Das Museum der Stille
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Book Information
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Schöner Gedanke
„Meine Arbeit besteht darin, möglichst viele von den Dingen, die über den Rand der Welt geglitten sind, wieder aufzusammeln, und ihren Wert trotz der Disharmonie, die sie vielleicht umgibt, zur Geltung zu bringen.“ (S. 7) „Das Museum der Stille“ ist ein leiser Roman über Erinnerungsstücke und deren Fortbestand. Jedem Menschen wird in diesem Buch ein Gegenstand zugeschrieben, der für ihn als Person steht und seiner gerecht wird. Dieses Objekt soll als perfektes Artefakt konserviert, katalogisiert und schlussendlich im besagten Museum ausgestellt werden. Eine schöne Idee zur Thematik „Erinnerung“ an eine verstorbene Person, in einem nicht näher definierten Dorf, mit namenlosen Protagonisten, um auch hier den Fokus, klar und zielgerichtet, auf die Handlung zu lenken. Wer denkt, diese Anonymität könnte keine Tiefe schaffen, irrt. Yoko Ogawa schreibt poetisch. Ihre Wortwahl ist treffend und melancholisch. Und obwohl die Geschichte für mich auch am Schluß, noch einige ungelöste Handlungsstränge und Ungereimtheiten beinhaltete, fühlte ich mich zwischen den Seiten unaufgeregt wohl und beobachtete aus der Ferne den Aufbau dieses besonderen Ortes. Der Inhalt, das spüre ich, wird ein paar Tage nachhallen, denn die Idee ist so großartig und wichtig und bei mir gerade ganz aktuell, um in mich hineinzuhöre und zu fragen: Welchen Gegenstand würde ich stellvertretend aufbewahren, verließe ein geliebter Mensch diese Welt?
Ein weiteres eindrückliches Werk von Yoko Ogawa. Erneut überzeugte sie mich mit ihrer Sprache, ihrer Tiefe und Ruhe. Mehr noch als in den anderen Bücher bedient sie sich hier einer stillen Ausdrucksweise. Der Text wirkt fast schon geflüstert. Die lesende Person kann hier sehr viel interpretieren und sich vorstellen, was Ogawa uns hier mitteilen möchte. Es gibt kein Richtung und kein Falsch. Ich hatte immer wieder Ideen und Vorstellungen, was in diesem Dorf eigentlich vor sich geht. Die Autorin selbst gibt keine Antwort. Oder aber sie ist unter diesen unzähligen Schichten versteckt, die sie über- und ineinander webt. "Das Museum der Stille" ist somit hervorragend für eine Lesegruppe geeignet; jedoch empfehle ich dieses Buch erst, wenn mensch bereits andere Bücher Ogawas gelesen hat. Dieses Buch ist als Einstieg in die Welt der japanischen Schriftstellerin weniger geeignet, da die Handlung weniger zugänglich ist und kaum offen. Im Gegensatz zu westlichen Büchern wird hier vieles weggelassen, feingliedrig angedeutet, praktisch alles wird dem Leser/der Leserin überlassen. Somit für uns eher ungewohnt. Bei anderen Büchern Ogawas ist dies zwar auch der Fall, aber nicht in solcher Ausprägung. Für mich war es eine Reise in die Stille, in die Seele, in die Ruhe, in den Winter. Eine unglaubliche Erfahrung, die mich ergriffen und versonnen zurücklässt.
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Schöner Gedanke
„Meine Arbeit besteht darin, möglichst viele von den Dingen, die über den Rand der Welt geglitten sind, wieder aufzusammeln, und ihren Wert trotz der Disharmonie, die sie vielleicht umgibt, zur Geltung zu bringen.“ (S. 7) „Das Museum der Stille“ ist ein leiser Roman über Erinnerungsstücke und deren Fortbestand. Jedem Menschen wird in diesem Buch ein Gegenstand zugeschrieben, der für ihn als Person steht und seiner gerecht wird. Dieses Objekt soll als perfektes Artefakt konserviert, katalogisiert und schlussendlich im besagten Museum ausgestellt werden. Eine schöne Idee zur Thematik „Erinnerung“ an eine verstorbene Person, in einem nicht näher definierten Dorf, mit namenlosen Protagonisten, um auch hier den Fokus, klar und zielgerichtet, auf die Handlung zu lenken. Wer denkt, diese Anonymität könnte keine Tiefe schaffen, irrt. Yoko Ogawa schreibt poetisch. Ihre Wortwahl ist treffend und melancholisch. Und obwohl die Geschichte für mich auch am Schluß, noch einige ungelöste Handlungsstränge und Ungereimtheiten beinhaltete, fühlte ich mich zwischen den Seiten unaufgeregt wohl und beobachtete aus der Ferne den Aufbau dieses besonderen Ortes. Der Inhalt, das spüre ich, wird ein paar Tage nachhallen, denn die Idee ist so großartig und wichtig und bei mir gerade ganz aktuell, um in mich hineinzuhöre und zu fragen: Welchen Gegenstand würde ich stellvertretend aufbewahren, verließe ein geliebter Mensch diese Welt?
Ein weiteres eindrückliches Werk von Yoko Ogawa. Erneut überzeugte sie mich mit ihrer Sprache, ihrer Tiefe und Ruhe. Mehr noch als in den anderen Bücher bedient sie sich hier einer stillen Ausdrucksweise. Der Text wirkt fast schon geflüstert. Die lesende Person kann hier sehr viel interpretieren und sich vorstellen, was Ogawa uns hier mitteilen möchte. Es gibt kein Richtung und kein Falsch. Ich hatte immer wieder Ideen und Vorstellungen, was in diesem Dorf eigentlich vor sich geht. Die Autorin selbst gibt keine Antwort. Oder aber sie ist unter diesen unzähligen Schichten versteckt, die sie über- und ineinander webt. "Das Museum der Stille" ist somit hervorragend für eine Lesegruppe geeignet; jedoch empfehle ich dieses Buch erst, wenn mensch bereits andere Bücher Ogawas gelesen hat. Dieses Buch ist als Einstieg in die Welt der japanischen Schriftstellerin weniger geeignet, da die Handlung weniger zugänglich ist und kaum offen. Im Gegensatz zu westlichen Büchern wird hier vieles weggelassen, feingliedrig angedeutet, praktisch alles wird dem Leser/der Leserin überlassen. Somit für uns eher ungewohnt. Bei anderen Büchern Ogawas ist dies zwar auch der Fall, aber nicht in solcher Ausprägung. Für mich war es eine Reise in die Stille, in die Seele, in die Ruhe, in den Winter. Eine unglaubliche Erfahrung, die mich ergriffen und versonnen zurücklässt.







