Der Buchhändler von Gaza
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Von einem Mann, den die Literatur am Leben hält
Gaza-Stadt 2014: In einer versteckten Gasse stößt der Fotojournalist Julien auf einen alten Mann, der inmitten von Büchern lebt. Nabil Al Jaber öffnet seine Buchhandlung mit Tagesanbruch, liest auf ihrer Schwelle und schenkt denen, die zu ihm kommen, ein eigens für sie ausgewähltes Buch. Als Julien den Sechsundsechzigjährigen fotografieren will, ermahnt dieser ihn, sich erst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Ein Leben, das während der Nakba begann und für das Schicksal eines ganzen Volkes steht. Nabil erzählt von Flucht und Vertreibung, von einem dem Elend abgetrotzten Glück – und von der Literatur, die ihm Halt und Hoffnung gab.
»Der Buchhändler von Gaza« gleicht einem kleinen Wunder – ein warmherziger, lebenskluger, tief berührender Roman.
»Ein Roman von brennender Aktualität.« Ouest-France
»Ein notwendiges, unerlässliches Buch!« Trames
»Dieser aufwühlende Roman ist eine Hommage an die Menschen von Gaza, die alles verloren haben.« Libération
»Ein kurzer Roman, der die lange Geschichte der palästinensischen Tragödie erzählt, eine humanistische Fabel. Dieses Buch entfaltet seine Kraft in seiner Einfachheit.« France Culture
»Rachid Benzine ist ein Mann des Friedens und ein großer Schriftsteller.« Le Parisien
Book Information
Author Description
Rachid Benzine, geboren 1971 in Kénitra (Marokko) und aufgewachsen bei Versailles, zählt zu den angesehensten Politologen und Islamwissenschaftlern Europas. Als Autor von sechs hochgelobten Romanen und einigen Sachbüchern wurde er in Frankreich und Marokko mit dem nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Grand Prix du Roman Métis, bei Piper erschien bisher »Als ich ihr Balzac vorlas«.
Posts
... Dass dies für 38 Jahre so bleiben würde, haben wir damals nicht geahnt. Sonst wären wir wohl alle verrückt geworden.
„…Fast alles, was es früher dort gegeben hatte, war verschwunden 😔. Alles war zerstört, in Trümmern 🏚️. Jedes zerbombte Haus stand für eine Familie, eine Geschichte, mehrere Leben 👨👩👧👦. Über die makabre, tödliche Stille herrschten nur noch die Drohnen, Flugzeuge und Befehle der Besatzer ✈️🚁. Die Armut war absolut. Du hattest keine Worte für das, was dir begegnete…“ ⭐️⭐️⭐️⭐️☆ (4,5/5) Der Buchhändler von Gaza ist ein zutiefst erschütterndes Buch 📖 – und eines, das bewusst wehtut. Rachid Benzine verbindet die Liebe zu Büchern mit der brutalen Realität eines Lebens im Gazastreifen ⚔️. Im Mittelpunkt steht ein Buchhändler, Kind eines Christen und einer Muslimin, der einem Journalisten seine Lebensgeschichte erzählt 🗣️ – eine Geschichte voller Trauer, Tod, Verlust und Hoffnungslosigkeit. Diese persönliche Perspektive macht das Buch so eindringlich, weil sie das große politische Geschehen auf ein einzelnes Leben herunterbricht 🎭. Der Roman schildert schonungslos die Gewalt und Zerstörung in Gaza 💥 und thematisiert dabei auch Kriegsverbrechen, die im Kontext des Konflikts begangen werden. Besonders stark ist, wie das Buch die Auswirkungen dieser Gewalt auf den Alltag der Menschen zeigt, die völlige Zerstörung von Heimat, Identität und Zukunft 🏚️🕊️. Dieses Buch ist für alle, die verstehen wollen, warum dieser Konflikt so festgefahren ist und warum Frieden so fern erscheint 🌍. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über Menschlichkeit, über Bücher als Zuflucht 📚 und darüber, wie schwer es ist, inmitten von Chaos Hoffnung zu bewahren ✨. Ein wichtiges, unbequemes und sehr persönliches Werk, das lange nachhallt. 💔🖤❤️🩹

Und ich stelle mir noch immer die Frage, ob wir nicht alle irgendwie „Komplizen der internationalen Ohnmacht“ sind.
Du gehst durch Gaza, deine Augen sind die eines Fotografen. Die Beschreibungen sind detailliert, präzise, umfangreich, sodass die Stadt in deiner Vorstellung mit ihren Geräuschen, Gerüchen und Gassen zum Leben erweckt wird. Bis deine Augen das finden, was du einfangen willst. Und so beginnt die Geschichte von Julien und Nabil. Und sie trifft mitten ins Herz. In diesem kurzweiligen Roman finden sich zwei Erzählweisen, die die beiden Hauptprotagonisten widerspiegeln. Die Passagen des Fotografen sind beschreiben bis ins kleinste Detail, fast greifbar und gleichzeitig distanziert. So als würdest du ein Foto oder eine kurze Videosequenz betrachten. Die Erzählungen des Buchhändlers sind emotional, persönlich, beschreiben Einzelheiten, die das Gesamtbild rahmen. Du lauschst im wahrsten Sinne des Wortes der Geschichte seines Lebens. In der Kürze des Romans und seiner sprachlicher Gestaltung liegen aus meiner Perspektive zwei große Stärken. Der Autor präsentiert uns eine Erzählung über die Vergangenheit, mit so viel Gewicht in der Gegenwart und dem sich immer weiter verflüchtigenden Gedanken, dass die Zukunft doch anders werden könnte. In einem sich sich ewig wiederholenden Kreislauf aus Hoffnungslosigkeit, Vergessen und Unsichtbarkeit. Nabils Leben steht exemplarisch für das Schicksal einer ganzen Nation und deren Lebensrealität. Mein Wissen über den Konflikt zwischen Israel und Palästina sowie den Komplex des Nahostkonflikts ist eher oberflächlicher Natur, sodass ich die genannten, historischen Ereignisse während des Lesens vertiefend recherchierte. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es im Krieg keine Sieger gibt. Die größten Verluste trägt immer die Bevölkerung, deren lebenslanges Leid durch die Erzählung des Buchhändlers greifbarere und verstehbarer wird. Ich will nicht mit dieser Hoffnungslosigkeit enden, sondern damit, dass ich dieses Werk auch als kleinen Liebesbrief an die Literatur und literarische Kunst verstanden habe. Den trotz des bedrückenden Gefühls, was mich während des Lesens begleitete, gab es auch diese Momente. Die der Hoffnung. Mein Dank gilt „theagri“, deren Rezension mich auf „Der Buchhändler von Gaza“ aufmerksam machte. Ebenso bedanke ich mich beim Piper Verlag und NetGalleyDe für die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplars.
Erschütternd, berührend und unbedingt lesenswert!
Der Buchhändler von Gaza ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach liest, sondern spürt. Ich bin über andere Rezensionen darauf gestoßen – und diese Lektüre hat mich tief getroffen. Sie macht den Schmerz, die Ohnmacht und die alltägliche Absurdität des Lebens in Gaza spürbar, ohne je in Voyeurismus oder Pathos abzurutschen. Das Buch spielt vor dem israelischen Angriff, springt aber im Epilog in die Gegenwart. Die Erzählung in der Du‑Form hat mich anfangs etwas auf Distanz gehalten. Wir begleiten den Fotojournalisten Julien, der in Gaza nach Bildern sucht, die nicht nur Zerstörung zeigen, sondern Leben, Hoffnung, Menschlichkeit. Auf dieser Suche begegnet er Nabil, einem Buchhändler, der sich nicht einfach fotografieren lassen will. Stattdessen lädt er Julien ein, über mehrere Tage seine Geschichte zu hören. Nabils Lebensweg ist geprägt von Verlust, Vertreibung, Demütigung und Perspektivlosigkeit – und dennoch ist er kein Mann der Resignation. Seine Liebe zur Literatur, seine Überzeugung an die Kraft der Worte und sein beharrliches Nicht‑Aufgeben machen ihn zu einer Figur, die lange nachhallt. Das Buch zeigt, wie Hoffnung selbst dort existiert, wo die Welt am unmenschlichsten erscheint. Besonders berührt hat mich das Gedicht, das Nabil rezitiert und das ihm Orientierung gibt: Ihr auf der Schwelle, die ihr dasteht, tretet ein und trinkt mit uns arabischen Kaffee. Fühlt euch als Menschen, wie wir, Ihr auf der Schwelle, die ihr dasteht, Kommt aus unserem Morgen heraus, Uns wird beruhigen, so zu sein wie ihr, Wie Menschen! Ein schweres, wichtiges Buch, das ich unbedingt empfehle.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️‼️
Ich habe in den letzten 12 Monaten über 200 Bücher gelesen und dieses hier ist mein absolutes Highlight ‼️ Diese wenigen Seiten haben mich so tief berührt dass ich sie in drei Etappen lesen musste. Ich brauchte Zeit das gelesene sacken zu lassen bevor ich weiter lesen konnte. Ich werde nichts zum Inhalt sagen weil ich nicht Spoilern möchte, aber Leute lest dieses Buch! Fühlt es!Und lasst euch mitreißen in eine Lebenswirklichkeit die für uns völlig unvorstellbar ist!
Ein unglaublich berührendes Buch, das ich immer wieder auch einmal aus der Hand legen musste, weil es an vielen Stellen einfach nur traurig, zornig oder fassungslos macht. "Er hält inne. Kurz berührt er deine Hand und sagt dir freundlich: 'Machen Sie also ihr Foto vom alten Nabil Al Jaber. Verloren zwischen seinen Büchern und verloren in dieser absurden, wütenden, unmenschlichen Welt'". (S. 114) Gerade die einfühlsame und ruhige Sprache, die der Autor Rachid Benzine seinem Buchhändler von Gaza, Nabil, gibt, verstärkt diese Wirkung noch. Schade, dass das Buch nur rund 120 Seiten umfasst; ich hätte sehr gerne noch viel mehr über Nabil und sein Leben erfahren. Aber vielleicht wäre es auch too much gewesen. Who knows? Besonders eindringlich ist für mich, wie das Buch vom Leid der Bevölkerung erzählt, die zu Geiseln der Hamas und der israelischen Besatzung zugleich geworden ist und sich doch nichts sehnlicher wünscht als ein Leben in Frieden und Freiheit. Stellvertretend dafür steht Nabil. Meine Leseempfehlung habt ihr!

Schon lange wollte ich wieder ein Buch über den nahen Osten lesen. Als ich Den Buchhändler von Gaza entdeckte, sprachen mich Titel, Klappentext und das wunderschöne Cover sofort an. Der französische Autor nimmt uns mit bildhaften Worten mit nach Gaza Stadt. Man fühlt sich hinein versetzt zwischen uralte Straßen und Gassen, das bunte Gewimmel, herrliche Farben. Alltägliche Verrichtungen seit langer Zeit immer wieder von den Menschen ausgeführt. Doch über all den schönen Bildern liegt die Melancholie des Vergehens. Zwischendrin Müll, Zerstörung, Vernichtung. Es scheint als warte die Stadt, die Menschen, auf ein Ereignis, das nicht zwingend gut sein muss. Bilder, so eindrücklich, dass man meint den Staub zu atmen. In dieser ungewissen Wartesituation geht das Leben weiter. Als der Autor den Buchhändler Nabil fotografieren will, blickt dieser auf und spricht ihn an. Ein Foto sei keine Bagatelle. Und so beginnt ein Gespräch. Nabil erzählt von Verlust, Flucht, Armut und Not, von Familie und Glauben. Aber auch die Sehnsucht nach Heimat ist ein Thema. Und all dies wird so tief gehend, berührend und sanftmütig erzählt, dass es den Leser ins Herz trifft. Über Menschen wird mit Achtung und Liebe gesprochen. Trotz der furchtbaren Schicksale, die aufwühlen, erschrecken und auch wütend machen. Dies alles ist gekonnt mit viel Gespür für die rechten Worte erzählt. Auch die Achtung und Liebe zum Buch wird in jeder Geste und Handlung sichtbar. Von der Kraft der Worte wird erzählt, Kraft, die Hoffnung weckt. Und dazwischen wird auch Resignation sichtbar. Nicht alles kann vergeben sein. Der Autor erzählt, als würde er mir gegenüber sitzen und erzählt sich selbst seine Erinnerungen an Nabil. So spricht er auch direkt zu mir, ein passendes Stilmittel. Das hat etwas sehr persönliches und hat mir gut gefallen. Auch die Aufteilung in Kapitel mit Buchtiteln ist gut gewählt. Schön ist ebenso, dass die Geschichte sich langsam entfaltet, über mehrere Tage. Denn der Buchhändler erzählt sein Leben, und damit über den Landstrich in dem er lebt, über mehrere Jahrzehnte. "Wir kennen nichts anderes. Wir sind immer noch da. Geister, die mit jedem Tag unsichtbarer werden." Ich habe ein neues Verständnis für die Menschen im Gaza gewonnen, wohl wissend, dass es viele Seiten zu bedenken gibt. Obwohl ich mir bewusst bin, niemals all dies zu durchschauen, was dort passiert, haben alle Betroffenen mein tiefstes Mitgefühl. Ein kleiner Einblick in eine andere Welt hat mir sehr gut getan. Daher kann ich dieses Buch sehr empfehlen!
Die Geschichte hinter dem Gesicht
Du bist als Fotograf im Gazastreifen unterwegs und entdeckst einen alten Mann - einen Buchhändler - der ganz vertieft in seine Lektüre ist. Das soll dein Foto werden! Doch als er dich bemerkt, fragt er dich, ob ein Portrait nicht erst dann richtig gut werden kann, wenn der Fotograf auch die Geschichte hinter dem Gesicht kenne. Und so beginnt er zu erzählen... Es ist erstaunlich wie die kürzesten Bücher die intensivsten Gefühle auslösen können. Die Geschichte dieses Buchhändlers wird mich wohl noch eine Weile begleiten.
vielleicht schon jetzt mein lieblingsbuch 2026
dieses buch hat eine ganz besondere sprache. es wirkt fast wie ein gedicht, weil es sprachlich so dicht & poetisch die umstände dieser welt auf den punkt bringt. während andere bücher einen dazu verleiten über seiten zu fliegen, leitet einen rachid benzine in so einer vorsicht und so einer bedachtheit durch diese erzählung. jeder satz steht für sich & verdient ganz besondere aufmerksamkeit. in so einer schönheit von diesem schicksal zu erzählen ist eine kunst.

Was für ein wunderbares, zartes, intimes, tieftrauriges und doch unglaublich kraftvolles und zutiefst menschliches Buch. Es wird noch sehr lange nachhallen. Eine Hymne an die Literatur, an die Menschlichkeit trotz der alltäglichen Abscheulichkeit. Was für ein Juwel: wegen solcher Bücher bin ich zum Leser geworden.

„Glauben Sie nicht«, fragt er weiter, »ein Porträt wird besser, wenn wir auch kennen, was wir nicht sehen? Sie wirken ja ganz sympathisch. Dieser Ort hier gefällt Ihnen, Sie finden ihn spannend, vielleicht auch authentisch. Der einfache Buchhändler vor seinem Laden hat Sie offenbar angezogen. Aber steckt hinter jedem Blick nicht auch eine Geschichte? Die eines Lebens. Manchmal die Geschichte eines ganzen Volks. Wollen Sie meine Geschichte hören, Herr Fotograf?" • 5/5 Ich wusste von Anfang an, dass dieses Buch emotional werden würde, aber wie sehr es mich letztendlich berührt hat, hat mich trotzdem überrascht. „Der Buchhändler von Gaza" ist eine stille, eindringliche Geschichte über Menschlichkeit, Verlust und Hoffnung inmitten von Krieg und Zerstörung. Besonders beeindruckt hat mich die Figur von Nabil al Jaber, der trotz allem an der Kraft der Literatur festhalt und sie sogar verschenkt, um anderen Menschen Trost zu geben. Die Gesprache zwischen ihm und dem Fotografen sind ruhig und genau darin liegt ihre Stärke. Stück für Stück erfährt man mehr über seine Vergangenheit, eine Geschichte voller Schmerz, Flucht und Ungerechtigkeit. Und doch ist sie nie hoffnungslos. Immer wieder blitzt ein leiser Optimismus auf, der lange nach dem Lesen nachhallt. Die Sprache ist poetisch und gleichzeitig sehr klar. Das Buch ist kurz, aber unglaublich intensiv. Es regt zum Nachdenken an und bleibt im Herzen. Ein sehr bewegendes Buch, das zeigt, wie wichtig Mitgefühl, Geschichten und Hoffnung sind, selbst in den dunkelsten Zeiten.

Guter und wichtiger Inhalt, der mich aber nur oberflächlich berührt hat
In dieser Geschichte wäre definitiv mehr drin gewesen. Insgesamt ein sehr wichtiges Thema, die geschilderte Familiengeschichte ist sehr eindrücklich und weckt viel Verständnis für die palästinensische Perspektive. Die erzählten Ereignisse werden jedoch relativ flach abgehandelt, so dass sie eine Oberfläche anreisen, aber nicht wirklich tief zu mir durchdringen könnten, das fand ich sehr schade. Der Journalist hatte eine klare Zuhörerrolle, es fand wenig Dialog und wenig Nachfragen statt, das hätte das Buch sicher interessanter gemacht. Zudem tauchen am Anfang drei Bücher auf, die dann gar keine Rolle mehr spielen,. Dafür gibt es jede Menge Bezug zu anderen Büchern, die ich nicht gelesen habe, was meinen Erkenntnisgewinn möglicherweise geschmälert hat. Ich gebe dennoch vier Sterne, weil ich das Thema einfach immens wichtig finde.
Ein Einblick, der zum Nachdenken einlädt.
Puh... ein schweres Buch. Eigentlich ein kurzes, aber dafür um so wichtiger. Für dieses Buch braucht man Ruhe und Zeit. Die ersten Seiten sind schon so gepackt mit Eindrücken, dass es fast einer Überflutung gleich kommt. Man fühlt sich Vorort, sieht, riecht alles und bekommt dieses Gefühl, als wenn man dort durch die Straßen geht. Es ist eine Geschichte, die erzählt werden muss. Eine Seite, die oft zu kurz kommt, falls sie überhaupt Erwähnung findet. Rachid Benzine schreibt so einmalig, so eindringlich, daß die Bilder, die man im Fernsehen oder Online gesehen hat, daneben verblassen.

Julien, Fotojournalist, entdeckt in Gaza-Stadt eine Buchhandlung, in der ein alter Mann umgeben von Büchern lebt. Als Julien ihn fotografieren will, bittet Nabil, der Buchhändler, ihn, sich zuerst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Eine Geschichte über das Schicksal eines ganzen Volkes, das alles verloren hat. Über Flucht, ein Leben im Lager, über Unterdrückung und Entrechtung, den Einfluss der Hamas, Heimatlosigkeit und Vertreibung. Und die Frage: wieviel kann ein Mensch ertragen und aushalten? Es ist aber auch die Geschichte über ein Leben mit Büchern inmitten einer zerstörten Stadt, über die Kraft der Literatur, die Nabil nicht verzweifeln ließ und ihn am Leben hält. Ein intensives und sehr aktuelles Buch, bei dem ich mich trotz der poetischen Sprache sehr konzentrieren musste, um der Geschichte Palästinas folgen zu können und sie zu verstehen. Julien hat dabei nur die Rolle des Zuhörers, da hätte ich mir mehr Fragen gewünscht... leider kannte ich auch nicht alle (klassischen) Romane, auf die Nabil zurückgreift, um seine Geschichte zu erzählen. Deswegen nicht nur von der Thematik her ein nicht ganz einfaches Buch! Trotzdem sicherlich sehr wichtig und lesenswert!
Sternebewertung fiktiv
Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so getroffen hat wie dieses. Und ich habe wirklich selten beim Lesen so viel geweint. Auf gerade einmal rund 125 Seiten entfaltet sich hier eine Welt, die so weit weg wirkt und gleichzeitig erschreckend nah geht. Eine Geschichte, die leise beginnt und sich dann tief unter die Haut schreibt. Am 14. Mai 1948 verändert sich für ein Volk die ganze Welt: Israel verkündet seine Unabhängigkeit. Ein Satz, der nüchtern klingt und doch eine Realität beschreibt, deren Folgen bis heute nachhallen. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch dieses Buch. „Mein Großvater hielt an diesem Tag eine Handvoll Erde umklammert, die er in einem Stoffbeutel aus Balad al-sheikh mitgenommen hatte. An diesem 4. Mai blickte er zum Horizont und ließ die heimatliche Erde langsam durch seine Finger rieseln „ Seite 41 Wir begleiten Julien, der 2014 durch die Gassen von Gaza als Journalist streift und auf ein Bild trifft, das sich einprägt. Ein Mann, Nabil Al Jabar, sitzt vor einem Buchladen und liest, als wäre die Welt um ihn herum still. Als gäbe es keinen Lärm, keinen Schmerz, keinen Krieg. Dieses Bild ging auch durch die auch durch die Presse. Doch genau darin liegt die Kraft dieses Buches. Denn Nabil ist nicht einfach nur dieses Bild. Er ist eine Geschichte. Und er ist erst bereit, sich zeigen zu lassen, wenn er erzählen darf. Und was folgt, ist schwer auszuhalten und gleichzeitig unmöglich aus der Hand zu legen. Wir lernen einen Menschen kennen, der trotz allem eine unglaubliche Wärme in sich trägt. Gastfreundlich, empathisch, belesen. Aber auch geprägt von Verlust, Angst und einer Realität, die sich kaum in Worte fassen lässt. Seine Liebe zu Büchern wirkt dabei fast wie ein stiller Widerstand. Wie ein Festhalten an Menschlichkeit. Dieses Buch ist klug. Es ist poetisch. Und es ist zutiefst herzzerreißend. Jede Seite fühlt sich intensiv an, jede Zeile trägt Gewicht. Für mich persönlich hat sich dieses Buch nicht nur gelesen, es hat sich eingebrannt in mein Herz und meinen Kopf. Auch ein großes Lob an die Übersetzung: Die Sprache transportiert genau das, was dieser Text braucht, Gefühl, Tiefe und eine besondere Klarheit. „Alles war jetzt rot: die Sonne , der Himmel, sogar der Staub. Rot und schwarz, als hätte die Welt entschieden, an diesem Tag zu sterben. Seite 65 Ein kleines Buch mit enormer Wirkung. Schmerzhaft ehrlich, unglaublich berührend und für mich definitiv eines meiner Jahreshighlights. Dieses Buch muss gelesen werden.
Bewegende Einblicke in die Geschichte eines Lebens in Gaza
Regt zum Nachdenken an und führt dazu sich mit der Geschichte Palästinas auseinandersetzen zu wollen. Die Erzählung des Buchhändlers ist tragisch und doch scheint er so viel Hoffnung in sich zu tragen. Das Ende hat mich sehr mitgenommen und man hätte sich natürlich etwas erhofft. Ein Punkt Abzug, das es doch recht kurzweilig ist und ich mir noch mehr geschichtliche Einordnung vorstellen könnte.
Sehr gut und sehr traurig!
Das Buch ist sehr poetisch an manchen Stellen geschrieben und ich mochte die Aufmachung der Geschichte, sich an der Biographie des Buchhändlers durch palästinensische Geschichte seit ca. 1940 entlangzuhangeln. Das Geschichten ist sehr traurig und in der Traurigkeit sehr kurz, ich hatte das Gefühl die Gewalt die zu dem Trauer führt nicht ganz greifen zu können, weil es immer und immer schnell weiter ging. Vielleicht war auch das ein bisschen der point, 20 Jahre Gefängnis und den Tod von nahestehenden Menschen kann man eben auch kurz beschreiben. Man muss etwas ready dafür sein, dass Übergänge zwischen den einzelnen Storyabschnitten schnell gehen, obwohl man vllt gerne noch mehr über die Gefühlswelt der Menschen erfahren würde. Den Fokus auf Bücher und die Relevanz von Kunst fürs Durchstehen von Leid hat mich bewegt. Ich mochte das Buch<3
Description
Von einem Mann, den die Literatur am Leben hält
Gaza-Stadt 2014: In einer versteckten Gasse stößt der Fotojournalist Julien auf einen alten Mann, der inmitten von Büchern lebt. Nabil Al Jaber öffnet seine Buchhandlung mit Tagesanbruch, liest auf ihrer Schwelle und schenkt denen, die zu ihm kommen, ein eigens für sie ausgewähltes Buch. Als Julien den Sechsundsechzigjährigen fotografieren will, ermahnt dieser ihn, sich erst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Ein Leben, das während der Nakba begann und für das Schicksal eines ganzen Volkes steht. Nabil erzählt von Flucht und Vertreibung, von einem dem Elend abgetrotzten Glück – und von der Literatur, die ihm Halt und Hoffnung gab.
»Der Buchhändler von Gaza« gleicht einem kleinen Wunder – ein warmherziger, lebenskluger, tief berührender Roman.
»Ein Roman von brennender Aktualität.« Ouest-France
»Ein notwendiges, unerlässliches Buch!« Trames
»Dieser aufwühlende Roman ist eine Hommage an die Menschen von Gaza, die alles verloren haben.« Libération
»Ein kurzer Roman, der die lange Geschichte der palästinensischen Tragödie erzählt, eine humanistische Fabel. Dieses Buch entfaltet seine Kraft in seiner Einfachheit.« France Culture
»Rachid Benzine ist ein Mann des Friedens und ein großer Schriftsteller.« Le Parisien
Book Information
Author Description
Rachid Benzine, geboren 1971 in Kénitra (Marokko) und aufgewachsen bei Versailles, zählt zu den angesehensten Politologen und Islamwissenschaftlern Europas. Als Autor von sechs hochgelobten Romanen und einigen Sachbüchern wurde er in Frankreich und Marokko mit dem nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Grand Prix du Roman Métis, bei Piper erschien bisher »Als ich ihr Balzac vorlas«.
Posts
... Dass dies für 38 Jahre so bleiben würde, haben wir damals nicht geahnt. Sonst wären wir wohl alle verrückt geworden.
„…Fast alles, was es früher dort gegeben hatte, war verschwunden 😔. Alles war zerstört, in Trümmern 🏚️. Jedes zerbombte Haus stand für eine Familie, eine Geschichte, mehrere Leben 👨👩👧👦. Über die makabre, tödliche Stille herrschten nur noch die Drohnen, Flugzeuge und Befehle der Besatzer ✈️🚁. Die Armut war absolut. Du hattest keine Worte für das, was dir begegnete…“ ⭐️⭐️⭐️⭐️☆ (4,5/5) Der Buchhändler von Gaza ist ein zutiefst erschütterndes Buch 📖 – und eines, das bewusst wehtut. Rachid Benzine verbindet die Liebe zu Büchern mit der brutalen Realität eines Lebens im Gazastreifen ⚔️. Im Mittelpunkt steht ein Buchhändler, Kind eines Christen und einer Muslimin, der einem Journalisten seine Lebensgeschichte erzählt 🗣️ – eine Geschichte voller Trauer, Tod, Verlust und Hoffnungslosigkeit. Diese persönliche Perspektive macht das Buch so eindringlich, weil sie das große politische Geschehen auf ein einzelnes Leben herunterbricht 🎭. Der Roman schildert schonungslos die Gewalt und Zerstörung in Gaza 💥 und thematisiert dabei auch Kriegsverbrechen, die im Kontext des Konflikts begangen werden. Besonders stark ist, wie das Buch die Auswirkungen dieser Gewalt auf den Alltag der Menschen zeigt, die völlige Zerstörung von Heimat, Identität und Zukunft 🏚️🕊️. Dieses Buch ist für alle, die verstehen wollen, warum dieser Konflikt so festgefahren ist und warum Frieden so fern erscheint 🌍. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über Menschlichkeit, über Bücher als Zuflucht 📚 und darüber, wie schwer es ist, inmitten von Chaos Hoffnung zu bewahren ✨. Ein wichtiges, unbequemes und sehr persönliches Werk, das lange nachhallt. 💔🖤❤️🩹

Und ich stelle mir noch immer die Frage, ob wir nicht alle irgendwie „Komplizen der internationalen Ohnmacht“ sind.
Du gehst durch Gaza, deine Augen sind die eines Fotografen. Die Beschreibungen sind detailliert, präzise, umfangreich, sodass die Stadt in deiner Vorstellung mit ihren Geräuschen, Gerüchen und Gassen zum Leben erweckt wird. Bis deine Augen das finden, was du einfangen willst. Und so beginnt die Geschichte von Julien und Nabil. Und sie trifft mitten ins Herz. In diesem kurzweiligen Roman finden sich zwei Erzählweisen, die die beiden Hauptprotagonisten widerspiegeln. Die Passagen des Fotografen sind beschreiben bis ins kleinste Detail, fast greifbar und gleichzeitig distanziert. So als würdest du ein Foto oder eine kurze Videosequenz betrachten. Die Erzählungen des Buchhändlers sind emotional, persönlich, beschreiben Einzelheiten, die das Gesamtbild rahmen. Du lauschst im wahrsten Sinne des Wortes der Geschichte seines Lebens. In der Kürze des Romans und seiner sprachlicher Gestaltung liegen aus meiner Perspektive zwei große Stärken. Der Autor präsentiert uns eine Erzählung über die Vergangenheit, mit so viel Gewicht in der Gegenwart und dem sich immer weiter verflüchtigenden Gedanken, dass die Zukunft doch anders werden könnte. In einem sich sich ewig wiederholenden Kreislauf aus Hoffnungslosigkeit, Vergessen und Unsichtbarkeit. Nabils Leben steht exemplarisch für das Schicksal einer ganzen Nation und deren Lebensrealität. Mein Wissen über den Konflikt zwischen Israel und Palästina sowie den Komplex des Nahostkonflikts ist eher oberflächlicher Natur, sodass ich die genannten, historischen Ereignisse während des Lesens vertiefend recherchierte. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es im Krieg keine Sieger gibt. Die größten Verluste trägt immer die Bevölkerung, deren lebenslanges Leid durch die Erzählung des Buchhändlers greifbarere und verstehbarer wird. Ich will nicht mit dieser Hoffnungslosigkeit enden, sondern damit, dass ich dieses Werk auch als kleinen Liebesbrief an die Literatur und literarische Kunst verstanden habe. Den trotz des bedrückenden Gefühls, was mich während des Lesens begleitete, gab es auch diese Momente. Die der Hoffnung. Mein Dank gilt „theagri“, deren Rezension mich auf „Der Buchhändler von Gaza“ aufmerksam machte. Ebenso bedanke ich mich beim Piper Verlag und NetGalleyDe für die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplars.
Erschütternd, berührend und unbedingt lesenswert!
Der Buchhändler von Gaza ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach liest, sondern spürt. Ich bin über andere Rezensionen darauf gestoßen – und diese Lektüre hat mich tief getroffen. Sie macht den Schmerz, die Ohnmacht und die alltägliche Absurdität des Lebens in Gaza spürbar, ohne je in Voyeurismus oder Pathos abzurutschen. Das Buch spielt vor dem israelischen Angriff, springt aber im Epilog in die Gegenwart. Die Erzählung in der Du‑Form hat mich anfangs etwas auf Distanz gehalten. Wir begleiten den Fotojournalisten Julien, der in Gaza nach Bildern sucht, die nicht nur Zerstörung zeigen, sondern Leben, Hoffnung, Menschlichkeit. Auf dieser Suche begegnet er Nabil, einem Buchhändler, der sich nicht einfach fotografieren lassen will. Stattdessen lädt er Julien ein, über mehrere Tage seine Geschichte zu hören. Nabils Lebensweg ist geprägt von Verlust, Vertreibung, Demütigung und Perspektivlosigkeit – und dennoch ist er kein Mann der Resignation. Seine Liebe zur Literatur, seine Überzeugung an die Kraft der Worte und sein beharrliches Nicht‑Aufgeben machen ihn zu einer Figur, die lange nachhallt. Das Buch zeigt, wie Hoffnung selbst dort existiert, wo die Welt am unmenschlichsten erscheint. Besonders berührt hat mich das Gedicht, das Nabil rezitiert und das ihm Orientierung gibt: Ihr auf der Schwelle, die ihr dasteht, tretet ein und trinkt mit uns arabischen Kaffee. Fühlt euch als Menschen, wie wir, Ihr auf der Schwelle, die ihr dasteht, Kommt aus unserem Morgen heraus, Uns wird beruhigen, so zu sein wie ihr, Wie Menschen! Ein schweres, wichtiges Buch, das ich unbedingt empfehle.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️‼️
Ich habe in den letzten 12 Monaten über 200 Bücher gelesen und dieses hier ist mein absolutes Highlight ‼️ Diese wenigen Seiten haben mich so tief berührt dass ich sie in drei Etappen lesen musste. Ich brauchte Zeit das gelesene sacken zu lassen bevor ich weiter lesen konnte. Ich werde nichts zum Inhalt sagen weil ich nicht Spoilern möchte, aber Leute lest dieses Buch! Fühlt es!Und lasst euch mitreißen in eine Lebenswirklichkeit die für uns völlig unvorstellbar ist!
Ein unglaublich berührendes Buch, das ich immer wieder auch einmal aus der Hand legen musste, weil es an vielen Stellen einfach nur traurig, zornig oder fassungslos macht. "Er hält inne. Kurz berührt er deine Hand und sagt dir freundlich: 'Machen Sie also ihr Foto vom alten Nabil Al Jaber. Verloren zwischen seinen Büchern und verloren in dieser absurden, wütenden, unmenschlichen Welt'". (S. 114) Gerade die einfühlsame und ruhige Sprache, die der Autor Rachid Benzine seinem Buchhändler von Gaza, Nabil, gibt, verstärkt diese Wirkung noch. Schade, dass das Buch nur rund 120 Seiten umfasst; ich hätte sehr gerne noch viel mehr über Nabil und sein Leben erfahren. Aber vielleicht wäre es auch too much gewesen. Who knows? Besonders eindringlich ist für mich, wie das Buch vom Leid der Bevölkerung erzählt, die zu Geiseln der Hamas und der israelischen Besatzung zugleich geworden ist und sich doch nichts sehnlicher wünscht als ein Leben in Frieden und Freiheit. Stellvertretend dafür steht Nabil. Meine Leseempfehlung habt ihr!

Schon lange wollte ich wieder ein Buch über den nahen Osten lesen. Als ich Den Buchhändler von Gaza entdeckte, sprachen mich Titel, Klappentext und das wunderschöne Cover sofort an. Der französische Autor nimmt uns mit bildhaften Worten mit nach Gaza Stadt. Man fühlt sich hinein versetzt zwischen uralte Straßen und Gassen, das bunte Gewimmel, herrliche Farben. Alltägliche Verrichtungen seit langer Zeit immer wieder von den Menschen ausgeführt. Doch über all den schönen Bildern liegt die Melancholie des Vergehens. Zwischendrin Müll, Zerstörung, Vernichtung. Es scheint als warte die Stadt, die Menschen, auf ein Ereignis, das nicht zwingend gut sein muss. Bilder, so eindrücklich, dass man meint den Staub zu atmen. In dieser ungewissen Wartesituation geht das Leben weiter. Als der Autor den Buchhändler Nabil fotografieren will, blickt dieser auf und spricht ihn an. Ein Foto sei keine Bagatelle. Und so beginnt ein Gespräch. Nabil erzählt von Verlust, Flucht, Armut und Not, von Familie und Glauben. Aber auch die Sehnsucht nach Heimat ist ein Thema. Und all dies wird so tief gehend, berührend und sanftmütig erzählt, dass es den Leser ins Herz trifft. Über Menschen wird mit Achtung und Liebe gesprochen. Trotz der furchtbaren Schicksale, die aufwühlen, erschrecken und auch wütend machen. Dies alles ist gekonnt mit viel Gespür für die rechten Worte erzählt. Auch die Achtung und Liebe zum Buch wird in jeder Geste und Handlung sichtbar. Von der Kraft der Worte wird erzählt, Kraft, die Hoffnung weckt. Und dazwischen wird auch Resignation sichtbar. Nicht alles kann vergeben sein. Der Autor erzählt, als würde er mir gegenüber sitzen und erzählt sich selbst seine Erinnerungen an Nabil. So spricht er auch direkt zu mir, ein passendes Stilmittel. Das hat etwas sehr persönliches und hat mir gut gefallen. Auch die Aufteilung in Kapitel mit Buchtiteln ist gut gewählt. Schön ist ebenso, dass die Geschichte sich langsam entfaltet, über mehrere Tage. Denn der Buchhändler erzählt sein Leben, und damit über den Landstrich in dem er lebt, über mehrere Jahrzehnte. "Wir kennen nichts anderes. Wir sind immer noch da. Geister, die mit jedem Tag unsichtbarer werden." Ich habe ein neues Verständnis für die Menschen im Gaza gewonnen, wohl wissend, dass es viele Seiten zu bedenken gibt. Obwohl ich mir bewusst bin, niemals all dies zu durchschauen, was dort passiert, haben alle Betroffenen mein tiefstes Mitgefühl. Ein kleiner Einblick in eine andere Welt hat mir sehr gut getan. Daher kann ich dieses Buch sehr empfehlen!
Die Geschichte hinter dem Gesicht
Du bist als Fotograf im Gazastreifen unterwegs und entdeckst einen alten Mann - einen Buchhändler - der ganz vertieft in seine Lektüre ist. Das soll dein Foto werden! Doch als er dich bemerkt, fragt er dich, ob ein Portrait nicht erst dann richtig gut werden kann, wenn der Fotograf auch die Geschichte hinter dem Gesicht kenne. Und so beginnt er zu erzählen... Es ist erstaunlich wie die kürzesten Bücher die intensivsten Gefühle auslösen können. Die Geschichte dieses Buchhändlers wird mich wohl noch eine Weile begleiten.
vielleicht schon jetzt mein lieblingsbuch 2026
dieses buch hat eine ganz besondere sprache. es wirkt fast wie ein gedicht, weil es sprachlich so dicht & poetisch die umstände dieser welt auf den punkt bringt. während andere bücher einen dazu verleiten über seiten zu fliegen, leitet einen rachid benzine in so einer vorsicht und so einer bedachtheit durch diese erzählung. jeder satz steht für sich & verdient ganz besondere aufmerksamkeit. in so einer schönheit von diesem schicksal zu erzählen ist eine kunst.

Was für ein wunderbares, zartes, intimes, tieftrauriges und doch unglaublich kraftvolles und zutiefst menschliches Buch. Es wird noch sehr lange nachhallen. Eine Hymne an die Literatur, an die Menschlichkeit trotz der alltäglichen Abscheulichkeit. Was für ein Juwel: wegen solcher Bücher bin ich zum Leser geworden.

„Glauben Sie nicht«, fragt er weiter, »ein Porträt wird besser, wenn wir auch kennen, was wir nicht sehen? Sie wirken ja ganz sympathisch. Dieser Ort hier gefällt Ihnen, Sie finden ihn spannend, vielleicht auch authentisch. Der einfache Buchhändler vor seinem Laden hat Sie offenbar angezogen. Aber steckt hinter jedem Blick nicht auch eine Geschichte? Die eines Lebens. Manchmal die Geschichte eines ganzen Volks. Wollen Sie meine Geschichte hören, Herr Fotograf?" • 5/5 Ich wusste von Anfang an, dass dieses Buch emotional werden würde, aber wie sehr es mich letztendlich berührt hat, hat mich trotzdem überrascht. „Der Buchhändler von Gaza" ist eine stille, eindringliche Geschichte über Menschlichkeit, Verlust und Hoffnung inmitten von Krieg und Zerstörung. Besonders beeindruckt hat mich die Figur von Nabil al Jaber, der trotz allem an der Kraft der Literatur festhalt und sie sogar verschenkt, um anderen Menschen Trost zu geben. Die Gesprache zwischen ihm und dem Fotografen sind ruhig und genau darin liegt ihre Stärke. Stück für Stück erfährt man mehr über seine Vergangenheit, eine Geschichte voller Schmerz, Flucht und Ungerechtigkeit. Und doch ist sie nie hoffnungslos. Immer wieder blitzt ein leiser Optimismus auf, der lange nach dem Lesen nachhallt. Die Sprache ist poetisch und gleichzeitig sehr klar. Das Buch ist kurz, aber unglaublich intensiv. Es regt zum Nachdenken an und bleibt im Herzen. Ein sehr bewegendes Buch, das zeigt, wie wichtig Mitgefühl, Geschichten und Hoffnung sind, selbst in den dunkelsten Zeiten.

Guter und wichtiger Inhalt, der mich aber nur oberflächlich berührt hat
In dieser Geschichte wäre definitiv mehr drin gewesen. Insgesamt ein sehr wichtiges Thema, die geschilderte Familiengeschichte ist sehr eindrücklich und weckt viel Verständnis für die palästinensische Perspektive. Die erzählten Ereignisse werden jedoch relativ flach abgehandelt, so dass sie eine Oberfläche anreisen, aber nicht wirklich tief zu mir durchdringen könnten, das fand ich sehr schade. Der Journalist hatte eine klare Zuhörerrolle, es fand wenig Dialog und wenig Nachfragen statt, das hätte das Buch sicher interessanter gemacht. Zudem tauchen am Anfang drei Bücher auf, die dann gar keine Rolle mehr spielen,. Dafür gibt es jede Menge Bezug zu anderen Büchern, die ich nicht gelesen habe, was meinen Erkenntnisgewinn möglicherweise geschmälert hat. Ich gebe dennoch vier Sterne, weil ich das Thema einfach immens wichtig finde.
Ein Einblick, der zum Nachdenken einlädt.
Puh... ein schweres Buch. Eigentlich ein kurzes, aber dafür um so wichtiger. Für dieses Buch braucht man Ruhe und Zeit. Die ersten Seiten sind schon so gepackt mit Eindrücken, dass es fast einer Überflutung gleich kommt. Man fühlt sich Vorort, sieht, riecht alles und bekommt dieses Gefühl, als wenn man dort durch die Straßen geht. Es ist eine Geschichte, die erzählt werden muss. Eine Seite, die oft zu kurz kommt, falls sie überhaupt Erwähnung findet. Rachid Benzine schreibt so einmalig, so eindringlich, daß die Bilder, die man im Fernsehen oder Online gesehen hat, daneben verblassen.

Julien, Fotojournalist, entdeckt in Gaza-Stadt eine Buchhandlung, in der ein alter Mann umgeben von Büchern lebt. Als Julien ihn fotografieren will, bittet Nabil, der Buchhändler, ihn, sich zuerst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Eine Geschichte über das Schicksal eines ganzen Volkes, das alles verloren hat. Über Flucht, ein Leben im Lager, über Unterdrückung und Entrechtung, den Einfluss der Hamas, Heimatlosigkeit und Vertreibung. Und die Frage: wieviel kann ein Mensch ertragen und aushalten? Es ist aber auch die Geschichte über ein Leben mit Büchern inmitten einer zerstörten Stadt, über die Kraft der Literatur, die Nabil nicht verzweifeln ließ und ihn am Leben hält. Ein intensives und sehr aktuelles Buch, bei dem ich mich trotz der poetischen Sprache sehr konzentrieren musste, um der Geschichte Palästinas folgen zu können und sie zu verstehen. Julien hat dabei nur die Rolle des Zuhörers, da hätte ich mir mehr Fragen gewünscht... leider kannte ich auch nicht alle (klassischen) Romane, auf die Nabil zurückgreift, um seine Geschichte zu erzählen. Deswegen nicht nur von der Thematik her ein nicht ganz einfaches Buch! Trotzdem sicherlich sehr wichtig und lesenswert!
Sternebewertung fiktiv
Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so getroffen hat wie dieses. Und ich habe wirklich selten beim Lesen so viel geweint. Auf gerade einmal rund 125 Seiten entfaltet sich hier eine Welt, die so weit weg wirkt und gleichzeitig erschreckend nah geht. Eine Geschichte, die leise beginnt und sich dann tief unter die Haut schreibt. Am 14. Mai 1948 verändert sich für ein Volk die ganze Welt: Israel verkündet seine Unabhängigkeit. Ein Satz, der nüchtern klingt und doch eine Realität beschreibt, deren Folgen bis heute nachhallen. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch dieses Buch. „Mein Großvater hielt an diesem Tag eine Handvoll Erde umklammert, die er in einem Stoffbeutel aus Balad al-sheikh mitgenommen hatte. An diesem 4. Mai blickte er zum Horizont und ließ die heimatliche Erde langsam durch seine Finger rieseln „ Seite 41 Wir begleiten Julien, der 2014 durch die Gassen von Gaza als Journalist streift und auf ein Bild trifft, das sich einprägt. Ein Mann, Nabil Al Jabar, sitzt vor einem Buchladen und liest, als wäre die Welt um ihn herum still. Als gäbe es keinen Lärm, keinen Schmerz, keinen Krieg. Dieses Bild ging auch durch die auch durch die Presse. Doch genau darin liegt die Kraft dieses Buches. Denn Nabil ist nicht einfach nur dieses Bild. Er ist eine Geschichte. Und er ist erst bereit, sich zeigen zu lassen, wenn er erzählen darf. Und was folgt, ist schwer auszuhalten und gleichzeitig unmöglich aus der Hand zu legen. Wir lernen einen Menschen kennen, der trotz allem eine unglaubliche Wärme in sich trägt. Gastfreundlich, empathisch, belesen. Aber auch geprägt von Verlust, Angst und einer Realität, die sich kaum in Worte fassen lässt. Seine Liebe zu Büchern wirkt dabei fast wie ein stiller Widerstand. Wie ein Festhalten an Menschlichkeit. Dieses Buch ist klug. Es ist poetisch. Und es ist zutiefst herzzerreißend. Jede Seite fühlt sich intensiv an, jede Zeile trägt Gewicht. Für mich persönlich hat sich dieses Buch nicht nur gelesen, es hat sich eingebrannt in mein Herz und meinen Kopf. Auch ein großes Lob an die Übersetzung: Die Sprache transportiert genau das, was dieser Text braucht, Gefühl, Tiefe und eine besondere Klarheit. „Alles war jetzt rot: die Sonne , der Himmel, sogar der Staub. Rot und schwarz, als hätte die Welt entschieden, an diesem Tag zu sterben. Seite 65 Ein kleines Buch mit enormer Wirkung. Schmerzhaft ehrlich, unglaublich berührend und für mich definitiv eines meiner Jahreshighlights. Dieses Buch muss gelesen werden.
Bewegende Einblicke in die Geschichte eines Lebens in Gaza
Regt zum Nachdenken an und führt dazu sich mit der Geschichte Palästinas auseinandersetzen zu wollen. Die Erzählung des Buchhändlers ist tragisch und doch scheint er so viel Hoffnung in sich zu tragen. Das Ende hat mich sehr mitgenommen und man hätte sich natürlich etwas erhofft. Ein Punkt Abzug, das es doch recht kurzweilig ist und ich mir noch mehr geschichtliche Einordnung vorstellen könnte.
Sehr gut und sehr traurig!
Das Buch ist sehr poetisch an manchen Stellen geschrieben und ich mochte die Aufmachung der Geschichte, sich an der Biographie des Buchhändlers durch palästinensische Geschichte seit ca. 1940 entlangzuhangeln. Das Geschichten ist sehr traurig und in der Traurigkeit sehr kurz, ich hatte das Gefühl die Gewalt die zu dem Trauer führt nicht ganz greifen zu können, weil es immer und immer schnell weiter ging. Vielleicht war auch das ein bisschen der point, 20 Jahre Gefängnis und den Tod von nahestehenden Menschen kann man eben auch kurz beschreiben. Man muss etwas ready dafür sein, dass Übergänge zwischen den einzelnen Storyabschnitten schnell gehen, obwohl man vllt gerne noch mehr über die Gefühlswelt der Menschen erfahren würde. Den Fokus auf Bücher und die Relevanz von Kunst fürs Durchstehen von Leid hat mich bewegt. Ich mochte das Buch<3


























