Die Nacht der Schildkröten
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Ein flirrender Roman, der davon erzählt, dass nichts jemals verloren ist. «Einen besseren Debütroman kann man sich kaum vorstellen.» Paolo Giordano
Livia hat liebevolle Eltern, eine beste Freundin, und sie rennt schneller als der Wind: Sie ist die Schnellste. Eines Tages erfährt sie, dass ihr Leben bald von Dunkelheit umgeben sein wird. Bei Livia wird eine Augenkrankheit diagnostiziert, die zum Verlust des Sehvermögens führt. Sie erfährt davon in einem Alter, in dem sie nur so sein will wie die anderen, Sportwettkämpfe gewinnen, auf Partys gehen, gesehen werden.
Wenn Erwachsenwerden heißt, Schwächen zu akzeptieren, dann ist das Spiel für Livia ein wenig härter als für die anderen. Sie wird lernen zu leben, ohne die Welt um sich herum zu sehen, sich im Dunkeln zu bewegen und auf Geräusche zu vertrauen. Vor allem wird sie sich ihren Ängsten stellen müssen.
«Dieser Roman ist das Manifest der neuen Generation.» Corriere della Sera
«Ein wunderbares Buch.» Vanity Fair
«Wie viel Spannung und wie viel Wahrheit stecken in diesen Seiten!» Il Foglio
«In diesem starken und einnehmenden Buch erzählt uns eine unerhört frische Stimme, wie man trotz Widerigkeiten lernt zu leben.» Donna
Questo libro è stato tradotto grazie a un contributo del Ministero degli Affari Esteri e della Cooperazione Internazionale italiano.
Die Übersetzung dieses Buches wurde durch einen Übersetzungszuschuss des Italienischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit ermöglicht.
Book Information
Author Description
Greta Olivo wurde 1993 in Rom geboren. Sie studierte kreatives Schreiben an der berühmten Scuola Holden in Turin. «Die Nacht der Schildkröten» ist ihr erster Roman. Er wurde mit dem Premio Flaiano ausgezeichnet. Greta Olivo lebt in Rom.
Posts
Livia ist ein Teenager, hat ein liebevolles Elternhaus, Freunde und ist erfolgreich beim Sport. Als eine Erkrankung bei ihr festgestellt wird, die zur Erblindung führt, müssen neue Prioritäten gesetzt werden. Das bisher recht unbeschwerte Leben wird immer schwieriger und ganz normale Alltagsdinge werden zur großen Herausforderung. Wir begleiten Livia dabei wie sie so lange wie möglich versucht weiter ein normaler Teenager zu sein, ihre Sehschwäche zu verstecken und sich ihren Ängsten irgendwann stellt. Ein Jugendbuch mit schwierigem Inhalt. Es lässt sich aber sehr gut lesen. Livia war manchmal recht anstrengend aber als Teenager verbunden mit dieser Krankheit darf sie das auch sein. Interessant waren für mich auch der Krankheitsverlauf und wie Livia in den jeweiligen Abschnitten damit umgegangen ist. In einem Alter, in dem man einfach nur dazugehören will und die Gesundheit voraussetzt wird, ist es einfach nur unvorstellbar schwierig seinen Platz im Leben zu finden. Und genau das wird uns in diesem Roman nahegebracht.
Eine emotionale Geschichte über den Umgang mit einer vernichtenden Diagnose in jungen Jahren! 🐢✨🌜
Die Erzählerstimme gehört Livia, einem jungen Leichtathletik-Talent in Rom. Zu Hause wartet eine ganz normale Familie, die sie unterstützt und zu allen Wettkämpfen begleitet. Bis zu dem schicksalhaften Tag, an dem sie nach einem Sturz erfährt, dass sie von einer degenerativen Augenerkrankung betroffen ist. Livias Diagnose ist ernst: Sie leidet frühzeitig an einer Retinitis pigmentosa, was einem fortschreitenden Urteil zur Erblindung gleichkommt. Ihre erste Reaktion ist die völlige Ablehnung ihrer Situation. Sie versucht mit aller Kraft, so zu tun, als könnte sie noch gut sehen: Sie probiert heimlich die Kontaktlinsen einer Freundin aus und stürzt sich in riskante Situationen, nur um normal zu erscheinen. Die Tage vergehen mit einem Streich nach dem anderen, und Livia wird erwachsen. Sie ist kein wehrloses Kind mehr, sondern eine Jugendliche mit all den dazugehörigen Problemen: die erste Liebe, der Schulalltag, Ausflüge, Partys. Livia kann nicht länger vortäuschen, sie muss sich helfen lassen. In einem auf Behinderungen spezialisierten Zentrum lernt sie Emilio kennen, den Tutor, der ihr hilft, in der Dunkelheit, die sie mittlerweile völlig umhüllt, Ordnung und Licht zu finden. In den Kapiteln, die durch negative Dioptrienwerte (-2, -6, -8...) gekennzeichnet sind, fällt es auf, dass man es mit einer Jugendlichen zu tun hat, die zwar wie alle Teenager von einer getriebenen Unruhe geplagt ist, sich jedoch nicht im Selbstmitleid suhlt. Stattdessen zeigt sie einen enormen Wunsch nach Autonomie und "Normalität". Eine moderne und authentische Jugendliche, die mit schnell ans Herz gewachsen ist und in der ich mich ein Stück weit wiedererkannt habe. „Die Nacht der Schildkröten“ ist der Debütroman der Dreißigjährigen Römerin Greta Olivo, die mich mit ihrem klaren, inspirierenden Schreibstil von ihrer Geschichte überzeugt hat, die ein hohes emotionales Mitfühlpotential bereithält, auch wenn mich das Ende eher unzufrieden gestimmt hat. Ein Lichtstrahl am Literaturhimmel - danke Greta Olivo!
Großartiges Debüt!
"Man könnte ihn für einen Tag der Niederlage halten. Doch stattdessen ist er der Beweis, dass nichts je verloren ist, dass die Abwesenheit von Licht der schlagende Beweis für die Existenz von Licht ist, und das feiern wir heute." "Die Nacht der Schildkröten" ist der Debütroman der italienischen Autorin Greta Olivo. Ein Name, den ich mir definitiv merken werde. Übersetzt aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Livia wächst in einer liebevollen Familie auf. Mit gerade einmal 4 Jahren wird jedoch eine starke Kurzsichtigkeit bei ihr festgestellt. Doch das hindert Livia nicht daran schnell wie der Wind zu rennen und an Sportwettkämpfen teilzunehmen. Stets gewinnt sie. Doch eines Tages ist alles anders: Schwarze Löchern tun sich in ihrem Gesichtsfeld auf und ihr Arzt diagnostiziert Livia eine unheilbare Augenkrankheit, die im Laufe der Jahre zur völligen Erblindung führen wird. Zu Anfang ignoriert und leugnet Livia ihre Erkrankung, denn sie möchte ein ganz normaler Teenager sein - möchte auf Partys gehen und sich amüsieren. Doch irgendwann kommt sie an einen Punkt, an dem sie merkt, dass sie ihre Krankheit akzeptieren und damit zu leben lernen muss. Greta Olivo erzählt diese teilweise sehr emotionale Geschichte ohne viele Schnörkel, eher einfach, aber trotzdem wahnsinnig gut. Und so bin ich hier auch innerhalb eines Tages nur so durch die 236 Seiten geflogen. Es gibt tatsächlich nur wenig Bücher, die mich mit so wenig Seiten auch von ihrer Geschichte überzeugen können, doch Olivos Roman gehört hier definitiv dazu. Die Wut und Verzweiflung, die Livia packt, die Ablehnung und Resignation ließ sich absolut gut nachempfinden. Livia, die lernen muss sich von der Welt der Farben zu verabschieden, sich im Dunkeln zu bewegen und auf Geräusche zu vertrauen. Und obwohl Livias Eltern vollends für sie da sind und sie unterstützen, stelle ich es mir unglaublich schwer vor, diese Hilfe anzunehmen, ist es doch eigentlich das Alter, in dem der Abnabelungsprozess von den Eltern stattfindet. Alles in allem ein Debüt, das sich sehen lassen kann! Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Ein Coming of Age Roman der besonderen Art. 🐢
Livia führt ein Leben, wie man es sich als Teenager wünscht. Sie hat eine Familie, die immer hinter ihr steht und Freunde, die für sie da sind. Und sportlich ist sie auch ziemlich erfolgreich. Doch dann ändert sich alles. Sie erhält die Diagnose Retinitis Pigmentosa. Eine frühe Form der zum Erblinden führenden Augenkrankheit. Ab sofort muss Livia akzeptieren, sich von der bunten Welt zu verabschieden. Leichter gesagt, als getan… Das ist eine Geschichte, die mich berührt hat. Livia genießt ein normales und erfülltes Teenagerleben. Und plötzlich werden selbst die einfachsten Dinge für sie zur großen Herausforderung. Sind es zuerst noch kleine Dinge, die vielleicht etwas anstrengender sind als bisher, nehmen die Schwierigkeiten mit wachsender Dioptrienzahl zu. Anfangs ignoriert Livia die Diagnose. Verdrängung ist da noch einfach. Sie will ja nur eine normale Teenagerin sein. Mehr will sie nicht. Doch das geht immer weniger. Und das zu akzeptieren, fällt ihr schwer. Was sich auch an ihrem Verhalten bemerkbar macht. Doch irgendwann versucht sie, ihr Schicksal anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Das gelingt mal mehr, mal weniger… Diese Geschichte, die sich mit den jungen Jahren von Livia beschäftigt, hallt lange nach. Aber auch schon während des Lesens fühlt man mit Livia und kann all die Ablehnung, Verdrängung und Wut nachvollziehen. Das geht einem ziemlich nahe. Vielleicht auch, weil die Geschichte, trotz oder gerade wegen des schweren Themas sehr einfach gehalten ist. Und das ist hier wirklich positiv. Denn: Das Buch lässt sich schnell lesen, ohne dass an der Thematik etwas verlorengeht. Mich hat diese emotionale Geschichte überzeugt. Ich empfehle sie gerne weiter. Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. - Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unabhängig. -

„Die Nacht der Schildkröten“ von Greta Olivo ist ein tief berührendes Debüt, das eine bewegende Geschichte über Verlust, Verdrängung und den Kampf um Normalität erzählt. Die Protagonistin Livia, ein junges Leichtathletik-Talent, muss sich inmitten ihrer Teenagerjahre mit der Diagnose Retinitis pigmentosa auseinandersetzen – einer Krankheit, die zur völligen Erblindung führen wird. Olivos klarer, einfühlsamer Schreibstil zieht einen sofort in die emotionale Welt von Livia hinein, die sich zunächst weigert, ihre zunehmende Erblindung zu akzeptieren. Die Kapitel, die durch immer höher werdende Dioptrienwerte markiert sind, spiegeln eindrücklich Livias sich verschlechternde Sehkraft wider und geben der Geschichte eine besondere Struktur. Dabei schafft es die Autorin, die Spannung zwischen den Herausforderungen, die Livia mit ihrer Erkrankung bewältigen muss und den normalen Teenagerproblemen wie Freundschaften, erster Liebe und Schulstress sehr authentisch zu schildern. Die Charakterentwicklung ist kraftvoll, besonders Livias Wandlung von der Verdrängung ihrer Krankheit hin zur Akzeptanz. Die einfühlsame Darstellung der inneren Kämpfe und der äußeren Herausforderungen, die mit der Krankheit einhergehen, macht die Geschichte emotional intensiv, aber nie überladen. Besonders die Begegnung mit Emilio, einem Mentor aus einem auf Behinderungen spezialisierten Zentrum, bringt Licht in die dunklen Momente der Handlung und zeigt, wie Unterstützung und Selbstakzeptanz ein Leben verändern können. Trotz der Schwere des Themas bleibt das Buch leicht zugänglich. Die Mischung aus Alltagsmomenten und Livias Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit ist ausgewogen, und der Ton des Romans trotz der düsteren Thematik nie zu bedrückend. Hier zeigt Olivo ein großes Gespür dafür, die Balance zwischen Tragik und Hoffnung zu halten. „Die Nacht der Schildkröten“ ist eine beeindruckende Lektüre, die zum Nachdenken anregt und zeigt, wie sehr man das alltägliche Leben, das oft als selbstverständlich erscheint, wertschätzen sollte. Ein vielversprechender Auftakt der italienischen Autorin Greta Olivo – ich freue mich auf mehr! Aus dem Italienischen von Verena von Koskull.

Eine Geschichte, in der ein solches Schicksal beschrieben wird, ist schwer zu bewerten. Leider bin ich Livia nicht wirklich nahe gekommen . Ich fühlte mich immer auf Distanz gehalten und somit hat mich die Geschichte leider nicht erreichen . Mit dem Kopf konnte ich das Schicksal greifen, im Herzen spüren leider nicht.
„Um die Krankheit würde sich eine andere Livia kümmern, dachte ich, ein erwachsener, fähiger Mensch, der nicht viel zu tun hatte.“ (S. 99) Jedes Aufwachsen ist wohl von der Vorfreude geleitet, die Welt zu entdecken – selbstständig, neugierig, mit eigenen Augen. Aber was geschieht, wenn schon früh feststeht, dass sich diese Welt allmählich verdunkeln wird? Wenn klar ist, dass man sich irgendwann blind in ihr bewegen muss? In "Die Nacht der Schildkröten" erzählt Greta Olivo von Livia, deren Augenerkrankung sich bereits im Alter von vier Jahren zum ersten Mal bemerkbar macht. Dass sie jedoch so schnell voranschreiten würde, dass Livia mit fünfzehn nahezu vollständig erblindet ist, damit hatte niemand gerechnet. Von einem Moment auf den anderen ist das Selbstverständliche nicht mehr gegeben: Sehen, Laufen, Orientierung. Livia muss lernen, sich ihre Welt neu zu erlaufen und zu ertasten, sich ein anderes Sehen beizubringen – eines, das weniger über Bilder funktioniert als über Geräusche, Berührungen, Nähe. Die größte Herausforderung ist dabei nicht die Krankheit selbst, sondern die Erkenntnis, Hilfe zu benötigen und auf andere angewiesen zu sein. Lange hofft Livia, dass sich „eine andere“, spätere Version ihrer selbst darum kümmern wird – erwachsen, fähig, zuständig. Doch das Leben wartet nicht. Unterstützung findet sie schließlich in einem Zentrum für Sehbehinderte, vor allem durch ihren Tutor Emilio. Er zeigt ihr, dass Selbstbestimmung nicht bedeutet, alles allein zu schaffen, sondern die eigenen Grenzen anzunehmen. Loslassen und akzeptieren – darin liegt für Livia eine neue Form von Freiheit. Greta Olivo ist mit diesem Roman ein leises, eindringliches Debüt gelungen. Die Nacht der Schildkröten liest sich wie ein Kaleidoskop: Gemeinsam mit Livia setzen wir Eindrücke neu zusammen, betrachten die Welt nicht mehr als festes Bild, sondern als etwas, das sich tastend, fragmentarisch und doch intensiv erschließt. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die ohne Pathos auskommt und gerade deshalb berührt. Ein Buch, das Mut macht, das Leben als Herausforderung anzunehmen – auch dann, wenn es in aller Härte zuschlägt.
Sehr interessante Thematik, welche neue Erkenntnisse bringt und die Sichtweise verändern kann.
Der Roman behandelt mit der sich im Prozess der Erblindung befindenden Protagonistin eine sehr spannende Thematik. Ich habe durch den Roman neue Aspekte aufgezeigt bekommen, über die ich bisher nicht nachgedacht habe und konnte dadurch etwas besser den Umgang von Menschen mit ihrer Erblindung nachvollziehen. Ich habe mir etwas mehr Bezug auf den Leistungssport der Protagonistin erhofft, jedoch gerät dies aus dem Fokus der Erzählung. Viele Emotionen innerhalb der Familie des Mädchens, welche jedoch nicht vollends bei mir ankamen. Aus meiner Sichtweise verläuft sich die Geschichte etwas zum Ende hin und verliert an Lesefluss. Alles in allem ein gelungener Debütroman, der durchaus zu empfehlen ist.
Ein wichtiges Buch, das jeder mal gelesen haben sollte und das nachdenklich stimmt.
Der größte Albtraum für viele Menschen ist es eine unserer wichtigsten Fähigkeiten zu verlieren: zu sehen, zu hören oder sich zu bewegen. Livia hat eine starke Sehschwäche. Nichts ungewöhnliches – es liegt in der Familie. Nur häufen sich langsam die Situationen, in denen Livias Sichtfeld sich verändert oder auch ganz verschwindet. Manchmal führt das dazu, dass sie stolpert, manchmal sorgt es für panische Bewegungsunfähigkeit. Es folgt die Diagnose Retinitis Pigmentosa. Eine Krankheit, die mit Fortschreiten zur Erblindung führt. Livia verliert während ihrer Schulzeit immer weiter ihr Sehvermögen und wir dürfen sie auf diesem steinigen Weg begleiten, der auch Hoffnung gibt, dass das Leben weiter geht. Ich mochte Livia, auch wenn sie ein typischer Teenager ist, der nicht immer rationale Entscheidungen trifft. Sie hat ihre Probleme, wie jeder in dem Alter, manchmal auch bockige Phasen oder Trotz-Reaktionen. Es ist ein schwieriges Alter um anders zu sein. Man möchte dazugehören – Livia geht es da genau wie allen anderen. Und so versucht sie alles, damit ihre Sehschwäche nicht auffällt. Bis es nicht mehr geht. Ich fand den Ton des Buches gut getroffen und Livia als Hauptcharakter sehr gut nachvollziehbar. Und sogar die Schildkröten haben einen kurzen Auftritt! Das Buch hat mich nachdenklich gestimmt und ich fand den Schreibstil sehr angenehm. An manchen Stellen war es für mich aber auch anstrengend zu lesen. Vielleicht einfach, weil das Mädchen mitten in der Pubertät steckt und nicht jede Entscheidung rational nachvollziehbar ist. Die Nacht der Schildkröten ist ein Buch, dass jeder mal gelesen haben sollte. Es hilft dabei zu verstehen, wie jemand mit stark eingeschränktem Sehen die Welt sieht und welche Gefühle das auslösen kann. Dadurch, dass Livia noch bei ihren Eltern wohnt und wir sie nur kurz mit völliger Blindheit erleben, wird auf viele Barrieren des Alltags noch nicht eingegangen. Vielleicht dürfen wir sie irgendwann auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt noch einmal begleiten.
„…selbst in der dunkelsten Nacht gibt es immer einen Lichtpunkt.“
Anfangs hatte ich Mühe, mich in das Buch hineinzuversetzen, doch dann, fast ohne es zu merken, hat es mich völlig in seinen Bann gezogen. Besonders beeindruckt hat mich der zerbrechliche und hartnäckige Mut einer Teenagerin, die mehr als andere beweisen muss, dass sie in diese Welt gehört. Während ihre Altersgenossen voller neuer Erfahrungen sind, verliert Livia alle Farben des Jugendlebens wegen ihrer Erblindung.
Description
Ein flirrender Roman, der davon erzählt, dass nichts jemals verloren ist. «Einen besseren Debütroman kann man sich kaum vorstellen.» Paolo Giordano
Livia hat liebevolle Eltern, eine beste Freundin, und sie rennt schneller als der Wind: Sie ist die Schnellste. Eines Tages erfährt sie, dass ihr Leben bald von Dunkelheit umgeben sein wird. Bei Livia wird eine Augenkrankheit diagnostiziert, die zum Verlust des Sehvermögens führt. Sie erfährt davon in einem Alter, in dem sie nur so sein will wie die anderen, Sportwettkämpfe gewinnen, auf Partys gehen, gesehen werden.
Wenn Erwachsenwerden heißt, Schwächen zu akzeptieren, dann ist das Spiel für Livia ein wenig härter als für die anderen. Sie wird lernen zu leben, ohne die Welt um sich herum zu sehen, sich im Dunkeln zu bewegen und auf Geräusche zu vertrauen. Vor allem wird sie sich ihren Ängsten stellen müssen.
«Dieser Roman ist das Manifest der neuen Generation.» Corriere della Sera
«Ein wunderbares Buch.» Vanity Fair
«Wie viel Spannung und wie viel Wahrheit stecken in diesen Seiten!» Il Foglio
«In diesem starken und einnehmenden Buch erzählt uns eine unerhört frische Stimme, wie man trotz Widerigkeiten lernt zu leben.» Donna
Questo libro è stato tradotto grazie a un contributo del Ministero degli Affari Esteri e della Cooperazione Internazionale italiano.
Die Übersetzung dieses Buches wurde durch einen Übersetzungszuschuss des Italienischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit ermöglicht.
Book Information
Author Description
Greta Olivo wurde 1993 in Rom geboren. Sie studierte kreatives Schreiben an der berühmten Scuola Holden in Turin. «Die Nacht der Schildkröten» ist ihr erster Roman. Er wurde mit dem Premio Flaiano ausgezeichnet. Greta Olivo lebt in Rom.
Posts
Livia ist ein Teenager, hat ein liebevolles Elternhaus, Freunde und ist erfolgreich beim Sport. Als eine Erkrankung bei ihr festgestellt wird, die zur Erblindung führt, müssen neue Prioritäten gesetzt werden. Das bisher recht unbeschwerte Leben wird immer schwieriger und ganz normale Alltagsdinge werden zur großen Herausforderung. Wir begleiten Livia dabei wie sie so lange wie möglich versucht weiter ein normaler Teenager zu sein, ihre Sehschwäche zu verstecken und sich ihren Ängsten irgendwann stellt. Ein Jugendbuch mit schwierigem Inhalt. Es lässt sich aber sehr gut lesen. Livia war manchmal recht anstrengend aber als Teenager verbunden mit dieser Krankheit darf sie das auch sein. Interessant waren für mich auch der Krankheitsverlauf und wie Livia in den jeweiligen Abschnitten damit umgegangen ist. In einem Alter, in dem man einfach nur dazugehören will und die Gesundheit voraussetzt wird, ist es einfach nur unvorstellbar schwierig seinen Platz im Leben zu finden. Und genau das wird uns in diesem Roman nahegebracht.
Eine emotionale Geschichte über den Umgang mit einer vernichtenden Diagnose in jungen Jahren! 🐢✨🌜
Die Erzählerstimme gehört Livia, einem jungen Leichtathletik-Talent in Rom. Zu Hause wartet eine ganz normale Familie, die sie unterstützt und zu allen Wettkämpfen begleitet. Bis zu dem schicksalhaften Tag, an dem sie nach einem Sturz erfährt, dass sie von einer degenerativen Augenerkrankung betroffen ist. Livias Diagnose ist ernst: Sie leidet frühzeitig an einer Retinitis pigmentosa, was einem fortschreitenden Urteil zur Erblindung gleichkommt. Ihre erste Reaktion ist die völlige Ablehnung ihrer Situation. Sie versucht mit aller Kraft, so zu tun, als könnte sie noch gut sehen: Sie probiert heimlich die Kontaktlinsen einer Freundin aus und stürzt sich in riskante Situationen, nur um normal zu erscheinen. Die Tage vergehen mit einem Streich nach dem anderen, und Livia wird erwachsen. Sie ist kein wehrloses Kind mehr, sondern eine Jugendliche mit all den dazugehörigen Problemen: die erste Liebe, der Schulalltag, Ausflüge, Partys. Livia kann nicht länger vortäuschen, sie muss sich helfen lassen. In einem auf Behinderungen spezialisierten Zentrum lernt sie Emilio kennen, den Tutor, der ihr hilft, in der Dunkelheit, die sie mittlerweile völlig umhüllt, Ordnung und Licht zu finden. In den Kapiteln, die durch negative Dioptrienwerte (-2, -6, -8...) gekennzeichnet sind, fällt es auf, dass man es mit einer Jugendlichen zu tun hat, die zwar wie alle Teenager von einer getriebenen Unruhe geplagt ist, sich jedoch nicht im Selbstmitleid suhlt. Stattdessen zeigt sie einen enormen Wunsch nach Autonomie und "Normalität". Eine moderne und authentische Jugendliche, die mit schnell ans Herz gewachsen ist und in der ich mich ein Stück weit wiedererkannt habe. „Die Nacht der Schildkröten“ ist der Debütroman der Dreißigjährigen Römerin Greta Olivo, die mich mit ihrem klaren, inspirierenden Schreibstil von ihrer Geschichte überzeugt hat, die ein hohes emotionales Mitfühlpotential bereithält, auch wenn mich das Ende eher unzufrieden gestimmt hat. Ein Lichtstrahl am Literaturhimmel - danke Greta Olivo!
Großartiges Debüt!
"Man könnte ihn für einen Tag der Niederlage halten. Doch stattdessen ist er der Beweis, dass nichts je verloren ist, dass die Abwesenheit von Licht der schlagende Beweis für die Existenz von Licht ist, und das feiern wir heute." "Die Nacht der Schildkröten" ist der Debütroman der italienischen Autorin Greta Olivo. Ein Name, den ich mir definitiv merken werde. Übersetzt aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Livia wächst in einer liebevollen Familie auf. Mit gerade einmal 4 Jahren wird jedoch eine starke Kurzsichtigkeit bei ihr festgestellt. Doch das hindert Livia nicht daran schnell wie der Wind zu rennen und an Sportwettkämpfen teilzunehmen. Stets gewinnt sie. Doch eines Tages ist alles anders: Schwarze Löchern tun sich in ihrem Gesichtsfeld auf und ihr Arzt diagnostiziert Livia eine unheilbare Augenkrankheit, die im Laufe der Jahre zur völligen Erblindung führen wird. Zu Anfang ignoriert und leugnet Livia ihre Erkrankung, denn sie möchte ein ganz normaler Teenager sein - möchte auf Partys gehen und sich amüsieren. Doch irgendwann kommt sie an einen Punkt, an dem sie merkt, dass sie ihre Krankheit akzeptieren und damit zu leben lernen muss. Greta Olivo erzählt diese teilweise sehr emotionale Geschichte ohne viele Schnörkel, eher einfach, aber trotzdem wahnsinnig gut. Und so bin ich hier auch innerhalb eines Tages nur so durch die 236 Seiten geflogen. Es gibt tatsächlich nur wenig Bücher, die mich mit so wenig Seiten auch von ihrer Geschichte überzeugen können, doch Olivos Roman gehört hier definitiv dazu. Die Wut und Verzweiflung, die Livia packt, die Ablehnung und Resignation ließ sich absolut gut nachempfinden. Livia, die lernen muss sich von der Welt der Farben zu verabschieden, sich im Dunkeln zu bewegen und auf Geräusche zu vertrauen. Und obwohl Livias Eltern vollends für sie da sind und sie unterstützen, stelle ich es mir unglaublich schwer vor, diese Hilfe anzunehmen, ist es doch eigentlich das Alter, in dem der Abnabelungsprozess von den Eltern stattfindet. Alles in allem ein Debüt, das sich sehen lassen kann! Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Ein Coming of Age Roman der besonderen Art. 🐢
Livia führt ein Leben, wie man es sich als Teenager wünscht. Sie hat eine Familie, die immer hinter ihr steht und Freunde, die für sie da sind. Und sportlich ist sie auch ziemlich erfolgreich. Doch dann ändert sich alles. Sie erhält die Diagnose Retinitis Pigmentosa. Eine frühe Form der zum Erblinden führenden Augenkrankheit. Ab sofort muss Livia akzeptieren, sich von der bunten Welt zu verabschieden. Leichter gesagt, als getan… Das ist eine Geschichte, die mich berührt hat. Livia genießt ein normales und erfülltes Teenagerleben. Und plötzlich werden selbst die einfachsten Dinge für sie zur großen Herausforderung. Sind es zuerst noch kleine Dinge, die vielleicht etwas anstrengender sind als bisher, nehmen die Schwierigkeiten mit wachsender Dioptrienzahl zu. Anfangs ignoriert Livia die Diagnose. Verdrängung ist da noch einfach. Sie will ja nur eine normale Teenagerin sein. Mehr will sie nicht. Doch das geht immer weniger. Und das zu akzeptieren, fällt ihr schwer. Was sich auch an ihrem Verhalten bemerkbar macht. Doch irgendwann versucht sie, ihr Schicksal anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Das gelingt mal mehr, mal weniger… Diese Geschichte, die sich mit den jungen Jahren von Livia beschäftigt, hallt lange nach. Aber auch schon während des Lesens fühlt man mit Livia und kann all die Ablehnung, Verdrängung und Wut nachvollziehen. Das geht einem ziemlich nahe. Vielleicht auch, weil die Geschichte, trotz oder gerade wegen des schweren Themas sehr einfach gehalten ist. Und das ist hier wirklich positiv. Denn: Das Buch lässt sich schnell lesen, ohne dass an der Thematik etwas verlorengeht. Mich hat diese emotionale Geschichte überzeugt. Ich empfehle sie gerne weiter. Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. - Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unabhängig. -

„Die Nacht der Schildkröten“ von Greta Olivo ist ein tief berührendes Debüt, das eine bewegende Geschichte über Verlust, Verdrängung und den Kampf um Normalität erzählt. Die Protagonistin Livia, ein junges Leichtathletik-Talent, muss sich inmitten ihrer Teenagerjahre mit der Diagnose Retinitis pigmentosa auseinandersetzen – einer Krankheit, die zur völligen Erblindung führen wird. Olivos klarer, einfühlsamer Schreibstil zieht einen sofort in die emotionale Welt von Livia hinein, die sich zunächst weigert, ihre zunehmende Erblindung zu akzeptieren. Die Kapitel, die durch immer höher werdende Dioptrienwerte markiert sind, spiegeln eindrücklich Livias sich verschlechternde Sehkraft wider und geben der Geschichte eine besondere Struktur. Dabei schafft es die Autorin, die Spannung zwischen den Herausforderungen, die Livia mit ihrer Erkrankung bewältigen muss und den normalen Teenagerproblemen wie Freundschaften, erster Liebe und Schulstress sehr authentisch zu schildern. Die Charakterentwicklung ist kraftvoll, besonders Livias Wandlung von der Verdrängung ihrer Krankheit hin zur Akzeptanz. Die einfühlsame Darstellung der inneren Kämpfe und der äußeren Herausforderungen, die mit der Krankheit einhergehen, macht die Geschichte emotional intensiv, aber nie überladen. Besonders die Begegnung mit Emilio, einem Mentor aus einem auf Behinderungen spezialisierten Zentrum, bringt Licht in die dunklen Momente der Handlung und zeigt, wie Unterstützung und Selbstakzeptanz ein Leben verändern können. Trotz der Schwere des Themas bleibt das Buch leicht zugänglich. Die Mischung aus Alltagsmomenten und Livias Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit ist ausgewogen, und der Ton des Romans trotz der düsteren Thematik nie zu bedrückend. Hier zeigt Olivo ein großes Gespür dafür, die Balance zwischen Tragik und Hoffnung zu halten. „Die Nacht der Schildkröten“ ist eine beeindruckende Lektüre, die zum Nachdenken anregt und zeigt, wie sehr man das alltägliche Leben, das oft als selbstverständlich erscheint, wertschätzen sollte. Ein vielversprechender Auftakt der italienischen Autorin Greta Olivo – ich freue mich auf mehr! Aus dem Italienischen von Verena von Koskull.

Eine Geschichte, in der ein solches Schicksal beschrieben wird, ist schwer zu bewerten. Leider bin ich Livia nicht wirklich nahe gekommen . Ich fühlte mich immer auf Distanz gehalten und somit hat mich die Geschichte leider nicht erreichen . Mit dem Kopf konnte ich das Schicksal greifen, im Herzen spüren leider nicht.
„Um die Krankheit würde sich eine andere Livia kümmern, dachte ich, ein erwachsener, fähiger Mensch, der nicht viel zu tun hatte.“ (S. 99) Jedes Aufwachsen ist wohl von der Vorfreude geleitet, die Welt zu entdecken – selbstständig, neugierig, mit eigenen Augen. Aber was geschieht, wenn schon früh feststeht, dass sich diese Welt allmählich verdunkeln wird? Wenn klar ist, dass man sich irgendwann blind in ihr bewegen muss? In "Die Nacht der Schildkröten" erzählt Greta Olivo von Livia, deren Augenerkrankung sich bereits im Alter von vier Jahren zum ersten Mal bemerkbar macht. Dass sie jedoch so schnell voranschreiten würde, dass Livia mit fünfzehn nahezu vollständig erblindet ist, damit hatte niemand gerechnet. Von einem Moment auf den anderen ist das Selbstverständliche nicht mehr gegeben: Sehen, Laufen, Orientierung. Livia muss lernen, sich ihre Welt neu zu erlaufen und zu ertasten, sich ein anderes Sehen beizubringen – eines, das weniger über Bilder funktioniert als über Geräusche, Berührungen, Nähe. Die größte Herausforderung ist dabei nicht die Krankheit selbst, sondern die Erkenntnis, Hilfe zu benötigen und auf andere angewiesen zu sein. Lange hofft Livia, dass sich „eine andere“, spätere Version ihrer selbst darum kümmern wird – erwachsen, fähig, zuständig. Doch das Leben wartet nicht. Unterstützung findet sie schließlich in einem Zentrum für Sehbehinderte, vor allem durch ihren Tutor Emilio. Er zeigt ihr, dass Selbstbestimmung nicht bedeutet, alles allein zu schaffen, sondern die eigenen Grenzen anzunehmen. Loslassen und akzeptieren – darin liegt für Livia eine neue Form von Freiheit. Greta Olivo ist mit diesem Roman ein leises, eindringliches Debüt gelungen. Die Nacht der Schildkröten liest sich wie ein Kaleidoskop: Gemeinsam mit Livia setzen wir Eindrücke neu zusammen, betrachten die Welt nicht mehr als festes Bild, sondern als etwas, das sich tastend, fragmentarisch und doch intensiv erschließt. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die ohne Pathos auskommt und gerade deshalb berührt. Ein Buch, das Mut macht, das Leben als Herausforderung anzunehmen – auch dann, wenn es in aller Härte zuschlägt.
Sehr interessante Thematik, welche neue Erkenntnisse bringt und die Sichtweise verändern kann.
Der Roman behandelt mit der sich im Prozess der Erblindung befindenden Protagonistin eine sehr spannende Thematik. Ich habe durch den Roman neue Aspekte aufgezeigt bekommen, über die ich bisher nicht nachgedacht habe und konnte dadurch etwas besser den Umgang von Menschen mit ihrer Erblindung nachvollziehen. Ich habe mir etwas mehr Bezug auf den Leistungssport der Protagonistin erhofft, jedoch gerät dies aus dem Fokus der Erzählung. Viele Emotionen innerhalb der Familie des Mädchens, welche jedoch nicht vollends bei mir ankamen. Aus meiner Sichtweise verläuft sich die Geschichte etwas zum Ende hin und verliert an Lesefluss. Alles in allem ein gelungener Debütroman, der durchaus zu empfehlen ist.
Ein wichtiges Buch, das jeder mal gelesen haben sollte und das nachdenklich stimmt.
Der größte Albtraum für viele Menschen ist es eine unserer wichtigsten Fähigkeiten zu verlieren: zu sehen, zu hören oder sich zu bewegen. Livia hat eine starke Sehschwäche. Nichts ungewöhnliches – es liegt in der Familie. Nur häufen sich langsam die Situationen, in denen Livias Sichtfeld sich verändert oder auch ganz verschwindet. Manchmal führt das dazu, dass sie stolpert, manchmal sorgt es für panische Bewegungsunfähigkeit. Es folgt die Diagnose Retinitis Pigmentosa. Eine Krankheit, die mit Fortschreiten zur Erblindung führt. Livia verliert während ihrer Schulzeit immer weiter ihr Sehvermögen und wir dürfen sie auf diesem steinigen Weg begleiten, der auch Hoffnung gibt, dass das Leben weiter geht. Ich mochte Livia, auch wenn sie ein typischer Teenager ist, der nicht immer rationale Entscheidungen trifft. Sie hat ihre Probleme, wie jeder in dem Alter, manchmal auch bockige Phasen oder Trotz-Reaktionen. Es ist ein schwieriges Alter um anders zu sein. Man möchte dazugehören – Livia geht es da genau wie allen anderen. Und so versucht sie alles, damit ihre Sehschwäche nicht auffällt. Bis es nicht mehr geht. Ich fand den Ton des Buches gut getroffen und Livia als Hauptcharakter sehr gut nachvollziehbar. Und sogar die Schildkröten haben einen kurzen Auftritt! Das Buch hat mich nachdenklich gestimmt und ich fand den Schreibstil sehr angenehm. An manchen Stellen war es für mich aber auch anstrengend zu lesen. Vielleicht einfach, weil das Mädchen mitten in der Pubertät steckt und nicht jede Entscheidung rational nachvollziehbar ist. Die Nacht der Schildkröten ist ein Buch, dass jeder mal gelesen haben sollte. Es hilft dabei zu verstehen, wie jemand mit stark eingeschränktem Sehen die Welt sieht und welche Gefühle das auslösen kann. Dadurch, dass Livia noch bei ihren Eltern wohnt und wir sie nur kurz mit völliger Blindheit erleben, wird auf viele Barrieren des Alltags noch nicht eingegangen. Vielleicht dürfen wir sie irgendwann auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt noch einmal begleiten.
„…selbst in der dunkelsten Nacht gibt es immer einen Lichtpunkt.“
Anfangs hatte ich Mühe, mich in das Buch hineinzuversetzen, doch dann, fast ohne es zu merken, hat es mich völlig in seinen Bann gezogen. Besonders beeindruckt hat mich der zerbrechliche und hartnäckige Mut einer Teenagerin, die mehr als andere beweisen muss, dass sie in diese Welt gehört. Während ihre Altersgenossen voller neuer Erfahrungen sind, verliert Livia alle Farben des Jugendlebens wegen ihrer Erblindung.

















