Die Anomalie
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Description
Der Überraschungserfolg aus Frankreich: eine brillante Mischung aus Thriller, Komödie und großer Literatur. Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Die Turbulenzen sind heftig, doch die Landung glückt. Allerdings: Im Juni landet dieselbe Boeing mit denselben Passagieren ein zweites Mal in New York. Im Flieger sitzen der Architekt André und seine Geliebte Lucie, der Auftragskiller Blake, der nigerianische Afro-Pop-Sänger Slimboy, der französische Schriftsteller Victor Miesel, eine amerikanische Schauspielerin. Sie alle führen auf unterschiedliche Weise ein Doppelleben. Und nun gibt es sie tatsächlich doppelt − sie sind mit sich selbst konfrontiert, in der Anomalie einer verrückt gewordenen Welt.
Hochkomisch und teuflisch intelligent spielt der Roman mit unseren Gewissheiten und fragt nach den Grenzen von Sprache, Literatur und Leben. Facettenreich, weltumfassend, ein literarisches Ereignis.
Book Information
Author Description
Hervé Le Tellier, 1957 in Paris geboren, ist seit 1992 Mitglied der Autorengruppe OuLiPo, der u.a. Georges Perec, Italo Calvino und Oskar Pastior angehörten. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Gedichte und Kolumnen und lebt in Paris. Für seinen Roman Die Anomalie erhielt er 2020 den Prix Goncourt. Das Buch wurde in 44 Sprachen übersetzt und verfilmt. 2026 wurde Hervé Le Tellier für sein Werk mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ich wollte das Buch mögen, weil ich die Idee einfach unfassbar spannend fand. Leider packte es mich so gar nicht. Nicht eine Petson ist mir Nahe gekommen. Die einzelnen Geschichten hätten super interessant sein können. Wurden sie für mich aber leider nicht. Das heißt nicht, dass ich das Buch schlecht fand, ich habe das eine oder andere mal auch schmunzeln müssen, aber der letzte Funke ist nicht übergesprungen.
Hochwertig durch mehr Philosophie als Science Fiction
Vordergründig könnte man meinen, dass es sich um einen Abklatsch eines nicht ganz neuen Science Fiction-Themas handelt. Aber weit gefehlt. Eingefleischte Literatur-Utopisten scheinen eher enttäuscht, wie manche Rezension monoman orientierter Leser zeigen. Im März 2021 landet ein Flugzeug der Air France in New York, nachdem es kurz vor Erreichen des amerikanischen Festlandes eine Gewitterfront durchflogen hat, die die Maschine fast zum Absturz gebracht hätte. Drei Monate später, also im Juni 2021, traut der Tower des JFK Airports seinen Ohren nicht, als sich der gleiche Kapitän aus der identischen Maschine zum Landeanflug anmeldet. Nach der Landung auf einem abgeschirmten Militärflughafen stellt sich heraus, dass nicht nur Maschine und Kapitän doublierte Exemplare des März-Fluges sind, sondern dass auch die gesamte sonstige Crew und alle Passagiere exakt denen entsprechen, die bereits im März gelandet sind. Neben vielen anderen auf die schnelle organisierten Tests durch ein Heer an Wissenschaftlern und Experten bestätigen auch DNA-Abgleiche die vollständige Identität der Menschen vom März und vom Juni. Wie reagieren? Da haben weit über 200 Personen ab März ihr Leben bis Juni weitergeführt, haben nun also etwa drei Monate Lebensweg Vorsprung und die gleichen Personen aus dem Juni erfahren erst kurz nach der Landung, dass ihnen drei Monate fehlen, sie sich also noch auf dem Wissensstand vom März befinden. Die Experten-Gruppen inklusive einiger Nobelpreisträger oder -anwärter diskutieren alle Optionen bezüglich möglicher Ursachen für diese Doppelung. Aktuell gängige Raum-Zeit-Konzepte wie die Theorien der Schwarzen Materie, des Lorentz-Wurmlochs, der multidimensionalen Faltung des Universums im Rahmen der Stringtheorie, einer perfektionierten Form des Bioprintings bis hin zu einer in seiner Dimension nicht fassbaren Computersimulation. Wobei Letzteres bedeuten würde, dass Universum und Mensch schlichtweg gut gemachte Programme sind. Matrix lässt grüßen. Wie in vielen anderen Teilbereichen dieses Buches war der Autor auch bei diesen Ansätzen zur Ursachenklärung richtig fleissig in seinen wissenschaftlichen Recherche-Arbeiten. Aber egal, ob er Philosophie, Psychologie, Flugtechnik, Astrophysik, Politik, Religion und vieles mehr einfliessen lässt, ist er dabei nie kompliziert. oder zu tief einsteigend. An diesen Stellen wie auch im sonstigen Verlauf des Buches dominieren Spannung, Unterhaltung, Staunen, Mitfühlen, Mitdenken. Was tun mit den gedoppelten, identischen Menschen? Man entschliesst sich zur raschen Gegenüberstellung nach wenigen Tagen. Und nun kommt ein weiterer Kunstkniff des Autors zum Tragen. Bereits vor dem ersten Flug vom März hat er seine Leser mit einer Reihe von Einzelschicksalen vertraut gemacht, sodass man nun emotional wie rational vollständig in den Prozess hineingezogen wird. Was es bedeutet, wenn es den einen oder anderen nochmals gibt. Nicht als Klon, nicht als Zwilling. Nein, sondern komplett identisch. Gleiches Aussehen, gleiche Vorgeschichte, gleicher Partner, gleiche Wohnung, gleicher Job, gleiches Verhalten, gleiche Gedanken. Und hier liegt die ganz große Stärke dieses Buches. Der Autor konstruiert Situationen, die einen mitreissen, die einen zur Bewertung und zur Lösungssuche zwingen. Situationen, die dem Alltag eines jeden Menschen entspringen können. Zwischenmenschliche Beziehungen aller Art. Sorgerecht für ein Kind. Verzweifelte, unbeantwortete Liebe. Verleugnete Geschlechtsidentität. Unheilbare Krebserkrankung. Variationen aus dem unendlichen Thema Menschsein. Menschen, die bereits vor der Doppelung ein Doppelleben geführt haben. Wem gibt die Anomalie eine neue Chance - dem März- oder dem Juni-Exemplar? Oder beiden? Oder keinem? Unweigerlich zwingt Le Tellier jeden empathischen und sensiblen Leser zu Eigenreflexionen. Wie oft ist man bemüht, sein Leben und Handeln aus der Metaebene zu betrachten, seinen „Mindset“ zu überprüfen, allenthalben eine beliebte Strategie aller Therapeuten und Coaches. Sich selbst und sein Tun zu hinterfragen. Wie wirke ich? Was mache ich von außen gesehen falsch oder richtig? Und auf einmal stehe ich mir selbst gegenüber! Ich weiß in jedem Augenblick ziemlich genau, was ich gerade denke und wie ich als nächstes reagiere. Wie würde ich selbst damit umgehen? Diesem Gedankenexperiment kann sich nach der Lektüre dieses Romanes niemand entziehen. Eine geniale Idee, genial umgesetzt. Zu Recht hat es Le Tellier durch diesen Roman von einem international eher unbekannten bis durchschnittlichen französischen Schriftsteller zum Gewinner des Prix Goncourt geschafft. Und damit direkt ins (gefaltete?) Universum der Weltbestseller.
📚 Inhalt Ein Flug von Paris nach New York. In ihm, unterschiedliche Menschen, alle mit ihren eigenen Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen. Dann passiert etwas, wovor sich wohl viele Menschen fürchten: Die Maschine gerät in einen heftigen Sturm, doch kommt unbeschadet wieder daraus heraus. Die Passagiere kommen wohlbehalten in New York an und gehen ihrer Wege. Und dann, drei Monate später, landet die gleiche Maschine erneut. Mit der gleichen Besatzung, den selben Passagieren. Und auf einmal gibt es die betroffenen Menschen doppelt. 📖 Meinung Dieser Roman war irgendwie anders, als Bücher, die ich sonst lese. Ich muss zugeben, dass ich einen Moment brauchte, bis ich richtig in der Geschichte drin war und der Handlung auch folgen konnte. Durch die Erzählweise muss man sehr aufmerksam dabei bleiben, doch das lohnt sich auch. Wir lernen sehr unterschiedliche Charaktere kennen, die alle ein Doppelleben führen und dann plötzlich eine perfekte Kopie von sich selbst haben. Es war für mich total spannend, einerseits ihre Leben kennen zu lernen, andererseits, wie sie mit ihren Doppelgängern umgegangen sind und sich arrangiert haben. Auch wie die Behörden und die Öffentlichkeit mit den Doppelgängern umgegangen sind, hat mich sehr gut unterhalten. Besonders das Ende hat mir super gefallen. Ich verrate nur so viel: ein drittes identisches Flugzeug taucht auf. Ich habe sehr unterschiedliche Bewertungen über diesen Roman gelesen und kann nachvollziehen, dass das Buch nicht alle anspricht, welches Buch tut das schon? Aber ich finde, dass es sich wirklich zu lesen lohnt und man dem Buch unbedingt eine Chance geben sollte.
Erste Hälfte super gut, Danach leider sehr langweilig.
Die Anomalie -Herve‘ Le Tellier Also, es ist wirklich schwierig für mich, das Buch in Worte zu fassen. Das erste Drittel dieser Geschichte ist echt der Wahnsinn. Total spannend und mit einigen gruseligen Gänsehaut - Momenten. In diesem Teil wird beschrieben, dass 240 Menschen, die in der Welt verteilt sind, von unterschiedlichen Geheimdiensten aufgesucht und an einen geheimen Ort gebracht werden. Zusätzlich erlebt der Leser, wie Spitzen-Wissenschaftler und geistliche Oberhäupter verschiedener Religionen für ein geheimes Projekt rekrutiert werden. Alles dreht sich um ein mysteriöse Flugzeug, das durch die titelgebende Anomalie ein zweites mal landet. So weit, so spannend! Doch nach der Landung der Maschine und der Suche nach der Ursache dieses Phänomens, wandelt sich der unheimliche Science Fiction Plot in psychologisches Drama um die Situation der identischen Menschen, die bereits drei Monate früher mit der regulären Maschine gelandet sind, und demnach zweimal auf der Erde wandeln. Das war dann nicht mehr so meins. Durch die große Anzahl der Protagonist*Innen konnte ich der Geschichte nur sehr schwer folgen. Es ist wirklich eine tolle Story, doch wurde sie mir zum Ende hin zu zäh weitergeführt. Abschließend muss ich noch sagen, ich kann es leider nur erahnen, was es zu bedeuten hat. Verstanden habe ich es nicht wirklich.
Das gleiche Flugzeug landet zwei Mal. Darin die identische Besatzung - vom Pilot bis zum letzten Passagier. Eine Maschine landete im März, die andere erst im Juni. Für die Juni Maschine sind nur wenige Minuten vergangen, keine Monate. Wie kann das passieren? Wie das passieren kann, wird nicht abschließend geklärt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Theorien waren super interessant und spannend. Auch insgesamt sehr humoristisch teilweise, gerade als alle Theologen aufeinander treffen. Wie die Doppelgänger und auch die Öffentlichkeit damit umgeht, war leider sehr realistisch und dennoch teilweise auch sehr schön mitzubekommen. Insgesamt sehr empfehlenswert, sehr viele Handlungsstränge und vor allem Personen und mit unterschiedlichen Perspektiven, was gerade anfangs sehr verwirrend war. Das Ende war sehr interessant, aber ebenfalls auch verwirrend. Sehr philosophisch und komplex.
„Nous ne sommes pas confrontés à un être «dupliqué», mais à plusieurs. Deux cent quarante-trois très exactement.“ Ein Flugzeug landet mit identischen Passagieren ein zweites Mal. Was passiert dann? Mit dieser Frage und unterschiedlichen Konstellationen setzt sich das Buch auseinander. Ich fand es sehr unterhaltsam und besonders!

„Es ist eine Anmaßung, so zu tun, als herrschten wir im Raum, wo wir doch nur den Kurven geringsten Kraftaufwands folgen.“ ~ Victør Miesel
Hervé Le Telliers „Die Anomalie“ lebt von einer sehr originellen Grundidee und einem cleveren, oft auch humorvollen Schreibstil. Besonders gut gelungen fand ich die satirische Auseinandersetzung mit Politik und Religion – gerade die Darstellung des US-Präsidenten war sehr treffend. Auch sprachlich hatte das Buch einige richtig starke, witzige Momente. Normalerweise gefällt mir die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen besonders gut, hier hat sie mich aber nicht durchgehend überzeugt. Einige Figuren und Stränge waren spannend, andere deutlich weniger, sodass das Ganze stellenweise überladen und etwas unübersichtlich wirkte. Ab dem zweiten Teil nahm die Geschichte zwar deutlich an Fahrt auf, zum Ende hin verlor sie diese Spannung jedoch wieder etwas. Dass viele Fragen offenbleiben und eher satirisch gespiegelt werden, insbesondere in Bezug auf den Umgang der Betroffenen und der Gesellschaft mit der „Anomalie“, passte für mich grundsätzlich gut ins Konzept, dennoch blieb das Ende für mich nicht ganz befriedigend. Unterm Strich ein kluges, ungewöhnliches, lesenswertes und stellenweise wirklich starkes Buch, das mich aber nicht komplett gepackt hat.
Spannendes Thema - keine gute Umsetzung
Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York. Die Turbulenzen sind heftig. Im Juni landet die selbe Maschine mit den selben Passagieren. Die Handlung hört sich super spannend an, ist es auch! Aber die Umsetzung des Buches war eine Zumutung. Der Stil des Autors war furchtbar. Man konnte das Buch überhaupt nicht flüssig lesen. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: 1 Teil: Vorstellung der Charaktere: es wurden unzählige Charaktere lieblos vorgestellt. Zu keinem Charakter konnte man eine Verbindung aufbauen. Langweilige Lebensgeschichten. Der zweite Teil war um Längen besser! Hierbei ging es um die Ankunft des 2. Flugzeugs und des Programms 42. Die Geschichte war an dem Punkt endlich spannend! Der dritte Teil handelt um die Begegnung der Doppelgänger. Es waren interessante Gedankenspiele. z.B wurden Passagiere aus dem ersten Flugzeug schwanger, haben selbstmord begangen oder waren über Nacht Superstars. Ich fand den Teil soweit ganz gut. Trotzdem kann ich nur 2,5 Sterne geben. Die Sätze waren verwirrend, viel Gesage um nichts, einfach nicht leicht zu lesen. Das hat einem die Lust am Lesen genommen - trotz des spannenden Themas!
Kann und muss man mehrfach lesen, um alle Feinheiten mitnehmen zu können. Trotzdem umwerfend spannend und interessant schon bei der ersten Lektüre.
Ich mag eigentlich keine Bücher, die zu spooky sind, aber dieses ist eines meiner Lieblinge ever. Ein Flug von Paris in die Staaten landet dort zweimal, zu unterschiedlichen Zeiten, Monate später, aber mit den gleichen Personen, die nun doppelt auf der Welt existieren. Erzählt wird die Geschichte, das spannende Schicksal einzelner Passagiere und wie.Politik, Geheimdienst, Philosophie und Theologie damit umgehen.
Eine Boeing auf dem Weg von Paris nach New York gerät in einem Sturm und anschließend in "Die Anomalie", die physikalisch unmöglich ist und das Leben von Passagiern und Besatzung auf den Kopf stellt. Der Roman beschreibt zunächst Geschehnisse aus dem Leben eines knappen Dutzend Figuren isoliert voneinander, bevor die Fäden zusammengeschnürt werden. Dabei wechselt der Roman von Kapitel zu Kapitel Sprachstil sowie Genre und bildet damit eine literarische Spielwiese einer faszinierenden zugrundeliegenden Idee. "Die Anomalie" bewegt sich ständig irgendwo zwischen Science Fiction, Thriller, Satire, theologischer, ethischer und physikalischer Abhandlung, bleibt dabei aber immer flüssig zu lesen und herrlich selbstironisch. Der Roman erinnert mich dabei (in bester Weise) an eine sehr gute Folge von "Black Mirror" (die Serie wird neben diversen anderen SF-Werken auch im Roman erwähnt).
Gute Idee, langweilige Umsetzung
Ich war sofort mega an der Prämisse des Buches interessiert, aber die UMSETZUNG?? Oh mein Gott. Das Buch hat sich so unendlich gezogen, der Autor hat stur immer wieder neue Charaktere und deren, teils sehr langweilige, Geschichte erzählt und dabei so unglaublich unsympathische Charaktere geschrieben (Ja Blake und André, ich meine euch! Wobei Lucie auch irgendwann nur noch grauenvoll ist) und ist trotzdem nie zum Punkt gekommen bis irgendwann vielleicht bei 75%. Der Thriller Aspekt in diesem Buch ist sehr gering, wenn auch kurz vorhanden. Meiner Meinung nach hatte die Geschichte so viel Potential, das nicht genutzt wurde (leider!). Dennoch zwei Sterne, weil es nicht gänzlich grausam ist und es zwischendrin selten doch mal spannend wurde.
✨“Die Anomalie“ - Hervé Le Tellier✨ Ehrlich gesagt bin ich recht blauäugig an dieses Buch herangegangen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet 😉 Und meine Neugier hat sich tatsächlich gelohnt. Was für eine grandiose, faszinierende Geschichte! Ist es nicht eine bizarre Vorstellung dass es uns 2x gibt…haargenau identisch bis auf das letzte DNA-Zippfelchen? Genau dies passiert ca. 200 Passagieren eines Flugzeuges, das drei Monate nach der ersten Landung noch einmal landet. Klingt verworren? Ein bisschen, aber auch wahnsinnig interessant und spannend 😃 „Die Anomalie“ ist kein Buch, das man einfach mal nebenbei weglesen kann. Allein schon die Fülle an Protagonisten, die eine gesamte Gesellschaft widerspiegeln, erfordert eine gewisse Konzentration. Vorallem aber die Erklärungsversuche wie so etwas passieren kann, philosophische und religiöse Überlegungen, physikalische Möglichkeiten… Es wird mit Szenarien und Theorien handiert, die für uns unvorstellbar sind, aber im Rahmen verschiedenster Wissenschaften schon lange diskutiert werden 😮 Da lobe ich mir das passende Zitat aus dem Buch „Die Unwissenheit ist ein guter Kandidat, die Wahrheit schafft niemals Glück“. Die Story selbst ist die eine Seite - vorallem habe ich aber diesen wunderbaren schnörkellosen Schreibstil geliebt, den feinen Humor bei dem man das Gefühl hat, das amüsierte Lächeln des Autors zu spüren 💕 Mich hat das Buch, die ausführlich beschriebenen Charaktere mit ihren verschiedenen Schicksalen und dieses großartige Gedankenexperiment unheimlich fasziniert! Vielleicht hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, ein bisschen mehr Klarheit. Aber ist dies überhaupt möglich? Ich kann nicht wirklich sagen, welches Genre hier angesprochen wird: Science Fiction, Drama, Krimi- alles und nichts. Aber ich kann sagen, es ist eine brilliante Idee genial umgesetzt, da lohnt sich jede Zeit, Geduld und Denkarbeit beim Lesen 💙 Weniger für’s Herz, dafür umso mehr für den Kopf. Ein unvergessliches Buch! ☀️☀️☀️☀️🌤

Absolut geniales Gedankenspiel rund um ein Flugzeug und dessen Passagiere, die zweimal im Abstand von knapp über 100 Tagen in NY landen. Wie geht das? Was steckt dahinter? Was geschieht mit den doppelten Menschen? Unglaublich erzählt, mit philosophischen, moralischen, religiösen und militärischen Aspekten berücksichtigt. Gedankenkarussel ...

Interessantes Thema, aber die Schreibweise macht es schwierig, weiterlesen zu wollen.
Fand die Themenwahl total spannend. Beschäftige mich gerne mit solchen Fällen und bin da auch sehr interessiert an das Buch rangegangen. Aber leider mochte ich nicht wie es geschrieben war. Es hatte einfach einen zu organisierten Ablauf. Erst passiert das mit dem Flugzeug und den Doppelgängern. Dann werden Theorien zur Anomalie aufgestellt und dann am Ende wird nur erzählt wie die Treffen der Doppelgänger gelaufen sind und was sie jetzt aus ihrem Leben machen. Fand ich persönlich sehr langweilig zu lesen. Wie gesagt, super interessantes Thema, aber einfach zu langweilig geschrieben.
Anomalie ist die Abweichung des Normalen. Ganz normal ist ein vollbesetztes Flugzeug, das von Frankreich nach Amerika fliegt. Abnormal ist, wenn genau dieses Flugzeug mit genau den gleichen Passagieren genau drei Monate später auf genau der gleichen Route plötzlich wieder am Himmel erscheint. Wie konnte es dazu kommen? Ein solches Buch habe ich noch nie gelesen. Es ist unglaublich umfangreich, da die Geschichte aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das macht es gar nicht so einfach, sich die zahlreichen Charaktere und deren Hintergründe zu merken. Der Autor bedient sich einer intelligenten, anspruchsvollen Sprache mit vielen Fremdwörtern. Man muss beim Lesen sehr konzentriert sein, um der Geschichte zu folgen. Der Leser kann sich hier nicht ausruhen, sondern muss aktiv mitdenken um der Geschichte zu folgen. Es streift außerdem sehr viele Themenbereiche. Hier merkt man, dass der Autor viel (und gute!) Recherche betrieben hat - sei es zum Thema Wissenschaft, Religion oder Flugzeug fliegen. Alles in allem ein tiefgründiges Buch, das sich mit großen Fragen beschäftigt und dessen Ende den Leser nochmal auf eine ganz besondere Art und Weise ins Grübeln bringt. Dennoch hat es mich nicht wirklich überzeugt, ich habe mich eher etwas durchgequält und war froh als es fertig war. Am Ende waren viel zu viele Fragen für mich offen :-( Schade! ⭐️ Von mir bekommt das Buch 3 Sterne!
Ich bin mir unsicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Meine Erwartungen an die Geschichte waren vielleicht falsch. Das Gedankenexperiment ist faszinierend: ein Flugzeug landet nach einem schweren Sturm. 3 Monate später landet das selbe Flugzeug samt allen Passagieren erneut. Leider wurde das Augenmerk nicht auf die einzelnen Individuen gelegt. Was würde man tun, wenn man auf sich selbst trifft? Gleiche Erinnerungen, gleiche Erfahrungen - bis auf diese 3 Monate. Diese Frage wurde zwar angekratzt, aber nur in den letzten ~80 Seiten. Da bekommt jeder Charakter eine kleine Szene in der er sich selbst gegenüber steht. Mir persönlich war das zu wenig. So coole Konzepte: eine der Frauen wurde in den 3 Monaten schwanger, ein Paar das sich inzwischen auseinander gelebt hatte, einer der Passagiere beging sogar Selbstmord, nur um 3 Monate später wieder "aufzuerstehen". All das wurde nur kurz abgefertigt, während sich fast die Hälfte des Buches mit der Organisation, der Politik und der Religion des Ganzen befasst hat. Schade. Sehr interessantes Konzept, für mich persönlich aber nicht ansprechend umgesetzt
Beängstigende Geschichte
Im März 2021 landet eine durch einen Hagelsturm stark beschädigte Boeing auf dem Flughafen in New York, die über 200 Passagiere sind mit dem Schrecken davon gekommen. Sie steigen aus, gehen ihrer Wege und leben ihre Leben weiter. Tod, Krankheit, Trennung und Beruf bestimmt ihr Leben. Dann, im Mai 2021, landet die gleiche Maschine mit den gleichen Schäden und den gleichen Menschen an Bord nochmals in den USA. Wie kann das sein? Was wird aus den Menschen, die es jetzt ja "doppelt" gibt? Ein sehr gutes Buch, wenn auch mit einem Hänger in der Mitte (Diskussion verschiedener Religionen unter Leitung des FBI) und einem diffusem Ende. Besonders gut: alle beteiligten Staatsoberhäupter werden namentlich genannt und stehen in gutem Licht da, nur einer wird nicht namentlich genannt: der etwas dumme, arrogante und oberflächliche POTUS - wer kann da denn gemeint sein 😉?
Von über 200 Menschen existieren auf einmal Doppelgänger - was natürlich für allerlei ethische Fragen und Probleme sorgt. Wer ist das Original, gibt es überhaupt eine Kopie und wer hat denn jetzt Anspruch auf „sein“ Leben und die Liebsten? Wie ist das im Allgemeinen mit einem Doppelgänger, der sozusagen all deine Geheimnisse kennt und dem alles gehört, was dir auch gehört - ist er Bedrohung, Freund oder auch einfach ein Spiegel, der dir vorgehalten wird? Neben all diesen persönlichen Themen sorgt das ganze natürlich auch in der Öffentlichkeit und vorallem für die Religionen der Welt für einen absoluten Ausnahmezustand. Mir haben all diese Gedankenspiele sehr gefallen und ich finde es ist ein sehr schön geschriebenes Buch, welches das Unmögliche als neue Wirklichkeit untersucht.
Faszinierender Mix aus immer wieder spannender, filmreif geschilderter Handlung und philosophischem Gedankenspiel, der zum Nachdenken anregt und stilistisch vielfältig sowie inhaltlich authentisch daherkommt. Richtig gut! Nur anfangs etwas verwirrend, weil erstmal so viel Personal eingeführt wird.
Flugzeuge und ihre Passagiere duplizieren sich ohne erforschbare Ursache - was tun mit den so entstandenen Doppelgänger*innen? Anhand einiger Figuren werden religiös-philosophisch-metaphysische Überlegungen zum Leben und zum Agieren verschiedener Staaten erzählt. Hat mich nicht wirklich erreicht, auch wenn einzelne Erzählstränge durchaus spannend waren.
Spannend, philosophisch, hochaktuell, bildgewaltig. Mit diesen Adjektiven würde ich "Die Anomalie" beschreiben. Es ist ein Buch, das ich ohne meinen Buchclub niemals in die Hände genommen hätte und ich bin froh, dass ich es getan habe, denn es hat mir unglaublich gut gefallen. Hervé Le Tellier nimmt die Leser/innen mit in ein Gedankenspiel: Was ist, wenn es uns plötzlich doppelt geben würde, wie würden wir reagieren? Meine Antwort: Keine Ahnung. Umso unterschiedlicher fielen auch die Reaktionen der Charaktere aus. Wir haben ziemlich viele, von einem Serienkiller über ein Pärchen, eine Mutter und ihren Kindern, dem Piloten, einer Anwältin, einem Schriftsteller bis hin zu einem bekannten Musiker. Ich habe es genossen, zwischen ihnen hin und her zu springen, zu erfahren, was in ihren Köpfen vorgeht, was ihre Geschichte ist, woher sie kommen, wie ihre Geschichte in den vier Monaten zwischen den beiden Flugzeugen weitergeht, was sie erleben, wie sich ihre Beziehungen weiterentwickeln oder auch nicht. Spannend fand ich auch den Mittelteil, in dem verschiedene Wissenschaftler, Staatsoberhäupter und religiöse Führer versuchen hinter das Phänomen, die Anomalie, zu kommen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber auch sehr viel nachgedacht. Sind wir wirklich alle in einer Simulation gefangen? Sind wir Simulationen? Hat Gott diese Anomalie geschickt? Was ist Schein, was Sein? Welche Reaktionen können durch eine solche Anomalie provoziert werden? Was steckt hinter allem? Eine befriedigende Antwort haben wir zwar nicht in dieser Hinsicht bekommen, aber ich hätte noch seitenlang weiterlesen können. Mein einziger Kritikpunkt - es war zu kurz. Ich hätte gerne noch so viel mehr erfahren, mehr über die Charaktere und meine beiden Lieblinge (Victor und Slimboy), denn der Schreibstil war grandios. Leicht, sarkastisch, scharf, humorvoll, intelligent und philosophisch. Genau wie ich solche Romane liebe. Deswegen gibt es von mir 4,5/5☆ und ich möchte auf jeden Fall noch etwas von dem Autoren lesen.
Für Fans der Serie Manifest...
...könnte dieses Buch das richtige sein. Ein Flugzeug das Monate später nochmal auftaucht, mit der exakt gleichen Besatzung und Passagieren. Wie kann das sein? Sind wir alle nur eine Simulation? Schöne Gedankenspiele. Die ersten 100 Seiten waren für mich schon sehr zäh und fad, da man hier erstmal ein paar Figuren kennenlernt, ihr Leben usw und ich dabei alle durchweg langweilig fand. Dann nimmt endlich mal das ganze Fahrt auf. Das Flugzeug taucht auf und damit geht's kurzzeitig rund. Aber schon bald danach ließ es für mich wieder nach und die letzten 50 Seiten habe ich nur noch quer gelesen. Vielleicht ist es noch immer nicht Zeit für mich mal wieder in die Phantastik hineinzuschnuppern - letztlich kann ich nur sagen dass mich das Buch leider nicht packen konnte.
Diese Geschichte zeigt anhand mehrerer Protagonisten was geschieht, wenn es plötzlich über 200 Menschen doppelt gibt. Dasselbe Flugzeug mit exakt denselben Menschen landet zeitversetzt um ein paar Monate nachdem es in ein Gewitter geriet in den USA. Was ist dort in der Luft passiert? Aus psychologischer, religiöser, ethischer und moralischer Sicht werfen sich Fragen auf, die das Buch versucht dem Leser näher zu bringen. Eine Geschichte, die man „mit Verstand“ lesen muss, vieles bleibt zwischen den Zeilen. Ich kam leider nicht jedem Charakter nahe, fühlte mich insgesamt aber gut unterhalten. Der Schreibstil ist etwas besonderes, fühlt sich im ersten Moment literarisch unterkühlt an, hat aber doch eine gewisse Wärme, die nach und nach zu Tage tritt. Schön, dass der Autor alle losen Fäden in der Hand behält und am Ende zusammenfügt.
Philosophisch, spannend, hinterfragend
Ein Passagierflugzeug landet und löst Entsetzen aus. Es ist vor drei Monaten schon mal genauso gelandet. Mit einer Kopie der exakt gleichen Menschen. Dutzende Menschen gibt es nun doppelt. Wie geht man mit solch einer Situation um? Selten hat mich ein Buch so gepackt, wie dieses. Anfangs verwirrend mit vielen verschiedenen Charakteren, werden die Handlungsstränge so schön verwoben. Alle Figuren sind mir ans Herz gewachsen und ich konnte kaum erwarten, herauszufinden, was mit ihnen passiert. Gleichzeitig geht es um die großen Fragen der Philosophie: Was macht einen Menschen aus? Sind es die Erinnerungen? Was wenn zwei Menschen, die exakt selben Erinnerungen haben? Große Empfehlung✈️✈️

Ganz anders angelegt als erwartet, zieht mich dieses Buch von Anfang in seinen Bann. Kurze Kapitel, in denen man als Leser Leute kennenlernt, bei denn auf einmal das FBI vor der Tür steht und sie mitnimmt. Kennte man den Klappentext über das doppelte Flugzeug samt Insassen nicht, tappte man völlig im Dunkeln. Das Buch geht auf eine sehr eindringliche Art und Weise der Frage nach, was Realität sei. Außerdem konfrontiert es uns Menschen mit der unangenehmen Erfahrung, wie sich der Verlust bislang sicherer Überzeugungen anfühlt. Großartig! Mehr auf meinem Blog "Notizhefte" unter: https://notizhefte.com/2022/12/22/die-anomalie/
Ich weiss nicht was ich erwartet hatte, aber nicht ganz so einen philosophischen Ansatz. Der Schreibstil ist cool und nahm mich gefangen. Diesen Personen zu folgen mit ihren Leben und Doppelgängern, war ein echtes Lesevergnügen. Aber die Simulationserklärung, lässt mich ein wenig ratlos zurück. Zu metaphysisch. Trotzdem eine tolle Geschichte und Mal was völlig anderes.
Interessantes Setting mit ein paar Längen
Die Anomalie entstand dadurch, dass ein Flugzeug, dass im März gelandet war, noch einmal - mit den gleichen Passagieren - im Juni landet. Plötzlich gibt es alle diese Menschen doppelt. 100% gleiche Vergangenheit bis auf 3 Monate. Und so vielfältig die Menschen sind, so unterschiedlich gehen sie damit um. Ich mag Geschichten, in denen eine kleine „Schraube“ verdreht wird. Daraus entsteht Spannendes und es erzählt sehr viel über Menschen. Leider sind es sehr viele Personen in dem Buch, daher am besten eher schneller lesen, damit man nicht durcheinander gerät. Le Tellier schreibt flüssig mit einem zwinkernden Auge, das Buch hat sich so weggelesen. Und in allem ruht die Frage: Ist das echt?
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Der Überraschungserfolg aus Frankreich: eine brillante Mischung aus Thriller, Komödie und großer Literatur. Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Die Turbulenzen sind heftig, doch die Landung glückt. Allerdings: Im Juni landet dieselbe Boeing mit denselben Passagieren ein zweites Mal in New York. Im Flieger sitzen der Architekt André und seine Geliebte Lucie, der Auftragskiller Blake, der nigerianische Afro-Pop-Sänger Slimboy, der französische Schriftsteller Victor Miesel, eine amerikanische Schauspielerin. Sie alle führen auf unterschiedliche Weise ein Doppelleben. Und nun gibt es sie tatsächlich doppelt − sie sind mit sich selbst konfrontiert, in der Anomalie einer verrückt gewordenen Welt.
Hochkomisch und teuflisch intelligent spielt der Roman mit unseren Gewissheiten und fragt nach den Grenzen von Sprache, Literatur und Leben. Facettenreich, weltumfassend, ein literarisches Ereignis.
Book Information
Author Description
Hervé Le Tellier, 1957 in Paris geboren, ist seit 1992 Mitglied der Autorengruppe OuLiPo, der u.a. Georges Perec, Italo Calvino und Oskar Pastior angehörten. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Gedichte und Kolumnen und lebt in Paris. Für seinen Roman Die Anomalie erhielt er 2020 den Prix Goncourt. Das Buch wurde in 44 Sprachen übersetzt und verfilmt. 2026 wurde Hervé Le Tellier für sein Werk mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet.
Posts
Ich wollte das Buch mögen, weil ich die Idee einfach unfassbar spannend fand. Leider packte es mich so gar nicht. Nicht eine Petson ist mir Nahe gekommen. Die einzelnen Geschichten hätten super interessant sein können. Wurden sie für mich aber leider nicht. Das heißt nicht, dass ich das Buch schlecht fand, ich habe das eine oder andere mal auch schmunzeln müssen, aber der letzte Funke ist nicht übergesprungen.
Hochwertig durch mehr Philosophie als Science Fiction
Vordergründig könnte man meinen, dass es sich um einen Abklatsch eines nicht ganz neuen Science Fiction-Themas handelt. Aber weit gefehlt. Eingefleischte Literatur-Utopisten scheinen eher enttäuscht, wie manche Rezension monoman orientierter Leser zeigen. Im März 2021 landet ein Flugzeug der Air France in New York, nachdem es kurz vor Erreichen des amerikanischen Festlandes eine Gewitterfront durchflogen hat, die die Maschine fast zum Absturz gebracht hätte. Drei Monate später, also im Juni 2021, traut der Tower des JFK Airports seinen Ohren nicht, als sich der gleiche Kapitän aus der identischen Maschine zum Landeanflug anmeldet. Nach der Landung auf einem abgeschirmten Militärflughafen stellt sich heraus, dass nicht nur Maschine und Kapitän doublierte Exemplare des März-Fluges sind, sondern dass auch die gesamte sonstige Crew und alle Passagiere exakt denen entsprechen, die bereits im März gelandet sind. Neben vielen anderen auf die schnelle organisierten Tests durch ein Heer an Wissenschaftlern und Experten bestätigen auch DNA-Abgleiche die vollständige Identität der Menschen vom März und vom Juni. Wie reagieren? Da haben weit über 200 Personen ab März ihr Leben bis Juni weitergeführt, haben nun also etwa drei Monate Lebensweg Vorsprung und die gleichen Personen aus dem Juni erfahren erst kurz nach der Landung, dass ihnen drei Monate fehlen, sie sich also noch auf dem Wissensstand vom März befinden. Die Experten-Gruppen inklusive einiger Nobelpreisträger oder -anwärter diskutieren alle Optionen bezüglich möglicher Ursachen für diese Doppelung. Aktuell gängige Raum-Zeit-Konzepte wie die Theorien der Schwarzen Materie, des Lorentz-Wurmlochs, der multidimensionalen Faltung des Universums im Rahmen der Stringtheorie, einer perfektionierten Form des Bioprintings bis hin zu einer in seiner Dimension nicht fassbaren Computersimulation. Wobei Letzteres bedeuten würde, dass Universum und Mensch schlichtweg gut gemachte Programme sind. Matrix lässt grüßen. Wie in vielen anderen Teilbereichen dieses Buches war der Autor auch bei diesen Ansätzen zur Ursachenklärung richtig fleissig in seinen wissenschaftlichen Recherche-Arbeiten. Aber egal, ob er Philosophie, Psychologie, Flugtechnik, Astrophysik, Politik, Religion und vieles mehr einfliessen lässt, ist er dabei nie kompliziert. oder zu tief einsteigend. An diesen Stellen wie auch im sonstigen Verlauf des Buches dominieren Spannung, Unterhaltung, Staunen, Mitfühlen, Mitdenken. Was tun mit den gedoppelten, identischen Menschen? Man entschliesst sich zur raschen Gegenüberstellung nach wenigen Tagen. Und nun kommt ein weiterer Kunstkniff des Autors zum Tragen. Bereits vor dem ersten Flug vom März hat er seine Leser mit einer Reihe von Einzelschicksalen vertraut gemacht, sodass man nun emotional wie rational vollständig in den Prozess hineingezogen wird. Was es bedeutet, wenn es den einen oder anderen nochmals gibt. Nicht als Klon, nicht als Zwilling. Nein, sondern komplett identisch. Gleiches Aussehen, gleiche Vorgeschichte, gleicher Partner, gleiche Wohnung, gleicher Job, gleiches Verhalten, gleiche Gedanken. Und hier liegt die ganz große Stärke dieses Buches. Der Autor konstruiert Situationen, die einen mitreissen, die einen zur Bewertung und zur Lösungssuche zwingen. Situationen, die dem Alltag eines jeden Menschen entspringen können. Zwischenmenschliche Beziehungen aller Art. Sorgerecht für ein Kind. Verzweifelte, unbeantwortete Liebe. Verleugnete Geschlechtsidentität. Unheilbare Krebserkrankung. Variationen aus dem unendlichen Thema Menschsein. Menschen, die bereits vor der Doppelung ein Doppelleben geführt haben. Wem gibt die Anomalie eine neue Chance - dem März- oder dem Juni-Exemplar? Oder beiden? Oder keinem? Unweigerlich zwingt Le Tellier jeden empathischen und sensiblen Leser zu Eigenreflexionen. Wie oft ist man bemüht, sein Leben und Handeln aus der Metaebene zu betrachten, seinen „Mindset“ zu überprüfen, allenthalben eine beliebte Strategie aller Therapeuten und Coaches. Sich selbst und sein Tun zu hinterfragen. Wie wirke ich? Was mache ich von außen gesehen falsch oder richtig? Und auf einmal stehe ich mir selbst gegenüber! Ich weiß in jedem Augenblick ziemlich genau, was ich gerade denke und wie ich als nächstes reagiere. Wie würde ich selbst damit umgehen? Diesem Gedankenexperiment kann sich nach der Lektüre dieses Romanes niemand entziehen. Eine geniale Idee, genial umgesetzt. Zu Recht hat es Le Tellier durch diesen Roman von einem international eher unbekannten bis durchschnittlichen französischen Schriftsteller zum Gewinner des Prix Goncourt geschafft. Und damit direkt ins (gefaltete?) Universum der Weltbestseller.
📚 Inhalt Ein Flug von Paris nach New York. In ihm, unterschiedliche Menschen, alle mit ihren eigenen Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen. Dann passiert etwas, wovor sich wohl viele Menschen fürchten: Die Maschine gerät in einen heftigen Sturm, doch kommt unbeschadet wieder daraus heraus. Die Passagiere kommen wohlbehalten in New York an und gehen ihrer Wege. Und dann, drei Monate später, landet die gleiche Maschine erneut. Mit der gleichen Besatzung, den selben Passagieren. Und auf einmal gibt es die betroffenen Menschen doppelt. 📖 Meinung Dieser Roman war irgendwie anders, als Bücher, die ich sonst lese. Ich muss zugeben, dass ich einen Moment brauchte, bis ich richtig in der Geschichte drin war und der Handlung auch folgen konnte. Durch die Erzählweise muss man sehr aufmerksam dabei bleiben, doch das lohnt sich auch. Wir lernen sehr unterschiedliche Charaktere kennen, die alle ein Doppelleben führen und dann plötzlich eine perfekte Kopie von sich selbst haben. Es war für mich total spannend, einerseits ihre Leben kennen zu lernen, andererseits, wie sie mit ihren Doppelgängern umgegangen sind und sich arrangiert haben. Auch wie die Behörden und die Öffentlichkeit mit den Doppelgängern umgegangen sind, hat mich sehr gut unterhalten. Besonders das Ende hat mir super gefallen. Ich verrate nur so viel: ein drittes identisches Flugzeug taucht auf. Ich habe sehr unterschiedliche Bewertungen über diesen Roman gelesen und kann nachvollziehen, dass das Buch nicht alle anspricht, welches Buch tut das schon? Aber ich finde, dass es sich wirklich zu lesen lohnt und man dem Buch unbedingt eine Chance geben sollte.
Erste Hälfte super gut, Danach leider sehr langweilig.
Die Anomalie -Herve‘ Le Tellier Also, es ist wirklich schwierig für mich, das Buch in Worte zu fassen. Das erste Drittel dieser Geschichte ist echt der Wahnsinn. Total spannend und mit einigen gruseligen Gänsehaut - Momenten. In diesem Teil wird beschrieben, dass 240 Menschen, die in der Welt verteilt sind, von unterschiedlichen Geheimdiensten aufgesucht und an einen geheimen Ort gebracht werden. Zusätzlich erlebt der Leser, wie Spitzen-Wissenschaftler und geistliche Oberhäupter verschiedener Religionen für ein geheimes Projekt rekrutiert werden. Alles dreht sich um ein mysteriöse Flugzeug, das durch die titelgebende Anomalie ein zweites mal landet. So weit, so spannend! Doch nach der Landung der Maschine und der Suche nach der Ursache dieses Phänomens, wandelt sich der unheimliche Science Fiction Plot in psychologisches Drama um die Situation der identischen Menschen, die bereits drei Monate früher mit der regulären Maschine gelandet sind, und demnach zweimal auf der Erde wandeln. Das war dann nicht mehr so meins. Durch die große Anzahl der Protagonist*Innen konnte ich der Geschichte nur sehr schwer folgen. Es ist wirklich eine tolle Story, doch wurde sie mir zum Ende hin zu zäh weitergeführt. Abschließend muss ich noch sagen, ich kann es leider nur erahnen, was es zu bedeuten hat. Verstanden habe ich es nicht wirklich.
Das gleiche Flugzeug landet zwei Mal. Darin die identische Besatzung - vom Pilot bis zum letzten Passagier. Eine Maschine landete im März, die andere erst im Juni. Für die Juni Maschine sind nur wenige Minuten vergangen, keine Monate. Wie kann das passieren? Wie das passieren kann, wird nicht abschließend geklärt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Theorien waren super interessant und spannend. Auch insgesamt sehr humoristisch teilweise, gerade als alle Theologen aufeinander treffen. Wie die Doppelgänger und auch die Öffentlichkeit damit umgeht, war leider sehr realistisch und dennoch teilweise auch sehr schön mitzubekommen. Insgesamt sehr empfehlenswert, sehr viele Handlungsstränge und vor allem Personen und mit unterschiedlichen Perspektiven, was gerade anfangs sehr verwirrend war. Das Ende war sehr interessant, aber ebenfalls auch verwirrend. Sehr philosophisch und komplex.
„Nous ne sommes pas confrontés à un être «dupliqué», mais à plusieurs. Deux cent quarante-trois très exactement.“ Ein Flugzeug landet mit identischen Passagieren ein zweites Mal. Was passiert dann? Mit dieser Frage und unterschiedlichen Konstellationen setzt sich das Buch auseinander. Ich fand es sehr unterhaltsam und besonders!

„Es ist eine Anmaßung, so zu tun, als herrschten wir im Raum, wo wir doch nur den Kurven geringsten Kraftaufwands folgen.“ ~ Victør Miesel
Hervé Le Telliers „Die Anomalie“ lebt von einer sehr originellen Grundidee und einem cleveren, oft auch humorvollen Schreibstil. Besonders gut gelungen fand ich die satirische Auseinandersetzung mit Politik und Religion – gerade die Darstellung des US-Präsidenten war sehr treffend. Auch sprachlich hatte das Buch einige richtig starke, witzige Momente. Normalerweise gefällt mir die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen besonders gut, hier hat sie mich aber nicht durchgehend überzeugt. Einige Figuren und Stränge waren spannend, andere deutlich weniger, sodass das Ganze stellenweise überladen und etwas unübersichtlich wirkte. Ab dem zweiten Teil nahm die Geschichte zwar deutlich an Fahrt auf, zum Ende hin verlor sie diese Spannung jedoch wieder etwas. Dass viele Fragen offenbleiben und eher satirisch gespiegelt werden, insbesondere in Bezug auf den Umgang der Betroffenen und der Gesellschaft mit der „Anomalie“, passte für mich grundsätzlich gut ins Konzept, dennoch blieb das Ende für mich nicht ganz befriedigend. Unterm Strich ein kluges, ungewöhnliches, lesenswertes und stellenweise wirklich starkes Buch, das mich aber nicht komplett gepackt hat.
Spannendes Thema - keine gute Umsetzung
Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York. Die Turbulenzen sind heftig. Im Juni landet die selbe Maschine mit den selben Passagieren. Die Handlung hört sich super spannend an, ist es auch! Aber die Umsetzung des Buches war eine Zumutung. Der Stil des Autors war furchtbar. Man konnte das Buch überhaupt nicht flüssig lesen. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: 1 Teil: Vorstellung der Charaktere: es wurden unzählige Charaktere lieblos vorgestellt. Zu keinem Charakter konnte man eine Verbindung aufbauen. Langweilige Lebensgeschichten. Der zweite Teil war um Längen besser! Hierbei ging es um die Ankunft des 2. Flugzeugs und des Programms 42. Die Geschichte war an dem Punkt endlich spannend! Der dritte Teil handelt um die Begegnung der Doppelgänger. Es waren interessante Gedankenspiele. z.B wurden Passagiere aus dem ersten Flugzeug schwanger, haben selbstmord begangen oder waren über Nacht Superstars. Ich fand den Teil soweit ganz gut. Trotzdem kann ich nur 2,5 Sterne geben. Die Sätze waren verwirrend, viel Gesage um nichts, einfach nicht leicht zu lesen. Das hat einem die Lust am Lesen genommen - trotz des spannenden Themas!
Kann und muss man mehrfach lesen, um alle Feinheiten mitnehmen zu können. Trotzdem umwerfend spannend und interessant schon bei der ersten Lektüre.
Ich mag eigentlich keine Bücher, die zu spooky sind, aber dieses ist eines meiner Lieblinge ever. Ein Flug von Paris in die Staaten landet dort zweimal, zu unterschiedlichen Zeiten, Monate später, aber mit den gleichen Personen, die nun doppelt auf der Welt existieren. Erzählt wird die Geschichte, das spannende Schicksal einzelner Passagiere und wie.Politik, Geheimdienst, Philosophie und Theologie damit umgehen.
Eine Boeing auf dem Weg von Paris nach New York gerät in einem Sturm und anschließend in "Die Anomalie", die physikalisch unmöglich ist und das Leben von Passagiern und Besatzung auf den Kopf stellt. Der Roman beschreibt zunächst Geschehnisse aus dem Leben eines knappen Dutzend Figuren isoliert voneinander, bevor die Fäden zusammengeschnürt werden. Dabei wechselt der Roman von Kapitel zu Kapitel Sprachstil sowie Genre und bildet damit eine literarische Spielwiese einer faszinierenden zugrundeliegenden Idee. "Die Anomalie" bewegt sich ständig irgendwo zwischen Science Fiction, Thriller, Satire, theologischer, ethischer und physikalischer Abhandlung, bleibt dabei aber immer flüssig zu lesen und herrlich selbstironisch. Der Roman erinnert mich dabei (in bester Weise) an eine sehr gute Folge von "Black Mirror" (die Serie wird neben diversen anderen SF-Werken auch im Roman erwähnt).
Gute Idee, langweilige Umsetzung
Ich war sofort mega an der Prämisse des Buches interessiert, aber die UMSETZUNG?? Oh mein Gott. Das Buch hat sich so unendlich gezogen, der Autor hat stur immer wieder neue Charaktere und deren, teils sehr langweilige, Geschichte erzählt und dabei so unglaublich unsympathische Charaktere geschrieben (Ja Blake und André, ich meine euch! Wobei Lucie auch irgendwann nur noch grauenvoll ist) und ist trotzdem nie zum Punkt gekommen bis irgendwann vielleicht bei 75%. Der Thriller Aspekt in diesem Buch ist sehr gering, wenn auch kurz vorhanden. Meiner Meinung nach hatte die Geschichte so viel Potential, das nicht genutzt wurde (leider!). Dennoch zwei Sterne, weil es nicht gänzlich grausam ist und es zwischendrin selten doch mal spannend wurde.
✨“Die Anomalie“ - Hervé Le Tellier✨ Ehrlich gesagt bin ich recht blauäugig an dieses Buch herangegangen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet 😉 Und meine Neugier hat sich tatsächlich gelohnt. Was für eine grandiose, faszinierende Geschichte! Ist es nicht eine bizarre Vorstellung dass es uns 2x gibt…haargenau identisch bis auf das letzte DNA-Zippfelchen? Genau dies passiert ca. 200 Passagieren eines Flugzeuges, das drei Monate nach der ersten Landung noch einmal landet. Klingt verworren? Ein bisschen, aber auch wahnsinnig interessant und spannend 😃 „Die Anomalie“ ist kein Buch, das man einfach mal nebenbei weglesen kann. Allein schon die Fülle an Protagonisten, die eine gesamte Gesellschaft widerspiegeln, erfordert eine gewisse Konzentration. Vorallem aber die Erklärungsversuche wie so etwas passieren kann, philosophische und religiöse Überlegungen, physikalische Möglichkeiten… Es wird mit Szenarien und Theorien handiert, die für uns unvorstellbar sind, aber im Rahmen verschiedenster Wissenschaften schon lange diskutiert werden 😮 Da lobe ich mir das passende Zitat aus dem Buch „Die Unwissenheit ist ein guter Kandidat, die Wahrheit schafft niemals Glück“. Die Story selbst ist die eine Seite - vorallem habe ich aber diesen wunderbaren schnörkellosen Schreibstil geliebt, den feinen Humor bei dem man das Gefühl hat, das amüsierte Lächeln des Autors zu spüren 💕 Mich hat das Buch, die ausführlich beschriebenen Charaktere mit ihren verschiedenen Schicksalen und dieses großartige Gedankenexperiment unheimlich fasziniert! Vielleicht hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, ein bisschen mehr Klarheit. Aber ist dies überhaupt möglich? Ich kann nicht wirklich sagen, welches Genre hier angesprochen wird: Science Fiction, Drama, Krimi- alles und nichts. Aber ich kann sagen, es ist eine brilliante Idee genial umgesetzt, da lohnt sich jede Zeit, Geduld und Denkarbeit beim Lesen 💙 Weniger für’s Herz, dafür umso mehr für den Kopf. Ein unvergessliches Buch! ☀️☀️☀️☀️🌤

Absolut geniales Gedankenspiel rund um ein Flugzeug und dessen Passagiere, die zweimal im Abstand von knapp über 100 Tagen in NY landen. Wie geht das? Was steckt dahinter? Was geschieht mit den doppelten Menschen? Unglaublich erzählt, mit philosophischen, moralischen, religiösen und militärischen Aspekten berücksichtigt. Gedankenkarussel ...

Interessantes Thema, aber die Schreibweise macht es schwierig, weiterlesen zu wollen.
Fand die Themenwahl total spannend. Beschäftige mich gerne mit solchen Fällen und bin da auch sehr interessiert an das Buch rangegangen. Aber leider mochte ich nicht wie es geschrieben war. Es hatte einfach einen zu organisierten Ablauf. Erst passiert das mit dem Flugzeug und den Doppelgängern. Dann werden Theorien zur Anomalie aufgestellt und dann am Ende wird nur erzählt wie die Treffen der Doppelgänger gelaufen sind und was sie jetzt aus ihrem Leben machen. Fand ich persönlich sehr langweilig zu lesen. Wie gesagt, super interessantes Thema, aber einfach zu langweilig geschrieben.
Anomalie ist die Abweichung des Normalen. Ganz normal ist ein vollbesetztes Flugzeug, das von Frankreich nach Amerika fliegt. Abnormal ist, wenn genau dieses Flugzeug mit genau den gleichen Passagieren genau drei Monate später auf genau der gleichen Route plötzlich wieder am Himmel erscheint. Wie konnte es dazu kommen? Ein solches Buch habe ich noch nie gelesen. Es ist unglaublich umfangreich, da die Geschichte aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das macht es gar nicht so einfach, sich die zahlreichen Charaktere und deren Hintergründe zu merken. Der Autor bedient sich einer intelligenten, anspruchsvollen Sprache mit vielen Fremdwörtern. Man muss beim Lesen sehr konzentriert sein, um der Geschichte zu folgen. Der Leser kann sich hier nicht ausruhen, sondern muss aktiv mitdenken um der Geschichte zu folgen. Es streift außerdem sehr viele Themenbereiche. Hier merkt man, dass der Autor viel (und gute!) Recherche betrieben hat - sei es zum Thema Wissenschaft, Religion oder Flugzeug fliegen. Alles in allem ein tiefgründiges Buch, das sich mit großen Fragen beschäftigt und dessen Ende den Leser nochmal auf eine ganz besondere Art und Weise ins Grübeln bringt. Dennoch hat es mich nicht wirklich überzeugt, ich habe mich eher etwas durchgequält und war froh als es fertig war. Am Ende waren viel zu viele Fragen für mich offen :-( Schade! ⭐️ Von mir bekommt das Buch 3 Sterne!
Ich bin mir unsicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Meine Erwartungen an die Geschichte waren vielleicht falsch. Das Gedankenexperiment ist faszinierend: ein Flugzeug landet nach einem schweren Sturm. 3 Monate später landet das selbe Flugzeug samt allen Passagieren erneut. Leider wurde das Augenmerk nicht auf die einzelnen Individuen gelegt. Was würde man tun, wenn man auf sich selbst trifft? Gleiche Erinnerungen, gleiche Erfahrungen - bis auf diese 3 Monate. Diese Frage wurde zwar angekratzt, aber nur in den letzten ~80 Seiten. Da bekommt jeder Charakter eine kleine Szene in der er sich selbst gegenüber steht. Mir persönlich war das zu wenig. So coole Konzepte: eine der Frauen wurde in den 3 Monaten schwanger, ein Paar das sich inzwischen auseinander gelebt hatte, einer der Passagiere beging sogar Selbstmord, nur um 3 Monate später wieder "aufzuerstehen". All das wurde nur kurz abgefertigt, während sich fast die Hälfte des Buches mit der Organisation, der Politik und der Religion des Ganzen befasst hat. Schade. Sehr interessantes Konzept, für mich persönlich aber nicht ansprechend umgesetzt
Beängstigende Geschichte
Im März 2021 landet eine durch einen Hagelsturm stark beschädigte Boeing auf dem Flughafen in New York, die über 200 Passagiere sind mit dem Schrecken davon gekommen. Sie steigen aus, gehen ihrer Wege und leben ihre Leben weiter. Tod, Krankheit, Trennung und Beruf bestimmt ihr Leben. Dann, im Mai 2021, landet die gleiche Maschine mit den gleichen Schäden und den gleichen Menschen an Bord nochmals in den USA. Wie kann das sein? Was wird aus den Menschen, die es jetzt ja "doppelt" gibt? Ein sehr gutes Buch, wenn auch mit einem Hänger in der Mitte (Diskussion verschiedener Religionen unter Leitung des FBI) und einem diffusem Ende. Besonders gut: alle beteiligten Staatsoberhäupter werden namentlich genannt und stehen in gutem Licht da, nur einer wird nicht namentlich genannt: der etwas dumme, arrogante und oberflächliche POTUS - wer kann da denn gemeint sein 😉?
Von über 200 Menschen existieren auf einmal Doppelgänger - was natürlich für allerlei ethische Fragen und Probleme sorgt. Wer ist das Original, gibt es überhaupt eine Kopie und wer hat denn jetzt Anspruch auf „sein“ Leben und die Liebsten? Wie ist das im Allgemeinen mit einem Doppelgänger, der sozusagen all deine Geheimnisse kennt und dem alles gehört, was dir auch gehört - ist er Bedrohung, Freund oder auch einfach ein Spiegel, der dir vorgehalten wird? Neben all diesen persönlichen Themen sorgt das ganze natürlich auch in der Öffentlichkeit und vorallem für die Religionen der Welt für einen absoluten Ausnahmezustand. Mir haben all diese Gedankenspiele sehr gefallen und ich finde es ist ein sehr schön geschriebenes Buch, welches das Unmögliche als neue Wirklichkeit untersucht.
Faszinierender Mix aus immer wieder spannender, filmreif geschilderter Handlung und philosophischem Gedankenspiel, der zum Nachdenken anregt und stilistisch vielfältig sowie inhaltlich authentisch daherkommt. Richtig gut! Nur anfangs etwas verwirrend, weil erstmal so viel Personal eingeführt wird.
Flugzeuge und ihre Passagiere duplizieren sich ohne erforschbare Ursache - was tun mit den so entstandenen Doppelgänger*innen? Anhand einiger Figuren werden religiös-philosophisch-metaphysische Überlegungen zum Leben und zum Agieren verschiedener Staaten erzählt. Hat mich nicht wirklich erreicht, auch wenn einzelne Erzählstränge durchaus spannend waren.
Spannend, philosophisch, hochaktuell, bildgewaltig. Mit diesen Adjektiven würde ich "Die Anomalie" beschreiben. Es ist ein Buch, das ich ohne meinen Buchclub niemals in die Hände genommen hätte und ich bin froh, dass ich es getan habe, denn es hat mir unglaublich gut gefallen. Hervé Le Tellier nimmt die Leser/innen mit in ein Gedankenspiel: Was ist, wenn es uns plötzlich doppelt geben würde, wie würden wir reagieren? Meine Antwort: Keine Ahnung. Umso unterschiedlicher fielen auch die Reaktionen der Charaktere aus. Wir haben ziemlich viele, von einem Serienkiller über ein Pärchen, eine Mutter und ihren Kindern, dem Piloten, einer Anwältin, einem Schriftsteller bis hin zu einem bekannten Musiker. Ich habe es genossen, zwischen ihnen hin und her zu springen, zu erfahren, was in ihren Köpfen vorgeht, was ihre Geschichte ist, woher sie kommen, wie ihre Geschichte in den vier Monaten zwischen den beiden Flugzeugen weitergeht, was sie erleben, wie sich ihre Beziehungen weiterentwickeln oder auch nicht. Spannend fand ich auch den Mittelteil, in dem verschiedene Wissenschaftler, Staatsoberhäupter und religiöse Führer versuchen hinter das Phänomen, die Anomalie, zu kommen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber auch sehr viel nachgedacht. Sind wir wirklich alle in einer Simulation gefangen? Sind wir Simulationen? Hat Gott diese Anomalie geschickt? Was ist Schein, was Sein? Welche Reaktionen können durch eine solche Anomalie provoziert werden? Was steckt hinter allem? Eine befriedigende Antwort haben wir zwar nicht in dieser Hinsicht bekommen, aber ich hätte noch seitenlang weiterlesen können. Mein einziger Kritikpunkt - es war zu kurz. Ich hätte gerne noch so viel mehr erfahren, mehr über die Charaktere und meine beiden Lieblinge (Victor und Slimboy), denn der Schreibstil war grandios. Leicht, sarkastisch, scharf, humorvoll, intelligent und philosophisch. Genau wie ich solche Romane liebe. Deswegen gibt es von mir 4,5/5☆ und ich möchte auf jeden Fall noch etwas von dem Autoren lesen.
Für Fans der Serie Manifest...
...könnte dieses Buch das richtige sein. Ein Flugzeug das Monate später nochmal auftaucht, mit der exakt gleichen Besatzung und Passagieren. Wie kann das sein? Sind wir alle nur eine Simulation? Schöne Gedankenspiele. Die ersten 100 Seiten waren für mich schon sehr zäh und fad, da man hier erstmal ein paar Figuren kennenlernt, ihr Leben usw und ich dabei alle durchweg langweilig fand. Dann nimmt endlich mal das ganze Fahrt auf. Das Flugzeug taucht auf und damit geht's kurzzeitig rund. Aber schon bald danach ließ es für mich wieder nach und die letzten 50 Seiten habe ich nur noch quer gelesen. Vielleicht ist es noch immer nicht Zeit für mich mal wieder in die Phantastik hineinzuschnuppern - letztlich kann ich nur sagen dass mich das Buch leider nicht packen konnte.
Diese Geschichte zeigt anhand mehrerer Protagonisten was geschieht, wenn es plötzlich über 200 Menschen doppelt gibt. Dasselbe Flugzeug mit exakt denselben Menschen landet zeitversetzt um ein paar Monate nachdem es in ein Gewitter geriet in den USA. Was ist dort in der Luft passiert? Aus psychologischer, religiöser, ethischer und moralischer Sicht werfen sich Fragen auf, die das Buch versucht dem Leser näher zu bringen. Eine Geschichte, die man „mit Verstand“ lesen muss, vieles bleibt zwischen den Zeilen. Ich kam leider nicht jedem Charakter nahe, fühlte mich insgesamt aber gut unterhalten. Der Schreibstil ist etwas besonderes, fühlt sich im ersten Moment literarisch unterkühlt an, hat aber doch eine gewisse Wärme, die nach und nach zu Tage tritt. Schön, dass der Autor alle losen Fäden in der Hand behält und am Ende zusammenfügt.
Philosophisch, spannend, hinterfragend
Ein Passagierflugzeug landet und löst Entsetzen aus. Es ist vor drei Monaten schon mal genauso gelandet. Mit einer Kopie der exakt gleichen Menschen. Dutzende Menschen gibt es nun doppelt. Wie geht man mit solch einer Situation um? Selten hat mich ein Buch so gepackt, wie dieses. Anfangs verwirrend mit vielen verschiedenen Charakteren, werden die Handlungsstränge so schön verwoben. Alle Figuren sind mir ans Herz gewachsen und ich konnte kaum erwarten, herauszufinden, was mit ihnen passiert. Gleichzeitig geht es um die großen Fragen der Philosophie: Was macht einen Menschen aus? Sind es die Erinnerungen? Was wenn zwei Menschen, die exakt selben Erinnerungen haben? Große Empfehlung✈️✈️

Ganz anders angelegt als erwartet, zieht mich dieses Buch von Anfang in seinen Bann. Kurze Kapitel, in denen man als Leser Leute kennenlernt, bei denn auf einmal das FBI vor der Tür steht und sie mitnimmt. Kennte man den Klappentext über das doppelte Flugzeug samt Insassen nicht, tappte man völlig im Dunkeln. Das Buch geht auf eine sehr eindringliche Art und Weise der Frage nach, was Realität sei. Außerdem konfrontiert es uns Menschen mit der unangenehmen Erfahrung, wie sich der Verlust bislang sicherer Überzeugungen anfühlt. Großartig! Mehr auf meinem Blog "Notizhefte" unter: https://notizhefte.com/2022/12/22/die-anomalie/
Ich weiss nicht was ich erwartet hatte, aber nicht ganz so einen philosophischen Ansatz. Der Schreibstil ist cool und nahm mich gefangen. Diesen Personen zu folgen mit ihren Leben und Doppelgängern, war ein echtes Lesevergnügen. Aber die Simulationserklärung, lässt mich ein wenig ratlos zurück. Zu metaphysisch. Trotzdem eine tolle Geschichte und Mal was völlig anderes.
Interessantes Setting mit ein paar Längen
Die Anomalie entstand dadurch, dass ein Flugzeug, dass im März gelandet war, noch einmal - mit den gleichen Passagieren - im Juni landet. Plötzlich gibt es alle diese Menschen doppelt. 100% gleiche Vergangenheit bis auf 3 Monate. Und so vielfältig die Menschen sind, so unterschiedlich gehen sie damit um. Ich mag Geschichten, in denen eine kleine „Schraube“ verdreht wird. Daraus entsteht Spannendes und es erzählt sehr viel über Menschen. Leider sind es sehr viele Personen in dem Buch, daher am besten eher schneller lesen, damit man nicht durcheinander gerät. Le Tellier schreibt flüssig mit einem zwinkernden Auge, das Buch hat sich so weggelesen. Und in allem ruht die Frage: Ist das echt?






















































