Chain Gang All Stars: A Read with Jenna Pick
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Description
“This book is so good. Brutal subject matter, beautiful writing. This one is from the heart.” —Stephen King
A Best Book of the Year: The New York Times, The Washington Post, NPR, Elle, Esquire, Chicago Tribune, Lit Hub, Kirkus Reviews
“Like Orwell’s 1984 and Atwood’s The Handmaid’s Tale, Adjei-Brenyah’s book presents a dystopian vision so…illuminating that it should permanently shift our understanding of who we are and what we’re capable of doing.” —The Washington Post
She felt their eyes, all those executioners…
Loretta Thurwar and Hamara “Hurricane Staxxx” Stacker are the stars of the Chain-Gang All-Stars, the cornerstone of CAPE, or Criminal Action Penal Entertainment, a highly popular, highly controversial profit-raising program in America’s increasingly dominant private prison industry. It’s the return of the gladiators, and prisoners are competing for the ultimate prize: their freedom.
In CAPE, prisoners travel as Links in Chain-Gangs, competing in death matches before packed arenas with righteous protestors at the gates. Thurwar and Staxxx, both teammates and lovers, are the fan favorites. And if all goes well, Thurwar will be free in just a few matches, a fact she carries as heavily as her lethal hammer. As she prepares to leave her fellow Links, Thurwar considers how she might help preserve their humanity, in defiance of these so-called games. But CAPE’s corporate owners will stop at nothing to protect their status quo, and the obstacles they lay in Thurwar’s path have devastating consequences.
Moving from the Links in the field to the protestors, to the CAPE employees and beyond, Chain-Gang All-Stars is a kaleidoscopic, excoriating look at the American prison system’s unholy alliance of systemic racism, unchecked capitalism, and mass incarceration, and a clear-eyed reckoning with what freedom in this country really means from a “new and necessary American voice” (Tommy Orange, The New York Times Book Review).
Book Information
Posts
Gladiatorenkämpfe 2.0
Diese Near Future Dystopie hatte es in sich und war immer leicht zu ertragen. Heftig. Schockierend. Gut. 📙"Chain-Gang All-Stars" von Nana Kwame Adjei- Brenyah erzählt die Geschichte der zwei Häftlinge Lotetta Thurwar und Hurricane Staxxx, die mit Hammer und Sense jeden Tag aufs neue gegen andere Straftäter auf Leben und Tod kämpfen. Die beiden scheinen unaufhaltsam, bis jemand die Spielregeln ändert. 🔨 Ich habe lange für dieses Buch gebraucht, weil mir der Inhalt manchmal zu heftig war und gleichzeitig hat es mich gefesselt. Der Autor schreibt roh, brutal und nüchtern über Szenen, die mich an die Saw Filme erinnert haben. Das Ganze gepaart quasi mit einer absurden Version vom Big Brother. Die Gruppen (Chains) treten gegeneinander an mit dem Ziel genug Runden zu überleben, um am Ende frei gelassen zu werden. Das alles zur Unterhaltung der Menschen an den Bildschirmen. 🔨 Den größten Anteil nimmt die Geschichte um die zwei BIPoC Frauen Thurwar und Staxxx ein. Hier steht ihre persönliche Entwicklung, sowie ihre Beziehung im Vordergrund. Immer wieder unterbrochen von Einblicken in die Geschichten ihrer Gegner oder Persepktiven von Zuschauenden der Chain- Gang All- Stars. Diese Unterbrechungen waren gekennzeichnet von Hass, Rassismus und Voyeurismus. Es war so widerlich die Relativierungen zu lesen, warum es schon okay ist, dass diese Sträflinge gegen andere Sträflinge kämpfen bis zum Tod. Sowohl von Seiten der Zuschauenden als auch der Produzenten. Das Konzept Brot und Spiele scheint nie alt zu werden. 🔨 Auffällig ist, dass in den Chains überwiegend BIPoC sind, weil in den Gefängnissen mehr BIPoC sitzen. Hier kratzt die Geschichte leider hart an der amerikanischen Realität, die der Autor auch über diverse Fußnoten mit einfließen lässt. Das Grauen der Geschichte fühlte sich für mich dadurch nur noch realer an und wenn wir ehrlich sind, soweit ist Amerika von dieser Near Future Dystopie nicht entfernt. Der Schritt von Hinrichtungen live übertragen zu den Gladiatorenkämpfen 2.0 ist viel zu klein. Nichts für schwache Nerven, aber definitiv lesenswert.

"Wo das Leben kostbar ist, ist das Leben kostbar." (Position 5443) Allerdings haben Menschenleben in dieser düsteren Zukunftsvision, die Nana Kwame Adjei-Brenyah in ‚Chain-Gang All-Stars‘, übersetzt von Rainer Schmidt, schafft, nicht mehr viel Wert. Außer dem, den sie zur Unterhaltung der Massen erzeugen. Amerikas Strafvollzug hat sich in einer nicht allzu fernen Zukunft selbst neu erfunden. Hinsichtlich seiner Grausamkeit und der moralischen Frage, ob für Unterhaltung und dem Generieren von Umsätzen alles erlaubt ist. Zu lebenslanger Haft verurteile Straftäter*innen haben in ‚Chain-Gang All-Stars‘ die Möglichkeit, sich ihre Freiheit zu erkämpfen. Wer in brutalen Kämpfen seine Gegner*innen tötet, steigt auf, bis hin zum Status ‚Freed‘: Freigelassene*r. Die Zuschauenden vor den heimischen Bildschirmen oder in den Arenen fiebern mit ihren Favorit*innen mit, Firmen werben auf und mit den Teilnehmenden, Wetten werden platziert. In diesem menschenverachtenden Umfeld begleiten wir hauptsächlich die beiden Women of Colour Loretta Thurwar und Hurricane Staxxx, die Links einer Chain-Gang sind, die gegen andere Chains des ganzen Landes kämpft. Die Begrifflichkeiten sind im Deutschen nicht übersetzt worden, was ich nur begrüßen kann. Neben den beiden Hauptakteurinnen lernen wir noch andere Links kennen, ebenso wird aus der Sicht von Zuschauenden und Protestierenden erzählt. Alles, damit wir als Lesende dieses unmenschliche System auch wirklich von allen Seiten beleuchtet bekommen und die Mechanismen verstehen lernen. Dabei ist die Geschichte sehr charakterzentriert, handlungsmäßig passiert neben einigen Kämpfen und den Wegen dorthin relativ wenig. Abgerundet wird diese fiktive Story mit Fußnoten, die reale Fälle aufgreifen und den Bogen in die Gegenwart schlagen – und das Ganze dadurch noch glaubhafter und möglicher machen. Interessant war für mich auch zu lesen, wie sich die Zuschauer*innen der Deathmatches die Ansprache ihrer niederen Instinkte, ihren Voyeurismus und Rassismus selbst rechtfertigen: Es sind doch Straftäter*innen. Es sind auch Weiße dabei. Alle sind gefährlich. Doch die wenigsten denken darüber nach, dass das Angebot, sich einer Chain-Gang anzuschließen, nur die Wahl zwischen lebenslanger Haft oder der winzigen Möglichkeit auf Freiheit ist. Keine faire oder gar aus freien Stücken getroffene Wahl. Denn die Menschen, die die Freiheit anstreben, werden irgendwann mit der greifbaren Aussicht auf die Selbige damit hadern. Zu groß sind die Veränderungen, die die Kämpfe und das Töten verursacht haben, zumal die wenigsten Gefangenen wirklich die blutrünstigen Monster sind, als die sie inszeniert werden. Doch Brot und Spiele haben nichts von ihrem Reiz verloren, selbst Jahrhunderte nach dem Fall des Römischen Reichs. Adjei-Brenyah bezeichnet es als Neosklaverei und nichts anderes ist es. Anfangs fand ich den Stil etwas gewöhnungsbedürftig, doch Nana Kwame Adjei-Brenyah nüchterne Art zu schreiben passt einfach nur zu gut zu den rauen und brutalen Bedingungen, denen die Gefangenen ausgesetzt sind. Trotz einiger Längen hat mich die Geschichte von Beginn an gefesselt und ungemein fasziniert, aber auch ziemlich angeekelt ob der Vorstellung, zu was Menschen in dieser Zukunftsvision in der Lage sind. Ich kann ‚Chain-Gang All-Stars‘ all jenen empfehlen, die auf der Suche nach einer an die Grenzen der Moral (und darüber hinaus) gehenden Dystopie sind, die nicht vor Brutalität zurückschrecken und charakterzentrierte Storys mögen. 4,5 Sterne.
"Der Kerkerstaat ist abhängig von der Dichotomie zwischen unschuldig und schuldig, zwischen Gut und Böse, damit er nach seinen Bedingungen definieren kann, was Schaden ist, und zwar im Namen der Justiz, die er in einem enormen Ausmaß dazu einsetzen kann, ein kapitalistisches, gewalttätiges und in sich ungerechtes System zu stützen."
Chain Gang All-Stars stand schon eine Weile unangetastet in meinem Bücherregal. Ich hatte das Buch gekauft gehabt, weil ich es in einigen "Best Books...." Compilations gesehen habe und das Konzept wahnsinnig spannend klang. Und boy oh boy hat dieses Buch mich umgehauen!! Nach ca. 70 Seiten war mir klar, dass dieses Buch für mich mehr tun wird, als mich "nur" zu unterhalten. Zunächst hatte ich kleine Einstiegsschwierigkeiten aufgrund des doch gewöhnungsbedürftigen Schreibstils - der Autor wechselt zwischen 1st- und 3rd-person Narration, je nachdem wen wir gerade verfolgen. Besonders die außergewöhnlichen Namen der Charaktere und derer Waffen haben mir ein bisschen Hirnschmalz abverlangt. Es hat sich aber absolut gelohnt, sich durch diese Anfangsverwirrung durchzukämpfen. Denn dann bekommt man eine wahnsinnig spannende, rohe und brutale Geschichte, die meine Kinnlade regelmäßig hat runterklappen lassen. Diese Geschichte ist unbequem, weil es nicht abwegig ist, dass Amerika sich in diese Richtung entwickelt. Diese Geschichte ist herzzerreißend, weil die Charaktere eine unglaubliche Tiefe bekommen und man so mit Straftäter*innen (meistens auch schuldig) mitfühlen darf. Diese Geschichte hat mich vor allem in den Fußnoten oft kalt erwischt, denn in diesen wurde das tatsächliche grausame Justizsystem der USA offengelegt. Ich habe so viel gelernt in diesem Buch und möchte mich nun mehr mit diesem Thema beschäftigen. Und damit ist alles gesagt! Pflichtlektüre! Jahreshighlight! Rating: ⭐⭐⭐⭐⭐/5

Mit am Gruseligsten an dem Buch finde ich, dass ein Szenario, in dem Kriminelle der Gesellschaft durch Entertainment dienen, gar nicht mal so unvorstellbar erscheint. Ein Buch wie eine literarische Dampfwalze roher Poesie. Top recherchiert, voller großer Gedanken und großer Worte, nur die Emotionen kamen kaum bei mir an, da es sich im Grunde um eine Art Kurzgeschichtensammlung handelt und der POV zu schnell und zu oft wechselt. Trotzdem eine sehr wichtige und lesenswerte Lektüre, die ich noch lange in Erinnerung behalten werde.. *TW für explizite Gewaltdarstellungen
Sehr wichtiges Buch!
Reale und verstörende amerikanische Gefängnisstatistiken verpackt in einen brutalen Near-Future-Roman. So könnte eine kurze Beschreibung des Buches lauten. Aber kurz ist eben hier nicht ausreichend. Es wird, völlig zurecht, das amerikanische Strafsystem angeprangert. Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, sind die Hintergründe dennoch auf realen Geschichten einzelner Personen basierend. Dies wird auch anhand von Fußnoten gut gekennzeichnet. Die Storyidee ist so brilliant wie traurig: Gefängnisinsasse, vorwiegend schwarzer Hautfarbe, kämpfen in einer Arena um Leben und Tod. Gladiator meets Mad Max, so steht es auf dem Cover, trifft es hier schon ganz gut. Im Buch begleiten wir unter anderem eine Chain, in der es eine Person gibt, die kurz davor steht, ihren finalen Kamp um die Freiheit zu kämpfen. Klingt nach einer spannenden Geschichte. Und warum dann doch nur 3,5 Sterne? Nun, das hat überhaupt nichts mit der Story und dem Thema zu tun. Im Gegenteil, hier hätte das Buch auch gerne 4 Sterne von mir bekommen. Womit ich leider gar nicht zurecht kam, waren der Schreibstil und die schon oben angesprochene Fußnoten, die den Lesefluss, in den man durch den komplizierten Schreibstil eh nicht gut hineingefunden hat, unterbrochen haben. Der Schreibstil war mir persönlich zu schwer. Ich bin nicht gut in das Buch reingekommen und die vielen verschiedenen Personen haben es nicht erleichtert. Grundsätzlich würde ich schon eine Leseempfehlung aussprechen. Aber es ist dennoch sehr schwere Kost.

Leider abgebrochen
Meine Erwartung war wirklich groß. Gladiator meets Mad Max. Filmtitel als Anheizer hätte mich stutzig machen müssen. Ich liebe solche Filme. Ich liebe Action, futuristische Dystopien und klassische Knastfilme wie *Lock Up* und *die Verurteilten* oder auch *Ohne Gnade*. In einem Podcast hatte ich sogar den Vergleich zum Buch *Ohne Gnade* gehört. Dieses Buch habe ich wirklich gefeiert. Ich mag Bücher, die Statistiken, Fußnoten und Tatsachen aufweisen so auch hier. Jetzt fragt man sich, so viel Gutes und doch abgebrochen? Ja! Seite 325 und ich hatte keine Erwartung mehr auf ein überraschendes oder außergewöhnliches Ende. Zu viele Charaktere, teilweise abgehakter Schreibstil. Ich konnte nicht wirklich abtauchen und auch die Charaktere waren für mich nicht so greifbar wie gewünscht. Die Thematik ist super wichtig. Wie bereits genannt, Fußnoten, Statistiken und Rassismus heutzutage auch unter Gefangenen, ist noch immer aktuell. Die Geschichte hat so gut angefangen und ich bin überzeugt dieses BUCH muss verfilmt werden. Eine Bloggerin war so lieb und hat mir das Ende dann verraten. Ich habe, denke ich, nichts verpasst. Schade. Ich werde dennoch den Autor weiter beobachten und mir auch seine Vorgänger ansehen. Die Idee zu diesem Buch und die bildliche Darstellung sind unschlagbar, aber der Schreibstil hat mich sprachlich leider nicht gepackt. Ich denke dennoch, dass dieses Buch viel mehr Aufmerksamkeit braucht, gerade von Lesern von Dystopien.
Wenn Gewalt, Grausamkeit und Rassismus zum Sepktakel werden
Ich habe Chain-Gang All-Stars mit einem sehr schweren Gefühl beendet. Ich war wütend, ich hatte Angst und gleichzeitig war ich auch froh, dass ich diese intensive Lesezeit hinter mir hatte. Vor allem die politische Nähe zur Realität hat mich beschäftigt. Vieles fühlt sich leider gar nicht so weit hergeholt an. Am meisten hat mich Staxxx berührt. Für mich steht sie für so viele Frauen, die nach sexualisierter Gewalt nicht unterstützt werden, sondern noch mehr leiden müssen, während die Täter oft einfach weitermachen dürfen. Das hat mich richtig getroffen und macht mich bis heute wütend. Was mir besonders im Kopf geblieben ist, ist dieses Gefühl von völliger Machtlosigkeit durch die Fesseln und die brutale Kälte der Influencer, die das Leid anderer als Unterhaltung benutzen. Das war schwer auszuhalten. Diese Mischung aus Ausgeliefertsein und öffentlicher Grausamkeit fand ich einfach nur barbarisch. Der Stil war für mich ehrlich gesagt sehr anstrengend. Die vielen Perspektivwechsel und Fußnoten haben mir teilweise den Zugang zur Geschichte genommen. Ich habe gemerkt, dass ich dadurch weniger in der Story war, obwohl das Thema an sich unglaublich stark ist. Im Moment würde ich das Buch niemandem wirklich empfehlen. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil es emotional extrem fordernd ist und zusätzlich viel Konzentration verlangt. Mein Gefühl am Ende war vor allem fassungslos und aufgewühlt über all diese Ungerechtigkeit. Was ich aus dem Buch mitnehme, ist eine bittere Erkenntnis: Menschen können sich in ihrer eigenen Grausamkeit immer wieder selbst übertreffen. Genau das macht diese Geschichte so schwer, aber auch so wichtig.

Ich habe eine super spannende Arena-Story erwartet. Und in Sachen Spannung hat das Buch nicht direkt meine Erwartungen getroffen. Denn genau die Sequenzen in der „Arena“ waren überhaupt nicht das spannende an dem Buch. Es war viel mehr das drum herum. In „Chain-Gang All-Stars“ geht es zwar natürlich um Kämpfe auf Leben und Tod und sie kommen definitiv auch vor. Sie sind blutig und brutal, dessen sollte man sich vor dem Leben Bewusst sein. Aber dieses Buch lebt vor allem von den Szenen außerhalb der Kämpfe. Davon wie dieses gesamte System entstanden ist, wie Kämpfer nur aufgrund einer ungerechten Welt als diese enden, wie Mörder immer wieder zu Mördern gemacht werden und trotzdem zu so immens tiefen Gefühlen für ihre Mitgefangenen fähig sind. Ich habe auch erwartet, dass das Buch von Anfang bis Ende mitreißend sein würde. Und auch wenn es auf andere Art spannend war als ich es erwartet hatte, hing ich geradezu an den Seiten. Also ja, mitreißend ist „Chain-Gang All-Stars“ auf jeden Fall. Zugegeben, anfangs habe ich mir ein bisschen schwer getan, in die Handlung reinzufinden. Dieses Buch wird in so vielen unterschiedlichen Erzählstimmen beschrieben. Wir verfolgen nicht nur unterschiedliche Charaktere während des Buches, wir fühlen all das, was sie fühlen. Und so hat man in jedem Kapitel wirklich eine andere Stimme im Kopf, die ihre Geschichte erzählt. Ob es Thurwar oder Hurricane Staxx aus dem Klappentext sind, die schon erfahrene Kämpferinnen sind, oder ein Gefangener, der sich gerade erst zu der Teilnahme an den Kämpfen entscheidet. Ob es eine Demonstrantin ist, die diese Kämpfe beenden will, oder einen Vorstandsvorsitzenden der Gewinne aus den Kämpfen auf Leben und Tod scheffelt. Ob es eine Journalistin ist, die nicht mehr darüber berichten will, oder ein Fan, der jeden Kampf wie ein Football-Spiel verfolgt. All diese Erzählstimmen machen es einem erst mal vielleicht schwer, in die Handlung reinzufinden. Aber wenn man mal in der Geschichte ist, machen sie dieses Buch zu einem umso besondereren Leseerlebnis. Allein schon handwerklich finde ich diese Art, eine Geschichte zu erzählen, absolut unglaublich. Aber auch für die Handlung hat es so viel getan, weil jede Seite dieser Kämpfe beleuchtet wird. Und das macht alles so viel realer, so viel nahbarer und so viel schmerzhafter. Alle Kämpfer entscheiden sich freiwillig für dieses Schicksal auf Leben und Tod kämpfen zu müssen. Deshalb ist es umso schmerzhafter mitzuerleben, dass es oftmals nicht wirklich eine Entscheidung ist, dass sie nicht das Töten in einer Arena wählen, sondern das geringere Übel, weil ihre aktuelle Situation noch so viel unerträglicher erscheint. Sie stürzen sich von einem Leid ins andere, während hunderte Zuschauer am Rand der Arena stehen und über ihren Tod in einem Gemetzel jubeln. In „Chain-Gang All-Stars“ finden sich immer wieder Fußnoten. Darin werden teilweise fiktive Gesetze oder technische Gegenstände erklärt. Aber es gibt auch Fußnoten, die sich auf die aktuelle Realität beziehen. Beispielsweise darauf, wie viele unschuldige Personen in den letzten Jahrzehnten zum Tode verurteilt wurden – und dass ein viel höherer Anteil dieser unschuldig verurteilten Personen schwarz war. Damit möchte der Autor ganz eindeutig auf die rassistischen Missstände im Strafvollzug hinweisen. Gleichzeitig schafft diese Kombination aus realen Fakten und fiktiven Ideen ein ganz beklemmendes Gefühl beim Lesen. Weil man sich die ganze Zeit denkt: Wie abwegig ist ein solches Zukunftsszenario? Am Ende geht es hier also nicht um eine spannende Story, in der in Arenen gekämpft wird. Es geht viel mehr darum, was es mit diesen Menschen macht, die sich dazu gezwungen fühlen, weitere Morde zu begehen, um sich von dem Mord, der sie ins Gefängnis gebracht hat, zu rehabilitieren. Wie diese Kämpfer, vor allem Thurwar und Hurricane Staxx, damit umgehen zu Monstern gemacht zu werden. FAZIT Dieses Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Es hat so einen Kokon aus unterschwelliger Spannung und widerstreitenden Gefühlen um mich gesponnen, dass ich nach jedem Lesen erst einmal für ein paar Sekunden in die Realität zurückfinden musste. Ich habe mich so sehr als Teil dieser schrecklichen Handlung gefühlt. Wegen all dieser Gefühle, die „Chain-Gang All-Stars“ in mir ausgelöst hat, ist es definitiv eines meiner Jahreshighlights.

Schockierend unterhaltsam und nichts für schwache Nerven!
Eine Zukunft in der, der amerikanische Strafvollzug Täter zu Stars macht, die gefeiert werden. Ein System, welches so krank es ist auch in der heutigen Zeit durchgesetzt werden könnte.. Ein Roman, der sehr lange im Gedächtnis bleibt und zum nachdenken anregt. Natürlich könnte man das Buch EBEN WEIL es so spannend und mitreißend geschrieben ist in 2/3 Tagen weg lesen und im Regal vergessen, aber das ist nicht das was passieren wird. Man fragt sich: Was war das? Wieso war es so gut, wenn es doch … Absolut fabelhaft.
Ein düsterer Blick auf das Gefängnissystem der USA mit seinen deutlichen Parallelen zu Sklaverei und Segregation.
Chain Gang All Stars hat mich nicht sofort in seinen Bann gezogen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich bin mit der Erwartungshaltung an das Buch gegangen, dass es brutal und blutrünstig wird – ein dystopisches Tribute von Panem mit Staxxx und Thurwar als Pendant zu Katniss und Peeta. Die multiperspektivische Erzählweise und die vielen Namen erschwerten es mir jedoch, mich auf die rasante Handlung einzulassen. Ab der Mitte des Buches, als die Kapitel und verschiedenen Charaktere zusammenfinden, hat es mich jedoch wirklich gefesselt. Wenn mich ein Kapitel mit Fragezeichen zurückließ, wurden diese eigentlich immer beantwortet, was die absolute Genauigkeit und Detailverliebtheit von Nana Kwame Adjei-Brenyah zeigt. Besonders beeindruckt haben mich die Kapitel, die Einblicke in die Zuschauenden geben, bei denen sich die anfängliche Abscheu zu Beginn der „Spiele“ in absolute Faszination verwandelt. „Sie wusste nicht genau, was er dachte, bis ihr dämmerte, dass sie in der ganzen Zeit, seit sie Chain-Gang verfolgte, noch nie lautstark den Tod eines Links gefordert hatte. Bis jetzt hatte sie immer die Rolle der moralischen Aufsicht gespielt, interessiert, vielleicht sogar süchtig, aber selten parteiisch auf so eine finale Weise.“ (S.303) Im Nachhinein hätte ich das Buch lieber auf Englisch gelesen, um den Schreibstil des Autors noch besser bewerten zu können. Trotzdem habe ich selten so viele Passagen markiert wie in diesem Buch. Adjei-Brenyah bringt die Missstände des amerikanischen Gefängnissystems auf den Punkt und erweitert den Horizont aller Lesenden durch sinnvoll platzierte Fakten und Statistiken. Ein großartiges Buch, das belehrt, unterhält und mich mit dringenden Frage zurücklässt: Hätte ich den Fernseher ausgeschaltet?
Ein Meisterwerk der Dystopie.
Nicht nur die Sicht der Hauptfiguren wird gezeigt, sondern auch die der Abolitionist:innen und der Menschen, die an der TV Serie arbeiten.📺 Dadurch wird die Welt erklärt ohne lange Rückblenden oder Info-Absätzen. Gleichzeitig erhält die Welt mehr Tiefe, wodurch sie realistischer wirkt. Fiktion und Realität werden kombiniert und Kritik an der US-Gefängnispolitik wird geübt. Angesichts der soziopolitischen Lage mit der Black Lives Matter✊🏿 Bewegung und vor allem auch der aktuellen Migrationspolitik besonders wichtig, da es Probleme zugänglich macht. In diesem Kontext kann ich die Netflix Doku 13th empfehlen, die auch auf YouTube zu finden ist.🎞️ Diese hat für mich Vieles noch einmal klarer gemacht, es lohnt sich also sie vor dem Lesen zu schauen. Der Schreibstil des Buches ist sehr zugänglich.📚 Es ist nicht schwierig geschrieben und man kann die Botschaft des Buches auch ohne viel zwischen den Zeilen zu lesen oder Hintergrundwissen verstehen. Gleichzeitig kann viel über die Figuren und die Politik der fiktionale Welt (und der Realität) lernen, wenn man dem Text etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt.📑 Die Figuren möchte ich sehr: sie sind vielfältig, vielseitig und dynamisch. Vor allem Loretta und Hamara sind mir ans Herz❤️ gewachsen - nicht nur, weil sie queer sind. Es ist eine Verbindung aus Liebe, Freundschaft und Wertschätzung. Trotz allem, verlieren sie nicht ihre Menschlichkeit (eher im Gegenteil) und ihren Humor. Auch viele andere Figuren habe ich sehr gemocht und einige habe ich sehr gerne nicht gemocht. Bei einigen hat sich meine Einstellung im Laufe des Buches geändert, weil sie sich sehr verändert haben. Chain-Gang All-Stars ist ein hochpolitisches Buch und behandelt Themen wie Rassismus und spezifisch auch Rassismus in der Gefängnispolitik der USA, Polizeibrutalität, Abolitionismus, Medien- bzw. TV-Kritik, Sexualisierung und Fetischisierung, Gewalt, Liebe (auch im Sinne von Nächstenliebe) und Hoffnung. Was das Buch ausserdem so grossartig macht, ist, dass es zu Beginn die Sensationslust der potenziellen Leser:innen anfacht, indem des Gewalt reproduziert nur um dann genau das zu kritisieren. Wenn du die Tributen von Panem magst, wirst du auch Chain-Gang All-Stars mögen. Ausserdem empfehlen kann ich dir das Buch, wenn du dich für Themen wie Abolitionismus, Rassismus und US-Politik interessierst.

"Gladiator trifft Mad Max" ... das trifft es ganz gut. Das Buch ist brutal, verstörend und blutig. Gleichzeitig ist der Schreibstil anspruchsvoll, was das "Verstörende" für mich noch unterstrichen hat. Leider habe ich sehr lange gebraucht, bis ich mich in dieser Dystopie zurechtgefunden habe. Viele Andeutungen und keine klare Struktur haben mir das Lesen anfangs sehr erschwert. Die zweite Hälfte gefiel mir deutlich besser und das Ende fand ich gelungen.
Am Anfang kam ich nicht direkt rein. Viele Namen und teilweise Zeitsprünge. Letzteres war rückblickend aber wichtig. Das Buch wurde meiner Meinung nach mit jedem Part besser. Die Geschichte endet im Höhepunkt. Was danach passiert, bleibt offen. Das hinterlässt eine Leere bei Lesenden und regt automatisch zum Nachdenken über die Thematik an, was mir sehr gefallen hat. Das Buch will zeigen: Kein Mensch ist nur gut oder nur böse. Wie viel besser sind die scheinbar Guten, die „nicht Kriminellen“, die dafür bezahlen und Spaß daran haben, zuzusehen, dass Menschen einander umbringen? Menschen, die sie durch deren Straftaten automatisch zu Personen zweiter Klasse machen. Menschen, zu denen sie auch durch rassistische und sexistische Stereotype eine Distanz aufbauen. Und Menschen, die teilweise durch diese Stereotype, das Klassensystem und generelle Ungerechtigkeiten – kurz, durch die Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind – zu dem geworden sind, was sie sind (das rechtfertigt keine Straftat but you get what I‘m saying). Was dadurch hervorgehoben wird: Die Strafe für die Kriminellen ist am Ende auch unmenschlich. Genau wie die Taten, für die sie im Gefängnis sind. Welchen Vorteil hat die Gesellschaft als Ganzes – vor allem mit Blick auf die Sicherheit – also dadurch? Ein Buch, das zu einer essenziellen Diskussion über Gut und Böse, berechtigte oder unberechtigte Strafen, Moral und Doppelmoral und die Bekämpfung der Folge statt der Ursache anregt. Ein Satz dazu, der mir im Kopf geblieben ist: „Simon, who deserves no sympathy but won‘t ever be undeserving of love.“ Der Lösungsansatz des Autors und seiner Protagonistinnen ist Liebe. Das funktioniert mit Sicherheit nicht immer und bei allen, kann aber eine Antwort auf viele Probleme sein.
Fürchterlich
Ein dickes Sorry an den Baum, der für diesen Schund sein Leben lassen musste. Ein völlig sinnlos zusammengeschustertes Etwas aus Hunger Games, The Ultimate Fighter und dem Versuch auf Teufel komm raus Gesellschaftskritik reinzumanschen. Dünnere Story als jedes Pixi-Buch, und wenn dem Autor mal wieder nichts Sinnvolles eingefallen ist, werden einfach ein paar neue Charaktere geschaffen, um dem Buch irgendeinen Inhalt und ein paar Seitenzahlen mehr zu geben. Naja, so kann man seine Zeit auch verschwenden.
Die krasse Botschaft dieses Buches liebte ich von Anfang an. Mit der Handlung selbst musste ich erst etwas warm werden. Aber mehr und mehr haben mich Thurwar und Hamara in den Bann gezogen. Dennoch ist es so, dass dieses Werk davon und dafür lebt, eine Botschaft zu verbreiten. Denn wie weit sind wir von einer solchen Zukunft weg? Wieso kann ich es mir tatsächlich vorstellen, dass diese Vision Wahrheit werden kann? Also nein, dies ist kein Wohlfuch-Buch, sondern ein knallhartes, realitätsnahes Statement. Eines, das dafür eintritt, dass Leben einen Wert hat. Aber welchen, das entscheiden wir.
Brutal, Dystopisch, zum Nachdenken anregend
Für Fans von "Hunger Games" und anderen dystopischen Büchern wie "1984" und "The Handmaid's Tale". Sehr brutal und zum Nachdenken anregend. Man muss sich etwas reinfinden in die verschiedenen Perspektiven, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Klare Leseempfehlung!

The real-world parallels in Chain-Gang All-Stars are powerful and worth reading for alone—especially if you’re not into non-fiction but still want to confront themes like systemic racism, capitalism, and the prison-industrial complex. Unfortunately, the writing style didn’t work for me. It dragged too much, and I found myself disconnected despite the strong message.
Roman über die Diskriminierung der schwarzen Population in Amerika in einem "dystopischen" Setting, in dem Straftäter*innen in einem Turnier sich gegenseitig töten müssen. Transperson, lesbisches Paar und ein Haufen weiter benachteiligter Personen. Ein solider Roman mit eingefügten Fakten über Diskriminierung am Rande. 4 von 5 Sternen, da ich die ersten 100 der 500 Seiten brauchte, um alle Charaktere wiedererkennen zu können und um ins Geschehen reinzukommen.
Tolle Story
Die Story beginnt direkt mit einem Gladiator Kampf in dem wir die Hauptprotagonisten Loretta Thurwar und Hurricane Staxxx kennenlernen, die beiden sind die Stars der Spiele die vom ganzen Land im Fernsehen gefeiert werden, der Hintergrund des ganzen ist sie sind im Gefängnis und sie können ein tolles leben als Kämpfer leben oder halt ihre Strafe absitzen, der preis ist das die Freiheit immer näher rückt , allerdings werden dann plötzlich die regeln geändert, um dem Publikum etwas Neues zu bieten, ich war der Story direkt verfallen, sie spielt in Amerika und ist was die realen Fakten angeht nahezu perfekt recherchiert, die Story ist blutig brutal und wahnsinnig spannend, ich habe mich richtig gut in die jeweiligen Settings hineinversetzen können und habe mit den beiden Hauptprotagonisten gelitten

There are dystopias that feel like an imagined future, a fictitious possibility that serves as a warning for what could happen when things turn wrong. This one isn't one of these. It is one of those that feel like you're two steps behind being there - or, taking into account what is currently happening in the US, one step behind at max. The book discusses the prison system in the US (and by extension similar systems world-wide) and questions around privatization, racism, torture, other forms of marginalizations and discriminations, capitalism, and justice as well as the foundational question of how to deal with criminals. The book does so in a setting in which prisoners can participate in a kind of hunger game that has turned into a mass sport event. And even though the story is setted in a not-so-far future with advanced technology, it only uses this setting to point out current issues and discussions around prisons, adding actual statistics in the footnotes. What I loved about the book was not only how it manages to do so by changing between various perspectives - criminals being stars in these games, fans of the games, people protesting against it, prisoners being tortured in different ways to show why they even choose to join - but how it makes you think about your own moral position. It made me feel empathy for people to then remind me what crimes they did - crimes I do not support in any way, which then made my think about how doing things I condem might not lead to me supporting that these criminals are not longer treated as people themselves. And while the book also does a lot to point out the injustice of people being persecuted for things they haven't done and for things they did but only because they were defending themselves, while the book does point out that marginalizations such as class might increase the tendency to become criminal, it does also remind you that many of the people have killed, have commited s*xualized violence. It does not excuse any of this but rather criticizes a system that is not just, that creates torture itself, and opens questions around whether any person, no matter what they have done, deserves to be tortured, whether people can change, what happens if you give those too much power who are controlling prisoners, and, most of all, what privatization and capitalization of prisons can lead to. These are discussions that are highly relevant when thinking about justice and a democratic society, when thinking about laws and how to deal with those who break them. And while it does not offer perfect solutions, it does criticize the flaws of the current system and makes you rethink the dominating perception of justice - in a way that is also a very compelling lead with interesting and diverse characters, whose crimes are not excused but whose humanity is still recalled.
Description
“This book is so good. Brutal subject matter, beautiful writing. This one is from the heart.” —Stephen King
A Best Book of the Year: The New York Times, The Washington Post, NPR, Elle, Esquire, Chicago Tribune, Lit Hub, Kirkus Reviews
“Like Orwell’s 1984 and Atwood’s The Handmaid’s Tale, Adjei-Brenyah’s book presents a dystopian vision so…illuminating that it should permanently shift our understanding of who we are and what we’re capable of doing.” —The Washington Post
She felt their eyes, all those executioners…
Loretta Thurwar and Hamara “Hurricane Staxxx” Stacker are the stars of the Chain-Gang All-Stars, the cornerstone of CAPE, or Criminal Action Penal Entertainment, a highly popular, highly controversial profit-raising program in America’s increasingly dominant private prison industry. It’s the return of the gladiators, and prisoners are competing for the ultimate prize: their freedom.
In CAPE, prisoners travel as Links in Chain-Gangs, competing in death matches before packed arenas with righteous protestors at the gates. Thurwar and Staxxx, both teammates and lovers, are the fan favorites. And if all goes well, Thurwar will be free in just a few matches, a fact she carries as heavily as her lethal hammer. As she prepares to leave her fellow Links, Thurwar considers how she might help preserve their humanity, in defiance of these so-called games. But CAPE’s corporate owners will stop at nothing to protect their status quo, and the obstacles they lay in Thurwar’s path have devastating consequences.
Moving from the Links in the field to the protestors, to the CAPE employees and beyond, Chain-Gang All-Stars is a kaleidoscopic, excoriating look at the American prison system’s unholy alliance of systemic racism, unchecked capitalism, and mass incarceration, and a clear-eyed reckoning with what freedom in this country really means from a “new and necessary American voice” (Tommy Orange, The New York Times Book Review).
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Gladiatorenkämpfe 2.0
Diese Near Future Dystopie hatte es in sich und war immer leicht zu ertragen. Heftig. Schockierend. Gut. 📙"Chain-Gang All-Stars" von Nana Kwame Adjei- Brenyah erzählt die Geschichte der zwei Häftlinge Lotetta Thurwar und Hurricane Staxxx, die mit Hammer und Sense jeden Tag aufs neue gegen andere Straftäter auf Leben und Tod kämpfen. Die beiden scheinen unaufhaltsam, bis jemand die Spielregeln ändert. 🔨 Ich habe lange für dieses Buch gebraucht, weil mir der Inhalt manchmal zu heftig war und gleichzeitig hat es mich gefesselt. Der Autor schreibt roh, brutal und nüchtern über Szenen, die mich an die Saw Filme erinnert haben. Das Ganze gepaart quasi mit einer absurden Version vom Big Brother. Die Gruppen (Chains) treten gegeneinander an mit dem Ziel genug Runden zu überleben, um am Ende frei gelassen zu werden. Das alles zur Unterhaltung der Menschen an den Bildschirmen. 🔨 Den größten Anteil nimmt die Geschichte um die zwei BIPoC Frauen Thurwar und Staxxx ein. Hier steht ihre persönliche Entwicklung, sowie ihre Beziehung im Vordergrund. Immer wieder unterbrochen von Einblicken in die Geschichten ihrer Gegner oder Persepktiven von Zuschauenden der Chain- Gang All- Stars. Diese Unterbrechungen waren gekennzeichnet von Hass, Rassismus und Voyeurismus. Es war so widerlich die Relativierungen zu lesen, warum es schon okay ist, dass diese Sträflinge gegen andere Sträflinge kämpfen bis zum Tod. Sowohl von Seiten der Zuschauenden als auch der Produzenten. Das Konzept Brot und Spiele scheint nie alt zu werden. 🔨 Auffällig ist, dass in den Chains überwiegend BIPoC sind, weil in den Gefängnissen mehr BIPoC sitzen. Hier kratzt die Geschichte leider hart an der amerikanischen Realität, die der Autor auch über diverse Fußnoten mit einfließen lässt. Das Grauen der Geschichte fühlte sich für mich dadurch nur noch realer an und wenn wir ehrlich sind, soweit ist Amerika von dieser Near Future Dystopie nicht entfernt. Der Schritt von Hinrichtungen live übertragen zu den Gladiatorenkämpfen 2.0 ist viel zu klein. Nichts für schwache Nerven, aber definitiv lesenswert.

"Wo das Leben kostbar ist, ist das Leben kostbar." (Position 5443) Allerdings haben Menschenleben in dieser düsteren Zukunftsvision, die Nana Kwame Adjei-Brenyah in ‚Chain-Gang All-Stars‘, übersetzt von Rainer Schmidt, schafft, nicht mehr viel Wert. Außer dem, den sie zur Unterhaltung der Massen erzeugen. Amerikas Strafvollzug hat sich in einer nicht allzu fernen Zukunft selbst neu erfunden. Hinsichtlich seiner Grausamkeit und der moralischen Frage, ob für Unterhaltung und dem Generieren von Umsätzen alles erlaubt ist. Zu lebenslanger Haft verurteile Straftäter*innen haben in ‚Chain-Gang All-Stars‘ die Möglichkeit, sich ihre Freiheit zu erkämpfen. Wer in brutalen Kämpfen seine Gegner*innen tötet, steigt auf, bis hin zum Status ‚Freed‘: Freigelassene*r. Die Zuschauenden vor den heimischen Bildschirmen oder in den Arenen fiebern mit ihren Favorit*innen mit, Firmen werben auf und mit den Teilnehmenden, Wetten werden platziert. In diesem menschenverachtenden Umfeld begleiten wir hauptsächlich die beiden Women of Colour Loretta Thurwar und Hurricane Staxxx, die Links einer Chain-Gang sind, die gegen andere Chains des ganzen Landes kämpft. Die Begrifflichkeiten sind im Deutschen nicht übersetzt worden, was ich nur begrüßen kann. Neben den beiden Hauptakteurinnen lernen wir noch andere Links kennen, ebenso wird aus der Sicht von Zuschauenden und Protestierenden erzählt. Alles, damit wir als Lesende dieses unmenschliche System auch wirklich von allen Seiten beleuchtet bekommen und die Mechanismen verstehen lernen. Dabei ist die Geschichte sehr charakterzentriert, handlungsmäßig passiert neben einigen Kämpfen und den Wegen dorthin relativ wenig. Abgerundet wird diese fiktive Story mit Fußnoten, die reale Fälle aufgreifen und den Bogen in die Gegenwart schlagen – und das Ganze dadurch noch glaubhafter und möglicher machen. Interessant war für mich auch zu lesen, wie sich die Zuschauer*innen der Deathmatches die Ansprache ihrer niederen Instinkte, ihren Voyeurismus und Rassismus selbst rechtfertigen: Es sind doch Straftäter*innen. Es sind auch Weiße dabei. Alle sind gefährlich. Doch die wenigsten denken darüber nach, dass das Angebot, sich einer Chain-Gang anzuschließen, nur die Wahl zwischen lebenslanger Haft oder der winzigen Möglichkeit auf Freiheit ist. Keine faire oder gar aus freien Stücken getroffene Wahl. Denn die Menschen, die die Freiheit anstreben, werden irgendwann mit der greifbaren Aussicht auf die Selbige damit hadern. Zu groß sind die Veränderungen, die die Kämpfe und das Töten verursacht haben, zumal die wenigsten Gefangenen wirklich die blutrünstigen Monster sind, als die sie inszeniert werden. Doch Brot und Spiele haben nichts von ihrem Reiz verloren, selbst Jahrhunderte nach dem Fall des Römischen Reichs. Adjei-Brenyah bezeichnet es als Neosklaverei und nichts anderes ist es. Anfangs fand ich den Stil etwas gewöhnungsbedürftig, doch Nana Kwame Adjei-Brenyah nüchterne Art zu schreiben passt einfach nur zu gut zu den rauen und brutalen Bedingungen, denen die Gefangenen ausgesetzt sind. Trotz einiger Längen hat mich die Geschichte von Beginn an gefesselt und ungemein fasziniert, aber auch ziemlich angeekelt ob der Vorstellung, zu was Menschen in dieser Zukunftsvision in der Lage sind. Ich kann ‚Chain-Gang All-Stars‘ all jenen empfehlen, die auf der Suche nach einer an die Grenzen der Moral (und darüber hinaus) gehenden Dystopie sind, die nicht vor Brutalität zurückschrecken und charakterzentrierte Storys mögen. 4,5 Sterne.
"Der Kerkerstaat ist abhängig von der Dichotomie zwischen unschuldig und schuldig, zwischen Gut und Böse, damit er nach seinen Bedingungen definieren kann, was Schaden ist, und zwar im Namen der Justiz, die er in einem enormen Ausmaß dazu einsetzen kann, ein kapitalistisches, gewalttätiges und in sich ungerechtes System zu stützen."
Chain Gang All-Stars stand schon eine Weile unangetastet in meinem Bücherregal. Ich hatte das Buch gekauft gehabt, weil ich es in einigen "Best Books...." Compilations gesehen habe und das Konzept wahnsinnig spannend klang. Und boy oh boy hat dieses Buch mich umgehauen!! Nach ca. 70 Seiten war mir klar, dass dieses Buch für mich mehr tun wird, als mich "nur" zu unterhalten. Zunächst hatte ich kleine Einstiegsschwierigkeiten aufgrund des doch gewöhnungsbedürftigen Schreibstils - der Autor wechselt zwischen 1st- und 3rd-person Narration, je nachdem wen wir gerade verfolgen. Besonders die außergewöhnlichen Namen der Charaktere und derer Waffen haben mir ein bisschen Hirnschmalz abverlangt. Es hat sich aber absolut gelohnt, sich durch diese Anfangsverwirrung durchzukämpfen. Denn dann bekommt man eine wahnsinnig spannende, rohe und brutale Geschichte, die meine Kinnlade regelmäßig hat runterklappen lassen. Diese Geschichte ist unbequem, weil es nicht abwegig ist, dass Amerika sich in diese Richtung entwickelt. Diese Geschichte ist herzzerreißend, weil die Charaktere eine unglaubliche Tiefe bekommen und man so mit Straftäter*innen (meistens auch schuldig) mitfühlen darf. Diese Geschichte hat mich vor allem in den Fußnoten oft kalt erwischt, denn in diesen wurde das tatsächliche grausame Justizsystem der USA offengelegt. Ich habe so viel gelernt in diesem Buch und möchte mich nun mehr mit diesem Thema beschäftigen. Und damit ist alles gesagt! Pflichtlektüre! Jahreshighlight! Rating: ⭐⭐⭐⭐⭐/5

Mit am Gruseligsten an dem Buch finde ich, dass ein Szenario, in dem Kriminelle der Gesellschaft durch Entertainment dienen, gar nicht mal so unvorstellbar erscheint. Ein Buch wie eine literarische Dampfwalze roher Poesie. Top recherchiert, voller großer Gedanken und großer Worte, nur die Emotionen kamen kaum bei mir an, da es sich im Grunde um eine Art Kurzgeschichtensammlung handelt und der POV zu schnell und zu oft wechselt. Trotzdem eine sehr wichtige und lesenswerte Lektüre, die ich noch lange in Erinnerung behalten werde.. *TW für explizite Gewaltdarstellungen
Sehr wichtiges Buch!
Reale und verstörende amerikanische Gefängnisstatistiken verpackt in einen brutalen Near-Future-Roman. So könnte eine kurze Beschreibung des Buches lauten. Aber kurz ist eben hier nicht ausreichend. Es wird, völlig zurecht, das amerikanische Strafsystem angeprangert. Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, sind die Hintergründe dennoch auf realen Geschichten einzelner Personen basierend. Dies wird auch anhand von Fußnoten gut gekennzeichnet. Die Storyidee ist so brilliant wie traurig: Gefängnisinsasse, vorwiegend schwarzer Hautfarbe, kämpfen in einer Arena um Leben und Tod. Gladiator meets Mad Max, so steht es auf dem Cover, trifft es hier schon ganz gut. Im Buch begleiten wir unter anderem eine Chain, in der es eine Person gibt, die kurz davor steht, ihren finalen Kamp um die Freiheit zu kämpfen. Klingt nach einer spannenden Geschichte. Und warum dann doch nur 3,5 Sterne? Nun, das hat überhaupt nichts mit der Story und dem Thema zu tun. Im Gegenteil, hier hätte das Buch auch gerne 4 Sterne von mir bekommen. Womit ich leider gar nicht zurecht kam, waren der Schreibstil und die schon oben angesprochene Fußnoten, die den Lesefluss, in den man durch den komplizierten Schreibstil eh nicht gut hineingefunden hat, unterbrochen haben. Der Schreibstil war mir persönlich zu schwer. Ich bin nicht gut in das Buch reingekommen und die vielen verschiedenen Personen haben es nicht erleichtert. Grundsätzlich würde ich schon eine Leseempfehlung aussprechen. Aber es ist dennoch sehr schwere Kost.

Leider abgebrochen
Meine Erwartung war wirklich groß. Gladiator meets Mad Max. Filmtitel als Anheizer hätte mich stutzig machen müssen. Ich liebe solche Filme. Ich liebe Action, futuristische Dystopien und klassische Knastfilme wie *Lock Up* und *die Verurteilten* oder auch *Ohne Gnade*. In einem Podcast hatte ich sogar den Vergleich zum Buch *Ohne Gnade* gehört. Dieses Buch habe ich wirklich gefeiert. Ich mag Bücher, die Statistiken, Fußnoten und Tatsachen aufweisen so auch hier. Jetzt fragt man sich, so viel Gutes und doch abgebrochen? Ja! Seite 325 und ich hatte keine Erwartung mehr auf ein überraschendes oder außergewöhnliches Ende. Zu viele Charaktere, teilweise abgehakter Schreibstil. Ich konnte nicht wirklich abtauchen und auch die Charaktere waren für mich nicht so greifbar wie gewünscht. Die Thematik ist super wichtig. Wie bereits genannt, Fußnoten, Statistiken und Rassismus heutzutage auch unter Gefangenen, ist noch immer aktuell. Die Geschichte hat so gut angefangen und ich bin überzeugt dieses BUCH muss verfilmt werden. Eine Bloggerin war so lieb und hat mir das Ende dann verraten. Ich habe, denke ich, nichts verpasst. Schade. Ich werde dennoch den Autor weiter beobachten und mir auch seine Vorgänger ansehen. Die Idee zu diesem Buch und die bildliche Darstellung sind unschlagbar, aber der Schreibstil hat mich sprachlich leider nicht gepackt. Ich denke dennoch, dass dieses Buch viel mehr Aufmerksamkeit braucht, gerade von Lesern von Dystopien.
Wenn Gewalt, Grausamkeit und Rassismus zum Sepktakel werden
Ich habe Chain-Gang All-Stars mit einem sehr schweren Gefühl beendet. Ich war wütend, ich hatte Angst und gleichzeitig war ich auch froh, dass ich diese intensive Lesezeit hinter mir hatte. Vor allem die politische Nähe zur Realität hat mich beschäftigt. Vieles fühlt sich leider gar nicht so weit hergeholt an. Am meisten hat mich Staxxx berührt. Für mich steht sie für so viele Frauen, die nach sexualisierter Gewalt nicht unterstützt werden, sondern noch mehr leiden müssen, während die Täter oft einfach weitermachen dürfen. Das hat mich richtig getroffen und macht mich bis heute wütend. Was mir besonders im Kopf geblieben ist, ist dieses Gefühl von völliger Machtlosigkeit durch die Fesseln und die brutale Kälte der Influencer, die das Leid anderer als Unterhaltung benutzen. Das war schwer auszuhalten. Diese Mischung aus Ausgeliefertsein und öffentlicher Grausamkeit fand ich einfach nur barbarisch. Der Stil war für mich ehrlich gesagt sehr anstrengend. Die vielen Perspektivwechsel und Fußnoten haben mir teilweise den Zugang zur Geschichte genommen. Ich habe gemerkt, dass ich dadurch weniger in der Story war, obwohl das Thema an sich unglaublich stark ist. Im Moment würde ich das Buch niemandem wirklich empfehlen. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil es emotional extrem fordernd ist und zusätzlich viel Konzentration verlangt. Mein Gefühl am Ende war vor allem fassungslos und aufgewühlt über all diese Ungerechtigkeit. Was ich aus dem Buch mitnehme, ist eine bittere Erkenntnis: Menschen können sich in ihrer eigenen Grausamkeit immer wieder selbst übertreffen. Genau das macht diese Geschichte so schwer, aber auch so wichtig.

Ich habe eine super spannende Arena-Story erwartet. Und in Sachen Spannung hat das Buch nicht direkt meine Erwartungen getroffen. Denn genau die Sequenzen in der „Arena“ waren überhaupt nicht das spannende an dem Buch. Es war viel mehr das drum herum. In „Chain-Gang All-Stars“ geht es zwar natürlich um Kämpfe auf Leben und Tod und sie kommen definitiv auch vor. Sie sind blutig und brutal, dessen sollte man sich vor dem Leben Bewusst sein. Aber dieses Buch lebt vor allem von den Szenen außerhalb der Kämpfe. Davon wie dieses gesamte System entstanden ist, wie Kämpfer nur aufgrund einer ungerechten Welt als diese enden, wie Mörder immer wieder zu Mördern gemacht werden und trotzdem zu so immens tiefen Gefühlen für ihre Mitgefangenen fähig sind. Ich habe auch erwartet, dass das Buch von Anfang bis Ende mitreißend sein würde. Und auch wenn es auf andere Art spannend war als ich es erwartet hatte, hing ich geradezu an den Seiten. Also ja, mitreißend ist „Chain-Gang All-Stars“ auf jeden Fall. Zugegeben, anfangs habe ich mir ein bisschen schwer getan, in die Handlung reinzufinden. Dieses Buch wird in so vielen unterschiedlichen Erzählstimmen beschrieben. Wir verfolgen nicht nur unterschiedliche Charaktere während des Buches, wir fühlen all das, was sie fühlen. Und so hat man in jedem Kapitel wirklich eine andere Stimme im Kopf, die ihre Geschichte erzählt. Ob es Thurwar oder Hurricane Staxx aus dem Klappentext sind, die schon erfahrene Kämpferinnen sind, oder ein Gefangener, der sich gerade erst zu der Teilnahme an den Kämpfen entscheidet. Ob es eine Demonstrantin ist, die diese Kämpfe beenden will, oder einen Vorstandsvorsitzenden der Gewinne aus den Kämpfen auf Leben und Tod scheffelt. Ob es eine Journalistin ist, die nicht mehr darüber berichten will, oder ein Fan, der jeden Kampf wie ein Football-Spiel verfolgt. All diese Erzählstimmen machen es einem erst mal vielleicht schwer, in die Handlung reinzufinden. Aber wenn man mal in der Geschichte ist, machen sie dieses Buch zu einem umso besondereren Leseerlebnis. Allein schon handwerklich finde ich diese Art, eine Geschichte zu erzählen, absolut unglaublich. Aber auch für die Handlung hat es so viel getan, weil jede Seite dieser Kämpfe beleuchtet wird. Und das macht alles so viel realer, so viel nahbarer und so viel schmerzhafter. Alle Kämpfer entscheiden sich freiwillig für dieses Schicksal auf Leben und Tod kämpfen zu müssen. Deshalb ist es umso schmerzhafter mitzuerleben, dass es oftmals nicht wirklich eine Entscheidung ist, dass sie nicht das Töten in einer Arena wählen, sondern das geringere Übel, weil ihre aktuelle Situation noch so viel unerträglicher erscheint. Sie stürzen sich von einem Leid ins andere, während hunderte Zuschauer am Rand der Arena stehen und über ihren Tod in einem Gemetzel jubeln. In „Chain-Gang All-Stars“ finden sich immer wieder Fußnoten. Darin werden teilweise fiktive Gesetze oder technische Gegenstände erklärt. Aber es gibt auch Fußnoten, die sich auf die aktuelle Realität beziehen. Beispielsweise darauf, wie viele unschuldige Personen in den letzten Jahrzehnten zum Tode verurteilt wurden – und dass ein viel höherer Anteil dieser unschuldig verurteilten Personen schwarz war. Damit möchte der Autor ganz eindeutig auf die rassistischen Missstände im Strafvollzug hinweisen. Gleichzeitig schafft diese Kombination aus realen Fakten und fiktiven Ideen ein ganz beklemmendes Gefühl beim Lesen. Weil man sich die ganze Zeit denkt: Wie abwegig ist ein solches Zukunftsszenario? Am Ende geht es hier also nicht um eine spannende Story, in der in Arenen gekämpft wird. Es geht viel mehr darum, was es mit diesen Menschen macht, die sich dazu gezwungen fühlen, weitere Morde zu begehen, um sich von dem Mord, der sie ins Gefängnis gebracht hat, zu rehabilitieren. Wie diese Kämpfer, vor allem Thurwar und Hurricane Staxx, damit umgehen zu Monstern gemacht zu werden. FAZIT Dieses Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Es hat so einen Kokon aus unterschwelliger Spannung und widerstreitenden Gefühlen um mich gesponnen, dass ich nach jedem Lesen erst einmal für ein paar Sekunden in die Realität zurückfinden musste. Ich habe mich so sehr als Teil dieser schrecklichen Handlung gefühlt. Wegen all dieser Gefühle, die „Chain-Gang All-Stars“ in mir ausgelöst hat, ist es definitiv eines meiner Jahreshighlights.

Schockierend unterhaltsam und nichts für schwache Nerven!
Eine Zukunft in der, der amerikanische Strafvollzug Täter zu Stars macht, die gefeiert werden. Ein System, welches so krank es ist auch in der heutigen Zeit durchgesetzt werden könnte.. Ein Roman, der sehr lange im Gedächtnis bleibt und zum nachdenken anregt. Natürlich könnte man das Buch EBEN WEIL es so spannend und mitreißend geschrieben ist in 2/3 Tagen weg lesen und im Regal vergessen, aber das ist nicht das was passieren wird. Man fragt sich: Was war das? Wieso war es so gut, wenn es doch … Absolut fabelhaft.
Ein düsterer Blick auf das Gefängnissystem der USA mit seinen deutlichen Parallelen zu Sklaverei und Segregation.
Chain Gang All Stars hat mich nicht sofort in seinen Bann gezogen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich bin mit der Erwartungshaltung an das Buch gegangen, dass es brutal und blutrünstig wird – ein dystopisches Tribute von Panem mit Staxxx und Thurwar als Pendant zu Katniss und Peeta. Die multiperspektivische Erzählweise und die vielen Namen erschwerten es mir jedoch, mich auf die rasante Handlung einzulassen. Ab der Mitte des Buches, als die Kapitel und verschiedenen Charaktere zusammenfinden, hat es mich jedoch wirklich gefesselt. Wenn mich ein Kapitel mit Fragezeichen zurückließ, wurden diese eigentlich immer beantwortet, was die absolute Genauigkeit und Detailverliebtheit von Nana Kwame Adjei-Brenyah zeigt. Besonders beeindruckt haben mich die Kapitel, die Einblicke in die Zuschauenden geben, bei denen sich die anfängliche Abscheu zu Beginn der „Spiele“ in absolute Faszination verwandelt. „Sie wusste nicht genau, was er dachte, bis ihr dämmerte, dass sie in der ganzen Zeit, seit sie Chain-Gang verfolgte, noch nie lautstark den Tod eines Links gefordert hatte. Bis jetzt hatte sie immer die Rolle der moralischen Aufsicht gespielt, interessiert, vielleicht sogar süchtig, aber selten parteiisch auf so eine finale Weise.“ (S.303) Im Nachhinein hätte ich das Buch lieber auf Englisch gelesen, um den Schreibstil des Autors noch besser bewerten zu können. Trotzdem habe ich selten so viele Passagen markiert wie in diesem Buch. Adjei-Brenyah bringt die Missstände des amerikanischen Gefängnissystems auf den Punkt und erweitert den Horizont aller Lesenden durch sinnvoll platzierte Fakten und Statistiken. Ein großartiges Buch, das belehrt, unterhält und mich mit dringenden Frage zurücklässt: Hätte ich den Fernseher ausgeschaltet?
Ein Meisterwerk der Dystopie.
Nicht nur die Sicht der Hauptfiguren wird gezeigt, sondern auch die der Abolitionist:innen und der Menschen, die an der TV Serie arbeiten.📺 Dadurch wird die Welt erklärt ohne lange Rückblenden oder Info-Absätzen. Gleichzeitig erhält die Welt mehr Tiefe, wodurch sie realistischer wirkt. Fiktion und Realität werden kombiniert und Kritik an der US-Gefängnispolitik wird geübt. Angesichts der soziopolitischen Lage mit der Black Lives Matter✊🏿 Bewegung und vor allem auch der aktuellen Migrationspolitik besonders wichtig, da es Probleme zugänglich macht. In diesem Kontext kann ich die Netflix Doku 13th empfehlen, die auch auf YouTube zu finden ist.🎞️ Diese hat für mich Vieles noch einmal klarer gemacht, es lohnt sich also sie vor dem Lesen zu schauen. Der Schreibstil des Buches ist sehr zugänglich.📚 Es ist nicht schwierig geschrieben und man kann die Botschaft des Buches auch ohne viel zwischen den Zeilen zu lesen oder Hintergrundwissen verstehen. Gleichzeitig kann viel über die Figuren und die Politik der fiktionale Welt (und der Realität) lernen, wenn man dem Text etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt.📑 Die Figuren möchte ich sehr: sie sind vielfältig, vielseitig und dynamisch. Vor allem Loretta und Hamara sind mir ans Herz❤️ gewachsen - nicht nur, weil sie queer sind. Es ist eine Verbindung aus Liebe, Freundschaft und Wertschätzung. Trotz allem, verlieren sie nicht ihre Menschlichkeit (eher im Gegenteil) und ihren Humor. Auch viele andere Figuren habe ich sehr gemocht und einige habe ich sehr gerne nicht gemocht. Bei einigen hat sich meine Einstellung im Laufe des Buches geändert, weil sie sich sehr verändert haben. Chain-Gang All-Stars ist ein hochpolitisches Buch und behandelt Themen wie Rassismus und spezifisch auch Rassismus in der Gefängnispolitik der USA, Polizeibrutalität, Abolitionismus, Medien- bzw. TV-Kritik, Sexualisierung und Fetischisierung, Gewalt, Liebe (auch im Sinne von Nächstenliebe) und Hoffnung. Was das Buch ausserdem so grossartig macht, ist, dass es zu Beginn die Sensationslust der potenziellen Leser:innen anfacht, indem des Gewalt reproduziert nur um dann genau das zu kritisieren. Wenn du die Tributen von Panem magst, wirst du auch Chain-Gang All-Stars mögen. Ausserdem empfehlen kann ich dir das Buch, wenn du dich für Themen wie Abolitionismus, Rassismus und US-Politik interessierst.

"Gladiator trifft Mad Max" ... das trifft es ganz gut. Das Buch ist brutal, verstörend und blutig. Gleichzeitig ist der Schreibstil anspruchsvoll, was das "Verstörende" für mich noch unterstrichen hat. Leider habe ich sehr lange gebraucht, bis ich mich in dieser Dystopie zurechtgefunden habe. Viele Andeutungen und keine klare Struktur haben mir das Lesen anfangs sehr erschwert. Die zweite Hälfte gefiel mir deutlich besser und das Ende fand ich gelungen.
Am Anfang kam ich nicht direkt rein. Viele Namen und teilweise Zeitsprünge. Letzteres war rückblickend aber wichtig. Das Buch wurde meiner Meinung nach mit jedem Part besser. Die Geschichte endet im Höhepunkt. Was danach passiert, bleibt offen. Das hinterlässt eine Leere bei Lesenden und regt automatisch zum Nachdenken über die Thematik an, was mir sehr gefallen hat. Das Buch will zeigen: Kein Mensch ist nur gut oder nur böse. Wie viel besser sind die scheinbar Guten, die „nicht Kriminellen“, die dafür bezahlen und Spaß daran haben, zuzusehen, dass Menschen einander umbringen? Menschen, die sie durch deren Straftaten automatisch zu Personen zweiter Klasse machen. Menschen, zu denen sie auch durch rassistische und sexistische Stereotype eine Distanz aufbauen. Und Menschen, die teilweise durch diese Stereotype, das Klassensystem und generelle Ungerechtigkeiten – kurz, durch die Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind – zu dem geworden sind, was sie sind (das rechtfertigt keine Straftat but you get what I‘m saying). Was dadurch hervorgehoben wird: Die Strafe für die Kriminellen ist am Ende auch unmenschlich. Genau wie die Taten, für die sie im Gefängnis sind. Welchen Vorteil hat die Gesellschaft als Ganzes – vor allem mit Blick auf die Sicherheit – also dadurch? Ein Buch, das zu einer essenziellen Diskussion über Gut und Böse, berechtigte oder unberechtigte Strafen, Moral und Doppelmoral und die Bekämpfung der Folge statt der Ursache anregt. Ein Satz dazu, der mir im Kopf geblieben ist: „Simon, who deserves no sympathy but won‘t ever be undeserving of love.“ Der Lösungsansatz des Autors und seiner Protagonistinnen ist Liebe. Das funktioniert mit Sicherheit nicht immer und bei allen, kann aber eine Antwort auf viele Probleme sein.
Fürchterlich
Ein dickes Sorry an den Baum, der für diesen Schund sein Leben lassen musste. Ein völlig sinnlos zusammengeschustertes Etwas aus Hunger Games, The Ultimate Fighter und dem Versuch auf Teufel komm raus Gesellschaftskritik reinzumanschen. Dünnere Story als jedes Pixi-Buch, und wenn dem Autor mal wieder nichts Sinnvolles eingefallen ist, werden einfach ein paar neue Charaktere geschaffen, um dem Buch irgendeinen Inhalt und ein paar Seitenzahlen mehr zu geben. Naja, so kann man seine Zeit auch verschwenden.
Die krasse Botschaft dieses Buches liebte ich von Anfang an. Mit der Handlung selbst musste ich erst etwas warm werden. Aber mehr und mehr haben mich Thurwar und Hamara in den Bann gezogen. Dennoch ist es so, dass dieses Werk davon und dafür lebt, eine Botschaft zu verbreiten. Denn wie weit sind wir von einer solchen Zukunft weg? Wieso kann ich es mir tatsächlich vorstellen, dass diese Vision Wahrheit werden kann? Also nein, dies ist kein Wohlfuch-Buch, sondern ein knallhartes, realitätsnahes Statement. Eines, das dafür eintritt, dass Leben einen Wert hat. Aber welchen, das entscheiden wir.
Brutal, Dystopisch, zum Nachdenken anregend
Für Fans von "Hunger Games" und anderen dystopischen Büchern wie "1984" und "The Handmaid's Tale". Sehr brutal und zum Nachdenken anregend. Man muss sich etwas reinfinden in die verschiedenen Perspektiven, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Klare Leseempfehlung!

The real-world parallels in Chain-Gang All-Stars are powerful and worth reading for alone—especially if you’re not into non-fiction but still want to confront themes like systemic racism, capitalism, and the prison-industrial complex. Unfortunately, the writing style didn’t work for me. It dragged too much, and I found myself disconnected despite the strong message.
Roman über die Diskriminierung der schwarzen Population in Amerika in einem "dystopischen" Setting, in dem Straftäter*innen in einem Turnier sich gegenseitig töten müssen. Transperson, lesbisches Paar und ein Haufen weiter benachteiligter Personen. Ein solider Roman mit eingefügten Fakten über Diskriminierung am Rande. 4 von 5 Sternen, da ich die ersten 100 der 500 Seiten brauchte, um alle Charaktere wiedererkennen zu können und um ins Geschehen reinzukommen.
Tolle Story
Die Story beginnt direkt mit einem Gladiator Kampf in dem wir die Hauptprotagonisten Loretta Thurwar und Hurricane Staxxx kennenlernen, die beiden sind die Stars der Spiele die vom ganzen Land im Fernsehen gefeiert werden, der Hintergrund des ganzen ist sie sind im Gefängnis und sie können ein tolles leben als Kämpfer leben oder halt ihre Strafe absitzen, der preis ist das die Freiheit immer näher rückt , allerdings werden dann plötzlich die regeln geändert, um dem Publikum etwas Neues zu bieten, ich war der Story direkt verfallen, sie spielt in Amerika und ist was die realen Fakten angeht nahezu perfekt recherchiert, die Story ist blutig brutal und wahnsinnig spannend, ich habe mich richtig gut in die jeweiligen Settings hineinversetzen können und habe mit den beiden Hauptprotagonisten gelitten

There are dystopias that feel like an imagined future, a fictitious possibility that serves as a warning for what could happen when things turn wrong. This one isn't one of these. It is one of those that feel like you're two steps behind being there - or, taking into account what is currently happening in the US, one step behind at max. The book discusses the prison system in the US (and by extension similar systems world-wide) and questions around privatization, racism, torture, other forms of marginalizations and discriminations, capitalism, and justice as well as the foundational question of how to deal with criminals. The book does so in a setting in which prisoners can participate in a kind of hunger game that has turned into a mass sport event. And even though the story is setted in a not-so-far future with advanced technology, it only uses this setting to point out current issues and discussions around prisons, adding actual statistics in the footnotes. What I loved about the book was not only how it manages to do so by changing between various perspectives - criminals being stars in these games, fans of the games, people protesting against it, prisoners being tortured in different ways to show why they even choose to join - but how it makes you think about your own moral position. It made me feel empathy for people to then remind me what crimes they did - crimes I do not support in any way, which then made my think about how doing things I condem might not lead to me supporting that these criminals are not longer treated as people themselves. And while the book also does a lot to point out the injustice of people being persecuted for things they haven't done and for things they did but only because they were defending themselves, while the book does point out that marginalizations such as class might increase the tendency to become criminal, it does also remind you that many of the people have killed, have commited s*xualized violence. It does not excuse any of this but rather criticizes a system that is not just, that creates torture itself, and opens questions around whether any person, no matter what they have done, deserves to be tortured, whether people can change, what happens if you give those too much power who are controlling prisoners, and, most of all, what privatization and capitalization of prisons can lead to. These are discussions that are highly relevant when thinking about justice and a democratic society, when thinking about laws and how to deal with those who break them. And while it does not offer perfect solutions, it does criticize the flaws of the current system and makes you rethink the dominating perception of justice - in a way that is also a very compelling lead with interesting and diverse characters, whose crimes are not excused but whose humanity is still recalled.

































