Am Anfang sind sie noch Kinder

Am Anfang sind sie noch Kinder

Softcover
4.33
WitwePflegekindJugendkriminalität

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Description

Eine mutige Frau – und ein mutiger Schritt
Das Schicksal hat Kathi Lenzen bereits übel mitgespielt. Mit Anfang 40 verliert sie zuerst ihren Mann, dann ihren einzigen Sohn. Tapfer hangelt sich die vereinsamte Frau nun von Tag zu Tag. Als sie in einem Supermarkt einen Jugendlichen bei einem dreisten Diebstahl beobachtet, wendet sie sich ans Sozialamt. Dort gerät sie an einen sehr engagierten Sozialarbeiter und entschließt sich zu einem folgenschweren Schritt: Sie nimmt den verwilderten Sechzehnjährigen aus prekären Verhältnissen bei sich zu Hause auf. Doch sehr bald schon wird ihr die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst.

Book Information

Main Genre
Thriller
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
288
Price
9.30 €

Author Description

Petra Hammesfahr schrieb mit 17 ihren ersten Roman. Mit ihrem Buch "Der stille Herr Genardy" kam der große Erfolg. Seitdem schreibt sie einen Bestseller nach dem anderen, u.a. "Die Sünderin", "Die Mutter" und "Erinnerungen an einen Mörder". Die Autorin lebt in der Nähe von Köln.

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Kathi Lenzen ist Anfang 40, verwitwet und verwaistes Elternteil. Sie hat harte Zeiten hinter sich und existiert eher, als das sie wirklich lebt. Als sie einen Jugendlichen bei einem Diebstahl beobachtet, ändert sich ihr Leben erneut. Sie findet sich plötzlich mit eben diesem Jugendlichen als ihrem neuen Pflegesohn wieder. Der Ausgang dieses Arrangements ist ungewiss. Petra Hammesfahr bedient sich in ihren Büchern häufig gesellschaftlich aufwühlenden Themen. Hier geht es um den 16-jährigen Jörg, der aus keinen "guten Verhältnissen"kommt. Vater Alkoholiker, Mutter emotional von ihm abhängig und vom Leben überfordert, ein Bruder im Knast, einer auf dem Weg (wieder) dorthin und ein dritter (14 Jahre), der dem schlechten Vorbild seiner Brüder nacheifert. Nur die Schwester hat es geschafft aus diesem Kreislauf auszubrechen. Kathi beobachtet nun Jörg bei einem Diebstahl, verfolgt ihn und stellt fest, dass er in einem leerstehenden Haus lebt und sich von gestohlenen Lebensmitteln ernährt. Sie fühlt sich verpflichtet dies dem Jugendamt zu melden, doch dort kennt man Jörg bereits. Man kann nicht viel tun. Außer... ihn bei Kathi unterbringen. Ob diese Vereinbarung zwischen dem Mitarbeiter des Jugendamtes und Kathi so realistisch ist, möchte ich anzweifeln. Es findet keinerlei Überprüfung statt, keine Kontrolle und so richtig gefragt werden Kathi und Jörg auch nicht. Es passiert einfach. Auch das Ende geht für mich in Richtung übertrieben. Aber was die Geschichte zeigt ist, dass man sich schnell ein (falsches) Urteil von Menschen bildet, ohne sie wirklich zu kennen. Und das alle eine Chance verdient haben, gleich wo sie herkommen und was sie in ihrem Leben schon erlebt haben. Manchmal muss man vielleicht auch unkonventionelle Wege gehen und manchmal muss man vielleicht einfach die richtigen Menschen zusammenbringen. Sprachlich und in den Ansichten mancher Personen merkt man dem Buch sein Alter an. Es fallen häufig Begriffe wie asozial oder Asi. Ausländer sind natürlich Schuld daran, dass eine Familie wie die vom Jörg in einer zu kleinen Wohnung lebt, weil die Ausländer alle viele Kinder und deshalb die großen Wohnungen haben. Außerdem bekommen Kinder eine Ohrfeige, aber das fällt unter "seine Kinder nicht schlagen". Thematisch wieder ein Buch das mir von der Autorin gut gefallen hat. Sprachlich ist es aber immer schwierig, weil ich zur Zeit nur ältere Werke besitze. Ich möchte unbedingt mal etwas neues von ihr lesen.

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