Die alte Garde
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Description
Book Information
Author Description
Thomas D. Lee arbeitete als Redakteur und Aushilfslehrer, ehe er 2019 sein Studium in Kreativem Schreiben an der University of Manchester abschloss. Derzeit schreibt er an seiner Doktorarbeit, die sich mit queeren Neuinterpretationen der Artus-Sage beschäftigt. Für seinen Debütroman »Die alte Garde« wurde er mit dem Peters Fraser + Dunlop Prize for Best Fiction ausgezeichnet. Immer wieder spielt er mit dem Gedanken, wie der Zauberer Merlin ein Einsiedler zu werden, der alleine im Wald lebt und nur in Rätseln spricht. Bis es so weit ist, bleibt er in Manchester mit seiner Yuccapalme Carlos.
Posts
“Klappe! Ich brauche keine Lebensratschläge von einem Eichhörnchen, das mal ein Rassist war.”
Unter König Artus hat Sir Kay einen Eid geschworen, von den Toten zurückzukehren, wenn Großbritannien Gefahr droht. Mittlerweile hat er den Kolonialismus erlebt, die Gründung der USA und beide Weltkriege, doch er kann immer weniger den Sinn seines Tuns erkennen. Als er nun aufwacht, beobachtet er fassungslos die Explosion einer Fracking-Anlage, die einen alten Drachen frei lässt. Mit dem kommt er klar, doch schon bald muss er erkennen, dass die Welt ganz andere Probleme hat. Denn gegen den Klimawandel sind die Schwerter der Ritter der Tafelrunde machtlos… Anschnallen bitte, es wird ein wilder Ritt. Durch die Geschichte, durch die Religionen und Ideologien, von Ökoterroristen, Feministen bis militanten Walisern ist alles dabei. Die Welt geht unter, alle hauen sich die Köpfe ein und nebenbei ist da noch ein Drache. Gute Voraussetzungen für Chaos und trockenen Humor und beides hat “Die alte Garde” reichlich. Das Buch ist recht lang und braucht seine Zeit, um Fahrt aufzunehmen, da die Handlung komplex und nicht geradlinig ist, aber es ist die Zeit wert. Auf faszinierende Weise verbindet der Autor die klassische Artussage (mit der er ein wenig aufräumt) mit modernen Themen aller Art und füllt seine Geschichte mit irrwitzigem Chaos, Spannung und Vielseitigkeit. Die Welt mag hoffnungslos sein, doch selbst der prinzipienlose Lancelot schafft es, den sprichwörtlichen Arsch hochzubekommen. Was bleibt, ist eine urkomische, aber auch tiefgründige Geschichte, voller Hoffnung, Mut aber auch Verzweiflung und natürlich einer ganzen Menge Magie.
Wenn sich Ritter der Tafelrunde plötzlich mit dem Klimawandel beschäftigen müssen, Drachen durch Fracking geweckt und Feenwesen ihre Aufmachung machen, ist klar, dass Fantasy hier einen grossen Anteil hat und diese Konstellation hat dann auch mein Interesse geweckt. Das Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren der Saga (und ihr gegenwärtiges Verhalten) hat auch Spass gemacht und auch der trockene Humor des Autors war sehr erfreulich. Nur war mir die Story oft etwas unnötig überladen (mit Begegnungen von Gruppen, die unnötig waren und alles nur in die Länge zogen) und zu spannungsarm . Wirklich warm wurde ich bei all den Protagonisten auch nur mit Ritter Kay, von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte. Die anderen Begleiter, blieben eher blass und nebensächlich. Trotz Potential und vielen interessanten Abschnitten konnte die Geschichte meinen Erwartungen leider nicht ganz gerecht werden. Was bleibt, ist ein unterhaltsames Buch, das aber nicht sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
Mythen meets Moderne
Dieses Buch hat wirklich seinen eigenen Zauber und einen eigenwilligen Stil. Einerseits sind da der Zauber der alten Welt, Magie, Ritter, Hexen, und andererseits sind da die Probleme der Moderne. Klimawandel, Faschismus, Sexismus, eine sterbende Welt. Man würde meinen, dass das unvereinbar ist, dass dem einen oder dem anderen nicht Genüge getan wird, aber mir hat die Balance sehr gefallen. Besonders Kay war mir als Hauptperson sehr sympathisch, er hat eine stille Heldenhaftigkeit, die dennoch der Zeit vielleicht nicht mehr angemessen ist. Das Buch selbst stellt öfter die Frage, welche Art Held wir brauchen, um das Ruder herumzureißen bei den Problemen unserer modernen Welt. Zugegeben habe ich mich ein wenig vor der 'Moral der Geschichte' gefürchtet, weil ich nicht glaube, dass sich das leicht herunterbrechen lässt, aber das Buch hat mich diesbezüglich tatsächlich nicht enttäuscht. Mal wieder ein wenig Fantasy der anderen Art mit aktuellen Themen, aber ohne zu sehr die moralische Keule zu schwingen.
Triff nie deine Helden….
Ich bin mir nicht sicher, ob mir das Ende gefällt. Dennoch fand ich das Buch wirklich schön und gelungen. Das Szenario wirkt vor dem aktuellen Hintergrund bedrückend realistisch und die Botschaft, die über allem steht, ist mehr als wichtig. Ich mag, wie durch die Sichtweisen der alten Ritter Stück für Stück die Legende entzaubert wird, getreu dem Motto „triff nie deine Helden“. Abschließend kann man sagen, es ist keine große Weltliteratur, aber durchaus lesenswert und hat mir Spaß gemacht. Wer einfach nur unterhalten werden und dabei ein wenig nachdenken möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.
Zwar irrwitzig, jedoch weder glorreich noch episch
"Die alte Garde" ist der Debütroman von Thomas D. Lee, dessen Doktorarbeit sich mit einer queeren Neuinterpretation der Artus-Sage beschäftigt. Dieser Roman fügt sich daher ganz galant in seinen Lebenslauf ein und brachte ihm obendrein den Peters + Dunlop Prize for Best Fiction ein. Wann immer Britannien in Gefahr schwebt, erwachen die Ritter der Tafelrunde und steigen aus ihren Gräbern, so sagen es die Legenden. Doch was wenn diese Legenden, diese Märchen, Realität wären? Was würdet ihr sagen, wenn Sir Kay, Lancelot oder Artur plötzlich vor euch stehen und obendrein ein riesiger Drache über euch hinwegfliegt? Könntet ihr das als Realität akzeptieren? Oder würdet ihr an eurem Geisteszustand zweifeln? Gar leugnen gesehen zu haben, was ihr gesehen habt? Genau das treibt Mariam um, als sie eine dieser verfluchten Fracking-Anlagen versehentlich in die Luft jagt und damit eine riesige Drachenkönigin erweckt. Kurz zuvor wurde Sir Kay erweckt, der Mariam natürlich zu Hilfe eilt. Doch schnell stellt Kay fest, dass es nicht Mariam ist, die Hilfe benötigt, sondern die ganze Welt im Argen liegt: Der Meeresspiegel ist gestiegen, ganze Landstriche haben sich in Sumpflandschaften verwandelt, Menschen müssen flüchten, überall zerstören Fracking-Anlagen die Umwelt - kurz die Welt ist am A....! Sir Kay stellt fest, dass eine jahrhundertealte Verschwörung das Land an den Rand des Abgrunds getrieben hat. Allein wird Sir Kay die Welt nicht retten können ... Dieses Buch hat mich schon Monate vor ET auf zweierlei Weise sehr beschäftigt: Zum einen hat mich der Klappentext und die Idee wahnsinnig neugierig gemacht und zum anderen war da immer die Frage: "Kann das funktionieren oder wird das Buch eine Enttäuschung?" Tja, für mich persönlich war es leider eher letzteres und dafür sind verschiedene Aspekte verantwortlich. Zum einen hatte ich so meine Probleme mit dem Schreibstil, der mich so gar nicht einfangen konnte. Oft fehlten mir auch Adjektive, die die Welt erlebbarer, eintauchbarer machten. So blieb ich doch leider nur ein Beobachter am Rande und kein Abenteurer im Getümmel. Auch hatte ich ein Problem mit der Umsetzung der Idee: Statt eine coole Geschichte zu erleben, fühlte ich mich doch oft als würde ich einer Vorlesung beiwohnen, die mich über all die Sünden der Menschheit aufklärt und mir sagt, was alles falsch läuft. Das war hier zu sehr mit dem Holzhammer, etwas mehr Subtilität hätte der Geschichte in diesem Punkt gut getan. Abschließend bleibt mir zu sagen: Das Buch hat auf jeden Fall gute Ansätze und auch die starken Frauencharaktere haben mir durchaus gefallen, hier und da konnte ich mich auch amüsieren, doch leider hat mir das Buch in seiner Gänze nicht so gut gefallen.

Eine absurd wilde Idee, die hier wirklich gut umgesetzt wurde.
In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Mythos und Realität verschwimmen, erweckt Thomas D. Lee mit seinem zeitgenössischen Fantasy-Roman „Die alte Garde“ eine faszinierende und zugleich erschreckende Vision einer nahen Zukunft zum Leben. Der Autor, der für sein Werk mit dem Peters Fraser + Dunlop Prize for Best Fiction ausgezeichnet wurde, entführt uns in eine Version Großbritanniens, die uns zugleich vertraut und unheimlich fremd erscheint. Wir folgen Sir Kay, einem der unsterblichen Ritter der Tafelrunde, der in einem modernen Großbritannien erwacht, das er kaum wiedererkennt. Der Meeresspiegel ist gestiegen, die Armee privatisiert. Alles steht am Abgrund, nicht zuletzt wegen einer jahrhundertealten Verschwörung, die alles zu zerstören droht. Der Schreibstil des Buches ist flüssig und das Lesen angenehm. An einigen Stellen klingt es allerdings abgehackt, was aber auch an der Übersetzung liegen kann. Die Handlung ist mit viel trockenem Humor gespickt, der mich das eine oder andere Mal wirklich zum Lachen gebracht hat. Im Kontrast dazu steht die Zukunft Großbritanniens, die in diesem Szenario sehr düster dargestellt wird, denn nicht nur der Meeresspiegel ist merklich gestiegen, viele Ländereien wurden an die Chinesen verkauft und an allen Ecken und Enden regieren die Reichen und Mächtigen, während ein Großteil der Bevölkerung in Armut und in Lagern lebt. Vor diesem Hintergrund ist es schwer zu sagen, was oder wen man eigentlich retten soll. Thomas D. Lee verbindet in „Die alte Garde“ gekonnt die Artussage mit der modernen Welt. Dabei orientiert er sich stark an den verschiedenen Versionen des Mythos und interpretiert ihn auf interessante Weise. So hat Sir Kay beispielsweise digitale Wurzeln, während Lancelot schwul und in seinen Jugendfreund Galehaut verliebt ist. Das mag auf den ersten Blick erzwungen inklusiv wirken, ist aber schlüssig umgesetzt, so dass auch ein mittelalterlicher Ritter mit dunkler Hautfarbe durchaus Sinn macht. Die Charaktere sind tiefgründig und vielschichtig dargestellt, so dass man sie alle sehr gut nachvollziehen und verstehen kann, warum sie so handeln, wie sie es tun. Vor allem Sir Kay, der Bruder von König Artus, steht hier im Mittelpunkt und muss sich nicht nur mit einem durch Fracking wiedererweckten Drachen auseinandersetzen, sondern auch mit einer ihm fremd gewordenen Welt, was ihm mehr oder weniger gut gelingt, schließlich kennt er die moderne Welt nicht. Obwohl er und auch die anderen Ritter der Tafelrunde sehr alt sind, schaffen sie es, sich einigermaßen an die neue Zeit anzupassen und sich im Laufe des Buches immer besser mit ihr zu arrangieren. Meine Probleme hatte ich allerdings mit Sir Kays Sidekick Mariam, die ein wenig so wirkt, als sei sie nur da, um etwas für die Frauenquote zu tun. Sie gehört zu einer feministischen Aktivistengruppe, die sich dem Klimaschutz verschrieben hat. Das volle Programm also. Vom Charakter her ist sie sehr unausgeglichen, mal ist sie die toughe Frau, dann wieder das naive Mädchen, was so gar nicht zusammenpassen will. Wenn es eines bei ihr nicht gibt, dann ist es, dass sie überhaupt irgendwie konstant ist. Wirklich greifbar wird Mariam als Figur dadurch leider nicht. Alles in allem bietet „Die alte Garde“ eine faszinierende Mischung aus historischer Sage und moderner Fantasy. Thomas D. Lee gelingt es, die Artussage auf innovative Weise in die Handlung einzubinden und den Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Unsterblichkeit zu entführen, die zum Nachdenken anregt, da sie auch Themen behandelt, die in der heutigen Zeit durchaus relevant sind. Diese Mischung ist absolut einzigartig und ich kann das Buch vor allem Fantasy-Fans, die Bücher mit einem ähnlichen Erzählstil wie die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett mögen, wärmstens empfehlen.
Nope..
⚔️ Ein Satz mit X: Das war wohl Nix! ⚔️ Ich wollte es so gerne mögen, weil ich die Idee dahinter ziemlich gefeiert hätte. Die Ritter der Tafelrunde erwachen nämlich wieder zum Leben und retten uns vor der Zerstörung der Erde durch Klimawandel und Co. Gerade am Anfang des Buches beweist Thomas D. Lee noch gekonnt, dass er nicht nur einen Faible für die Artus-Sage (er schreibt sogar seine Doktorarbeit über queere Neuinterpretationen der AS), sondern auch Humor hat, doch Seite um Seite vergeht und es möchte nicht wirklich Spannung aufkommen. Für mich haben sich diese gut 600 Seiten leider an den meisten Stellen gezohohogen wie Kaugummi und ich lege das Buch nun auch gerne wieder beiseite 🫣. Bei Merlins Bart, sogar den Drachen fand ich fade! Die Figuren bleiben eigentlich alle recht lasch in ihrer Entwicklung, es wird zu viel gejammert und zu wenig getan, Britannien stirbt vor sich hin und so auch meine Hoffnung auf eine überraschende Wendung. Die queer-feministischen Ergänzungen zur eigentlichen Sage haben mir gut gefallen, das Ganze aber auch nicht retten können. Meine Erwartungen wurden also leider nicht erfüllt, das passiert. Beim nächsten Mal hoffentlich mit einem weniger dicken Schinken 😄🫠.
Uninteressante Figuren, aufgeblähte Handlung
Charaktere, die sich erst vorm Ende entwickeln, während sie vorher immer wieder herumeiern und jegliche ihrer Handlung dreimal umentschieden haben. Dem Buch hätte es gut getan, sich zu entscheiden, ob es eine Dystopie oder ein Fantasy-Roman sein möchte.
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Author Description
Thomas D. Lee arbeitete als Redakteur und Aushilfslehrer, ehe er 2019 sein Studium in Kreativem Schreiben an der University of Manchester abschloss. Derzeit schreibt er an seiner Doktorarbeit, die sich mit queeren Neuinterpretationen der Artus-Sage beschäftigt. Für seinen Debütroman »Die alte Garde« wurde er mit dem Peters Fraser + Dunlop Prize for Best Fiction ausgezeichnet. Immer wieder spielt er mit dem Gedanken, wie der Zauberer Merlin ein Einsiedler zu werden, der alleine im Wald lebt und nur in Rätseln spricht. Bis es so weit ist, bleibt er in Manchester mit seiner Yuccapalme Carlos.
Posts
“Klappe! Ich brauche keine Lebensratschläge von einem Eichhörnchen, das mal ein Rassist war.”
Unter König Artus hat Sir Kay einen Eid geschworen, von den Toten zurückzukehren, wenn Großbritannien Gefahr droht. Mittlerweile hat er den Kolonialismus erlebt, die Gründung der USA und beide Weltkriege, doch er kann immer weniger den Sinn seines Tuns erkennen. Als er nun aufwacht, beobachtet er fassungslos die Explosion einer Fracking-Anlage, die einen alten Drachen frei lässt. Mit dem kommt er klar, doch schon bald muss er erkennen, dass die Welt ganz andere Probleme hat. Denn gegen den Klimawandel sind die Schwerter der Ritter der Tafelrunde machtlos… Anschnallen bitte, es wird ein wilder Ritt. Durch die Geschichte, durch die Religionen und Ideologien, von Ökoterroristen, Feministen bis militanten Walisern ist alles dabei. Die Welt geht unter, alle hauen sich die Köpfe ein und nebenbei ist da noch ein Drache. Gute Voraussetzungen für Chaos und trockenen Humor und beides hat “Die alte Garde” reichlich. Das Buch ist recht lang und braucht seine Zeit, um Fahrt aufzunehmen, da die Handlung komplex und nicht geradlinig ist, aber es ist die Zeit wert. Auf faszinierende Weise verbindet der Autor die klassische Artussage (mit der er ein wenig aufräumt) mit modernen Themen aller Art und füllt seine Geschichte mit irrwitzigem Chaos, Spannung und Vielseitigkeit. Die Welt mag hoffnungslos sein, doch selbst der prinzipienlose Lancelot schafft es, den sprichwörtlichen Arsch hochzubekommen. Was bleibt, ist eine urkomische, aber auch tiefgründige Geschichte, voller Hoffnung, Mut aber auch Verzweiflung und natürlich einer ganzen Menge Magie.
Wenn sich Ritter der Tafelrunde plötzlich mit dem Klimawandel beschäftigen müssen, Drachen durch Fracking geweckt und Feenwesen ihre Aufmachung machen, ist klar, dass Fantasy hier einen grossen Anteil hat und diese Konstellation hat dann auch mein Interesse geweckt. Das Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren der Saga (und ihr gegenwärtiges Verhalten) hat auch Spass gemacht und auch der trockene Humor des Autors war sehr erfreulich. Nur war mir die Story oft etwas unnötig überladen (mit Begegnungen von Gruppen, die unnötig waren und alles nur in die Länge zogen) und zu spannungsarm . Wirklich warm wurde ich bei all den Protagonisten auch nur mit Ritter Kay, von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte. Die anderen Begleiter, blieben eher blass und nebensächlich. Trotz Potential und vielen interessanten Abschnitten konnte die Geschichte meinen Erwartungen leider nicht ganz gerecht werden. Was bleibt, ist ein unterhaltsames Buch, das aber nicht sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
Mythen meets Moderne
Dieses Buch hat wirklich seinen eigenen Zauber und einen eigenwilligen Stil. Einerseits sind da der Zauber der alten Welt, Magie, Ritter, Hexen, und andererseits sind da die Probleme der Moderne. Klimawandel, Faschismus, Sexismus, eine sterbende Welt. Man würde meinen, dass das unvereinbar ist, dass dem einen oder dem anderen nicht Genüge getan wird, aber mir hat die Balance sehr gefallen. Besonders Kay war mir als Hauptperson sehr sympathisch, er hat eine stille Heldenhaftigkeit, die dennoch der Zeit vielleicht nicht mehr angemessen ist. Das Buch selbst stellt öfter die Frage, welche Art Held wir brauchen, um das Ruder herumzureißen bei den Problemen unserer modernen Welt. Zugegeben habe ich mich ein wenig vor der 'Moral der Geschichte' gefürchtet, weil ich nicht glaube, dass sich das leicht herunterbrechen lässt, aber das Buch hat mich diesbezüglich tatsächlich nicht enttäuscht. Mal wieder ein wenig Fantasy der anderen Art mit aktuellen Themen, aber ohne zu sehr die moralische Keule zu schwingen.
Triff nie deine Helden….
Ich bin mir nicht sicher, ob mir das Ende gefällt. Dennoch fand ich das Buch wirklich schön und gelungen. Das Szenario wirkt vor dem aktuellen Hintergrund bedrückend realistisch und die Botschaft, die über allem steht, ist mehr als wichtig. Ich mag, wie durch die Sichtweisen der alten Ritter Stück für Stück die Legende entzaubert wird, getreu dem Motto „triff nie deine Helden“. Abschließend kann man sagen, es ist keine große Weltliteratur, aber durchaus lesenswert und hat mir Spaß gemacht. Wer einfach nur unterhalten werden und dabei ein wenig nachdenken möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.
Zwar irrwitzig, jedoch weder glorreich noch episch
"Die alte Garde" ist der Debütroman von Thomas D. Lee, dessen Doktorarbeit sich mit einer queeren Neuinterpretation der Artus-Sage beschäftigt. Dieser Roman fügt sich daher ganz galant in seinen Lebenslauf ein und brachte ihm obendrein den Peters + Dunlop Prize for Best Fiction ein. Wann immer Britannien in Gefahr schwebt, erwachen die Ritter der Tafelrunde und steigen aus ihren Gräbern, so sagen es die Legenden. Doch was wenn diese Legenden, diese Märchen, Realität wären? Was würdet ihr sagen, wenn Sir Kay, Lancelot oder Artur plötzlich vor euch stehen und obendrein ein riesiger Drache über euch hinwegfliegt? Könntet ihr das als Realität akzeptieren? Oder würdet ihr an eurem Geisteszustand zweifeln? Gar leugnen gesehen zu haben, was ihr gesehen habt? Genau das treibt Mariam um, als sie eine dieser verfluchten Fracking-Anlagen versehentlich in die Luft jagt und damit eine riesige Drachenkönigin erweckt. Kurz zuvor wurde Sir Kay erweckt, der Mariam natürlich zu Hilfe eilt. Doch schnell stellt Kay fest, dass es nicht Mariam ist, die Hilfe benötigt, sondern die ganze Welt im Argen liegt: Der Meeresspiegel ist gestiegen, ganze Landstriche haben sich in Sumpflandschaften verwandelt, Menschen müssen flüchten, überall zerstören Fracking-Anlagen die Umwelt - kurz die Welt ist am A....! Sir Kay stellt fest, dass eine jahrhundertealte Verschwörung das Land an den Rand des Abgrunds getrieben hat. Allein wird Sir Kay die Welt nicht retten können ... Dieses Buch hat mich schon Monate vor ET auf zweierlei Weise sehr beschäftigt: Zum einen hat mich der Klappentext und die Idee wahnsinnig neugierig gemacht und zum anderen war da immer die Frage: "Kann das funktionieren oder wird das Buch eine Enttäuschung?" Tja, für mich persönlich war es leider eher letzteres und dafür sind verschiedene Aspekte verantwortlich. Zum einen hatte ich so meine Probleme mit dem Schreibstil, der mich so gar nicht einfangen konnte. Oft fehlten mir auch Adjektive, die die Welt erlebbarer, eintauchbarer machten. So blieb ich doch leider nur ein Beobachter am Rande und kein Abenteurer im Getümmel. Auch hatte ich ein Problem mit der Umsetzung der Idee: Statt eine coole Geschichte zu erleben, fühlte ich mich doch oft als würde ich einer Vorlesung beiwohnen, die mich über all die Sünden der Menschheit aufklärt und mir sagt, was alles falsch läuft. Das war hier zu sehr mit dem Holzhammer, etwas mehr Subtilität hätte der Geschichte in diesem Punkt gut getan. Abschließend bleibt mir zu sagen: Das Buch hat auf jeden Fall gute Ansätze und auch die starken Frauencharaktere haben mir durchaus gefallen, hier und da konnte ich mich auch amüsieren, doch leider hat mir das Buch in seiner Gänze nicht so gut gefallen.

Eine absurd wilde Idee, die hier wirklich gut umgesetzt wurde.
In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Mythos und Realität verschwimmen, erweckt Thomas D. Lee mit seinem zeitgenössischen Fantasy-Roman „Die alte Garde“ eine faszinierende und zugleich erschreckende Vision einer nahen Zukunft zum Leben. Der Autor, der für sein Werk mit dem Peters Fraser + Dunlop Prize for Best Fiction ausgezeichnet wurde, entführt uns in eine Version Großbritanniens, die uns zugleich vertraut und unheimlich fremd erscheint. Wir folgen Sir Kay, einem der unsterblichen Ritter der Tafelrunde, der in einem modernen Großbritannien erwacht, das er kaum wiedererkennt. Der Meeresspiegel ist gestiegen, die Armee privatisiert. Alles steht am Abgrund, nicht zuletzt wegen einer jahrhundertealten Verschwörung, die alles zu zerstören droht. Der Schreibstil des Buches ist flüssig und das Lesen angenehm. An einigen Stellen klingt es allerdings abgehackt, was aber auch an der Übersetzung liegen kann. Die Handlung ist mit viel trockenem Humor gespickt, der mich das eine oder andere Mal wirklich zum Lachen gebracht hat. Im Kontrast dazu steht die Zukunft Großbritanniens, die in diesem Szenario sehr düster dargestellt wird, denn nicht nur der Meeresspiegel ist merklich gestiegen, viele Ländereien wurden an die Chinesen verkauft und an allen Ecken und Enden regieren die Reichen und Mächtigen, während ein Großteil der Bevölkerung in Armut und in Lagern lebt. Vor diesem Hintergrund ist es schwer zu sagen, was oder wen man eigentlich retten soll. Thomas D. Lee verbindet in „Die alte Garde“ gekonnt die Artussage mit der modernen Welt. Dabei orientiert er sich stark an den verschiedenen Versionen des Mythos und interpretiert ihn auf interessante Weise. So hat Sir Kay beispielsweise digitale Wurzeln, während Lancelot schwul und in seinen Jugendfreund Galehaut verliebt ist. Das mag auf den ersten Blick erzwungen inklusiv wirken, ist aber schlüssig umgesetzt, so dass auch ein mittelalterlicher Ritter mit dunkler Hautfarbe durchaus Sinn macht. Die Charaktere sind tiefgründig und vielschichtig dargestellt, so dass man sie alle sehr gut nachvollziehen und verstehen kann, warum sie so handeln, wie sie es tun. Vor allem Sir Kay, der Bruder von König Artus, steht hier im Mittelpunkt und muss sich nicht nur mit einem durch Fracking wiedererweckten Drachen auseinandersetzen, sondern auch mit einer ihm fremd gewordenen Welt, was ihm mehr oder weniger gut gelingt, schließlich kennt er die moderne Welt nicht. Obwohl er und auch die anderen Ritter der Tafelrunde sehr alt sind, schaffen sie es, sich einigermaßen an die neue Zeit anzupassen und sich im Laufe des Buches immer besser mit ihr zu arrangieren. Meine Probleme hatte ich allerdings mit Sir Kays Sidekick Mariam, die ein wenig so wirkt, als sei sie nur da, um etwas für die Frauenquote zu tun. Sie gehört zu einer feministischen Aktivistengruppe, die sich dem Klimaschutz verschrieben hat. Das volle Programm also. Vom Charakter her ist sie sehr unausgeglichen, mal ist sie die toughe Frau, dann wieder das naive Mädchen, was so gar nicht zusammenpassen will. Wenn es eines bei ihr nicht gibt, dann ist es, dass sie überhaupt irgendwie konstant ist. Wirklich greifbar wird Mariam als Figur dadurch leider nicht. Alles in allem bietet „Die alte Garde“ eine faszinierende Mischung aus historischer Sage und moderner Fantasy. Thomas D. Lee gelingt es, die Artussage auf innovative Weise in die Handlung einzubinden und den Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Unsterblichkeit zu entführen, die zum Nachdenken anregt, da sie auch Themen behandelt, die in der heutigen Zeit durchaus relevant sind. Diese Mischung ist absolut einzigartig und ich kann das Buch vor allem Fantasy-Fans, die Bücher mit einem ähnlichen Erzählstil wie die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett mögen, wärmstens empfehlen.
Nope..
⚔️ Ein Satz mit X: Das war wohl Nix! ⚔️ Ich wollte es so gerne mögen, weil ich die Idee dahinter ziemlich gefeiert hätte. Die Ritter der Tafelrunde erwachen nämlich wieder zum Leben und retten uns vor der Zerstörung der Erde durch Klimawandel und Co. Gerade am Anfang des Buches beweist Thomas D. Lee noch gekonnt, dass er nicht nur einen Faible für die Artus-Sage (er schreibt sogar seine Doktorarbeit über queere Neuinterpretationen der AS), sondern auch Humor hat, doch Seite um Seite vergeht und es möchte nicht wirklich Spannung aufkommen. Für mich haben sich diese gut 600 Seiten leider an den meisten Stellen gezohohogen wie Kaugummi und ich lege das Buch nun auch gerne wieder beiseite 🫣. Bei Merlins Bart, sogar den Drachen fand ich fade! Die Figuren bleiben eigentlich alle recht lasch in ihrer Entwicklung, es wird zu viel gejammert und zu wenig getan, Britannien stirbt vor sich hin und so auch meine Hoffnung auf eine überraschende Wendung. Die queer-feministischen Ergänzungen zur eigentlichen Sage haben mir gut gefallen, das Ganze aber auch nicht retten können. Meine Erwartungen wurden also leider nicht erfüllt, das passiert. Beim nächsten Mal hoffentlich mit einem weniger dicken Schinken 😄🫠.
Uninteressante Figuren, aufgeblähte Handlung
Charaktere, die sich erst vorm Ende entwickeln, während sie vorher immer wieder herumeiern und jegliche ihrer Handlung dreimal umentschieden haben. Dem Buch hätte es gut getan, sich zu entscheiden, ob es eine Dystopie oder ein Fantasy-Roman sein möchte.














