Die drei Leben der Hannah Arendt

Die drei Leben der Hannah Arendt

Paperback
3.846
PhilosophinMigrationNationalsozialismusGraphic Novel

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Description

Am Leben zu sein und zu denken ist ein und dasselbe

Hannah Arendt: streitbare Jahrhundertdenkerin, zu früh, zu wütend, auf so einschüchternde Weise klug, zu jüdisch, nicht jüdisch genug. 1933 floh sie aus Nazi-Deutschland ins Exil, über Tschechien, Italien und die Schweiz zunächst nach Paris. Später dann in die USA. Von dort aus avancierte sie zu einer der großen Ikonen unserer Zeit. ›Die drei Leben der Hannah Arendt skizziert rasant und liebevoll ihren Lebensweg.

Mit einem Nachwort von Ken Krimstein.

Book Information

Main Genre
Comics
Sub Genre
N/A
Format
Paperback
Pages
244
Price
22.70 €

Author Description

Ken Krimsteins Cartoons erscheinen im ›New Yorker‹, in ›Punch‹, dem ›Wall Street Journal‹ und vielen anderen. Er unterrichtet an der DePaul-Universität in Chicago und ist Kreativdirektor einer Werbeagentur.

Posts

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All
5

Wenn Graphic Novel auf Philosophie trifft

Am Internationalen Frauentag wollte ich etwas über eine berühmte weibliche Persönlichkeit lesen. Ken Krimsteins Graphic Novel über Hannah Arendt bot sich da direkt an. Natürlich ist mir Hannah Arendt ein Begriff, ebenso einiger ihrer philosophischen Ansätze, aber vor allem ihre 'Banalität des Bösen' nach dem Eichmann-Prozess. Und doch fehlte mir einiges aus ihrer Biographie. Die vorliegende Graphic Novel ist ein wunderbarer Einstieg in ihr Leben, ein Überblick in einzelnen Ausschnitten. Ich kann ich euch vorher sagen, nach dem Lesen dieser Lektüre wollt ihr mehr. Mehr von Hannah Arendt aber auch mehr von Ken Krimstein. Zu letzterem werde ich später im März noch etwas vorstellen Nun zu Hannah Arendt. Ich fùhlte mich sofort mit ihr verbunden, allein der Tatsache Schuldendienst, dass sie ebenso aus Königsberg stammte, wie meine geliebte Omi Hilde. Schon als junges Mädchen ist Hannah beeindruckend. Mit 14 hat sie alles von Kant gelesen, stellt selbst eine Theatergruppe mit sich selbst in (fast) allen Rollen auf die Beine und spielt auf Altgriechisch. Bereits vor dem ersten Ersten Weltkrieg erfährt sie antisemitische Äußerungen, wird aber von ihren Eltern aufgefangen. Ihre Mutter Martha beeindruckt mich sehr. Wir erfahren von ihrer Zeit in Marburg und der Beziehung Zeitlebens zu Heidegger, ihrer Heirat mit Günter Stern, ihrer Fluchten nach Paris und später über Umwege nach New York. Ihre Heirat mit Heinrich Blücher, ihre Verhaftungen und ihre Begegnung mit den Größen ihrer Zeit sind ebenfalls Themen. Aber vor allem werden wir Teil ihres Denkens und ihres Diskutierens und Philosophierens mit anderen aber sehr umfangreich auch mit sich selbst. Ken Krimstein zeigt wie perfekt Comic und Tiefe zueinander passen. Die hauptsächlich in schwarz weiß gehaltenen Zeichnungen (nur Hannah Arendt hebt sich in grün ab) unterstützen den Ernst, die Emotionen und den Intellekt dieser faszinierenden Frau. Wer denkt, dass Literatur und Comic nicht zueinander passen, wird hier eines besseren belehrt.

4

Graphic Novels sind für mich ein völlig unbekanntes Genre. Bilderbücher habe ich als Kind gelesen. Für was brauche ich als diese visuelle Stimulierung, wenn ich doch eine eigene Phantasie habe? Ich bin also etwas skeptisch an dieses Buch meiner Tochter herangegangen und kann mit etwas Überraschung sagen, dass es mir doch größere Freude gemacht hat, als gedacht. Ken Krimstein ist Cartoonist, hat also seinen Heimathafen im Zeichnerischen und nicht im Philosophischen. Dafür sind seine Bilder erstaunlich skizzenhaft, fast schon gekritzelt. Aber erstaunlicheweise schafft er es, mit wenigen Strichen die Physiognomie von bekannten Persönlichkeit aufs Papier zu bringen. Darüber hinaus. lässt es sich nicht von kleinen Quadraten eingrenzen, sondern nutzt die ganze Seite, um Bilder zu verbinden und wenn es nur der Zigarettenqualm ist, der aus der Kette rauchenden Hannah Arendt sich durch ihr ganzes Leben schlängelt. Während das Buch kontinuierlich in Schwarz-Weiß gehalten ist, versieht er seine Protagonist immer mit einem kleinen grünen Farbklecks im Kleid. Ebenfalls eine nette zeichnerische Finesse. Inhaltlich konnte ich das Buch mit dem Roman [b:Was wir scheinen|55870609|Was wir scheinen|Hildegard E. Keller|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1604938684l/55870609._SX50_.jpg|87082960] von Hildegard Keller vergleichen, welches ich parallel las. Diesen Roman hatte ich als allenfalls interessanten Einstieg in das Werk Hannah Arendts bezeichnet, denn es blieben viele Fragen offen. Teilweise lieferte mir Ken Krimstein hier Antworten, aber die Schwerpunkte sind nicht deckungsgleich. Die Graphic Novel legt eine größeren Schwerpunkt auf Arendts Jugend und Studiumszeit, was mir gefiel, legte mir aber eine zu große Bedeutung auf die Beziehung Ahrendt-Heidegger, was zu Lasten ihrer philsophischen Theorien ging. Das ist für mich ein Maluspunkt an diesem Werk. Alles in allem ist es aber ein weiterer Aperitif, der mehr Lust auf einen Hauptgang von Hannah Ahrendt, als satt macht. Insgesamt ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Lese- und Betrachtungserlebnis.

3

Ich hätte gern noch ein bisschen mehr über Arendt als Person erfahren und weniger über die Männer in ihrem Leben. Trotzdem Lesenswert.

4

Graphic Novels sind für mich ein völlig unbekanntes Genre. Bilderbücher habe ich als Kind gelesen. Für was brauche ich als diese visuelle Stimulierung, wenn ich doch eine eigene Phantasie habe? Ich bin also etwas skeptisch an dieses Buch meiner Tochter herangegangen und kann mit etwas Überraschung sagen, dass es mir doch größere Freude gemacht hat, als gedacht. Ken Krimstein ist Cartoonist, hat also seinen Heimathafen im Zeichnerischen und nicht im Philosophischen. Dafür sind seine Bilder erstaunlich skizzenhaft, fast schon gekritzelt. Aber erstaunlicheweise schafft er es, mit wenigen Strichen die Physiognomie von bekannten Persönlichkeit aufs Papier zu bringen. Darüber hinaus. lässt es sich nicht von kleinen Quadraten eingrenzen, sondern nutzt die ganze Seite, um Bilder zu verbinden und wenn es nur der Zigarettenqualm ist, der aus der Kette rauchenden Hannah Arendt sich durch ihr ganzes Leben schlängelt. Während das Buch kontinuierlich in Schwarz-Weiß gehalten ist, versieht er seine Protagonist immer mit einem kleinen grünen Farbklecks im Kleid. Ebenfalls eine nette zeichnerische Finesse. Inhaltlich konnte ich das Buch mit dem Roman [b:Was wir scheinen|55870609|Was wir scheinen|Hildegard E. Keller|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1604938684l/55870609._SX50_.jpg|87082960] von Hildegard Keller vergleichen, welches ich parallel las. Diesen Roman hatte ich als allenfalls interessanten Einstieg in das Werk Hannah Arendts bezeichnet, denn es blieben viele Fragen offen. Teilweise lieferte mir Ken Krimstein hier Antworten, aber die Schwerpunkte sind nicht deckungsgleich. Die Graphic Novel legt eine größeren Schwerpunkt auf Arendts Jugend und Studiumszeit, was mir gefiel, legte mir aber eine zu große Bedeutung auf die Beziehung Ahrendt-Heidegger, was zu Lasten ihrer philsophischen Theorien ging. Das ist für mich ein Maluspunkt an diesem Werk. Alles in allem ist es aber ein weiterer Aperitif, der mehr Lust auf einen Hauptgang von Hannah Ahrendt, als satt macht. Insgesamt ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Lese- und Betrachtungserlebnis.

3

Schöne Erzählung als Graphic Novel. Aber durch die vielen philosophischen Formulierungen schwirrt mir der Kopf und ich hab wohl nur die Hälfte verstanden. Was das fassen des Lebens und der Person Hannah Arendt etwas erschwert.

4

Sehr schön gezeichnete und intensive Graphic Novel

Möchte insbesondere die großflächigen Bilder sehr, und dass viele Details nicht klar erkennbar waren, sondern hinzu erdacht werden mussten. In der Übersetzung fand ich manche Entscheidungen spannend (zb spricht Hannah über sich im generischen Maskulinum, was ironischerweise meinen Lesefluss störte).

5

„Wir sind in diese Welt geworfen. Wir haben keine Wahl.“ (S. 57) Hannah Arendt – eine mir bisher weitgehend unbekannte Philosophin. Das hat sich nun dank der im DTV-Verlag erschienenen Graphic Novel „Die drei Leben der Hannah Arendt“ von Ken Krimstein (übersetzt von Hanns Zischler) und einer Leserunde grundlegend und nachhaltig geändert :-). Ich habe zwar schon die ein oder andere Graphic Novel auf dem SuB liegen, dies war jedoch die erste, die ich bewusst „gelesen“ habe. Nun fragt die Eine oder der Andere sich wahrscheinlich, wie man das Leben einer Person in gut 240 Seiten mit Zeichnungen und (naturgemäß) wenig Text packen und es so spannend gestalten kann, dass die geneigte Leserschaft daraus auch noch etwas „mitnimmt“. Natürlich hat Ken Krimstein nicht Hannah Arendt´s komplettes Leben in seine Graphic Novel gepackt – stattdessen hat er wichtige Stationen aus ihrem Leben „gepickt“, die den (ihren) Weg schon sehr deutlich aufzeigen und an dessen Ende die geneigte Leserschaft (zumindest ich *g*) ein Gefühl dafür bekommen hat, wie Hannah Arendt zu ihren Überzeugungen, ihrer Denkweise und ihrer letztlich von Martin Heidegger (bei dem sie in Marburg studiert und den sie einen Großteil ihres Lebens geliebt hat) losgelösten Philosophie gekommen ist. Ich maße mir nicht an, diese Philosophie in Gänze verstanden zu haben – dafür wurde dann doch zu viel nur „angerissen“, was jedoch kein Vorwurf an Ken Krimstein sein soll. Außerdem heißt es in der „Anmerkung zur deutschen Ausgabe“, dass es keine Biographie im wissenschaftlichen Sinne darstelle, sondern eine „Interpretation ihres Lebens, eine biographische Fiktion mit textlich tradierten Anleihen aus ihrem Werk, aufbauend auf der Biographie von Elisabeth Young-Bruehl.“ (S. 237) Dennoch hat mich das geniale Bild-/Text-Konstrukt (bei dem es sich wirklich lohnt GENAU hinzugucken, da die teilweise wie „einfach nur schnell hin skizziert“ wirkenden Bilder oft das genaue Gegenteil sind!) so überzeugt, dass ich mich nun weiter mit Hannah Arendt, ihrem Leben, ihrer Philosophie und ihren Veröffentlichungen beschäftigen werde. Denn eins ist trotz der Kompaktheit (und der daraus resultierenden Unvollständig- und Skizzenhaftigkeit) dieser Graphic Novel deutlich geworden: Hannah Arendt war eine Frau, die in ihrem Denken ihrer Zeit voraus war, die sich in einer Männer-dominierten „Intellektuellen“-Szene durchsetzen musste und darum auch häufig „aneckte“, es aber bis heute geschafft hat, in den Köpfen der Menschen zu bleiben. 5* und eine klare Leseempfehlung! ©kingofmusic

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