Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen

Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen

Hardback
4.155

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Description

»Vučković erzählt eine viel zu realistische Geschichte, die schrecklich ist und Spaß beim Lesen macht, was zusätzlich schrecklich ist. Viel Spaß!« Barbi Marković Eva ist noch jung, als sie ihren Sohn zur Welt bringt und allein großzieht. Als sie dann Viktor kennenlernt, glaubt sie ihren Helden gefunden zu haben. Viktor ist Journalist und Schriftsteller und beeindruckt Eva mit großen Worten und Theorien. Dabei ist er vor allem eines: ein meisterhafter Manipulator, ein Soziopath, krankhaft eifersüchtig und cholerisch. Und als er es schafft, Eva nach Deutschland zu locken, wird alles nur noch schlimmer … Milica Vučkovićs außergewöhnlicher Roman war in ihrer Heimat ein großer Publikumserfolg, weil er das romantisch verklärte Bild von der großen Liebe witzig und unbarmherzig hinterfragt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
192
Price
23.70 €

Author Description

Milica Vučković, geboren 1989 in Belgrad, studierte Malerei. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. »Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen« ist der erste Roman von ihr, der auf Deutsch erscheint.

Posts

11
All
5

Ich lasse mich selten von Büchern emotional mitnehmen, sondern bleibe eher beobachtend distanziert. Bei diesem hat es mich ein paar Mal wirklich mit reingezogen und daher auch eine Warnung: Es wird eine sehr missbräuchlich manipulative Beziehung thematisiert mit schwerer psychischer und körperlicher Gewalt. Die Dynamiken der Beziehung sind sehr plastisch und nachvollziehbar beschrieben. Eine Beschäftigung mit dem Buch und der Thematik lohnt sich!

4

Eva wird noch in ihrer Heimat Serbien jung Mutter und findet sich dann schnell als Alleinerziehende wieder bis sie Viktor kennenlernt. Viktor, der Journalist und angehende Schriftsteller erscheint perfekt, ist aber in Wahrheit manipulativ, krankhaft eifersüchtig und hat ein ausgeprägtes Gewaltproblem. Als die beiden gemeinsam nach Deutschland auswandern wird alles noch schlimmer. Ehrlicherweise macht mich dieses Buch in erster Linie wütend und an zweiter Stelle verwirrt. Verwirrt, weil im Klappentext irgendwas von „witzig" und „Spaß beim Lesen" steht. Und das kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Nicht, weil es schlecht geschrieben oder zu lesen wäre. Überhaupt nicht. Sogar im Gegenteil. Ich finde der Stil passt sehr gut zu der bedrückenden unheilvollen Stimmung und der Wut, die einen beim Lesen der Geschichte von Eva erfüllt. Ich schreibe das hier gerade unmittelbar, nachdem ich die letzten Sätze gelesen habe und bin so geladen vor Wut, dass ich mich außerstande sehe, zu sagen, ob ich das Buch gut fand bzw. wie gut ich es fand. Langsam dammert mir aber, dass das, also diese unbändige Wut, vielleicht die Absicht der Autorin war, und das wäre ja dann einfach richtig gut.

5

Jeder Satz eine Punktlandung

Wenn Menschen manipulativ am Werk sind, dann drückt mir das oft vor Beklemmung die Kehle zu. So hatte ich auch in diesem Roman ein ums andere Mal Atemnot vor lauter Wut auf Männer die Frauen klein machen müssen, um sich groß zu fühlen. In diesem Roman finden wir ein ausgesprochen ekelhaftes Exemplar. Eva wächst in einem Vorort von Belgrad auf. Nachdem sie sich von dem Vater ihres Sohnes Mario getrennt hat, lernt sie Viktor kennen, eine Art Existentialist, der ganz tief drinnen doch nur ein Mikropenis Problem hat. Es beginnt eine Beziehung, in der sie sich klein machen lässt, was Viktor durch gezielte Manipulation glückt. Unter dem Deckmantel einer romantischen Beziehung kaschiert er Eifersucht und mangelnde Impulskontrolle, die sich aber wie Wasser einen Weg suchen. Einen Anlass braucht es dafür nicht. Fragile maculinity is a good reason, haha! Er schafft es, Eva von Serbien nach Deutschland zu holen mit dem Versprechen von einem besseren Leben und lässt sich von ihr aushalten. Immer dann wenn sie ihn zu entlarven droht, sucht er das Weite, um anschließend, als wäre nichts gewesen, zu ihr zurückzukehren. Glücklicherweise hat sie Eltern, die ihr auch ungefragt Halt geben. Dieses Buch hat mich sicherlich mitgerissen, weil, „I have been there!“ Wieder ein so starker Plot über Macht und die Romantisierung von Liebe, die so manchen von uns mit Blindheit schlägt. Vučković hat mit scharfer Beobachtungsgabe die kleinen Nuancen festgehalten, die dazu führen, dass Frauen in Beziehungen bleiben, obwohl es für sie das größte Unglück ist und sie sich der Erniedrigung und der Gewalt bewusst sind, die ihnen widerfährt. Für mich war es fast nicht auszuhalten wie offensichtlich Viktor mit Eva und ihren Gefühlen spielt. Sie hatte zwar schon immer einen Hang, sich Problemen mit Ignoranz zu entziehen doch mangelte es ihr nicht an Selbstwertgefühl. In der Liebe zu Viktor nutzt es sich ab und führt zu psychosomatischen Symptomen. Mansplaining in seiner unerträglichsten Form zeigt auch hier, dass dafür keine ausgeprägte Intelligenz vorhanden sein muss. Die Sprache, in der die Autorin ihre Protagonistin erzählen lässt, ist beiläufig und wirkt beinahe so als würde sie mir ihre Geschichte erzählen. Das macht das Lesen unglaublich intensiv. Das Ende kam etwas plötzlich, setzt aber damit ein deutliches Ausrufezeichen und ich schlage das Buch zu und bin einmal mehr froh, solche Vertreter des anderen Geschlechts aus meinem Umfeld weitestgehend verbannt zu haben. Einige seltene Exemplare befinden sich noch in meiner zweiten Heimat - aber die halten zu mir Distanz. Sie werden schon wissen, warum.😉 Eine große Leseempfehlung. Es lohnt sich, diese Milica Vučković zu entdecken.

5

Feinfühlig & lebensnah

Eva sehnt sich früh nach Unabhängigkeit, ist fleißig und beruflich relativ erfolgreich, bekommt jung ein Kind von einem Mann, der ihr eigentlich nicht entspricht und von dem sie sich auch schnell wieder trennt und schlittert schließlich in eine toxische Beziehung, die sie bis nach Deutschland führt. Evas Geschichte ist trotz ihrer Tragik unglaublich humorvoll und fesselnd erzählt. Besonders gut gefallen hat mir, dass Eva so viel mehr als ein Opfer ist; sie ist eine komplexe Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen, einem angespannten Verhältnis zu ihren eigenen Eltern und vielen Träumen für sich selbst, aber auch für ihren Sohn Mario. Milica Vučković stellt dabei eine feine Beobachtungsgabe für komplexe Beziehungsmuster und viel Empathie für alle ihre Charaktere unter Beweis und hat es geschafft, eine berührende Erzählung zu schreiben, die sich absolut real anfühlt. Natürlich ist die toxische Beziehung zu Viktor, einem krankhaft eifersüchtigen Manipulator und Soziopath, der aber auch seine eigene Hintergrundgeschichte hat, ein zentrales Thema des Romans, doch auch Evas Beziehung zu ihrer Familie, ihrem Sohn und anderen Menschen in ihrem Umfeld werden sehr eindrücklich beschrieben, ohne dass der Roman überladen wirkt oder an Tempo verliert. Diese unglaubliche Vielschichtigkeit auf nicht einmal 200 Seiten hat das Buch für mich so besonders gemacht. Ein Lob auch der Übersetzerin Rebekka Zeinzinger, die es geschafft hat, diesen Roman mit all seinen Nuancen ins Deutsche zu übersetzen. Große Leseempfehlung und ein potentielles Jahreshighlight für mich

4

Macht mich wütend!

Eva wird gewollt jung Mutter, doch der Kindsvater verliert schnell das Interesse an ihr und dem Nachwuchs. Als Eva dann auf Viktor trifft, ist sie angetan von seiner Stärke, Klugheit und Intelligenz und glaubt, in ihm endlich die Liebe fürs Leben gefunden zu haben. Als Viktor Eva zum ersten Mal verbal erniedrigt, ist mir klar, wohin die Reise geht. Er ist bösartig, beleidigend, manipulativ, cholerisch. Und es dauert nicht lang, bis er zum ersten Mal zuschlägt. Und Eva dafür die Schuld gibt. "Ich kann nicht glauben, dass Du mich dazu gebracht hast, das zu tun". " Du weckst dieses Böse in mir." Und dann muss ich als Leserin miterleben, wie dieses junge Mädchen in ihr Unglück rennt. Auf der Suche nach Liebe, Familie und Zugehörigkeit gerät sie in eine Abhängigkeit, die mir weh tut und mich wütend macht. Sie wirkt einerseits klug, interessiert, selbständig und ist doch gleichzeitig unterwürfig und voller Zweifel, sucht den Fehler immer wieder bei sich selbst. "Vielleicht, dachte ich, war das Böse wirklich in mir. 'Es tut mir leid', sagte ich" Und in der Hoffnung auf Besserung geht sie mit ihm von Serbien nach Deutschland. Sie lernt Deutsch, findet einen Job. Und lässt sich doch immer wieder von ihm kleinhalten. Dieser Roman spricht viele Themen an: Frauenfeindlichkeit und Mansplaining der schlimmsten Art, häusliche Gewalt, die Arbeitssituation serbischer Einwanderer. Ich wollte so oft sagen "Mädchen, bitte nimm Dein Kind und geh! Du schaffst das!". Für mich ein beklemmendes, wütendes Hörerlebnis. Die Sprache leicht und flüssig. Dass in manchen Besprechungen (und auch im Klappentext) Wörter wie "unterhaltsam" oder "witzig" erscheinen, ist für mich aber schwer nachvollziehbar. Mich hat es unfassbar wütend gemacht.

4

Die Autorin seziert die Anatomie einer gewalttätigen Beziehung. Eine erschütternde Lektüre, voller Tempo erzählt. Gut mir gut gefallen!

4.5

Gruselig, mit Sog-Wirkung

Dieses Buch ist wirklich fesselnd. Es geht um eine Ich-Erzählerin, die gefangen ist in einer toxischen Beziehung. Man möchte sie packen und schütteln und anschreien: wach auf! Geh weg von ihm! Ich konnte nicht aufhören zu lesen und habe das - leider sehr realistische - Buch in 1,5 Tagen ausgelesen.

Gruselig, mit Sog-Wirkung
5

Ein gelungenes Buch über eine überaus Toxische Beziehung. Das Buch hat mich wütend gemacht, sowohl auf Viktor, der unsympathisch, abscheulich und verachtenswert ist, aber auch auf Eva, die ihren eigenen Sohn und sich selbst vernachlässigt und in Gefahr bringt, nur um doch wieder zu diesem Arsch zurück zu gehen.

3

Eva schafft es immer wieder sich bewusst in Beziehungen zu manövrieren, die ihr nicht gut tun. Das Buch wiederholt sich da auch wirklich, weil es immer wieder die gleichen Sachen sind.

4.5

„Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen“ von Milica Vuckovic (übersetzt v. Rebekka Zeinzinger) ist die serbische Variante von „Die schönste Version“ von Ruth-Maria Thomas mit einem Erzählton, der eher an Sarah Lorenz erinnert - nur ohne Mascha und Gedichte. Es ist eine Lektüre, die einen bestens unterhält und gleichzeitig unerträglich ist. Spaß hat man mit der selbstironischen Erzählerin und ihrem knallharten wie liebevollen Blick auf ihre Heimat, kaum zu ertragen hingegen ist die Geschichte ihrer toxischen Partnerschaft und ihrem Ringen, sich daraus zu befreien. Was muss noch passieren, fragt man sich? Eine einfache Antwort bleibt der Roman schuldig.

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