15. Mai
Eine Liebesgeschichte, die sich anfühlt wie das Leben selbst – unordentlich, schmerzhaft und wunderschön.
Rating:4.5

Eine Liebesgeschichte, die sich anfühlt wie das Leben selbst – unordentlich, schmerzhaft und wunderschön.

Eigentlich geht es nur um einen einzigen Abend. Und doch nimmt einen Jacqueline Scheiber auf eine ganze Reise mit – dahin, und darüber hinaus. Was die Autorin kann: Charaktere erschaffen, die sich ins Gedächtnis brennen. Nicht weil sie perfekt sind, sondern weil man ihre Beweggründe versteht. Ihre Gefühle spürt. Klara ist komplex, widersprüchlich, manchmal schwer zu greifen – und trotzdem nah. Balázs genauso. „…aber das hätte bedeutet, dass die Welt sich weiterdrehen müsste, und das konnte sie nicht zulassen.” Dieser Moment hat mich erwischt. Mitten ins Herz. Eine Liebesgeschichte zweier grundverschiedener Menschen – und genau deshalb eine, die jeder nachvollziehen kann. Keine großen Gesten, keine einfachen Antworten. Nur zwei Menschen, die versuchen, sich selbst und einander zu akzeptieren. Mit allem, was dazugehört.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
8. Mai
Rating:5

Ein Roman über das Davor, das Danach und das Dazwischen.

Ein Kammerspiel, eine Liebesgeschichte. Eine Geschichte über das Leben, über den Tod. Die Autorin erzählt sprachlich fein und wechselt zwischen Kitsch, harter Realität und surrealen Szenen, bleibt dabei immer ganz nah bei ihren Figuren. Beeindruckend!

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
30. Apr.
Rating:4

Der Roman erzählt im Prinzip eine schöne Liebesgeschichte, die leider nach viel zu kurzer Zeit endet. Die Geschichte kommt sehr leise daher. Ich mochte Balasz sehr. Jeder der beiden Akteure hat so ein Päckchen im Leben zu tragen gehabt. Der Schreibstil war sehr geradlinig, sobald aus Balasz‘ Perspektive erzählt wurde. Sobald die Perspektive zu Klara gewechselt ist, war die Erzählweise sehr unausgeglichen und hektisch. Es gab einige schöne Metaphern in diesem kurzen Buch.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
14. Apr.
Rating:3

Gefesselt von den Rückblenden, im Hier verloren

Leider bin ich nie so richtig in den Roman reingekommen. Zu verwirrend fand ich das Hier und Jetzt. Gleichzeitig wird eine tolle Liebesgeschichte erzählt - sehr ambivalentes Buch für mich.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
19. März
Was bleibt, wenn der Mensch, mit dem man sein Leben teilt, plötzlich nicht mehr da ist?
Rating:3

Was bleibt, wenn der Mensch, mit dem man sein Leben teilt, plötzlich nicht mehr da ist?

*Büchergilde-Edition* „Dreimeterdreißig“ von Jaqueline Scheiber erzählt die Geschichte von Klara und Balázs – einem Paar, mitten im Leben. Und dann passiert das Unvorstellbare: Klara wacht auf und Balázs liegt neben ihr im Bett. Tot. Von diesem Moment an entfaltet sich ein sehr intensiver, fast kammerartiger Roman zwischen Gegenwart und Erinnerung. Während die Zeit in dieser einen Nacht stillzustehen scheint, tauchen wir gleichzeitig in Rückblicke ein – in das Kennenlernen, die Beziehung, die kleinen Momente, die plötzlich so groß werden. Besonders berührt hat mich, wie nah man Klara kommt. Ihre Gedanken, ihr Nicht-Verstehen-Wollen, dieses Gefühl von Schock und Überforderung – das war für mich sehr greifbar. Auch die Beziehung zwischen ihr und Balázs wird Stück für Stück lebendig, mit all ihren Facetten, Stärken und Brüchen. Der Schreibstil ist dabei sehr besonders: ruhig, poetisch, stellenweise fast zart – und gleichzeitig voller Schwere. Man merkt, wie viel zwischen den Zeilen passiert. Gleichzeitig gab es für mich auch Momente, die mich etwas auf Distanz gehalten haben. Gerade in der Gegenwart, in dieser einen Nacht, war mir Klaras Verhalten teilweise schwer zugänglich und für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch einige Passagen wirkten auf mich eher vage, fast ein bisschen kryptisch – da hätte ich mir stellenweise mehr Klarheit gewünscht. Man sagt ja, manche Bücher berühren einen mehr, wenn sie einen zum richtigen Zeitpunkt finden. Hier habe ich mich gefragt, ob es für mich vielleicht nicht dieser Moment war – oder ob es für solche Geschichten überhaupt einen „richtigen“ Zeitpunkt gibt. Und trotzdem: Dieses Buch ist etwas besonderes. Es ist keine klassische Liebesgeschichte – sondern eine über Verlust, Erinnerung und das Weiterleben, wenn plötzlich alles wegbricht.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
7. März
Eine Tragödie ohne Resonanz
Rating:2.5

Eine Tragödie ohne Resonanz

Schon früh im Roman wurde deutlich, dass mich weder das zentrale Ereignis noch die Figuren wirklich erreichen. Die Handlung bleibt insgesamt sehr dünn, und die Figuren bleiben emotional schwer zugänglich. Selbst die tragischen Ereignisse entfalten dadurch kaum Wirkung. Mir fehlte echte Empathie oder Nähe zu den Charakteren. Am Ende war mir ihr Schicksal ehrlich gesagt ziemlich egal.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
2. März
Rating:5

Klara und Balázs – Jaqueline Scheiber nimmt uns in Form der Ich-Erzählerin Klara mit in die intensive Geschichte ihrer Beziehung. In fragmentarischen Rückblenden erfahren wir vom leisen Annähern, vom Aufbau eines gemeinsamen Alltags in ihrer Wiener Altbauwohnung, von kleinen Krisen, bis hin zu ihrem unheilvollsten Tag - während in der Gegenwart alles still steht. Mit wunderschöner, sehr poetischer, metaphorischer Sprache nimmt die Autorin uns mit auf eine höchst emotionale Reise, die der Frage nachgeht, wie die Welt sich weiterdrehen kann, wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es war; wenn der Verlust zuschlägt und gefühlt nichts mehr bleibt. Und auch wenn die Fallhöhe zwischen anrührenden Rückblenden und schmerzhafter Gegenwart so hoch und die Tragik kaum zu übertreffen scheint, endet das Buch dennoch hoffnungsvoll. Denn „Es stimmt nicht, dass sich alles ewig verändert. Manches davon kann man behalten, um es wie abgekapselte Universen vor der Zeit zu schützen. Das ist die Wahrheit.“ (S.224) Mich haben die geschickte und feinsinnige Konstruktion sowie insbesondere die Bilder, die Jaqueline Scheiber zur Beschreibungen von Liebe und Beziehung nutzt, sehr begeistert. Diese sind so unglaublich gut und berührend – ohne kitschig zu sein, wie ich es bisher nur selten gelesen habe. Für mich war „dreimeterdreißig“ sicherlich keine leichte, aber eine sehr berührende, lehrreiche und hochemotionale Lektüre. Ganz besonders hat mich die wunderschöne Sprache sowie die geschickte Verwebung der Zeitebenen, die für mich nur im Wechselspiel ihre volle emotionale Wirkung entfalten konnten, begeistert. Ein beeindruckendes Buch!

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
22. Feb.
Rating:4

Balázs liegt regungslos da - ist er tot? So fängt dreimeterdreißig an, ein wenig wirr. Ich hab nicht gleich verstanden, was Klara da macht. Wenn er regungslos daliegt, warum ruft sie nicht den Krankenwagen? Und warum macht sie sich erst mal einen Tee? Und mit wem redet sie da? Der Sonnenesser? Gibt es den wirklich? Das Buch wechselt zwischen dem Jetzt und den Rückblicken. Im Jetzt ist Klara in der Altbauwohnung, in die Balázs und sie vor kurzem eingezogen sind. Es ist Nacht und er liegt regungslos da. Sie tigert durch die Wohnung und kommt erst mal nicht klar. Und die Rückblicke erzählen, wie sie sich kennengelernt haben. Dass Klara vor Balázs die Männer eher auf Distanz gehalten hat oder besser gesagt alle Menschen, bis auf ihre Freundin Jasmin. Balázs, der aus Ungarn nach Österreich zum Arbeiten gekommen ist, eher zurückhaltend und anpassend. Und mit Klara ein neues Leben anfangen möchte. Hier wurde mir eine andere Seite zum Thema Tod gezeigt. Der Moment, wenn es passiert und der Umgang mit diesem Zustand. Dieses wirre, unbegreifliche und zerstreute; nicht wahrhabenwollen. Auch wenn ich die ganze Zeit dachte: „Jetzt ruf doch endlich mal jemanden an!“, hab ich auch verstanden, dass Klara versucht, die Wahrheit hinauszuzögern. Es nicht real machen will, es noch in ihren vier Wänden aufbewahren möchte. In den Rückblicken hab ich ein wenig was von Ungarn dazugelernt, Parallelen zu dem Herkunftsland meiner Eltern erkannt, die auch im Kommunismus aufgewachsen sind. Wie es ist, nicht nur in ein anderes Land anzukommen, sondern auch in einem anderen System, mit anderen Wertvorstellungen und einer anderen Sprache. Intensiv und melancholisch. S.23 „Und dieses Ende, Klara ahnte es, war unwiederbringlich und ein Zustand, der keine Tür offen ließ, schon gar keine Schlafzimmertür. Ende, das waren zweiunddreißig Schritte zwischen Küche und Schlafzimmer und einundzwanzig Knarzgeräusche auf dem alten Parkett zwischen Leben und etwas anderem. Das Glück war nur eine Pacht mit Ablaufdatum.“ S.51 „Klara liebte Jasmin dafür, so klar auf die Dinge zu blicken. Obwohl sie sprunghaft und impulsiv war, hatte sie genaue Prinzipien, nach denen die Dinge abzulaufen und wie lange sie zu dauern hatten. Natürlich gab es innerhalb dessen Abweichungen, aber im Grunde war Jasmins Vorgabe eine sinnvolle Orientierung. Sie war einer der Menschen, die Halt boten, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger zu hantieren.“ S.78 „Balázs fand, dass andere Sprachen viel härter klangen als seine Muttersprache. Vor allem das Deutsche hinterließ in ihm stets ein Gefühl der übertriebenen Ernsthaftigkeit. Es wurde direkt und karg im alltäglichen Gebrauch eingesetzt, wie eine Sprache, die unmittelbar vor die Füße des Gesprächspartners knallte und wenig Interpretationsspielraum ließ. Wohingegen im Ungarischen die Laute und Endungen sprichwörtlich über die Zunge tanzten.“ S.109 „Anders als mit ihren Freundinnen hatte sie es nie darauf angelegt, mit einem Partner zu verschmelzen. Sie fand Nähe und Intimität in vielen Dingen, in Freundschaften oder kurzen Affären, manchmal auch in einer ausgelassenen Clubnacht, aber nicht in romantischen Beziehungen. Sie wollte nicht in diese Achterbahn an Gefühlen gezogen werden, abhängig von der Tagesverfassung des anderen sein.“

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
15. Feb.
Rating:4.5

Dreimeterdreissig von Jaqueline Scheiber mit dem wunderschönen Cover in meinen Lieblingsfarben ist ein außergewöhnliches Buch, das man langsam und mit Genuss konsumieren sollte. „Das Glück war nur eine Pacht mit Ablaufdatum.“ (S. 23) Klaras und Balázs‘ Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart findet Klara Balázs eines Morgens leblos im Bett vor. Sie ist wie gelähmt und weiß nicht, was sie tun soll. Dann klingelt es, und der Sonnenesser erscheint. Auf der zweiten Zeitebene erfahren wir, wie Klara und Balázs sich kennengelernt und verliebt haben und ein Paar geworden sind. Balázs ist einige Jahre zuvor aus Ungarn nach Wien gekommen, wo er als Bühnentechniker arbeitet, Klara ist erfolgreiche Architektin. Er hatte eine glückliche Kindheit in einer großen Familie, sie war Einzelkind, ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie zwölf war, ihre Mutter heiratete erneut und bekam Frederik, den Klara über alles liebt und zu dem sie ein enges Verhältnis hat. „Balázs‘ ungarische Identität hatte Farbe, Geschmack, eine Gewohnheit, Melodie und Lautstärke. Klaras Aufwachsen war eine eindimensionale Schablone, ein austauschbares Klischee.“ (S. 158) Wir erfahren viel über die Geschichte Ungarns nach der Wende und darüber, wie Balázs Wien entdeckt, das sich sehr von seinem Heimatdorf unterscheidet. Klara habe ich als psychisch labil und beinahe depressiv wahrgenommen, Balázs‘ Liebe war für ihre Seele die beste Therapie. Klaras Trauer und der Versuch, den Verlust ihrer großen Liebe zu verarbeiten, hat mich schier überwältigt. Von mir eine große Leseempfehlung für diesen großartigen Trauer- und Liebesroman. Wer kommt hinter das Geheimnis der Überschriften?

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
13. Feb.
Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein
Rating:5

Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein

Wie schön und wie traurig kann ein Buch zugleich sein dreimeterdreissig von Jacqueline Scheiber war für mich ein Buch, das Zeit brauchte. Nach Seite 46 habe ich es erst einmal weggelegt und lange nicht mehr angerührt. Erst als ich mir vorgenommen habe, alle begonnenen Bücher endlich zu Ende zu lesen, habe ich neu angesetzt — und plötzlich den Zugang gefunden, der mir zuvor gefehlt hatte. Mit dem Sonnen Esser hatte ich anfangs ein echtes Problem. Er wirkte für mich eher störend als notwendig. Doch im Laufe der Geschichte habe ich mich mit ihm angefreundet, auch wenn er für mich nicht entscheidend für die Handlung war. Er blieb eher ein atmosphärisches Element als eine Figur, die ich gebraucht hätte. Jacqueline Scheiber erzählt eine Liebe in einer ganz eigenen, zarten und zugleich präzisen Sprache. Von Seite zu Seite hat sie mich stärker gepackt, fast unmerklich, bis ich völlig in dieser besonderen Erzählweise versunken war. Ich freue mich auf alles, was sie noch schreiben wird — auch wenn ich das Gefühl habe, dass dreimeterdreissig ein einmaliges Buch bleibt. Schön und traurig zugleich, auf eine Weise, die man nicht so schnell vergisst.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
12. Feb.
Rating:2

War nicht meins

Leider war das Buch nicht so meins. Der Aufbau war ok, aber die Kapitel in denen in der aktuellen Zeit geschrieben ist, haben mich jedesmal aufs Neue verwirrt. Auch die Rückblicke haben mich absolut nicht abgeholt. Ich mochte die Protagonistin auch nicht so. Alles in allem war es absolut nicht meins. 😩

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
1. Feb.
Rating:3.5

Ich wollte dieses Buch lieben und die Sprache hat mich sehr begeistert. So viele schöne und resondierende Zitate! Leider hat es mich erstaunlich kalt gelassen. Ich habe mehr Trauer erwartet als Schock. Ich konnte Klaras Verhalten nicht verstehen und hatte keinen Zugang zu ihr.

Ich habe selbst sehr jung Trauer erlebt und habe das Buch auch nach den Rezensionen mit Vorsicht angefangen. Vollkommen darauf vorbereitet, dass es mich mitnimmt und ich für 240 Seiten Tage oder Wochen brauche. Ich habe es in 1 1/2 Tagen gelesen, weil es sich schön lesen lässt und es zumindest mich nicht berührt hat. Nicht die Liebesgeschichte, bei der ich nicht verstanden habe, warum Balas Klara liebt. Nicht der Schock und nicht die kurz angesprochene Trauer. Vielleicht war es einfach nicht mein Buch über Trauer. SPOILER Das Kapitel aus Balas Sicht post mortem fand ich sogar pathetisch.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
25. Jan.
Rating:2

Mich hat die Geschichte leider nicht abgeholt. Ich bin nicht wirklich mit reingekommen und dann war die Geschichte auch schon wieder vorbei. Mit den Protagonisten bin ich auch nicht warm geworden. Ich habe mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr Gefühle, weniger Nüchternheit. Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Ich warte gespannt auf weitere Romane von Jaqueline Scheiber.

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
18. Jan.
Ich hab gewusst, dass das weh tun wird.
Rating:4

Ich hab gewusst, dass das weh tun wird.

Ich zögere es jetzt schon seit einem Jahr hinaus, das Buch zu lesen. Als jemand, der sich ebenfalls in Wien verliebt hat, der aber heute, 8 Jahre später immer noch das Glück hat jeden Tag verliebt neben dem Menschen aufwachen zu dürfen, war das extrem hart. Was mir aber wohl am besten gefallen hat, war nicht die romantische Liebesgeschichte, sondern die platonische zur besten Freundin. Endlich wird romantische Liebe nicht überhöht, sondern darf gleichwertig in der Kraft und der Bedeutung im Leben neben der Freundschaft stehen. Die Abschnitte nach dem Tod waren schmerzhaft und alles am Buch war schön. Trotzdem will ich nicht 5 Sterne geben, weil es mich in Summe nicht so fasziniert hat, wie andere. Ich glaub aber es liegt eben daran, dass ich schon so vorsichtig gelesen habe und das sowieso nicht ganz an mich ranlassen wollte. Also: Leseempfehlung!

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
17. Jan.
Rating:2.5

Ich check es irgendwie nicht so richtig. Eigentlich ist es eine Liebesgeschichte, die dann aber viel zu viel von mir will. Politik, Gesellschaft, Familie, Tod, Verlust, Krankheit, Psyche und dann die übernatürliche Ebene. Emotional ist bei mir nicht viel hängen geblieben. Den Schreibstil mochte ich.

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
10. Jan.
Rating:3

Anders als erwartet

Ich hatte mir mehr „was bleibt, wenn ein Leben endet?“, wie im Klappentext versprochen erhofft. Eigentlich dreht es sich die meiste Zeit um die Vergangenheit und Geschichte von Klara und Balasz. Und teilweise um den Tag des Todes. Aber sonst nichts… Es ist gut geschrieben, weshalb ich trotzdem dran bleiben konnte, aber ich habe nicht das bekommen, was ich mir erhofft hatte

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
2. Jan.
Eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Jaqueline Scheibers poetischer Schreibstil, der zugleich ganz klar ist, macht das Unaussprechliche nahbar. So sehr, dass es einen mit ummt. Ich bin sichtlich berührt gewesen von den Hauptfiguren und der vollen emotionalen Härte des Verlusts.
Rating:5

Eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Jaqueline Scheibers poetischer Schreibstil, der zugleich ganz klar ist, macht das Unaussprechliche nahbar. So sehr, dass es einen mit ummt. Ich bin sichtlich berührt gewesen von den Hauptfiguren und der vollen emotionalen Härte des Verlusts.

Wenn ein Buch einen so sehr berührt, dass man weint und es schmerzt, wenn es zu Ende geht, obwohl es eine absolute emotionale Herausforderung war, dann hat die Autorin etwas verdammt richtig gemacht. In Jaqueline Scheibers Fall, meiner Meinung nach, alles. Die Darstellung einer Beziehung und das ungerechte Ende dieser durch den unvorstellbaren Verlust des Partners wird hier sprachlich poetisch und zugleich nahbar erzählt. Die Lesenden scheinen in diesem Kammerspiel neben den Hauptfiguren zu stehen, denen man die Hand auf die Schulter legen möchte, weil jeder Satz über Verlust, Liebe und das nicht (Er)Fassbare einen sprachlos zurücklässt.

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
8. Dez.
Ein trauriges Buch.
Rating:3.5

Ein trauriges Buch.

Ich verstehe die positiven Rezensionen des Romans. Ich finde ihn auch sehr traurig und ehrlich, sehr fein konstruiert und konzipiert. Ich finde das Thema klasse und brauchte glaube ich dringend einen Roman über den Tod und die Trauer, wie Jaqueline Scheiber ihn hier abgeliefert hat. Aber leider ist er mir trotz des traurigen Themas zu herzlos. Irgendwie ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Ich finde ihn zu konstruiert und zu wenig gefühlvoll/herzlich. Was vielleicht etwas komisch ist, da die Geschichte von Klra und Balázs sehr wohl super gefühlvoll und emotional ist, aber leider kommt es meiner Meinung nach nicht ganz rüber. Vielleicht liegt es am Schreibstil, der mir zu „gewollt literarisch“ war und daher ganz viel Herz durch so konstruierte Literalität leider verloren geht. Ihre Sachbücher fand ich dagegen irgendwie deutlich herzvoller und nahbarer.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
25. Nov.
Rating:5

Ein ergreifendes Buch, dessen Ende mich sehr berührt hat. Es hat seine Längen, bleibt aber spannend bis zum Ende und ließ mich noch lange nachdenken. Caroline Wahl hat es passend auf dem Buchrücken zusammengefasst: "Ich hasse diesen Roman, weil er so wehtut. Und ich liebe ihn, weil er so zart, so brutal und so fein konstruiert ist." Das trifft es! Absolute Lese-Empfehlung 🥰

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
16. Nov.
Rating:4

Intensiv, emotional, einfühlsam. 💔

„Und mit einem Schlag war es ganz still geworden. Stiller - als der Moment, bevor man jemanden das erste Mal küsste. Stiller als ein Sonnenaufgang über den Feldern der Kindheit. Stiller als das Warten auf schlechte Nachrichten. Stiller als unter Wasser. Es war die Art von Stille, die man überall anders vermutete, aber niemals im eigenen Leben." „Drei Meter Dreißig" von Jacqueline Scheiber ist ein sehr intensiver, emotionaler Roman zum Thema Verlust. Es handelt von einem jungen Paar, das eine glückliche Beziehung führt bis eines Tages einer der beiden leblos im Bett liegt. Jacqueline Scheiber schafft es, sehr einfühlsam zu beschreiben, wie es ist, wenn die Zeit stehen bleibt, einen das Gefühl der Ohnmacht überkommt und man mit dem Verlust eines geliebten Menschen klar kommen muss. Sie erzählt von der unglaublichen Angst vor dem Danach, von heftigen Gefühlen und einem Labyrinth, in dem man in einer solchen Situation herumirrt. Ich mochte den poetischen Ton des Romans und die leider viel zu kurze Liebesgeschichte von Klara und Balázs sehr.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
10. Nov.
Rating:5

Dies ist eins der schönsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Im ersten Kapitel stirbt Klaras Partner, mit dem sie gerade zusammengezogen ist, jung und überraschend in dem Zimmer mit dreimeterdreißig hohen Wänden. In der Folge geht es um ihre unmittelbaren Reaktionen und Gedanken, ihr teils irrationales Verhalten. Außerdem erfahren wir in Rückblenden, wie sich die Beziehung zwischen beiden entwickelt hat und lernen auch die Freundin und den jüngeren Bruder von Klara kennen. Besonders fand ich, dass Klara eher kühl und distanziert auf andere wirkt, durch die Beschreibung ihrer Beziehungen zu anderen Menschen aber auch viel Zärtlichkeit transportiert wird. In ihrer Verschlossenheit begegnet sie anderen Menschen, die an ihr dran sind und bleiben und das habe ich beim Lesen als sehr ermutigend empfunden. Es ist ein sehr schön gestaltetes Buch mit wirklich literarischer Sprache und einer sehr einfühlsamen Art über Trauer zu erzählen.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
26. Okt.
Rating:3.5

Ich brauchte die gesamte erste Hälfte des Buches um wirklich reinzukommen, zum Teil weil ich Angst davor hatte, was noch kommt. Dieser Roman kommt nämlich mit einer leisen Wucht daher und der Schmerz der Figuren ist kräftig gezeichnet. Balazs und Klara wirken so echt und greifbar. Manchmal wirkte der Stil gezwungen künstlerisch und sprachlich gibt es einige Unebenheiten. Die zweite Hälfte und insbesondere das Ende haben mich sehr berührt. Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
18. Okt.
Rating:4

Berührend-tragische Liebesgeschichte, die mit dem Ende beginnt.

Mir hat die Liebesgeschichte von B und K sehr gut gefallen, die Aufteilung der Kapitel in Gegenwart und Vergangenheit- großartig miteinander verwoben, das Ticken der Uhr, das Gedicht als Kapitelüberschriften. Das hat mich alles sehr abgeholt, der Schreibstil fasziniert mich. Ich hatte etwas Schwierigkeiten, in den Lesefluss zu kommen, da ich mich zunächst nur schwer auf die Stagnation im Jetzt einlassen konnte. Und das Ende kam mir zu plötzlich, deshalb "nur" 4 Sterne. Auf jeden Fall absolut lesens- und empfehlenswert!

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
10. Okt.
Wenn Liebe schwerer wiegt als das Leben
Rating:2.5

Wenn Liebe schwerer wiegt als das Leben

„dreimeterdreißig“ zeigt eindrucksvoll Trauer, Verzweiflung und was bleibt, wenn Liebe endet — er fängt den Schmerz ganz nah ein, mit poetischer Sprache und intensivem Bewusstsein für Emotionen. Gleichzeitig beleuchtet der Roman, wie Herkunft, Sprache und kulturelle Differenzen die Beziehung zwischen Klara und Balázs belasten — Liebe und Alltag prallen aufeinander, Unsicherheit liegt immer mit im Raum. Klara und Balázs leben in einer Wiener Altbauwohnung und sind ein ungleiches Paar: Sie ist Architektin, eher kontrolliert und rational, er kommt aus einem einfachen Umfeld, ist Theatertechniker und trägt seine Unsicherheit als Teil seiner Identität mit sich. Gemeinsam planen sie ihr Leben, doch eines Abends liegt Balázs tot im Bett und mit diesem Moment bricht für Klara die Welt zusammen. Der Roman erzählt in Rückblicken ihre gemeinsame Vergangenheit und in einer sehr langen Nacht das Danach: Klara durchläuft Schock, Leere und das Ringen mit dem Verlust, während Zeit und Realität sich dehnen und verzerren. Durch fragmentarische Zeitsprünge und wechselnde Perspektiven entsteht das Gefühl eines Schwebezustands zwischen Erinnerung und Albtraum. Für mich waren Klara und Balázs in „dreimeterdreißig“ sehr unsympathisch. Klara wirkt oft kalt, distanziert und unfähig, ihre Gefühle klar zu zeigen, während Balázs mit seiner Unsicherheit und seiner Vergangenheit für mich schwer greifbar bleibt. Die beiden wirken mir dadurch eher belastend als nahbar, und ihre Beziehung konnte mich emotional nicht fesseln. Trotzdem fängt der Roman Trauer, Verzweiflung und das Erleben von Verlust auf sehr intensive Weise ein. Ich mag Jaqueline Scheibers Lyrik sehr und auch, dass sie ihre persönliche Geschichte in dem Buch verarbeitet hat. Auch wenn die Figuren sehr nahbar sind, finde ich beide jedoch nur mäßig liebenswert. Vielleicht habe ich mir einfach etwas anderes unter dem Buch vorgestellt und diese Erwartung wurde subjektiv nicht erfüllt.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
1. Okt.
Rating:5

Unheimlich intensives und emotionales Buch, welches sich mit dem plötzlichen Verlust eines Partners, der Hilflosigkeit und Verzweiflungb die mit einhergehen, beschäftigt. Der Aufbau des Romans hat mich sofort in den Bann gezogen. Das Springen zwischen der Vergangenheit ( das Kennenlernen usw.) und dem Hier und Jetzt ( der Tod) hat bei mir von Seite zu Seite eine Achterbahn der Gefühle hervor gerufen. Zum Schluss war ich zutiefst betroffen. Und die Frage, die man sich stellt, wenn man seine große Liebe gefunden hat... Wie würde man selbst in solch einer Situation sein? Gänsehaut.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
16. Aug.
Rating:3

Ich wollte es unbedingt viel mehr mögen, stand aber lange bei weniger Sternen. Dann habe ich das Gelesene nach der letzten Seite ein wenig auf mich wirken lassen und konnte es anschließend besser wertschätzen. Besonders beeindruckend finde ich, wie das Thema Tod aus einer Perspektive ohne Fokus auf Trauer und Schmerz bearbeitet wurde. PS.: Will jetzt nach Wien ziehen.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
16. Aug.
Rating:5

„Drei meter dreißig“ ist ein Roman, der zeigt, wie Liebe und Verlust untrennbar miteinander verbunden sein können. Es ist eine berührende, authentische Geschichte, die voller Schmerz und gleichzeitig Wärme ist. Für mich ist dieses Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Jaqueline Scheibers Roman „Drei meter dreißig“ ist ein intensives, emotionales Buch, welches mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Im Zentrum steht das junge Paar Klara und Balazs. Balazs stammt ursprünglich aus Ungarn, lebt aber mit Klara in Wien, wo sich die beiden auch kennengelernt haben. Schon auf den ersten Seiten konfrontiert uns die Autorin mit einer erschütternden Szene, in der Balazs tot im Bett liegt. Von diesem Moment an begleiten wir Klara durch Schock, Erstarrung und Schmerz. Diese Gefühle werden so eindringlich geschildert, dass sie beim Lesen unmittelbar spürbar werden. Was der Autorin besonders gelungen ist, ist, dass sie zeigt, wie der Tod zwar das persönliche Leben von Grund auf verändert, während die Welt im Außen unbeirrt weiterläuft. Klara erlebt dieses paradoxe Nebeneinander von innerer Starre und äußerer Normalität in einer Intensität, die mich mitgerissen hat. Ich konnte so gut nachempfinden, wie lähmend dieser Moment wirkt und wie schwierig es ist, inmitten des Verlustes überhaupt noch Entscheidungen zu treffen. Nach und nach entfaltet sich in Rückblenden die gemeinsame Geschichte des jungen Pärchens. Dabei wird die Tiefe ihrer Beziehung erst richtig sichtbar, die so voller Liebe, Wärme, Zuneigung und gegenseitiger Ergänzung geprägt ist. Dennoch gibt es da auch Streit und unausgesprochene Gedanken - zumindest vonseiten Klaras, die immer wieder kleine Fehler an ihrem Partner sieht. Gerade diese Ambivalenz macht die Figuren authentisch. Während Klara privilegiert aufgewachsen ist, wuchs Balasz in ärmlicheren Verhältnissen in einer großen Familie in Ungarn auf. Bereits hier entsteht die Ambivalenz, die diese Beziehung so authentisch macht, denn Klara - obwohl sie vermeintlich alles hat - fehlt etwas und genau das konnte Balasz ihr mit seiner Lebensfreude und der Ausgeglichenheit und Wärme geben. Besonders berührend ist, wie liebevoll Balazs beschrieben wird. Er ist ein empathischer, lebensfroher Mensch, der Klara auf eine einzigartige Weise ergänzt. Durch seine Biografie, seine Erfahrungen als Ungar und Migrant in Wien, kommt zudem eine politische Dimension hinzu, die dem Buch Tiefe verleiht. Man spürt, wie sehr er sich ein neues Leben aufgebaut hat und vor allem, wie groß wie groß die Lücke für Klara sein muss, die er mit seinem Tod hinterlässt. Auch der Schreibstil hat mich überzeugen können. Die Rückblenden sind fein miteinander verwoben, die Sprache ist klar und poetisch zugleich. Ich konnte Klaras Gedanken und Gefühle jederzeit nachvollziehen, ihre Trauer, ihre Hilflosigkeit und ihre Erinnerungen an Balazs. Jaqueline Scheiber knüpft mit dieser Handlung an ihren privaten Verlusterfahrungen an, diese persönliche Dimension spürt man durch jede Zeile. An dieser Stelle möchte ich daher auch ihr Projekt für junge Menschen, die ihre Partner:innen verloren haben, hervorheben - den „Young Widow:ers Dinner Club“.

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dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
12. Aug.
Rating:5

Das beste Buch das ich dieses Jahr gelesen habe. Intensive und mit einer unfassbaren Tiefe geschrieben. Obwohl es ein trauriges Ende bzw. Anfang hat strahlt es Wärme und Liebe aus. Der männliche Hauptcharakter ist absolut liebenswert.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
10. Aug.
Rating:5

🌟 Mein Highlight🌟

Ich habe "Dreimeterdreißig" in einem Tag gelesen. Nein – verschlungen! Ich konnte es nicht weglegen. Ich habe alles daran geliebt: das wunderschöne Cover, die Typografie, die Art der Kapitelüberschriften, diese perfekt gesetzten Zeitsprünge, die die Geschichte wie ein Puzzle zusammensetzen. Die Figuren sind so echt – mit ihren Unsicherheiten, Träumen, Gedanken. Die Gefühle fahren Achterbahn, aber ohne je kitschig zu werden. Der Schreibstil hat mich sofort gepackt: poetisch und präzise, berührend, nah. Die Mischung aus Schmerz und Liebe, aus Verlust und Verbundenheit hat mich tief getroffen. Ich habe beim Lesen gelacht, geschluckt, fast geweint. Das war für mich nicht nur eine Geschichte – es war ein Erlebnis. Ganz klar: Mein Lesehighlight des Jahres!

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
25. Juli
Rating:5

Wie kann etwas zugleich so schmerzhaft und so zart sein?

Jaqueline Scheiber erzählt die Geschichte von Klara und Balázs, die als Paar in einem Wiener Altbau wohnen. Ihr Zuhause, ihr Rückzugsort, ihr Hafen, in dem sie gerade erst ihr gemeinsames Leben beginnen. Doch schlagartig zerbricht diese Blase und die dreimeterdreissig hohe Decke scheint Klara zu erdrücken. Balázs liegt reglos im Bett, atmet nicht mehr und alles in diesen vier Wänden ist still und schreit Klara gleichzeitig Erinnerungen entgegen. „Eine Lücke, die die Größe der Dinge erst bemerkbar machte, als wäre die Summe all der geringgeschätzten Handgriffe das, was ein Leben ausmachte. Oder ihr Fehlen.“ Schon die ersten Seiten hinterlassen einen dicken Kloß im Hals. Ein Schicksalsschlag, dem man vermutlich gar nicht gewachsen sein kann, mit dem man dennoch weiterleben muss. Scheiber findet - die ganz persönliche Erfahrung dahinter in jeder Zeile spürbar - teils poetische, teils klare, aber immer ehrliche Worte und gibt den Emotionen und Gedanken Raum, die mit dem Verlust einer gemeinsamen Zukunft und dem Erinnern an die vergangene Liebe einhergehen können. Klara ist dabei keine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt, sondern die sich Stein für Stein wie ein Mosaik zusammensetzt und doch im Gesamten schwer greifbar bleibt. Ihr eigener Rucksack aus der Vergangenheit beeinflusst nicht nur die Beziehung zu Balázs und ihrer Freundin Jasmin, die Klara geduldig und mit Sanftmut lieben. Auch ihr Handeln im Moment des Schocks wird so nachvollziehbar. Das Buch ist nicht nur eine Geschichte über Trauer, Schmerz, Verlust und Liebe, sondern auch der Startpunkt für Klaras Reise zu sich selbst. So intensiv und schmerzhaft dieses Leseerlebnis auch war, so heilend war es doch auf eine gewisse Art und Weise. Große Leseempfehlung!

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
10. Juli
„Ich denke, all die großen Gefühle gibt es nur, weil wir nicht wissen, wie oft oder wie lange wir sie fühlen können oder müssen."
Rating:4

„Ich denke, all die großen Gefühle gibt es nur, weil wir nicht wissen, wie oft oder wie lange wir sie fühlen können oder müssen."

Ich bin mir sicher, dass jede Person aus „Dreimeterdreißig" von Jaqueline Scheiber etwas mitnehmen kann! ❤️‍🩹 Es ist ein Buch mit einem ganz besonderen, tollen Schreibstil. Über Liebe, Akzeptanz und Verdrängung, aber auch die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Zu viel möchte ich aber nicht vorwegnehmen.. Lest es unbedingt selbst - vor allem wenn ihr schon Fans vom Contemporary-Genre seid oder es noch werden wollt ☺️ „Wieso haben Sie sich bestraft, wenn es Ihnen ohnehin schon schlecht gegangen ist?"

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
20. Juni
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Rating:2.5

Als Klara und Balàsz sich nach einer Premierenvorführung im Theater kennenlernen, ist Klara gleich eine Offenbarung für Balàsz - umgekehrt stellt sich die Faszination nicht sofort ein. Nach und nach verbringen die beiden aber immer mehr Zeit miteinander, verlieben sich und ziehen in eine gemeinsame Wohnung. Es folgt der Alltag, Liebe und Nähe nehmen jeden Tag zu, auch wenn es einmal Streit gibt. Dann passiert das Unvorstellbare: An einem Abend nach einer Party stirbt Balàsz plötzlich. Was passiert in diesem ersten Moment, in dem die ganze Welt auseinander bricht? Jaqueline Schreiber nennt diesen Moment das "Dazwischen", diese kurze Phase, in der klar wird, dass die geliebte Person tot ist und wir noch alleine in dieser schrecklichen Situation stecken. In "Dreimeterdreißig", Schreibers Debütroman, putzt die Protagonistin Klara nach dem Tod ihres Partners erstmal das Bad und kocht sich in der Küche einen Tee - ihre erste Reaktion ist Leugnung: Das kann doch alles nur ein Traum sein, morgen wird sie aufwachen und alles wird wieder gut sein. Jaqueline Schreiber hat selbst ihren Partner ganz plötzlich verloren, seither spricht sie viel über dieses Thema und ich denke, dass Bücher über den Tod, auch wenn sie unbequem sind, total wichtig für uns als Gesellschaft sind. Neben Balàsz Tod schildert die Autorin in Rückblenden auch die Beziehung der beiden, ihr Kennenlernen und gemeinsames Leben. Diesen Teil des Romans fand ich eher weniger gelungen, ich bin mit Klara als Protagonistin nicht so richtig warm geworden und habe auch kaum Anziehungskraft zwischen ihr und Balàsz gespürt. Auch der "Sonnenesser", eine Fantasiegestalt, mit der sich Klara nach Balàsz Tod in der Küche unterhält, hat die Geschichte für mich eher wirr als rund gemacht. Ich verstehe die Intention dahinter (Realitätsleugnung, um für den Moment besser mit dem Verlust umgehen zu können), ich finde die Trauerbewältigung in anderen Büchern wie sehr aktuell beispielsweise "Halbinsel" von Kristine Bilkau jedoch besser und zugänglicher gelöst. Ich habe "Dreimeterdreißig" also nicht ungern gelesen, denke dennoch nicht, dass mich der Roman gedanklich länger begleiten wird. Toll finde ich aber auch hier wieder die Gestaltung der Büchergilde: "Dreimeterdreißig" misst die Deckenhöhe der Wiener Altbauwohnung, in der Klara und Balàsz wohnen, das Cover der Lizenzausgabe schmückt der Grundriss eines Zimmers mit großer Flügeltür - genial!

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
17. Mai
Rating:3

Entweder man fühlt dieses Buch oder eben nicht…

Klara und Balazs bauen sich ein gemeinsames Leben in einer Wiener Altbauwohnung auf, nach einer Party erleidet Balazs plötzlich einen Herzstillstand. Der Roman erzählt sowohl den Abend, als das passiert, als auch die Kernlerngeschichte zwischen Balazs und der kühlen, distanzierten Klara. Erst einmal ist das Buch innen kunstvoll gestaltet, insbesondere weil die Kapitelüberschriften ein Gedicht ergeben. Ebenso kunstvoll sind einige Sätze und Passagen im Buch, sodass das Buch mir sprachlich sehr gefallen hat. Für mich hat inhaltlich die Kernlerngeschichte sehr viel Raum eingenommen und mich leider gar nicht gepackt. Vielleicht war sie dann doch zu episodenhaft, um mitzufühlen. Der andere Erzählstrang hat mich nur irritiert. Bis zuletzt besteht er nur aus Andeutungen und ich glaube, ich hätte gerne mehr über Klaras Verlust gelesen, aber nicht so. Auf jeden Fall habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was es mit dem Wettlauf auf sich hat, der im Klappentext erwähnt ist, denn eigentlich passiert ja genau das Gegenteil.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
11. Mai
Rating:4.5

"Was wusste das Licht vom Ende, fragte sich Klara. Jeden Morgen überwand es die Finsternis. Jeden Abend gab es sich geschlagen. Und heute? Heute war alles anders." "Sie sah ihn gerne an, seine großen dunklen Augen, die seine Wärme und Zugänglichkeit unterstrichen, sein Gesicht war wie ein Tag im Spätherbst, so unmittelbar und hell, dass darin nur Gegenwart stattfinden konnte. Er wirkte zu weich, um jemals mit der Härte in Berührung gekommen zu sein." "Dieses Gemeinsamsein. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie eine so grundlegende Veränderung herbeiführte, alles zuvor war ihr schlichtweg widerfahren." "Es war alles in Ordnung, bevor du kamst. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich atmen kann, wenn du nicht da bist, wie bescheuert ist das." "Und mit einem Schlag war es ganz still geworden. Stiller - als der Moment, bevor man jemanden das erste Mal küsste. Stiller als ein Sonnenaufgang über den Feldern der Kindheit. Stiller als das Warten auf schlechte Nachrichten. Stiller als unter Wasser. Es war die Art von Stille, die man überall anders vermutete, aber niemals im eigenen Leben." Ein ganz besonderes Buch über die Liebe, Akzeptanz, Verdrängung und Verarbeitung. Und darüber, was passiert, wenn ein geliebter Mensch geht, wenn die Ordnung des eigenen Lebens aus den Fugen gerät. Nichts ist mehr, wie es sein sollte. Ein sehr kraftvolles, intensives Romandebüt von Jaqueline Schreiber, das eine kleine Weile gebraucht hat, bis es mich gehabt hat. Aber dann konnte ich es nicht mehr weglegen und war komplett eingetaucht in die Geschichte von Klara und Balazs. Deswegen gibt's von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
8. Mai
Rating:4

Sprachlich stark

Ein wenig schwergetan habe ich mich mit dem Buch. Ich wusste nicht immer, wann etwas passiert. Es ist in Rückblenden erzählt und ich war wirklich verwirrt, was mit Klaras Partner nun passiert ist. Die große besondere Liebe zueinander wird spürbar und in starken Worten, tollen Sätzen und Wärme erzählt. Am Ende hat es mich sehr berührt.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
21. Apr.
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Rating:3.5

Klara und Balázs, ein Paar in seinen Dreißigern, das im schicken Altbau wohnt, Deckenhöhe: dreimeterdreißig. Sie Architektin, er Bühnentechniker am Theater. Sie Wienerin durch und durch, er aus Ungarn stammend. Eines Nachts beginnt für Klara ein Alptraum, den sich keine*r von uns vorstellen möchte - Balázs liegt im Bett und atmet nicht mehr. Ausgehend von dieser Situation lesen wir nun abwechselnd zum einen, wie Klara mit der Situation umgeht, über die Dauer dieser einen Nacht hinweg und zum anderen in Rückblenden vom Kennenlernen und der Beziehung der beiden. In diesen Kapiteln fiel es mir richtig leicht, mir ein Bild von Klara und Balázs zu machen und hatte irgendwann das Gefühl, die beiden wirklich gut zu kennen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Ich mochte den tiefen Einblick in das Leben und die Charaktere der beiden und habe Jaqueline Scheibers Schreibstil dabei sehr genossen. Die Kapitel, die sich mit besagter Nacht befassen, fand ich da etwas weniger zugänglich. Klaras Verhalten ist sehr irrational. Sie möchte die Tatsache, dass Balázs da leblos liegt nicht wahrhaben und versucht es zunächst mit Ignoranz. Das hat mich unheimlich gestört. Natürlich verhält man sich in so einer Situation nicht unbedingt rational, aber dass man zum Beispiel versucht Hilfe zu holen, sollte schon der Weg sein, den man einschlägt. Außerdem waren ein paar Punkte irgendwie nicht so richtig verständlich für mich, fast schon kryptisch. Zum Beispiel ist da eine "Person", deren Dasein ich bis jetzt nicht verstanden habe. Für mich hätte es in diesen Parts etwas "klarer" zugehen dürfen. Aus diesem Grund war das Buch für mich leider nicht ganz so ein Highlight wie für viele andere Leser*innen, wenndoch ich Jaqueline Scheibers Schreibstil unglaublich gerne gemocht habe und die Thematik wirklich wichtig finde und es definitiv an der Zeit war, dass sich damit mal jemand auseinandersetzt.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
14. Apr.
Rating:4

Eine Frau verliert ihren Partner und erinnert sich....

...wie sie sich kennenlernten, sie zum ersten Mal seine Familie traf, was für ein Glück er für sie war. Er machte sie zu einem besseren Menschen. Ohne Übertreibung, denn sie kann nicht gut mit Menschen, hat z.B. nicht viel Empathie. Und dann ist alles auf einmal anders Die weibliche Protagonistin ist ein schwieriger Charakter und war mir unsympathisch. Die letzten Seiten konnten mich aber umstimmen und haben das Ganze gerettet

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
13. Apr.
„Bevor mein Leben zu einem Davor und einem Danach wurde und deines endete.“
Rating:4

„Bevor mein Leben zu einem Davor und einem Danach wurde und deines endete.“

Die Geschichte von Klara und Balàzs, die in einer Wiener Altbauwohnung mit drei Meter dreißig hohen Decken wohnen. Ein ungleiches Paar, dass eine gemeinsame Zukunft aufbauen will. Bis eine Nacht alles verändert! Die Erzählstruktur wechselt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Der poetische Schreibstil, gefühlvoll und melancholisch und die bildhafte Sprache schaffen eine intensiv emotionale Atmosphäre! Neben der Beziehung der beiden, erhält der Leser einen Einblick in die Herkunft von Balàzs, gesellschaftliche Konventionen, Klassenunterschiede und Privilegien. Ein Buch über das Leben davor und danach aber auch über Liebe, Verlust und Hilflosigkeit. Der Charakter von Klara war mir an manchen Stellen zu unnahbar, daher fiel es mir teilweise schwer all ihren Gedanken zu folgen. Dennoch konnte ich mit Klara nachfühlen, was es bedeutet plötzlich mit dem Tod konfrontiert zu sein und wie es ist, mit der Trauer alleine zurückzubleiben. Die innere Zerrissenheit wurde authentisch und mit viel Feingefühl beschrieben. Die Kapitelüberschriften ergeben ein Gedicht von Lydia Daher, das am Ende des Buches abgedruckt wurde. „Was bleibt von der Liebe, wenn ein Leben endet?“

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam
2. Apr.
„Ehrlich gesagt glaube ich, dass das Leben nur deswegen so kostbar ist, weil es endet.“ (S. 214)
Rating:5

„Ehrlich gesagt glaube ich, dass das Leben nur deswegen so kostbar ist, weil es endet.“ (S. 214)

In Dreimeterdreißig lernen wir Klara und Balázs kennen. Die beiden wohnen in einer Wiener Altbauwohnung mit drei Meter dreißig hohen Decken. Sie möchten sich ein neues Leben aufbauen. Eines Nachts ändert sich alles für Klara, denn Balázs liegt reglos im Bett. Die Kapitelüberschriften sind so besonders, denn sie ergeben am Ende ein Gedicht von Lydia Daher. Auch der Schreibstil ist sehr kraftvoll und poetisch und nahm mich direkt mit auf eine Reise der Gefühle. Themen wie Liebe, Verlust und Verdrängung werden sehr gut beschrieben. Die Einblicke in Balázs Herkunftsland fand ich spannend, da sie mir einen neuen Eindruck in die Kultur gegeben haben. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, sodass es mir leicht fiel, mich in sie hineinzuversetzen. Scheibers Debütroman regt zum Nachdenken an und hallt auch nach Beendigung nach. Klare Leseempfehlung.

dreimeterdreißig
dreimeterdreißigby Jaqueline ScheiberLeykam