Blood Meridian
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Description
It is the work that sealed Cormac McCarthy's reputation as one of the twentieth century's greatest writers - his magnum opus.
'Imagine if the authors of the King James Bible, their hands guided by Satan, wrote a western' - The Times
Through the hostile landscape of the Texas-Mexico border wanders the Kid, a fourteen year-old Tennessean who is quickly swept up in the relentless tide of blood.
A group known as the Glanton gang hunt Indigenous Americans, collecting scalps as their bloody trophies. At the centre of this violence stands Judge Holden: a massive, hairless man, mysterious if not supernatural, erudite and cold-blooded. He is singularly extreme in his sadistic violence.
But the apparent chaos is not without order - the Glanton gang, too, are stalked as prey.
Read as both a brilliant subversion of the Western novel and a blazing example of that form, it is a powerful, mesmerizing and savagely beautiful novel - and one of the most important works in American fiction of the last century.
'In Blood Meridian, McCarthy reaches the peak of his style: spare and ornate at once, repetitious but endlessly readable' - Guardian
Praise for Cormac McCarthy:
'His prose takes on an almost biblical quality, hallucinatory in its effect and evangelical in its power' - Stephen King, author of The Shining and the Dark Tower series
'McCarthy worked close to some religious impulse, his books were terrifying and absolute' - Anne Enright, author of The Green Road and The Wren, The Wren
'[I]n presenting the darker human impulses in his rich prose, [McCarthy] showed readers the necessity of facing up to existence' - Annie Proulx, author of Brokeback Mountain
Part of the Picador Collection, a series showcasing the best of modern literature.
Book Information
Posts
𝘿𝙞𝙚 𝘼𝙗𝙚𝙣𝙙𝙧ö𝙩𝙚 𝙞𝙢 𝙒𝙚𝙨𝙩𝙚𝙣 ist eines dieser Bücher, die ich seit Ewigkeiten lesen wollte. Im Original heisst der Titel BLOOD MERIDIAN und ist ikonisch geworden. Aufgrund seiner Lorbeeren habe ich mir hier viel versprochen - jedoch wurde es ein DNF. Auf dem Weg zum Abbruch dieses Buches bin ich eingetaucht in ein Westernsetting der 1850er Jahre. Wir halten uns im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet auf und sehen die Ereignisse durch die Augen von The Kid, ein Teenager, der nie genauer beschrieben wird als DER JUNGE. McCormac beschreibt eine grausame Welt, die in episch schöner Landschaft, immer wieder neue Abgründe menschlichen Handelns zeigt. Wir sehen marodierende Banden, Kopfgeld- und Skalpjäger, native Americans, Siedler, Kriminelle... Moralische Standards sind hier weitestgehend abgeschafft. Was zählt ist Stärke und Mammon. Warum hat es für mich dennoch nicht funktioniert? Leider blieb das Buch den Charakteren gegenüber sehr distanziert. Dass die Hauptfigur immer nur "der Junge" war, ist bezeichnet für die nicht vorhandene Charakternähe. Aber die hätte ich gebraucht, um hier irgendwie mitzufiebern. Der Plot mäandert mehr oder weger durch das westamerikanische Trockenland. Mal fällt ein Pferd von Klippe, mal wird ein Skalp genommen. Kurzum, trotz der vielen brutalen Einschlüsse, fand ich es langweilig und trostlos. Einzig die Naturbeschreibungen waren grandios. Ich hätte dieses Buch wirklich gern gemocht und bleibe ein bischen ratlos zurück, warum ausgerechnet diese Geschichte als grosse Weltliteratur gefeiert wird. Gleichzeitig würde ich dem Autor gerne eine weitere Chance geben, hat er doch unter anderem Titel wie: NO COUNTRY FOR OLD MEN geschrieben. Kennt ihr das Buch? Was waren eure Eindrücke?

McCarthy zwingt mich mal wieder fast in die Knie.
Ich schätze Cormac McCarthy für seine schnörkellosen, rohen und ungeschönten Beschreibungen. Kein Wort zuviel, jeder Ausdruck passt wie die Faust aufs Auge. So verhält es sich auch mit "Die Abendröte im Westen". Schonungslos nimmt er uns mit auf eine abenteuerliche Reise mit einem 14jährigen namenlosen Jungen. Diese schließt sich einer Gruppe Männer, versammelt um einen Mann namens Richter Holden, an. Sie ziehen durch die Wüste, überfallen Dörfer, morden, brandschatzen, vergewaltigen. Der Junge versucht zu überleben. "Die Abendröte im Westen" garantiert ein intensives Leseerlebnis, welches an Intensität für mich nur durch "Die Straße" übertroffen wurde. Es ist ein Western, fernab jeder Cowboy-und-Indianer-Lagerfeuerromantik, bei dem man innehält und einen inneren Kampf ausfechten muss, ob man weiterlesen kann und möchte.
Für mich ist es völlig unverständlich, warum Quentin Tarantino "Die Abendröte im Westen" noch nicht verfilmt hat; liefert McCarthys Buch gerade die Handlungsstränge, die auch in Tarantinos Filmen immer wieder Bestandteile sind: Gewalt (wie etwa in Kill Bill), die Abgründe von Menschen in ihrer Zeit (Django Unchained) und stellenweise Dialoge, die auf den ersten Blick nicht ganz nachvollziehbar sind (Pulp Fiction). Wie die Filme von Tarantino, ist auch "Die Abendröte im Westen" kein Buch für jeden Leser. Wer probleme mit exzessiver Gewaltdarstellung hat und wer in Büchern Ablenkung vor der Realität sucht, der sollte McCarthys Werk nicht lesen. Auf alle anderen Leser wartet ein ultra brutales Buch, dass neben der Darstellung der damaligen (grausamen) Lebensumstände, vor allem durch die malerische Beschreibung der Landschaften überzeugt. Gen Ende war mir die Geschichte etwas zu lange und repetitiv und auch über den Umstand der ingesamt "blassen Charaktere" kann gestritten werden. Mir hat "Die Abendröte im Westen" in Summe dennoch gefallen, weshalb ich 4 von 5 Sterne vergebe.
Ein Anti-Western der seinesgleichen sucht
Uff.. was habe ich mir nur dabei gedacht, als ich zu mir selbst sagte "Man irgendwie hab ich bock auf einen Western.. Oh das sieht gut aus!". Und nicht falsch verstehen, das Buch ist auf seine Art gut. Nur nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich war mehrmals drauf und dran es abzubrechen, habe es dann aber doch durchgezogen. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist sehr düster, brutal und verstörend, aber auch anspruchsvoll. Sie zeigt uns, wie erbarmungslos und krank es im wilden Westen abging. So ziemlich alle wichtigen Charaktere werden gut ausgearbeitet und erhalten einen passend tragischen Hintergrund. Der Hauptprotagonist, im Buch als der Junge betitelt, wirkt irgendwie abwesend. Er nimmt nur alles auf, gibt aber kaum etwas über sich und seine Gedanken Preis. Dadurch bekommt der Leser zwar mehr Interpretationsspielraum, darunter leidet aber die Charakterentwicklung. Richter Holden dagegen.. unberechenbar, sardistisch, gefühllos, geisteskrank.. Eine der faszinierendsten und zugleich erschreckendsten Figuren, die ich kenne. Er ist einer der Gründe, warum ich Blood Meridian weiter las. Der gesamte Roman wurde aus Erzählersicht geschrieben, selbst wenn Charaktere zu Wort kommen (keine Interpunktion). Die exzessiven Erläuterungen der Szenerien, die sich teilweise über mehrere Seiten hinweg fortsetzen, bis endlich mal jemand etwas sagt, sind einfach zu viel des Guten. Zudem werden sehr oft altmodische, archaische und biblisch kunstvolle - mir eher unbekannte - Begriffe verwendet. Alle paar Zeilen mit dem Lesen aufhören zu müssen, um ein Wort nach zuschlagen, macht keinen Spaß. Ist aber wohl eher ein persönliches Problem. Und wenn wir schon bei Worten sind: Südstaaten-Englisch und mexikanisches Spanisch stehen an der Tagesordnung. Das soll kein direkt negativer Punkt sein, schließlich wirkt dies auch authentisch und unterstreicht die Sprachbarriere zwischen Individuen. Wer Blood Meridian lesen möchte, aber kein englisches Sprachniveau von mindestens C1 vorweisen kann, empfehle ich die deutsche Übersetzung zu wählen. Tut euch den Gefallen!
Männlich! Gewalt! Reiten! Wüste! Skalpieren!
Ein Junge wird geschlagen. Er flieht. Er schließt sich Soldaten an. Wird verwundet. Schließt sich anderen an. Sie reiten. Die Pferde werden getränkt. Da vorne steht eine Aloe Vera! Schädel. Blut. Weiter reiten, auf der Suche nach dem einen Scalp! Der Judge ist nackt, hält eine Predigt und tötet irgendwen. Sie reiten weiter. Wüste. Sie sterben fasst. Sie finden den richtigen Scalp. Sie töten. Sie huren. Sie werden niedergeschossen. Sie fliehen. Wüste. Der Judge will den Jungen töten. Am Ende tötet er ihn und tanzt über einem toten Bären in einem Salon. Muss man mögen. McCarthy nutzt rohe Sprache, um die rohe Gewalt seines Teils auf wahren Berichten beruhenden Romans zu untermalen. Kein Wort ist zu viel oder zu wenig und daher liest es sich auch emotionslos. Es gibt keine Gedanken und es wird nur so viel gesprochen, wie es wichtig ist. Der Protagonist ist eher ein Beobachter als ein Handelnder und wenn man das Gefühl hat: hier kommt die Menschlichkeit! - spuckt dir die brachiale Geschichte ins Gesicht.
3,5⭐ Die Story ist teilweise wirklich der Faustschlag ins Gesicht, wie es auf dem Cover beschrieben wird. Aber eben nur teilweise, weil für mich die angepriesene Hauptfigur, der Junge genannt, seiner Rolle als Hauptfigur nur bedingt gerecht wird. Eigentlich nur am Anfang und am Ende des Buches! Wenn man aber davon mal absieht ist es eine durchaus lesenswerte Geschichte, weil man da mal ein anderes Gesicht des sogenannten "Wilden Westen" gezeigt bekommt!
Ich habe schon ein paar Bücher von Cormac McCarthy gelesen und tatsächlich jedes davon verschlungen und auch geliebt. Umso erstaunlicher ist es nun für mich, dass ich dieses hier nach knapp 150 Seiten abbreche. Der (untypische) abgehackte Schreibstil und die mir zu vielen aneinandergereihten Adjektive stören mich zu sehr, als dass ich mich in die eigentlich interessante Geschichte vertiefen könnte. Und da ich mittlerweile einfach zu wenige Zeit habe (und teilweise auch nehme) um zu lesen, tue ich es mir nicht mehr an, mich bis zum Ende durch zu quälen. Es war aber bestimmt nicht mein letztes Buch dieses sonst so gemochten Autors.
Ganz ehrlich? Ich mochte das Buch nicht. Es war nicht schlecht geschrieben und es fiel mir auch nicht schwer es zu lesen. Obwohl es so gut wie keine Handlung gab und auch nicht sehr spannend war. Auch waren die Charaktere sehr dünn beschrieben und die Dialoge eher zu vernachlässigen. Einzig die Beschreibung der Landschaft war sensationell. Ich mochte es nicht, wegen der Grausamkeit und der Darstellung sinnloser Gewalt. Gefühlt endlos zog sich die “Blutspur” durch diesen Roman. Es ist mir bewusst, dass es sich wohl zu dieser Zeit so zugetragen hat und es mag sein, dass viele es für ein Meisterwerk halten. Ich gehöre nicht dazu.
“Whatever exists, he said. Whatever in creation exists without my knowledge exists without my consent. He looked about at the dark forest in which they were bivouacked. He nodded toward the specimens he'd collected. These anonymous creatures, he said, may seem little or nothing in the world. Yet the smallest crumb can devour us. Any smallest thing beneath yon rock out of men's knowing. Only nature can enslave man and only when the existence of each last entity is routed out and made to stand naked before him will he be properly suzerain of the earth.” Puuuh, ich weiß nicht, ob ich ein Fünftel des Buches absorbiert habe. Diese kurzen, deklarativen Sätze, die archaische, neo-biblische Prosa... das sind trügerisch simple Sätze, die Schichten haben, die immer neue Facetten sehen lassen, wie wenn man in ein Feuer schaut und immer neue Formen entdeckt (nicht zu vergessen der Fakt, dass ich sehr viele Wörter nachschauen musste). . Ich meine wer schreibt schon so: “He rose and turned toward the lights of town. The tidepools bright as smelterpots among the dark rocks where the phosphorescent seacrabs clambered back. Passing through the salt grass he looked back. The horse had not moved. A ship's light winked in the swells. The colt stood against the horse with its head down and the horse was watching, out there past men's knowing, where the stars are drowning and whales ferry their vast souls through the black and seamless sea.” “It was a lone tree burning on the desert. A heraldic tree that the passing storm had left afire. The solitary pilgrim drawn up before it had traveled far to be here and he knelt in the hot sand and held his numbed hands out while all about in that circle attended companies of lesser auxiliaries routed forth into the inordinate day, small owls that crouched silently and stood from foot to foot and tarantulas and solpugas and vinegarroons and the vicious mygale spiders and beaded lizards with mouths black as a chowdog's, deadly to man, and the little desert basilisks that jet blood from their eyes and the small sandvipers like seemly gods, silent and the same, in Jeda, in Babylon. A constellation of ignited eyes that edged the ring of light all bound in a precarious truce before this torch whose brightness had set back the stars in their sockets.” Ein Buch wie kein anderes (auch wenn ich die Vergleiche mit Moby Dick verstehen kann), über dessen Form und Message sich streiten lässt. Ich kann jene verstehen, die sich die jeglicher Beschreibung spottenden Gewalt, die hier aufs Papier gebracht wurde, nicht antun wollen. Aber darum geht es glaube ich auch: man wird von Gräueltat nach Gräueltat erschlagen, der Geist gebrochen, bis man so leer ist, mit nichts hinter den Augen, bedeckt von Blut und Schmutz wie die Protagonisten in dem Buch, die sich maschinell und ohne Gemütsbewegung durch das Grenzland zwischen Texas und Mexiko morden. Worum geht es also? Eine Exposition über den Hang und die Kapazität zur Gewalt, die dem Menschen innewohnt? Das Bloßstellen der Lüge, die "Manifest Destiny" und der romantisierte Wild West darstellen? Alles, was ich weiß, ist, dass ich mit Alpträumen rechnen muss, in denen The Judge vorkommt, denn das ist einer der furchteinflößendsten Charaktere, die mir je untergekommen sind. “His feet are light and nimble. He never sleeps. He says that he will never die. He dances in light and in shadow and he is a great favorite. He never sleeps, the judge. He is dancing, dancing. He says that he will never die.”
Description
It is the work that sealed Cormac McCarthy's reputation as one of the twentieth century's greatest writers - his magnum opus.
'Imagine if the authors of the King James Bible, their hands guided by Satan, wrote a western' - The Times
Through the hostile landscape of the Texas-Mexico border wanders the Kid, a fourteen year-old Tennessean who is quickly swept up in the relentless tide of blood.
A group known as the Glanton gang hunt Indigenous Americans, collecting scalps as their bloody trophies. At the centre of this violence stands Judge Holden: a massive, hairless man, mysterious if not supernatural, erudite and cold-blooded. He is singularly extreme in his sadistic violence.
But the apparent chaos is not without order - the Glanton gang, too, are stalked as prey.
Read as both a brilliant subversion of the Western novel and a blazing example of that form, it is a powerful, mesmerizing and savagely beautiful novel - and one of the most important works in American fiction of the last century.
'In Blood Meridian, McCarthy reaches the peak of his style: spare and ornate at once, repetitious but endlessly readable' - Guardian
Praise for Cormac McCarthy:
'His prose takes on an almost biblical quality, hallucinatory in its effect and evangelical in its power' - Stephen King, author of The Shining and the Dark Tower series
'McCarthy worked close to some religious impulse, his books were terrifying and absolute' - Anne Enright, author of The Green Road and The Wren, The Wren
'[I]n presenting the darker human impulses in his rich prose, [McCarthy] showed readers the necessity of facing up to existence' - Annie Proulx, author of Brokeback Mountain
Part of the Picador Collection, a series showcasing the best of modern literature.
Book Information
Posts
𝘿𝙞𝙚 𝘼𝙗𝙚𝙣𝙙𝙧ö𝙩𝙚 𝙞𝙢 𝙒𝙚𝙨𝙩𝙚𝙣 ist eines dieser Bücher, die ich seit Ewigkeiten lesen wollte. Im Original heisst der Titel BLOOD MERIDIAN und ist ikonisch geworden. Aufgrund seiner Lorbeeren habe ich mir hier viel versprochen - jedoch wurde es ein DNF. Auf dem Weg zum Abbruch dieses Buches bin ich eingetaucht in ein Westernsetting der 1850er Jahre. Wir halten uns im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet auf und sehen die Ereignisse durch die Augen von The Kid, ein Teenager, der nie genauer beschrieben wird als DER JUNGE. McCormac beschreibt eine grausame Welt, die in episch schöner Landschaft, immer wieder neue Abgründe menschlichen Handelns zeigt. Wir sehen marodierende Banden, Kopfgeld- und Skalpjäger, native Americans, Siedler, Kriminelle... Moralische Standards sind hier weitestgehend abgeschafft. Was zählt ist Stärke und Mammon. Warum hat es für mich dennoch nicht funktioniert? Leider blieb das Buch den Charakteren gegenüber sehr distanziert. Dass die Hauptfigur immer nur "der Junge" war, ist bezeichnet für die nicht vorhandene Charakternähe. Aber die hätte ich gebraucht, um hier irgendwie mitzufiebern. Der Plot mäandert mehr oder weger durch das westamerikanische Trockenland. Mal fällt ein Pferd von Klippe, mal wird ein Skalp genommen. Kurzum, trotz der vielen brutalen Einschlüsse, fand ich es langweilig und trostlos. Einzig die Naturbeschreibungen waren grandios. Ich hätte dieses Buch wirklich gern gemocht und bleibe ein bischen ratlos zurück, warum ausgerechnet diese Geschichte als grosse Weltliteratur gefeiert wird. Gleichzeitig würde ich dem Autor gerne eine weitere Chance geben, hat er doch unter anderem Titel wie: NO COUNTRY FOR OLD MEN geschrieben. Kennt ihr das Buch? Was waren eure Eindrücke?

McCarthy zwingt mich mal wieder fast in die Knie.
Ich schätze Cormac McCarthy für seine schnörkellosen, rohen und ungeschönten Beschreibungen. Kein Wort zuviel, jeder Ausdruck passt wie die Faust aufs Auge. So verhält es sich auch mit "Die Abendröte im Westen". Schonungslos nimmt er uns mit auf eine abenteuerliche Reise mit einem 14jährigen namenlosen Jungen. Diese schließt sich einer Gruppe Männer, versammelt um einen Mann namens Richter Holden, an. Sie ziehen durch die Wüste, überfallen Dörfer, morden, brandschatzen, vergewaltigen. Der Junge versucht zu überleben. "Die Abendröte im Westen" garantiert ein intensives Leseerlebnis, welches an Intensität für mich nur durch "Die Straße" übertroffen wurde. Es ist ein Western, fernab jeder Cowboy-und-Indianer-Lagerfeuerromantik, bei dem man innehält und einen inneren Kampf ausfechten muss, ob man weiterlesen kann und möchte.
Für mich ist es völlig unverständlich, warum Quentin Tarantino "Die Abendröte im Westen" noch nicht verfilmt hat; liefert McCarthys Buch gerade die Handlungsstränge, die auch in Tarantinos Filmen immer wieder Bestandteile sind: Gewalt (wie etwa in Kill Bill), die Abgründe von Menschen in ihrer Zeit (Django Unchained) und stellenweise Dialoge, die auf den ersten Blick nicht ganz nachvollziehbar sind (Pulp Fiction). Wie die Filme von Tarantino, ist auch "Die Abendröte im Westen" kein Buch für jeden Leser. Wer probleme mit exzessiver Gewaltdarstellung hat und wer in Büchern Ablenkung vor der Realität sucht, der sollte McCarthys Werk nicht lesen. Auf alle anderen Leser wartet ein ultra brutales Buch, dass neben der Darstellung der damaligen (grausamen) Lebensumstände, vor allem durch die malerische Beschreibung der Landschaften überzeugt. Gen Ende war mir die Geschichte etwas zu lange und repetitiv und auch über den Umstand der ingesamt "blassen Charaktere" kann gestritten werden. Mir hat "Die Abendröte im Westen" in Summe dennoch gefallen, weshalb ich 4 von 5 Sterne vergebe.
Ein Anti-Western der seinesgleichen sucht
Uff.. was habe ich mir nur dabei gedacht, als ich zu mir selbst sagte "Man irgendwie hab ich bock auf einen Western.. Oh das sieht gut aus!". Und nicht falsch verstehen, das Buch ist auf seine Art gut. Nur nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich war mehrmals drauf und dran es abzubrechen, habe es dann aber doch durchgezogen. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist sehr düster, brutal und verstörend, aber auch anspruchsvoll. Sie zeigt uns, wie erbarmungslos und krank es im wilden Westen abging. So ziemlich alle wichtigen Charaktere werden gut ausgearbeitet und erhalten einen passend tragischen Hintergrund. Der Hauptprotagonist, im Buch als der Junge betitelt, wirkt irgendwie abwesend. Er nimmt nur alles auf, gibt aber kaum etwas über sich und seine Gedanken Preis. Dadurch bekommt der Leser zwar mehr Interpretationsspielraum, darunter leidet aber die Charakterentwicklung. Richter Holden dagegen.. unberechenbar, sardistisch, gefühllos, geisteskrank.. Eine der faszinierendsten und zugleich erschreckendsten Figuren, die ich kenne. Er ist einer der Gründe, warum ich Blood Meridian weiter las. Der gesamte Roman wurde aus Erzählersicht geschrieben, selbst wenn Charaktere zu Wort kommen (keine Interpunktion). Die exzessiven Erläuterungen der Szenerien, die sich teilweise über mehrere Seiten hinweg fortsetzen, bis endlich mal jemand etwas sagt, sind einfach zu viel des Guten. Zudem werden sehr oft altmodische, archaische und biblisch kunstvolle - mir eher unbekannte - Begriffe verwendet. Alle paar Zeilen mit dem Lesen aufhören zu müssen, um ein Wort nach zuschlagen, macht keinen Spaß. Ist aber wohl eher ein persönliches Problem. Und wenn wir schon bei Worten sind: Südstaaten-Englisch und mexikanisches Spanisch stehen an der Tagesordnung. Das soll kein direkt negativer Punkt sein, schließlich wirkt dies auch authentisch und unterstreicht die Sprachbarriere zwischen Individuen. Wer Blood Meridian lesen möchte, aber kein englisches Sprachniveau von mindestens C1 vorweisen kann, empfehle ich die deutsche Übersetzung zu wählen. Tut euch den Gefallen!
Männlich! Gewalt! Reiten! Wüste! Skalpieren!
Ein Junge wird geschlagen. Er flieht. Er schließt sich Soldaten an. Wird verwundet. Schließt sich anderen an. Sie reiten. Die Pferde werden getränkt. Da vorne steht eine Aloe Vera! Schädel. Blut. Weiter reiten, auf der Suche nach dem einen Scalp! Der Judge ist nackt, hält eine Predigt und tötet irgendwen. Sie reiten weiter. Wüste. Sie sterben fasst. Sie finden den richtigen Scalp. Sie töten. Sie huren. Sie werden niedergeschossen. Sie fliehen. Wüste. Der Judge will den Jungen töten. Am Ende tötet er ihn und tanzt über einem toten Bären in einem Salon. Muss man mögen. McCarthy nutzt rohe Sprache, um die rohe Gewalt seines Teils auf wahren Berichten beruhenden Romans zu untermalen. Kein Wort ist zu viel oder zu wenig und daher liest es sich auch emotionslos. Es gibt keine Gedanken und es wird nur so viel gesprochen, wie es wichtig ist. Der Protagonist ist eher ein Beobachter als ein Handelnder und wenn man das Gefühl hat: hier kommt die Menschlichkeit! - spuckt dir die brachiale Geschichte ins Gesicht.
3,5⭐ Die Story ist teilweise wirklich der Faustschlag ins Gesicht, wie es auf dem Cover beschrieben wird. Aber eben nur teilweise, weil für mich die angepriesene Hauptfigur, der Junge genannt, seiner Rolle als Hauptfigur nur bedingt gerecht wird. Eigentlich nur am Anfang und am Ende des Buches! Wenn man aber davon mal absieht ist es eine durchaus lesenswerte Geschichte, weil man da mal ein anderes Gesicht des sogenannten "Wilden Westen" gezeigt bekommt!
Ich habe schon ein paar Bücher von Cormac McCarthy gelesen und tatsächlich jedes davon verschlungen und auch geliebt. Umso erstaunlicher ist es nun für mich, dass ich dieses hier nach knapp 150 Seiten abbreche. Der (untypische) abgehackte Schreibstil und die mir zu vielen aneinandergereihten Adjektive stören mich zu sehr, als dass ich mich in die eigentlich interessante Geschichte vertiefen könnte. Und da ich mittlerweile einfach zu wenige Zeit habe (und teilweise auch nehme) um zu lesen, tue ich es mir nicht mehr an, mich bis zum Ende durch zu quälen. Es war aber bestimmt nicht mein letztes Buch dieses sonst so gemochten Autors.
Ganz ehrlich? Ich mochte das Buch nicht. Es war nicht schlecht geschrieben und es fiel mir auch nicht schwer es zu lesen. Obwohl es so gut wie keine Handlung gab und auch nicht sehr spannend war. Auch waren die Charaktere sehr dünn beschrieben und die Dialoge eher zu vernachlässigen. Einzig die Beschreibung der Landschaft war sensationell. Ich mochte es nicht, wegen der Grausamkeit und der Darstellung sinnloser Gewalt. Gefühlt endlos zog sich die “Blutspur” durch diesen Roman. Es ist mir bewusst, dass es sich wohl zu dieser Zeit so zugetragen hat und es mag sein, dass viele es für ein Meisterwerk halten. Ich gehöre nicht dazu.
“Whatever exists, he said. Whatever in creation exists without my knowledge exists without my consent. He looked about at the dark forest in which they were bivouacked. He nodded toward the specimens he'd collected. These anonymous creatures, he said, may seem little or nothing in the world. Yet the smallest crumb can devour us. Any smallest thing beneath yon rock out of men's knowing. Only nature can enslave man and only when the existence of each last entity is routed out and made to stand naked before him will he be properly suzerain of the earth.” Puuuh, ich weiß nicht, ob ich ein Fünftel des Buches absorbiert habe. Diese kurzen, deklarativen Sätze, die archaische, neo-biblische Prosa... das sind trügerisch simple Sätze, die Schichten haben, die immer neue Facetten sehen lassen, wie wenn man in ein Feuer schaut und immer neue Formen entdeckt (nicht zu vergessen der Fakt, dass ich sehr viele Wörter nachschauen musste). . Ich meine wer schreibt schon so: “He rose and turned toward the lights of town. The tidepools bright as smelterpots among the dark rocks where the phosphorescent seacrabs clambered back. Passing through the salt grass he looked back. The horse had not moved. A ship's light winked in the swells. The colt stood against the horse with its head down and the horse was watching, out there past men's knowing, where the stars are drowning and whales ferry their vast souls through the black and seamless sea.” “It was a lone tree burning on the desert. A heraldic tree that the passing storm had left afire. The solitary pilgrim drawn up before it had traveled far to be here and he knelt in the hot sand and held his numbed hands out while all about in that circle attended companies of lesser auxiliaries routed forth into the inordinate day, small owls that crouched silently and stood from foot to foot and tarantulas and solpugas and vinegarroons and the vicious mygale spiders and beaded lizards with mouths black as a chowdog's, deadly to man, and the little desert basilisks that jet blood from their eyes and the small sandvipers like seemly gods, silent and the same, in Jeda, in Babylon. A constellation of ignited eyes that edged the ring of light all bound in a precarious truce before this torch whose brightness had set back the stars in their sockets.” Ein Buch wie kein anderes (auch wenn ich die Vergleiche mit Moby Dick verstehen kann), über dessen Form und Message sich streiten lässt. Ich kann jene verstehen, die sich die jeglicher Beschreibung spottenden Gewalt, die hier aufs Papier gebracht wurde, nicht antun wollen. Aber darum geht es glaube ich auch: man wird von Gräueltat nach Gräueltat erschlagen, der Geist gebrochen, bis man so leer ist, mit nichts hinter den Augen, bedeckt von Blut und Schmutz wie die Protagonisten in dem Buch, die sich maschinell und ohne Gemütsbewegung durch das Grenzland zwischen Texas und Mexiko morden. Worum geht es also? Eine Exposition über den Hang und die Kapazität zur Gewalt, die dem Menschen innewohnt? Das Bloßstellen der Lüge, die "Manifest Destiny" und der romantisierte Wild West darstellen? Alles, was ich weiß, ist, dass ich mit Alpträumen rechnen muss, in denen The Judge vorkommt, denn das ist einer der furchteinflößendsten Charaktere, die mir je untergekommen sind. “His feet are light and nimble. He never sleeps. He says that he will never die. He dances in light and in shadow and he is a great favorite. He never sleeps, the judge. He is dancing, dancing. He says that he will never die.”

















