Die Nase

Die Nase

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3.916

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Description

Die Nase ist eine Erzählung aus dem Jahre 1836. Sie gehört zu den Petersburger Novellen. Der „Wij“ ist eine kolossale Schöpfung der Volksphantasie. So nennen die Kleinrussen den König der Gnome, dessen Augenlider bis an die Erde reichen. Diese ganze Erzählung ist eine Volksüberlieferung. „Ich wollte an ihr nichts ändern und gebe sie hier fast ebenso schlicht wieder, wie ich sie gehört habe.“ (Gogol)

Book Information

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Format
CD-Audio
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Price
10.30 €

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War Gogol der Erfinder der Kafkaeske? Müsste es nicht eigentlich gogolesk heißt? Die diffusen Erfahrungen der Angst, Unsicherheit und Entfremdung kommen mir ähnlich wie bei Kafka vor. Gogol läßt die Entfremdung vom eigenen Ich nicht durch Verwandlung, sondern Wegnahme eines Körperteil geschehen. Auch beim wiederholten Lesen ein Genuss. „Das Unbegreiflichste an der Sache ist, wie es nur Schriftsteller geben kann, die sich solche Gegenstände wählen. Ich muß gestehen, das ist mir das Allerunbegreiflichste ... in der Tat, das geht vollständig über mein Begriffsvermögen! Denn erstens hat das Vaterland nicht den mindesten Nutzen davon, und dann zweitens – aber auch zweitens springt kein Vorteil dabei heraus. Kurz, ich weiß nicht, was das soll ...“ Das sind die letzten Sätze Gogols in dieser absurden Erzählung, die sich wie ein 180 Jahre alter Sketch von Monty Python anfühlt. Die Nase eines angesehenen Majors in St. Petersburg taucht einmal im Brot seines Barbiers und ein anderes mal als mürrischer Stadtrat auf. Skurriler geht es wirklich kaum. Und wie schon der Autor am Ende über sein Werk sagt: ich weiß nicht, was das soll. Ob es überhaupt eine Interpretation gibt? Der Mut, zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein derart albernes Buch zu schreiben, ist beachtlich. Ein Meilenstein des Surrealismus. Ich fand es klasse.

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War Gogol der Erfinder der Kafkaeske? Müsste es nicht eigentlich gogolesk heißt? Die diffusen Erfahrungen der Angst, Unsicherheit und Entfremdung kommen mir ähnlich wie bei Kafka vor. Gogol läßt die Entfremdung vom eigenen Ich nicht durch Verwandlung, sondern Wegnahme eines Körperteil geschehen. Auch beim wiederholten Lesen ein Genuss. „Das Unbegreiflichste an der Sache ist, wie es nur Schriftsteller geben kann, die sich solche Gegenstände wählen. Ich muß gestehen, das ist mir das Allerunbegreiflichste ... in der Tat, das geht vollständig über mein Begriffsvermögen! Denn erstens hat das Vaterland nicht den mindesten Nutzen davon, und dann zweitens – aber auch zweitens springt kein Vorteil dabei heraus. Kurz, ich weiß nicht, was das soll ...“ Das sind die letzten Sätze Gogols in dieser absurden Erzählung, die sich wie ein 180 Jahre alter Sketch von Monty Python anfühlt. Die Nase eines angesehenen Majors in St. Petersburg taucht einmal im Brot seines Barbiers und ein anderes mal als mürrischer Stadtrat auf. Skurriler geht es wirklich kaum. Und wie schon der Autor am Ende über sein Werk sagt: ich weiß nicht, was das soll. Ob es überhaupt eine Interpretation gibt? Der Mut, zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein derart albernes Buch zu schreiben, ist beachtlich. Ein Meilenstein des Surrealismus. Ich fand es klasse.

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