Bleak House
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Description
As the interminable case of 'Jarndyce and Jarndyce' grinds its way through the Court of Chancery, it draws together a disparate group of people: Ada and Richard Clare, whose inheritance is gradually being devoured by legal costs; Esther Summerson, a ward of court, whose parentage is a source of deepening mystery; the menacing lawyer Tulkinghorn; the determined sleuth Inspector Bucket; and even Jo, the destitute little crossing-sweeper. A savage, but often comic, indictment of a society that is rotten to the core, Bleak House is one of Dickens's most ambitious novels, with a range that extends from the drawing rooms of the aristocracy to the poorest of London slums. This edition follows the first book edition of 1853, and includes all the original illustrations by 'Phiz', as well as appendices on the Chancery and spontaneous combustion. In his preface, Terry Eagleton examines characterisation and considers Bleak House as an early work of detective fiction.
For more than seventy years, Penguin has been the leading publisher of classic literature in the English-speaking world. With more than 1,700 titles, Penguin Classics represents a global bookshelf of the best works throughout history and across genres and disciplines. Readers trust the series to provide authoritative texts enhanced by introductions and notes by distinguished scholars and contemporary authors, as well as up-to-date translations by award-winning translators.
Book Information
Posts
Düster, heimelig, verschlungen
"To see everything going on so smoothly, and to think of the roughness of the suitors' lives and deaths; to see all that full dress and ceremony, and to think of the waste, and want, and beggard misery it represented; to consider that, while the sickness of hope deferred was raging in so many hearts, this polite show went calmly on from day to day, and year to year, in such a good composure; to behold the Lord Chancellor, and the whole array of practitioners under him, looking at one another and at the spectators, as if nobody had ever heard that all of England the name in which they were assembled was a bitter jest ... (S. 344/345)" Seit Jahrzehnten wird vor dem Court of Chancery in London der Fall JARNDYCE AND JARNDYCE verhandelt. So lange schon, dass selbst das ehrwürdige Gericht nicht mehr zu wissen scheint worum es in dem Fall genau geht. Dennoch greifen die faulen Auswürfe des Falls weiter um sich, beeinflussen die Bewohner von Chancery Lane, bringen Wut, Verzweiflung, Tod. Auch das Leben der Bewohner von Bleak House , von John Jarndyce, seinen entfernten Verwandten Rick und Ada, sowie der Haushälterin von Bleak House, Esther Summerson, aus deren Sicht die Geschichte zu großen Teilen erzählt wird, kann sich den unguten Einflüssen des Falls nicht entziehen. Mit diesem Werk hat Charles Dickens (1812-870) nicht nur eine fulminante Kritik am damaligen Chancery Court System geschaffen, sondern auch eine Erzählung voll wunderschöner Sprache und voller absurder, liebenswürdiger, exzentrischer Charaktere im London des 19. Jahrhunderts. Wie kein anderer Schriftsteller verwendet Dickens Sprache, um immer auch humorvoll gleichzeitig die Oberfläche und das Darunterliegende angeblich Verborgene und doch so offensichtlich Herausstechende zu beschreiben. Er schafft es menschliche Charaktereigentschaften so in seine Figuren zu gießen und bis zur Essenz zu destillieren, dass mir in diesem Buch die personifizierte Selbstsucht, die Eifersucht, die Extravaganz , aber auch die Selbstlosigkeit und der Fleiß begegneten. Ich habe sie mal wieder geliebt, seine wunderbaren Figuren: Mrs. Jellyby, Caddy, Jo, Peepy, Mr Turveydrop, die Smallweeds, Mr. Skimpole und viele mehr. Ich hatte solch eine Freude diesen dickens zu lesen!

In seinem Gesellschaftsroman "Bleak House" entführt uns der geniale englische Schriftsteller Charles Dickens in seine Welt. Ganz England spricht von einem gewaltigen Gerichtsprozess, der schon viele unschuldige Seelen unglücklich gemacht hat, in dem er mit zermürbender Langsamkeit voranschreitet und Hoffnungen zerstört. Es ist der Erbgerichtsprozess "Jarndyce und Jarndyce". Gleichzeitig befasst sich der Autor noch mit der Vergangenheit einer der lieblichsten Frauengestalten der Literatur und deckt ein skandalöses Geheimnis auf, dass sämtliche Gesellschaftsschichten erschüttern wird. Es ist schon ein Kunststück, über fünfzig Personen in einem Romanwerk unterzubringen, selbst wenn dieser über 1000 Seiten fasst. Gleichzeitig stellt der Schreibstil Dickens auch eine große Herausforderung an den Leser da. Mühsam muss er sich mit all den immer neu auftretenden Figuren vertraut machen, denn jede ist auf ihre Art ein wichtiges Bindeglied im großen Ganzen. Teilweise wird die Geschichte aus Sicht der Esther erzählt, dann wieder fährt ein namenloser Erzähler fort. Am Ende kommt tatsächlich noch ein überraschendes Ergebnis im Gerichtsfall Jarndyce zustande; die Rätsel der Vergangenheit und der Mordfall werden aufgelöst. Wie die Zukunft der Mündel Jarndyce und von der lieblichen Esther aussieht, soll jedoch an dieser Stelle natürlich keinesfalls verraten werden. FAZIT Es wird jedem Leser die Geduld und das Ausharren gewünscht, damit er mit der Lektüre des harmonischen Endes belohnt werden kann!
Ein Bild des finsteren Londons im viktorianischen Zeitalter. Grau und schmutzig zeigt sich hier eine der ersten Großstädte der Zeit. Für Bleak House benötigt der Leser Zeit und Durchhaltevermögen. Dafür wird er dann aber mit wundervollen Figuren und Szenerien belohnt, die in der Literatur einzigartig sind. Bleak House zeigt sich als Kriminalroman, Familiendrama, Schauergeschichte und Märchen des 19. Jahrhunderts. Ein großes Werk, das es verdient gelesen und wiedergelesen zu werden.
Abgesehen von der Weihnachtsgeschichte war dies tatsächlich mein erster Roman von Dickens, den ich gelesen habe. Stilistisch und teilweise auch sprachlich hatte ich etwas anderes erwartet, womöglich durch die Vorstellung getrieben, dass Dickens durch die Beschreibung von Armut, dreckigen Städten und Kinderleiden bekannt wurde. Aber dieser Realismus stellt nur einen Teil von Bleak House dar. Die andere Hälfte ist noch so romantisch, dass der Gegensatz zwischen den zwei Erzählstimmen (Esther, die romantisch Verklärte und andererseits der allwissende, sarkastische und schonungslose Erzähler) sehr groß ist. Letzterer hatte mir wesentlich besser gefallen. Esther dagegen war zum Augenrollen naiv und dümmlich. Worum geht es in Bleak House? Das läßt sich schwer in wenigen Worten zusammenzufassen. Es ist ein wahres Themen-Potpourri, dass Dickens hier verarbeitet. Der Rahmen bildet ein Erbschaftsstreit im Hause Jarndyce, aber die meiste Zeit geht es gar nicht um diesen Streit, sondern um Armut, Mord, Betrug, Geldgier und gespickt mit den skurrilsten Persönlichkeiten, die man sich vorstellen kann. Das wirkte an vielen Stellen gar nicht so realistisch, sondern bezüglich der Figuren sehr überzeichnet, an manchen Stellen schon fast albern. Ich hatte kaum das Gefühl, dass diese Figuren die Handlung vorantrieben, sondern dass sie nur symbolisch wie Menschentypen stehen mussten. Das ist ganz nett, trägt mich aber nicht über 1.100 Seiten. Da fange ich in den Verästelungen der unzähligen Nebenhandlungen und Randfiguren sehnsüchtig zu vergleichen an und stelle das Werk neben anderen Büchern aus den 1850ern, wie Moby Dick oder Madame Bovary, von den Russen ganz zu schweigen. Und dann merke ich, dass der Aufbau des Romans einfach für mich nicht die vergleichbare Freude auslöst. Vielleicht liegt es an der Art des Fortsetzungsromans oder an dem Versuch, einen Gesellschaftsroman zu schreiben, in dem alle relevanten Themen auch in irgendeiner Form Einfluss in die Geschichte finden. Aber dann kommen immer wieder diese tollen atmosphärischen Beschreibungen von Örtlichkeiten oder der süffisante Humor des Autors und schon war das Lesetal durchschritten. Kurzum: eine interessante Erfahrung, aber womöglich nicht der beste Roman zum Einsteigen in das Gesamtwerk.
Abgesehen von der Weihnachtsgeschichte war dies tatsächlich mein erster Roman von Dickens, den ich gelesen habe. Stilistisch und teilweise auch sprachlich hatte ich etwas anderes erwartet, womöglich durch die Vorstellung getrieben, dass Dickens durch die Beschreibung von Armut, dreckigen Städten und Kinderleiden bekannt wurde. Aber dieser Realismus stellt nur einen Teil von Bleak House dar. Die andere Hälfte ist noch so romantisch, dass der Gegensatz zwischen den zwei Erzählstimmen (Esther, die romantisch Verklärte und andererseits der allwissende, sarkastische und schonungslose Erzähler) sehr groß ist. Letzterer hatte mir wesentlich besser gefallen. Esther dagegen war zum Augenrollen naiv und dümmlich. Worum geht es in Bleak House? Das läßt sich schwer in wenigen Worten zusammenzufassen. Es ist ein wahres Themen-Potpourri, dass Dickens hier verarbeitet. Der Rahmen bildet ein Erbschaftsstreit im Hause Jarndyce, aber die meiste Zeit geht es gar nicht um diesen Streit, sondern um Armut, Mord, Betrug, Geldgier und gespickt mit den skurrilsten Persönlichkeiten, die man sich vorstellen kann. Das wirkte an vielen Stellen gar nicht so realistisch, sondern bezüglich der Figuren sehr überzeichnet, an manchen Stellen schon fast albern. Ich hatte kaum das Gefühl, dass diese Figuren die Handlung vorantrieben, sondern dass sie nur symbolisch wie Menschentypen stehen mussten. Das ist ganz nett, trägt mich aber nicht über 1.100 Seiten. Da fange ich in den Verästelungen der unzähligen Nebenhandlungen und Randfiguren sehnsüchtig zu vergleichen an und stelle das Werk neben anderen Büchern aus den 1850ern, wie Moby Dick oder Madame Bovary, von den Russen ganz zu schweigen. Und dann merke ich, dass der Aufbau des Romans einfach für mich nicht die vergleichbare Freude auslöst. Vielleicht liegt es an der Art des Fortsetzungsromans oder an dem Versuch, einen Gesellschaftsroman zu schreiben, in dem alle relevanten Themen auch in irgendeiner Form Einfluss in die Geschichte finden. Aber dann kommen immer wieder diese tollen atmosphärischen Beschreibungen von Örtlichkeiten oder der süffisante Humor des Autors und schon war das Lesetal durchschritten. Kurzum: eine interessante Erfahrung, aber womöglich nicht der beste Roman zum Einsteigen in das Gesamtwerk.
Description
As the interminable case of 'Jarndyce and Jarndyce' grinds its way through the Court of Chancery, it draws together a disparate group of people: Ada and Richard Clare, whose inheritance is gradually being devoured by legal costs; Esther Summerson, a ward of court, whose parentage is a source of deepening mystery; the menacing lawyer Tulkinghorn; the determined sleuth Inspector Bucket; and even Jo, the destitute little crossing-sweeper. A savage, but often comic, indictment of a society that is rotten to the core, Bleak House is one of Dickens's most ambitious novels, with a range that extends from the drawing rooms of the aristocracy to the poorest of London slums. This edition follows the first book edition of 1853, and includes all the original illustrations by 'Phiz', as well as appendices on the Chancery and spontaneous combustion. In his preface, Terry Eagleton examines characterisation and considers Bleak House as an early work of detective fiction.
For more than seventy years, Penguin has been the leading publisher of classic literature in the English-speaking world. With more than 1,700 titles, Penguin Classics represents a global bookshelf of the best works throughout history and across genres and disciplines. Readers trust the series to provide authoritative texts enhanced by introductions and notes by distinguished scholars and contemporary authors, as well as up-to-date translations by award-winning translators.
Book Information
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Düster, heimelig, verschlungen
"To see everything going on so smoothly, and to think of the roughness of the suitors' lives and deaths; to see all that full dress and ceremony, and to think of the waste, and want, and beggard misery it represented; to consider that, while the sickness of hope deferred was raging in so many hearts, this polite show went calmly on from day to day, and year to year, in such a good composure; to behold the Lord Chancellor, and the whole array of practitioners under him, looking at one another and at the spectators, as if nobody had ever heard that all of England the name in which they were assembled was a bitter jest ... (S. 344/345)" Seit Jahrzehnten wird vor dem Court of Chancery in London der Fall JARNDYCE AND JARNDYCE verhandelt. So lange schon, dass selbst das ehrwürdige Gericht nicht mehr zu wissen scheint worum es in dem Fall genau geht. Dennoch greifen die faulen Auswürfe des Falls weiter um sich, beeinflussen die Bewohner von Chancery Lane, bringen Wut, Verzweiflung, Tod. Auch das Leben der Bewohner von Bleak House , von John Jarndyce, seinen entfernten Verwandten Rick und Ada, sowie der Haushälterin von Bleak House, Esther Summerson, aus deren Sicht die Geschichte zu großen Teilen erzählt wird, kann sich den unguten Einflüssen des Falls nicht entziehen. Mit diesem Werk hat Charles Dickens (1812-870) nicht nur eine fulminante Kritik am damaligen Chancery Court System geschaffen, sondern auch eine Erzählung voll wunderschöner Sprache und voller absurder, liebenswürdiger, exzentrischer Charaktere im London des 19. Jahrhunderts. Wie kein anderer Schriftsteller verwendet Dickens Sprache, um immer auch humorvoll gleichzeitig die Oberfläche und das Darunterliegende angeblich Verborgene und doch so offensichtlich Herausstechende zu beschreiben. Er schafft es menschliche Charaktereigentschaften so in seine Figuren zu gießen und bis zur Essenz zu destillieren, dass mir in diesem Buch die personifizierte Selbstsucht, die Eifersucht, die Extravaganz , aber auch die Selbstlosigkeit und der Fleiß begegneten. Ich habe sie mal wieder geliebt, seine wunderbaren Figuren: Mrs. Jellyby, Caddy, Jo, Peepy, Mr Turveydrop, die Smallweeds, Mr. Skimpole und viele mehr. Ich hatte solch eine Freude diesen dickens zu lesen!

In seinem Gesellschaftsroman "Bleak House" entführt uns der geniale englische Schriftsteller Charles Dickens in seine Welt. Ganz England spricht von einem gewaltigen Gerichtsprozess, der schon viele unschuldige Seelen unglücklich gemacht hat, in dem er mit zermürbender Langsamkeit voranschreitet und Hoffnungen zerstört. Es ist der Erbgerichtsprozess "Jarndyce und Jarndyce". Gleichzeitig befasst sich der Autor noch mit der Vergangenheit einer der lieblichsten Frauengestalten der Literatur und deckt ein skandalöses Geheimnis auf, dass sämtliche Gesellschaftsschichten erschüttern wird. Es ist schon ein Kunststück, über fünfzig Personen in einem Romanwerk unterzubringen, selbst wenn dieser über 1000 Seiten fasst. Gleichzeitig stellt der Schreibstil Dickens auch eine große Herausforderung an den Leser da. Mühsam muss er sich mit all den immer neu auftretenden Figuren vertraut machen, denn jede ist auf ihre Art ein wichtiges Bindeglied im großen Ganzen. Teilweise wird die Geschichte aus Sicht der Esther erzählt, dann wieder fährt ein namenloser Erzähler fort. Am Ende kommt tatsächlich noch ein überraschendes Ergebnis im Gerichtsfall Jarndyce zustande; die Rätsel der Vergangenheit und der Mordfall werden aufgelöst. Wie die Zukunft der Mündel Jarndyce und von der lieblichen Esther aussieht, soll jedoch an dieser Stelle natürlich keinesfalls verraten werden. FAZIT Es wird jedem Leser die Geduld und das Ausharren gewünscht, damit er mit der Lektüre des harmonischen Endes belohnt werden kann!
Ein Bild des finsteren Londons im viktorianischen Zeitalter. Grau und schmutzig zeigt sich hier eine der ersten Großstädte der Zeit. Für Bleak House benötigt der Leser Zeit und Durchhaltevermögen. Dafür wird er dann aber mit wundervollen Figuren und Szenerien belohnt, die in der Literatur einzigartig sind. Bleak House zeigt sich als Kriminalroman, Familiendrama, Schauergeschichte und Märchen des 19. Jahrhunderts. Ein großes Werk, das es verdient gelesen und wiedergelesen zu werden.
Abgesehen von der Weihnachtsgeschichte war dies tatsächlich mein erster Roman von Dickens, den ich gelesen habe. Stilistisch und teilweise auch sprachlich hatte ich etwas anderes erwartet, womöglich durch die Vorstellung getrieben, dass Dickens durch die Beschreibung von Armut, dreckigen Städten und Kinderleiden bekannt wurde. Aber dieser Realismus stellt nur einen Teil von Bleak House dar. Die andere Hälfte ist noch so romantisch, dass der Gegensatz zwischen den zwei Erzählstimmen (Esther, die romantisch Verklärte und andererseits der allwissende, sarkastische und schonungslose Erzähler) sehr groß ist. Letzterer hatte mir wesentlich besser gefallen. Esther dagegen war zum Augenrollen naiv und dümmlich. Worum geht es in Bleak House? Das läßt sich schwer in wenigen Worten zusammenzufassen. Es ist ein wahres Themen-Potpourri, dass Dickens hier verarbeitet. Der Rahmen bildet ein Erbschaftsstreit im Hause Jarndyce, aber die meiste Zeit geht es gar nicht um diesen Streit, sondern um Armut, Mord, Betrug, Geldgier und gespickt mit den skurrilsten Persönlichkeiten, die man sich vorstellen kann. Das wirkte an vielen Stellen gar nicht so realistisch, sondern bezüglich der Figuren sehr überzeichnet, an manchen Stellen schon fast albern. Ich hatte kaum das Gefühl, dass diese Figuren die Handlung vorantrieben, sondern dass sie nur symbolisch wie Menschentypen stehen mussten. Das ist ganz nett, trägt mich aber nicht über 1.100 Seiten. Da fange ich in den Verästelungen der unzähligen Nebenhandlungen und Randfiguren sehnsüchtig zu vergleichen an und stelle das Werk neben anderen Büchern aus den 1850ern, wie Moby Dick oder Madame Bovary, von den Russen ganz zu schweigen. Und dann merke ich, dass der Aufbau des Romans einfach für mich nicht die vergleichbare Freude auslöst. Vielleicht liegt es an der Art des Fortsetzungsromans oder an dem Versuch, einen Gesellschaftsroman zu schreiben, in dem alle relevanten Themen auch in irgendeiner Form Einfluss in die Geschichte finden. Aber dann kommen immer wieder diese tollen atmosphärischen Beschreibungen von Örtlichkeiten oder der süffisante Humor des Autors und schon war das Lesetal durchschritten. Kurzum: eine interessante Erfahrung, aber womöglich nicht der beste Roman zum Einsteigen in das Gesamtwerk.
Abgesehen von der Weihnachtsgeschichte war dies tatsächlich mein erster Roman von Dickens, den ich gelesen habe. Stilistisch und teilweise auch sprachlich hatte ich etwas anderes erwartet, womöglich durch die Vorstellung getrieben, dass Dickens durch die Beschreibung von Armut, dreckigen Städten und Kinderleiden bekannt wurde. Aber dieser Realismus stellt nur einen Teil von Bleak House dar. Die andere Hälfte ist noch so romantisch, dass der Gegensatz zwischen den zwei Erzählstimmen (Esther, die romantisch Verklärte und andererseits der allwissende, sarkastische und schonungslose Erzähler) sehr groß ist. Letzterer hatte mir wesentlich besser gefallen. Esther dagegen war zum Augenrollen naiv und dümmlich. Worum geht es in Bleak House? Das läßt sich schwer in wenigen Worten zusammenzufassen. Es ist ein wahres Themen-Potpourri, dass Dickens hier verarbeitet. Der Rahmen bildet ein Erbschaftsstreit im Hause Jarndyce, aber die meiste Zeit geht es gar nicht um diesen Streit, sondern um Armut, Mord, Betrug, Geldgier und gespickt mit den skurrilsten Persönlichkeiten, die man sich vorstellen kann. Das wirkte an vielen Stellen gar nicht so realistisch, sondern bezüglich der Figuren sehr überzeichnet, an manchen Stellen schon fast albern. Ich hatte kaum das Gefühl, dass diese Figuren die Handlung vorantrieben, sondern dass sie nur symbolisch wie Menschentypen stehen mussten. Das ist ganz nett, trägt mich aber nicht über 1.100 Seiten. Da fange ich in den Verästelungen der unzähligen Nebenhandlungen und Randfiguren sehnsüchtig zu vergleichen an und stelle das Werk neben anderen Büchern aus den 1850ern, wie Moby Dick oder Madame Bovary, von den Russen ganz zu schweigen. Und dann merke ich, dass der Aufbau des Romans einfach für mich nicht die vergleichbare Freude auslöst. Vielleicht liegt es an der Art des Fortsetzungsromans oder an dem Versuch, einen Gesellschaftsroman zu schreiben, in dem alle relevanten Themen auch in irgendeiner Form Einfluss in die Geschichte finden. Aber dann kommen immer wieder diese tollen atmosphärischen Beschreibungen von Örtlichkeiten oder der süffisante Humor des Autors und schon war das Lesetal durchschritten. Kurzum: eine interessante Erfahrung, aber womöglich nicht der beste Roman zum Einsteigen in das Gesamtwerk.









