Das Muschelessen
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Description
Book Information
Posts
Zäher geht's nicht
Nur knapp 140 Seiten stark, aber sehr schwer zu lesen. Mutter, Tochter und Sohn sitzen im Esszimmer, es gibt Muscheln und man wartet zusammen auf den Vater. Dieser sollte längst von einer Dienstreise zurück gekehrt sein, eine Beförderung steht an. Aber - er kommt nicht. Viel mehr passiert nicht, vielmehr werden Sachen aus der Vergangenheit erzählt, leider in unendlichen Schachtelsätzen, die sich fast über die ganze Seite erstrecken. Muss man mögen, definitiv nichts für mich!
Das Warten einer Familie auf den allgegenwärtigen, alles dominierenden Vater.
Normalerweise kommt der Vater immer um kurz vor 18 Uhr nach Hause. IMMER. Und dann muss alles gerichtet sein, sonst "werden sie ihn aber mal kennenlernen". Die komplette Familie (Mutter, Tochter und Sohn) hat den Tagesablauf nach den Anweisungen des Vaters auszurichten. Doch jetzt ist er auf Geschäftsreise und alle warten und zur Feier der erwarteten Beförderung gibt es Muscheln. Aber der Vater kommt nicht. Und während wir alle gemeinsam warten, wird aus der Sicht der Tochter erzählt, wie es sich so mit dem Vater lebt, nämlich immer voller Angst und Abwarten, was als nächstes passiert. Der Stil der Erzählung ist alles andere als einfach, ein langer Schachtelsatz reiht sich an den nächsten. Vieles wird mehrmals, aber besonders eindringlich wiederholt. Und so hofft man gemeinsam mit der Tochter, der Vater möge einfach wegbleiben und niemals wieder auftauchen. Die Erzählweise ist sicher nicht für alle etwas, mich hat die Geschichte fasziniert und ich habe mit der Tochter gelitten.
Eine Familie, deren Grundpfeiler labil sind
Eine Familie, dessen Zentrum der Vater ist. Doch als der Vater sich bei der Rückkehr einer Dienstreise verspätet wird zunächst seine Autorität und anschließend das Patriarchat als Ganzes niedergemacht. Die beabsichtigte Kritik ist Vanderbeke bestens gelungen. An der Aktualität der Thematik hat sich definitiv nichts verändert, allerdings war der Schreibstil nicht so meins. Wer verschachtelte komplexe Sätze mag und auch ohne Kapitel zurechtkommt, ist hier genau richtig.
Es war sehr interessant
Irgendwie weiß ich nicht wie ich es finden soll. Ich hatte mir das Buch von meiner Lehrerin ausgeliehen und an sich hat es mir gefallen zum lesen. Aber es war auch irgendwie anstrengend, weil man länger drüber nachgedacht hat was passiert ist. Es hat ein sehr schönen Schreibstil wenn man verschachtelte Sätze mag. Die Geschichte spielt alles an einem Abend ist aber mit sehr vielen Rückblicken aus der Kindheit und Jugend ,was manchmal schwer zu trennen ist. Es wird alles aus der Sicht der Tochter erzählt und es zeigt das schwere Verhältnis zu ihrem Vater. Aber nicht nur die Tochter hat ein schweres Verhältnis zum Vater auch die Mutter und der Bruder. Es spielt in der Zeit nachd er Wiedervereinigung der DDR und der BRD. Also es ist definitiv keine Wohlfühlgeschichte um es einfach mal so zum lesen. Es regt schon sehr zum Nachdenken an und kann noch schwer im Magen liegen bleiben.
Wow, das war intensiv! "Das Muschelessen" hat 1990 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen und ist mir kürzlich zufällig in die Hände gefallen. Die kurze Erzählung handelt von patriarchaler Gewalt in der Familie. Mutter, Tochter und Sohn sitzen am Abendbrottisch und warten auf den Vater, der jeden Moment von einer Dienstreise zurückkehren soll. Es gibt vier Kilo Miesmuscheln, Vaters Leibspeise, aber das Familienoberhaupt verspätet sich und nach und nach beginnen die Familienmitglieder miteinander zu reden. Über die psychische und physische Gewalt des Vaters, seine Unerbittlichkeit, seine Pedanterie, seine Geltungssucht. Die Solidarität zwischen Mutter und Kindern, die der Vater längst gebrochen zu haben schien, kehrt zögernd zurück. Die Geschichte wird aus der Sicht der Tochter erzählt und der atemlose Stil, die seitenlangen Sätze und Redundanzen schaffen eine sprachliche Verzweiflung, die nach kürzester Zeit einen absoluten Sog entwickelt. Ich habe bisher keinen Text gelesen, der die Grausamkeit häuslicher Gewalt und die verheerenden Auswirkungen auf die Betroffenen eindringlicher beschreibt.
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Zäher geht's nicht
Nur knapp 140 Seiten stark, aber sehr schwer zu lesen. Mutter, Tochter und Sohn sitzen im Esszimmer, es gibt Muscheln und man wartet zusammen auf den Vater. Dieser sollte längst von einer Dienstreise zurück gekehrt sein, eine Beförderung steht an. Aber - er kommt nicht. Viel mehr passiert nicht, vielmehr werden Sachen aus der Vergangenheit erzählt, leider in unendlichen Schachtelsätzen, die sich fast über die ganze Seite erstrecken. Muss man mögen, definitiv nichts für mich!
Das Warten einer Familie auf den allgegenwärtigen, alles dominierenden Vater.
Normalerweise kommt der Vater immer um kurz vor 18 Uhr nach Hause. IMMER. Und dann muss alles gerichtet sein, sonst "werden sie ihn aber mal kennenlernen". Die komplette Familie (Mutter, Tochter und Sohn) hat den Tagesablauf nach den Anweisungen des Vaters auszurichten. Doch jetzt ist er auf Geschäftsreise und alle warten und zur Feier der erwarteten Beförderung gibt es Muscheln. Aber der Vater kommt nicht. Und während wir alle gemeinsam warten, wird aus der Sicht der Tochter erzählt, wie es sich so mit dem Vater lebt, nämlich immer voller Angst und Abwarten, was als nächstes passiert. Der Stil der Erzählung ist alles andere als einfach, ein langer Schachtelsatz reiht sich an den nächsten. Vieles wird mehrmals, aber besonders eindringlich wiederholt. Und so hofft man gemeinsam mit der Tochter, der Vater möge einfach wegbleiben und niemals wieder auftauchen. Die Erzählweise ist sicher nicht für alle etwas, mich hat die Geschichte fasziniert und ich habe mit der Tochter gelitten.
Eine Familie, deren Grundpfeiler labil sind
Eine Familie, dessen Zentrum der Vater ist. Doch als der Vater sich bei der Rückkehr einer Dienstreise verspätet wird zunächst seine Autorität und anschließend das Patriarchat als Ganzes niedergemacht. Die beabsichtigte Kritik ist Vanderbeke bestens gelungen. An der Aktualität der Thematik hat sich definitiv nichts verändert, allerdings war der Schreibstil nicht so meins. Wer verschachtelte komplexe Sätze mag und auch ohne Kapitel zurechtkommt, ist hier genau richtig.
Es war sehr interessant
Irgendwie weiß ich nicht wie ich es finden soll. Ich hatte mir das Buch von meiner Lehrerin ausgeliehen und an sich hat es mir gefallen zum lesen. Aber es war auch irgendwie anstrengend, weil man länger drüber nachgedacht hat was passiert ist. Es hat ein sehr schönen Schreibstil wenn man verschachtelte Sätze mag. Die Geschichte spielt alles an einem Abend ist aber mit sehr vielen Rückblicken aus der Kindheit und Jugend ,was manchmal schwer zu trennen ist. Es wird alles aus der Sicht der Tochter erzählt und es zeigt das schwere Verhältnis zu ihrem Vater. Aber nicht nur die Tochter hat ein schweres Verhältnis zum Vater auch die Mutter und der Bruder. Es spielt in der Zeit nachd er Wiedervereinigung der DDR und der BRD. Also es ist definitiv keine Wohlfühlgeschichte um es einfach mal so zum lesen. Es regt schon sehr zum Nachdenken an und kann noch schwer im Magen liegen bleiben.
Wow, das war intensiv! "Das Muschelessen" hat 1990 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen und ist mir kürzlich zufällig in die Hände gefallen. Die kurze Erzählung handelt von patriarchaler Gewalt in der Familie. Mutter, Tochter und Sohn sitzen am Abendbrottisch und warten auf den Vater, der jeden Moment von einer Dienstreise zurückkehren soll. Es gibt vier Kilo Miesmuscheln, Vaters Leibspeise, aber das Familienoberhaupt verspätet sich und nach und nach beginnen die Familienmitglieder miteinander zu reden. Über die psychische und physische Gewalt des Vaters, seine Unerbittlichkeit, seine Pedanterie, seine Geltungssucht. Die Solidarität zwischen Mutter und Kindern, die der Vater längst gebrochen zu haben schien, kehrt zögernd zurück. Die Geschichte wird aus der Sicht der Tochter erzählt und der atemlose Stil, die seitenlangen Sätze und Redundanzen schaffen eine sprachliche Verzweiflung, die nach kürzester Zeit einen absoluten Sog entwickelt. Ich habe bisher keinen Text gelesen, der die Grausamkeit häuslicher Gewalt und die verheerenden Auswirkungen auf die Betroffenen eindringlicher beschreibt.












