Die juristische Unschärfe einer Ehe
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Description
Rasante Dreiecksgeschichte zwischen Berlin und Baku
Leyla wollte immer tanzen. Doch nach einem Unfall muss sie das Bolschoi-Theater in Moskau verlassen. Altay ist Psychiater. Nachdem sich seine große Liebe umgebracht hat, lässt er keinen Mann mehr an sich heran. Altay und Leyla führen eine Scheinehe, um ihre Familien ruhigzustellen. Als die beiden mit Mitte zwanzig in Berlin von vorne anfangen, tritt Jonoun in ihr Leben.
Olga Grjasnowa erzählt von zwei Frauen und einem Mann, die von der Liebe träumen, aber auch nicht wissen, wie man mit der Liebe lebt. Ein klar und direkt erzählter Roman über Glück und Unglück in einer Zeit, da alles möglich scheint.
Book Information
Author Description
Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, wuchs im Kaukasus auf. Sie verbrachte längere Zeit in Polen, Russland und Israel. 2011 erhielt die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Für ihren vielbeachteten Debütroman ›Der Russe ist einer, der Birken liebt‹ wurde sie 2012 mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna Seghers-Preis ausgezeichnet.
Posts
01/2026 „Ist dir jemals aufgefallen, dass sie keine Versprechungen macht? Es sind immer nur wir, die ihr das Blaue vom Himmel versprechen. Manchmal glaube ich, dass es sie gar nicht gibt. Zumindest nicht wirklich. Sie lebt in jedem Moment irgendeine Rolle bis zum Äußersten aus (…). Alles was und bleibt, ist, herauszufinden, welche es gerade ist.“
Der Roman handelt von drei Protagonist:innen, die sich vor allem durch ihre große Widersprüchlichkeit in sich selbst und Leid, in Form von internalisierten Glaubenssätzen, Erwartungshaltungen und ganz eigenen Traumata auszeichnen, welches sie immer wieder daran hindert sie selbst sein zu können. Verbunden werden sie durch ihre ganz eigene Tragik, in derer sie doch immer irgendwie auf der Suche nach ihrer eigenen Form von Liebe sind. Olga Grjasnowas Schreibstil hat mich von Seite eins in den Bann gezogen. Mit ihrem nüchternen, aber dennoch so auf den Punkt bildlichen Stil hat sie mich nicht nur dazu gebracht das halbe Buch zu annotieren, sondern es auch für eine ganzen Tag nicht aus der Hand zu legen. Die unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere lassen einen dabei nur so durch die Geschichte fliegen und trotz der Tragik in der Geschichte schafft sie es immer wieder eine ironische Komik zu vermitteln. Schon bei „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ hatte ich das Gefühl beim Lesen super viel dazuzulernen und auch hier wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Der Roman ist dabei ebenfalls hochpolitisch und nimmt einen mit auf eine Reise, auf der es keine Heimat zu geben scheint. Tatsächlich sind mir bei diesem Buch die Charaktere aber noch mehr ans Herz gewachsen. Von meiner Seite aus eine ganz klare Empfehlung!
Ich habe das Buch verschlungen!
Die Autorin schafft es die Szenerien vor das Innere Auge zu bringen und alle Gefühle erlebbar nach zu spüren. Ich war bis eben ganz und gar Teil des Romans und der dortigen Beziehungen. Als kenne ich jeden Einzeln als Freunde und nahe Bezugspersonen. Sehr nahbar und ehrlich.
Bin sehr erstaunt, dass die meisten Rezensionen hier so negativ ausfallen. Habe den Roman wie auch schon den ersten von Olga Grjasnowa verschlungen, hier aber noch viel mehr Nähe zu diesen schönen, kaputten Figuren aufbauen können. Der erste Teil spielt in Berlin, der zweite größtenteils in Aserbaidschan. Die Gegenüberstellung dieser beiden so unterschiedlichen Schauplätze geschieht pointiert und teilweise boshaft. Auch ihre Figuren verschont Grjasnowa nicht, sie lassen vieles unerklärt (reden manchmal ganze Tage nicht miteinander), sind gemein zueinander (obwohl sie sich lieben) und nicht mit sich zufrieden - wie echte Menschen. Den Vorwurf der Künstlichkeit, der hier in den Rezensionen mehrmals aufkam, kann ich dementsprechend nicht nachvollziehen.
TW/CN: Misogynie, Homofeindlichkeit (S-Wort), Transfeindlichkeit (T-Wort), Rassismus, häusliche Gewalt „Womit sie nicht gerechnet hatte, war, dass das Ballett ihr fehlen würde. Nicht wie ein Mensch, nach dem man sich sehnt, sondern wie eine Droge, die dem Körper plötzlich entzogen wird, und Leila hatte ein ausgeprägtes sucht Gedächtnis. Wenn ihr eine Bewegung besonders gut gelang, wurde sie high.“ Es ist so: Ein mieser Unfall kostete Leyla, eine erfolgreiche Balletttänzerin am Moskauer Bolschoi-Theater, die Karriere. Mit ihrem Mann Altay, Psychiater, führt sie eine Scheinehe, um beide Familien stillen zu können. Denn Leyla und Altay fühlen sich zum gleichen Geschlecht hingezogen. Trotzdem pflegen die beiden eine enge Beziehung miteinander. Sie ziehen nach Berlin und Jonoun stellt deren komplettes Leben um. Jonoun ist Kellnerin, angehende Künstlerin und zudem ist sie die uneheliche Tochter eines Rabbiners und Enkelin eines Kantors. Und liebt Leyla. Ahnungslos entscheiden sie sich trotz aller Freiheiten für ein kompliziertes Beziehungsmodell zu dritt. Als es in ihrer Dreiecksgeschichte kippt, reisen sie „in den wilden Kaukasus“. Eigentlich geht es im Roman um nicht viel und doch irgendwie um alles. Ihr zweiter Roman „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ erzählt die Autorin Olga Grjasnowa eine melancholische Geschichte von drei Menschen. Jounon zieht schnell in die Wohnung von Leyla und Altay ein und führen eine Art polyamoröse Beziehung. Trotz der Scheinehe scheint Altay doch Gefühle für Leyla zu haben. Beide sind in Leyla verliebt und Leyla aber in ihrer Karriere. Als sie in Berlin einen weiteren Unfall erlebte, hat sie ihre Ballettschuhe an die Wand genagelt und reist nach Baku. Nach einem illegalen Autorennen muss sie ins Gefängnis und wird auf einer grauenhaften Art misshandelt. Raffiniert und mit einer wahnsinnig tollem Schreibstil schreibt Olga ein Buch über eine vermeintliche Freiheit der Beziehungsmodelle. Vielleicht wird nicht jeder Person die klischeehaften Hintergründe der Protagonist_innen gefallen, aber faszinierend erweckt die Autorin die Figuren so zum Leben. Für mich ganz klar kritisiert Olga die deutsche Gesellschaftskultur als die beiden von Moskau nach Berlin ziehen. Mich hat das Buch echt beschäftigt. Nicht inhaltlich, sondern eher von der Erzählweise. Grjasnowa benutzt genau die passenden Adjektive um Räume, Situationen und Personen zu beschreiben. Die Geschichte bot – mir zumindest – ein ständiges Kopfkino. Lest es selbst! „Schade, dass die Deutschen ihre Kinder nicht auf die Straße ließen, womöglich wäre dann das Land etwas freundlicher, dachte Alter und erinnerte sich im selben Augenblick daran, dass die Deutschen ihre Kinder überall krabbeln ließen, selbst neben öffentlichen Toiletten.“
Hab das Buch wirklich schnell gelesen und es hat mich auch gepackt. Aber dennoch hat mir irgendwas gefehlt und fühlte sich die Geschichte nicht komplett rund für mich an. Vielleicht war es der plakative Stil, (der mich zwar sehr ansprach, aber) der mich manchmal etwas zu ratlos und rätselnd zurück gelassen hat... Pluspunkte für die Szenen in Aserbaidschan und Georgien!
Leyla, eine Ballerina, lebt mit ihrem Ehemann Altay, Psychiater, in Berlin. Ursprünglich aus Aserbaidschan kommend, erhofften sich die beiden durch ihren Umzug mehr Freiheit was ihre Queerness angeht. Leyla und Altay führen nämlich eine Scheinehe um ihre konservativen Familien ruhig zu stellen. Leyla trifft eines Tages Jonoun, in die sie sich verliebt, jedoch weiß sie nicht, wie sie diese Liebe ausleben kann. Es entsteht eine Dreiecksbeziehung, die den Beteiligten nicht das gibt, was sie eigentlich brauchen. Der Roman hat es von Anfang an geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Durch seine dichte Sprache und komplexen Figuren erkennt man schnell, dass es sich um eine hochpolitische Geschichte handelt, weil die Leben von Jonoun, Leyla und Altay ebenso politisch sind. Ihre Flucht aus ihrer Heimat nach Berlin, angetrieben von der Verfolgung und Diskriminierung queerer Personen, soll als Befreiungsschlag gelten. Allerdings wird deutlich, dass es ihnen auch tausende Kilometer entfernt nicht möglich ist, ihre Liebe frei auszuleben. Dahinter stehen Traumata, Erwartungshaltungen der Familie und Sozialisierung, die es den Protagonist:innen verbieten zu scheinen, ihr authentisches Selbst zu sein. Neben all der Tragik, die ihre Biografien in sich tragen, schafft es Olga Grjasnowa ebenso, kleine komische Momente einzubauen, die den Roman auflockern und die Figuren nahbar machen. „Die juristische Unschärfe eine Ehe“ hat nicht nur ein sehr cooles Cover und einen genauso guten Titel, es ist auch einfach ein so so eindringlicher wie toller Roman, der von den unaufgeräumten Gefühlen einer Generation erzählt, die nirgends anzukommen scheint. Biiiig Empfehlung! 🐊
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Rasante Dreiecksgeschichte zwischen Berlin und Baku
Leyla wollte immer tanzen. Doch nach einem Unfall muss sie das Bolschoi-Theater in Moskau verlassen. Altay ist Psychiater. Nachdem sich seine große Liebe umgebracht hat, lässt er keinen Mann mehr an sich heran. Altay und Leyla führen eine Scheinehe, um ihre Familien ruhigzustellen. Als die beiden mit Mitte zwanzig in Berlin von vorne anfangen, tritt Jonoun in ihr Leben.
Olga Grjasnowa erzählt von zwei Frauen und einem Mann, die von der Liebe träumen, aber auch nicht wissen, wie man mit der Liebe lebt. Ein klar und direkt erzählter Roman über Glück und Unglück in einer Zeit, da alles möglich scheint.
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Author Description
Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, wuchs im Kaukasus auf. Sie verbrachte längere Zeit in Polen, Russland und Israel. 2011 erhielt die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Für ihren vielbeachteten Debütroman ›Der Russe ist einer, der Birken liebt‹ wurde sie 2012 mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna Seghers-Preis ausgezeichnet.
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01/2026 „Ist dir jemals aufgefallen, dass sie keine Versprechungen macht? Es sind immer nur wir, die ihr das Blaue vom Himmel versprechen. Manchmal glaube ich, dass es sie gar nicht gibt. Zumindest nicht wirklich. Sie lebt in jedem Moment irgendeine Rolle bis zum Äußersten aus (…). Alles was und bleibt, ist, herauszufinden, welche es gerade ist.“
Der Roman handelt von drei Protagonist:innen, die sich vor allem durch ihre große Widersprüchlichkeit in sich selbst und Leid, in Form von internalisierten Glaubenssätzen, Erwartungshaltungen und ganz eigenen Traumata auszeichnen, welches sie immer wieder daran hindert sie selbst sein zu können. Verbunden werden sie durch ihre ganz eigene Tragik, in derer sie doch immer irgendwie auf der Suche nach ihrer eigenen Form von Liebe sind. Olga Grjasnowas Schreibstil hat mich von Seite eins in den Bann gezogen. Mit ihrem nüchternen, aber dennoch so auf den Punkt bildlichen Stil hat sie mich nicht nur dazu gebracht das halbe Buch zu annotieren, sondern es auch für eine ganzen Tag nicht aus der Hand zu legen. Die unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere lassen einen dabei nur so durch die Geschichte fliegen und trotz der Tragik in der Geschichte schafft sie es immer wieder eine ironische Komik zu vermitteln. Schon bei „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ hatte ich das Gefühl beim Lesen super viel dazuzulernen und auch hier wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Der Roman ist dabei ebenfalls hochpolitisch und nimmt einen mit auf eine Reise, auf der es keine Heimat zu geben scheint. Tatsächlich sind mir bei diesem Buch die Charaktere aber noch mehr ans Herz gewachsen. Von meiner Seite aus eine ganz klare Empfehlung!
Ich habe das Buch verschlungen!
Die Autorin schafft es die Szenerien vor das Innere Auge zu bringen und alle Gefühle erlebbar nach zu spüren. Ich war bis eben ganz und gar Teil des Romans und der dortigen Beziehungen. Als kenne ich jeden Einzeln als Freunde und nahe Bezugspersonen. Sehr nahbar und ehrlich.
Bin sehr erstaunt, dass die meisten Rezensionen hier so negativ ausfallen. Habe den Roman wie auch schon den ersten von Olga Grjasnowa verschlungen, hier aber noch viel mehr Nähe zu diesen schönen, kaputten Figuren aufbauen können. Der erste Teil spielt in Berlin, der zweite größtenteils in Aserbaidschan. Die Gegenüberstellung dieser beiden so unterschiedlichen Schauplätze geschieht pointiert und teilweise boshaft. Auch ihre Figuren verschont Grjasnowa nicht, sie lassen vieles unerklärt (reden manchmal ganze Tage nicht miteinander), sind gemein zueinander (obwohl sie sich lieben) und nicht mit sich zufrieden - wie echte Menschen. Den Vorwurf der Künstlichkeit, der hier in den Rezensionen mehrmals aufkam, kann ich dementsprechend nicht nachvollziehen.
TW/CN: Misogynie, Homofeindlichkeit (S-Wort), Transfeindlichkeit (T-Wort), Rassismus, häusliche Gewalt „Womit sie nicht gerechnet hatte, war, dass das Ballett ihr fehlen würde. Nicht wie ein Mensch, nach dem man sich sehnt, sondern wie eine Droge, die dem Körper plötzlich entzogen wird, und Leila hatte ein ausgeprägtes sucht Gedächtnis. Wenn ihr eine Bewegung besonders gut gelang, wurde sie high.“ Es ist so: Ein mieser Unfall kostete Leyla, eine erfolgreiche Balletttänzerin am Moskauer Bolschoi-Theater, die Karriere. Mit ihrem Mann Altay, Psychiater, führt sie eine Scheinehe, um beide Familien stillen zu können. Denn Leyla und Altay fühlen sich zum gleichen Geschlecht hingezogen. Trotzdem pflegen die beiden eine enge Beziehung miteinander. Sie ziehen nach Berlin und Jonoun stellt deren komplettes Leben um. Jonoun ist Kellnerin, angehende Künstlerin und zudem ist sie die uneheliche Tochter eines Rabbiners und Enkelin eines Kantors. Und liebt Leyla. Ahnungslos entscheiden sie sich trotz aller Freiheiten für ein kompliziertes Beziehungsmodell zu dritt. Als es in ihrer Dreiecksgeschichte kippt, reisen sie „in den wilden Kaukasus“. Eigentlich geht es im Roman um nicht viel und doch irgendwie um alles. Ihr zweiter Roman „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ erzählt die Autorin Olga Grjasnowa eine melancholische Geschichte von drei Menschen. Jounon zieht schnell in die Wohnung von Leyla und Altay ein und führen eine Art polyamoröse Beziehung. Trotz der Scheinehe scheint Altay doch Gefühle für Leyla zu haben. Beide sind in Leyla verliebt und Leyla aber in ihrer Karriere. Als sie in Berlin einen weiteren Unfall erlebte, hat sie ihre Ballettschuhe an die Wand genagelt und reist nach Baku. Nach einem illegalen Autorennen muss sie ins Gefängnis und wird auf einer grauenhaften Art misshandelt. Raffiniert und mit einer wahnsinnig tollem Schreibstil schreibt Olga ein Buch über eine vermeintliche Freiheit der Beziehungsmodelle. Vielleicht wird nicht jeder Person die klischeehaften Hintergründe der Protagonist_innen gefallen, aber faszinierend erweckt die Autorin die Figuren so zum Leben. Für mich ganz klar kritisiert Olga die deutsche Gesellschaftskultur als die beiden von Moskau nach Berlin ziehen. Mich hat das Buch echt beschäftigt. Nicht inhaltlich, sondern eher von der Erzählweise. Grjasnowa benutzt genau die passenden Adjektive um Räume, Situationen und Personen zu beschreiben. Die Geschichte bot – mir zumindest – ein ständiges Kopfkino. Lest es selbst! „Schade, dass die Deutschen ihre Kinder nicht auf die Straße ließen, womöglich wäre dann das Land etwas freundlicher, dachte Alter und erinnerte sich im selben Augenblick daran, dass die Deutschen ihre Kinder überall krabbeln ließen, selbst neben öffentlichen Toiletten.“
Hab das Buch wirklich schnell gelesen und es hat mich auch gepackt. Aber dennoch hat mir irgendwas gefehlt und fühlte sich die Geschichte nicht komplett rund für mich an. Vielleicht war es der plakative Stil, (der mich zwar sehr ansprach, aber) der mich manchmal etwas zu ratlos und rätselnd zurück gelassen hat... Pluspunkte für die Szenen in Aserbaidschan und Georgien!
Leyla, eine Ballerina, lebt mit ihrem Ehemann Altay, Psychiater, in Berlin. Ursprünglich aus Aserbaidschan kommend, erhofften sich die beiden durch ihren Umzug mehr Freiheit was ihre Queerness angeht. Leyla und Altay führen nämlich eine Scheinehe um ihre konservativen Familien ruhig zu stellen. Leyla trifft eines Tages Jonoun, in die sie sich verliebt, jedoch weiß sie nicht, wie sie diese Liebe ausleben kann. Es entsteht eine Dreiecksbeziehung, die den Beteiligten nicht das gibt, was sie eigentlich brauchen. Der Roman hat es von Anfang an geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Durch seine dichte Sprache und komplexen Figuren erkennt man schnell, dass es sich um eine hochpolitische Geschichte handelt, weil die Leben von Jonoun, Leyla und Altay ebenso politisch sind. Ihre Flucht aus ihrer Heimat nach Berlin, angetrieben von der Verfolgung und Diskriminierung queerer Personen, soll als Befreiungsschlag gelten. Allerdings wird deutlich, dass es ihnen auch tausende Kilometer entfernt nicht möglich ist, ihre Liebe frei auszuleben. Dahinter stehen Traumata, Erwartungshaltungen der Familie und Sozialisierung, die es den Protagonist:innen verbieten zu scheinen, ihr authentisches Selbst zu sein. Neben all der Tragik, die ihre Biografien in sich tragen, schafft es Olga Grjasnowa ebenso, kleine komische Momente einzubauen, die den Roman auflockern und die Figuren nahbar machen. „Die juristische Unschärfe eine Ehe“ hat nicht nur ein sehr cooles Cover und einen genauso guten Titel, es ist auch einfach ein so so eindringlicher wie toller Roman, der von den unaufgeräumten Gefühlen einer Generation erzählt, die nirgends anzukommen scheint. Biiiig Empfehlung! 🐊











