrer Beziehungen zu anderen Menschen aber auch viel Zärtlichkeit transportiert wird. In ihrer Verschlossenheit begegnet sie anderen Menschen, die an ihr dran sind und bleiben und das habe ich beim Lesen als sehr ermutigend empfunden. Es ist ein sehr schön gestaltetes Buch mit wirklich literarischer Sprache und einer sehr einfühlsamen Art über Trauer zu erzählen.
Literarisch meisterlich geschrieben.
Viele Worte möchte ich gar nicht sagen, da es sonst zu sehr spoilern könnte. Ein Buch das sehr nachdenklich macht. Es geht um ein Gefühl der Verdrängung, ich habe dieses Gefühl während dem lesen sehr nah spüren können. Den Sonnenesser finde ich sehr interessant, wir haben hier in der Stadt selbst so eine Person, sehr spannend. Durch die Buchvorlesung mit der Autorin habe ich da auch ein paar Easter Eggs erfahren.

Eine Tragödie ohne Resonanz
Schon früh im Roman wurde deutlich, dass mich weder das zentrale Ereignis noch die Figuren wirklich erreichen. Die Handlung bleibt insgesamt sehr dünn, und die Figuren bleiben emotional schwer zugänglich. Selbst die tragischen Ereignisse entfalten dadurch kaum Wirkung. Mir fehlte echte Empathie oder Nähe zu den Charakteren. Am Ende war mir ihr Schicksal ehrlich gesagt ziemlich egal.

etwas verwirrend teilweise, aber dennoch sprachlich sehr toll und relatable ❤️🩹
Auch wenn die Wände in meiner neuen Wohnung tatsächlich etwas höher sind, hat mich „Drei Meter Dreißig“ schon direkt durch den Klappentext gepackt, wo die Rede von einer Altbauwohnung und dem Zerfall einer Beziehung ist- war halt einfach (leider) schon sehr relatable. Dass das Cover außerdem wunderschön ist, darüber brauchen wir nicht zu reden. Es ist ein intensives, sprachlich besonders gestaltetes Buch über Liebe, Verlust und die Fragen, die das Leben stellt, wenn alles ins Wanken gerät. Die Geschichte von Klara und Balázs, die in einer Wiener Altbauwohnung leben, wird von einem dramatischen Wendepunkt überschattet: Balázs liegt reglos im Bett, und Klara muss sich mit dem Verlust und ihrer eigenen Identität auseinandersetzen. Ich muss sagen, dass es mir anfangs etwas schwer fiel, in die Geschichte einzutauchen und mich mit Klara zu identifizieren, viele ihrer Handlungen/ Gedanken waren schwer nachvollziehbar für mich. Da die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird und man immer wieder durch Zeitsprünge neue Erkenntnisse über die Beziehung der beiden erhält, kann es anfangs auch etwas verwirrend sein. Dennoch würde ich eine Leseempfehlung für „Drei Meter Dreißig“ aussprechen- wenn man dafür bereit ist. Sprachlich fand ich es sehr besonders und habe wirklich viel markiert. Die Fragen zu Liebe und Verlust sind universell (für mich persönlich auch auf Trennungen anwendbar, nicht zwangsweise nur mit dem Tod eines geliebten Menschen), und der Roman lässt die Lesenden über das, was bleibt, nachdenken, wenn alles zu entgleiten scheint. Daher, empfehle ich das Buch wie gesagt allen, die bereit sind, sich auf ein emotionales Erlebnis einzulassen und vielleicht gerade mit einer Trennung oder einem Verlust kämpfen. „Drei Meter Dreißig“ ist ein Buch, das Herzschmerz und Hoffnung auf einzigartige Weise vereint.

Ich wollte dieses Buch lieben und die Sprache hat mich sehr begeistert. So viele schöne und resondierende Zitate! Leider hat es mich erstaunlich kalt gelassen. Ich habe mehr Trauer erwartet als Schock. Ich konnte Klaras Verhalten nicht verstehen und hatte keinen Zugang zu ihr.
Ich habe selbst sehr jung Trauer erlebt und habe das Buch auch nach den Rezensionen mit Vorsicht angefangen. Vollkommen darauf vorbereitet, dass es mich mitnimmt und ich für 240 Seiten Tage oder Wochen brauche. Ich habe es in 1 1/2 Tagen gelesen, weil es sich schön lesen lässt und es zumindest mich nicht berührt hat. Nicht die Liebesgeschichte, bei der ich nicht verstanden habe, warum Balas Klara liebt. Nicht der Schock und nicht die kurz angesprochene Trauer. Vielleicht war es einfach nicht mein Buch über Trauer. SPOILER Das Kapitel aus Balas Sicht post mortem fand ich sogar pathetisch.
Klara und Balázs – Jaqueline Scheiber nimmt uns in Form der Ich-Erzählerin Klara mit in die intensive Geschichte ihrer Beziehung. In fragmentarischen Rückblenden erfahren wir vom leisen Annähern, vom Aufbau eines gemeinsamen Alltags in ihrer Wiener Altbauwohnung, von kleinen Krisen, bis hin zu ihrem unheilvollsten Tag - während in der Gegenwart alles still steht. Mit wunderschöner, sehr poetischer, metaphorischer Sprache nimmt die Autorin uns mit auf eine höchst emotionale Reise, die der Frage nachgeht, wie die Welt sich weiterdrehen kann, wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es war; wenn der Verlust zuschlägt und gefühlt nichts mehr bleibt. Und auch wenn die Fallhöhe zwischen anrührenden Rückblenden und schmerzhafter Gegenwart so hoch und die Tragik kaum zu übertreffen scheint, endet das Buch dennoch hoffnungsvoll. Denn „Es stimmt nicht, dass sich alles ewig verändert. Manches davon kann man behalten, um es wie abgekapselte Universen vor der Zeit zu schützen. Das ist die Wahrheit.“ (S.224) Mich haben die geschickte und feinsinnige Konstruktion sowie insbesondere die Bilder, die Jaqueline Scheiber zur Beschreibungen von Liebe und Beziehung nutzt, sehr begeistert. Diese sind so unglaublich gut und berührend – ohne kitschig zu sein, wie ich es bisher nur selten gelesen habe. Für mich war „dreimeterdreißig“ sicherlich keine leichte, aber eine sehr berührende, lehrreiche und hochemotionale Lektüre. Ganz besonders hat mich die wunderschöne Sprache sowie die geschickte Verwebung der Zeitebenen, die für mich nur im Wechselspiel ihre volle emotionale Wirkung entfalten konnten, begeistert. Ein beeindruckendes Buch!
Emotionaler Wiener Roman! Eine ungleiche Liebe, die abrupt ihr Ende findet - grandios erzählt! 🤩
Ein ungleiches Paar findet sich, verliebt sich, und am Ende ist einer tot. Jaqueline Scheiber erzählt mit ihrem ersten Roman die Geschichte einer aufkeimenden Liebe in Wien und wie sie abrupt endet. Sie wechselt die Perspektiven zwischen der Österreicherin Klara und dem Ungarn Balázs (wobei die Haupterzählerin Klara ist) und lässt eine tackende Uhr ablaufen, hin zu dem Zeitpunkt, an dem der Tod der Liebe Einhalt gebietet (das ist kein Spoiler, denn man erfährt in Kapitel 1 davon). Dabei springt die Autorin auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Doch erstmal von vorne. Unterschiedlicher hätte ihre Kindheit nicht verlaufen können - Balázs ist einem Umfeld aufgewachsen, in dem es keinerlei Anerkennung für Statussymbole gab, dafür wirkte die Prägung durch die ehemalige kommunistische Staatsführung in seiner Familie zu stark nach. Es zählte mehr die Funktionalität der Dinge - gekauft wurde, wenn etwas kaputt, oder nicht mehr reparabel war. Klara hingegen wuchs in einer wohlhabenden Familie auf - derlei begründete Sparsamkeit und Existenzängste waren und sind ihr fremd. Jaqueline Scheiber führt uns so unterschwellig (oder doch eher vordergründig?!) den auch heute noch vorherrschenden Klassismus vor Augen. Als ältester von drei Geschwistern (denen er nicht sehr nahe stand), war Balázs auch der erste, der Tritte, Ohrfeigen und Schläge durch seinen Vater einstecken musste - was erst weniger wurde, als seine Großmutter (Grüße vom Matriarchat) die Misshandlungsmarken entdeckte und dem Vater eine solch bedrohliche Ansage machte, dass er nun nur noch seinem Ärger Luft machte, ohne Spuren zu hinterlassen. Klara hingegen wuchs wohlbehütet auf - keiner legte Hand an sie und sie verband eine tiefe Geschwisterliebe zu ihrem Bruder Frederik. Auch ihr soziales Umfeld war und ist ein Auffangbecken für sie und vor allem ihre Freundin Jasmin steht ihr sehr nah: „Sie waren die gegenüberliegenden Extreme eines Spektrums, alle anderen dazwischen waren durchdeklinierte Formen ihrer Selbst.“ „Jasmin war eine dankbare Zuhörerin, denn sie begeisterte sich für die Geschichten anderer in einem Ausmaß, als wäre es ihr dadurch möglich, das Geschilderte selbst zu erleben. Ihre Freundschaft fußte auf der aufrichtigen beidseitigen Neugier.“ Doch auch in Klaras scheinbar heiliger Familienwelt war nicht alles eitler Sonnenschein: „Lange Zeit gab es nur sie, die Mutter und den Vater. Eine glückliche Kleinfamilie, untermauert durch alle gängigen Klischees. Ein abwesendes Familienoberhaupt, eine Frau neben ihm, die zumindest anfangs nicht viel hinterfragte und der es wichtiger war, wie sich die Tochter nach außen zeigte, als wie sie im Inneren fühlte, und die vierteljährlichen Ausflüge in die Kirche, um als anständige Bürger zu gelten.“ Als Architekt war ihr Vater viel unterwegs und lebte für seine Projekte - wenn ein solches kurz vor der Fertigstellung stand, blieb er völlig ungreifbar für sie. Sie arrangierte sich mit ihrer Mutter in vertrauter Zweisamkeit und „trotz aller Kompromisse und abgesteckten Wirkungsräume erschlaffte das Konstrukt der kleinbürgerlichen Familie und die Eltern gaben zu Klaras Überraschung nach zwölf Jahren Ehe die Scheidung bekannt. Den Auszug des Vaters bemerkte sie nur an fehlenden Barthaaren im Waschbecken und der stagnierenden Sammlung an Schlüsselanhängern und Plüschbären.“ Es dauerte nicht lange , bis ihre Mutter neue heiratete und ihr Bruder Frederik auf dem Weg war. Klaras Rebellion, wie auch ihre Gefühle, blieben, wie auch später im Leben mit Balázs, eher nach innen gerichtet. Frederik schloss sie schnell ins Herz - weigerte sich aber, den neuen Mann zu akzeptieren. Man kann einen Menschen und seine heutigen Verhaltensweisen nur vollends verstehen, wenn man weiß, wie er zu diesem Menschen geworden ist - demzufolge auch meine ausführliche Erläuterungen zum unterschiedlichen Aufwachsen und der Kindheiten von Balázs und Klara. „Klara war an diesem Abend geduldig neben ihm gesessen und hatte seinen Ausführungen gelauscht, sie war neidisch, mit welcher Herzlichkeit und Liebe er Momente seines Aufwachsens beschreiben konnte. Trotz allem. Neben den offensichtlichen Versäumnissen erahnte Klara eine zwischenmenschliche Tiefe, die sie stets vermisst hatte. Balázs‘ ungarische Identität hatte Farbe, Geschmack, eine Gewohnheit, Melodie und Lautstärke. Klaras Aufwachsen war eine eindimensionale Schablone, ein austauschbares Klischee.“ Klara ist beruflich erfolgreich als Architektin, eiferte ihrem Vater nach, doch struggelt in Liebesangelegenheiten und auch zunächst damit, sich ihrer Beziehung zu Balázs komplett hinzugeben, doch schließlich verliebte sie sich (er war da schneller) und alles nahm seinen Lauf: erste gemeinsame Momente, erste gemeinsame Wohnung und co - bis zum Tag X. „Dreimeterdreissig“ ist eine Reise, eine Reise hin zu einer aufblühenden Liebe und sie endet wie alle Reisen irgendwann enden, doch diese endet mit einem Knall und für immer. Ich habe die Reise, zu der mich Jaqueline Scheiber eingeladen hat, geliebt - mit all ihren Stationen, Bergen und Tälern, die wir sinnbildlich zusammen erklommen haben, mit ihren Ausflügen in die Gefühlswelten von Balázs und Klara, den lauen Sommerabenden, die wir zusammen genossen haben und dem Ende der Reise, das schmerzlicher nicht hätte sein können. Seid ihr bereit die Reise anzutreten?! Ich verspreche: Es lohnt sich! Ein gelungener erster Roman von Jaqueline Scheiber - den ich sehr gerne gelesen habe, von dem ich mir nur an der einen oder anderen Stelle etwas mehr psychologische Tiefe gewünscht hätte, bzw. ein Psychogramm von Klara und Balázs, denn ich wäre gerne noch mehr in ihre Köpfe und damit Gefühlswelten eingedrungen. Weiter so, Jaqueline Scheiber - ich bin gespannt, was als Nächstes kommt und eins ist sicher: Ich werde es auf alle Fälle lesen!
„Ehrlich gesagt glaube ich, dass das Leben nur deswegen so kostbar ist, weil es endet.“ (S. 214)
In Dreimeterdreißig lernen wir Klara und Balázs kennen. Die beiden wohnen in einer Wiener Altbauwohnung mit drei Meter dreißig hohen Decken. Sie möchten sich ein neues Leben aufbauen. Eines Nachts ändert sich alles für Klara, denn Balázs liegt reglos im Bett. Die Kapitelüberschriften sind so besonders, denn sie ergeben am Ende ein Gedicht von Lydia Daher. Auch der Schreibstil ist sehr kraftvoll und poetisch und nahm mich direkt mit auf eine Reise der Gefühle. Themen wie Liebe, Verlust und Verdrängung werden sehr gut beschrieben. Die Einblicke in Balázs Herkunftsland fand ich spannend, da sie mir einen neuen Eindruck in die Kultur gegeben haben. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, sodass es mir leicht fiel, mich in sie hineinzuversetzen. Scheibers Debütroman regt zum Nachdenken an und hallt auch nach Beendigung nach. Klare Leseempfehlung.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es sich bei diesem Roman eher um ein Kammerspiel handelt und das erklärt mir natürlich einiges. Denn ein Kammerspiel spielt immer an einem überschaubaren und klar abgegrenzten Schauplatz. Das ist eben die Wiener Altstadtbauwohnung, passend zum Titel dreimeterdreißig, denn die Wände sind so hoch. Auch konzentriert sich ein Kammerspiel auf wenige Figuren. Die Reduzierung trägt oft zu einem Gefühl der Klaustrophobie bei und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Schicksale, Psychologie und die innernen Konflikte der Figuren. Das hat die Autorin wunderbar rübergebracht, denn beim Lesen hatte ich auch ein bedrückendes Gefühl. Ich konnte mich aber mit der Protagonistin nicht identifizieren, ich fand sie einfach zu unnahbar und auch ihre Beziehung zu ihrem Partner oder in Freundschaften komisch. Daher hat mich das Buch auch ziemlich kalt gelassen, aber es hat mich dennoch viel zum Nachdenken angeregt, gerade was das Thema Beziehungen zwischen Freunden angeht. Die wechselnden Zeiten und Sichten haben es mir manchmal schwer getan zu wissen wo ich mich gerade befinde. Das Buch an sich ist eine totale Augenweide und wirklich richtig toll gestaltet. Der Inhalt war aber leider nichts für mich. Ich denke aber, dass es vielen anderen gefallen wird.
Jaqueline Scheiber legt mit „Dreimeterdreißig“ ein intensives, poetisches Debüt vor, das sich mit Liebe, Verlust, der Vergänglichkeit von Momenten und den existenziellen Fragen des Lebens auseinandersetzt. In einer Wiener Altbauwohnung mit meterhohen Decken entfaltet sich die Geschichte von Klara und Balázs – einem ungleichen Paar, das sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen will. Doch eine einzige Nacht verändert alles, und plötzlich steht Klara vor der Frage: Was bleibt von der Liebe, wenn das Leben endet? Klara ist eine Frau, die Kontrolle liebt, sich hinter ihrer emotionalen Unnahbarkeit verschanzt und Angst vor der Verletzlichkeit der Liebe hat. Balázs hingegen ist auf der Suche nach einem Zuhause – nicht nur physisch, sondern auch emotional. Ihre Beziehung beginnt stürmisch, in einer Mischung aus Anziehung und Unsicherheit. Scheiber beschreibt dieses fragile Gleichgewicht mit einer tiefen Sensibilität, die den Leser*innen Klara besonders nahebringt: eine Frau, die sich immer wieder an ihrer eigenen Gefühlswelt stößt. Die Kapitel werden mal aus Sicht von Klara, mal von Balász erzählt, die Erzählstruktur wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während die Rückblenden von den gemeinsamen Momenten der beiden erzählen – Spaziergänge durch Wien, Gespräche, zögerliches Vertrauen –, wirkt die Gegenwart wie ein fiebriger Zustand zwischen Schock, Trauer und der Suche nach Halt. Klara taumelt durch die Wohnung, spricht mit sich selbst, verliert den Boden unter den Füßen. Dieser Kontrast zwischen den Kapiteln verstärkt die emotionale Wucht des Romans: mal warm und vertraut, mal kalt und surreal. Scheibers Sprache ist bildreich und melancholisch, oft schmerzhaft präzise. Sie zeichnet ihre Figuren nicht als idealisierte Liebende, sondern als Menschen mit Brüchen, Ängsten und Unsicherheiten. Besonders stark ist ihre Fähigkeit, Atmosphäre zu schaffen. Die Wiener Altbauwohnung wird fast zu einem eigenen Charakter, ein Ort voller Erinnerungen, der Geborgenheit und Enge zugleich vermittelt. Es wird aber nicht nur die persönliche (Liebes-)Geschichte von Klara und Balázs verhandelt, sondern auch gesellschaftliche Themen wie Klassenunterschiede und Privilegien angeschnitten. Balázs, der in ein fremdes Land gezogen ist, kann seine Herkunft nicht unsichtbar machen – und diese Erfahrung prägt seine Beziehung zu Klara ebenso wie seine eigene Identitätssuche. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Dreimeterdreißig“ ist ein Buch, das einen emotional durchrüttelt. Es erzählt nicht nur von der Liebe und ihrem Verlust, sondern auch von der Schwierigkeit, sich selbst und anderen zu vertrauen. Jaqueline Scheiber gelingt ein Roman, der poetisch, intensiv und tief bewegend ist. Wer Geschichten liebt, die zwischen Melancholie und Hoffnung schweben, wird sich in diesem Roman wiederfinden. Ein echtes Highlight – wunderschön und schmerzhaft zugleich! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Good to know: Die Kapitelüberschriften ergeben das Gedicht „Für Dich“ von Lydia Daher, das am Ende des Buches komplett abgedruckt ist. 💙🩷 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #wassilkeliest #jaquelinescheiber #dreimeterdreißig #leykamverlag @jaquelineschreiber @leykamverlag @wolkenlosagentur @buch_contact #liebe #verlust #vergänglichkeit #debütroman #debüt #lydiadaher #fürdich #lesehighlight #frauenlesen #wereadindie #ilovebooks #buchtipp #lesenlesenlesen #bücherliebe #bücherwurm #lesezeit #leseratte #lesenmachtsüchtig #lesenistliebe #lesefreude #neverstopreading #daslesenistschön #ausliebezudenbüchern #lesenmachtglücklich #makereadinggreatagain

Sprachlich stark
Ein wenig schwergetan habe ich mich mit dem Buch. Ich wusste nicht immer, wann etwas passiert. Es ist in Rückblenden erzählt und ich war wirklich verwirrt, was mit Klaras Partner nun passiert ist. Die große besondere Liebe zueinander wird spürbar und in starken Worten, tollen Sätzen und Wärme erzählt. Am Ende hat es mich sehr berührt.
Uff, irgendwie habe ich mich mit dem Buch echt schwer getan. Das lag überwiegend an der Protagonistin, die ich als sehr unnahbar empfunden habe. Ja, wahrscheinlich würde ich mich in Klaras Situation ähnlich fühlen. Allerdings hat dieser Umstand dazu geführt, dass mich das Buch nicht erreichen bzw. berühren konnte. Erst im letzten Drittel ist es mir gelungen, eine Verbindung zu Klara aufzubauen, Gefühle und Emotionen nachzuempfinden und den Schmerz zu fühlen. Das Buch hatte aber auch gute Momente. Der Kennlern-Geschichte von Klara und Balázs bin ich z.B. gerne gefolgt, ebenso dem beschriebenen Málaga Urlaub, weil ich die Plätze und Orte schon selbst besucht habe und bildlich vor mir sehen konnte. Balázs war Klara immer eine tolle Stütze, ein Wegbegleiter, eine Bereicherung für ihr Leben. Kurz gesagt: Balázs hat Klara geerdet. In Jasmin hat Klara eine verständnisvolle und geduldige Freundin gefunden. Auch ihren Bruder Frederik habe ich über die Seiten hinweg ins Herz geschlossen. Das Setting in Wien hat Erinnerungen in mir geweckt und wirklich gut zu Klara und Balázs gepasst. Insgesamt bin ich eher unentschlossen, wie ich das Buch bewerten soll. Wie gesagt: Die Protagonistin schien mir emotional wenig erreichbar. Ich bin erst spät warm mit ihr geworden. Hinzu kommt, dass ich den Schreibstil von Jaqueline Scheiber als schwerfällig empfand. Ich bin beim Lesen immer wieder ins Stocken geraten. Die Kapitelüberschriften haben mich verwundert. Erst zum Schluss habe ich verstanden, dass sie ein Gedicht von Lydia Daher ergeben. (Das Gedicht ist am Ende des Buches abgedruckt.) Cover und Klappentext sind gelungen und machen neugierig, die Geschichte selbst konnte mich aber leider nicht gänzlich in den Bann ziehen. Eine kleine Enttäuschung bleibt also.
Klara und Balázs, ein Paar in seinen Dreißigern, das im schicken Altbau wohnt, Deckenhöhe: dreimeterdreißig. Sie Architektin, er Bühnentechniker am Theater. Sie Wienerin durch und durch, er aus Ungarn stammend. Eines Nachts beginnt für Klara ein Alptraum, den sich keine*r von uns vorstellen möchte - Balázs liegt im Bett und atmet nicht mehr. Ausgehend von dieser Situation lesen wir nun abwechselnd zum einen, wie Klara mit der Situation umgeht, über die Dauer dieser einen Nacht hinweg und zum anderen in Rückblenden vom Kennenlernen und der Beziehung der beiden. In diesen Kapiteln fiel es mir richtig leicht, mir ein Bild von Klara und Balázs zu machen und hatte irgendwann das Gefühl, die beiden wirklich gut zu kennen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Ich mochte den tiefen Einblick in das Leben und die Charaktere der beiden und habe Jaqueline Scheibers Schreibstil dabei sehr genossen. Die Kapitel, die sich mit besagter Nacht befassen, fand ich da etwas weniger zugänglich. Klaras Verhalten ist sehr irrational. Sie möchte die Tatsache, dass Balázs da leblos liegt nicht wahrhaben und versucht es zunächst mit Ignoranz. Das hat mich unheimlich gestört. Natürlich verhält man sich in so einer Situation nicht unbedingt rational, aber dass man zum Beispiel versucht Hilfe zu holen, sollte schon der Weg sein, den man einschlägt. Außerdem waren ein paar Punkte irgendwie nicht so richtig verständlich für mich, fast schon kryptisch. Zum Beispiel ist da eine "Person", deren Dasein ich bis jetzt nicht verstanden habe. Für mich hätte es in diesen Parts etwas "klarer" zugehen dürfen. Aus diesem Grund war das Buch für mich leider nicht ganz so ein Highlight wie für viele andere Leser*innen, wenndoch ich Jaqueline Scheibers Schreibstil unglaublich gerne gemocht habe und die Thematik wirklich wichtig finde und es definitiv an der Zeit war, dass sich damit mal jemand auseinandersetzt.

Ich brauchte die gesamte erste Hälfte des Buches um wirklich reinzukommen, zum Teil weil ich Angst davor hatte, was noch kommt. Dieser Roman kommt nämlich mit einer leisen Wucht daher und der Schmerz der Figuren ist kräftig gezeichnet. Balazs und Klara wirken so echt und greifbar. Manchmal wirkte der Stil gezwungen künstlerisch und sprachlich gibt es einige Unebenheiten. Die zweite Hälfte und insbesondere das Ende haben mich sehr berührt. Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.
Eine Frau verliert ihren Partner und erinnert sich....
...wie sie sich kennenlernten, sie zum ersten Mal seine Familie traf, was für ein Glück er für sie war. Er machte sie zu einem besseren Menschen. Ohne Übertreibung, denn sie kann nicht gut mit Menschen, hat z.B. nicht viel Empathie. Und dann ist alles auf einmal anders Die weibliche Protagonistin ist ein schwieriger Charakter und war mir unsympathisch. Die letzten Seiten konnten mich aber umstimmen und haben das Ganze gerettet
Wie kann etwas zugleich so schmerzhaft und so zart sein?
Jaqueline Scheiber erzählt die Geschichte von Klara und Balázs, die als Paar in einem Wiener Altbau wohnen. Ihr Zuhause, ihr Rückzugsort, ihr Hafen, in dem sie gerade erst ihr gemeinsames Leben beginnen. Doch schlagartig zerbricht diese Blase und die dreimeterdreissig hohe Decke scheint Klara zu erdrücken. Balázs liegt reglos im Bett, atmet nicht mehr und alles in diesen vier Wänden ist still und schreit Klara gleichzeitig Erinnerungen entgegen. „Eine Lücke, die die Größe der Dinge erst bemerkbar machte, als wäre die Summe all der geringgeschätzten Handgriffe das, was ein Leben ausmachte. Oder ihr Fehlen.“ Schon die ersten Seiten hinterlassen einen dicken Kloß im Hals. Ein Schicksalsschlag, dem man vermutlich gar nicht gewachsen sein kann, mit dem man dennoch weiterleben muss. Scheiber findet - die ganz persönliche Erfahrung dahinter in jeder Zeile spürbar - teils poetische, teils klare, aber immer ehrliche Worte und gibt den Emotionen und Gedanken Raum, die mit dem Verlust einer gemeinsamen Zukunft und dem Erinnern an die vergangene Liebe einhergehen können. Klara ist dabei keine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt, sondern die sich Stein für Stein wie ein Mosaik zusammensetzt und doch im Gesamten schwer greifbar bleibt. Ihr eigener Rucksack aus der Vergangenheit beeinflusst nicht nur die Beziehung zu Balázs und ihrer Freundin Jasmin, die Klara geduldig und mit Sanftmut lieben. Auch ihr Handeln im Moment des Schocks wird so nachvollziehbar. Das Buch ist nicht nur eine Geschichte über Trauer, Schmerz, Verlust und Liebe, sondern auch der Startpunkt für Klaras Reise zu sich selbst. So intensiv und schmerzhaft dieses Leseerlebnis auch war, so heilend war es doch auf eine gewisse Art und Weise. Große Leseempfehlung!
„Bevor mein Leben zu einem Davor und einem Danach wurde und deines endete.“
Die Geschichte von Klara und Balàzs, die in einer Wiener Altbauwohnung mit drei Meter dreißig hohen Decken wohnen. Ein ungleiches Paar, dass eine gemeinsame Zukunft aufbauen will. Bis eine Nacht alles verändert! Die Erzählstruktur wechselt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Der poetische Schreibstil, gefühlvoll und melancholisch und die bildhafte Sprache schaffen eine intensiv emotionale Atmosphäre! Neben der Beziehung der beiden, erhält der Leser einen Einblick in die Herkunft von Balàzs, gesellschaftliche Konventionen, Klassenunterschiede und Privilegien. Ein Buch über das Leben davor und danach aber auch über Liebe, Verlust und Hilflosigkeit. Der Charakter von Klara war mir an manchen Stellen zu unnahbar, daher fiel es mir teilweise schwer all ihren Gedanken zu folgen. Dennoch konnte ich mit Klara nachfühlen, was es bedeutet plötzlich mit dem Tod konfrontiert zu sein und wie es ist, mit der Trauer alleine zurückzubleiben. Die innere Zerrissenheit wurde authentisch und mit viel Feingefühl beschrieben. Die Kapitelüberschriften ergeben ein Gedicht von Lydia Daher, das am Ende des Buches abgedruckt wurde. „Was bleibt von der Liebe, wenn ein Leben endet?“

Die Liebe von Klara und Balász ist noch jung, als sie abrupt endet. Wir lesen von einer Nacht, in der Klara das Unmögliche erlebt und wir lesen davon, wie die Geschichte dieser zwei so unterschiedlichen Menschen begann und zu mehr wurde. Ein Roman, über einen Tod, der plötzlich alles ändert. Aber noch viel mehr: ein Roman über die Hoffnung von Zwei, die sich aufeinander einlassen.
Anders als erwartet
Ich hatte mir mehr „was bleibt, wenn ein Leben endet?“, wie im Klappentext versprochen erhofft. Eigentlich dreht es sich die meiste Zeit um die Vergangenheit und Geschichte von Klara und Balasz. Und teilweise um den Tag des Todes. Aber sonst nichts… Es ist gut geschrieben, weshalb ich trotzdem dran bleiben konnte, aber ich habe nicht das bekommen, was ich mir erhofft hatte
War nicht meins
Leider war das Buch nicht so meins. Der Aufbau war ok, aber die Kapitel in denen in der aktuellen Zeit geschrieben ist, haben mich jedesmal aufs Neue verwirrt. Auch die Rückblicke haben mich absolut nicht abgeholt. Ich mochte die Protagonistin auch nicht so. Alles in allem war es absolut nicht meins. 😩
🌟 Mein Highlight🌟
Ich habe "Dreimeterdreißig" in einem Tag gelesen. Nein – verschlungen! Ich konnte es nicht weglegen. Ich habe alles daran geliebt: das wunderschöne Cover, die Typografie, die Art der Kapitelüberschriften, diese perfekt gesetzten Zeitsprünge, die die Geschichte wie ein Puzzle zusammensetzen. Die Figuren sind so echt – mit ihren Unsicherheiten, Träumen, Gedanken. Die Gefühle fahren Achterbahn, aber ohne je kitschig zu werden. Der Schreibstil hat mich sofort gepackt: poetisch und präzise, berührend, nah. Die Mischung aus Schmerz und Liebe, aus Verlust und Verbundenheit hat mich tief getroffen. Ich habe beim Lesen gelacht, geschluckt, fast geweint. Das war für mich nicht nur eine Geschichte – es war ein Erlebnis. Ganz klar: Mein Lesehighlight des Jahres!
Ein ergreifendes Buch, dessen Ende mich sehr berührt hat. Es hat seine Längen, bleibt aber spannend bis zum Ende und ließ mich noch lange nachdenken. Caroline Wahl hat es passend auf dem Buchrücken zusammengefasst: "Ich hasse diesen Roman, weil er so wehtut. Und ich liebe ihn, weil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist." Das trifft es! Absolute Lese-Empfehlung 🥰
Unheimlich intensives und emotionales Buch, welches sich mit dem plötzlichen Verlust eines Partners, der Hilflosigkeit und Verzweiflungb die mit einhergehen, beschäftigt. Der Aufbau des Romans hat mich sofort in den Bann gezogen. Das Springen zwischen der Vergangenheit ( das Kennenlernen usw.) und dem Hier und Jetzt ( der Tod) hat bei mir von Seite zu Seite eine Achterbahn der Gefühle hervor gerufen. Zum Schluss war ich zutiefst betroffen. Und die Frage, die man sich stellt, wenn man seine große Liebe gefunden hat... Wie würde man selbst in solch einer Situation sein? Gänsehaut.
Berührend-tragische Liebesgeschichte, die mit dem Ende beginnt.
Mir hat die Liebesgeschichte von B und K sehr gut gefallen, die Aufteilung der Kapitel in Gegenwart und Vergangenheit- großartig miteinander verwoben, das Ticken der Uhr, das Gedicht als Kapitelüberschriften. Das hat mich alles sehr abgeholt, der Schreibstil fasziniert mich. Ich hatte etwas Schwierigkeiten, in den Lesefluss zu kommen, da ich mich zunächst nur schwer auf die Stagnation im Jetzt einlassen konnte. Und das Ende kam mir zu plötzlich, deshalb "nur" 4 Sterne. Auf jeden Fall absolut lesens- und empfehlenswert!
Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? - Ein sehr tiefgründiges, bewegendes Buch über das Leben, die Liebe und den Tod. 🥺
„Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? Wer ist man, wenn man seine Heimat verlassen hat und eine fremde Sprache spricht? Zählt die Geschichte - oder vielleicht nur eine Kaffeetasse im Spülbecken, ein letzter Blick in den Spiegel? Und wenn all das entgleitet, kann man die Zeit anhalten?“ - das beschreibt den Inhalt dieses Buches perfekt! 💗 Das Buch war wirklich super tiefgründig, bewegend und sorgte dafür, sich selbst zu reflektieren. 😊 Die Denkanstöße zum Leben allgemein, zum Zusammenleben als Paar und den Kleinigkeiten, über die man sich im Alltag wegen dem anderen mal ärgert, gingen mir wirklich nah. 🥲 Ich denke immer noch Tage, nach dem ich das Buch beendet habe, an die Geschichte und die Inhalte, die einem dort vermittelt wurden. Wirklich ein sehr gelungenes Buch, dass dazu anregt sich selbst, seine Lebenssituation und Partnerschaft zu reflektieren. Im Alltag erwische ich mich selbst dabei, dass ich dank diesem Buch darüber nachdenke, ob eine Sache X (im alltäglichen Zusammenleben mit meinem Partner) es nun wirklich wert ist, mich darüber aufzuregen oder ob genau das nicht die Sache ist, die ich tatsächlich im worst case irgendwann mal sehr vermissen werde. Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet?! 😭💔❤️🩹
bewegend, traurig, wunderschön...
... das sind Wörter die mir zu diesem Buch einfallen. Es war nicht so leichte Kost wie gewöhnlich aber ich genoss es so richtig einmal einen etwas ungewöhnlicheren Schreibstil als sonst zu konsumieren. Ich mochte den Schreibstil sehr und auch die Thematik an sich gab viel her. Es war auch eine Liebesgeschichte, wie ich sie gewöhnlich lese aber dann doch auch wieder nicht. Ich mochte die Komplexität sehr. Kann es nur empfehlen, sehr gut um aus einer Leseflaute herauszukommen.
Entweder man fühlt dieses Buch oder eben nicht…
Klara und Balazs bauen sich ein gemeinsames Leben in einer Wiener Altbauwohnung auf, nach einer Party erleidet Balazs plötzlich einen Herzstillstand. Der Roman erzählt sowohl den Abend, als das passiert, als auch die Kernlerngeschichte zwischen Balazs und der kühlen, distanzierten Klara. Erst einmal ist das Buch innen kunstvoll gestaltet, insbesondere weil die Kapitelüberschriften ein Gedicht ergeben. Ebenso kunstvoll sind einige Sätze und Passagen im Buch, sodass das Buch mir sprachlich sehr gefallen hat. Für mich hat inhaltlich die Kernlerngeschichte sehr viel Raum eingenommen und mich leider gar nicht gepackt. Vielleicht war sie dann doch zu episodenhaft, um mitzufühlen. Der andere Erzählstrang hat mich nur irritiert. Bis zuletzt besteht er nur aus Andeutungen und ich glaube, ich hätte gerne mehr über Klaras Verlust gelesen, aber nicht so. Auf jeden Fall habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was es mit dem Wettlauf auf sich hat, der im Klappentext erwähnt ist, denn eigentlich passiert ja genau das Gegenteil.
Intensiv, emotional, einfühlsam. 💔
„Und mit einem Schlag war es ganz still geworden. Stiller - als der Moment, bevor man jemanden das erste Mal küsste. Stiller als ein Sonnenaufgang über den Feldern der Kindheit. Stiller als das Warten auf schlechte Nachrichten. Stiller als unter Wasser. Es war die Art von Stille, die man überall anders vermutete, aber niemals im eigenen Leben." „Drei Meter Dreißig" von Jacqueline Scheiber ist ein sehr intensiver, emotionaler Roman zum Thema Verlust. Es handelt von einem jungen Paar, das eine glückliche Beziehung führt bis eines Tages einer der beiden leblos im Bett liegt. Jacqueline Scheiber schafft es, sehr einfühlsam zu beschreiben, wie es ist, wenn die Zeit stehen bleibt, einen das Gefühl der Ohnmacht überkommt und man mit dem Verlust eines geliebten Menschen klar kommen muss. Sie erzählt von der unglaublichen Angst vor dem Danach, von heftigen Gefühlen und einem Labyrinth, in dem man in einer solchen Situation herumirrt. Ich mochte den poetischen Ton des Romans und die leider viel zu kurze Liebesgeschichte von Klara und Balázs sehr.
Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein
Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein dreimeterdreissig von Jacqueline Scheiber war für mich ein Buch, das Zeit brauchte. Nach Seite 46 habe ich es erst einmal weggelegt und lange nicht mehr angerührt. Erst als ich mir vorgenommen habe, alle begonnenen Bücher endlich zu Ende zu lesen, habe ich neu angesetzt — und plötzlich den Zugang gefunden, der mir zuvor gefehlt hatte. Mit dem Sonnen Esser hatte ich anfangs ein echtes Problem. Er wirkte für mich eher störend als notwendig. Doch im Laufe der Geschichte habe ich mich mit ihm angefreundet, auch wenn er für mich nicht entscheidend für die Handlung war. Er blieb eher ein atmosphärisches Element als eine Figur, die ich gebraucht hätte. Jacqueline Scheiber erzählt eine Liebe in einer ganz eigenen, zarten und zugleich präzisen Sprache. Von Seite zu Seite hat sie mich stärker gepackt, fast unmerklich, bis ich völlig in dieser besonderen Erzählweise versunken war. Ich freue mich auf alles, was sie noch schreiben wird — auch wenn ich das Gefühl habe, dass dreimeterdreissig ein einmaliges Buch bleibt. Schön und traurig zugleich, auf eine Weise, die man nicht so schnell vergisst.

Ich check es irgendwie nicht so richtig. Eigentlich ist es eine Liebesgeschichte, die dann aber viel zu viel von mir will. Politik, Gesellschaft, Familie, Tod, Verlust, Krankheit, Psyche und dann die übernatürliche Ebene. Emotional ist bei mir nicht viel hängen geblieben. Den Schreibstil mochte ich.
"Er hatte verstanden, dass ihr etwas fehlte, von dem er nicht wusste, was es genau war, aber er hatte entschieden, dass er es ausgleichen konnte." (S. 177) Schon als Kind hatte Klara sich mit ihrem eigenen Tod beschäftigt - oder vielmehr mit der Frage, welche zu betrauernde Lücke sie wohl hinterlassen würde. Doch jetzt liegt ihr Freund reglos im Bett und Karla läuft planlos durch die gemeinsame Wohnung. In Selbstgesprächen und Übersprunghandlungen sucht sie nach ihrem rationalen Ich, das ihr abhandengekommen scheint, weil sie ihren Emotionen zu viel Raum gegeben hat. So ist es doch: "Es war alles in Ordnung, bevor du kamst." Immer hatte sie alles im Griff und unter Kontrolle - vor allem ihre Gefühle. Aber Balázs hatte alles auf den Kopf gestellt. Ein gemeinsamer Heimweg nach einer Party – vielmehr brauchte es nicht, damit die Funken zwischen ihnen schlugen. Doch so rasant die Verliebtheit in Klara hineinfuhr, so unruhig machte es sie. Wolke 7 hält sie nicht gut aus, denn Liebe bedeutet gleichzeitig Verletzlichkeit! Immer wieder stolperte Klara in ihren Beziehungen und Freundschaften über ihr emotionales Unvermögen. Sie hat "die emotionale Antarktis für sich gepachtet", so ihre Freundin Jasmin. Was aber, wenn das Leben plötzlich einen Cut macht? Wenn die Momente eines Anfangs zu großen Erinnerungen werden, die für immer bleiben und deren Gewicht man erst im Rückblick erkennt? Und was, wenn es dann zu spät ist? Dieses erste Jahreshighlight 2025 war für mich ein emotionaler Wirbelsturm. Es zeigt, warum wir manchmal Angst haben vor der Liebe: Mit ihr haben wirklich etwas zu verlieren. Balázs' Suche nach einem Zuhause - für sich und sein Herz - und Klaras zögerlicher Mut, die Liebe zuzulassen, machen diesen Roman zu einer bewegenden Geschichte über Nähe, Verlust und die schwierige Kunst, sich selbst und anderen zu vertrauen. Doch es geht auch um Klassenunterschiede und Privilegien sowie die Tatsache, dass wir unsere Herkunft nicht unsichtbar machen können. Besonders berührt haben mich die langen Spaziergänge der beiden, während derer sie sich im Laufen ihr Leben und ihre Geschichte erzählen und Klara dem zugezogenen Balázs ihr Wien näherbringt. Es ist eine Reise in die jeweilige Vergangenheit des anderen - die Basis für echte Vertrautheit. Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die einen sanft und voller Wärme, in die man sich hineinlegen möchte. Die anderen kalt schwitzend wie in einem Fiebertraum - ein entsprechend sureales Schauspiel, das Jaqueline Scheiber damit in ihrem Debütroman "Dreimeterdreißig" inszeniert. Die Aufmachung des Buches - Cover, Farbschnitt und Layout der Seiten - interpretieren die Geschichte auf künstlerische Weise. Ein Band, das für so vieles stehen kann: von Verbindung über Enge bishin zum Riss. Gegensätze, die ineinandergreifen und trotzdem sichtbar bleiben. Die Kapitelüberschriften ergeben ein Gedicht von Lydia Daher, das am Ende des Buches abgedruckt ist. Ich habe alles an diesem Roman geliebt und Caroline Wahl bringt es für mich auf den Punkt: "[W]eil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist.
Es ist, wie es nun einmal sein konnte. Jaqueline Scheiber erzählt hier die Geschichte einer Beziehung von ihrem Ende her - wobei die Liebe auch irgendwie noch weiter geht. Wir lernen Klara und Balázs kennen und verfolgen, sie sie sich kennenlernen. Bis zu dem Moment in dem sich alles ändert und darüber hinaus.
Was bleibt, wenn der Mensch, mit dem man sein Leben teilt, plötzlich nicht mehr da ist?
*Büchergilde-Edition* „Dreimeterdreißig“ von Jaqueline Scheiber erzählt die Geschichte von Klara und Balázs – einem Paar, mitten im Leben. Und dann passiert das Unvorstellbare: Klara wacht auf und Balázs liegt neben ihr im Bett. Tot. Von diesem Moment an entfaltet sich ein sehr intensiver, fast kammerartiger Roman zwischen Gegenwart und Erinnerung. Während die Zeit in dieser einen Nacht stillzustehen scheint, tauchen wir gleichzeitig in Rückblicke ein – in das Kennenlernen, die Beziehung, die kleinen Momente, die plötzlich so groß werden. Besonders berührt hat mich, wie nah man Klara kommt. Ihre Gedanken, ihr Nicht-Verstehen-Wollen, dieses Gefühl von Schock und Überforderung – das war für mich sehr greifbar. Auch die Beziehung zwischen ihr und Balázs wird Stück für Stück lebendig, mit all ihren Facetten, Stärken und Brüchen. Der Schreibstil ist dabei sehr besonders: ruhig, poetisch, stellenweise fast zart – und gleichzeitig voller Schwere. Man merkt, wie viel zwischen den Zeilen passiert. Gleichzeitig gab es für mich auch Momente, die mich etwas auf Distanz gehalten haben. Gerade in der Gegenwart, in dieser einen Nacht, war mir Klaras Verhalten teilweise schwer zugänglich und für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch einige Passagen wirkten auf mich eher vage, fast ein bisschen kryptisch – da hätte ich mir stellenweise mehr Klarheit gewünscht. Man sagt ja, manche Bücher berühren einen mehr, wenn sie einen zum richtigen Zeitpunkt finden. Hier habe ich mich gefragt, ob es für mich vielleicht nicht dieser Moment war – oder ob es für solche Geschichten überhaupt einen „richtigen“ Zeitpunkt gibt. Und trotzdem: Dieses Buch ist etwas besonderes. Es ist keine klassische Liebesgeschichte – sondern eine über Verlust, Erinnerung und das Weiterleben, wenn plötzlich alles wegbricht.

Mich hat die Geschichte leider nicht abgeholt. Ich bin nicht wirklich mit reingekommen und dann war die Geschichte auch schon wieder vorbei. Mit den Protagonisten bin ich auch nicht warm geworden. Ich habe mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr Gefühle, weniger Nüchternheit. Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Ich warte gespannt auf weitere Romane von Jaqueline Scheiber.






















































