Annette, ein Heldinnenepos

Annette, ein Heldinnenepos

Hardback
4.0128
WiderstandLebensgeschichtePuciataBiografie

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Description

Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher — wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel »Gerechte unter den Völkern« erhalten wird –, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams. Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir in einem brillanten biografischen Heldinnenepos. Die mit großer Sprachkraft geschilderten Szenen werfen viele Fragen auf: Was treibt jemanden in den Widerstand? Was opfert er dafür? Wie weit darf er gehen? Was kann er erreichen? Annette, ein Heldinnenepos erzählt von einer wahren Heldin, die uns etwas angeht.

"Die Kraft von Anne Webers Erzählung kann sich mit der Kraft ihrer Heldin messen: Es ist atemberaubend, wie frisch hier die alte Form des Epos klingt und mit welcher Leichtigkeit Weber die Lebensgeschichte der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir zu einem Roman über Mut, Widerstandskraft und den Kampf um Freiheit verdichtet. "Annette, ein Heldinnenepos" ist eine Geschichte voller Härten, die Weber aber mit souveräner Dezenz und feiner Ironie erzählt. Dabei geht es um nichts weniger als die deutsch-französische Geschichte als eine der Grundlagen unseres heutigen Europas. Wir sind dankbar, dass Anne Weber Annette für uns entdeckt hat und von ihr erzählt." (Jurybegründung Deutscher Buchpreis 2020)

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
207
Price
22.70 €

Author Description

Anne Weber, 1964 in Offenbach geboren, lebt seit 1983 als freie Autorin und Übersetzerin in Paris. Sie hat sowohl aus dem Deutschen ins Französische übersetzt (u. a. Sibylle Lewitscharoff, Wilhelm Genazino) als auch umgekehrt (Pierre Michon, Marguerite Duras). Ihre eigenen Bücher schreibt sie sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache. Ihre Werke wurden u. a. mit dem Heimito von Doderer-Literaturpreis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis, dem Johann-Heinrich-Voß-Preis und dem Solothurner Literaturpreis 2024 ausgezeichnet. 2024 erhielt sie außerdem den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Für ihr Buch Annette, ein Heldinnenepos wurde Anne Weber mit dem Deutschen Buchpreis 2020 ausgezeichnet.

Posts

29
All
3.5

Das (recht unbekannte) Leben der Anne Beaumanoir

Die Form des Romans an sich ist für mich eine klare Leseempfehlung, es hat sehr Spaß gemacht zu lesen! Zudem erfährt man eine recht spannende, mit dem Algerienthema, für mich unbekannte Lebensgeschichte. Und irgendwie erleben wir auch, dass man den Fokus verlieren und sich vielleicht auch in etwas verrennen kann, das sich anders entwickelt als gedacht. 🇫🇷 🇩🇿

3.5

Eigentlich wollte ich dieses Buch nicht lesen. Dann habe ich mitbekommen, dass dieses Buch in einer bestimmten Versform im Fließtext geschrieben ist. Und dann hat mich interessiert wie sich dieser Text gesprochen anhört. Und was soll ich sagen? Ich bin hängen geblieben und habe das Hörbuch mit einigen größeren Unterbrechungen zu Ende gehört. Ich kann und möchte nicht ein wahres Leben abwerten noch aufwerten oder wirklich bewerten. Die Hörbuchsprecherin hat mich begeistert. Das Buch war ok.

5

Bewegendes Schicksal einer Resistance-Kämpferin, die nie aufgehört hat zu kämpfen. Interessanter Stil Leseempfehlung

4

Das Buch habe ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Eine etwas anders erzählte Geschichte einer echten Person, von der ich noch nie etwas gehört hatte. Ich wurde in den Bann gezogen und habe lange nicht mehr so schnell ein Buch beendet.

3.5

3,5 Sterne. Im Rahmen meiner Buchpreisträger Challenge gelesen. Wegen fehlendem (oder besser fast nicht vorhandenem) Geschichtswissen, was vorausgesetzt wird, meinerseits, konnte ich in diesem Buch leider nur den äußerst eloquenten und gelungenen Sprachstil, sowie das Leben von Annette verfolgen. Leser*innen mit historischem Interesse werden hier sicher extrem auf ihre Kosten kommen.

4.5

Endlich ein Buch über eine weibliche Heldin!

Eine sprachlich so schöne Erzählung der Lebensgeschichte von Anne Beaumanoir, von der ich bis dato noch nichts gehört hatte. Ich fand es großartig, wie schwere geschichtliche und menschliche Themen mit Leicht- und Schlagfertigkeit behandelt werden. Kann man super so weg lesen ohne das es seicht ist.

Endlich ein Buch über eine weibliche Heldin!
3

d handlig 3/5, dr schribstil 5/5

5

Man muss sich anfangs auf die Versform einlassen…. Aber als ich einmal erst drin war, war es um mich geschehen. Annette war wirklich eine Heldin. Eine Heldin, die aus Menschenliebe und Überzeugung gehandelt hat. Eine Person, die eine Macherin war und sich nicht allzu sehr mit dem Denken aufhalten KONNTE. Anne Weber hat etwas Großartiges geschrieben. Mehr noch ist mir Annette aber als Heldin im Herzen geblieben. Ihre Biografie hat mich extrem berührt. Für mich ist der Text ein Denkmal für Annette Beaumanoir. ❤️❤️❤️❤️ Zudem habe ich erneut einiges über Frankreich und auch den Algerienkrieg erfahren. Mich haben Namen und Zeitspannen aktiv werden und recherchieren lassen. Für mich eine würdige Preisträgerin des deutschen Buchpreises 2019. Total empfehlenswert. „ Die Herren Generale scheinen die Besetzung fremder Länder legitim zu finden, solang sie selbst die Besatzer sind.“ ….. Wahr und scheinbar leider zeitlos

3

Eine epische Geschichte einer weiblichen Heldin, typisch narrativ und in Versform, die auf wahren Begebenheiten beruht. Kurzweiliges Werk zum Einstieg in die feministische Epik!

Erzählt wird die Geschichte der Annette Beaumanoir, eine kommunistische Widerständlerin und später verurteilte Terroristin. Die erzählende Person lässt uns am Leben der jungen Annette teilhaben und zeigt heldenhafte Taten auf - dabei kommt immer wieder der Gedanke auf: Was macht denn eine Heldin aus? Wie definiert eins Heldin? Die Entscheidung, diese Geschichte als einen versförmigen Epos zu schreiben lässt Held*innentum hinterfragen: Ja, es gibt auch Heldinnen und auch ihre Geschichten verdienen es, sichtbar und erzählt zu werden. Das Werk ist sehr kurzweilig und schwer aus der Hand zu legen, was vielleicht auch gerade an den Versen liegt und daran, dass es keine Kapitel gibt. Anfangs etwas schwierig reinzukommen, dann sehr schwer rauszukommen. Das Buch hat mich sehr überrascht und ich empfehle es all denjenigen, die eine Art von Biographie mal anders lesen möchten. Sehr schön!

4

Eine faszinierende Roman-Biografie über eine noch faszinierendere Persönlichkeit

Eine Geschichte die jeder kennen sollte. Über Mut und Überwindung, über Loyalität und Überzeugungen, über Aufopferung und Kraft. Der Schreibstil ist umwerfend und einzigartig, wenn auch ziemlich anspruchsvoll. Ein Stil und eine Erzählart, die mir noch nie begegnet ist, und die mir trotz Langsamkeit und der ein oder anderen Hürde noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

4

Das beeindruckende Leben der französischen Freiheitskämpfern und Kommunistin hat Anne Weber sprachlich herausragend in diesem Versepos portraitiert. Dabei ist nichts zu detailliert und doch fehlt es an keinem Detail, um der Abfolge an Ereignissen zu folgen. Viele Querverweise, die man beim Lesen über die französische Geschichte lernt. Ich bin mir sicher, beim zweiten oder dritten Mal lesen stolpert man immer noch über neue Details, die die Autorin in ihrer wunderbaren Sprache verpackt hat!

Nach dem Hin und Her mit diesem Buch lege ich mich nun fest. 1 ⭐️ für das Buch 2⭐️ für das Hörbuch Eine offizielle Bewertung nehme ich nicht vor: dafür habe ich zu wenig daraus konsumiert. Das Buch zu lesen bereitet mir Schmerzen (ähnlich wie Ulysses). Im Hörbuch bin ich dann ein ganzes Stück weiter gekommen- da entsteht zumindest ein gewisser Fluss, doch nicht all zu lang und mich ereilt auch hier Verdruss. Mir missfällt die Sprache, der Stil und die zutiefst langweiligen Passagen aus der Kindheit und Jugend. Die Odyssee von Homer lässt sich hervorragend in der Eposform lesen- da kann man mir zumindest nicht vorwerfen, ich hätte keine Erfahrung mit dem Stil eines Epos. Was Frau Weber hier macht ist für mein ästhetisches Empfinden ein Graus. Altertümliche Stilmittel des Epos mit moderner Sprache zu mischen, so wie sie es aufbereitet hat :

4

“Annette, ein Heldinnenepos” von Anne Weber hat den Deutschen Buchpreis 2020 gewonnen und nachdem ich ganz viel Lob bei @federspule gelesen habe, wollte ich das auch lesen! Und schwupps! Da hat die Alex mir das doch tatsächlich geschenkt! Danke, dass ich ein so unglaubliches Buch lesen konnte. [CN: Abtreibung, Antisemitismus, Antiziganismus (S. 17: Z-Wort), Flucht, Folter, Holocaust, Homofeindlichkeit (S. 75 S-Wort), Kolonialismus, Krieg, Mord, N-Wort (S. 105), Rassismus, Suizid] Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass ich vielleicht Probleme mit dem Stil haben könnte. Zum Glück hat sich das nicht bewahrheitet. Im Gegenteil! Der Rhythmus des Textes ist total angenehm. Dann ist das auch noch historische Fiktion, bei dem ich immer erstmal denke, “Oh je, ‘historisch’? Geschichte? Ehhhh…” Aber hey, ich habe mich getraut und das solltet ihr euch auch! Aber erstmal zu unserer Protagonistin mit dem gebürtigen Namen Anne Beaumanoir. Was für eine beeindruckende Frau. Sie ist eine Widerstandskämpferin aus der Bretagne, strebt nach Veränderung und kämpft für ihre Überzeugungen. Dafür geht sie immer wieder in den Widerstand und wir erleben mit, wie viel sie dafür opfert. Beeindruckend ist auch, dass sie als Neurophysiologin gearbeitet hat, weshalb ich es sehr schade finde, dass das nur kurz im Buch erwähnt wurde. Ich hätte gerne auch mehr über die Beweggründe von Annette erfahren, denn diese erschienen mir eher schwammig, aber vielleicht lag das auch daran, dass Annette selbst diese gar nicht so genau kannte. Ansonsten habe ich sie als eine unglaublich willensstarke Frau erlebt und wir erfahren auch ziemlich viel über ihr Liebesleben, das hat mich allerdings nicht so sehr interessiert. Etwas, das ich schlichtweg unnötig und nicht in Ordnung finde: Die Verwendung des Z-Worts und des N-Worts. Bei dem Z-Wort könnten einige vielleicht noch argumentieren, dass es erst seit kurzem gehäuft thematisiert wird, es nicht zu verwenden. Aber das N-Wort?! Diese rassistischen Begriffe wurden einfach benutzt, obwohl es den Inhalt nicht verändert hätte, wenn diese weggelassen oder ersetzt worden wären. Ansonsten ist es einfach krass, dass eine Person so viel erlebt und so viel getan hat. Ich habe das Buch ohne großes Vorwissen gelesen und konnte allem gut folgen.

3

Versepen verbindet man eher mit antiken Texten als mit moderner Literatur. Vielleicht hat genau deswegen Anne Weber mit ihrem Buch den Deutschen Literaturpreis gewonnen? Der Text liest sich selbstverständlich viel leichter als die älteren Epen. Es ist ein interessanter Aufbau, der sich gut lesen lässt, sobald man sich daran gewöhnt hat. Auf jeden Fall ist es mal etwas Anderes. Inhaltlich erzählt die Autorin von einem Leben, das seinesgleichen sucht. Eine Rebellin ist sie, die Annette. Eine, die sich einsetzt, keine Ruhe findet. Bewundernswert, eindeutig. Dennoch schaffte es der Titel nicht, mich wirklich zu faszinieren oder zu begeistern. Die Verse waren dafür dann doch zu simpel (vor allem nachdem ich mehrere Bände von Louise Glücks Gedichten gelesen habe) und Annette wirkte mir zu plastisch. Mir fehlt hier etwas Seele. Annettes Motivation zum Beispiel. Oder etwas mehr Gefühl. Ab und zu fragt sie sich zwar, was ihre Aktionen alles bringen sollen, aber dann geschieht schon die nächste Tat. Das passt zwar zum Epos, aber für mich fehlt hier einfach noch etwas. Vor allem wenn man auch bedenkt, dass dieses Buch den Buchpreis gewonnen hat. Aber immerhin habe ich neue historische Eindrücke sammeln können; das macht vieles für mich wieder wett.

3

Der Gewinn des deutschen Buchpreises ist was die Gattung dieses Textes, der weniger als Roman denn als waschechtes Heldenepos inklusive Versmaß und Leseransprache daherkommt, absolut verdient. Die Wahl eines solch wenig populären und unbekannten Genres im 21. Jahrhundert und die Tatsache, dass dieser Gattung über die gesamte Länge treu geblieben wird, verdient Hochachtung und Bewunderung. Was dies also betrifft, kann ich der Entscheidung der Jury durchaus folgen. Die einzigartige Textform, die in ihrem Ursprung durchaus zur mündlichen Überlieferung gedacht war, begründet auch, warum es ein Genuss ist, sich Annette als Hörbuch zu gönnen. Die Satzmelodie, die fast schon liedhafte Qualität der Worte und des Syntax kommen in der Lesung wunderbar zur Geltung. Die Sprecherin hat eine sehr angenehme Stimme, liest mit Engagement und auch mit Distanz und spricht vor allem auch die zahlreichen französischen Wörter wunderschön aus. Ich kann über den geschriebenen Text nur spekulieren, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Hörbuch in diesem Fall einen großen Zusatzgewinn für die Wirkung des Geschriebenen bedeutet. Inhaltlich ist es sehr viel vertrackter. Annettes Leben ist letztlich ein großes Tohuwabohu, eine Ansammlung idealistischer Kämpfe mit privaten und persönlichen Verlusten, die getreu des Heldengesangs kaum reflektiert werden und den Hörer/Leser auf Abstand halten. Auch wenn man einiges dazu lernt, so können eigentlich nur Annettes Jugendjahre, die sie der Résistance gewidmet hat, so recht fesseln. Ihr jahrelanger Kampf als reife Frau an der Seite der Algerier gegen Frankreich sind Variationen und Wiederholungen des ursprünglichen Aufstands und bei allem Idealismus, kann man nicht wirklich verstehen, was sie jahrzehntelang so angetrieben hat. Insgesamt ein angenehmes, ansprechendes Hörbuch. Der Stimme der Sprecherin hätte ich noch sehr lange lauschen können, aber Annettes Geschichte hat mich sehr ermüdet und ab ungefähr der Hälfte nicht mehr begeistern können.

4

Ich stimme der Autorin zu: Unglaublich, dass es diese Frau mit diesem Lebenslauf gibt. Das Buch war für mich überraschend philosophisch, der Epos eine spielerische Variante einer Biografie - ich würde sagen ein tolles Buch für Idealist:innen, wie viele junge Leute (und Anette) es sind. Man lernt durch ihr damit verflochtenes Wirken mehr über zwei Kriege, Kolonialismus, linken Aktivismus, Algerien... Auch sprachlich hat es Spaß gemacht, durch das Entdecken der ab und an eingefädelten Reime und einiger starker Metaphern.

4

Annette Beaumanoir war Widerstandskämpferin im besetzten Frankreich während des zweiten Weltkriegs. Sie war überzeugte Kommunistin und setzte sich auch nach dem Krieg weiterhin politisch ein - dann für das wiederum durch Frankreich besetzte Algerien. Man kann sagen, Annette gab ihr ganzes Leben dem Kampf gegen Unterdrückung hin, dabei nahm sie - aus heutiger Sicht - jedoch auch fragwürdige Entscheidungen in Kauf. Die Autorin Anne Weber hat meiner Meinung nach zu Recht den deutschen Buchpreis 2020 für dieses Werk erhalten, da der Schreibstil sehr einnehmend ist - stilistisch in Form klassischer Epen, jedoch sehr modern mit vielen Gegenwartsbezügen und viel Witz. Mir hat sehr gefallen, dass sie Annettes Geschichte immer wieder aus der damaligen Perspektive, aber auch aus der heutigen Rückschau beleuchtet, dabei aber immer betont, dass es im Nachhinein immer einfacher und klarer erscheint, den richtigen Weg zu sehen. Was mir jedoch aufgestoßen ist, ist die Verwendung des N-Worts und des Z-Worts. Zwar sollte an beiden Stellen die Sprache der Unterdrücker wiedergegeben werden, das ist in meinen Augen aber nur unnötige Reproduktion von rassistischer und antiziganistischer Sprache.

4

Poesie des Widerstands: Sprachgewaltig, lehrreich, aber distanziert

Ihr solltet das Buch lesen wenn ihr: • Lust auf einen sehr besonderen, poetischen Schreibstil habt; dieses Buch ist ein Epos (= eine erzählende Dichtung in Versen, die oft heldenhafte Taten oder bedeutende historische Geschehnisse schildert) • mehr über das Leben von Anne Beaumanoir erfahren wollt; eine Heldin und beeindruckende Frau • euch für die Zeit in Frankreich um den 2. Weltkrieg herum und die algerische Unabhängigkeitsbewegung interessiert Was mir gut (+) und was mir nicht gut (-) gefallen hat: + die Autorin hat mich teilweise sprachlich umgehauen; ich habe mir viele Stellen markiert und fassungslos den Kopf geschüttelt, weil sie so toll geschrieben sind; sehr poetisch, mit vielen Metaphern, sehr besonders + Annette ist eine beeindruckende Person und ihre Geschichte ist außergewöhnlich: immer wieder setzt sie sich für Gerechtigkeit ein und riskiert damit ihr Leben + ich konnte viel neues über die Geschichte in Frankreich und Algerien lernen - teilweise bin ich nicht mehr mitgekommen; in jedem Nebensatz steckt eine wichtige Information und da ich nicht viel über die geschichtlichen Hintergründe weiß, musste ich oft zurückblättern, was jetzt nochmal genau los ist, oder eben mit den kleinen Wissenslücken leben und weiterlesen; mir hätte ein kleines Glossar mit wichtigen Namen oder Begriffen sehr geholfen - das Buch hat mich auf emotionaler Ebene kaum berührt, weil es sehr sachlich von Annettes Leben erzählt; es wird sehr oft nicht viel auf ihre Gefühle eingegangen; das finde ich schade, weil ich Annette dadurch nicht so nahe kommen konnte "Denn so wie das meiste ist auch das Widerstehen anders, als man es sich denkt, nämlich kein einmaliger Entschluss, kein klarer, sondern ein unmerklich langsames Hineingeraten in etwas, wovon man keine Ahnung hat. Das Erste, dems zu widerstehen gilt, das ist man selbst. Der eigenen Angst. Was, wenn ihr jemand auf die Spur kommt und sie erwischt mit Schriften oder Gütern, die verboten sind? Sie lernt, dass Angst was ist, was überwunden werden kann." (S. 24)

5

Ein wunderbares, ungewöhnliches Buch über Annette Beaumanoir und was es bedeutet, ein wagemutiges Leben zu führen.

5

Was ist nur mit dem Deutschen Buchpreis los? Zum zweiten Mal hintereinander wird - ganz entgegen meiner Erwartung - ein Buch prämiert, das mir richtig gut gefällt. Anne Weber hat ein sensationell gutes Buch geschrieben. Ich habe selten ein Werk gelesen, in dem so mit Sprache gespielt wird wie in diesem. Jedes Wort ist hier am richtigen Platz, Sätze werden gedreht, es wird experimentiert. Das Ganze ist ein Epos und oft versartig geschrieben. Das klingt zunächst anstrengend, ist aber genau das Gegenteil: das Buch ist spannend und mitreißend, oft auch sehr berührend und liest sich einfach nur unglaublich gut. Es ist mit Abstand das beste deutschsprachige Buch, das ich in diesem sonderbaren Jahr gelesen habe und hat den Preis mehr als verdient.

5

Eine anspruchsvoller Lektüre, ein unglaublich fordernder Schreibstil, eine absolut intensiv erzählte Geschichte. Anne Weber erzählt uns das Leben der Anne Beaumanoir, eine so beeindruckenden Frau, die nicht nur Mitglied der Résistance war, sondern auch Medizin studiert hat, als Neuropsychologin gearbeitet hat, für die algerische Unabhängigkeit gekämpft hat, zu 10 Jahren Gefängnis verurteil wurde, geflohen ist und bis heute für Menschenrechte einsteht. Ein unbequemes Leben, mit einigen Irrwegen und doch immer voller Inbrunst setzt sich Anne Beaumanoir immer für ihre Überzeugungen ein, auch wenn sie dabei persönliche Opfer erbringen muss. Durch den Schreibstil in Form einer Art Prosa wirkt das Ganze manchmal vielleicht etwas zu pathetisch, doch gerade auch der feine ironische Unterton, das Hinterfragen ohne zu urteilen durch die Autorin Anne Weber lässt Anne Beaumanoir so menschlich wirken. Ein Buch, was mich immer wieder dazu angeregt hat, nachzuforschen, zu recherchieren zu bestimmten Themen. Ein Buch mit nur gut 200 Seiten, aber so vollgepackt, dass jede Zeile wichtig ist. Ich konnte das Buch nicht einfach weglesen, aber es hat mich emotional berührt und wird bestimmt noch lange nachhallen.

3

Interessant, aber eine gewöhnlich erzählte Biografie wäre mir lieber gewesen. Ich bin kein Mensch, der Versdichtungen in diesem Umfang ausreichend wertschätzen kann.

3

Interessant, aber eine gewöhnlich erzählte Biografie wäre mir lieber gewesen. Ich bin kein Mensch, der Versdichtungen in diesem Umfang ausreichend wertschätzen kann.

5

Was ein Buch und was eine Frau!! Ich kannte Anne Beaumanoir vorher gar nicht, aber was ist sie bitte für ne krasse Frau mit einer krassen Biographie.Den Schreibstil mochte ich auch total gerne, zuerst dachte ich es wäre einfach nur ein Prosatext der anders formatiert ist, aber nach ner Zeit bemerkt man den Rhythmus und wie manche Wörter auf besondere Art zueinander passen!

4

Es ist länger her, dass ich einen Roman, oder ein Heldinnen) Epos in Versmaß gelesen habe, schon gar nicht ein zeitgenössischen Text. Die hierfür mit dem Deutschen Buchpreis 2020 ausgezeichnete Anne Weber bringt hier diese alte Stilform mit einer zeitgenössischen und gleichzeitig universalen Erzählung zusammen. Und genau in diesem Zusammenbringen zweier Kontraste liegt der große Reiz dieses Buches. Es ist die Geschichte der heute 98-jährigen Anne Beaumanoirx, die sich als junge Frau dem Widerstand gegen das Nazi-Regime anschließt und in den Folgejahren, nun als Französin selbst zum Kolonie- und Unterdrückerland Frankreich gehörend, einer kommunistischen Vereinigung, die im Untergrund gegen Frankreich und für die Unabhängigkeit Algeriens kämpft. Von den einen als Heldin verehrt wird sie von anderen, ihrem eigenen Land, als Terroristin bekämpft, zu zehn Jahren Haft, denen sie sich durch eine Flucht nach Tunesien entziehen kann, und noch viel mehr Jahren im Exil verurteilt, fernab von ihrer Familie und ihren eigenen drei Kindern in Frankreich. Auf gewisse Weise handelt es sich hier durchaus um einen Exilroman. Doch es bei dieser Kategorie zu belassen wäre zu kurz gegriffen. Es ist ein Roman über unbedingten Mut und unbedingte Entschlossenheit, für eigene Überzeugungen zu kämpfen - und zwar um wirklich jeden Preis. Mitunter die stärksten Passagen des Romans sind die, als Annette, getrennt von ihren Kindern im Exil, immer mehr Zweifel kommen am eigenen Handel, als ein Hadern beginnt, ob nicht nur ein Regime letztendlich durch ein anderes Regime ersetzt wurde und alle ihre Opfer vergebens waren. Diese Desillusionierung wechselt sich aber immer wieder mit der Überzeugung ab, dass jeder Kampf für Gerechtigkeit ein guter ist. Diesen Zwiespalt dieser sehr vielschichtigen Figur fand ich äußerst differenziert und überzeugend porträtiert - auch neben allen politischen Kontexten, die den Roman durchziehen. Denn ja, dieser Text ist Exilroman, ein Roman über Mut und Charakterstärke - vor allem aber ist es ein Porträt. Anne Weber gelingt es auf faszinierende Weise, der Porträtierten möglichst nah zu kommen und sie gleichzeitig so zu literarisieren, dass sie sowohl reale Person als auch literarische Figur sein kann. Dadurch und durch den fulminant poetischen Stil des Versmaß hat man nicht in einem einzigen Absatz das Gefühl, eine Biografie zu lesen. Dabei gelingt Weber immer wieder auch der Spagat, neben all den dramatischen Episoden auch ein zärtliches, humorvolles Augenzwinkern in die Beschreibung ihrer Annette und deren Denken und Entscheidungen zu legen. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht, dass sich ab und an Wiederholungen einschleichen, vielleicht, weil wir alle schon öfter Geschichten über Heldinnen und Helden gelesen haben, die sich politisch auflehnen, und da gibt es natürliche inhaltliche Parallelen. Aber dass eine Heldinnengeschichte derart episch und lyrisch literarisch "gesungen" wird, macht dieses Buch tatsächlich neu und besonders und an vielen Stellen, besonders in der zweiten Hälfte, sogar aufregend. Fazit: Thematisch wird das Rad nicht neu erfunden. Die Beschreibung einer realen Heldin, die im Versmaß in eine literarische Figur umgedeutet wird, ist allerdings spektakulär. Ob die Auszeichnung des Buchpreises alternativlos war, sei dahin gestellt. Eine klare Leseempfehlung meinerseits gibt es aber definitiv.

4

Ich musste erst in den Stil hineinfinden, aber gerade dieser ist es, der dieses Buch ausmacht! Sehr gut.

4

Das beeindruckende Leben der französischen Freiheitskämpfern und Kommunistin hat Anne Weber sprachlich herausragend in diesem Versepos portraitiert. Dabei ist nichts zu detailliert und doch fehlt es an keinem Detail, um der Abfolge an Ereignissen zu folgen. Viele Querverweise, die man beim Lesen über die französische Geschichte lernt. Ich bin mir sicher, beim zweiten oder dritten Mal lesen stolpert man immer noch über neue Details, die die Autorin in ihrer wunderbaren Sprache verpackt hat!

5

Ein Buch, das den Namen „Epos“ (und den deutschen Buchpreis) redlich verdient hat! Bewegt und clever geschrieben, konnte ich es kaum aus der Hand legen.

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