Die drei gerechten Kammacher

Die drei gerechten Kammacher

Softcover
2.66

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Description

Text in neuer Rechtschreibung

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
80
Price
4.80 €

Posts

3
All
3.5

Heute möchte ich euch die Novelle „Die drei gerechten Kammmacher“ von Gottfried Keller vorstellen, die im Jahr 1856 erschienen ist. Sie gehört zu den bekanntesten Erzählungen aus dem Zyklus Die Leute von Seldwyla und gilt als ein herausragendes Beispiel für eine realistische Groteske. Im Mittelpunkt stehen drei Handwerksmeister, die sich verbissen darum bemühen, als der tugendhafteste und rechtschaffenste Kammmacher zu gelten. Jeder versucht, die anderen durch besonders ehrbares Verhalten zu übertrumpfen – doch ausgerechnet dieser übersteigerte Gerechtigkeitssinn führt schließlich zur Selbstzerstörung. Auf ironische Weise entlarvt Keller damit die Absurdität einer übertriebenen Moral, die sich selbst ad absurdum führt. Der Schreibstil ist geprägt von feinsinniger Ironie, Satire und einer pointierten Sprache, mit der Keller bürgerliche Normen und moralisches Gehabe kritisch hinterfragt. Häufig setzt er Übertreibung (Hyperbel) ein, um die Pedanterie und Selbstgerechtigkeit seiner Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Weitere Stilmittel wie Personifikationen, Kontraste zwischen Anspruch und Wirklichkeit und der auktoriale Erzähler mit spöttischem Unterton verstärken die Wirkung der Erzählung. Die bewusst überzeichneten Figuren machen die Absurdität ihres Handelns eindrucksvoll sichtbar und laden dazu ein, über den Wert und die Grenze bürgerlicher Tugenden nachzudenken. Teilweise empfand ich die Sprache als etwas altertümlich, was das Verständnis der Handlung stellenweise erschwert hat. Dennoch überzeugt die Novelle durch ihre zeitlose Botschaft: Anstatt ihre Tugend zum Wohle aller einzusetzen, verfallen die Kammmacher in rechthaberische Prinzipienreiterei – eine treffende Parabel auf moralischen Fanatismus. Ich vergebe der Erzählung 3,5 von 5 Sternen. ✨️

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Gottfried Keller versucht in dieser Novelle, welche zu Beginn des Industriezeitalters entstand, aufzuzeigen, wie sich eine Konkurrenzgesellschaft entwickelt. In dem Städtchen Seldwyla, welches bezeichnenderweise in der Schweiz liegt, lassen die Einwohner es sich gut gehen und andere Menschen arbeiten. In diese schweizerische Idylle tritt das deutsche Chaos ein, denn drei rechtschaffende Deutsche, von Beruf Kammmacher lassen sich dort nieder und werden vom dortigen Meister angestellt. "Ein Sachse, ein Bayer und ein Schwabe komme in die Schweiz...". So beginnen eigentliche Witze, doch humorvoll geht es hier nicht zu. Zu Beginn der Erzählung schon, als Keller in die Geschichte einführt. Die schelmischen Formulierungen haben mir gut gefallen. Als dann aber die eigentliche Geschichte der drei emsigen Deutschen in der Schweiz erzählt wird, die Reichtum anhäufen und die Jungfer Züs Bünzlin heiraten wollen, herrscht plötzlich Neid und Missgunst unter den Dreien. Während der Sachse und der Bayer sich im finalen Wettstreit lächerlich machen, "greift das Schwäblein Dietrich beherzt zu". Mir hat die Geschichte nicht gefallen. Sie will gesellschaftskritisch sein, kommt aber aus der romantischen Ecke nicht heraus. Alles sehr pathetisch und verklärt, wogende romantische Gefühle und zugerufene Herzileins. So spannend wie ein Lied von der Wildecker Herzbuben. Alles hat seine Zeit. Dieses Buch hatte seine Zeit und ist für mich 170 Jahre kaum noch lesenswert. Irgendwie albern.

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Gottfried Keller versucht in dieser Novelle, welche zu Beginn des Industriezeitalters entstand, aufzuzeigen, wie sich eine Konkurrenzgesellschaft entwickelt. In dem Städtchen Seldwyla, welches bezeichnenderweise in der Schweiz liegt, lassen die Einwohner es sich gut gehen und andere Menschen arbeiten. In diese schweizerische Idylle tritt das deutsche Chaos ein, denn drei rechtschaffende Deutsche, von Beruf Kammmacher lassen sich dort nieder und werden vom dortigen Meister angestellt. "Ein Sachse, ein Bayer und ein Schwabe komme in die Schweiz...". So beginnen eigentliche Witze, doch humorvoll geht es hier nicht zu. Zu Beginn der Erzählung schon, als Keller in die Geschichte einführt. Die schelmischen Formulierungen haben mir gut gefallen. Als dann aber die eigentliche Geschichte der drei emsigen Deutschen in der Schweiz erzählt wird, die Reichtum anhäufen und die Jungfer Züs Bünzlin heiraten wollen, herrscht plötzlich Neid und Missgunst unter den Dreien. Während der Sachse und der Bayer sich im finalen Wettstreit lächerlich machen, "greift das Schwäblein Dietrich beherzt zu". Mir hat die Geschichte nicht gefallen. Sie will gesellschaftskritisch sein, kommt aber aus der romantischen Ecke nicht heraus. Alles sehr pathetisch und verklärt, wogende romantische Gefühle und zugerufene Herzileins. So spannend wie ein Lied von der Wildecker Herzbuben. Alles hat seine Zeit. Dieses Buch hatte seine Zeit und ist für mich 170 Jahre kaum noch lesenswert. Irgendwie albern.

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