Wir sind das Licht
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Description
Book Information
Author Description
Gerda Blees, geboren 1985, lebt in Haarlem, sie studierte Fine Arts an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und unterrichtete an verschiedenen Universitäten. Ihr Romandebüt Wir sind das Licht wurde u.a. mit dem Nederlandse Boekhandelprijs und dem Europäischen Literaturpreis ausgezeichnet und ist 2022 bei Zsolnay, in der Übersetzung von Lisa Mensing, auf Deutsch erschienen.
Posts
Faszinierende Erzählperspektive(n)
Die Geschichte selbst basiert lose auf einem realen Todesfall durch Unterernährung in einer Wohngemeinschaft in Utrecht. Was die Autorin Gerda Blees jedoch dramaturgisch daraus macht ist unglaublich spannend und facettenreich. Als Leser*in schlüpft man in die verschiedensten Blickwinkel und ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich habe beispielsweise noch nie aus Sicht eines Orangendufts oder eines Cellos eine Erzählung betrachtet. Wie fantasievoll und doch jederzeit schlüssig der Hergang der Ereignisse geschildert wird ist mehr als beeindruckend. Jedes Kapitel überraschte mit neuen Bildern. Dabei wird das sehr ernste Thema feinfühlig und intelligent angesprochen.
25 ganz neue Perspektiven
Eine Frau stirbt. Unterernährt, inmitten ihrer Mitbewohner. Hätten diese ihr helfen sollen, helfen können, helfen müssen? Wir kennen alle Romane aus verschiedenen Erzählperspektiven, aber noch nie habe ich dies so faszinierend, intensiv und teilweise auch originell gelesen wie in dem Buch von Gerda Blees. Da sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie Geschwister oder Eltern, sondern auch rein gedankliche und dann welche, die man so wirklich nicht erwartet, wie den Kugelschreiber oder den Entsafter. Das klingt erst mal verwirrend und vielleicht auch nicht ganz zum Ernst nehmen? Ist es aber definitiv nicht. Im Gegenteil, mir brachten gerade die Alltagsgegenstände oder auch das Haus, der Tatort, die Geschichte sehr nahe. Es lässt einen beim Lesen beobachten, man schaut zu, wie sich das Leben der WG entwickelt, wie es zu dieser tödlichen Abhängigkeit kommt - nicht einmal unbedingt die Abhängigkeit zu Melodie, sondern viel mehr zu der Abhängigkeit an einen Irrglauben, ohne den die vier (und später nur drei) nicht mehr Leben können. Als nicht sehr spirituelle Person hat mich immer schon fasziniert, wie ganz normal gebildete Menschen, z. B. an so einen Humbug wie Lichtnahrung glauben können; Gerda Blees macht dies durch ihre ungewöhnliche Art des Erzählens sehr plastisch sichtbar. Mich haben die Einblicke in die Lebensrealitäten der Vier tief berührt und wie drei von ihnen dabei in ihrer Labilität massiv manipuliert werden. Und gerade nach dem letzten Kapitel stellt sich dann auch die Frage, ob Elisabeths Tod nicht die einzige Möglichkeit zur Flucht war …
Wir sind die Ignoranz.
"Ihre Mitbewohnerin stirbt vor ihren Augen und sie denken an nichts?" [S. 111] Die Autorin hat sich, laut ihrer Danksagung, für dieses Buch von den Nachrichten über den Tod einer Frau in einer Wohngruppe in Utrecht im Sommer 2017 inspirieren lassen. Das Besondere dabei sind nicht nur die unterschiedlichen Perspektiven aus denen die Geschichte erzählt wird, sondern vielmehr, dass dabei auch normalerweise stumme Beobachter, wie zum Beispiel Klang & Liebe, das Brot, der Zweifel oder aber auch der Tatort zu Wort kommen, was mittlerweile zwar ein bekanntes, aber durchaus unterhaltsames Stilmittel ist, auch wenn es sich im Grunde wie eine spezielle Art der Schreibübung liest. Durch die schier unendlichen Möglichkeiten bleibt das Buch dabei durchweg überraschend, da man nie weiß, wer oder was als nächstes seine Beobachtungen teilt. Und da die Kapitel relativ kurz gehalten sind, hatte ich es innerhalb von nur zwei Tagen beendet. Eine Frau stirbt und alle schauen dabei zu, und zwar wirklich alle! Wie das sein kann, erklärt sich die Autorin damit, dass sie die eigenen Interessen der Akteure stets an erster Stelle positioniert, was der Situation ab und an zwar etwas Humor beimischt, aber nicht von der pluralistischen Ignoranz ablenken kann, die im Grunde genau über die richtige Wunde kratzt und ein Gleichnis zwischen den Handlungsfähigen und den Nicht- Handlungsfähigen zieht. Im Grunde sind wir demnach alle Wollsocken... Passend dazu bleibt das Buch sprachlich eher nüchtern und auch die Dialoge haben kaum anderen Input zu bieten. Ein sehr besonderes, messerscharfes, unangenehmes, beklemmendes, modernes, aber vor Allem kluges Buch. Ich hoffe, wir bekommen hierzulande noch mehr von der Autorin zu lesen!
Der Roman der niederländischen Autorin Gerda Blees beschäftigt sich mit einer strafrechtlich und moralisch interessanten Frage: Wieviel Schuld trifft Menschen, die einem anderen Menschen beim Sterben 'zusehen'. Konkret geht es um eine Wohngruppe, die an 'Lichtnahrung' glaubt. Als das älteste und schwächste Mitglied dieser Wohngruppe stirbt, stellt der hinzugezogene Arzt einen nicht natürlichen Tod fest und die Kommissarin Liesbeth, die auch privat mit dem Thema Essstörungen zu tun hat, versucht daraus einen Fall zu machen, stößt dabei jedoch schnell an ihre Grenzen. Interessant ist weiterhin, dass teilweise Gegenstände wie z.B der Entsafter oder Räume wie z.B die Gefängniszelle die Geschichte erzählen. Sie fungieren als neutrale Beobachter und machen sich ihre eigenen Gedanken.
Interessante Idee, aber leider nicht fesselnd
Die Grundidee des Buches fand ich zunächst wirklich spannend: die Erzählweise aus so ungewöhnlichen Perspektiven wie „Wir sind die Nacht“, „Wir sind der Tatort“ oder sogar „Wir sind das Brot“ war definitiv mal etwas völlig Neues. Auch der Aufbau hebt sich klar von typischen Romanen ab und hat mich anfangs neugierig gemacht. Leider hat sich dieser Reiz für mich nicht über die gesamte Geschichte getragen. Stattdessen musste ich mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen, weil die Handlung einfach nicht packen konnte. Viele Stellen wirkten für mich eher langatmig, sodass ich gegen Ende immer mehr nur noch überflogen habe. Schade, denn die Idee und das Potenzial waren da aber für mich hat es am Ende nicht funktioniert
Wir sind das Licht Gerda Blees Aus dem Niederländischen von Lisa Mensing Gelesen von C. Michels, J. Schümann, S. Mittelstädt und B. Fürmann Elisabeth stirbt auf ihrer Luftmatratze. „Glücklich, sanft und zufrieden ist sie entschlafen“, sagen ihre drei Mitbewohner aus der Wohngruppe "Klang und Liebe“ dem zuständigen Arzt. Die Realität sieht aber anders aus: Elisabeth ist verhungert und deshalb werden die drei Mitbewohner Melodie, Muriel und Petrus verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen keinen Krankenwagen gerufen zu haben. Ja, schlimmer: Sie haben gar nichts unternommen um Elisabeth zu retten, ihr nicht einmal etwas zu Essen gegeben! Melodie, Elisabeths Schwester, ist sich keiner Schuld bewusst. Sie ist der festen Überzeugung, dass es keinen Hilferuf gab und ihre drei anderen Bewohner waren ja auch davon überzeugt, dass man nur OHNE Nahrungsmittelaufnahme innere Reinheit erlangen kann. Dieses hat ihnen schließlich ein (gut genährter) Guru erzählt. Das Spezielle an diesen Buch ist, dass nicht - wie man jetzt denken könnte - die Mitbewohner diese Geschichten erzählen, sondern Gerätschaften aus dem Haushalt, der Gefängniszelle und einzelne Körperteile. Da kommt z.B. das Brot, der Entsafter, die Stifte, die Demenz und das Cello zu Wort. Alle haben etwas zu erzählen. Ja, sogar Elisabeths Körper erzählt seine eigene Geschichte - und das mitten auf dem Obduktionstisch. Alle haben eine Meinung und eine eigene Sichtweise und ich stelle ab und zu fest, dass die Gegenstände versuchen mich, den Hörer, zu beeinflussen. Doch am Ende bleibt die Frage: Hat Melodie ihre Mitbewohner manipuliert und sogar zugelassen, dass ihre Schwester stirbt? Das müsst ihr selber herausfinden, denn der Kühlschrank war immer offen - Elisabeth hätte sich nur Essen herausnehmen müssen! Gerda Blies hat hier wirklich ein gelungenes Roman-Debüt geschrieben. Die Idee mit den wechselnden Erzähler-Perspektiven ist unglaublich raffiniert und wurde sehr gut umgesetzt. Allerdings hat mich Melodies dominante Art und die Hilflosigkeit der Mitbewohner zwischendurch wahnsinnig genervt. Erwähnen möchte ich auch unbedingt die vier Sprecher, die dieses Hörbuch zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.
Ich kann mich leider nicht mit all diesen Erzählperspektiven anfreunden. Alles sehr interessant aber nicht so einnehmend, als dass es mich bis zum Ende mit Freude getragen hätte. Ich stelle fest, dass mir Handlung wichtiger ist experimentelle Erzählweisen. Als Hörbuch ganz wunderbar mehrstimmig erzählt!
Gerda Blees erzählt von Menschen, die verzweifelt der Leere in ihrem Leben entgegenwirken. Mit selbstgewähltem Verzicht, sei es auf Nahrung oder materiellen Besitz, trotzen sie ihrer Hilflosigkeit ein Gefühl der Kontrolle ab; je mehr sich diese indes als Kartenhaus erweist, desto mehr gleitet der Verzicht ab ins Absurde. Muriel, Petrus, Melodie und Elisabeth verfallen skrupellosen Gurus, die für einen stolzen Preis ihr Heilversprechen predigen: Glaubst du nur daran, kannst du mit der richtigen Einstellung und disziplinierter Selbstkontrolle auch ohne Nahrung leben, vom Licht allein. Und so magern die Mitglieder dieser kleinen Kommune immer mehr ab, sehen dies indes keineswegs als Beweis dafür, getäuscht worden zu sein. Vielmehr zieht sie ein Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit in den Sog einer stillen Tragödie. Es sind nicht nur die Themen, eine Melange aus Vereinsamung, Manipulation und Sinnsuche, die das Buch zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis machen. So überraschend wie innovativ entspinnt sich die Handlung als vielstimmiger Choral, der nicht nur Menschen eine Stimme verleiht, sondern auch verschiedenen Wesenheiten, Gegenständen und sogar abstrakten Konzepten. So kommt die Nacht zu Wort, der Klang, die Liebe – aber auch der Tatort, der Entsafter und zwei Zigaretten. Ich fühlte mich an »Adas Raum« von Sharon Dodua Otoo erinnert! Dort sprechen zum Beispiel ein Reisigbesen, ein Türklopfer oder ein KZ-Zimmer. Doch »Wir sind Licht« ist keineswegs ein Abklatsch – die beiden Romane sind unverwechselbare Gemälde, die lediglich mit ähnlichen Farben und Pinseln gemalt wurden. Mit leichtem Strich und prägnanten Worten zeichnet Gerda Blees Charaktere, die nicht mehr viel zu geben haben, weil sie in jeglicher Hinsicht am Ende ihrer Kräfte sind. Die Tiefe ihrer Gedanken- und Gefühlswelt lässt sich mehr erahnen als erfassen, und dennoch wirken sie vielschichtig und gut ausgearbeitet. Überhaupt ist der Schreibstil eine Freude: anspruchsvoll, kreativ, fesselnd und klar – kurz gesagt: einzigartig. Dieses originell inszenierte Drama entfaltet eine subtile, fein nuancierte Wirkung – ein beeindruckendes Debüt!
Was bin ich angetan, um nicht zu sagen restlos begeistert, von dem Debütroman von Gerda Blees. Wie oft liest man Bücher, die einen hohen Anspruch und großes Potenzial verheißen und einen mit unerfüllten Erwartungen zurücklassen. Bei „Wir sind das Licht“ ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: der Roman ist ein Lichtblick, ein Jahreshighlight, ein Glücksgriff für alle Leser und Leserinnen, die Freude am Entdecken, am Neuen, am Innovativen haben und für die die Diskurs-Ebene eines Romans ebenso spannend ist wie die eigentliche Geschichte. In diesem Buch strahlt die Ebene der erzählerischen Vermittlung so hell, dass die Story der verhungerten Elisabeth fast zum Nebenschauplatz gerät. Elisabeth, Mitglied einer esoterischen Sekte, die sehr autoritär von ihrer Schwester Melodie geleitet wird, fällt der Annahme zum Opfer, dass der Mensch sich auch ausschließlich von Licht ernähren könnte. Auch wenn die Diskussion um eine mögliche Schuld der anderen Sektenmitglieder die Basis des Romans bildet, dient die eigentliche Handlung lediglich als Gerüst für die vor Energie, sprachlicher Abwechslung und detaillierter Selbstcharakterisierung strotzenden unterschiedlichen Erzählinstanzen. Voller Vorfreude erwartet man als Leser das nächste Kapitel um herauszufinden, aus welcher Perspektive der Vorfall nun im Sprachduktus eines sehr umfassenden pluralis majestatis geschildert wird. Das kann das „Licht“ sein oder auch die „Nacht“, vielleicht auch etwas ganz anderes, das hier aber nicht vorweggenommen werden soll. Alle Kapitel werden durch die unglaublich präzise Treffsicherheit mit der der Charakter der jeweiligen Erzählinstanz eingefangen wird, die Glaubhaftigkeit mit der das Eigeninteresse des Erzählers an dem Fall dargelegt wird und die manchmal schon gnadenlose Selbstentlarvung des Sprechers vereint. „Wir sind das Licht“ ist ein Roman, der auf kunstvolle Weise Objekten, Menschen und abstrakten Konzepten eine Stimme verleiht, die man so noch nicht gehört hat. Das Buch ist ein Fest des literarischen Anspruchs, welches sich erstmal abschreckend anhören mag, aber für niveauvollen Lesegenuss sorgt. Es ist besonders, faszinierend, einfallsreich, frisch, sehr unterhaltend und dabei in seiner Anlage schon fast genial. Schön, dass es solch ein Buch gibt, das sich traut, so facettenreich und unverbraucht die Handwerkskunst einer gediegenen Erzählperspektive aufzeigt.
📚 Inhalt Eine kleine Wohnung in einer unauffälligen Kleinstadt. In ihr leben 4 unterschiedliche Menschen, die durch die Esoterik verbunden sind. Und sie haben sich still und langsam radikalisiert, bis eine von ihnen stirbt: Elisabeth, verhungert vor den Augen ihrer Mitbewohnenden. Wie konnte das passieren? 📖 Meinung Ich kann leider gar nicht sagen, was ich erwartet habe, als ich mit dem Buch begonnen habe. Aber eins ist klar, es war sicher nicht das, was ich gelesen habe. Denn obwohl mich das Buch angezogen hat, hatte ich irgendwie die Befürchtung, dass es mir nicht gefallen wird. Doch das war ganz falsch! Die esoterische Gruppe strebt nach Lichtnahrung und ja, das gibt es tatsächlich. Diese Menschen glauben, das man keine Nahrung zu sich nehmen muss, da der Körper dadurch vergiftet wird und die Energie geraubt wird. So kann man durch verschiedene Kurse, die natürlich nicht gerade günstig sind, lernen, wie man seinen Körper zur Lichtnahrung bringen kann. Und das erleben wir hier, mit dem tragischen Ende, dass sich die meisten Menschen wohl vorstellen können. Ohne Nahrung und Wasser verhungert oder verdurstet man. Elisabeth ist bereits tot als die Geschichte ihren Lauf nimmt. Doch ihr Schicksal und das der Gruppe werden aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt und genau das macht das Buch so besonders. Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Brot, vom Entsafter, vom Haus, usw. Klingt total abgespacet und ist es auch, aber es hat so gut gepasst. Es war so spannend, die Geschichte und die Bewohnenden auf diese Art und Weise kennen zu lernen. Dazu muss ich auch sagen, dass ich die Bewegung der Lichtnahrung sehr interessant finde. Für mich ist das Buch wirklich eine totale Leseempfehlung, die ich jeder ans Herz legen würde. Auch wenn es vielleicht zu Beginn komisch klingt, gebt der Geschichte unbedingt eine Chance. Es lohnt sich wirklich.
Ungewöhnliche Perspektiven und packende Geschichte
Ein Frau stirbt im Beisein ihrer Mitbewohnenden. Die Polizei ermittelt. Gibt es eine Schuld? Gibt es Verantwortliche? Wie konnte es soweit kommen? Eine Geschichte über eine langsame Radikalisierung. Jedes Kapitel berichtet aus einer anderen Perspektive. Doch handelt es sich dabei nicht aus klassischen Sichtweisen. Diese Skurilität hat much sofort in das Buch gesogen. Dann kamen die Charaktere hinzu, dann die Hintergründe und am Ende stehe ich da mit einem neuen Buch in meinen Favoriten. Absolute Leseempfehlung! 🌞

Dieses Buch hat eine unglaubliche „Wucht“
Wir werden direkt am Anfang Zeuge, wie Elisabeth diese Welt verlässt. Sie ist aber in ihren letzen Minuten nicht alleine. Ihre Mitbewohner der Wohngruppe „Klang und Liebe“ sind mit ihr im Raum. Der gerufene Arzt will den Totenschein nicht unterschreiben, denn Elisabeth ist extrem untergewichtig. So wie alle anderen Bewohner auch. Denn alle 4 versuchen auf Essen zu verzichten, um so mit sich und der Welt ins Reine zu kommen. War dieser Tod tatsächlich natürlich oder gar freiwillig? Diese Frage wird erörtert. Das Besondere: in jedem Kapitel erfahren wir die Zusammenhänge aus ganz unterschiedlichen Positionen. Da berichtet, der Zweifel, der Tatort oder auch die Saftpresse. So unglaublich sich dies nun anhört, so unglaublich ist auch die Geschichte. Mich hat sie sprachlos zurückgelassen. Ich habe das Buch im Original gelesen und bin begeistert von Gerda Blees sprachlicher Aussdrucksstärke! Eine absolute Leseempfehlung.
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Author Description
Gerda Blees, geboren 1985, lebt in Haarlem, sie studierte Fine Arts an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und unterrichtete an verschiedenen Universitäten. Ihr Romandebüt Wir sind das Licht wurde u.a. mit dem Nederlandse Boekhandelprijs und dem Europäischen Literaturpreis ausgezeichnet und ist 2022 bei Zsolnay, in der Übersetzung von Lisa Mensing, auf Deutsch erschienen.
Posts
Faszinierende Erzählperspektive(n)
Die Geschichte selbst basiert lose auf einem realen Todesfall durch Unterernährung in einer Wohngemeinschaft in Utrecht. Was die Autorin Gerda Blees jedoch dramaturgisch daraus macht ist unglaublich spannend und facettenreich. Als Leser*in schlüpft man in die verschiedensten Blickwinkel und ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich habe beispielsweise noch nie aus Sicht eines Orangendufts oder eines Cellos eine Erzählung betrachtet. Wie fantasievoll und doch jederzeit schlüssig der Hergang der Ereignisse geschildert wird ist mehr als beeindruckend. Jedes Kapitel überraschte mit neuen Bildern. Dabei wird das sehr ernste Thema feinfühlig und intelligent angesprochen.
25 ganz neue Perspektiven
Eine Frau stirbt. Unterernährt, inmitten ihrer Mitbewohner. Hätten diese ihr helfen sollen, helfen können, helfen müssen? Wir kennen alle Romane aus verschiedenen Erzählperspektiven, aber noch nie habe ich dies so faszinierend, intensiv und teilweise auch originell gelesen wie in dem Buch von Gerda Blees. Da sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie Geschwister oder Eltern, sondern auch rein gedankliche und dann welche, die man so wirklich nicht erwartet, wie den Kugelschreiber oder den Entsafter. Das klingt erst mal verwirrend und vielleicht auch nicht ganz zum Ernst nehmen? Ist es aber definitiv nicht. Im Gegenteil, mir brachten gerade die Alltagsgegenstände oder auch das Haus, der Tatort, die Geschichte sehr nahe. Es lässt einen beim Lesen beobachten, man schaut zu, wie sich das Leben der WG entwickelt, wie es zu dieser tödlichen Abhängigkeit kommt - nicht einmal unbedingt die Abhängigkeit zu Melodie, sondern viel mehr zu der Abhängigkeit an einen Irrglauben, ohne den die vier (und später nur drei) nicht mehr Leben können. Als nicht sehr spirituelle Person hat mich immer schon fasziniert, wie ganz normal gebildete Menschen, z. B. an so einen Humbug wie Lichtnahrung glauben können; Gerda Blees macht dies durch ihre ungewöhnliche Art des Erzählens sehr plastisch sichtbar. Mich haben die Einblicke in die Lebensrealitäten der Vier tief berührt und wie drei von ihnen dabei in ihrer Labilität massiv manipuliert werden. Und gerade nach dem letzten Kapitel stellt sich dann auch die Frage, ob Elisabeths Tod nicht die einzige Möglichkeit zur Flucht war …
Wir sind die Ignoranz.
"Ihre Mitbewohnerin stirbt vor ihren Augen und sie denken an nichts?" [S. 111] Die Autorin hat sich, laut ihrer Danksagung, für dieses Buch von den Nachrichten über den Tod einer Frau in einer Wohngruppe in Utrecht im Sommer 2017 inspirieren lassen. Das Besondere dabei sind nicht nur die unterschiedlichen Perspektiven aus denen die Geschichte erzählt wird, sondern vielmehr, dass dabei auch normalerweise stumme Beobachter, wie zum Beispiel Klang & Liebe, das Brot, der Zweifel oder aber auch der Tatort zu Wort kommen, was mittlerweile zwar ein bekanntes, aber durchaus unterhaltsames Stilmittel ist, auch wenn es sich im Grunde wie eine spezielle Art der Schreibübung liest. Durch die schier unendlichen Möglichkeiten bleibt das Buch dabei durchweg überraschend, da man nie weiß, wer oder was als nächstes seine Beobachtungen teilt. Und da die Kapitel relativ kurz gehalten sind, hatte ich es innerhalb von nur zwei Tagen beendet. Eine Frau stirbt und alle schauen dabei zu, und zwar wirklich alle! Wie das sein kann, erklärt sich die Autorin damit, dass sie die eigenen Interessen der Akteure stets an erster Stelle positioniert, was der Situation ab und an zwar etwas Humor beimischt, aber nicht von der pluralistischen Ignoranz ablenken kann, die im Grunde genau über die richtige Wunde kratzt und ein Gleichnis zwischen den Handlungsfähigen und den Nicht- Handlungsfähigen zieht. Im Grunde sind wir demnach alle Wollsocken... Passend dazu bleibt das Buch sprachlich eher nüchtern und auch die Dialoge haben kaum anderen Input zu bieten. Ein sehr besonderes, messerscharfes, unangenehmes, beklemmendes, modernes, aber vor Allem kluges Buch. Ich hoffe, wir bekommen hierzulande noch mehr von der Autorin zu lesen!
Der Roman der niederländischen Autorin Gerda Blees beschäftigt sich mit einer strafrechtlich und moralisch interessanten Frage: Wieviel Schuld trifft Menschen, die einem anderen Menschen beim Sterben 'zusehen'. Konkret geht es um eine Wohngruppe, die an 'Lichtnahrung' glaubt. Als das älteste und schwächste Mitglied dieser Wohngruppe stirbt, stellt der hinzugezogene Arzt einen nicht natürlichen Tod fest und die Kommissarin Liesbeth, die auch privat mit dem Thema Essstörungen zu tun hat, versucht daraus einen Fall zu machen, stößt dabei jedoch schnell an ihre Grenzen. Interessant ist weiterhin, dass teilweise Gegenstände wie z.B der Entsafter oder Räume wie z.B die Gefängniszelle die Geschichte erzählen. Sie fungieren als neutrale Beobachter und machen sich ihre eigenen Gedanken.
Interessante Idee, aber leider nicht fesselnd
Die Grundidee des Buches fand ich zunächst wirklich spannend: die Erzählweise aus so ungewöhnlichen Perspektiven wie „Wir sind die Nacht“, „Wir sind der Tatort“ oder sogar „Wir sind das Brot“ war definitiv mal etwas völlig Neues. Auch der Aufbau hebt sich klar von typischen Romanen ab und hat mich anfangs neugierig gemacht. Leider hat sich dieser Reiz für mich nicht über die gesamte Geschichte getragen. Stattdessen musste ich mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen, weil die Handlung einfach nicht packen konnte. Viele Stellen wirkten für mich eher langatmig, sodass ich gegen Ende immer mehr nur noch überflogen habe. Schade, denn die Idee und das Potenzial waren da aber für mich hat es am Ende nicht funktioniert
Wir sind das Licht Gerda Blees Aus dem Niederländischen von Lisa Mensing Gelesen von C. Michels, J. Schümann, S. Mittelstädt und B. Fürmann Elisabeth stirbt auf ihrer Luftmatratze. „Glücklich, sanft und zufrieden ist sie entschlafen“, sagen ihre drei Mitbewohner aus der Wohngruppe "Klang und Liebe“ dem zuständigen Arzt. Die Realität sieht aber anders aus: Elisabeth ist verhungert und deshalb werden die drei Mitbewohner Melodie, Muriel und Petrus verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen keinen Krankenwagen gerufen zu haben. Ja, schlimmer: Sie haben gar nichts unternommen um Elisabeth zu retten, ihr nicht einmal etwas zu Essen gegeben! Melodie, Elisabeths Schwester, ist sich keiner Schuld bewusst. Sie ist der festen Überzeugung, dass es keinen Hilferuf gab und ihre drei anderen Bewohner waren ja auch davon überzeugt, dass man nur OHNE Nahrungsmittelaufnahme innere Reinheit erlangen kann. Dieses hat ihnen schließlich ein (gut genährter) Guru erzählt. Das Spezielle an diesen Buch ist, dass nicht - wie man jetzt denken könnte - die Mitbewohner diese Geschichten erzählen, sondern Gerätschaften aus dem Haushalt, der Gefängniszelle und einzelne Körperteile. Da kommt z.B. das Brot, der Entsafter, die Stifte, die Demenz und das Cello zu Wort. Alle haben etwas zu erzählen. Ja, sogar Elisabeths Körper erzählt seine eigene Geschichte - und das mitten auf dem Obduktionstisch. Alle haben eine Meinung und eine eigene Sichtweise und ich stelle ab und zu fest, dass die Gegenstände versuchen mich, den Hörer, zu beeinflussen. Doch am Ende bleibt die Frage: Hat Melodie ihre Mitbewohner manipuliert und sogar zugelassen, dass ihre Schwester stirbt? Das müsst ihr selber herausfinden, denn der Kühlschrank war immer offen - Elisabeth hätte sich nur Essen herausnehmen müssen! Gerda Blies hat hier wirklich ein gelungenes Roman-Debüt geschrieben. Die Idee mit den wechselnden Erzähler-Perspektiven ist unglaublich raffiniert und wurde sehr gut umgesetzt. Allerdings hat mich Melodies dominante Art und die Hilflosigkeit der Mitbewohner zwischendurch wahnsinnig genervt. Erwähnen möchte ich auch unbedingt die vier Sprecher, die dieses Hörbuch zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.
Ich kann mich leider nicht mit all diesen Erzählperspektiven anfreunden. Alles sehr interessant aber nicht so einnehmend, als dass es mich bis zum Ende mit Freude getragen hätte. Ich stelle fest, dass mir Handlung wichtiger ist experimentelle Erzählweisen. Als Hörbuch ganz wunderbar mehrstimmig erzählt!
Gerda Blees erzählt von Menschen, die verzweifelt der Leere in ihrem Leben entgegenwirken. Mit selbstgewähltem Verzicht, sei es auf Nahrung oder materiellen Besitz, trotzen sie ihrer Hilflosigkeit ein Gefühl der Kontrolle ab; je mehr sich diese indes als Kartenhaus erweist, desto mehr gleitet der Verzicht ab ins Absurde. Muriel, Petrus, Melodie und Elisabeth verfallen skrupellosen Gurus, die für einen stolzen Preis ihr Heilversprechen predigen: Glaubst du nur daran, kannst du mit der richtigen Einstellung und disziplinierter Selbstkontrolle auch ohne Nahrung leben, vom Licht allein. Und so magern die Mitglieder dieser kleinen Kommune immer mehr ab, sehen dies indes keineswegs als Beweis dafür, getäuscht worden zu sein. Vielmehr zieht sie ein Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit in den Sog einer stillen Tragödie. Es sind nicht nur die Themen, eine Melange aus Vereinsamung, Manipulation und Sinnsuche, die das Buch zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis machen. So überraschend wie innovativ entspinnt sich die Handlung als vielstimmiger Choral, der nicht nur Menschen eine Stimme verleiht, sondern auch verschiedenen Wesenheiten, Gegenständen und sogar abstrakten Konzepten. So kommt die Nacht zu Wort, der Klang, die Liebe – aber auch der Tatort, der Entsafter und zwei Zigaretten. Ich fühlte mich an »Adas Raum« von Sharon Dodua Otoo erinnert! Dort sprechen zum Beispiel ein Reisigbesen, ein Türklopfer oder ein KZ-Zimmer. Doch »Wir sind Licht« ist keineswegs ein Abklatsch – die beiden Romane sind unverwechselbare Gemälde, die lediglich mit ähnlichen Farben und Pinseln gemalt wurden. Mit leichtem Strich und prägnanten Worten zeichnet Gerda Blees Charaktere, die nicht mehr viel zu geben haben, weil sie in jeglicher Hinsicht am Ende ihrer Kräfte sind. Die Tiefe ihrer Gedanken- und Gefühlswelt lässt sich mehr erahnen als erfassen, und dennoch wirken sie vielschichtig und gut ausgearbeitet. Überhaupt ist der Schreibstil eine Freude: anspruchsvoll, kreativ, fesselnd und klar – kurz gesagt: einzigartig. Dieses originell inszenierte Drama entfaltet eine subtile, fein nuancierte Wirkung – ein beeindruckendes Debüt!
Was bin ich angetan, um nicht zu sagen restlos begeistert, von dem Debütroman von Gerda Blees. Wie oft liest man Bücher, die einen hohen Anspruch und großes Potenzial verheißen und einen mit unerfüllten Erwartungen zurücklassen. Bei „Wir sind das Licht“ ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: der Roman ist ein Lichtblick, ein Jahreshighlight, ein Glücksgriff für alle Leser und Leserinnen, die Freude am Entdecken, am Neuen, am Innovativen haben und für die die Diskurs-Ebene eines Romans ebenso spannend ist wie die eigentliche Geschichte. In diesem Buch strahlt die Ebene der erzählerischen Vermittlung so hell, dass die Story der verhungerten Elisabeth fast zum Nebenschauplatz gerät. Elisabeth, Mitglied einer esoterischen Sekte, die sehr autoritär von ihrer Schwester Melodie geleitet wird, fällt der Annahme zum Opfer, dass der Mensch sich auch ausschließlich von Licht ernähren könnte. Auch wenn die Diskussion um eine mögliche Schuld der anderen Sektenmitglieder die Basis des Romans bildet, dient die eigentliche Handlung lediglich als Gerüst für die vor Energie, sprachlicher Abwechslung und detaillierter Selbstcharakterisierung strotzenden unterschiedlichen Erzählinstanzen. Voller Vorfreude erwartet man als Leser das nächste Kapitel um herauszufinden, aus welcher Perspektive der Vorfall nun im Sprachduktus eines sehr umfassenden pluralis majestatis geschildert wird. Das kann das „Licht“ sein oder auch die „Nacht“, vielleicht auch etwas ganz anderes, das hier aber nicht vorweggenommen werden soll. Alle Kapitel werden durch die unglaublich präzise Treffsicherheit mit der der Charakter der jeweiligen Erzählinstanz eingefangen wird, die Glaubhaftigkeit mit der das Eigeninteresse des Erzählers an dem Fall dargelegt wird und die manchmal schon gnadenlose Selbstentlarvung des Sprechers vereint. „Wir sind das Licht“ ist ein Roman, der auf kunstvolle Weise Objekten, Menschen und abstrakten Konzepten eine Stimme verleiht, die man so noch nicht gehört hat. Das Buch ist ein Fest des literarischen Anspruchs, welches sich erstmal abschreckend anhören mag, aber für niveauvollen Lesegenuss sorgt. Es ist besonders, faszinierend, einfallsreich, frisch, sehr unterhaltend und dabei in seiner Anlage schon fast genial. Schön, dass es solch ein Buch gibt, das sich traut, so facettenreich und unverbraucht die Handwerkskunst einer gediegenen Erzählperspektive aufzeigt.
📚 Inhalt Eine kleine Wohnung in einer unauffälligen Kleinstadt. In ihr leben 4 unterschiedliche Menschen, die durch die Esoterik verbunden sind. Und sie haben sich still und langsam radikalisiert, bis eine von ihnen stirbt: Elisabeth, verhungert vor den Augen ihrer Mitbewohnenden. Wie konnte das passieren? 📖 Meinung Ich kann leider gar nicht sagen, was ich erwartet habe, als ich mit dem Buch begonnen habe. Aber eins ist klar, es war sicher nicht das, was ich gelesen habe. Denn obwohl mich das Buch angezogen hat, hatte ich irgendwie die Befürchtung, dass es mir nicht gefallen wird. Doch das war ganz falsch! Die esoterische Gruppe strebt nach Lichtnahrung und ja, das gibt es tatsächlich. Diese Menschen glauben, das man keine Nahrung zu sich nehmen muss, da der Körper dadurch vergiftet wird und die Energie geraubt wird. So kann man durch verschiedene Kurse, die natürlich nicht gerade günstig sind, lernen, wie man seinen Körper zur Lichtnahrung bringen kann. Und das erleben wir hier, mit dem tragischen Ende, dass sich die meisten Menschen wohl vorstellen können. Ohne Nahrung und Wasser verhungert oder verdurstet man. Elisabeth ist bereits tot als die Geschichte ihren Lauf nimmt. Doch ihr Schicksal und das der Gruppe werden aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt und genau das macht das Buch so besonders. Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Brot, vom Entsafter, vom Haus, usw. Klingt total abgespacet und ist es auch, aber es hat so gut gepasst. Es war so spannend, die Geschichte und die Bewohnenden auf diese Art und Weise kennen zu lernen. Dazu muss ich auch sagen, dass ich die Bewegung der Lichtnahrung sehr interessant finde. Für mich ist das Buch wirklich eine totale Leseempfehlung, die ich jeder ans Herz legen würde. Auch wenn es vielleicht zu Beginn komisch klingt, gebt der Geschichte unbedingt eine Chance. Es lohnt sich wirklich.
Ungewöhnliche Perspektiven und packende Geschichte
Ein Frau stirbt im Beisein ihrer Mitbewohnenden. Die Polizei ermittelt. Gibt es eine Schuld? Gibt es Verantwortliche? Wie konnte es soweit kommen? Eine Geschichte über eine langsame Radikalisierung. Jedes Kapitel berichtet aus einer anderen Perspektive. Doch handelt es sich dabei nicht aus klassischen Sichtweisen. Diese Skurilität hat much sofort in das Buch gesogen. Dann kamen die Charaktere hinzu, dann die Hintergründe und am Ende stehe ich da mit einem neuen Buch in meinen Favoriten. Absolute Leseempfehlung! 🌞

Dieses Buch hat eine unglaubliche „Wucht“
Wir werden direkt am Anfang Zeuge, wie Elisabeth diese Welt verlässt. Sie ist aber in ihren letzen Minuten nicht alleine. Ihre Mitbewohner der Wohngruppe „Klang und Liebe“ sind mit ihr im Raum. Der gerufene Arzt will den Totenschein nicht unterschreiben, denn Elisabeth ist extrem untergewichtig. So wie alle anderen Bewohner auch. Denn alle 4 versuchen auf Essen zu verzichten, um so mit sich und der Welt ins Reine zu kommen. War dieser Tod tatsächlich natürlich oder gar freiwillig? Diese Frage wird erörtert. Das Besondere: in jedem Kapitel erfahren wir die Zusammenhänge aus ganz unterschiedlichen Positionen. Da berichtet, der Zweifel, der Tatort oder auch die Saftpresse. So unglaublich sich dies nun anhört, so unglaublich ist auch die Geschichte. Mich hat sie sprachlos zurückgelassen. Ich habe das Buch im Original gelesen und bin begeistert von Gerda Blees sprachlicher Aussdrucksstärke! Eine absolute Leseempfehlung.





















