Die Enden der Welt

Die Enden der Welt

Hardback
4.118
OrvietoAnspruchsvolle LiteraturWeltendeNordpol

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Description

Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap in Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südsee, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: ein Bordellflur in Bombay, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im Kongo. Immer aber geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn.

Die Eifel: Aufbruch – Der Himalaya: Highway im Nebel – Minsk: Der Fremde im Bett – Timbuktu: Der Junge und die Wüste – Borneo: Die Straße ins Nichts – Tonga: Tabu und Verhängnis – Chiang Mai: Opium – Kamtschatka: Asche und Magma – Mandalay: Ein Traum vom Meer – Bombay: Das Orakel – Patagonien: Der verbotene Ort – Kinshasa: Aus einem Krieg – Hongkong: Das leere Postfach – Indonesien: Unter Toten – Gibraltar: Das Nonplusultra – Senegal: Die Tür ohne Wiederkehr – Der Nordpol: Einkehr …

Book Information

Main Genre
Self-Help & Non-Fiction
Sub Genre
Travel & Vacation
Format
Hardback
Pages
608
Price
15.50 €

Author Description

Roger Willemsen, geboren 1955 in Bonn, gestorben 2016 in Wentorf bei Hamburg, arbeitete zunächst als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Rinke- und den Julius-Campe-Preis, den Prix Pantheon-Sonderpreis, den Deutschen Hörbuchpreis und die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Willemsen war Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und stand mit zahlreichen Soloprogrammen auf der Bühne. Zuletzt erschienen im S. Fischer Verlag seine Bestseller »Der Knacks«, »Die Enden der Welt«, »Momentum«, »Das Hohe Haus« und »Wer wir waren«.Über Roger Willemsens umfangreiches Werk informiert der Band »Der leidenschaftliche Zeitgenosse«, herausgegeben von Insa Wilke. Willemsens künstlerischer Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste, Berlin. Literaturpreise:Rinke-Preis 2009Julius-Campe-Preis 2011Prix Pantheon-Sonderpreis 2012

Posts

2
All
4.5

Das vorliegende Buch handelt nicht von dem Ende der Welt, sondern von den persönlichen sogenannten Enden der Welt des Roger Willemsen. Literarisch und philosophisch beschreibt der Autor ausführlich über Regionen und Menschen, das was andere vielleicht nur denken und nicht in Worte fassen können so detailliert, dass man sich sehr gut ein Bild machen kann, sowohl über die Landschaften (Eifel bis Nordpol)als auch über menschliche Beziehungenund Verhalten... Die Geschichten waren so intensiv und auch teilweise durch die Ausdrucksweise anspruchsvoll geschrieben, dass ich das Buch nicht durchgängig lesen, sondern immer wieder weglegen musste und daher über 2 Monate gebraucht habe es zu beenden.

4

Roger Willemsen hat die Enden der Welt bereist. Nicht „das Ende“, also womöglich unseren Antipoden, sondern verschiedene Punkte auf der Welt, die vermeintlich abgelegen, unwirklich, zumindest nicht touristisch erschlossen sind. Es beginnt in der Region, in der er aufwuchs, die Eifel, und geht dann Querbeet über alle Kontinente. Von wirklich geographischen Enden wie Patagonien, Kamtschatka und Südafrika, bis zu weit entfernten Orten wie Mandalay und Tongo und zu trostlosen Orten wie Minsk oder Bombay. Aber im Grunde ist es egal, wo Willemsen uns hinführt, denn es ist keine Hitliste der besten Enden der Welt, sondern vielmehr eine sehr subjektive Auswahl von Reisezielen eines rastlosen Intellektuellen. Das Buch erzählt selten Geschichten, sondern entwirft literarische Reisebilder, die in wohl formulieren Worten gemalt sind. Und das konnte Roger Willemsen halt auf unnachahmlicher Weise. Einerseits sind seine Satzkonstruktionen bewundernswert und seine Detailverliebtheit in den Beschreibungen beachtlich, andererseits stellten die Bilder auch eine Art textliche Reizüberflutung für mich dar, und so konnte ich das Buch nur häppchenweise lesen. Tatsächlich war es mein erstes Buch, das ich von ihm gelesen habe, denn ansonsten bewunderte ich ihn nur im Fernsehen, als Journalist oder live auf der Bühne. Für mich ist es immer noch ein großer Verlust, dass so ein intelligenter Mensch so früh von uns gegangen ist. Auch wenn das Buch sprachlich für mich auf höchstem Niveau war, kann ich doch keine fünf Sterne vergeben, denn letztlich kommt für mich aus den Berichten nicht deutlich genug hervor, warum er diese Reisen, genau an diese Orte gemacht hatte und welche Schlüsse er daraus zog. Wie kamen die Kontakte zu den Einheimischen zustande? Wie hat sich Willemsen gefühlt in den jeweiligen Situationen? Das war mir teils zu distanziert und zu sehr Reportage. Sollte es ein Buch übers Reisen sein? Wohl kaum, denn keiner von uns möchte ein Krankenhaus in Weißrussland besuchen. Ein Buch über andere Kulturen? Schon eher. Leider bekam ich nähere, für mich wichtige Informationen erst aus einem mit ihm geführten Interview auf der Website des Verlags. Diese Informationen hätte ich mir in den Texten gewünscht. Ehrlich gesagt, ich brauche die Enden der Welt nicht zu sehen, aber schön, dass Roger Willemsen mich daran teilhaben ließ.

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