Die Ehefrau
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Description
Book Information
Author Description
Meg Wolitzer, geboren 1959, veröffentlichte 1982 den ersten von zahlreichen preisgekrönten und erfolgreichen Romanen. Viele ihrer Bücher standen auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Bei DuMont erschienen die SPIEGEL-Bestseller ›Die Interessanten‹ (2014) und ›Das weibliche Prinzip‹ (2018) sowie ›Die Stellung‹ (2015), ihr Roman ›Die Ehefrau‹ (2016), der mit Glenn Close in der Hauptrolle verfilmt wurde, und zuletzt ›Die Zehnjahrespause‹ (2019).
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
In „Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer steht Joan Castleman im Mittelpunkt, die nach Jahrzehnten an der Seite ihres berühmten Schriftstellergatten anfängt, ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen zu hinterfragen. Das Buch beleuchtet Themen wie Loyalität, Selbstaufgabe und die Machtkämpfe, die unter der Oberfläche einer Ehe schwelen. Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Mein größtes Problem war, dass die Handlung extrem langatmig und sich ständig wiederholend auf mich wirkte. Die Erzählung schien einfach nicht voranzukommen und drehte sich ständig im Kreis, mit vielen Details, die für mich keinerlei Mehrwert hatten. Die Kapitel zogen sich so sehr, dass es mir schwerfiel, das Interesse zu halten und ich wartete vergeblich darauf, dass die Autorin endlich auf den Punkt kommt. Besonders irritiert haben mich die irrelevanten und teilweise unangenehmen Details – wie die ausführlichen Beschreibungen bestimmter körperlicher Merkmale von Charakteren, die meiner Meinung nach nichts zur eigentlichen Geschichte beitrugen und eher ablenkend wirkten. Diese Elemente fühlten sich nicht nur überflüssig an, sondern waren in manchen Momenten sogar befremdlich.

Meg Wolitzer poträtiert in diesem kurzweiligen Roman eine 45 Jahre andauernde Ehe, die auf die aufopfernde Liebe einer Frau zu ihrem Mann basiert. Nach 3 Kindern, einer steilen Autorenkarriere, unzähligen Affären und der Auszeichnung mit dem Helsinki-Preises, entscheidet sich Joan, ihren Ehemann endgültig zu verlassen. Viele Leser*Innen kritisieren Joan und ihre Entscheidungen, die sie in diesen gemeinsamen 45 Jahren getroffen hat, dabei liefert doch Joan selbst den Leser*Innen ihre Beweggründe: "Die Männer waren diejenigen, denen die Welt gehörte (...) und auch ich würde eine wunderbare Zeit haben, würde alles mitbekommen, wäre die ganze Zeit an seiner Seite. Ich war sanft und duldsam, ich hatte keinen Mut, ich war kein Pionier. Ich war schüchtern. Ich wollte Dinge, aber ich schämte mich dafür, sie zu wollen." Meg Wolitzer zeichnet eine Ehe, die als Dokument ihrer Zeit betrachtet werden sollte: Frauen, die ihren Männern selbstlos den Rücken stärken, während Männer die Ehe als eine Art Geschäftsbeziehung betrachten.
„𝘑𝘦𝘥𝘦𝘳 𝘸𝘦𝘪ß, 𝘸𝘪𝘦 𝘍𝘳𝘢𝘶𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘦𝘳𝘮𝘶̈𝘥𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳𝘮𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯, 𝘸𝘪𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘗𝘭𝘢̈𝘯𝘦 𝘦𝘯𝘵𝘸𝘪𝘤𝘬𝘦𝘭𝘯, 𝘙𝘦𝘻𝘦𝘱𝘵𝘦, 𝘐𝘥𝘦𝘦𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘣𝘦𝘴𝘴𝘦𝘳𝘦 𝘞𝘦𝘭𝘵, 𝘥𝘪𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘥𝘢𝘯𝘯 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘞𝘦𝘨 𝘻𝘶𝘮 𝘎𝘪𝘵𝘵𝘦𝘳𝘣𝘦𝘵𝘵 𝘮𝘪𝘵𝘵𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵, 𝘻𝘶𝘳 𝘋𝘳𝘰𝘨𝘦𝘳𝘪𝘦 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘪𝘯𝘴 𝘉𝘢𝘥𝘦𝘻𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯. 𝘚𝘪𝘦 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯 𝘴𝘪𝘦, 𝘸𝘢𝘩𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘌𝘩𝘦𝘮𝘢̈𝘯𝘯𝘦𝘳𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘒𝘪𝘯𝘥𝘦𝘳𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘦𝘨 𝘦𝘣𝘯𝘦𝘯, 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦 𝘨𝘭𝘶̈𝘤𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘶𝘳𝘤𝘩𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯.“ (𝘚. 227) Joan ist seit vielen Jahren mit ihrem Mann Joe verheiratet. Die beiden haben drei gemeinsame, mittlerweile erwachsene, Kinder und leben nach außen ein Leben als Vorzeigeehepaar. Kennengelernt haben sie sich an der Uni, sie Studentin, er Dozent. Für Joe hat Jaon ihre eigene Karriere als Schriftstellerin aufgegeben, obwohl sie weitaus talentierter war als ihr Mann. Joe wiederum hatte viele Veröffentlichungen und soll nun mit einem hochdotierten Preis geehrt werden. Auf dem Flug nach Finnland rekapituliert Joan ihr Leben und kommt zu dem Entschluss, dass sie so nicht weitermachen kann. - Meg Wolitzer beschreibt in ihrem Roman den typischen Werdegang einer Frau um die 50er Jahre. Frauen machten damals selten Kartiere, waren für Haushalt und Kinder zuständig, haben dem Mann den Rücken frei gehalten… So auch die Protagonistin Joan. An ihrem Beispiel sieht man gut, welch Potenzial verschenkt wurde. Sie hatte wirklich Talent und die Chance als Schriftstellerin groß raus zu kommen, verzichtet aber aus zweierlei Gründen. Zum einen schickt es sich natürlich nicht erfolgreicher zu sein als der eigene Mann, dann doch lieber ihn unterstützen. Zum anderen war es damals ganz klar auch nicht einfach als Frau veröffentlicht zu werden und sich einen Namen zu machen. „𝘈𝘣𝘦𝘳 𝘫𝘢, 𝘪𝘤𝘩 𝘯𝘦𝘩𝘮𝘦 𝘢𝘯, 𝘮𝘢𝘯 𝘬𝘰̈𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘦𝘴 𝘢𝘭𝘴 𝘝𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘸𝘰̈𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘣𝘦𝘻𝘦𝘪𝘤𝘩𝘯𝘦𝘯, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘥𝘢𝘧𝘶̈𝘳 𝘨𝘦𝘴𝘰𝘳𝘨𝘵 𝘸𝘪𝘳𝘥, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘵𝘪𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘍𝘳𝘢𝘶𝘦𝘯 𝘭𝘦𝘪𝘴𝘦 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘪𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘔𝘢̈𝘯𝘯𝘦𝘳 𝘭𝘢𝘶𝘵.“ (𝘚. 63) Die Verlagswelt wurde ausschließlich von Männern diktiert, weibliche Beteiligung war unerwünscht. Auch heute noch, über 70 Jahre später, werden viel mehr Männer als Frauen publiziert, was sicher nicht am Tapent liegt… Joan steht ganz im Dienste ihres Mannes, begleitet ihn auf Lesungen und zur Recherche, arbeitet ihm zu, kümmert sich darum, dass zu Hause alles läuft und begehrt nicht auf, selbst wenn Joe ewig unterwegs ist, die Kinder ignoriert oder mit anderen Frauen schläft. „𝘈𝘭𝘴 𝘩𝘢̈𝘵𝘵𝘦𝘯 𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘤𝘩 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘭𝘴 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘴𝘰𝘭𝘤𝘩𝘦 𝘝𝘦𝘳𝘦𝘪𝘯𝘣𝘢𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘨𝘦𝘵𝘳𝘰𝘧𝘧𝘦𝘯, 𝘩𝘢̈𝘵𝘵𝘦𝘯 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘭𝘴 𝘰𝘧𝘧𝘦𝘯 𝘢𝘯𝘦𝘳𝘬𝘢𝘯𝘯𝘵, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘥𝘢𝘴 𝘉𝘦𝘥𝘶̈𝘳𝘧𝘯𝘪𝘴 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘴 𝘔𝘢𝘯𝘯𝘦𝘴, 𝘴𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘍𝘳𝘢𝘶 𝘶𝘯𝘵𝘳𝘦𝘶 𝘻𝘶 𝘴𝘦𝘪𝘯, 𝘦𝘵𝘸𝘢𝘴 𝘸𝘢𝘳, 𝘥𝘢𝘴 𝘶𝘮 𝘫𝘦𝘥𝘦𝘯 𝘗𝘳𝘦𝘪𝘴 𝘨𝘦𝘴𝘤𝘩𝘶̈𝘵𝘻𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘶𝘯𝘵𝘦𝘳𝘴𝘵𝘶̈𝘵𝘻𝘵 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘮𝘶𝘴𝘴𝘵𝘦.“ (𝘚. 208) Sie trägt natürlich innerlich Zweifel mit sich herum, verteidigt ihn aber nach außen und vor ihren Kindern und begründet dies mit den Aufgaben einer Ehefrau. Gegen Ende dreht sich die Geschichte, es werden Tatsachen offenbart, die ich so nicht vermutet hätte und es macht den Anschein, dass nur endlich etwas Emanzipation ins Spiel kommt. Leider macht ihr Mann ihr hier einen Strich durch die Rechnung, sodass ich ehrlich gesagt mit dem Ende etwas unzufrieden bin. Ich hätte mir an der Stelle ein bisschen mehr Radikalität gewünscht. Nichtsdestotrotz hab ich das Buch gern gelesen und kann es guten Gewissens weiterempfehlen.
Ich bin hin und her gerissen
Achtung enthält möglicherweise Spoiler: Ich verstehe die Intension der Autorin. Sie möchte den Frauen den Raum geben in ihrer Geschichte, den sie verdient haben, die keine Anerkennung bekommen haben, die sie verdient hätten. Frauen, die ihre Männer unterstützt haben und den Erfolg ihrer Arbeit nie bekommen haben, sondern die Männer. Gleichberechtigung ist das große Schlagwort, aber auch Ehe, die Beziehung zwischen Mann und Frau, der Mensch in der Gesellschaft usw. Ja, es ist viel. Vielleicht auch zu viel? Die Autorin beginnt ihren Roman sehr gut. Die Worte fühlen sich wie Symphonien an, die gespielt werden wollen, aber dann fallen die Notenblätter vom Ständer und man kommt mit der Melodie durcheinander. Der Leser erkennt nicht mehr, worauf das alles eigentlich hinauslaufen möchte, zunächst, aber man ahnt das Ende schlussendlich dann doch sehr schnell. Aus diesem Grund war das Lesen für mich ab der Mitte des Buches leider sehr zäh. Ich wollte dem Buch allerdings seine Chance geben und habe deshalb bis zum Ende gelesen. Aber leider war der anfängliche Glanz und die Anziehungskraft nicht mehr zurückgekehrt.
Hier fiel mir der Einstieg sehr schwer. Das Buch zu lesen war schwierig und nachdem ich auf die Hörbuchversion umgestiegen bin ging es einfacher. Ich konnte mich besser in die Hauptfigur hineinversetzen. Vieles kann ich obwohl Jahrzehnte vergangen sind weiterhin bestätigen. Ich bin zwar selbst berufstätig, bin jedoch auch die Kümmerin, die alles im Blick hat. Allerdings nicht bis ins Extreme wie zum Ende des Buches deutlich wird und kaum auszuhalten ist. Insgesamt ein fast 5 Sterne Buch.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
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Meg Wolitzer, geboren 1959, veröffentlichte 1982 den ersten von zahlreichen preisgekrönten und erfolgreichen Romanen. Viele ihrer Bücher standen auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Bei DuMont erschienen die SPIEGEL-Bestseller ›Die Interessanten‹ (2014) und ›Das weibliche Prinzip‹ (2018) sowie ›Die Stellung‹ (2015), ihr Roman ›Die Ehefrau‹ (2016), der mit Glenn Close in der Hauptrolle verfilmt wurde, und zuletzt ›Die Zehnjahrespause‹ (2019).
Posts
In „Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer steht Joan Castleman im Mittelpunkt, die nach Jahrzehnten an der Seite ihres berühmten Schriftstellergatten anfängt, ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen zu hinterfragen. Das Buch beleuchtet Themen wie Loyalität, Selbstaufgabe und die Machtkämpfe, die unter der Oberfläche einer Ehe schwelen. Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Mein größtes Problem war, dass die Handlung extrem langatmig und sich ständig wiederholend auf mich wirkte. Die Erzählung schien einfach nicht voranzukommen und drehte sich ständig im Kreis, mit vielen Details, die für mich keinerlei Mehrwert hatten. Die Kapitel zogen sich so sehr, dass es mir schwerfiel, das Interesse zu halten und ich wartete vergeblich darauf, dass die Autorin endlich auf den Punkt kommt. Besonders irritiert haben mich die irrelevanten und teilweise unangenehmen Details – wie die ausführlichen Beschreibungen bestimmter körperlicher Merkmale von Charakteren, die meiner Meinung nach nichts zur eigentlichen Geschichte beitrugen und eher ablenkend wirkten. Diese Elemente fühlten sich nicht nur überflüssig an, sondern waren in manchen Momenten sogar befremdlich.

Meg Wolitzer poträtiert in diesem kurzweiligen Roman eine 45 Jahre andauernde Ehe, die auf die aufopfernde Liebe einer Frau zu ihrem Mann basiert. Nach 3 Kindern, einer steilen Autorenkarriere, unzähligen Affären und der Auszeichnung mit dem Helsinki-Preises, entscheidet sich Joan, ihren Ehemann endgültig zu verlassen. Viele Leser*Innen kritisieren Joan und ihre Entscheidungen, die sie in diesen gemeinsamen 45 Jahren getroffen hat, dabei liefert doch Joan selbst den Leser*Innen ihre Beweggründe: "Die Männer waren diejenigen, denen die Welt gehörte (...) und auch ich würde eine wunderbare Zeit haben, würde alles mitbekommen, wäre die ganze Zeit an seiner Seite. Ich war sanft und duldsam, ich hatte keinen Mut, ich war kein Pionier. Ich war schüchtern. Ich wollte Dinge, aber ich schämte mich dafür, sie zu wollen." Meg Wolitzer zeichnet eine Ehe, die als Dokument ihrer Zeit betrachtet werden sollte: Frauen, die ihren Männern selbstlos den Rücken stärken, während Männer die Ehe als eine Art Geschäftsbeziehung betrachten.
„𝘑𝘦𝘥𝘦𝘳 𝘸𝘦𝘪ß, 𝘸𝘪𝘦 𝘍𝘳𝘢𝘶𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘦𝘳𝘮𝘶̈𝘥𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳𝘮𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯, 𝘸𝘪𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘗𝘭𝘢̈𝘯𝘦 𝘦𝘯𝘵𝘸𝘪𝘤𝘬𝘦𝘭𝘯, 𝘙𝘦𝘻𝘦𝘱𝘵𝘦, 𝘐𝘥𝘦𝘦𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘣𝘦𝘴𝘴𝘦𝘳𝘦 𝘞𝘦𝘭𝘵, 𝘥𝘪𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘥𝘢𝘯𝘯 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘞𝘦𝘨 𝘻𝘶𝘮 𝘎𝘪𝘵𝘵𝘦𝘳𝘣𝘦𝘵𝘵 𝘮𝘪𝘵𝘵𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵, 𝘻𝘶𝘳 𝘋𝘳𝘰𝘨𝘦𝘳𝘪𝘦 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘪𝘯𝘴 𝘉𝘢𝘥𝘦𝘻𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯. 𝘚𝘪𝘦 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯 𝘴𝘪𝘦, 𝘸𝘢𝘩𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘌𝘩𝘦𝘮𝘢̈𝘯𝘯𝘦𝘳𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘒𝘪𝘯𝘥𝘦𝘳𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘦𝘨 𝘦𝘣𝘯𝘦𝘯, 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦 𝘨𝘭𝘶̈𝘤𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘶𝘳𝘤𝘩𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯.“ (𝘚. 227) Joan ist seit vielen Jahren mit ihrem Mann Joe verheiratet. Die beiden haben drei gemeinsame, mittlerweile erwachsene, Kinder und leben nach außen ein Leben als Vorzeigeehepaar. Kennengelernt haben sie sich an der Uni, sie Studentin, er Dozent. Für Joe hat Jaon ihre eigene Karriere als Schriftstellerin aufgegeben, obwohl sie weitaus talentierter war als ihr Mann. Joe wiederum hatte viele Veröffentlichungen und soll nun mit einem hochdotierten Preis geehrt werden. Auf dem Flug nach Finnland rekapituliert Joan ihr Leben und kommt zu dem Entschluss, dass sie so nicht weitermachen kann. - Meg Wolitzer beschreibt in ihrem Roman den typischen Werdegang einer Frau um die 50er Jahre. Frauen machten damals selten Kartiere, waren für Haushalt und Kinder zuständig, haben dem Mann den Rücken frei gehalten… So auch die Protagonistin Joan. An ihrem Beispiel sieht man gut, welch Potenzial verschenkt wurde. Sie hatte wirklich Talent und die Chance als Schriftstellerin groß raus zu kommen, verzichtet aber aus zweierlei Gründen. Zum einen schickt es sich natürlich nicht erfolgreicher zu sein als der eigene Mann, dann doch lieber ihn unterstützen. Zum anderen war es damals ganz klar auch nicht einfach als Frau veröffentlicht zu werden und sich einen Namen zu machen. „𝘈𝘣𝘦𝘳 𝘫𝘢, 𝘪𝘤𝘩 𝘯𝘦𝘩𝘮𝘦 𝘢𝘯, 𝘮𝘢𝘯 𝘬𝘰̈𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘦𝘴 𝘢𝘭𝘴 𝘝𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘸𝘰̈𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘣𝘦𝘻𝘦𝘪𝘤𝘩𝘯𝘦𝘯, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘥𝘢𝘧𝘶̈𝘳 𝘨𝘦𝘴𝘰𝘳𝘨𝘵 𝘸𝘪𝘳𝘥, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘵𝘪𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘍𝘳𝘢𝘶𝘦𝘯 𝘭𝘦𝘪𝘴𝘦 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘪𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘔𝘢̈𝘯𝘯𝘦𝘳 𝘭𝘢𝘶𝘵.“ (𝘚. 63) Die Verlagswelt wurde ausschließlich von Männern diktiert, weibliche Beteiligung war unerwünscht. Auch heute noch, über 70 Jahre später, werden viel mehr Männer als Frauen publiziert, was sicher nicht am Tapent liegt… Joan steht ganz im Dienste ihres Mannes, begleitet ihn auf Lesungen und zur Recherche, arbeitet ihm zu, kümmert sich darum, dass zu Hause alles läuft und begehrt nicht auf, selbst wenn Joe ewig unterwegs ist, die Kinder ignoriert oder mit anderen Frauen schläft. „𝘈𝘭𝘴 𝘩𝘢̈𝘵𝘵𝘦𝘯 𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘤𝘩 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘭𝘴 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘴𝘰𝘭𝘤𝘩𝘦 𝘝𝘦𝘳𝘦𝘪𝘯𝘣𝘢𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘨𝘦𝘵𝘳𝘰𝘧𝘧𝘦𝘯, 𝘩𝘢̈𝘵𝘵𝘦𝘯 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘭𝘴 𝘰𝘧𝘧𝘦𝘯 𝘢𝘯𝘦𝘳𝘬𝘢𝘯𝘯𝘵, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘥𝘢𝘴 𝘉𝘦𝘥𝘶̈𝘳𝘧𝘯𝘪𝘴 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘴 𝘔𝘢𝘯𝘯𝘦𝘴, 𝘴𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘍𝘳𝘢𝘶 𝘶𝘯𝘵𝘳𝘦𝘶 𝘻𝘶 𝘴𝘦𝘪𝘯, 𝘦𝘵𝘸𝘢𝘴 𝘸𝘢𝘳, 𝘥𝘢𝘴 𝘶𝘮 𝘫𝘦𝘥𝘦𝘯 𝘗𝘳𝘦𝘪𝘴 𝘨𝘦𝘴𝘤𝘩𝘶̈𝘵𝘻𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘶𝘯𝘵𝘦𝘳𝘴𝘵𝘶̈𝘵𝘻𝘵 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘮𝘶𝘴𝘴𝘵𝘦.“ (𝘚. 208) Sie trägt natürlich innerlich Zweifel mit sich herum, verteidigt ihn aber nach außen und vor ihren Kindern und begründet dies mit den Aufgaben einer Ehefrau. Gegen Ende dreht sich die Geschichte, es werden Tatsachen offenbart, die ich so nicht vermutet hätte und es macht den Anschein, dass nur endlich etwas Emanzipation ins Spiel kommt. Leider macht ihr Mann ihr hier einen Strich durch die Rechnung, sodass ich ehrlich gesagt mit dem Ende etwas unzufrieden bin. Ich hätte mir an der Stelle ein bisschen mehr Radikalität gewünscht. Nichtsdestotrotz hab ich das Buch gern gelesen und kann es guten Gewissens weiterempfehlen.
Ich bin hin und her gerissen
Achtung enthält möglicherweise Spoiler: Ich verstehe die Intension der Autorin. Sie möchte den Frauen den Raum geben in ihrer Geschichte, den sie verdient haben, die keine Anerkennung bekommen haben, die sie verdient hätten. Frauen, die ihre Männer unterstützt haben und den Erfolg ihrer Arbeit nie bekommen haben, sondern die Männer. Gleichberechtigung ist das große Schlagwort, aber auch Ehe, die Beziehung zwischen Mann und Frau, der Mensch in der Gesellschaft usw. Ja, es ist viel. Vielleicht auch zu viel? Die Autorin beginnt ihren Roman sehr gut. Die Worte fühlen sich wie Symphonien an, die gespielt werden wollen, aber dann fallen die Notenblätter vom Ständer und man kommt mit der Melodie durcheinander. Der Leser erkennt nicht mehr, worauf das alles eigentlich hinauslaufen möchte, zunächst, aber man ahnt das Ende schlussendlich dann doch sehr schnell. Aus diesem Grund war das Lesen für mich ab der Mitte des Buches leider sehr zäh. Ich wollte dem Buch allerdings seine Chance geben und habe deshalb bis zum Ende gelesen. Aber leider war der anfängliche Glanz und die Anziehungskraft nicht mehr zurückgekehrt.











