Die Wut, die bleibt
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[...], aber sie hält ihn fest. Oder vielleicht ist es auch umgekehrt.
Dieses Buch ist nach dem Beenden noch eine Weile in meinem Türrahmen stehen geblieben. Diese Bücher gibt es immer wieder. Sie lehnen dort, schweigend, und sehen zu, wie man versucht, wieder in den Alltag zurückzufinden. Mit meinen 3,5 von 5 Sternen stehe ich vielleicht an einem merkwürdigen Punkt: zu beeindruckt, um das Buch abzulehnen, aber auch zu zwiegespalten, um ihm vorbehaltlos zu verfallen. Schon der erste Schock durchzuckt wie ein Stromschlag. Helene steht vom Abendessen auf und springt vom Balkon. Kein Abschiedsbrief. Keine große Erklärung. Keine literarisch inszenierte Vorwarnung. Nur ein radikaler Schnitt. Ein Moment, der weniger wie eine Handlung wirkt als wie das Zerreißen eines überdehnten Seils. Von da an erzählt Fallwickl nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern die Geschichte eines Systems, das sich darauf verlässt, dass Frauen immer noch ein bisschen mehr tragen werden. Noch ein bisschen länger. Noch ein bisschen stiller. Was mich an diesem Roman besonders beschäftigt hat: Die eigentliche Hauptfigur ist nicht Helene. Es ist die Leerstelle, die sie hinterlässt. Plötzlich wird sichtbar, wie viele unsichtbare Zahnräder sie jeden Tag in Bewegung gehalten hat. Nicht weil jemand sie aktiv darum gebeten hätte, sondern weil unsere Gesellschaft auf einem perfiden Prinzip beruht: Die wichtigste Arbeit ist oft diejenige, die erst bemerkt wird, wenn sie nicht mehr gemacht wird. Fallwickl beschreibt Care-Arbeit nicht als liebevolle Selbstaufgabe, sondern als Infrastruktur des Zusammenlebens. Solange sie funktioniert, spricht niemand darüber. Fällt sie aus, bricht alles zusammen. Dabei fand ich besonders spannend, dass der Roman Wut nicht als Explosion versteht. Wut ist hier eher wie Kohlenmonoxid: unsichtbar, geruchlos, tödlich. Sie sammelt sich in den Ritzen des Alltags. In jedem liegen gebliebenen Handtuch. In jeder mentalen To-do-Liste. In jedem „Kannst du kurz...?“, das eigentlich bedeutet: „Ich habe bereits entschieden, dass du zuständig bist.“ Und genau dort entfaltet das Buch seine größte Stärke. Es macht nicht nur sichtbar, wie Frauen erschöpfen. Es zeigt, wie Erschöpfung gesellschaftlich normalisiert wird. Trotzdem blieb ich nicht durchgehend begeistert. Vielleicht liegt es daran, dass Fallwickl manchmal so viel sagen will, dass die Geschichte kurz innehält, um Platz für ihre Botschaften zu schaffen. Mehrfach hatte ich das Gefühl, nicht mehr einer Figur zuzuhören, sondern einer Debatte. Themen wie Bodyshaming, Femizide, Mental Load, patriarchale Gewalt, soziale Medien, Schönheitsideale oder weibliche Selbstermächtigung werden angeschnitten, teilweise in beeindruckender Schärfe, teilweise aber auch so dicht hintereinander, dass der Roman stellenweise eher wie ein Brennglas aktueller Diskurse wirkt als wie eine organisch wachsende Erzählung. Gerade dort verlor mich das Buch gelegentlich ein Stück weit. Und dennoch: Selbst in diesen Momenten konnte ich mich seiner Wirkung nicht gänzlich entziehen. Denn Fallwickl schreibt Sätze, die nicht einfach gelesen werden wollen. Sie wollen sich festsetzen. Immer wieder findet sie Bilder für Trauer, Überforderung und weibliche Wut, die sich wie kleine Splitter im Gedächtnis verhaken. Ihre Sprache besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie macht Schmerz nicht größer als er ist, aber auch niemals kleiner. Besonders berührt hat mich die Figur Lola. Während viele Romane Jugendlichen entweder eine Weisheit zuschreiben, die sie unrealistisch erscheinen lässt, oder sie auf Klischees reduzieren, wirkt Lola lebendig. Unfertig. Widersprüchlich. Ihre Wut ist nicht sauber formuliert. Sie ist roh. Manchmal unfair. Manchmal anstrengend. Aber genau deshalb glaubwürdig. Sie verkörpert eine Generation, die Dinge nicht mehr einfach so hinnehmen möchte. Vielleicht erklärt das auch meinen Eindruck nach dem Lesen: Dieses Buch will nicht gefallen. Es will aufrütteln. Es will stören. Es will Fragen stellen, die man lieber verdrängt. Und genau deshalb bleibt es eben doch. Und vielleicht ist das die größte Qualität dieses Romans: Er hinterlässt keine Antwort. Er hinterlässt einen Blick. Einen Blick auf all die Arbeit, die niemand sieht. Auf all die Erwartungen, die niemand ausspricht. Und auf eine Wut, die nicht verschwindet, nur weil man sie ignoriert. ♡♡♡ "Sie stehen einander gegenüber, nachdem sie sich eine gute Nacht gewünscht haben, und vermeiden die Umarmung, die sich ihnen aufdringen möchte, wie eine logische Konsequenz. Das sind Momente, in denen man sich nicht umarmen kann, weil sonst aufplatzt, was mühsam zugetackert wurde." "Denn das Problem, wenn man jemanden liebt, der einen nicht zurückliebt, ist, dass man sich nie sicher sein kann. Dass man sich ständig fragen muss, ob man womöglich bloß zu negativ denkt, ob die Liebesbeweise des anderen eventuell nur nicht aussehen wie erwartet, dass man permanent auf der Lauer liegt, Sätze durchleuchtet, jene, die ausgesprochen werden, und jene, die ungesagt bleiben."
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💪 Sie rauben uns alles, außer die Wut 💪 WeareKarma
Jede gute Geschichte fängt damit an, dass jemand etwas Unerwartetes tut, das sein Leben entscheidend verändert. (S. 29f) So ging es mir direkt bei der ersten Seite. Der Einstieg in das Buch ist hart und hat mich eiskalt erwischt, ich wusste so gar nicht worauf ich mich einlass und ich habe jede Seite, jede Auflehnung von Lola und ihren Freundinnen, jede Sichtbarkeit von Misogynie und Diskussionen, Streits, Auseinandersetzungen mit Lola und Sarah geliebt! Diese Buch beinhaltet so viele wichtige Themen, diese wurden grandios inszeniert. Etwas mehr hätte die männliche Wahrnehmung von Johannes und Leon mit einfließen können. Die Sozialisierung und das indoktrinierte Weltbild. Eine Familie der plötzlich der Halt fehlt, eine Freundin, die sich aus den falschen Gründen verantwortlich fühlt und Männer, die nichts tun - nicht hinsehen - nicht handeln - nicht reagieren.. Sexualisierte Gewalt oder "Alltagssexismus" werden sehr gut behandelt und in kritische Kontexte gebettet. Frauen, die sich wehren und nicht weggucken! Einfach stark! Es ist traurig, dass solche Witze: "welche Kraft wirkt auf die Frau, die Herdanziehungskraft" in unserer Gesellschaft immer noch toleriert werden, das darüber gelacht wird, während das für viele Frauen die traurige Realität ist, ob selbstgewählt oder unfreiwillig. Der Mangel an Selbstbestimmung macht solche Witze echt! Traurig! Die Ideale unserer Geschellschaft sind fragwürdig und ich hoffe sehr, dass ich meinen Schülerinnen und Schülern ein Vorbild für Selbstbestimmung sein kann. Ein Buch für alle, die hinschauen und nicht wegschauen!
Ein intensives und starkes Buch. Ich will mehr von diesen Büchern, die beinahe unbequem, laut & nachdenklich sind.
Ich bin auf "Die Wut, die bleibt" aufmerksam geworden, weil die Autorin Mareike Fallwickl zu denen der Essays in "Heute ist ein guter Tag, das Patriarchat abzuschaffen" gehört. Ihr Essay dort hatte auch kurzzeitig dieses Buch aufgegriffen. Ich war also bereits sehr gespannt auf dieses Werk und musste es dementsprechend zeitnahe lesen. Man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen, ohne Umschweife. Lola und Sarah waren zwei so spannende, wie unterschiedliche Charaktere. Durch die Kapitel hindurch, begleitet man die beiden abwechselnd. Lola ist 15, als sie ihre Mutter verliert. Sarah ist 39, die beste Freundin von Lolas Mutter und schnell in einer neuen Rolle gefangen, die sie sich so nicht ausgesucht hat. Das Buch thematisiert viele wichtige Aspekte des Feminismus und der patriarchalen Strukturen, in denen wir leben. Es gab so viele starke Zitate, dass ich reihenweise Zettelchen zum Markieren verbraucht habe. Besonders mitreißend und emotional waren die Szenen zwischen Lola und Sarah, Lolas Verständnis von der Welt, ihr Versuch ihren Platz zu finden und Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen, wobei dieser nicht immer auf einem anmehmbaren Weg verläuft. So sollte man nie Gewalt als Lösung von genau dieser wählen. Aber darum geht es hier auch nicht. Denn nicht nur Lola macht viel durch, auch Sarah entwickelt sich innerhalb des Buches weiter und wo sie anfänglich noch sehr in ihrer "Rolle" feststeckt, merkt man, wie wichtig die Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Lola sind. Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Szenen, die emotional treffen, die nachdenklich stimmen oder einfach nur wütend machen. Die oft ausgeübte Kritik, dass Männer hier nicht besonders gut wegkommen, verstehe ich zwar, doch würde ich nicht sagen, dass die Darstellung hier nicht als gewähltes Mittel passt, gerade weil es eben durchaus solche Beispiele gibt und auch Männer mit diesem System aufwachsen, hineinwachsen und ihr ganz eigenes Rollenverständnis haben. Genau das hat Fallwickl auch in ihrem Essay in "Heute ist ein guter Tag, das Patriarchat abzuschaffen" beschrieben, weswegen an der Stelle auch eine Empfehlung für diese Sammlung rausgeht. Das Buch ist schonungslos, geht offen mit weiblicher Wut, mit Verlust, mit Idealen und Rollenbildern um und wirkt nach. Es ist nicht als Handlungsanleitung zu verstehen, auf gar keinen Fall und soll meines Erachtens auch nichts beschönigen. Es ist vielmehr eine Kritik an einem System, dass uns alle betrifft, egal welchen Geschlechts. Der Schreibstil von Fallwickl bringt genau das gut rüber. "Die Wut, die bleibt" gibt Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Frauen, bricht Tabus, spielt mit einigen Grenzen und macht etwas mit den Lesenden. Das Buch wird noch eine Weile nachhallen und das nächste Buch von Mareike Fallwickl liegt bereits auf meinem SuB bereit.

Die Bücher von Mareike Fallwickl lösen einfach etwas in mir aus.🫀🧠 Ihre Geschichten berühren mich immer und bringen mich zum Nachdenken, weil sie Dinge ausspricht, die einfach wahr sind. Über unser Leben, unsere Gesellschaft und über all das, was viel zu oft unausgesprochen bleibt.⚡️🔥 Beim Abendessen steht Helene, Mutter von drei Kindern, plötzlich auf, geht zum Balkon und springt. Einfach so. Ohne Erklärung. Ohne Abschied. 💔 Zurück bleiben ihre Kinder, ein überforderter Vater und Helenes beste Freundin Sarah. Und plötzlich geht es nur noch darum, irgendwie weiterzumachen. Irgendwie zu funktionieren und zu überleben. Was danach folgt, ist keine klassische Trauerstory, sondern viel mehr eine Geschichte über all das, was sich über Jahre aufgestaut hat. Über Erwartungen. Über Rollenbilder. Über Care-Arbeit. Über dieses unsichtbare Gewicht, das viele Frauen jeden Tag tragen. 🧺🧹📅 Ich fand es gut, dass der Roman aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Lola ist voller roher, ungefilterter Wut. Rebellisch, laut, verletzlich. Sarah dagegen versucht alles zusammenzuhalten, Verantwortung zu übernehmen und irgendwie Ordnung ins Chaos zu bringen 🧩🫶. Die Autorin schreibt unglaublich intensiv ✍️. Manchmal poetisch und vor allem brutal ehrlich. Es gibt Passagen, die sich wie ein Schlag anfühlen und andere, die ganz leise unter die Haut gehen. 🫀📚 Es ist kein leichtes Buch, aber ein unglaublich wichtiges. Es erzählt von Verlust, von weiblicher Wut, von gesellschaftlichem Druck und davon, wie viel unausgesprochen bleibt. Es ist ein Roman, der weh tut und nachhallt. 🔥💥

25 Frauen 2025 - Buch 30: Dieser Roman ist schonungslos und das mit einer so großen Wucht, dass das Lesen mir zwischendurch weh tat. Und das ist genau richtig so! Helene und ihr Partner Johannes sitzen mit den Kindern Lola, Maxi und Lucius beim Abendessen. Zu dieser Zeit ist Corona-Lockdown und Helene hat ihre Arbeit zugunsten der Kinderbetreuung aufgegeben. Sie hat gekocht und setzt sich. Als Johannes fragt, ob sie noch Salz haben, steht sie auf, geht auf den Balkon und stürzt sich in den Tod. Das ist kein Spoiler, denn es passiert auf den ersten Seiten. Fassungslos saß ich da. In Minutenschnelle ist man drin in der Handlung und die Sogwirkung blieb für mich bestehen. Im weiteren Verlauf folgt man einerseits der Perspektive der Teenagertochter Lola und andererseits der Perspektive von Helenes bester und längster Freundin Sarah, die die Familie nach Helenes Selbstmord unterstützt. Mareike Fallwickl spricht in diesem feministischen Roman viele wichtige gesellschaftliche Themen an, so dass ich auch jetzt, nach dem Beenden des Romans, noch einiges zum Nachdenken haben werde. Ein wichtiger Roman! Und dennoch hätte ich mir zumindest eine positive männliche Figur von Fallwickl gewünscht. Ich danke _js_ für die Empfehlung!
Das Buch, das bleibt, das einen im besten Sinne verfolgt
Die Wut, die bleibt beleuchtet das Leben mehrerer Frauen und ihre Erfahrungen mit Care-Arbeit, Überforderung und Ohnmacht. Die Erzählung ist schonungslos und ehrlich. Sie zeigt, wie persönlich und politisch diese Themen sind. Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. Es ist emotional extrem fordernd, aber auch unglaublich stark. Ich habe mich oft unwohl gefühlt – im besten Sinne, weil es zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig steckt viel Mut und Hoffnung zwischen den Zeilen. Ein Buch, das mich noch lange begleiten wird.
Schmerz und Hoffnung in einem Werk
Wow, was für ein gewaltiges Buch. Jede Seite des Romans hat Mareike Fallwickl mit so vielen Emotionen beladen, dass ich das Buch an einigen Stellen weglegen musste um mich von dem Gelesenen zu erholen. Auf eine unnachahmliche Art wird der Umgang mit der Trauer über den Suizid eines geliebten Menschen aus einer weiblichen und feministischen Perspektive beschrieben. Dieses Eintauchen in weibliche Gefühlswelten ist für Männer in manchen Kapiteln und Szenen vermutlich nur schwer nachvollziehbar und kann einen wichtigen Beitrag in der Gleichberechtigung liefern. Die patriarchale Struktur unserer Gesellschaft kommt gerade in dem Erzählungsstrang der heranwachsenden Lola o brutal zum Vorschein, dass einem glatt schlecht werden kann. Der brutale Umgang damit und der Versuch sich mit Gewalt aus dieser Unterdrückung zu befreien ist wohl symbolisch für viele junge Frauen und macht auch Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft, für die hier im wahrsten Sinne des Wortes gekämpft wird. Trotzdem findet das Buch auch die richtigen Töne, aus denen hervorgeht, dass Gewalt nicht verherrlicht werden kann. Interessant ist aber weiterhin der Blick auf die andere Perspektive der 40-jährigen Sarah, die durch den Suizid ihrer besten Freundin auf eine sehr harte Tour lernt, selbstbestimmt leben zu wollen und immer weiter für sich einsteht. Denn es ist nie zu spät eine Feministin zu sein. Insgesamt besticht der Roman nicht nur mit einer unbarmherzigen Wahrheit über unsere Gesellschaft, sondern auch mit einer wirklich angenehmen Schreibweise und verständlichen Handlungssträngen. Es kann einem viele harte Stunden des Lesens bescheren, aber hoffentlich auch einer Menge weiblicher Personen Mut schenken, dass sie nicht alleine sind. Nicht alleine gegen das Patriarchat ankämpfen müssen. Es wird jedoch nicht nur die Gesellschaft auf den Prüfstand gestellt, sondern auch die eigene Partnerschaft als Tatort sexualisierter Gewalt und des Machtmissbrauchs aufgezeigt. Denn im Grunde können Menschen vor Gewalt an keinem Ort sicher sein und eine Partnerschaft ist kein Freibrief für Gewalt in psychischer oder physischer Form.
Wichtig!
Das Bucht hat mich wirklich bewegt. Die Message hinter dem Buch ist stark und wichtig : Es geht um die Rolle als Mutter, Selbstbestimmung, weibliche Wut, gesellschaftliche Rollenbilder und die Frage, was passiert, wenn eine Frau einfach nicht mehr kann. Der Schreibstil ist direkt und bringt viele Gedanken zum Nachdenken. Was für mich persönlich etwas schwierig war, ist der Umgang mit Gewalt. Einige Szenen waren mir zu heftig und haben ein bisschen von der Wirkung der eigentlich starken Botschaft abgelenkt. Trotzdem: Ein sehr lesenswertes Buch mit viel Tiefe, das aufrüttelt und das sollte es auch.
Pflichtlektüre für jeden Mann (World-Challenge 15|194, neu 🇦🇹)
Lola ist wütend. Sarah ist wütend. Und Mareike Fallwickl erst recht. Die Handlung beginnt denkbar düster: Helene, Mutter von drei Kindern, stürzt sich vom Balkon und hinterlässt eine Lücke für alle Beteiligten. Wer kümmert sich um die zwei kleinen Kinder? Wer unterstützt die jugendliche Lola in ihrer fragilen Lebensphase? Klar ist nur: Männer jedenfalls nicht. Sie treten in dem Roman bestenfalls passiv, ignorant und überfordert auf, schlimmstenfalls als arrogant und gewalttätig. Die Autorin stellt viele wichtige feministische Themen in den Vordergrund: Fehlende Anerkennung, psychische Belastungen, Machtverhältnisse, gesellschaftliche Erwartungen bis hin zu Gewalt und Femizid. Da ist einerseits Sarah, die plötzlich die Care-Arbeit für die Kinder übernimmt, ohne mit ihnen verwandt zu sein. Die Episoden mit ihr sind immer herzerwärmend und zeigen, wie viel Wertschätzung diese Tätigkeit eigentlich erhalten sollte – und gleichzeitig, wie allein sie gelassen wird. Da ist andererseits Lola, die Gewalt durch Männer erlebt, ihre Wut in eigene Gewalt kanalisiert und militant wird. Fallwickl präsentiert zwei gegensätzliche Arten, um mit dem Patriarchat umzugehen – Sarah übernimmt die moderate, sich lange ins System einfügende Rolle, Lola die bewusst provokante Rolle. Der Kontext der Corona-Pandemie ist sehr gut gewählt, denn damals traten die Herausforderungen von Kinderbetreuung massiv in den Vordergrund, ohne dass die Politik daraus gelernt hätte. Und so webt Fallwickl noch ein zweites Thema ein – der Adultismus. Denn es wird immer wieder deutlich, wie wenig Mitspracherechte Kinder in unserer Gesellschaft haben. Fallwickls Stärke ist vor allem die Beschreibungen körperlicher Veränderungen, die durch die Wut entstehen. Gepaart mit starken Dialogen über systemische Ungerechtigkeit entwirft sie ein Bild von Männern, das mir natürlich wehtut. Aber genau das ist wahrscheinlich die Lebensrealität vieler Mütter, die den größten Teil der Kinderbetreuung schultern müssen und gleichzeitig in der Teilzeit-Falle landen. Auch ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich meiner Rolle als Vater gerecht werde oder wo auch ich die systemische Ungerechtigkeit sogar stütze. Trotzdem hätte ich mir ein differenzierteres Bild von den Männern gewünscht. Wäre es nicht eine schöne Botschaft gewesen, dass es auch andere Männerbilder gibt: Die sich um Kinder kümmern, das Patriarchat in Frage stellen und feministisch handeln. Auch finde ich es schade, dass die Betreuung von Kindern fast einseitig als Belastung betrachtet wird. Denn als Wendepunkt hätte ich mir gewünscht, dass all die teilnahmslosen Väter die eigentlichen Verlierer sind, weil sie eines der größten Geschenke nicht intensiv erleben: Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, sie aufwachsen zu sehen, sie dabei zu unterstützen, ihren Platz in der Welt zu finden. „Die Wut, die bleibt“ ist allein wegen der vielschichtigen Thematik eine Pflichtlektüre. Nicht nur, aber besonders für Männer.
Mir fehlen die Worte. Als Dreifach-Mama finde ich mich in so vielen Schilderungen wieder, spüre die Wut und irgendwie bin ich trotzdem in einer ganz anderen Situation. Denn ich habe das Glück (oder eben gezielt danach gesucht) einen Mann an meiner Seite zu haben, der nicht nur eine Ehefrau haben wollte, sondern Ehemann sein will. Der nicht nur Kinder haben wollte, sondern Vater sein will. Und das spüren wir jeden Tag. Wenn ich dann solche fiktiven Erzählungen lese und an Millionen Frauen da draußen denke, die genau so und schlimmer ausharren müssen, alleine stemmen müssen, kämpfen müssen - dann steigt da so eine unbändige Wut in mir auf. —— ACHTUNG ‼️ AB HIER POTENZIELLE SPOILER ‼️ —— Ich konnte die Szenen von Lola nicht so ganz nachvollziehen und fand sie teilweise sehr befremdlich, kann die Gewalt die in einigen Szenen beschrieben wird, absolut nicht gutheißen und finde es einfach sehr extrem. Dennoch wirft dieser Roman Fragen auf, auf die ich keine Antwort habe. Es gibt kein 100%iges Ja oder nein, kein Schwarz oder Weiß. Ich glaube, diese Geschichte wird noch lange in mir nach klingen, genau so wie die Fragen, die bewusst offen gelassen worden sind.
Traurig, intensiv und zum Nachdenken zwingt.
Das ist mein zweites Buch von Mareike Fallwickl – und wieder hat sie es geschafft, mich mit ihrem Schreibstil komplett in den Bann zu ziehen. Sie schreibt so direkt, so eindringlich, dass man einfach weiterlesen muss. Inhaltlich geht es um ein wichtiges, starkes Thema: Feminismus, Mutterschaft, Care-Arbeit und die ungleiche Verteilung von Verantwortung zwischen Männern und Frauen. Fallwickl zeigt in ihrer Geschichte sehr eindrücklich, wie überlastet, unsichtbar und allein gelassen Frauen oft sind – und was das mit ihnen macht. Ich muss gestehen, dass ich mich persönlich bisher viel zu wenig mit diesen Themen beschäftigt habe. Umso mehr hat mich das Buch wachgerüttelt und nachdenklich gemacht. Trotzdem gebe ich nicht die vollen 5 Sterne, sondern 4,5. Denn Gewalt ist für mich keine Lösung – und auch wenn sie in der Geschichte einen Platz hat, empfinde ich das als etwas, das für mich nie gerechtfertigt sein wird. Alles in allem aber ein wahnsinnig starkes Buch, das Spuren hinterlässt und unbedingt gelesen werden sollte. Ich bin mir sicher, dass es nicht mein letztes Buch von Mareike Fallwickl war.
Hat mich als Geschichte nicht ganz überzeugt! Depression ist eine furchtbare Krankheit 💔.
Das war mein erstes Buch der Autorin und ich habe etwas gemischte Gefühle. Helene, Mutter von 3 Kindern, steht eines Abends beim Essen auf und spring daraufhin vom Balkon 5 Stockwerke runter in den Tod. Zurück bleibt Wut, wiedergegeben aus den Perspektiven ihrer Freundin Sarah und ihrer ältesten Tochter Lola. Das Buch fängt direkt heftig an, der Suizid findet statt. Man schaut als Leser hilflos zu und weiß nicht wohin. Ich persönlich fand, dass die unmittelbar folgenden Kapitel schwer zu lesen waren. Depression ist eine furchtbare und unsichtbare Krankheit. Betroffene bekommen oft keine Hilfe oder die Hilfe kommt schlichtweg zu spät. Meine Rezension behandelt nicht diese Krankheit und ich könnte mir niemals anmaßen auch nur zu überleben, was die Protagonistin durchgemacht hat. Ich beziehe mich eher auf die Nachwirkungen. In unserer Gesellschaft sind Kinder zu etwas degradiert worden, was man lieber gar nicht erst hat. Unsere Protagonistin hatte sogar 3. In meiner Rezension denke ich laut darüber nach, ob die Krankheit evtl. schon da war, als man sich noch für ein drittes Kind entschieden hat. Es geht um Verantwortung. Nicht um victim blaming. Es muss besprochen werden. Kein Kind hat darum gebeten, geboren zu werden, also liegt die Verantwortung bei uns Erwachsenen. Ich habe doch einige Seiten gebraucht, bis ich mich zurecht gefunden habe. Sarahs POV war für mich bis zum Schluss etwas schwierig. Lolas Perspektive hingegen habe ich atemlos gelesen, ist sie in gewisser Hinsicht eine Vollwaise, denn sie lebt nun mit ihrem Stiefvater. Ihr leiblicher Vater kümmert sich nicht und hat sich noch nie gekümmert. 🌺Zitat 🌺 „Das ist alles, das ist der Kern. Eine Mutter, die lieber tot sein will, als bei ihr zu bleiben. Ein Vater, der schon nicht bleiben wollte, als sie nicht mal geboren war.“ Im Verlauf der Geschichte hat sich mein erster Eindruck etwas gedreht, ich konnte Sarah besser folgen und Lolas POV wurde zunehmend undurchsichtig für mich. Nicht so gut gefallen hat mir, dass das alles im Zusammenhang mit der Corona Pandemie steht. Ich finde, da haben die AutorenInnen einen Fehler gemacht, wenn sie was in ihren Büchern untergebracht haben. Bei jeder Erwähnung bin ich direkt aggressiv geworden, weil ich es einfach nicht mehr hören kann (hätte das Buch nicht gelesen, hätte ich das vorab gewusst, deshalb erzähle ich das Euch!) Meine sehr ausführliche Rezension ist bei Reado hochgeladen. Hier reicht der Platz nicht und ich habe noch nie eine Rezension in den Kommentaren weitergelesen. ‼️Es folgen keine Spoiler, aber doch eine recht genaue Besprechung ‼️ Ich verstehe, dass das ein feministischer Roman ist, der die Überforderung der Frauen und die Inkompetenz der Männer im häuslichen Bereich aufzeigen soll. Und die immerzu währende Respektlosigkeit und wie über den weiblichen Körper verfügt wird. Helenes Ehemann weiß scheinbar nicht mal, wie man eine Waschmaschine bedient und das Leben stürzt in jeglicher Hinsicht in sich zusammen. Dann werden explizite Szenen geschildert wie z.B. Sarahs Freund mit ihr umgeht oder Lolas Klassenkameraden / männliche Teenager den Mädchen nachstellen. Es gibt sehr viele gute Sachbücher zu diesem Thema! Für mich persönlich hätte ich innerhalb eines Romans gern mehr Hinweise auf mögliche mentale Probleme gehabt, um das Thema Suizid noch etwas besser zu beleuchten, es war etwas plakativ und klischeebehaftet dargestellt. Depression muss klar benannt und entstigmatisiert werden. Und für mich waren die Kinder die Opfer in diesem Buch. Schließlich wurden sie freiwillig zur Welt gebracht. Es ist leicht, die Verantwortung anschließend von sich zu weisen, aber sogar noch ein drittes Kind zu bekommen vorher. Mir hat das Herz weh getan und ich habe stumme Tränen geweint angesichts der Tatsache, dass der jüngste noch ein Baby ist und der zweitjüngste ein Kindergartenkind. Und auch Lola war auf sich gestellt von jetzt auf gleich. Ohne Frage schmerzt mein Herz auch für Helene, sie muss fürchterliche Qualen ausgestanden haben, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Sie wurde zum Opfer einer heimtückischen Krankheit!!! Aber in dem Buch ist sie bereits nicht mehr da, für sie ist das Leid vorbei. Für ihre Familie hat es erst begonnen. Ich hoffe, es spricht sich weiter rum, dass man keine Kinder haben muss. Denn im Zweifel muss man bereit sein, sich allein um diese zu kümmern, komme was wolle. Das ist das Kreuz, das Mütter tragen. Ich stehe grundsätzlich auf der Seite der Kinder. Diese haben nicht darum gebeten, geboren zu werden. Der teilweise vor Selbstmitleid triefende Unterton hat mich auch an den „Trend“ denken lassen, dass Mütter neuerdings im Internet zeigen, wie dreckig ihre Häuser und Wohnungen sind. Dass ihre mental health es ihnen verbietet, Geschirr zu spülen, Betten zu beziehen, Müll wegzubringen und als Resultat, ihre Kinder im Dreck hausen müssen. Und das Internet muss Mitleid mit ihnen haben und die dreckigen Lebensumstände validieren. Ich kann das nicht und werde das nicht können. Die Kinder haben mir das Herz zerrissen und für mich wurde zu wenig (gar nicht) auf die mentale Gesundheit eingegangen, es wurde nur immerzu nach äußerer Schuld gesucht und nie klargemacht, dass eine erwachsene Person eigene Entscheidungen trifft. Viele Angehörige leiden ein Leben lang unter Schuldgefühlen und zerbrechen unter der Frage, ob sie etwas hätten ändern können. Dabei kann man eine erwachsene Person nicht davon abhalten, das zu tun, was sie wirklich tun möchte. Es ist unmöglich ein Fazit zu ziehen. Depression muss besprochen werden. Es muss möglich gemacht werden, dass Betroffene Hilfe bekommen. Es muss aber auch erlaubt sein, dass man für Kinder einsteht. Dass Kinder auch ein Recht haben, in einem ordentlichen Umfeld aufzuwachsen. Ihr seht, das Buch hat mich sehr aufgewühlt. Thema ist eine 10/10, die Umsetzung hat mich nicht ganz überzeugt. Schwieriges Thema! Schwieriges Buch! Macht Euch am besten ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️

Puh, was für ein emotionales Buch. Während der ersten Hälfte war ich mir sicher, dass es ein 5 Sterne Buch werden wird. Schon in der ersten Szene mit dem Salz hab ich mich wieder erkannt. In der zweite Hälfte hat sich das Buch aber mMn in die falsche Richtung entwickelt. Der Mädels Gruppe rund um Lola kann ich gar nix abgewinnen. Gewalt ist doch keine Lösung. Und auch Sarah hat sich mMn mehr zum Jammerlappen entwickelt als zur starken Frau. Der Umgang mit Leon am Ende des Buchs hat mir auch nicht gefallen. Im Endeffekt ruft dieses Buch zur Männerfeindlichkeit auf und das ist der falsche Weg für ein schönes Miteinander. Schade, ich hatte mir irgendwie mehr erwartet.
Es macht mich nicht nur nach dem Lesen nachdenklich, denn das hat es vorher schon...
Ich habe noch nichts vergleichbares gelesen, nun weiß ich auch warum, die Wut wächst, auch bei mir. Es macht mich also nicht nur nach dem Lesen nachdenklich, denn das hat es vorher schon... Das sind Bücher die berühren, ganz oft musste ich schlucken und habe mit genickt. Ich finde also hier Bedarf es nicht allzu vieler Worte, lest, hört, schaut euch um, vermittelt, helft, bildet Gemeinschaften 👊🏻♀️ Es wird definitiv nicht mein letztes Buch dieser Art sein. Wie viele wertvolle Bücher um die Zeit des Lockdown entstanden sind oder davon handeln, dieses gehört meisterlich auf einen ganz hohen und wichtigen Podest.
Ein absolutes Herzensbuch, das jede Frau (und eigentlich jeder Mensch) gelesen haben sollte! Ehrlich, brutal, schonungslos und doch voller Hoffnung!
Selten hat mich ein Buch so tief im Innersten berührt und gleichzeitig aufgerüttelt wie dieses. „Die Wut, die bleibt“ ist kein einfacher Roman – es ist ein Schlag ins Herz, ein Spiegel, ein Aufschrei, der lange nachhallt. Mareike Fallwickl schreibt mit einer Intensität, die weh tut, aber genau deshalb so notwendig ist. Sie legt schonungslos offen, was viele Frauen fühlen, aber kaum aussprechen: die Erschöpfung, das Ungesehenwerden, die Last, immer zu funktionieren – und die stille, brodelnde Wut, die daraus entsteht. Ich habe beim Lesen geweint, genickt, geschluckt – und mich verstanden gefühlt. Es ist ein Buch über Schmerz, über Mutterschaft, über das Patriarchat, über weibliche Solidarität – aber vor allem über die Kraft, sich selbst wiederzufinden. Trotz aller Schwere strahlt zwischen den Zeilen eine unglaubliche Hoffnung: dass Veränderung möglich ist, wenn wir endlich hinsehen und uns gegenseitig tragen. Dieses Buch ist unbequem, ehrlich und heilsam zugleich. Es bleibt – genau wie die Wut, die es beschreibt. Ein absolutes Herzensbuch, das jede Frau (und eigentlich jeder Mensch) gelesen haben sollte.
Eine Mutter kann nicht mehr und stürzt sich beim gemeinsamen Abendessen, mit der Familie, in den Tod. Wie geht es jetzt weiter? Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Sarah der besten Freundin, die aus einem Pflichtgefühl heraus nun um die Familie kümmert. Sie sorgt sich um die Kinder, bekocht die Familie und sorgt das alles so normal wie möglich weiterläuft. Sie zieht sogar zeitweise in die Wohnung, um da sein zu können. In ihrem Haus wartet zwar ein Mann, aber es scheint als flieht sie mehr vor ihm, als dass sie eine Zukunft mit ihm sieht. Sarah ist schnell an einem Punkt an dem sie Ihre Freundin verstehen kann. Wenn sie Sonntags eine Stunde für sich hat, ist dass das Beste in der Woche. Ihre Arbeit wird vom Vater der Kinder und dem Witwer nicht ernst genommen. Ging es ihrer Freundin auch so. Sie hat natürlich alles mitbekommen, aber eben nie selbst erlebt. Die zweite Perspektive ist die von der Tochter Lola. Sie kämpft mit sich, mit dem Tod ihrer Mutter und der Gesellschaft. Sie ist Teenager, neigt zunächst zu selbstverletzenden Verhalten. Bis sie mit ihrer Freundin die Schule schwänzt und skaten geht. Sie werden von Jungs angegriffen und beschließen zu einem Selbstverteidigungskurs zu gehen. Lola und ihre Freundin verändern sich bewusst, bekommen Muskeln, aber wollen auch nicht mehr dünn sein. In dem Kurs lernen sie zwei weitere Frauen kennen und nach einem Vorfall, gehen sie auf Rachekurs. Sogar Sarah helfen sie. Was würden wir machen, wenn unsere Beste Freundin stirbt. Würden wir wirklich so selbstlos handeln? Wie wäre es uns ergangen, wenn wir unsere Mutter verlieren, als wir Teaanager waren und immer noch in einer Männerdominanten Welt leben würden? Spannende Fragen, die durch dieses Buch aufgeworfen werden.
W O W !!
Als Hörbuch haben wir hier zwei Sprecherinnen bekommen. Beide hatten eine super angenehme Stimme und ich konnte ihnen gut folgen. Kapitel waren teilweise lang, aber hat durch die Spannung nichts getan. ☝🏼 ⚠️ Trigger-Warnung hier beachten: - Selbstmord - Femizid - Gewalt - Depressionen - Magersucht | Essstörung Wirklich ein super wichtiges Buch meiner Meinung nach. Es behandelt viele Themen kamen hier vor, die ich so gar nicht bedacht habe oder den Blickwinkel ich nicht gehabt hatte. Wir bekommen die Gesicht von Lola und Sarah. Wer die beiden sind, mag ich nicht sagen, da es eventuell spoilern könnte. 😊 Klare Leseempfehlung! 🫶🏼

** Wenn Wut laut wird… **
Mareike Fallwickl greift in Die Wut, die bleibt Themen auf, die ins Mark treffen: unbezahlte Frauenarbeit, die Belastungen der Pandemie und die ständige Erschöpfung, die Frauen oft still ertragen. Die „Tränen der Erschöpfung“ und die Erziehung zur Konfliktvermeidung sind nur einige der Punkte, die schmerzhaft nachvollziehbar sind. Der Schreibstil ist dabei kraftvoll und mitreißend – das Buch lässt sich kaum aus der Hand legen. Trotzdem hatte ich „kleine Probleme“ damit. Viele Themen sind so zugespitzt, dass sie ihre Wirkung teilweise verlieren. Was mich besonders gestört hat, war der Gedanke an Selbstjustiz, der unausgesprochen im Raum steht. Das fühlte sich für mich persönlich an manchen Stellen einfach falsch an. Die Story bleibt lange im Kopf und ist eine wertvolle Möglichkeit, sich mit diesen wichtigen und oft verdrängten Thematiken vertraut zu machen. Ein Roman, der bewegt und nachwirkt.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ich weiß ich bin etwas Late to the Party aber bei diesem Buch gilt: besser spät als nie! 😍 Das Buch ist ein Meisterwerk. Mareike Fallwickl schafft es, sprachlich präzise und emotional schonungslos Themen anzusprechen, die allzu oft verdrängt werden: die unsichtbare Last von Frauen, die Kraft von Wut und die Notwendigkeit gesellschaftlicher Veränderung. Besonders berührend und schmerzhaft treffend sind Aussagen wie: „Der erschöpfte Vater bekommt Anerkennung, die erschöpfte Mutter Sprüche.“ oder „Wir müssen aufhören, die jüngere Generation zu belehren, und anfangen, von ihr zu lernen.“ Sie bringen komplexe Strukturen auf den Punkt und bleiben lange im Kopf. Ein Buch, das Mut macht, Wut zu fühlen und Veränderungen einzufordern. Unfassbar gut und unfassbar wichtig 🤯
Keine klassische Rezension - aber definitiv eine Leseempfehlung
Keine Frage – Die Wut, die bleibt ist ein gut geschriebenes Buch, das mit patriarchalen Strukturen, emotional abwesenden Vätern und männlichen Gewalttätern abrechnet... Besonders spannend ist jedoch, wie sehr das Buch die Gemüter vieler Frauen erhitzt. Die einen auf Grund der männlichen Protagonisten des Buchs, die anderen auf Grund der Gewalt, die von jungen Frauen ausgeht. Das lässt sich deutlich an den Rezensionen und Diskussionen im Social Read hier auf Reado beobachten. Noch nie zuvor habe ich dort einen so intensiven und hitzigen Meinungsaustausch erlebt. Dass ein junges Mädchen auf einen Rachefeldzug geht und Gewalt an Männern ausübt, scheint für viele Frauen eine Grenze zu überschreiten, ein absolutes Tabu zu sein. Es bringt sie dazu, nicht nur das Buch, sondern auch den vermeintlich dahinterstehenden Feminismus und sogar die Autorin selbst zu verteufeln. Gerade das finde ich bemerkenswert: Die Gewalt geht in der Geschichte zunächst von Männern aus – doch an dieser Stelle bleibt der große Aufschrei aus. Erst als ein Mädchen zur Selbstjustiz greift, wird die Empörung riesig. Warum ist das so? Ist männliche Gewalt so sehr normalisiert? Müssen Frauen stets friedliche Lösungen finden? Und ist das Entsetzen andernfalls einfach größer? Besonders verwunderlich ist das ganze, da das Buch rein fiktional ist und kein Ratgeber oder Handlungsempfehlung – dennoch wird das Buch häufiger so gewertet und deswegen verurteilt. In unzähligen Serien, Filmen und Büchern wird Gewalt dargestellt. Von wem geht sie dort meist aus? Von Männern. Und nur selten führt das zu vergleichbarer Empörung oder zu der Annahme, es habe eine gefährliche Vorbildfunktion. Mareike Fallwickl hat mit diesem Buch einen Denkanstoß geliefert. Vielleicht wollte sie wachrütteln, vielleicht gesellschaftliche Strukturen ins Wanken bringen – vllt ist es ja wirklich ein kleiner Warnschuss. So oder so, es ist ein Buch, das bewegt.
Die Wut, die bleibt – und das Recht, gehört zu werden
Ein kraftvolles Buch, das laut ist – und genau deshalb so wichtig. Mareike Fallwickl schreibt über Mutterschaft, Care-Arbeit, Erschöpfung, über die Wut, die sich in Frauenkörpern ansammelt, wenn sie immer wieder übergangen, überfordert, übersehen werden. Aber das Großartige an diesem Buch ist: Man muss keine Mutter sein, um es zu fühlen. Diese Wut gehört uns allen. Diese Müdigkeit. Dieses permanente Zurückweichen, das als Rücksicht verkauft wird. Dieses stille Funktionieren. Und das Bedürfnis, endlich laut zu sein – und gehört zu werden. Beim Hören hatte ich viele dieser Ja-genau-Momente. Keine neuen Erkenntnisse im Sinne von Aha – sondern diese stille Bestätigung: Du bildest dir das nicht ein. Diese Sätze kennt man, diese Blicke, dieses Nicht-Gemeinte, das trotzdem wirkt. Fallwickl schreibt mit Wucht und Klarheit, aber ohne Pathos. Sie beschreibt eine Realität, die wir oft lieber nicht wahrnehmen – und trifft damit direkt ins Herz.
Kraftvoll und zeitnah
Mareike Fallwickels Roman beginnt mit einem Knaller. Mutter Helene stürzt sich beim gemeinsamen Abendessen mit Mann und Kindern vom Balkon in den Tod. Die Geschichte spielt zu Zeiten der Pandemie und ist ein Werk, dass durch den für die Autorin typischen Stil aus Provokation und Polarisierung besticht. Wenn man damit umgehen kann, liest sich das Buch richtig gut. Die Sprache der Autorin ist kraftvoll, sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Womit ich beim Klappentext nicht gerechnet habe, dass hier körperliche Gewalt an Männern verübt wird, teilweise in Szenen detailliert beschrieben. Es geht viel um die Frage, was macht Mutterschaft aus, was müssen Frauen andere als Männer opfern. Wobei auch die Protagonisten teilweise sehr klischeehaft dargestellt sind: der Mann, der trotz Tod seiner Frau weiter macht wie bisher und die Kleinkinder an die Freundin der toten Frau weiterreicht. Die Freundin, die ewig braucht bis sie kapiert, dass sie nur ausgenutzt wird. Die Stieftochter, die ihre Heilung in Wut ummünzt. Dennoch glaube ich, dass sich in diesem Werk viele Frauen zu mindest in Teilen wieder finden werden.
Ein sehr aufwühlender Roman über die noch nicht vorhandene Gleichberechtigung der Frauen. Das Buch beginnt mit dem Selbstmord der Mutter Helene während der Pandemie. Zurück bleiben drei Kinder und ihr Ehemann, der sich weiterhin drückt Verantwortung zu übernehmen.
Dass Frauen immer noch den überwiegenden Teil der Care-Arbeit übernehmen, ist bekannt. Vor allem in der Pandemie wurden sie aber vergessen. Immer verfügbar sein, zusätzlich Homeschooling und dabei den Stress vom Gatten abhalten, der im Homeoffice arbeitet brachte viele Frauen an die Grenze der Belastbarkeit. Familiäre Zustände werden hier sehr realitätsnah gezeichnet und ich fand mein eigenes, jüngeres Ich in so manchen Situationen wieder. Die neue Generation Frau begehrt jetzt auf. Sie lässt sich nicht mehr von der Gesellschaft diktieren, immer dem Schönheitsideal entsprechen zu müssen, immer harmoniebedürftig sein zu müssen, sie fordert Rechte ein. Dass Lola und ihre Freundinnen dazu aber zu roher Gewalt greifen, kann ich nicht tolerieren. Aber sie fanden keine andere Möglichkeit, sich in einer noch immer von Männern dominierten Welt Gehör zu verschaffen. Ein aufrüttelndes Buch, dass ich jedem (Mann) empfehlen kann.
Ein intensives Buch, was mir noch lang in Gedächtnis bleibt. Eine Mutter begeht Selbstmord vor den Augen der Familie. Wie geht die Familie damit um? Wer drückt wie seine Trauer aus. Wut und Gewalt spielen ein großes Thema, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Sich wehren, für sich einstehen und für andere da sein. Bin gespannt auf den zweiten Teil
Die Wut die bleibt von Mareike Fallwickel Ein wichtiges Buch - mein Jahreshighlights
Eine Ehefrau und Mutter dreier Kinder steht beim gemeinsamen Abendessen unvermittelt vom Tisch auf, öffnet die Balkontür, tritt hinaus und springt... Wie gehen die Hinterbliebenen, Familie und Freunde damit um, wie reagiert das Umfeld, wer hilft, wer resigniert? Dieser intensive und herausfordernde Gesellschaftsroman/Entwicklungsroman zeigt auf was es heißt, eine Frau zu sein, die dem System, der Gesellschaft und der Politik gerecht sein soll. Welche Erwartungen an Frauen gerichtet werden und dass die sogenannte, vermeintlich im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. Er appelliert an ein Umdenken der Gesellschaft im Allgemeinen und an das Eintreten der Männer für Frauenrechte im Speziellen. Dieses Buch sollte, nein muss, Pflichtlektüre in allen Schulen sein !!! Das Ergebnis einer tief verwurzelten geschlechtsspezifischen Diskriminierung in der Gesellschaft ist die internalisierte Misogynie, welche leider auch noch bei vielen Frauen standhaft Einhalt gewährt. Frauen helfen Frauen oft nicht sondern versuchen Taten mit "billigen" Ausreden zu rechtfertigen. "Warum ist sie auch alleine durch die Unterführung", "Warum hat sie sich auch so aufreizend angezogen", "sie ist doch freiwillig mitgegangen", "hätte sie weniger getrunken", etc. Frauen sollen zurückhaltender sein, freundlicher, hilfsbereiter und bloß nicht so provokant oder selbstbewusst. Frauen sollen hübsch sein, lange Haare haben, stets was aus sich machen, stets in bester Form sein und sich bloß nicht gehen lassen. Frauen sollen den Männern das Gefühl geben, das stärkere Geschlecht zu sein und dankbar dafür, dass der Mann sie beschützt. Frauen brauchen keine Beschützer sondern Männer, die gemeinsam mit Frauen für die Gleichberechtigung kämpfen, die Frauen respektieren und keine Gewalt und Angst verbreiten, die gerne auch mal auf was verzichten um es den Frauen zukommen zu lassen. Ich denke hierbei an die dänische Handball-Nationalmannschaft, die auf ihre Prämie verzichtete zugunsten der Frauennationalmannschaft ❤️ Sämtliches Aufbegehren, Demonstrieren, geschriebene Bücher und Ratgeber, geführte Gespräche und Diskussionen haben uns Frauen bisher leider noch nicht zur totalen Gleichberechtigung gebracht. Im Durchschnitt verdienen z.B. Frauen immer noch 17,6 % weniger als Männer für den gleichen Job. Frauen müssen sich endlich einander bestärken und unterstützen und aufhören sich unterdrücken zu lassen. Wir alle müssen aufhören, die jüngeren Generationen zu belächeln und belehren und endlich Anfangen auch von ihnen zu lernen. Nur so kommen wir der Gleichberechtigung näher!!! Ein wirklich aufwühlender, mitreißender und fesselnder Roman mit einer beeindruckenden Aussagekraft. #frauenderweltvereinteuch

Das Buch hat sehr viel von dem widergespiegelt, was Frauen tagtäglich erleben müssen. In mir ist während dem lesen auch eine Wut gestiegen. Das System in dem wir leben, macht es uns Frauen alles andere als leicht. Eine Frau hat Mutter, aber trotzdem eine Frau zu sein. Sie muss sich um die Kinder kümmern, kochen, putzen aber zeitgleich arbeiten gehen. Sie soll hübsch sein und auf das äußere achten, aber nicht zu viel, weil sie sonst eingebildet ist und automatisch als schlechtere Mutter dasteht. Sie soll still sein und sich nicht wehren, aber trotzdem stark sein und ihre Kinder beschützen. Frauen wird für ihre Aufopferung viel zu wenig gedankt - es wird als selbstverständlich hingenommen. Oft wird es bei Männern in den Himmel gelobt, wenn sie sich ne Stunde um das Kind kümmern und zeitgleich ein bisschen aufgeräumt haben. Bei Frauen wird das nicht mal ansatzweise anerkannt. Ich hoffe dass mehr Frauen dieses Buch lesen, allerdings waren manche Handlungsstränge auch etwas überspitzt dargestellt und unrealistisch (zumindest aus meiner Perspektive). Alles in allem aber eine wichtige Lektüre.
Feministisch, intensiv und voller Wucht
Die Brutalität und Direktheit sind schwer zu ertragen. Zwischen den extremen Szenen gibt es viele emotionale, wahre Momente, die mich tief berührten. Ich konnte die Wut gut nachvollziehen, auch wenn mir manches zu übertrieben war. Ein kraftvolles, unbequemes Buch, das lange nachwirkt.
Ich brenne lichterloh
Ja die Wut bleibt. Sie brennt, sie kämpft sich an die Oberfläche, öffnet Augen und den Geist. Sie macht, dass ich mit Lola schreien und kämpfen möchte, mit Sarah endlich aufbegehren und für mich selbst einstehen möchte, macht dass ich mit allen Frauen der Welt eine Einheit, eine Wand gegen die Ungerechtigkeit und Misogynie dieser Welt bilden will und brüllen will: so nicht! Ein kämpferisches Buch, eins für die Selbstermächtigung, Gleichberechtigung, für Feminismus und für die Wut. Grandios!
Eindrucksvolles Buch aus zwei Perspektiven erzählt
Helene tötet sich. Zurück bleiben ihre beste Freundin Sarah mit Freund und Helenes Mann Johannes mit den Kindern Luzius und Maxi, sowie Helenes Tochter Lola. Das Buch erzählt abwechselnd aus Sarahs und Lolas Sicht, wie die Familie mit dem Tod umgeht und wie sie die Zeit danach organisieren. Ein sehr feministischer Roman. Die Autorin findet klare und eindringliche Worte. Ein Buch, über das man noch länger nachdenkt. Sehr empfehlenswert. Keine 5 Sterne, weil es mir manchmal zu sehr schwarz/weiss war. Die Männer hier eher schwächer oder übergriffig dargestellt werden. Das war mir oft nicht differenziert genug.
Die Wut in mir bleibt wirklich! Absolut großartig geschrieben!!
Ein scheinbar "normales" Familienleben, bis sich die Mutter von drei Kinder während des Frühstück vom Balkon stürzt. Mareike Fallwickl hat es geschafft die grundlegenden Probleme des Patriarchates, die schon zuhause anfangen, so nahbar und emphatisch dazustellen, dass Mensch eine komplett andere Sichtweise auf unsere Gesellschaft bekommt. Sie lässt uns in die Gefühlswelt der Betroffenen eintauchen und auf ergreifende Weise alles Leid der Protagonistinnen mitfühlen. Es fühlt sich an wie Appell an uns Frauen uns zu wehren und zusammenzuhalten. Sehr wichtiger und toll geschriebener Roman!

Ein wirklich aufwühlender Roman, dessen Feminismus mir stellenweise aber zu extrem und einseitig war. Die Fragen, die der Roman stellt, regen definitiv zum Nachdenken an, vor allem in den Diskussionen von Lola und Sarah. Trotzdem habe ich ein Störgefühl, wenn Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten fast nur auf die Kategorie Geschlecht, in diesem Fall "Frau", zurückgeführt werden. Bzw. Männer im Gegenzug pauschal abgewertet werden. Es wirken doch noch so viel mehr Kategorien in unserem gesellschaftlichen Gefüge... Diese Frontenbildung gibt mir einfach kein gutes Gefühl.
Im dritten Anlauf ein Highlight geworden.
📌 "Der Scheiß an der Sache mit der Belastbarkeit ist, dass Mütter an ihre Grenzen gehen und weit darüber hinaus, sie können nicht mehr, aber sie schaffen es dennoch." - S. 171 Wer hätte gedacht, dass mir das gefällt? Im dritten Anlauf begonnen und wirklich lange daran gelesen, muss ich rückwirkend sagen, dass dieses Buch nachhaltig gewirkt hat. Auch wenn es mitunter anstrengend war, weil ich genervt war, war es am Ende, die (traurige) Wahrheit über fehlende Gleichberechtigung, die in der sicherlich überzogenen Geschichte steckt, gewirkt hat und mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Absolut nicht meins!
Zum einen habe ich drei Anläufe gebraucht, bis ich wirklich weiter als 50 Seiten gelesen habe und ich war oft kurz davor, wieder aufzuhören oder gänzlich abzubrechen. Der Gedanke war gut aber das Thema wurde so übertrieben dargestellt. Ich habe nichts gegen Feminismus - bin ja selber betroffen ;-)) - aber bitte alles in Maßen. Man muss auch nicht so tun, als wären alle Menschen, die keinen extremen Feminismus leben, falsch! Das Ende hat sich dann nochmal unnötigerweise sehr gezogen, sodass ich einfach nur froh war, als ich das Buch endlich abgeschlossen hatte. Ich vergebe trotzdem 2🌟, weil ich doch einiges nachempfinden konnte aber empfehlen kann ich es nicht unbedingt 🤣
Ein Buch was zum Nachdenken anregt
Dieses Buch regt die gesamte Zeit des Lesens zum Nachdenken an, die zwei weiblichen Protagonisten im Wechsel zu lesen, die komplett verschiedenen sind, ist manchmal anstrengend aber doch auch spannend, ihre Entwicklung zu sehen und besonders Lolas Stärke wachsen zu sehen und wie sie Sarah in ihrer Stärke mitnimmt, ist wirklich schön! Ich habe am Ende einige Tränen verloren. Ein sehr schön, starke feministische Geschichte die sehr viel Wahrheit und Aufruf zum Aufbegehren mitbringt!
Gewaltig - Brutal
Noch nie hab ich in einem Buch so viel über Wut gelesen wie in diesem. Natürlich lässt sich das durch den Titel erahnen aber so? Was für eine gewaltige und brutale Wut einen da überrollt. Und da dieses Buch so unfassbar wichtig ist für die Frauen, die Gesellschaft, das System, lässt man sich total umhauen und fesseln davon. Feminismus - Brutalität - Gewalttätigkeit - Radikalität - Gerechtigkeit - Durchsetzungsvermögen - für sich selbst als Frau einstehen und für all die Frauen, die es nicht selbst können - Auge um Auge Ein wichtiges Buch. Mir persönlich ein bisschen zu radikal. Es hallt nach. Es wühlt auf. Macht wütend. Man möchte sich selbst befreien.
Wow!
Nach „Und alle so still“ war ich total angefixt, sofort noch mehr von Mareike Fallwickl zu lesen. Gleichsam packend wirkte dann auch der Roman „Die Wut die bleibt“ auf mich, der viele Missstände in der Gesellschaft bezüglich der sozialen Ungleichbehandlung und Unterdrückung von Frauen berichtet und für mich präsent gemacht hat. Triggerwarnung: Suizid Helene reichts! Als Mutter von drei Kindern und in ständiger Verantwortung für diese, steht sie trotz gemeinsamer Elternschaft völlig alleine da mit den Schwierigkeiten, Aufgaben und Entscheidungen des Alltags. Auf ihren Mann Johannes kann sie sich nicht verlassen. Sie kann nicht mehr - und keiner bemerkt das. Helene zieht die extremst vorstellbare Konsequenz und suizidiert sich selbst. Zurück bleiben zwei Kindergartenkinder, eine pubertierende Jugendliche - die sich selbständig macht, sich politisiert und lernt, für sich selbst geradezustehen - und ein Vater, der erstmal nichts zu verstehen scheint. Helenes beste Freundin Sarah springt in die Bresche und übernimmt alle Aufgaben und die Verantwortung von Johannes. Es braucht seine Zeit, bis sie dazu in der Lage ist, Johannes die Verantwortung zurückzugeben und sich selbst zu emanzipieren. Dabei ist ihr die Tochter ihrer Freundin eine große Hilfe. Für mich ein Roman, der nicht nur Wut deutlich macht, sondern auch erweckt. Klare Empfehlung!
Das Buch klatscht richtig rein - im wahrsten Sinne
Heftiger Roman, der mich nicht loslässt. Auch wenn ich mich theoretisch viel mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigt habe, eröffnet das nochmal eine viel greifbarere, schmerzhaftere und ungeschönte Ebene. Man hat den Impuls, etwas ändern zu wollen, aber mit Blick auf die Realität und die weltpolitischen Entwicklungen, kommt mir das völlig utopisch und meilenweit weg vor. Ein erster Schritt wäre, diesen Roman zu lesen, um überhaupt mal ein Bild davon zu bekommen, welche Lasten Frauen zu tragen haben und welche Strukturen existieren, dass Männer sich davon entziehen und sich vor allem selbst zu hinterfragen, wie diese Strukturen mit den eigenen Handlungen und Denkweisen täglich reproduziert werden - unabhängig vom Geschlecht. Es gibt noch so viel, das mir im Kopf herum geistert, letztlich kann ich nur empfehlen, dieses Buch zu lesen.
Gutes Buch. Wichtige Thematik.
Ich mochte das Buch. Ich hab es nicht geliebt und auch nicht furchtbar gefunden. Es war gut. Die Thematik ist unheimlich wichtig, wie von der Welt und der Gesellschaft Rollen bei Frauen aufgezwungen werden, was man von ihnen erwartet und was für ein unglaublicher Druck das ist. Wie man sich dem fügt um dazugehören zu können. Auch bis zu einem Punkt an dem es nicht mehr geht. Und die Wut die eine in sich trägt. Dennoch bin ich der Meinung das irgendwie etwas gefehlt hat, was das Buch noch besser gemacht hätte. Ich habe mich mit den Charakteren identifizieren können und hab echt viel heulen und schlucken müssen. Ich konnte auch nicht alles nachvollziehen was in dem Buch stattgefunden hat oder dem so zustimmen wie die Protagonist*Innen gehandelt haben, aber es geht dennoch unter die Haut und regt zum Nachdenken an! Man muss für das Buch jedoch Emotional gewappnet sein, da vieles wirklich in eine extreme Richtung geht.
Vor etwas über einer Woche habe ich dieses Buch beendet und überlege seitdem, wie ich es beurteilen und rezensieren soll. Vor allem, ohne groß zu Spoilern ist es schwierig. Aber beginnen wir von vorn. Das Ende des zweiten Lockdowns ist nah. Die dreifach Mama Helene steht beim Abendbrot ohne ein Wort vom Tisch auf und springt in den Freitod. Hätte ihre beste Freundin Sarah etwas merken müssen? Wo soll die älteste Tochter Lola mit ihren Gefühlen hin? Wer füllt nun die Lücke? Ich würde behaupten jede Frau erkennt sich auf die eine oder andere Art in Helene und/oder Sarah wieder. Der Schreibstil der Autorin ist schonungslos ehrlich, zieht einen direkt in seinen Bann. Es beginnt so emotional und traurig - der kleine Maxi hat mein Herz gebrochen (ohne nun weiter ins Detail zu gehen) 💔 Die Wut ist das ganze Buch über omnipräsent. Jede wird sich in Helene und/Sarah auf die eine oder andere Art wiedererkennen. Ich wollte das Buch so gern auf die "All Time Favorites" Liste setzen, weil es so viele Gefühle in mir auslöst. Aber dann driftet das Ganze für mich zu sehr ab, es geschehen Dinge, die aus meiner Sicht aufgeklärt gehören. Nein, es muss und darf kein Happy End sein, aber die Wut bleibt im wahrsten Sinne des Wortes. Es fehlt mir an Aufarbeitung. Und dann gehört es eben doch auf diese Liste, weil es mich nicht los lässt, ich immer wieder ins Grübeln komme und es schon einigen Freundinnen empfohlen habe, weil es eben so authentisch ist. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Also, von mir an jede Frau, ob Mutter oder nicht eine klare Leseempfehlung und auch an jeden Mann, der einmal in die Gedanken einer Frau eintauchen möchte.
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[...], aber sie hält ihn fest. Oder vielleicht ist es auch umgekehrt.
Dieses Buch ist nach dem Beenden noch eine Weile in meinem Türrahmen stehen geblieben. Diese Bücher gibt es immer wieder. Sie lehnen dort, schweigend, und sehen zu, wie man versucht, wieder in den Alltag zurückzufinden. Mit meinen 3,5 von 5 Sternen stehe ich vielleicht an einem merkwürdigen Punkt: zu beeindruckt, um das Buch abzulehnen, aber auch zu zwiegespalten, um ihm vorbehaltlos zu verfallen. Schon der erste Schock durchzuckt wie ein Stromschlag. Helene steht vom Abendessen auf und springt vom Balkon. Kein Abschiedsbrief. Keine große Erklärung. Keine literarisch inszenierte Vorwarnung. Nur ein radikaler Schnitt. Ein Moment, der weniger wie eine Handlung wirkt als wie das Zerreißen eines überdehnten Seils. Von da an erzählt Fallwickl nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern die Geschichte eines Systems, das sich darauf verlässt, dass Frauen immer noch ein bisschen mehr tragen werden. Noch ein bisschen länger. Noch ein bisschen stiller. Was mich an diesem Roman besonders beschäftigt hat: Die eigentliche Hauptfigur ist nicht Helene. Es ist die Leerstelle, die sie hinterlässt. Plötzlich wird sichtbar, wie viele unsichtbare Zahnräder sie jeden Tag in Bewegung gehalten hat. Nicht weil jemand sie aktiv darum gebeten hätte, sondern weil unsere Gesellschaft auf einem perfiden Prinzip beruht: Die wichtigste Arbeit ist oft diejenige, die erst bemerkt wird, wenn sie nicht mehr gemacht wird. Fallwickl beschreibt Care-Arbeit nicht als liebevolle Selbstaufgabe, sondern als Infrastruktur des Zusammenlebens. Solange sie funktioniert, spricht niemand darüber. Fällt sie aus, bricht alles zusammen. Dabei fand ich besonders spannend, dass der Roman Wut nicht als Explosion versteht. Wut ist hier eher wie Kohlenmonoxid: unsichtbar, geruchlos, tödlich. Sie sammelt sich in den Ritzen des Alltags. In jedem liegen gebliebenen Handtuch. In jeder mentalen To-do-Liste. In jedem „Kannst du kurz...?“, das eigentlich bedeutet: „Ich habe bereits entschieden, dass du zuständig bist.“ Und genau dort entfaltet das Buch seine größte Stärke. Es macht nicht nur sichtbar, wie Frauen erschöpfen. Es zeigt, wie Erschöpfung gesellschaftlich normalisiert wird. Trotzdem blieb ich nicht durchgehend begeistert. Vielleicht liegt es daran, dass Fallwickl manchmal so viel sagen will, dass die Geschichte kurz innehält, um Platz für ihre Botschaften zu schaffen. Mehrfach hatte ich das Gefühl, nicht mehr einer Figur zuzuhören, sondern einer Debatte. Themen wie Bodyshaming, Femizide, Mental Load, patriarchale Gewalt, soziale Medien, Schönheitsideale oder weibliche Selbstermächtigung werden angeschnitten, teilweise in beeindruckender Schärfe, teilweise aber auch so dicht hintereinander, dass der Roman stellenweise eher wie ein Brennglas aktueller Diskurse wirkt als wie eine organisch wachsende Erzählung. Gerade dort verlor mich das Buch gelegentlich ein Stück weit. Und dennoch: Selbst in diesen Momenten konnte ich mich seiner Wirkung nicht gänzlich entziehen. Denn Fallwickl schreibt Sätze, die nicht einfach gelesen werden wollen. Sie wollen sich festsetzen. Immer wieder findet sie Bilder für Trauer, Überforderung und weibliche Wut, die sich wie kleine Splitter im Gedächtnis verhaken. Ihre Sprache besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie macht Schmerz nicht größer als er ist, aber auch niemals kleiner. Besonders berührt hat mich die Figur Lola. Während viele Romane Jugendlichen entweder eine Weisheit zuschreiben, die sie unrealistisch erscheinen lässt, oder sie auf Klischees reduzieren, wirkt Lola lebendig. Unfertig. Widersprüchlich. Ihre Wut ist nicht sauber formuliert. Sie ist roh. Manchmal unfair. Manchmal anstrengend. Aber genau deshalb glaubwürdig. Sie verkörpert eine Generation, die Dinge nicht mehr einfach so hinnehmen möchte. Vielleicht erklärt das auch meinen Eindruck nach dem Lesen: Dieses Buch will nicht gefallen. Es will aufrütteln. Es will stören. Es will Fragen stellen, die man lieber verdrängt. Und genau deshalb bleibt es eben doch. Und vielleicht ist das die größte Qualität dieses Romans: Er hinterlässt keine Antwort. Er hinterlässt einen Blick. Einen Blick auf all die Arbeit, die niemand sieht. Auf all die Erwartungen, die niemand ausspricht. Und auf eine Wut, die nicht verschwindet, nur weil man sie ignoriert. ♡♡♡ "Sie stehen einander gegenüber, nachdem sie sich eine gute Nacht gewünscht haben, und vermeiden die Umarmung, die sich ihnen aufdringen möchte, wie eine logische Konsequenz. Das sind Momente, in denen man sich nicht umarmen kann, weil sonst aufplatzt, was mühsam zugetackert wurde." "Denn das Problem, wenn man jemanden liebt, der einen nicht zurückliebt, ist, dass man sich nie sicher sein kann. Dass man sich ständig fragen muss, ob man womöglich bloß zu negativ denkt, ob die Liebesbeweise des anderen eventuell nur nicht aussehen wie erwartet, dass man permanent auf der Lauer liegt, Sätze durchleuchtet, jene, die ausgesprochen werden, und jene, die ungesagt bleiben."
![[...], aber sie hält ihn fest. Oder vielleicht ist es auch umgekehrt.](https://social-cdn.read-o.com/images/1780337774678-81.jpg)
💪 Sie rauben uns alles, außer die Wut 💪 WeareKarma
Jede gute Geschichte fängt damit an, dass jemand etwas Unerwartetes tut, das sein Leben entscheidend verändert. (S. 29f) So ging es mir direkt bei der ersten Seite. Der Einstieg in das Buch ist hart und hat mich eiskalt erwischt, ich wusste so gar nicht worauf ich mich einlass und ich habe jede Seite, jede Auflehnung von Lola und ihren Freundinnen, jede Sichtbarkeit von Misogynie und Diskussionen, Streits, Auseinandersetzungen mit Lola und Sarah geliebt! Diese Buch beinhaltet so viele wichtige Themen, diese wurden grandios inszeniert. Etwas mehr hätte die männliche Wahrnehmung von Johannes und Leon mit einfließen können. Die Sozialisierung und das indoktrinierte Weltbild. Eine Familie der plötzlich der Halt fehlt, eine Freundin, die sich aus den falschen Gründen verantwortlich fühlt und Männer, die nichts tun - nicht hinsehen - nicht handeln - nicht reagieren.. Sexualisierte Gewalt oder "Alltagssexismus" werden sehr gut behandelt und in kritische Kontexte gebettet. Frauen, die sich wehren und nicht weggucken! Einfach stark! Es ist traurig, dass solche Witze: "welche Kraft wirkt auf die Frau, die Herdanziehungskraft" in unserer Gesellschaft immer noch toleriert werden, das darüber gelacht wird, während das für viele Frauen die traurige Realität ist, ob selbstgewählt oder unfreiwillig. Der Mangel an Selbstbestimmung macht solche Witze echt! Traurig! Die Ideale unserer Geschellschaft sind fragwürdig und ich hoffe sehr, dass ich meinen Schülerinnen und Schülern ein Vorbild für Selbstbestimmung sein kann. Ein Buch für alle, die hinschauen und nicht wegschauen!
Ein intensives und starkes Buch. Ich will mehr von diesen Büchern, die beinahe unbequem, laut & nachdenklich sind.
Ich bin auf "Die Wut, die bleibt" aufmerksam geworden, weil die Autorin Mareike Fallwickl zu denen der Essays in "Heute ist ein guter Tag, das Patriarchat abzuschaffen" gehört. Ihr Essay dort hatte auch kurzzeitig dieses Buch aufgegriffen. Ich war also bereits sehr gespannt auf dieses Werk und musste es dementsprechend zeitnahe lesen. Man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen, ohne Umschweife. Lola und Sarah waren zwei so spannende, wie unterschiedliche Charaktere. Durch die Kapitel hindurch, begleitet man die beiden abwechselnd. Lola ist 15, als sie ihre Mutter verliert. Sarah ist 39, die beste Freundin von Lolas Mutter und schnell in einer neuen Rolle gefangen, die sie sich so nicht ausgesucht hat. Das Buch thematisiert viele wichtige Aspekte des Feminismus und der patriarchalen Strukturen, in denen wir leben. Es gab so viele starke Zitate, dass ich reihenweise Zettelchen zum Markieren verbraucht habe. Besonders mitreißend und emotional waren die Szenen zwischen Lola und Sarah, Lolas Verständnis von der Welt, ihr Versuch ihren Platz zu finden und Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen, wobei dieser nicht immer auf einem anmehmbaren Weg verläuft. So sollte man nie Gewalt als Lösung von genau dieser wählen. Aber darum geht es hier auch nicht. Denn nicht nur Lola macht viel durch, auch Sarah entwickelt sich innerhalb des Buches weiter und wo sie anfänglich noch sehr in ihrer "Rolle" feststeckt, merkt man, wie wichtig die Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Lola sind. Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Szenen, die emotional treffen, die nachdenklich stimmen oder einfach nur wütend machen. Die oft ausgeübte Kritik, dass Männer hier nicht besonders gut wegkommen, verstehe ich zwar, doch würde ich nicht sagen, dass die Darstellung hier nicht als gewähltes Mittel passt, gerade weil es eben durchaus solche Beispiele gibt und auch Männer mit diesem System aufwachsen, hineinwachsen und ihr ganz eigenes Rollenverständnis haben. Genau das hat Fallwickl auch in ihrem Essay in "Heute ist ein guter Tag, das Patriarchat abzuschaffen" beschrieben, weswegen an der Stelle auch eine Empfehlung für diese Sammlung rausgeht. Das Buch ist schonungslos, geht offen mit weiblicher Wut, mit Verlust, mit Idealen und Rollenbildern um und wirkt nach. Es ist nicht als Handlungsanleitung zu verstehen, auf gar keinen Fall und soll meines Erachtens auch nichts beschönigen. Es ist vielmehr eine Kritik an einem System, dass uns alle betrifft, egal welchen Geschlechts. Der Schreibstil von Fallwickl bringt genau das gut rüber. "Die Wut, die bleibt" gibt Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Frauen, bricht Tabus, spielt mit einigen Grenzen und macht etwas mit den Lesenden. Das Buch wird noch eine Weile nachhallen und das nächste Buch von Mareike Fallwickl liegt bereits auf meinem SuB bereit.

Die Bücher von Mareike Fallwickl lösen einfach etwas in mir aus.🫀🧠 Ihre Geschichten berühren mich immer und bringen mich zum Nachdenken, weil sie Dinge ausspricht, die einfach wahr sind. Über unser Leben, unsere Gesellschaft und über all das, was viel zu oft unausgesprochen bleibt.⚡️🔥 Beim Abendessen steht Helene, Mutter von drei Kindern, plötzlich auf, geht zum Balkon und springt. Einfach so. Ohne Erklärung. Ohne Abschied. 💔 Zurück bleiben ihre Kinder, ein überforderter Vater und Helenes beste Freundin Sarah. Und plötzlich geht es nur noch darum, irgendwie weiterzumachen. Irgendwie zu funktionieren und zu überleben. Was danach folgt, ist keine klassische Trauerstory, sondern viel mehr eine Geschichte über all das, was sich über Jahre aufgestaut hat. Über Erwartungen. Über Rollenbilder. Über Care-Arbeit. Über dieses unsichtbare Gewicht, das viele Frauen jeden Tag tragen. 🧺🧹📅 Ich fand es gut, dass der Roman aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Lola ist voller roher, ungefilterter Wut. Rebellisch, laut, verletzlich. Sarah dagegen versucht alles zusammenzuhalten, Verantwortung zu übernehmen und irgendwie Ordnung ins Chaos zu bringen 🧩🫶. Die Autorin schreibt unglaublich intensiv ✍️. Manchmal poetisch und vor allem brutal ehrlich. Es gibt Passagen, die sich wie ein Schlag anfühlen und andere, die ganz leise unter die Haut gehen. 🫀📚 Es ist kein leichtes Buch, aber ein unglaublich wichtiges. Es erzählt von Verlust, von weiblicher Wut, von gesellschaftlichem Druck und davon, wie viel unausgesprochen bleibt. Es ist ein Roman, der weh tut und nachhallt. 🔥💥

25 Frauen 2025 - Buch 30: Dieser Roman ist schonungslos und das mit einer so großen Wucht, dass das Lesen mir zwischendurch weh tat. Und das ist genau richtig so! Helene und ihr Partner Johannes sitzen mit den Kindern Lola, Maxi und Lucius beim Abendessen. Zu dieser Zeit ist Corona-Lockdown und Helene hat ihre Arbeit zugunsten der Kinderbetreuung aufgegeben. Sie hat gekocht und setzt sich. Als Johannes fragt, ob sie noch Salz haben, steht sie auf, geht auf den Balkon und stürzt sich in den Tod. Das ist kein Spoiler, denn es passiert auf den ersten Seiten. Fassungslos saß ich da. In Minutenschnelle ist man drin in der Handlung und die Sogwirkung blieb für mich bestehen. Im weiteren Verlauf folgt man einerseits der Perspektive der Teenagertochter Lola und andererseits der Perspektive von Helenes bester und längster Freundin Sarah, die die Familie nach Helenes Selbstmord unterstützt. Mareike Fallwickl spricht in diesem feministischen Roman viele wichtige gesellschaftliche Themen an, so dass ich auch jetzt, nach dem Beenden des Romans, noch einiges zum Nachdenken haben werde. Ein wichtiger Roman! Und dennoch hätte ich mir zumindest eine positive männliche Figur von Fallwickl gewünscht. Ich danke _js_ für die Empfehlung!
Das Buch, das bleibt, das einen im besten Sinne verfolgt
Die Wut, die bleibt beleuchtet das Leben mehrerer Frauen und ihre Erfahrungen mit Care-Arbeit, Überforderung und Ohnmacht. Die Erzählung ist schonungslos und ehrlich. Sie zeigt, wie persönlich und politisch diese Themen sind. Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. Es ist emotional extrem fordernd, aber auch unglaublich stark. Ich habe mich oft unwohl gefühlt – im besten Sinne, weil es zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig steckt viel Mut und Hoffnung zwischen den Zeilen. Ein Buch, das mich noch lange begleiten wird.
Schmerz und Hoffnung in einem Werk
Wow, was für ein gewaltiges Buch. Jede Seite des Romans hat Mareike Fallwickl mit so vielen Emotionen beladen, dass ich das Buch an einigen Stellen weglegen musste um mich von dem Gelesenen zu erholen. Auf eine unnachahmliche Art wird der Umgang mit der Trauer über den Suizid eines geliebten Menschen aus einer weiblichen und feministischen Perspektive beschrieben. Dieses Eintauchen in weibliche Gefühlswelten ist für Männer in manchen Kapiteln und Szenen vermutlich nur schwer nachvollziehbar und kann einen wichtigen Beitrag in der Gleichberechtigung liefern. Die patriarchale Struktur unserer Gesellschaft kommt gerade in dem Erzählungsstrang der heranwachsenden Lola o brutal zum Vorschein, dass einem glatt schlecht werden kann. Der brutale Umgang damit und der Versuch sich mit Gewalt aus dieser Unterdrückung zu befreien ist wohl symbolisch für viele junge Frauen und macht auch Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft, für die hier im wahrsten Sinne des Wortes gekämpft wird. Trotzdem findet das Buch auch die richtigen Töne, aus denen hervorgeht, dass Gewalt nicht verherrlicht werden kann. Interessant ist aber weiterhin der Blick auf die andere Perspektive der 40-jährigen Sarah, die durch den Suizid ihrer besten Freundin auf eine sehr harte Tour lernt, selbstbestimmt leben zu wollen und immer weiter für sich einsteht. Denn es ist nie zu spät eine Feministin zu sein. Insgesamt besticht der Roman nicht nur mit einer unbarmherzigen Wahrheit über unsere Gesellschaft, sondern auch mit einer wirklich angenehmen Schreibweise und verständlichen Handlungssträngen. Es kann einem viele harte Stunden des Lesens bescheren, aber hoffentlich auch einer Menge weiblicher Personen Mut schenken, dass sie nicht alleine sind. Nicht alleine gegen das Patriarchat ankämpfen müssen. Es wird jedoch nicht nur die Gesellschaft auf den Prüfstand gestellt, sondern auch die eigene Partnerschaft als Tatort sexualisierter Gewalt und des Machtmissbrauchs aufgezeigt. Denn im Grunde können Menschen vor Gewalt an keinem Ort sicher sein und eine Partnerschaft ist kein Freibrief für Gewalt in psychischer oder physischer Form.
Wichtig!
Das Bucht hat mich wirklich bewegt. Die Message hinter dem Buch ist stark und wichtig : Es geht um die Rolle als Mutter, Selbstbestimmung, weibliche Wut, gesellschaftliche Rollenbilder und die Frage, was passiert, wenn eine Frau einfach nicht mehr kann. Der Schreibstil ist direkt und bringt viele Gedanken zum Nachdenken. Was für mich persönlich etwas schwierig war, ist der Umgang mit Gewalt. Einige Szenen waren mir zu heftig und haben ein bisschen von der Wirkung der eigentlich starken Botschaft abgelenkt. Trotzdem: Ein sehr lesenswertes Buch mit viel Tiefe, das aufrüttelt und das sollte es auch.
Pflichtlektüre für jeden Mann (World-Challenge 15|194, neu 🇦🇹)
Lola ist wütend. Sarah ist wütend. Und Mareike Fallwickl erst recht. Die Handlung beginnt denkbar düster: Helene, Mutter von drei Kindern, stürzt sich vom Balkon und hinterlässt eine Lücke für alle Beteiligten. Wer kümmert sich um die zwei kleinen Kinder? Wer unterstützt die jugendliche Lola in ihrer fragilen Lebensphase? Klar ist nur: Männer jedenfalls nicht. Sie treten in dem Roman bestenfalls passiv, ignorant und überfordert auf, schlimmstenfalls als arrogant und gewalttätig. Die Autorin stellt viele wichtige feministische Themen in den Vordergrund: Fehlende Anerkennung, psychische Belastungen, Machtverhältnisse, gesellschaftliche Erwartungen bis hin zu Gewalt und Femizid. Da ist einerseits Sarah, die plötzlich die Care-Arbeit für die Kinder übernimmt, ohne mit ihnen verwandt zu sein. Die Episoden mit ihr sind immer herzerwärmend und zeigen, wie viel Wertschätzung diese Tätigkeit eigentlich erhalten sollte – und gleichzeitig, wie allein sie gelassen wird. Da ist andererseits Lola, die Gewalt durch Männer erlebt, ihre Wut in eigene Gewalt kanalisiert und militant wird. Fallwickl präsentiert zwei gegensätzliche Arten, um mit dem Patriarchat umzugehen – Sarah übernimmt die moderate, sich lange ins System einfügende Rolle, Lola die bewusst provokante Rolle. Der Kontext der Corona-Pandemie ist sehr gut gewählt, denn damals traten die Herausforderungen von Kinderbetreuung massiv in den Vordergrund, ohne dass die Politik daraus gelernt hätte. Und so webt Fallwickl noch ein zweites Thema ein – der Adultismus. Denn es wird immer wieder deutlich, wie wenig Mitspracherechte Kinder in unserer Gesellschaft haben. Fallwickls Stärke ist vor allem die Beschreibungen körperlicher Veränderungen, die durch die Wut entstehen. Gepaart mit starken Dialogen über systemische Ungerechtigkeit entwirft sie ein Bild von Männern, das mir natürlich wehtut. Aber genau das ist wahrscheinlich die Lebensrealität vieler Mütter, die den größten Teil der Kinderbetreuung schultern müssen und gleichzeitig in der Teilzeit-Falle landen. Auch ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich meiner Rolle als Vater gerecht werde oder wo auch ich die systemische Ungerechtigkeit sogar stütze. Trotzdem hätte ich mir ein differenzierteres Bild von den Männern gewünscht. Wäre es nicht eine schöne Botschaft gewesen, dass es auch andere Männerbilder gibt: Die sich um Kinder kümmern, das Patriarchat in Frage stellen und feministisch handeln. Auch finde ich es schade, dass die Betreuung von Kindern fast einseitig als Belastung betrachtet wird. Denn als Wendepunkt hätte ich mir gewünscht, dass all die teilnahmslosen Väter die eigentlichen Verlierer sind, weil sie eines der größten Geschenke nicht intensiv erleben: Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, sie aufwachsen zu sehen, sie dabei zu unterstützen, ihren Platz in der Welt zu finden. „Die Wut, die bleibt“ ist allein wegen der vielschichtigen Thematik eine Pflichtlektüre. Nicht nur, aber besonders für Männer.
Mir fehlen die Worte. Als Dreifach-Mama finde ich mich in so vielen Schilderungen wieder, spüre die Wut und irgendwie bin ich trotzdem in einer ganz anderen Situation. Denn ich habe das Glück (oder eben gezielt danach gesucht) einen Mann an meiner Seite zu haben, der nicht nur eine Ehefrau haben wollte, sondern Ehemann sein will. Der nicht nur Kinder haben wollte, sondern Vater sein will. Und das spüren wir jeden Tag. Wenn ich dann solche fiktiven Erzählungen lese und an Millionen Frauen da draußen denke, die genau so und schlimmer ausharren müssen, alleine stemmen müssen, kämpfen müssen - dann steigt da so eine unbändige Wut in mir auf. —— ACHTUNG ‼️ AB HIER POTENZIELLE SPOILER ‼️ —— Ich konnte die Szenen von Lola nicht so ganz nachvollziehen und fand sie teilweise sehr befremdlich, kann die Gewalt die in einigen Szenen beschrieben wird, absolut nicht gutheißen und finde es einfach sehr extrem. Dennoch wirft dieser Roman Fragen auf, auf die ich keine Antwort habe. Es gibt kein 100%iges Ja oder nein, kein Schwarz oder Weiß. Ich glaube, diese Geschichte wird noch lange in mir nach klingen, genau so wie die Fragen, die bewusst offen gelassen worden sind.
Traurig, intensiv und zum Nachdenken zwingt.
Das ist mein zweites Buch von Mareike Fallwickl – und wieder hat sie es geschafft, mich mit ihrem Schreibstil komplett in den Bann zu ziehen. Sie schreibt so direkt, so eindringlich, dass man einfach weiterlesen muss. Inhaltlich geht es um ein wichtiges, starkes Thema: Feminismus, Mutterschaft, Care-Arbeit und die ungleiche Verteilung von Verantwortung zwischen Männern und Frauen. Fallwickl zeigt in ihrer Geschichte sehr eindrücklich, wie überlastet, unsichtbar und allein gelassen Frauen oft sind – und was das mit ihnen macht. Ich muss gestehen, dass ich mich persönlich bisher viel zu wenig mit diesen Themen beschäftigt habe. Umso mehr hat mich das Buch wachgerüttelt und nachdenklich gemacht. Trotzdem gebe ich nicht die vollen 5 Sterne, sondern 4,5. Denn Gewalt ist für mich keine Lösung – und auch wenn sie in der Geschichte einen Platz hat, empfinde ich das als etwas, das für mich nie gerechtfertigt sein wird. Alles in allem aber ein wahnsinnig starkes Buch, das Spuren hinterlässt und unbedingt gelesen werden sollte. Ich bin mir sicher, dass es nicht mein letztes Buch von Mareike Fallwickl war.
Hat mich als Geschichte nicht ganz überzeugt! Depression ist eine furchtbare Krankheit 💔.
Das war mein erstes Buch der Autorin und ich habe etwas gemischte Gefühle. Helene, Mutter von 3 Kindern, steht eines Abends beim Essen auf und spring daraufhin vom Balkon 5 Stockwerke runter in den Tod. Zurück bleibt Wut, wiedergegeben aus den Perspektiven ihrer Freundin Sarah und ihrer ältesten Tochter Lola. Das Buch fängt direkt heftig an, der Suizid findet statt. Man schaut als Leser hilflos zu und weiß nicht wohin. Ich persönlich fand, dass die unmittelbar folgenden Kapitel schwer zu lesen waren. Depression ist eine furchtbare und unsichtbare Krankheit. Betroffene bekommen oft keine Hilfe oder die Hilfe kommt schlichtweg zu spät. Meine Rezension behandelt nicht diese Krankheit und ich könnte mir niemals anmaßen auch nur zu überleben, was die Protagonistin durchgemacht hat. Ich beziehe mich eher auf die Nachwirkungen. In unserer Gesellschaft sind Kinder zu etwas degradiert worden, was man lieber gar nicht erst hat. Unsere Protagonistin hatte sogar 3. In meiner Rezension denke ich laut darüber nach, ob die Krankheit evtl. schon da war, als man sich noch für ein drittes Kind entschieden hat. Es geht um Verantwortung. Nicht um victim blaming. Es muss besprochen werden. Kein Kind hat darum gebeten, geboren zu werden, also liegt die Verantwortung bei uns Erwachsenen. Ich habe doch einige Seiten gebraucht, bis ich mich zurecht gefunden habe. Sarahs POV war für mich bis zum Schluss etwas schwierig. Lolas Perspektive hingegen habe ich atemlos gelesen, ist sie in gewisser Hinsicht eine Vollwaise, denn sie lebt nun mit ihrem Stiefvater. Ihr leiblicher Vater kümmert sich nicht und hat sich noch nie gekümmert. 🌺Zitat 🌺 „Das ist alles, das ist der Kern. Eine Mutter, die lieber tot sein will, als bei ihr zu bleiben. Ein Vater, der schon nicht bleiben wollte, als sie nicht mal geboren war.“ Im Verlauf der Geschichte hat sich mein erster Eindruck etwas gedreht, ich konnte Sarah besser folgen und Lolas POV wurde zunehmend undurchsichtig für mich. Nicht so gut gefallen hat mir, dass das alles im Zusammenhang mit der Corona Pandemie steht. Ich finde, da haben die AutorenInnen einen Fehler gemacht, wenn sie was in ihren Büchern untergebracht haben. Bei jeder Erwähnung bin ich direkt aggressiv geworden, weil ich es einfach nicht mehr hören kann (hätte das Buch nicht gelesen, hätte ich das vorab gewusst, deshalb erzähle ich das Euch!) Meine sehr ausführliche Rezension ist bei Reado hochgeladen. Hier reicht der Platz nicht und ich habe noch nie eine Rezension in den Kommentaren weitergelesen. ‼️Es folgen keine Spoiler, aber doch eine recht genaue Besprechung ‼️ Ich verstehe, dass das ein feministischer Roman ist, der die Überforderung der Frauen und die Inkompetenz der Männer im häuslichen Bereich aufzeigen soll. Und die immerzu währende Respektlosigkeit und wie über den weiblichen Körper verfügt wird. Helenes Ehemann weiß scheinbar nicht mal, wie man eine Waschmaschine bedient und das Leben stürzt in jeglicher Hinsicht in sich zusammen. Dann werden explizite Szenen geschildert wie z.B. Sarahs Freund mit ihr umgeht oder Lolas Klassenkameraden / männliche Teenager den Mädchen nachstellen. Es gibt sehr viele gute Sachbücher zu diesem Thema! Für mich persönlich hätte ich innerhalb eines Romans gern mehr Hinweise auf mögliche mentale Probleme gehabt, um das Thema Suizid noch etwas besser zu beleuchten, es war etwas plakativ und klischeebehaftet dargestellt. Depression muss klar benannt und entstigmatisiert werden. Und für mich waren die Kinder die Opfer in diesem Buch. Schließlich wurden sie freiwillig zur Welt gebracht. Es ist leicht, die Verantwortung anschließend von sich zu weisen, aber sogar noch ein drittes Kind zu bekommen vorher. Mir hat das Herz weh getan und ich habe stumme Tränen geweint angesichts der Tatsache, dass der jüngste noch ein Baby ist und der zweitjüngste ein Kindergartenkind. Und auch Lola war auf sich gestellt von jetzt auf gleich. Ohne Frage schmerzt mein Herz auch für Helene, sie muss fürchterliche Qualen ausgestanden haben, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Sie wurde zum Opfer einer heimtückischen Krankheit!!! Aber in dem Buch ist sie bereits nicht mehr da, für sie ist das Leid vorbei. Für ihre Familie hat es erst begonnen. Ich hoffe, es spricht sich weiter rum, dass man keine Kinder haben muss. Denn im Zweifel muss man bereit sein, sich allein um diese zu kümmern, komme was wolle. Das ist das Kreuz, das Mütter tragen. Ich stehe grundsätzlich auf der Seite der Kinder. Diese haben nicht darum gebeten, geboren zu werden. Der teilweise vor Selbstmitleid triefende Unterton hat mich auch an den „Trend“ denken lassen, dass Mütter neuerdings im Internet zeigen, wie dreckig ihre Häuser und Wohnungen sind. Dass ihre mental health es ihnen verbietet, Geschirr zu spülen, Betten zu beziehen, Müll wegzubringen und als Resultat, ihre Kinder im Dreck hausen müssen. Und das Internet muss Mitleid mit ihnen haben und die dreckigen Lebensumstände validieren. Ich kann das nicht und werde das nicht können. Die Kinder haben mir das Herz zerrissen und für mich wurde zu wenig (gar nicht) auf die mentale Gesundheit eingegangen, es wurde nur immerzu nach äußerer Schuld gesucht und nie klargemacht, dass eine erwachsene Person eigene Entscheidungen trifft. Viele Angehörige leiden ein Leben lang unter Schuldgefühlen und zerbrechen unter der Frage, ob sie etwas hätten ändern können. Dabei kann man eine erwachsene Person nicht davon abhalten, das zu tun, was sie wirklich tun möchte. Es ist unmöglich ein Fazit zu ziehen. Depression muss besprochen werden. Es muss möglich gemacht werden, dass Betroffene Hilfe bekommen. Es muss aber auch erlaubt sein, dass man für Kinder einsteht. Dass Kinder auch ein Recht haben, in einem ordentlichen Umfeld aufzuwachsen. Ihr seht, das Buch hat mich sehr aufgewühlt. Thema ist eine 10/10, die Umsetzung hat mich nicht ganz überzeugt. Schwieriges Thema! Schwieriges Buch! Macht Euch am besten ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️

Puh, was für ein emotionales Buch. Während der ersten Hälfte war ich mir sicher, dass es ein 5 Sterne Buch werden wird. Schon in der ersten Szene mit dem Salz hab ich mich wieder erkannt. In der zweite Hälfte hat sich das Buch aber mMn in die falsche Richtung entwickelt. Der Mädels Gruppe rund um Lola kann ich gar nix abgewinnen. Gewalt ist doch keine Lösung. Und auch Sarah hat sich mMn mehr zum Jammerlappen entwickelt als zur starken Frau. Der Umgang mit Leon am Ende des Buchs hat mir auch nicht gefallen. Im Endeffekt ruft dieses Buch zur Männerfeindlichkeit auf und das ist der falsche Weg für ein schönes Miteinander. Schade, ich hatte mir irgendwie mehr erwartet.
Es macht mich nicht nur nach dem Lesen nachdenklich, denn das hat es vorher schon...
Ich habe noch nichts vergleichbares gelesen, nun weiß ich auch warum, die Wut wächst, auch bei mir. Es macht mich also nicht nur nach dem Lesen nachdenklich, denn das hat es vorher schon... Das sind Bücher die berühren, ganz oft musste ich schlucken und habe mit genickt. Ich finde also hier Bedarf es nicht allzu vieler Worte, lest, hört, schaut euch um, vermittelt, helft, bildet Gemeinschaften 👊🏻♀️ Es wird definitiv nicht mein letztes Buch dieser Art sein. Wie viele wertvolle Bücher um die Zeit des Lockdown entstanden sind oder davon handeln, dieses gehört meisterlich auf einen ganz hohen und wichtigen Podest.
Ein absolutes Herzensbuch, das jede Frau (und eigentlich jeder Mensch) gelesen haben sollte! Ehrlich, brutal, schonungslos und doch voller Hoffnung!
Selten hat mich ein Buch so tief im Innersten berührt und gleichzeitig aufgerüttelt wie dieses. „Die Wut, die bleibt“ ist kein einfacher Roman – es ist ein Schlag ins Herz, ein Spiegel, ein Aufschrei, der lange nachhallt. Mareike Fallwickl schreibt mit einer Intensität, die weh tut, aber genau deshalb so notwendig ist. Sie legt schonungslos offen, was viele Frauen fühlen, aber kaum aussprechen: die Erschöpfung, das Ungesehenwerden, die Last, immer zu funktionieren – und die stille, brodelnde Wut, die daraus entsteht. Ich habe beim Lesen geweint, genickt, geschluckt – und mich verstanden gefühlt. Es ist ein Buch über Schmerz, über Mutterschaft, über das Patriarchat, über weibliche Solidarität – aber vor allem über die Kraft, sich selbst wiederzufinden. Trotz aller Schwere strahlt zwischen den Zeilen eine unglaubliche Hoffnung: dass Veränderung möglich ist, wenn wir endlich hinsehen und uns gegenseitig tragen. Dieses Buch ist unbequem, ehrlich und heilsam zugleich. Es bleibt – genau wie die Wut, die es beschreibt. Ein absolutes Herzensbuch, das jede Frau (und eigentlich jeder Mensch) gelesen haben sollte.
Eine Mutter kann nicht mehr und stürzt sich beim gemeinsamen Abendessen, mit der Familie, in den Tod. Wie geht es jetzt weiter? Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Sarah der besten Freundin, die aus einem Pflichtgefühl heraus nun um die Familie kümmert. Sie sorgt sich um die Kinder, bekocht die Familie und sorgt das alles so normal wie möglich weiterläuft. Sie zieht sogar zeitweise in die Wohnung, um da sein zu können. In ihrem Haus wartet zwar ein Mann, aber es scheint als flieht sie mehr vor ihm, als dass sie eine Zukunft mit ihm sieht. Sarah ist schnell an einem Punkt an dem sie Ihre Freundin verstehen kann. Wenn sie Sonntags eine Stunde für sich hat, ist dass das Beste in der Woche. Ihre Arbeit wird vom Vater der Kinder und dem Witwer nicht ernst genommen. Ging es ihrer Freundin auch so. Sie hat natürlich alles mitbekommen, aber eben nie selbst erlebt. Die zweite Perspektive ist die von der Tochter Lola. Sie kämpft mit sich, mit dem Tod ihrer Mutter und der Gesellschaft. Sie ist Teenager, neigt zunächst zu selbstverletzenden Verhalten. Bis sie mit ihrer Freundin die Schule schwänzt und skaten geht. Sie werden von Jungs angegriffen und beschließen zu einem Selbstverteidigungskurs zu gehen. Lola und ihre Freundin verändern sich bewusst, bekommen Muskeln, aber wollen auch nicht mehr dünn sein. In dem Kurs lernen sie zwei weitere Frauen kennen und nach einem Vorfall, gehen sie auf Rachekurs. Sogar Sarah helfen sie. Was würden wir machen, wenn unsere Beste Freundin stirbt. Würden wir wirklich so selbstlos handeln? Wie wäre es uns ergangen, wenn wir unsere Mutter verlieren, als wir Teaanager waren und immer noch in einer Männerdominanten Welt leben würden? Spannende Fragen, die durch dieses Buch aufgeworfen werden.
W O W !!
Als Hörbuch haben wir hier zwei Sprecherinnen bekommen. Beide hatten eine super angenehme Stimme und ich konnte ihnen gut folgen. Kapitel waren teilweise lang, aber hat durch die Spannung nichts getan. ☝🏼 ⚠️ Trigger-Warnung hier beachten: - Selbstmord - Femizid - Gewalt - Depressionen - Magersucht | Essstörung Wirklich ein super wichtiges Buch meiner Meinung nach. Es behandelt viele Themen kamen hier vor, die ich so gar nicht bedacht habe oder den Blickwinkel ich nicht gehabt hatte. Wir bekommen die Gesicht von Lola und Sarah. Wer die beiden sind, mag ich nicht sagen, da es eventuell spoilern könnte. 😊 Klare Leseempfehlung! 🫶🏼

** Wenn Wut laut wird… **
Mareike Fallwickl greift in Die Wut, die bleibt Themen auf, die ins Mark treffen: unbezahlte Frauenarbeit, die Belastungen der Pandemie und die ständige Erschöpfung, die Frauen oft still ertragen. Die „Tränen der Erschöpfung“ und die Erziehung zur Konfliktvermeidung sind nur einige der Punkte, die schmerzhaft nachvollziehbar sind. Der Schreibstil ist dabei kraftvoll und mitreißend – das Buch lässt sich kaum aus der Hand legen. Trotzdem hatte ich „kleine Probleme“ damit. Viele Themen sind so zugespitzt, dass sie ihre Wirkung teilweise verlieren. Was mich besonders gestört hat, war der Gedanke an Selbstjustiz, der unausgesprochen im Raum steht. Das fühlte sich für mich persönlich an manchen Stellen einfach falsch an. Die Story bleibt lange im Kopf und ist eine wertvolle Möglichkeit, sich mit diesen wichtigen und oft verdrängten Thematiken vertraut zu machen. Ein Roman, der bewegt und nachwirkt.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ich weiß ich bin etwas Late to the Party aber bei diesem Buch gilt: besser spät als nie! 😍 Das Buch ist ein Meisterwerk. Mareike Fallwickl schafft es, sprachlich präzise und emotional schonungslos Themen anzusprechen, die allzu oft verdrängt werden: die unsichtbare Last von Frauen, die Kraft von Wut und die Notwendigkeit gesellschaftlicher Veränderung. Besonders berührend und schmerzhaft treffend sind Aussagen wie: „Der erschöpfte Vater bekommt Anerkennung, die erschöpfte Mutter Sprüche.“ oder „Wir müssen aufhören, die jüngere Generation zu belehren, und anfangen, von ihr zu lernen.“ Sie bringen komplexe Strukturen auf den Punkt und bleiben lange im Kopf. Ein Buch, das Mut macht, Wut zu fühlen und Veränderungen einzufordern. Unfassbar gut und unfassbar wichtig 🤯
Keine klassische Rezension - aber definitiv eine Leseempfehlung
Keine Frage – Die Wut, die bleibt ist ein gut geschriebenes Buch, das mit patriarchalen Strukturen, emotional abwesenden Vätern und männlichen Gewalttätern abrechnet... Besonders spannend ist jedoch, wie sehr das Buch die Gemüter vieler Frauen erhitzt. Die einen auf Grund der männlichen Protagonisten des Buchs, die anderen auf Grund der Gewalt, die von jungen Frauen ausgeht. Das lässt sich deutlich an den Rezensionen und Diskussionen im Social Read hier auf Reado beobachten. Noch nie zuvor habe ich dort einen so intensiven und hitzigen Meinungsaustausch erlebt. Dass ein junges Mädchen auf einen Rachefeldzug geht und Gewalt an Männern ausübt, scheint für viele Frauen eine Grenze zu überschreiten, ein absolutes Tabu zu sein. Es bringt sie dazu, nicht nur das Buch, sondern auch den vermeintlich dahinterstehenden Feminismus und sogar die Autorin selbst zu verteufeln. Gerade das finde ich bemerkenswert: Die Gewalt geht in der Geschichte zunächst von Männern aus – doch an dieser Stelle bleibt der große Aufschrei aus. Erst als ein Mädchen zur Selbstjustiz greift, wird die Empörung riesig. Warum ist das so? Ist männliche Gewalt so sehr normalisiert? Müssen Frauen stets friedliche Lösungen finden? Und ist das Entsetzen andernfalls einfach größer? Besonders verwunderlich ist das ganze, da das Buch rein fiktional ist und kein Ratgeber oder Handlungsempfehlung – dennoch wird das Buch häufiger so gewertet und deswegen verurteilt. In unzähligen Serien, Filmen und Büchern wird Gewalt dargestellt. Von wem geht sie dort meist aus? Von Männern. Und nur selten führt das zu vergleichbarer Empörung oder zu der Annahme, es habe eine gefährliche Vorbildfunktion. Mareike Fallwickl hat mit diesem Buch einen Denkanstoß geliefert. Vielleicht wollte sie wachrütteln, vielleicht gesellschaftliche Strukturen ins Wanken bringen – vllt ist es ja wirklich ein kleiner Warnschuss. So oder so, es ist ein Buch, das bewegt.
Die Wut, die bleibt – und das Recht, gehört zu werden
Ein kraftvolles Buch, das laut ist – und genau deshalb so wichtig. Mareike Fallwickl schreibt über Mutterschaft, Care-Arbeit, Erschöpfung, über die Wut, die sich in Frauenkörpern ansammelt, wenn sie immer wieder übergangen, überfordert, übersehen werden. Aber das Großartige an diesem Buch ist: Man muss keine Mutter sein, um es zu fühlen. Diese Wut gehört uns allen. Diese Müdigkeit. Dieses permanente Zurückweichen, das als Rücksicht verkauft wird. Dieses stille Funktionieren. Und das Bedürfnis, endlich laut zu sein – und gehört zu werden. Beim Hören hatte ich viele dieser Ja-genau-Momente. Keine neuen Erkenntnisse im Sinne von Aha – sondern diese stille Bestätigung: Du bildest dir das nicht ein. Diese Sätze kennt man, diese Blicke, dieses Nicht-Gemeinte, das trotzdem wirkt. Fallwickl schreibt mit Wucht und Klarheit, aber ohne Pathos. Sie beschreibt eine Realität, die wir oft lieber nicht wahrnehmen – und trifft damit direkt ins Herz.
Kraftvoll und zeitnah
Mareike Fallwickels Roman beginnt mit einem Knaller. Mutter Helene stürzt sich beim gemeinsamen Abendessen mit Mann und Kindern vom Balkon in den Tod. Die Geschichte spielt zu Zeiten der Pandemie und ist ein Werk, dass durch den für die Autorin typischen Stil aus Provokation und Polarisierung besticht. Wenn man damit umgehen kann, liest sich das Buch richtig gut. Die Sprache der Autorin ist kraftvoll, sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Womit ich beim Klappentext nicht gerechnet habe, dass hier körperliche Gewalt an Männern verübt wird, teilweise in Szenen detailliert beschrieben. Es geht viel um die Frage, was macht Mutterschaft aus, was müssen Frauen andere als Männer opfern. Wobei auch die Protagonisten teilweise sehr klischeehaft dargestellt sind: der Mann, der trotz Tod seiner Frau weiter macht wie bisher und die Kleinkinder an die Freundin der toten Frau weiterreicht. Die Freundin, die ewig braucht bis sie kapiert, dass sie nur ausgenutzt wird. Die Stieftochter, die ihre Heilung in Wut ummünzt. Dennoch glaube ich, dass sich in diesem Werk viele Frauen zu mindest in Teilen wieder finden werden.
Ein sehr aufwühlender Roman über die noch nicht vorhandene Gleichberechtigung der Frauen. Das Buch beginnt mit dem Selbstmord der Mutter Helene während der Pandemie. Zurück bleiben drei Kinder und ihr Ehemann, der sich weiterhin drückt Verantwortung zu übernehmen.
Dass Frauen immer noch den überwiegenden Teil der Care-Arbeit übernehmen, ist bekannt. Vor allem in der Pandemie wurden sie aber vergessen. Immer verfügbar sein, zusätzlich Homeschooling und dabei den Stress vom Gatten abhalten, der im Homeoffice arbeitet brachte viele Frauen an die Grenze der Belastbarkeit. Familiäre Zustände werden hier sehr realitätsnah gezeichnet und ich fand mein eigenes, jüngeres Ich in so manchen Situationen wieder. Die neue Generation Frau begehrt jetzt auf. Sie lässt sich nicht mehr von der Gesellschaft diktieren, immer dem Schönheitsideal entsprechen zu müssen, immer harmoniebedürftig sein zu müssen, sie fordert Rechte ein. Dass Lola und ihre Freundinnen dazu aber zu roher Gewalt greifen, kann ich nicht tolerieren. Aber sie fanden keine andere Möglichkeit, sich in einer noch immer von Männern dominierten Welt Gehör zu verschaffen. Ein aufrüttelndes Buch, dass ich jedem (Mann) empfehlen kann.
Ein intensives Buch, was mir noch lang in Gedächtnis bleibt. Eine Mutter begeht Selbstmord vor den Augen der Familie. Wie geht die Familie damit um? Wer drückt wie seine Trauer aus. Wut und Gewalt spielen ein großes Thema, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Sich wehren, für sich einstehen und für andere da sein. Bin gespannt auf den zweiten Teil
Die Wut die bleibt von Mareike Fallwickel Ein wichtiges Buch - mein Jahreshighlights
Eine Ehefrau und Mutter dreier Kinder steht beim gemeinsamen Abendessen unvermittelt vom Tisch auf, öffnet die Balkontür, tritt hinaus und springt... Wie gehen die Hinterbliebenen, Familie und Freunde damit um, wie reagiert das Umfeld, wer hilft, wer resigniert? Dieser intensive und herausfordernde Gesellschaftsroman/Entwicklungsroman zeigt auf was es heißt, eine Frau zu sein, die dem System, der Gesellschaft und der Politik gerecht sein soll. Welche Erwartungen an Frauen gerichtet werden und dass die sogenannte, vermeintlich im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. Er appelliert an ein Umdenken der Gesellschaft im Allgemeinen und an das Eintreten der Männer für Frauenrechte im Speziellen. Dieses Buch sollte, nein muss, Pflichtlektüre in allen Schulen sein !!! Das Ergebnis einer tief verwurzelten geschlechtsspezifischen Diskriminierung in der Gesellschaft ist die internalisierte Misogynie, welche leider auch noch bei vielen Frauen standhaft Einhalt gewährt. Frauen helfen Frauen oft nicht sondern versuchen Taten mit "billigen" Ausreden zu rechtfertigen. "Warum ist sie auch alleine durch die Unterführung", "Warum hat sie sich auch so aufreizend angezogen", "sie ist doch freiwillig mitgegangen", "hätte sie weniger getrunken", etc. Frauen sollen zurückhaltender sein, freundlicher, hilfsbereiter und bloß nicht so provokant oder selbstbewusst. Frauen sollen hübsch sein, lange Haare haben, stets was aus sich machen, stets in bester Form sein und sich bloß nicht gehen lassen. Frauen sollen den Männern das Gefühl geben, das stärkere Geschlecht zu sein und dankbar dafür, dass der Mann sie beschützt. Frauen brauchen keine Beschützer sondern Männer, die gemeinsam mit Frauen für die Gleichberechtigung kämpfen, die Frauen respektieren und keine Gewalt und Angst verbreiten, die gerne auch mal auf was verzichten um es den Frauen zukommen zu lassen. Ich denke hierbei an die dänische Handball-Nationalmannschaft, die auf ihre Prämie verzichtete zugunsten der Frauennationalmannschaft ❤️ Sämtliches Aufbegehren, Demonstrieren, geschriebene Bücher und Ratgeber, geführte Gespräche und Diskussionen haben uns Frauen bisher leider noch nicht zur totalen Gleichberechtigung gebracht. Im Durchschnitt verdienen z.B. Frauen immer noch 17,6 % weniger als Männer für den gleichen Job. Frauen müssen sich endlich einander bestärken und unterstützen und aufhören sich unterdrücken zu lassen. Wir alle müssen aufhören, die jüngeren Generationen zu belächeln und belehren und endlich Anfangen auch von ihnen zu lernen. Nur so kommen wir der Gleichberechtigung näher!!! Ein wirklich aufwühlender, mitreißender und fesselnder Roman mit einer beeindruckenden Aussagekraft. #frauenderweltvereinteuch

Das Buch hat sehr viel von dem widergespiegelt, was Frauen tagtäglich erleben müssen. In mir ist während dem lesen auch eine Wut gestiegen. Das System in dem wir leben, macht es uns Frauen alles andere als leicht. Eine Frau hat Mutter, aber trotzdem eine Frau zu sein. Sie muss sich um die Kinder kümmern, kochen, putzen aber zeitgleich arbeiten gehen. Sie soll hübsch sein und auf das äußere achten, aber nicht zu viel, weil sie sonst eingebildet ist und automatisch als schlechtere Mutter dasteht. Sie soll still sein und sich nicht wehren, aber trotzdem stark sein und ihre Kinder beschützen. Frauen wird für ihre Aufopferung viel zu wenig gedankt - es wird als selbstverständlich hingenommen. Oft wird es bei Männern in den Himmel gelobt, wenn sie sich ne Stunde um das Kind kümmern und zeitgleich ein bisschen aufgeräumt haben. Bei Frauen wird das nicht mal ansatzweise anerkannt. Ich hoffe dass mehr Frauen dieses Buch lesen, allerdings waren manche Handlungsstränge auch etwas überspitzt dargestellt und unrealistisch (zumindest aus meiner Perspektive). Alles in allem aber eine wichtige Lektüre.
Feministisch, intensiv und voller Wucht
Die Brutalität und Direktheit sind schwer zu ertragen. Zwischen den extremen Szenen gibt es viele emotionale, wahre Momente, die mich tief berührten. Ich konnte die Wut gut nachvollziehen, auch wenn mir manches zu übertrieben war. Ein kraftvolles, unbequemes Buch, das lange nachwirkt.
Ich brenne lichterloh
Ja die Wut bleibt. Sie brennt, sie kämpft sich an die Oberfläche, öffnet Augen und den Geist. Sie macht, dass ich mit Lola schreien und kämpfen möchte, mit Sarah endlich aufbegehren und für mich selbst einstehen möchte, macht dass ich mit allen Frauen der Welt eine Einheit, eine Wand gegen die Ungerechtigkeit und Misogynie dieser Welt bilden will und brüllen will: so nicht! Ein kämpferisches Buch, eins für die Selbstermächtigung, Gleichberechtigung, für Feminismus und für die Wut. Grandios!
Eindrucksvolles Buch aus zwei Perspektiven erzählt
Helene tötet sich. Zurück bleiben ihre beste Freundin Sarah mit Freund und Helenes Mann Johannes mit den Kindern Luzius und Maxi, sowie Helenes Tochter Lola. Das Buch erzählt abwechselnd aus Sarahs und Lolas Sicht, wie die Familie mit dem Tod umgeht und wie sie die Zeit danach organisieren. Ein sehr feministischer Roman. Die Autorin findet klare und eindringliche Worte. Ein Buch, über das man noch länger nachdenkt. Sehr empfehlenswert. Keine 5 Sterne, weil es mir manchmal zu sehr schwarz/weiss war. Die Männer hier eher schwächer oder übergriffig dargestellt werden. Das war mir oft nicht differenziert genug.
Die Wut in mir bleibt wirklich! Absolut großartig geschrieben!!
Ein scheinbar "normales" Familienleben, bis sich die Mutter von drei Kinder während des Frühstück vom Balkon stürzt. Mareike Fallwickl hat es geschafft die grundlegenden Probleme des Patriarchates, die schon zuhause anfangen, so nahbar und emphatisch dazustellen, dass Mensch eine komplett andere Sichtweise auf unsere Gesellschaft bekommt. Sie lässt uns in die Gefühlswelt der Betroffenen eintauchen und auf ergreifende Weise alles Leid der Protagonistinnen mitfühlen. Es fühlt sich an wie Appell an uns Frauen uns zu wehren und zusammenzuhalten. Sehr wichtiger und toll geschriebener Roman!

Ein wirklich aufwühlender Roman, dessen Feminismus mir stellenweise aber zu extrem und einseitig war. Die Fragen, die der Roman stellt, regen definitiv zum Nachdenken an, vor allem in den Diskussionen von Lola und Sarah. Trotzdem habe ich ein Störgefühl, wenn Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten fast nur auf die Kategorie Geschlecht, in diesem Fall "Frau", zurückgeführt werden. Bzw. Männer im Gegenzug pauschal abgewertet werden. Es wirken doch noch so viel mehr Kategorien in unserem gesellschaftlichen Gefüge... Diese Frontenbildung gibt mir einfach kein gutes Gefühl.
Im dritten Anlauf ein Highlight geworden.
📌 "Der Scheiß an der Sache mit der Belastbarkeit ist, dass Mütter an ihre Grenzen gehen und weit darüber hinaus, sie können nicht mehr, aber sie schaffen es dennoch." - S. 171 Wer hätte gedacht, dass mir das gefällt? Im dritten Anlauf begonnen und wirklich lange daran gelesen, muss ich rückwirkend sagen, dass dieses Buch nachhaltig gewirkt hat. Auch wenn es mitunter anstrengend war, weil ich genervt war, war es am Ende, die (traurige) Wahrheit über fehlende Gleichberechtigung, die in der sicherlich überzogenen Geschichte steckt, gewirkt hat und mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Absolut nicht meins!
Zum einen habe ich drei Anläufe gebraucht, bis ich wirklich weiter als 50 Seiten gelesen habe und ich war oft kurz davor, wieder aufzuhören oder gänzlich abzubrechen. Der Gedanke war gut aber das Thema wurde so übertrieben dargestellt. Ich habe nichts gegen Feminismus - bin ja selber betroffen ;-)) - aber bitte alles in Maßen. Man muss auch nicht so tun, als wären alle Menschen, die keinen extremen Feminismus leben, falsch! Das Ende hat sich dann nochmal unnötigerweise sehr gezogen, sodass ich einfach nur froh war, als ich das Buch endlich abgeschlossen hatte. Ich vergebe trotzdem 2🌟, weil ich doch einiges nachempfinden konnte aber empfehlen kann ich es nicht unbedingt 🤣
Ein Buch was zum Nachdenken anregt
Dieses Buch regt die gesamte Zeit des Lesens zum Nachdenken an, die zwei weiblichen Protagonisten im Wechsel zu lesen, die komplett verschiedenen sind, ist manchmal anstrengend aber doch auch spannend, ihre Entwicklung zu sehen und besonders Lolas Stärke wachsen zu sehen und wie sie Sarah in ihrer Stärke mitnimmt, ist wirklich schön! Ich habe am Ende einige Tränen verloren. Ein sehr schön, starke feministische Geschichte die sehr viel Wahrheit und Aufruf zum Aufbegehren mitbringt!
Gewaltig - Brutal
Noch nie hab ich in einem Buch so viel über Wut gelesen wie in diesem. Natürlich lässt sich das durch den Titel erahnen aber so? Was für eine gewaltige und brutale Wut einen da überrollt. Und da dieses Buch so unfassbar wichtig ist für die Frauen, die Gesellschaft, das System, lässt man sich total umhauen und fesseln davon. Feminismus - Brutalität - Gewalttätigkeit - Radikalität - Gerechtigkeit - Durchsetzungsvermögen - für sich selbst als Frau einstehen und für all die Frauen, die es nicht selbst können - Auge um Auge Ein wichtiges Buch. Mir persönlich ein bisschen zu radikal. Es hallt nach. Es wühlt auf. Macht wütend. Man möchte sich selbst befreien.
Wow!
Nach „Und alle so still“ war ich total angefixt, sofort noch mehr von Mareike Fallwickl zu lesen. Gleichsam packend wirkte dann auch der Roman „Die Wut die bleibt“ auf mich, der viele Missstände in der Gesellschaft bezüglich der sozialen Ungleichbehandlung und Unterdrückung von Frauen berichtet und für mich präsent gemacht hat. Triggerwarnung: Suizid Helene reichts! Als Mutter von drei Kindern und in ständiger Verantwortung für diese, steht sie trotz gemeinsamer Elternschaft völlig alleine da mit den Schwierigkeiten, Aufgaben und Entscheidungen des Alltags. Auf ihren Mann Johannes kann sie sich nicht verlassen. Sie kann nicht mehr - und keiner bemerkt das. Helene zieht die extremst vorstellbare Konsequenz und suizidiert sich selbst. Zurück bleiben zwei Kindergartenkinder, eine pubertierende Jugendliche - die sich selbständig macht, sich politisiert und lernt, für sich selbst geradezustehen - und ein Vater, der erstmal nichts zu verstehen scheint. Helenes beste Freundin Sarah springt in die Bresche und übernimmt alle Aufgaben und die Verantwortung von Johannes. Es braucht seine Zeit, bis sie dazu in der Lage ist, Johannes die Verantwortung zurückzugeben und sich selbst zu emanzipieren. Dabei ist ihr die Tochter ihrer Freundin eine große Hilfe. Für mich ein Roman, der nicht nur Wut deutlich macht, sondern auch erweckt. Klare Empfehlung!
Das Buch klatscht richtig rein - im wahrsten Sinne
Heftiger Roman, der mich nicht loslässt. Auch wenn ich mich theoretisch viel mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigt habe, eröffnet das nochmal eine viel greifbarere, schmerzhaftere und ungeschönte Ebene. Man hat den Impuls, etwas ändern zu wollen, aber mit Blick auf die Realität und die weltpolitischen Entwicklungen, kommt mir das völlig utopisch und meilenweit weg vor. Ein erster Schritt wäre, diesen Roman zu lesen, um überhaupt mal ein Bild davon zu bekommen, welche Lasten Frauen zu tragen haben und welche Strukturen existieren, dass Männer sich davon entziehen und sich vor allem selbst zu hinterfragen, wie diese Strukturen mit den eigenen Handlungen und Denkweisen täglich reproduziert werden - unabhängig vom Geschlecht. Es gibt noch so viel, das mir im Kopf herum geistert, letztlich kann ich nur empfehlen, dieses Buch zu lesen.
Gutes Buch. Wichtige Thematik.
Ich mochte das Buch. Ich hab es nicht geliebt und auch nicht furchtbar gefunden. Es war gut. Die Thematik ist unheimlich wichtig, wie von der Welt und der Gesellschaft Rollen bei Frauen aufgezwungen werden, was man von ihnen erwartet und was für ein unglaublicher Druck das ist. Wie man sich dem fügt um dazugehören zu können. Auch bis zu einem Punkt an dem es nicht mehr geht. Und die Wut die eine in sich trägt. Dennoch bin ich der Meinung das irgendwie etwas gefehlt hat, was das Buch noch besser gemacht hätte. Ich habe mich mit den Charakteren identifizieren können und hab echt viel heulen und schlucken müssen. Ich konnte auch nicht alles nachvollziehen was in dem Buch stattgefunden hat oder dem so zustimmen wie die Protagonist*Innen gehandelt haben, aber es geht dennoch unter die Haut und regt zum Nachdenken an! Man muss für das Buch jedoch Emotional gewappnet sein, da vieles wirklich in eine extreme Richtung geht.
Vor etwas über einer Woche habe ich dieses Buch beendet und überlege seitdem, wie ich es beurteilen und rezensieren soll. Vor allem, ohne groß zu Spoilern ist es schwierig. Aber beginnen wir von vorn. Das Ende des zweiten Lockdowns ist nah. Die dreifach Mama Helene steht beim Abendbrot ohne ein Wort vom Tisch auf und springt in den Freitod. Hätte ihre beste Freundin Sarah etwas merken müssen? Wo soll die älteste Tochter Lola mit ihren Gefühlen hin? Wer füllt nun die Lücke? Ich würde behaupten jede Frau erkennt sich auf die eine oder andere Art in Helene und/oder Sarah wieder. Der Schreibstil der Autorin ist schonungslos ehrlich, zieht einen direkt in seinen Bann. Es beginnt so emotional und traurig - der kleine Maxi hat mein Herz gebrochen (ohne nun weiter ins Detail zu gehen) 💔 Die Wut ist das ganze Buch über omnipräsent. Jede wird sich in Helene und/Sarah auf die eine oder andere Art wiedererkennen. Ich wollte das Buch so gern auf die "All Time Favorites" Liste setzen, weil es so viele Gefühle in mir auslöst. Aber dann driftet das Ganze für mich zu sehr ab, es geschehen Dinge, die aus meiner Sicht aufgeklärt gehören. Nein, es muss und darf kein Happy End sein, aber die Wut bleibt im wahrsten Sinne des Wortes. Es fehlt mir an Aufarbeitung. Und dann gehört es eben doch auf diese Liste, weil es mich nicht los lässt, ich immer wieder ins Grübeln komme und es schon einigen Freundinnen empfohlen habe, weil es eben so authentisch ist. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Also, von mir an jede Frau, ob Mutter oder nicht eine klare Leseempfehlung und auch an jeden Mann, der einmal in die Gedanken einer Frau eintauchen möchte.





















































