Einstein in Kafkaland

Einstein in Kafkaland

Softcover
4.410

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Description

Wie Einstein und Kafka eine neue Welt erschufen. 1911/12: In einem literarischen Salon in Prag trifft ein frustrierter Patentprüfer auf einen ehrgeizigen Versicherungsangestellten – und die Welt wird fortan eine andere sein. Der eine ist Albert Einstein: bankrotter Familienvater Anfang dreißig, der seine Lieben nach Prag mitschleppte, weil er in der Schweiz nicht mal einen Job als Lehrer fand. Hier will er seinen wissenschaftlichen Ruf wiederherstellen – und seine Ehe retten. Der andere ist Franz Kafka: Vegetarier, der mit düsterer Verve Berufsunfallversicherungen verkauft, vor Sonnenaufgang Bahnen schwimmt und noch bei seinen Eltern wohnt. Einstein ist noch nicht »Einstein«, Kafka noch nicht »Kafka«. Und doch nimmt alles genau hier seinen unglaublichen Anfang. Denn während Kafka sich daranmacht, den Menschen erstmals in seiner gänzlich rätselhaften Verlorenheit zu porträtieren, beginnt Einstein gleich, das ganze Universum zu entschlüsseln.

Book Information

Main Genre
Comics
Sub Genre
Graphic Novels
Format
Softcover
Pages
224
Price
25.70 €

Author Description

Ken Krimsteins Cartoons erscheinen im New Yorker, in Punch und dem Wall Street Journal. Seine Graphic Novel »Die drei Leben der Hannah Arendt« avancierte in Deutschland zum Bestseller und wurde in 9 Sprachen übersetzt. Ken Krimstein lebt in New York.

Posts

6
All
4.5

Ein super toll gestaltetes Buch, welches Einblicke in einen kurzen, aber sehr wichtigen und intensiven Zeitraum im Leben Albert Einsteins verschafft. Ich hatte ein bisschen mehr Kafka erwartet, insgesamt war es aber eine echt gut aufbereitete Abhandlung. In jedem Fall unterhaltsam.

5

Kafka meets Einstein

' Der Leser sollte nicht nur Zeuge der Geschichte sein, er muss daran teilnehmen.' Kafka, Seite 41 Wenn ich Bücher über Mathematiker:innen oder Physiker:innen lese, übt das immer eine Faszination auf mich aus. Obwohl ich in der Schule ab der Oberstufe genau bei diesen Fächern abgeschaltet habe. Trotzdem kann ich nachvollziehen, wie befriedigend es sein muss, Formeln zu ertüfteln, Lösungen zu finden und die Wege dorthin zu diskutieren. Albert Einstein war für mich so ein Mensch. Ein Mensch, der seine Erfüllung im Denken gefunden hat. Kafka war dies gleichermaßen, nur eben auf einem anderen Gebiet. In Kafka im Einsteinland kreuzen sich die Wege dieser beiden Persönlichkeiten für kurze Zeit in Prag. Ken Krimstein schafft eine Verbindung die geheimnisvoll und bahnbrechend gleichermaßen ist. Seine Zeichnungen sind eindringlich, lassen dennoch auch Raum für Interpretationen. Eine Graphic Novel, die ich in einem Rutsch gelesen habe, obwohl sie viele Fragen aufwarf. Im Nachhinein habe ich viele Personen gegoogelt und werde das Buch nun gespickt mit neuem Wissen noch einmal lesen. Eine spannende Begegnung, Dialoge, die den Geist anregen und überall diese schnellen Striche. Ein inspirierender Stil, den ich sehr mag.

Was passiert, wenn man den wohl berühmtesten Physiker der Geschichte mit einem der rätselhaftesten Schriftsteller in einer Graphic Novel aufeinandertreffen lässt? „Einstein in Kafkaland“ gibt darauf eine ebenso unterhaltsame wie kunstvoll absurde Antwort. Ken Krimstein, Cartoonist für den New Yorker, erschafft ein surreal-bildgewaltiges Szenario, das zwischen dokumentarischer Akribie und fantastischem Erzählen pendelt – und dabei immer wieder zum Staunen und Schmunzeln einlädt. Die Ausgangslage ist historisch belegt: 1911 begegneten sich Albert Einstein und Franz Kafka in Prag. Ob sie mehr als einen Vortrag teilten, ist unklar. Krimstein macht daraus die Geschichte einer imaginären Freundschaft zwischen einem „frustrierten Patentprüfer“ und einem „ehrgeizigen Versicherungsfachmann“. Erzählt wird das Ganze aus der Perspektive eines sarkastischen Skeletts – jenes, das an der berühmten astronomischen Uhr am Prager Rathaus angebracht ist. Ein erzählerischer Kniff, der perfekt zur traumartigen Atmosphäre des Buches passt. Krimstein greift zahlreiche Motive aus Alice im Wunderland auf – eine Welt, in der Logik ständig auf den Kopf gestellt wird, Gedanken Umwege nehmen und Realität nur ein Vorschlag ist. Genau das trifft auch auf seine Illustrationen zu: kantig, skizzenhaft, überdreht – und gleichzeitig voller Nuancen. Die Zeichnungen wirken manchmal roh, fast gehetzt, doch nie zufällig. Sie verlangen einen zweiten Blick – und lohnen ihn mit liebevollen Details, feinem Humor und visuellen Hintersinn. Inhaltlich bewegt sich die Graphic Novel zwischen biografischer Skizze, politischem Porträt und intellektuellem Spiel. Der junge Einstein ringt mit seiner Theorie, kämpft gegen Widerstände und Armut – und trifft auf Kafka, der seinerseits mit Existenzängsten, Behördenirrsinn und sich selbst kämpft. Ihre Dialoge sind klug, manchmal melancholisch, oft witzig. Und sie regen zum Denken an, ohne belehrend zu sein. Was ist Fakt, was Fiktion? Diese Frage stellt sich beim Lesen ständig – und wird doch bald nebensächlich. Denn „Einstein in Kafkaland“ will nicht belehren, sondern begeistern. Wer nach einer wissenschaftlich exakten Darstellung der Relativitätstheorie sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch offen ist für ein verspieltes, geistreiches, philosophisch angehauchtes Leseerlebnis, wird es verschlingen. Krimstein gelingt das Kunststück, Geschichte, Wissenschaft und Literatur in einem einzigen, wuchernden Erzähluniversum zu verweben. Und er tut das mit einem Humor, der feinsinnig und respektvoll bleibt – selbst gegenüber Größen wie Einstein und Kafka. „Einstein in Kafkaland“ ist keine gewöhnliche Graphic Novel – sie ist ein kleines Kunstwerk, das ebenso viel Freude macht wie es Fragen aufwirft. Wer Kafka liebt, wer sich für Einstein interessiert, wer Alice im Wunderland zu schätzen weiß oder einfach Lust auf eine außergewöhnliche literarische Erfahrung hat, sollte dieses Buch lesen. Oder besser: erleben! Aus dem Amerikanischen von Nadine Püschel.

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4.5

"Einsteins Fall in das Kaninchenloch bringt die moderne Welt ans Licht. Darin ist Wissenschaft Kunst und Kunst Wissenschaft und alles ganz anders, als es jemals war. Ein neues Universum, das uns alle noch vor Rätsel stellt." (S. 204) Prag, 1911 – zwei Männer um die 30 kreuzen sich in einem intellektuellen Schmelztiegel. Der eine ist Patentprüfer, der andere Versicherungskaufmann. Beide hadern auf ihre Weise mit der Welt, mit sich selbst und der Zukunft. Dass beide in die Geschichte eingehen werden, da sie die Welt im philosophischen wie physikalischen Sinne auf den Kopf stellen, ahnen sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Ihre Namen? Albert Einstein und Franz Kafka. Einstein sucht in Prag fieberhaft nach einer Lösung für das "Gravitationsproblem", während Kafka mit dem eigenen Dasein, seiner Arbeit und seinem Schreiben ringt. Inmitten der goldenen Stadt, zwischen Kaffeehäusern und Salons, tanzt der Geist der Umbrüche. Alles scheint in Bewegung – Gedanken, Ideen, Weltbilder. Es ist, als würde sich hier ein neues Denken formieren. Und dann ist da noch ein weißes Kaninchen mit Taschenuhr. Eine grinsende Katze, die sich in Sprache auflöst. Bilder wie aus einem Fiebertraum. Ken Krimstein verwebt in "Einstein in Kafkaland" biografische Fragmente, historische Begebenheiten und eine Prise Fiktion zu einer Graphic Novel, die mehr ist als nur eine Hommage. Die skizzenhaften Zeichnungen wirken wie Gedankenblitze, die zu Fragen führen – und diese wiederum zu offenen Türen. Denn wo wären wir heute, wenn es nicht Menschen gäbe, die Bekanntes hinterfragen, die versuchen, Naturgesetze zu dehnen, Sprache zu verbiegen und Wissenschaft neu zu denken? Kurzweilig, intelligent und sehr, sehr lustig!

3.5

Unterhaltsame Graphic Novel über zwei der berühmtesten Männer des 20. Jahrhunderts 👌🏻

4.5

Detailverliebt und richtig gut gemacht

Sind sich Einstein und Kafka 1911 in Prag begegnet? Beide waren da, also möglich wäre es! Einstein ist allerdings noch nicht „Einstein“ und Kafka noch nicht „Kafka“. Und es fehlt jeder Beleg einer Begegnung. Einstein ist Anfang 30, erfolglos und verschuldet, als er eine Professur in Prag annimmt. Mit Kind und Kegel siedelt er aus Zürich über -sehr zum Unwillen seiner Frau – und wird in vollem Ornat an der ältesten Universität Europas eingeführt. Er hat drei Jobs: Geld verdienen, seine Ehe retten und das Universum entschlüsseln! Kafka hingegen versucht die Verlorenheit der Menschen zu portraitieren. Doch hauptsächlich verkauft er Versicherung. Krimstein hat nichts weniger als die Geschichte von „Alice im Wunderland“ als Schablone über Einsteins Zeit in Prag gelegt. Wir begegnen hier sowohl dem Kaninchen als auch bekannten Szenen aus dem surrealen Märchen. Und ab und an trägt der Mond Kafkas Züge. Erzählt wird die Geschichte vom „Knochenmann“ den eingeweihte vom Altstädter Rathaus erkennen. Es wäre jetzt vermessen (und gelogen) von mir zu behaupten, dass ich die physikalischen Bezüge, die in diesem Werk erzählt werden, begreifen würde. Was ich aber gut erkenne, ist der absolut geniale Zeichenstil Krimsteins der seiner Graphic Novel zu etwas besonderem macht. Der Cartoonist ist bekannt für seine Karikaturen aus dem „The New Yorker“ . Sehr detailliert und mit liebevollen Details versehen, macht das Lesen und entdecken großen Spaß! Eine vielschichtige Graphic Novel, die es sich lohnt, mehrfach zu lesen, weil man hier bei einer Wiederholung sicher Neues entdeckt. Ein gelungenes Debüt des Kjona Verlags in diesem Genre. Da würde ich gerne mehr von sehen.

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